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T i t e 1 : Sitzmöbel, insbesondere drehbarer
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Arbeitsstuhl Die Erfindung bezieht sich auf ein Sitzmöbel, insbesondere
einen drehbaren Arbeitsstuhl, mit einem Fußgestell und einer mit diesem über eine
Stütze verbundenen Tragkonstruktion für eine auf dieser befestigbaren Sitzfläche,
wobei die StUtze als ein die Tragkonstruktion hebendes und senkendes Fördermittel
ausgeführt ist.
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Bei diversen Sitzmöbeln neuerer Zeit, wie beispielsweise solchen für
Büros, Arbeitsplätzen an Maschinen u. a.,werden vielfach solche als sogenannte Drehstühle
ausgeführte verwendet, welche neben einem festen oder fahrbaren Fußgestell eine
die Sitzfläche tragende Stütze, die höhenverstellbar ausgeführt sein kann, aufweisen.
Diverse Untersuchungen, insbesondere solche arbeitsphysiologischer Art, haben ergeben,
daß die Arbeitsleistung einer Person vielfach von der Position des Sitzens abhängt,
und daß es aus diesem Grund ratsam erscheint, die Sitzstellung in eine funktionelle
Lage zum Arbeitsplatz zu bringen. Um das zu erreichen, werden entweder Fußschemel
oder Fußstützen an Arbeitsmaschinen u. a. verwendet, auf die die Person die Füße
abstellen kann, wenn nach erfolgter Höhenverstellung der Sitzfläche die Beine ohne
eine ausreichende Abstützung einfach herabbaumeln. Solche Hilfsmittel können zwar
zum Teil befriedigen, indessen sind sie nicht optimal, weil nach Jeder Höhenverstellung
sich ein anderer Abstand für die Abstützung der Beine ergibt, so daß in einer Höhenlage
die Abstützung gut, in den übrigen Höhenlagen diese aber unzureichend wäre.
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Um dem abzuhelfen, wird gemäß einem älteren Vorschlag ein solches
Sitzmöbel mit einer Fußstütze ausgestattet, und es ist diese Fußstütze an einer
Tragkonstruktion des Sitzmöbels so angebracht, daß diese sowohl der Höhenverstellung
der Sitzfläche folgt, als auch in ihrer Kipplage in die 3eweils gewünschte Neigungsstellung
gebracht werden kann. Zum Einstellen der Fußstütze in die Jeweils gewUnschte Kipplage
ist an der Tragkonstruktion ein Stellmittel vorgesehen, und es ist dieses Stellmittel
sowohl mit der Verstellung dienenden Verstellgliedern als auch mindestens einer
Arretierung für die Festlegung der eingestellten Kipplage versehen. Die Fußstütze,
die als ein U-förmig gekrümmtes Rohrteil ausgeführt ist, ist mit ihren freien
Schenkeln
symmetrisch an dem Verstellglied-angeschlossen und dort so befestigt, daß sie der
Lageänderung des Stellgliedes folgen kann. Zwar wird mit dieser Fuß stütze eine
gute Sitzlage infolge Verstellung der Fuß stütze ermöglicht, indessen wird es noch
als verbesserungswürdig erachtet, die Fußstütze noch weiter an die unterschiedlichen
Neigungs- und Höhenanforderungen anzupassen (vgl.
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deutsche Patentanmeldung P 2i Ol 5in.2).
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Demgemäß liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Fußstütze
für insbesondere Arbeitsstühle dahingehend weiterzubilden, daß diese neben der Verstellung
ihrer Kipplage auch eine weitreichende, axiale Verschiebung erlaubt, so daß Personen
mit unterschiedlicher Beinlänge durch optimale Abstützung der Beine in eine sehr
gute Sitzlage kommen., Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe bei einem Sitzmöbel
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß parallel zur Stütze eine teleskopartig
längenverstellbare Säule vorgesehen ist, welche mit ihrem einen Ende an der Tragkonstruktion
befestigt und im Bereich ihres anderen Endes an der Stütze axial verschiebbar abgestützt
ist, und daß diese Säule an diesem ihrem Ende eine Quertraverse aufweist, an der
eine um eine Achse, welche in Richtung der Quertraverse verläuft, kippbare und feststellbare
Fußstütze angeordnet ist.
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Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, daß die FußstUtze nicht
nur die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe voll erfüllt, sondern auch infolge
ihrer einfachen Konstruktion Jederzeit auch an schon bestehenden Sitzmöbeln in Form
von Drehstühlen angebracht werden kann. Hinzu kommt, daß die in dieser Form ausgeführte
Fußstütze, deren Säule einerseits an der Tragkonstruktion des Sitzmöbels angeschlossen
und andererseits an der Stütze desselben abgestützt ist, so stabil ausgeführt werden
kann,
daß sie insbesondere bei hoher Sitzlage als sogenanntes Trittbrett
für das Erreichen der Sitzfläche dienen kann.
