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Die Erfindung betrifft ein Fräs-Vorsatzgerät für Heimwerker-Bohrmaschinen, mit einem am Maschinenhals festspannbaren Halter für eine vom Fräserschaft durchsetzte Lagerplatte und mit einer Einrichtung zur Verstellung der Lagerplatte axial zum Fräser, wobei an der Lagerplatte ein einen Durchbruch zur Durchführung des Fräsers aufweisender Führungswinkel anliegt, der mittels einer weiteren Verstelleinrichtung quer zur Fräserachse einstellbar ist.
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Durch die DE-OS 21 02 563 ist ein Fräs-Vorsatzgerät der vorbeschriebenen Art bekannt, bei welchem der am Maschinenhals einer Bohrmaschine festzuspannende Halter aus einem Rohrstück besteht, auf welchem ein an der Rückseite der Lagerplatte angebrachtes zweites Rohrstück teleskopartig verschiebbar und mittels einer Arretierschraube festsetzbar ist. An der Lagerplatte ist der Führungswinkel für das zu bearbeitende Werkstück um eine zum Fräserschaft exzentrisch angeordnete, parallele Achse schwenkeinstellbar. Der Führungswinkel ist dort einstückig ausgebildet und umfaßt eine an der Lagerplatte anliegende Führungsplatte, und eine davon rechtwinklig abragende zweite Führungsplatte, wobei beide Führungsplatten mit einem Durchbruch zur Aufnahme des Fräsers bzw. Fräserschaftes versehen sind. An der Rückseite der zweiten Führungsplatte sind ferner Steckansätze angebracht, die in eine zugeordnete, an einer Werkbank zu befestigende Halteschiene einsteckbar sind, so daß die Maschine sowohl als Handfräse als auch als stationäre Tischfräse verwendet werden kann. Das bekannte Gerät hat sich in der Praxis sehr bewährt, soweit es die Bearbeitung geradliniger Bretter oder dgl. betrifft. Es kann allerdings nicht zum Bearbeiten, insbesondere nicht zum Fräsen von Umleimernuten, bei Brettern mit konkav gekrümmten Bretträndern verwendet werden.
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Durch den "Katalog 69/70 der Fa. Elu, Seiten 13 und 14", ist weiterhin ein Fräs-Gerät mit integriertem Fräsmotor bekannt, welches sowohl zur Bearbeitung geradliniger Bretter als auch zum Fräsen von gekrümmten Umleimernuten geeignet ist. Die Umstellbarkeit auf die verschiedenen Arbeitsweisen wird dort durch eine Reihe von Zubehörteilen ermöglicht, die an einem aus einem Fräskorb und dem Fräsmotor bestehenden Grundgerät befestigbar sind. Allerdings sind die Umrüstarbeiten relativ aufwendig, da jedesmal mehrere Zubehörteile ausgewechselt werden müssen. Letztere besitzen darüber hinaus einen komplizierten Aufbau, da sie jeweils eine Einrichtung zur Verstellung quer zur Fräserachse umfassen. Infolgedessen ist auch die Herstellung des bekannten Fräsgerätes mit hohen Kosten verbunden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fräs- Vorsatzgerät der gattungsgemäßen Art dahingehend weiterzuentwickeln, daß bei einem einfachen Aufbau eine vielseitigere Verwendung möglich ist.
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Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Führungswinkel eine ebene Unterseite und einen nach hinten gerichteten Ansatz aufweist, an dem auswechselbar Führungsstücke zur Begrenzung der Nuttiefe bei gekrümmten bzw. geraden Werkstücken befestigbar sind. Damit kann das erfindungsgemäße Fräs-Vorsatzgerät durch Auswechseln eines einzigen Zubehörteils von der Bearbeitung geradliniger Bretter oder dgl. auf das Fräsen von gekrümmten oder geschweiften, insbesondere konkav gekrümmten Bretträndern umgestellt werden. Die Einrichtungen sowohl für die axiale Verstellung als auch für die Quer-Verstellung des Fräsers werden durch diese Umrüstung nicht berührt und verbleiben stets beim Grundgerät. Besonders vorteilhaft ist dabei, daß die Funktion der Zubehörteile unmittelbar sinnfällig ist und ohne umständliches Probieren oder Konsultieren einer Gebrauchsanweisung durchgeführt werden kann. Dieser Aspekt ist vor allem für den Einsatz des Gerätes im Heimwerkerbereich von großer Bedeutung. Eine weitere Folge des sehr einfachen Aufbaus des erfindungsgemäßen Fräs-Vorsatzgerätes ist seine preiswerte Herstellbarkeit.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung können beide Führungsstücke jeweils einstückig ausgebildet und formschlüssig mittels einer Arretierschraube an dem Ansatz festspannbar sein. Zum Umrüsten des Fräs- Vorsatzgerätes braucht damit nur eine einzige Arretierschraube betätigt zu werden, so daß die Führungsstücke mit wenigen, einfachen Handgriffen ausgewechselt werden können.
