DE2707980A1 - Lederartige materialien und verfahren zu ihrer herstellung - Google Patents
Lederartige materialien und verfahren zu ihrer herstellungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft lederartige Materialien und ein Verfahren zu deren Herstellung.
Insbesondere betrifft die Erfindung lederartige Materialien, die Lederfasern in Kombination mit Cellulosefasern und Fibrillen
oder Fibriden von synthetischen Polymeren mit großer Oberfläche enthalten.
Es wurden bereits Versuche unternommen, Lederersatzprodukte unter Anwendung von Lederfasern oder Abfällen in Kombination
mit natürlichen und/oder synthetischen Fasern und Bindemitteln herzustellen.
Gemäß der französischen Patentschrift 1 551 247 werden derartige Produkte aus wäßrigen Dispersionen von Lederfasern, vermischt
mit dem Latex von speziellen synthetischen Kautschuken durch
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deren Behandlung mit einem Ausflockungsmittel und anschliessende
Umformung zu Bögen durch Filtrieren, Pressen und Trocknen,hergestellt
.
Gemäß der US-Patentschrift 3 505 169 wird eine Art von regeneriertem
leder durch Vermischen von lederfasern in Wasser mit dem Latex eines speziellen Urethanpolymeren, gegebenenfalls
zusammen mit Cellulosefasern, worauf die Suspension in einen Bogen umgewandelt wird und das darin enthaltene feste Polymere
vulkanisiert wird, hergestellt.
Schließlich werden gemäß der US-Patentschrift 3 436 303 Bögen aus lederartigen Materialien hergestellt, ausgehend von wäßrigen
Dispersionen, die 50 bis 80 Gewichtsprozent kugelförmiger bzw. globulärer Teilchen eines elastomeren Polyurethans und
20 bis 50 Gewichtsprozent faserartiges Material enthalten, wovon mindestens ein Drittel aus Lederfasern besteht und der
restliche Anteil aus üblichen synthetischen Stapelfasern besteht, gegebenenfalls im Gemisch mit Cellulosefasern, wobei
aus derartigen Dispersionen ein Bogen gebildet, getrocknet und schließlich auf hohe Temperatur erwärmt wird.
Alle diese Methoden werden durch die notwendige Verwendung kostspieliger Materialien und komplexer Arbeitsweisen beträchtlich
eingeschränkt. Außerdem weisen die resultierenden Produkte, die zwar bezüglich der Reißfestigkeit und anderer mechanischer
Eigenschaften dem Leder ähnlich sind, im Hinblick auf andere wichtige Charakteristika, wie die Porosität, die
Feuchtigkeitsabsorption und die Dimensionsstabilität in Wasser gegenüber dem Leder verschlechterte Eigenschaften, auf, weshalb
sie für verschiedene Anwendungszwecke nicht geeignet sind.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Herstellung eines lederartigen
Materials mit hoher Porosität, Dimensionsstabilität in Wasser und Abriebfestigkeit, das gleichzeitig mechanische
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Charakteristika aufweist) die mit denai der besten regenerierten
leder vergleichbar sind, die auf dem Markt erhältlich sind.
Die lederartigen Materialien, die einen Gegenstand der vorliegenden
Erfindung bilden, umfassen:
I) eine Fasermischung, bestehend aus
30 bis 60 Gewichtsprozent Lederfasern; 35 bis 65 Gewichtsprozent Fibrillen oder Fibriden von
synthetischen Polymeren mit einer Oberfläche
über 1 m /g; 5 bis 15 Gewichtsprozent Cellulosefasern;
II) ein Bindemittel für das faserartige Material aus der vorstehenden Mischung, in einer Menge von 3 bis 50 Gewichtsteilen
pro 100 Gewichtsteile des Fasergemischs.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung der vorstehenden Materialien, das darin besteht,
eine wäßrige Dispersion herzustellen, die umfaßt:
I) eine Fasermischung, bestehend aus:
30 bis 60 Gewichtsprozent Lederfasern; 35 bis 65 Gewichtsprozent Fibrillen oder Fibriden von
synthetischen Polymeren mit einer Oberfläche über 1 m /g; 5 bis 15 Gewichtsprozent Cellulosefasern;
II) einem Bindemittel für das Fasermaterial aus der vorstehenden Mischung in einer Menge von 3 bis 50 Gewichtsteilen
pro 100 Gewichtsteile der Fasermischung,
einen Bogen oder eine Platte durch Ablagerung dieser Dispersion auf eine Filtertrennwand bzw. ein Filterseptum zu bilden
und die Adhäsionseigenschaften des Bindemittels bei einer Temperatur unter der Schmelztemperatur des die
Fibrillen oder die vorstehenden Fibride bildenden Polymeren zu entwickeln.
