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Durch Schwenkbewegung zu öffnendes, an Scharnieren ange-
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ordnetes Panzerwandungsteil an Panzerfahrzeugen Stand der Technik
Bei Panzerfahrzeugen ist es bekannt, Türen oder Klappen durch Scharniere schwenkbeweglich
zu lagern, wobei die Scharniere in der Regel an der Außenseite angeordnet und so
Beschußtreffern ausgesetzt sind, während die Verschlüsse der Tür oder der Klappe
sich an der Innenseite befinden.
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Nachteilig ist auch, daß beim Öffnen oder Schließen der Tür oder der
Klappe die volle Tür- oder Klappenbreite aus dem Panzerfahrzeugprofil herausragt,
so daß beim Operieren zwischen Sträuchern oder engstehenden Bäumen oder auch an
Häuserwänden Personen aus derartigen Panzerfahrzeugen, beispielsweise aus Schützenpanzern,
nicht oder nicht in günstiger Art und Weise abgesetzt und/oder wieder aufgenommen
werden können. Türen an Panzerfahrzeugen mit solchen Scharnieranordnungen sind kaum
oder sehr schlecht geeignet bei stark gewölbten oder keilförmig nach außen ausgeformten
Seitenwänden, die allerdings oftmals erforderlich sind, um die Auftreffwinkel von
Geschossen und/oder Splittern flacher
zu gestalten. Bei Panzerfahrzeugen
mit in der Regel nach außen gewölbter oder keilförmiger Form hilft man sich dadurch,
daß man Türen etwa mittig teilt und jeden Teil für sich schwenkbeweglich lagert.
Beispielsweise wird der obere Teil einer solchen zweiteiligen Tür nach auswärts
und seitwärts geschwenkt, während der untere Teil der Tür um horizontal verlaufende
Schwenkachsen nach unten geklappt und über Ketten gehalten wird. Zum Einklappen
wird dieser untere Türteil an den Ketten aufwärtsgezogen und verriegelt, woraufhin
auch der obere Türteil eingeschwenkt werden kann. Ein schnelles Absitzen und Aufsitzen
ist bei solchen Panzerfahrzeugen wegen dieser ungünstigen Türgestaltung nicht gegeben.
Da die Türen an Panzerfahrzeugen ein erhebliches Gewicht aufweisen, ist auch bei
geteilten Türen die Gewichtskomponente, die beim Einwärtsschwenken des einen Türteils
bzw. beim Aufwärtsschwenken des unteren Türteils aufgewendet werden muß, relativ
groß.
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Allerdings hat man schon bei Omnibussen und Flugzeugen Türen mit sogenannten
Parallelführungsgelenken vorgeschlagen, ohne daß es aber bisher gelungen wäre, solche
Parallelführungsgelenke konstruktiv auch bei Panzerfahrzeugen nutzbar zu machen.
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Aufgabe Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein durch Schwenkbewegung
zu öffnendes, an Scharnieren angeordnetes Panzerwandungsteil für Panzerfahrzeuge
zu schaffen, das sich mit geringstmöglichem Schwenkradius nach außen schwenken läßt,
bei dem die Scharniere nicht dem Beschuß ausgesetzt sind und das keine große Kraftanstrengung
bei gewölbter oder keilförmiger Form eines solchen Panzerwandungsteils erfordert,
wenn es beispielsweise in Offenstellung geschwenkt wird.
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Lösung Die Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 wiedergegebenen Merkmale
gelöst.
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Einige Vorteile Die Schwenkbereiche der gemäß der Erfindung ausgebildeten
Panzerwandungsteile, insbesondere Türen für Panzerfahrzeuge, sind sehr klein. Sämtliche
Gelenke, Schwenkachsen und Hebel befinden sich bei geschlossenem Panzerwandungsteil
im Innern des betreffenden Panzerfahrzeuges, sind also gegen Beschuß optimal abgedeckt.
Außerdem lassen sich die Gelenke und Hebel derart anordnen, daß sie in jeder Schwenklage
praktisch vollständig von dem betreffenden Panzerwandungsteil abgedeckt sind, wobei
das Panzerwandungsteil in jeder Schwenkstellung mit seiner Innenseite dem Panzerfahrzeug
zugekehrt verbleibt. Von besonderem Vorteil ist es, daß auch gewölbte oder keilförmig
ausgeformte sowei große und schwere Türen für Panzerfahrzeuge einstückig ausgestaltet
werden können, da bei dem erfindungsgemäß vorgeschlagenen Panzerwandungsteil keine
große Gewichtskomponente beim Öffnen und Schließen des betreffenden Panzerwandungsteils,
beispielsweise einer Tür, aufgewendet werden muß. Das Öffnen und Schließen eines
solchermaßen ausgestalteten Panzerwandungsteils geschieht in kürzester Zeit, so
daß die in einem solchen Panzerfahrzeug befindlichen Personen sehr schnell, und
zwar auch im engsten Raum an Gebäuden, Bäumen, Sträuchern und anderen Hindernissen
abgesetzt, aber auch ebenso wieder aufgenommen werden können.
