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Ausfahrbare Tribüne für Sport- und insbesondere Mehr-
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zweckhallen.
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Die Erfindung betrifft eine ausfahrbare Tribüne für Sport-, insbesondere
Mehrzweckhallen mit mehreren Reihen von Sitzbänken und Laufböden zwischen diesen,
deren Eigengewicht und Lasten nach unten über Tragteile auf Laufwagen abgetragen
ist, die auf dem Hallenboden zum teleskopartigen Aus- und Einfahren der Tribüne
verfahrbar sind. Der Belegungsplan einer Sporthalle sieht im Schul- und Trainingsbetrieb
eine andere Hallenbreite als für Wettkämpfe vor. Eine ausfahrbare Tribüne erlaubt
eine optimale Nutzung je nach der Hallennutzungsart. Außerdem erlaubt eine solche
Tribüne auch ein Platzangebot je nach der Zuschauerzahl.
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Bei einer bekannten Ausführung sind Sitzbank und Laufboden jeder einzelnen
Reihe mittels waagerechter Konsolen auf senkrechten Stützen aufgelagert, die auf
Laufwagen stehen.
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Die einzelnen Laufwagen einer jeden Sitzreihe stehen auf
jeder
Tribünenseite dicht nebeneinander (DT-AS 1 957 095) und sind wegen dieses Nebeneinanderstehens
und -fahrens verhältnismäßig schmal, da bei keiner Sitzreihe ein Kippmoment auftreten
darf.
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Im ausgefahrenen Zustand stützen sich die einzelnen auskragenden Konsolen
jeweils auf der darunter stehenden Stutze der nächst niedrigeren Sitzreihe ab; erst
dadurch wird die Tribüne belastbar. Dgdur Erhaltung der Verschiebebeweglichkeit
das Aufstützen erst nach einer gewissen elastischen Verformung der Sitzen und Konsolen
eriolgen kann, ist die TribUne anfangs noch nicht stabil und schwankt etwas, mas
ein unangenebmes Gerfühl z.B. beim Begehen durch die ersten Zuschauer hervorruft.
In der Stapellage der Tribüne an der Hallenwand bilden die Blenden der Sitzbanke
aller Sitzreihen eine geschlossene Wand. Der oberste Laufboden ist, wenn die fribüne
nicht gerade in eine Mauernische eingeschoben wird, weiterhin zwar zugänglich, aber
nicht mehr belastbar, weil die unterstützende Stütze beim Zusammenschieben weggeschobsu
worden ist. Dies bedeutet eine latente Unfallgefahr.
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Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß die Druckbelastung des Hallenbodens
unter den Rädern der Laufwagen vergleichsweise hoch ist, die Böden insbesondere
von Sporthallen aber nur geringe Belastungen vertragen, so daß sich die Rollenspuren
der Laufwagen eindrücken und zu Beschädigungen des Bodenbelages fUhren können. Man
kann dem zwar durch eine Anordnung von Laufflächen auf des Hallenboden begegnen,
aber diese Laufflächen werden, da die Laufwagen nebeneinander laufen müssen, verhältnismäßig
breit und stören aus diesem Grunde wieder.
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Von ungünstigem Einfluß auf die Anschaffungskosten ist besonders die
Verschiedenartigkeit der Stützen, die flir die
einzelnen Sitzreihen
unterschiedlich hoch sind.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Vermeidung dieser u.a.
Nachteile eine ausfahrbare Tribüne der eingangs genannten Art m schaffen, die mit
geringere Aufwand an laufwerk und Gerüstbauteilen bei besserer Beweglichkeit im
eingeschobenen und ausgefahrenen Zustand sicher und schwingungsfrei begehbar ist,
während der Bewegung in allen Teilen ständig genau geführt ist und geringe Anforderungen
an die Vorbereitung des Hallenbodens stellt.
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Dies Aufgabe wird erfindungsgemäß in der Weise gelost, daß die einzelnen
Reihen der Tribüne untereinander über scherenartig gekr@uzte, Glieder einer Schere
bildende Gelenkbänder verbunden sind, wobei die oberste Reihe ortsfest verankert
und die unterste Reihe auf dem Hallenboden gewichtsmäßig abgestützt ist. - Der Anwendung
des Prinzip.
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der "Nürnberger Schere" auf eine ausfahrbare Tribüne steht zunächst
die Beobachtung entgegen, daß die augezegene Schere bei einer Gewichtsbelastung
quer zu ihrer Längserstrekkung - wie es durch die Sitzreihen bei einer Zuschauertribüne
der Fall ist - durchhängt. Eine nähere Untersuchung der statischen und dynamischen
Verhältnisse zeigt jedoch, daß diese Eigenschaft die Anwendbarkeit des Prinzips
auf die vorliegende Aufgabe nicht einschränkt.