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Nach weiteren Merkmalen der Erfindung kann das Führungsstück für gekrümmte Werkstücke als ein den Fräser übergreifendes Winkelstück ausgebildet sein, das einen parallel zur Fräserachse gerichteten Befestigungsschenkel aufweist, der mit einem parallel zum Fräserschaft gerichteten Langloch für die Arretierschraube versehen ist. Das zweite Führungsstück kann somit in Anpassung an den gewählten Abstand zwischen Fräser und Führungsplatte eingestellt werden und erlaubt auch die Bearbeitung von Brettern stark unterschiedlicher Stärke. Infolge seiner winkelförmigen Ausbildung stellt es zugleich eine Schutzabdeckung des Fräsers dar.
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Der Erfindung zufolge kann ferner vorgesehen werden, daß der Führungswinkel an seinem dem Ansatz abgewandten Längsrand einen nach hinten gerichteten Flansch mit Einhängelöchern zur Anbringung von werkbankseitig zu befestigenden Kopfschrauben aufweist. Die mit dem Fräs- Vorsatzgerät versehene Maschine ist somit in preiswerter und handhabungsmäßig sehr einfacher Weise von einer Handfräse in eine Tischfräse umwandelbar.
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Schließlich kann gemäß der Erfindung das Führungsstück für gerade Werkstücke eine zur Unterseite des Führungswinkels parallele Grundplatte mit einer Ausnehmung für den Fräser aufweisen, und können beidseitig zu der Ausnehmung am unteren Rand der Grundplatte zwei rechtwinklige Flansche angeformt sein. Auf diese Weise ist ein gerades Werkstück beidseits des Fräsers geführt, so daß sich eine hohe Arbeitsgenauigkeit erzielen läßt.
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Der Gegenstand der Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigt
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Fig. 1 eine perspektivische Darstellung des Fräs- Vorsatzgerätes, welches hier mit einem Führungsstück zum Bearbeiten gekrümmter Brettränder versehen ist,
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Fig. 2 die Lagerplatte des Gerätes, in Fig. 1 von rechts gesehen,
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Fig. 3 die Lagerplatte nach Fig. 2 in Draufsicht,
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Fig. 4 den Führungswinkel des Gerätes, in Fig. 1 von rechts gesehen,
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Fig. 5 eine Draufsicht auf den Führungswinkel nach Fig. 4,
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Fig. 6 ein alternativ zu verwendendes Führungsstück für die Bearbeitung geradliniger Brettränder,
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Fig. 7 eine Draufsicht auf das Führungsstück nach Fig. 6 und
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Fig. 8 in Vorschubrichtung gesehen, die aus dem Führungsstück nach den Fig. 6 und 7 und dem Führungswinkel gebildete Führung für geradlinige Brettränder.
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Fig. 1 zeigt das vordere Ende einer Heimwerker-Bohrmaschine, auf deren Hals 1 das Fräs-Vorsatzgerät mittels eines Halters festgespannt ist, der aus zwei Rohrschellen- Klemmschalen 2, 3 besteht. Die Klemmschale 3 ist mit einem abragenden Ansatz 4 versehen, in welchem ein zur Maschinenachse paralleles Durchgangsloch 5 vorgesehen ist, in welchem eine runde Führungsstange 6 verschiebbar geführt ist. Das Durchgangsloch 5 besitzt einen Langloch-Querschnitt, wobei das Langloch radial auf die Maschinen- bzw. Fräserachse ausgerichtet ist. Mittels einer Rändelschraube 7 oder Flügelschraube ist die Führungsstange 6 im Halter festspannbar.
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Die Führungsstange 6 ist an ihrem vorderen Ende starr an einer rechtwinklig zu ihr orientierten Lagerplatte 8 aus Aluminiumdruckguß angebracht (vgl. auch die Fig. 2 und 3), in welche eine Lagerbuchse 9 für den Schaft des Fräsers 10 eingesetzt ist. Die Lagerplatte 8 ist mit einem Handgriff 11 versehen. Die im wesentlichen länglich-dreieckförmige Lagerplatte 8 ist an einem Ende mit einer Bohrung 12 zur Aufnahme des Schaftes einer Schraube 13 versehen, der eine Flügel- oder Rändelmutter 14 zugeordnet ist, und besitzt am gegenüberliegenden Ende ein kreisbogenförmiges Langloch 15 zur Aufnahme des Schaftes einer weiteren Schraube 16 mit zugehöriger Mutter 17. Die Achse der Bohrung 12 ist der Mittelpunkt des Kreisbogens des Langloches 14 .