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Da das betreffende Panzerwandungsteil, beispielsweise eine Tür, beim
Zuschwenken mit der gesamten Dichtfläche praktisch gleichzeitig zur Anlage an ein
entsprechendes Widerlager, beispielsweise an eine Dichtung, gelangt, braucht die
Verriegelungsvorrichtung nicht mehr durch eine etwaige Walkarbeit die Dichtung im
Sinne einer Scherbewegung
zu verformen. Vielmehr wird beim Betätigen
der Verriegelungsvorrichtung eine solche Dichtung od. dgl. sofort voll wirksam,
was sich bei schwimmenden Panzerfahrzeugen, aber auch bei watfähigen Panzerfahrzeugen
- beispielsweise bei Schützenpanzern - günstig auswirkt.
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Dadurch, daß das betreffende Panzerwandungsteil sich nur parallel
zu der Wandung des Panzerfahrzeuges bewegt, bleibt auch ein etwaiger Tarnanstrich
der Tür immer nach außen sichtbar.
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Weitere Ansprüche Die Ansprüche 2 bis 7 betreffen vorteilhafte Ausführungsformen.
Bei Ausgestaltung nach den Ansprüchen 2 bis 7 ergeben sich besondere Vorteile für
Türen an Panzerfahrzeugen.
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Befindet sich eine derartige Tür in nahezu geschlossenem Zustand,
so liegt die Führungsstange praktisch parallel zur Innenwandung des betreffenden
Panzerfahrzeuges. In dieser Stellung können die Türverschlüsse die volle Funktion
des Verriegelns erfüllen, weil die Tür sich in dieser Stellung praktisch. in einer
labilen Lage befindet und sich ohne großen Kraftaufwand in ihre Dichtstellung ziehen
und verriegeln läßt.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen -
teils schematisch - veranschaulicht. Es zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht auf eine
Panzerwand eines Panzerfahrzeuges mit Ausschnitt für eine, hier geöffnet gezeichnete
Tür, angelenkt mit Parallelführungsgelenken; Fig. 2 einen Querschnitt durch die
aus Fig. 1 ersichtliche Panzerwand und durch die Panzertür; Fig. 3 einen Langsschnitt
durch die aus Fig. 1 ersichtliche Panzerwand und durch die Panzertür;
Fig.
4 einen Längsschnitt etwa entsprechend Fig. 3, wobei allerdings die Tür in ihrer
Schließstellung dargestellt ist und Fig. 5 eine perspektivische Darstellung einer
geöffneten Panzertür mit Parallelführungsgelenken in winkelförmiger Ausgestaltung
mit einer gleichfalls winkelförmig ausgebildeten Panzerwand eines Panzerfahrzeuges.
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In der Zeichnung ist die Erfindung in Anwendung auf eine Panzertür
an einem Panzerfahrzeug veranschaulicht. In gleicher Weise können aber auch Klappen
oder Deckel oder sonstige Panzerwandungsteile ausgebildet und gelenkbeweglich angeordnet
sein. Während in der Zeichnung die Schwenkachsen vertikal verlaufen, sind auch Ausführungen
denkbar, bei denen die Schwenkachsen in einer anderen Ebene liegen, was insbesondere
bei Klappen, Deckeln der Fall ist.
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Mit dem Bezugszeichen 1 ist ein Panzerwandausschnitt einer Panzerwand
bezeichnet, der bei der dargestellten Ausführungsform durch eine Panzertür 2 verschließbar
ist. In einer vertikalen Ebene sowie mit Abstand und koaxial übereinander angeordnet
sind auf der Innenseite der Panzerwand zwei Schwenklager 3befesw ;n die bei der
dargestellten Ausführungsform durch/als starren Körper ausgebildete Verbindungsachse
10 miteinander gekuppelt sind. Diametral gegenüberliegend zu den Schwenklagern 3
sind an der Innenseite der Panzertür 2 koaxial zueinander ebenfalls Schwenklager
4 angeordnet. Die Schwenkachsen der Schwenklager 3 und 4 verlaufen bei den dargestellten
Ausführungsformen in vertikalen Ebenen sowie parallel zueinander.
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Wie insbesondere die Fig. 2 erkennen läßt, sind die Schwenklager 3
und 4 jeweils paarweise durch je einen Parallelogrammschwenkhebel 5 schwenkbeweglich
miteinander gekuppelt.