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Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist die einzelne
Sitzreihe an ihrer hinteren Kante mit dem Gelenkzapfen eines Scherengliedes gekoppelt
und stützt sich .1 ihrer Vorderkante auf dem Laufboden der nächsttieferen Sitzreihe
gewichtsmäßig ab.
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Die kann in vorteilhafter Weise dadurch geschehen, daß an einen unter
dem Laufboden angeordneten Stützwinkel eine Rolle gelagert ist. Die unterste bzw.
vorderste Reihe
kann sich ebenfalls mittels Rollen oder aber mittels
Kufen auf da Hallenboden abstützen. Das Aus- und Einfahren der Tribune erfolgt mit
Hilfe eines Hubwagens, der unter die unterste Sitzreihe eingeschoben wird.
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Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung bilden die Sitzbank
und der Laufboden einer Sitzreihe Jeweils die Verlängerwig des einen Armes der aufeinanderfolgenden
Scherenglieder der im ausgezogenen Zustand der Tribtine sich von dem oberen ortefesten
Stützelement nach schräg abwärts erstreckenden Schere. Sitzbänke und Laufböden sind
also starr mit den Scherengliedern verbunden, Stützrollen o.dgl.
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wie ii Falle der zuvor beschriebenen Ausführungsform sind nicht erforderlich.
Die Geometrie der aus den Gelenkbändern gebildeten Schere läßt sich 80 auslegen,
daß die Sitibänke und Laufböden nicht nur im ausgezogenen Zustand der fribUne, sondern
auch im eingeschobenen Zustand parallel zum Hallenboden sind, während sie während
des Aussiehens und Einschiebens der Tribüne entsprechend der Scherenbevegung eine
zusätzliche leichte Schwenkbewegung um die Gelenkzapfen der zugeordneten Scherenglieder
ausführen.
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Es versteht sich, daß hier und im folgenden davon aussugehen ist,
daß jeweils an den beiden Seitenenden einer Tribane oder von selbständigen Teilen
einer Tribtine Je eine scherenaatige Anordnung mit Stützgliedern u.dgl. vorgesehen
ist.
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Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher
erläutert, die in der Zeichnung dargestellt sind. In dieser zeigen Fig. 1 eine ausfahrbare
Tribüne mit Rollenabstützung und 2 der einzelnen Sitzreihen im eingeschobenen bzw.
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ausgefahrenen Zustand;
Fig. 3 eine Abwandlungsform
der Ausführung nach Fig. 1 und 4 und 2; Fig. 5 eine Ausführungsform mit starr mit
den Scheren-und 6 gliedern verbundenen Sitzbänken bzw. Laufböden, ebenfalls im eingeschobenen
und ausgefahrenen Zustand.
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Die ausfahrbare fribüne gem. Fig. 1 und 2 besteht aus acht Elementen
1, 2, 3, die in ihrem vorderen Teil die Sitzbänke und in ihrem hinteren Teil die
Laufböden der acht Tribünenreihen bilden, wie sich anschaulich aus Fig. 2 ergibt,
in die die Gestalt eines Zuschauers eingezeichnet ist. Die gleiche Einrichtung kann
auch als Aufgang verwendet werden.
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Das Element 1, die oberste Sitzreihe, ist gelenkig an dem Kopf eines
Doppelständers 4 gelagert, der auf dem Hallenboden B aufsteht und an einer Hallenwand
W befestigt ist.
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Die Oberseite ist mit einem zusätzlichen aufboden 5 abgedeckt. Das
Element 3, die unterste Sitzreihe der Tribüne, ist auf Kufen 6 mit großen Auflageflächen
gestellt, um den Hallenboden B möglichst wenig zu belasten. Die Elemente bzw. Sitzreihen
2 haben keine unmittelbare Berührung mit dem Boden, sondern sind an den Gelenkzapfen
7.3 der aus den Armen 7.1 und 7.2 gebildeten Scherenglieder 7 der sich vom Kopf
des Doppelständers 4 bis zur Kufe 6 an den Seiten der Tribüne erstreckenden beiden
Scheren gelenkig aufgehängt. An ihren Vorderkanten sind die Elemente 1, 2 und 3
mit Blenden 8 versehen, die an Stützwinkeln 9 befestigt sind, an denen Rollen 10
befestigt sind. Mit diesen Rollen 10 stützt sich Jeweils eine Sitzreihe auf der
darunter liegenden ab, und zwar sowohl im eingeschobenen Zustand (Fig. 1) wie im
ausgefahrenen Zustand (Fig. 2). Beim Aus-bzw. Einfahren der Tribüne rollen die Rollen
10 auf den Sitzbank und leufboden einer Reihe bildende Beplankungen 11 ab.
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Die Tribüne wird mittels eines (nicht dargestellten) Hubwagens ausgefahren,
der zwischen dem Kufen 6 unter das unterste Element 3 eingeschoben wird. Um die
eingeschobenen Reihen von unten etwas anheben zu kömmen, ist amch das oberste Element
1 gelenkig an Iopf des Doppelständers 4 gelagert, obwohl es an den Verschiebebewegen
nicht teilnimmt.