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An der Lagerplatte 8 ist mittels der Schrauben und Muttern 13, 14 und 16, 17 ein Führungswinkel 18 festgespannt (vgl. auch die Fig. 4 und 5), der mit Sechskantausnehmungen 19, 20 zur versenkten, drehfesten Aufnahme der Sechskantköpfe der Schrauben 13, 16 versehen ist und dessen Unterseite senkrecht zur Fräserachse orientiert ist. Der Führungswinkel 18 ist um die Schraube 13 über einen durch das Langloch 15 vorgegebenen Bereich schwenkeinstellbar und ist mit einem verhältnismäßig großen Durchbruch 21 zur Durchführung des Fräsers 10 versehen. Er weist weiterhin an seinem oberen Rücken 22 einen nach hinten gerichteten Ansatz 23 auf, der zylindrisch gekrümmt ist, wobei die Krümmungsachse mit der Fräserachse zusammenfällt. Der Ansatz 23 ist mit einem Gewindeloch 24 zur Aufnahme einer Arretierschraube 25 versehen.
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Am Ansatz 23 ist ein winkelförmiges Führungsstück 26 festgespannt, dessen oberer, ebenfalls zylindrisch gekrümmter Befestigungsschenkel 27 mit einem in Richtung der Fräserachse verlaufenden Langloch 28 zur Aufnahme der Arretierschraube 25 versehen ist. Der andere Schenkel endet unten mit einem konvex gekrümmten Rand 29, welcher außen vor dem Fräser 10 liegt. Dieser Rand 29 und die untere Hälfte des Führungswinkels 18 begrenzen einen winkelförmigen Aufnahmeraum für das zu bearbeitende Werkstück. In Fig. 1 ist in strichpunktierten Linien ein Brett 30 mit einem konkav gekrümmten Brettrand angedeutet, in den eine Umleimernut 31 eingefräst werden soll. Die hier als Handfräse dargestellte Vorrichtung wird in Richtung des Pfeiles 32&min; vorgeschoben, wobei der Führungswinkel 18 ständig in Anlage an der hinteren Hauptfläche des Brettes 30 gehalten wird. Das Führungsstück 26 sitzt mit seinem gekrümmten Rand 29, dessen Länge nur zwei bis drei Zentimeter beträgt, auf dem zu fräsenden Brettrand auf und erlaubt ein Verschwenken der Handfräse beim Vorschub entlang des konkav gekrümmten Teils des Brettrandes.
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Durch Verschieben der Führungsstange 6 im Langloch 5 kann der Überstand des Fräsers 10 über die Anlagefläche des Führungswinkels 18 und damit die Lage der Umleimernut 31 im Brettrand eingestellt werden, wobei das Führungsstück 26 erforderlichenfalls ebenfalls in Richtung der Fräserachse verstellt wird.
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Die aus dem Führungswinkel 18 und dem Führungsstück 26 bestehende Führung kann insgesamt um die Schraube 13 schwenkeingestellt werden, wodurch die Tiefe der zu fräsenden Umleimernut 31 festgelegt wird.
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Der Führungswinkel 18 ist an seinem dem Rücken 22 gegenüberliegenden Längsrand mit einem nach hinten abragenden Flansch 32 versehen, der mit zwei schlüssellochartigen Einhängelöchern 33 versehen ist, die das Einhängen der gesamten Fräsvorrichtung an zwei werkbankseitig angebrachten Kopfschrauben oder dgl. ermöglicht, so daß die Vorrichtung in eine stationäre Tischfräse umgewandelt werden kann, in welchem Fall die Fräserachse bzw. Maschinenachse vertikal gerichtet ist.
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Zum Bearbeiten geradliniger Bretter oder dgl. wird das Führungsstück 26 durch das in den Fig. 6 bis 8 gezeigte Führungsstück 34 ersetzt. Dieses besteht aus einer zum Führungswinkel 18 parallelen Grundplatte 35, die mit einer nach unten offenen Ausnehmung 36 zur Aufnahme des Fräsers 10 versehen ist. Der Fräserraum ist nach oben durch ein an der Grundplatte angeformtes Bogenstück 37 abgedeckt. Beidseits der Ausnehmung 36 sind an den unteren Rand der Grundplatte 34 zwei rechtwinklige Flansche 38angeformt, welche zwei in einer Ebene liegende Werkstückanlageflächen 39 bilden. Am oberen Rand weist die Grundplatte 35 eine Rippe 40 auf, mit welcher sie formschlüssig auf den Rücken 22 des Führungswinkels 18 aufsetzbar ist. Oberhalb der Ausnehmung 36 ragt von der Grundplatte 35 nach hinten ein zylindrisch gekrümmter Ansatz 41 ab, der mit einem Loch 42 zur Aufnahme der Arretierschraube 25 versehen ist. Für ein Auswechseln der beiden Führungsstücke 26, 34 ist also lediglich die Arretierschraube 25 zu lösen. Die Einstellung der Nutlage und Nuttiefe erfolgt auch bei Verwendung des Führungsstückes 34 in der gleichen Weise wie zuvor beschrieben.