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Die Form der Parallelogrammschwenkhebel 5 geht besonders deutlich
aus den Figuren 3 bis 5 hervor. Daraus ist ersichtlich,
daß die
Parallelogrammschwenkhebel 5 sich im wesentlichen aus zwei Abschnitten zusammensetzen,
und zwar einem etwa U-förmigen Abschnitt und einem den verlängerten Teil des einen
U-Schenkels bildenden stangenförmigen Abschnitt, der jeweils mit einem der Schwenklager
4 schwenkbeweglich gekuppelt ist, während der kürzere U-Schenkel jeweils mit dem
anderen Schwenklager 3 schwenkbeweglich verbunden ist.
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Die U-förmige Auskröpfung umgreift in der größtmöglichen Offenschwenkstellung
der Panzertür 2 die eine Stirnwand des Panzerwandausschnittes 1 (Fig. 3 und Fig.
5), während in der Schließstellung der Panzertür 2 (Fig. 4) die Parallelogrammschwenkhebel
5 mit ihrem U-förmigen Teil zum Innern des Panzerfahrzeuges weisen. In dieser Stellung
liegen sämtliche Gelenke, Schwenklager und Hebel im Innern des Panzerfahrzeuges,
so daß sich außen eine glatte Wandung ergibt, also keine Gelenkteile oder Hebel
durch Geschosse oder Splitter beschädigt werden können.
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Mit dem Bezugszeichen 6 ist eine Parallelführungsstange bezeichnet,
die seitlich im Abstand zu den Parallelogrammschwenkhebeln 5, und zwar bei der dargestellten
Ausführungsform an der inneren Unterseite der Panzertür 2 (Fig. 2) über ein mit
der Tür fest verbundenes Führungsschwenklager 8 gekuppelt ist, während die Parallelführungsstange
6 an ihrem entgegengesetzten Ende über ein im Innern des Panzer-7 fahrzeuges fest
angeordnetes Panzerwandschwenklager mit vertikaler Schwenkachse gleichfalls schwenkbeweglich
gekuppelt ist. Die Schwenkachsen der Schwenklager 3 und die Schwenkachse des Panzerwandschwenklagers
7 einerseits und die Schwenkachsen der Schwenklager 4 der Panzertür 2 und die Schwenkachse
des Führungsschwenklagers 8 andererseits, sind jeweils koaxial zueinander angeordnet
und liegen in den Endpunkten eines gleichschenkligen Parallelogramms.
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Das Panzerwandschwenklager 7 ist durch eine leistenförmige, als Trittblech
dienende Abdeckung 9 nach außen hin abgedeckt.
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Durch diese Abdeckung 9 ist auch die Parallelführungsstange 6 selbst
bei geöffneter Panzertür 2 zum großen Teil nach außen hin abgedeckt und befindet
sich bei geschlossener Panzertür 2 unterhalb dieser trittbrettartigen Abdeckung,
ist also aus dem Innern des Panzerfahrzeuges nicht mehr zu sehen.
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Wie die Fig. 4 erkennen läßt, liegt die Parallelführungsstange 6 bei
geschlossener Panzertür 2 mit ihrer Längsachse parallel zur Innenwandung. In dieser
Stellung oder kurz vor dieser Stellung läßt sich die Panzertür mit besonders geringer
Kraft anziehen, weil diese Stellung kräftmäßig labil ist, in der die Panzertür 2
wie schwimmend reagiert und sich durch die Verriegelung mit geringem Kraftaufwand
- besonders bei schwimmfähigen oder watfähigen Fahrzeugen -gegen eine Dichtung anpressen
läßt.
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Die strichpunktierten Linien zeigen in den Figuren 3 und 4 die Schwenkradien
bzw. verschiedene Schwenkstellungen der Panzertür 2.
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Aus Fig. 5 geht außerdem hervor, daß die Panzertür 2 materialmäßig
einstückig ausgebildet sein kann und eine keilförmig nach außen ausgeformte Form
besitzt. Auch besonders große und schwere Panzertüren lassen sich bei Ausbildung
und Anordnung gemäß der Erfindung mit geringem Kraftaufwand öffnen und auch wieder
schließen. Wie die Figuren 3 und 4 erkennen lassen, ist der Schwenkradius sehr gering.
Die Gelenke und Hebel bleiben auch bei offener Tür weitgehend geschützt.
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Eine Tarnfarbe ist beispielsweise auch bei vollkommen geöffneter Tür
gemäß Fig. 3 vollkommen sichtbar.
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Die in der Zeichnung dargestellten, in der Beschreibung behandelten
und in den Patentansprüchen beanspruchten Merkmale können sowohl einzeln als auch
in beliebigen Kombinationen für die Erfindung wesentlich sein.