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Die ausfahrbare Tribüne in der Abwandlung gem. Fig. 3 und 4 besteht
aus fünf Elementen 21, 22, 23, die in ihrem vorderen Teil die Sitzbänke der fünf
Tribünenreihen und in ihrem hinteren Teil die Laufböden für die jeweils darüber
liegende sind Reihe bilden (Fig. 4).
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Des oberste Element 21 ist fest auf dem Kopf des Doppelständers 4
aufgelagert, der wieder auf dem Hallonboden B aufsteht und an einer Hallenwand W
befestigt ist. Das unterste Element 23 ist anstelle der Kufen bei der zuvor beschriebenen
Ausführung auf einem Wangen 26 aufgebockt. Die dazwischen liegenden Element 22 sind
wieder an den Gelenkzapfen 7.3 der einzelnen Scherenglieder 7 zwischen den beiderseitigen
Scheren aufgehängt.
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Die Stützwinkel 29 sind bei dieser Ausführung so angeordnet, daß sie
mit den Rollen 10 bei eingeschobener Tribüne bis unter die Sitzbänke 24 der jeweils
darunter liegenden Reihe gelangen (Fig. 3), während sie bei ausgefahrener Tribüne
noch vor den Gelenkpunkten 7.3 der Scherenglieder 7 liegen (Fig. 4). Die einzelnen
Reihen sind zur Schauseite hin wieder mit Blenden 28 verkleidet.
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Bei beiden Ausführungen nach Fig. 1, 2 bzw. Fig. 3, 4 ergibt sich
in Jeder Phase der Fahrbewegung sowohl beim Ausfahren wie beim Einschieben der Tribüne
für jede ihrer Reihen eine stabile, eindeutig geführte, von Bodenunebenheiten weitgehendst
unabhängige Lage. Dazu gehört auch
die gelenkige Lagerung des obersten,
an sich ortsfesten, nicht an der Verschiebebewegung teilnehmenden Tribünenelelentes,
durch die es sich 9n die lage des darunter befindlichen Elementes anpassen kann.
Die Tribüne ist sowohl im eingeschobenen Zustand (Fig. 1, 3), als auch in jeder
Phase der Verschiebebewegung voU und leer begehbar, da ein statisch bestimmter Auflagezustand
besteht. Diese genaue Führng in Jeder Phase erlaubt ach minimale Abstände zwischen
den Blenden 8 bzw. 28 der einzelnen Sitzbänke bzw. Tribünenreihen, die nach den
Unfallverhütungsvorschriften mit 8 mm gefordert werden, bei einer Tribüne nach der
Erfindung auch erreicht, bei herkömmlichen Tribüne aber bei dem 2 1/2-fachen dieses
Wertes Liegen.
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Die ausfahrbare Tribüne gei. Fig. 5 und 6 besteht ebenfalls aus fünf
Sitzreihen, jedoch sind die Sitzbänke 31, 31a und Laufböden 32, 32a einer Sitzreihe
getrennte Elemente und nicht starr miteinander verbunden. Die Sitzreihen 31 stehen
und die Laufböden 32 liegen auf Trägern 33, die als waagerechte Verlängerungen von
im wesentlichen waagerlscht gerichteten Scherenarmen 37.1 der einzelnen Scherenglieder
37 starr verbunden sind. Den anderen Scherenarmen 37.2 fällt die Koppelung der einzelnen
Scherenglieder 37 untereinander zu (vgl. Fig. 6).
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Die unterste Sitzbank 31a ist wieder auf Kufen 6 auf dem Hallenboden
B abgesltützt. Der oberste Laufboden 32a ist über einen verkürzten, einarmigen Scherenarm
37.1' an dem Pfosten 4 gelagert, der seinerseits auf dem Hallenboden B aufsteht
und an der Hallenrückwand 1 befestigt ist.
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Laufböden und Sitzbänke sind bei dieser Ausführung im eingeschobenen
Zustand der Tribüne ineinandergeschoben. Die Geometrie der Scheren ist so ausgelegt,
daß Sitzbänke und Laufböden in den beiden Betriebszuständen der fribüne,
eingeschoben
bzw. ausgefahren, parallel zum Hallenboden B verlaufen, während des Überganges von
dem einen in den anderen Zustand, also während des Ausfahren, bzw. Hinschiebens
der TribUne, aber entsprechend der durch die Kreisbogenbewegung der Gelenkzapfen
37.3 der Scherenglieder bedingten leichten Schwenkbewegung der waagerechten Scherenarme
37.1, eine zusätzliche Schwenkbewegung ausführen. Die Tribühne ist daher in einer
Übergangsphase nicht begehbar, wohl aber im eingeschobenen Zustand (Fig. 5) auf
dem die galgenartige Betestigung der Pfosten 4 abdeckenden zusätzlichen Laufbod
en 35.
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- Patentansprüche -