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Der Ausdruck "Fibriilen" oder "Fibride" von synthetischen Polymeren
bedeutet im allgemeinen längliche, nicht granuläre Strukturen mit Durchmessern von 1 bis 400 Micron und Längen von 1
bis 50 mm.
Derartige Fibrillen oder Fibride sind seit langem als Material bekannt, das besonders zur Herstellung von synthetischem Papier
nach üblichen Methoden geeignet ist.
Es wurden verschiedene Verfahren zur Herstellung von synthetischen
polymeren Fibrillen oder Fibriden mit einer Oberfläche
über 1 m /g beschrieben.
Nach der GB-PS 868 651 können derartige Strukturen durch Zusatz einer Lösung eines synthetischen Polymeren zu einem NichtLösungsmittel für das Polymere, durch gleichzeitige Behandlung
des entweder ausgefällten oder gequollenen Polymeren mittels Scherkräften hergestellt werden. Ein ähnliches Verfahren ist
auch in der deutschen Offenlegungsschrift 2 208 553 beschrieben.
Nach der GB-PS 1 287 917 werden morphologisch analoge Strukturen,
die auch als Ersatz für die Cellulosefasern bei der Herstellung von Papier geeignet sind, durch Polymerisation von
a-01efinen in Anwesenheit von Coordinationskatalysatoren unter der Einwirkung von Scherkräften auf das Reaktionsmedium hergestellt.
Weitere Methoden zur Herstellung von Fibrillen aus polymerem Material bestehen im Extrudieren einer Lösung, einer Emulsion
oder einer Dispersion des Polymeren in mindestens einem flüssigen Medium unter derartigen Temperatur- und Druckbedingungen
durch eine Öffnung, daß ein fast unmittelbares Verdampfen der Flüssigkeit des Extrusionsmediums erfolgt ("Flash-Spinnen"),
wobei das Polymere in Form von verschiedenen Fibrillen ausfällt, die miteinander verbunden sind, so daß mehr oder minder
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kontinuierliche dreidimensionale faserartige Strukturen oder Aggregate (Plexofilamente) mit einer Oberfläche über 1 m /g
und einer mikrofaserartigen Struktur gebildet werden, d.h. die
ihrerseits aus Bündeln oder Schichten von Mikrofaeern bestehen,
deren Durchmesser oder geringere Dimension unter 1 Micron liegt,
Verfahren dieser Art, die beispielsweise zur Herstellung der
vorstehend genannten Fibrillen geeignet sind und die von homogenen lösungen des Polymeren in einem Lösungsmittel oder von
Emulsionen einschl. des Polymeren, Lösungsmitteln und Nicht-Lösungsmitteln (wie z. B. Wasser) oder von Dispersionen des geschmolzenen
Polymeren in Lösungsmitteln und/oder Nicht-Lösungsmitteln ausgehen, sind in den GB-Patentschriften 891 943 und
1 262 531, in den US-Patentschriften 3 402 231, 3 227 784,
3 227 794, 3 770 856, 3 740 383, 3 808 091, 3 081 519, in der belgischen Patentschrift .789 808, in der französischen Patentschrift
2 176 858 und in der deutschen Offenlegungsschrift
2 343 543 beschrieben.