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Hinzu kommt, daß die Lage der Fußstütze durch einfache Einstellung
deren Höhenlage in den Jeweils gewünschten Abstand von der Sitzfläche gebracht werden
kann, so daß Personen mit unterschiedlicher Beinlänge bequem das Sitzmöbel benutzen
können.
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Eine vorteilhafte Weiterbildung dieses Sitzmöbels zeichnet sich ferner
dadurch aus, daß die Quertraverse an ihren freien, auskragenden Enden Je ein Stellmittel
mit Verstellglied und Arretierung für die Fußstütze aufweist, und daß die Fußstütze
an diesem Stellmittel kippbar und feststellbar angeschlossen ist.
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Diese Konstruktion erlaubt den Anschluß der Fuß stütze im Bereich
deren Kipplage auf einfachste Weise, zumal die Fußstütze allein von der Quertraverse
und den an dieser angeschlossenen Stellmitteln getragen, in die Kipplage gebracht
und in dieser arretiert werden kann.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung zeichnet sich dadruch aus, daß
die Quertraverse senkrecht am Stellmittel angeschlossen und dieses im Bereich des
Anschlusses die Arretierung und abseits davon die Achse für die Fuß stütze und das
diese in Kippstellung bringende Verstellglied aufweist.
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Auch diese Merkmale dienen insbesondere der einfachen Handhabung der
Fußstütze an deren gelenkigen Anschluß, womit die universellere Anwendung der Fußstütze
in bezug auf deren Kippstellung verbessert wird.
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Weitere vorteilhafte Weiterbildungen des Sitzmöbels können insbesondere
den verbleibenden Unteransprüchen entnommen werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 eine Seitenansicht auf ein Sitzmöbel mit der an diesem
vorgesehenen Fußstütze, Fig. 2 eine Draufsicht in der Ebene II, II in Fig. 1, Fig.
3 eine Rückansicht auf das Sitzmöbel nach Fig. 1, Fig. 4 eine vergrößerte Darstellung
eines die Neigung der Fußstütze verstellendes und diese arretierendes Stellmittel
in Form einer Rasterscheibe, Fig..5 eine Seitenansicht auf ein Stellmittel in Form
eines kraftschlüssigen Druckmittels, Fig. 6 eine Draufsicht auf das Stellmittel
gemäß Fig. 5, Fig. 7 eine Seitenansicht auf ein Stellmittel in Form einer von einem
Fußhebel betätigbaren Reibungskupplung und Fig. 8 eine Draufsicht auf das Stellmittel
gemäß Fig. 7.
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An einem Sitzmöbel 1, welches im wesentlichen von einer auf einer
Tragkonstruktion 2 aufgesetzten Sitzfläche 3 nebst Lehne 4, sowie einem Fußgestell
5 und einer die Tragkonstruktion mit dem Fußgestell verbindenden Stütze 6 gebildet
wird, ist eine Fußstütze 7 vorgesehen, welche an der vorderen Seite des Sitzmöbels
angebracht und dort sowohl in der Höhe verstellt als auch in der Kipplage verändert
werden kann. Für das Anbringen dieser Fußstütze 7 am Sitzmöbel 1 ist parallel zu
dessen Stütze 6 eine Säule 8
angeordnet, und es ist diese Säule
als ein teleskopierbares Rohr ausgeführt, bei dem die teleskopierbaren Teile 9,
10 drehsicher ineinander gleiten und von denen das eine Teil 10 mit der Tragkonstruktion
2 des Sitzmöbels 1 verbunden und das andere Teil 9 über eine die Stütze 6 zum Teil
umgreifenden Lasche 11 an dieser abgesetzt ist.
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Im Bereich dieser Abstützung weist die Säule 8 eine quer-<2/ verlaufende
Traverse/auf, welche auskragend an dem einen Teil 9 der Säule angeschlossen und
welche an ihren freien Enden je ein Stellmittel 13, 14 für den Anschluß der Fußstütze
7 aufweist. Die Stellmittel 13, 14, die gemäß dem hier dargestellten Beispiel als
plattenförmige Gebilde ausgeführt sind, weisen neben einem gelenkigen Anschluß 15
für die Fußstütze 7 auch eine Raste 16 und eine hrretierung 17 für diese auf, wobei
die Arretierung hier als ein Langloch 18 mit an seiner einen Seite verlaufenden
Zacken 19 für ein Rastglied 20 ausgeführt ist. Die Fußstütze 7 selbst, wird im wesentlichen
von einem weitgehend 0-förmigen Rahmen 21 gebildet, der an seinem einen Ende eine
Ausnehmung 22 für das Einführen der Stütze 6 und an seinem anderen Ende bzw. im
Bereich desselben eine Querstrebe 23, die sowohl der Versteifung als auch der Führung
der Achse X der Fußstütze 7 dient. In dieser Querstrebe 23, die vorzugsweise als
Rohr ausgeführt ist, ist ein die Achse bildendes Gestänge 24 vorgesehen, welches
an seinem einen Ende mittels einer Kappe 25 vor Herausfallen gesichert und an seinem
anderen Ende eine Kröpfung 26 aufweist, von der das freie Ende der Kröpfung in eine
am Stellmittel 13 vorgesehene Raste 27 eingreift. Mittels dieses Gestänges 24 kann
die Fußstütze 7 um ihre Achse X geschwenkt und mittels der Arretierung 17 in die
Jeweils gewünschte Schwenklage festgeklemmt werden. Das Gestänge 24, dessen Ende
Jeweils in die Raststelle bzw. Raste 27 eingreift, gibt Je nach Eingriff die Bewegungsmöglichkeit
der Fußstütze frei, wobei dies in der Art geschieht, daß
bei Einführen
des Endes des Gestänges 24 in einen Lenkschlitz 28 der Raste 27 in Richtung zur
Achse X der Fußstütze 7 die Arretierung 17 der Fußstütze freigegeben, in Richtung
des Lenkschlitzes weg von der Achse hingegen diese in die Arretierung gebracht wird.
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Zu diesem Zweck ist, um die Schwenkbewegungen der Fußstütze 7 zu ermöglichen,
auch die Führung im Bereich der Lagerung der Fußstütze 7 am Stellmittel 13 für das
Gestänge 24 als ein von zwei Langlöchern gebildeter, winkelförmiger Lenkschlitz
29 ausgeführt, so daß bei Vorgleiten der Kröpfung 26 des Gestänges 24 in der Führung
sowohl die Achse X als auch die Arretierung 17 axial gezogen bzw.
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gedrückt werden. Dadurch wandert die Fußstütze 7 z. B.
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nach vorn und gibt die Raste 16 an der Arretierung 17 frei, so daß
das dort vorgesehene Rastglied 20 im Langloch 18 dieser Arretierung 17 entlang gleiten
kann.
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Analog dieser Ausführung ist es auch durchaus denkbar, die Arretierung
17 als ein kraftschlüssiges Druckmittel mit einer Rändelschraube 30 auszubilden,
welche durch Lösen oder Festklemmen von in Reibbacken 31 geführten Lamellen 32 die
Bewegungsmöglichkeit der Fußstütze 7 freigibt bzw.
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diese feststellt. In einem solchen Fall wäre es auch denkbar, die
Achse X der Fußstütze 7 ohne das gekröpfte Gestänge 24 auszubilden und diese als
ein mit deren freien Enden nur in Bohrungen 33 sitzende Achse auszubilden.
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Auch ist es denkbar, den Stellmitteln 13 bzw. 14 eine bei-8pielsweise
mit dem Fuß betätigbare Verstellung 34 der Fußstütze 7 zuzuordnen und zwar in der
Art, daß durch Betätigen eines wippbar gelagerten Hebels 35 der Verstellung dieser
beim Kippen nach vorn die Arretierung 17 der Fußstütze freigibt und nach Kippen
nach hinten diese wiederum feststellt. Ein solcher mit dem Fuß betätigbarer Hebel
35 hätte sicherlich den Vorteil, daß die Fußstütze 7
leichter in
die Jeweils gewünschte Stellung gebracht werden kann, weil hierzu ein Verlassen
des Sitzmöbels 1 durch die Person nicht erforderlich ist. Ein solches, mittels eines
solchen Hebels 35 zu betätigendes Stellmittel 13 bzw. 14 hängt zweifelsohne von
der PreiswUrdigkeit eines Sitzmöbels 1 ab und kann in etwas anspruchsvolleren Sitzmöbeln
unter Beibehaltung der Fußstütze 7 und deren Säule 8 sowie deren Verstellglieder
ohne weiteres in dieser Art mit Fußhebel variiert werden.
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Auch wäre es denkbar, zum Verstellen und Arretieren der Fuß stütze
7 einen in der Zeichnung nicht dargestellten Hebel parallel zur Säule 8 vorzusehen
und bei Anschluß desselben an der Tragkonstruktion 2 des Sitzmöbels 1 ebenfalls
höhenverstellbar auszubilden, wobei dieser Hebel über ein Betätigungsgestänge ein
Stellmittel 13 bzw. 14 betätigen könnte, welches bei Ausführung eines z. B. aus
Lamellen bestehenden Klemmittels von einem Exzenter in Schließ-oder Offenlage gebracht
werden könnte.
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Die Variationsmöglichkeiten der Verstellung der Fußstütze 7 sind zweifelsohne
vielfältig und hängen im wesentlichen von der Preisgestaltung des Sitzmöbels 1 ab.
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Die hier dargestellte und beschriebene Ausführung aber stellt zweifelsohne
die einfachste Lösung dar, da sie nur mit einfachen Mitteln die Verstellung und
Arretierung der Fußstütze 7 erlaubt.
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