Die faserartigen Aggregate oder die Plexofilamente, die nach
der "Flash-Spinnmethode" hergestellt werden, können leicht durch Schneiden und Verfeinerung ("Refining") zerlegt werden,
bis die elementaren faserartigen Strukturen (Fibrillen) mit einer Oberfläche über 1 m /g erhalten werden.
Die GB-PS 891 945 beschreibt die Herstellung derartiger elementarer
Strukturen durch Zerlegen der Plexofilamente, die durch
"Flash-Spinnen" von Polymerlösungen erhalten wurden.
Gemäß neueren Methoden, die in der italienischen Patentschrift
947 919 und der deutschen Patentanmeldung
P 25 51 532.6 der gleichen
Anmelderin sowie in den GB-Patentschriften 1 355 912 und 1 355 913 beschrieben sind, können Fibrillen mit analogen Anwendungscharakteristika
dadurch direkt erhalten werden, daß man
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I ■
lösungen oder Dispersionen von synthetischen Polymeren in lösungsmittel
und/oder Nicht-Lösungsmitteln , die ' unter "Plash"-Bedingungen extrudiert wurden, der Einwirkung eines
gasförmigen Fluids, das angewinkelt mit hoher Geschwindigkeit gegen die extrudierte Polymerzusammensetzung gerichtet ist,
hergestellt werden.
Um die Gegenstände der vorliegenden Erfindung zu erzielen ist es möglich, Fibrillen oder Fibride von synthetischen Polymeren im
allgemeinen wie "beispielsweise von Polymeren von Olefinen, Amiden,
Styrol, Acrylnitril, Acrylaten, Vinylchlorid, Oxymethylen, die Copolymeren der obengenannten copolymerisierbaren Monomeren, und
insbesondere die Ithylen-Propylencopolymeren und die Copolymeren
von Äthylen mit Alkylacrylaten zu verwenden. Anorganische Füllstoffe,
wie Kaolin, Siliciumdioxid, Gips, Talkum, Calciumcarbonat, Titandioxid, können in den gebildeten Fibrillen vorhanden
sein in Mengen bis zu 70 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Fibrillen.
Die in den erfindungsgemäßen Produkte!und beim erfindungsgemäßen
Verfahren verwendeten Lederfasern erhält man vorzugsweise durch Reiben oder Abschaben von tierischen Häuten vor oder
während des Gerbverfahrens, um die Dicke der Häute gleichmäßig
zu gestalten. Es ist jedoch auch möglich, Fasern zu verwenden, die durch Vermählen von Lederabschnitten oder Abfällen nach
Methoden erhalten werden, die man im allgemeinen zur Umwandlung derartiger Materialien in die Faserform anwendet. Bevorzugt
sind Lederfasern mit einer Länge von 1 bis 5 mm.
Die "Cellulosefasern können von jeder Celluloseart einschließlich
regenerierter Cellulose erhalten werden.
Geeignete Bindemittel für die faserartigen Materialien sind alle natürlichen oder synthetischen Produkte entweder in Lösung
oder in Emulsion oder in irgendeinem anderen physikalischen Zustand, die dazu geeignet sind, die Adhäsion unter den
Fasern bei einer Temperatur unter der Schmelz-
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temperatur des Polymeren,aus dem die synthetischen Fibrillen
oder Fibride gebildet sind, zu bewirken bzw. zu fördern.
Einige Beispiele für verwendbare Bindemittel sind die Latices von natürlichem Kautschuk, entweder allein oder im Gemisch mit
Latices von Polyvinylacetat als solchem oder von Polyvinylacetat, modifiziert mit geringeren Mengen an Comonomeren von
Alkylacrylaten; latices von Vinylpolymeren wie Polyvinylchlorid, Polyvinylacetat, Copolymeren von Vinylchlorid mit Vinylidenchlorid,
Vinylchlorid/Vinylacetatcopolymeren, Vinylchlorid/ Alkylacrylatcopolymeren; latices von Butadien/Acrylnitrilcopolymeren
und Urethanpolymeren; Mischungen der vorstehend erwähnten Latices.
Anorganische Füllstoffe, Pigmente und ähnliche Materialien in Pulverform können in dispergiertem Zustand in den erfindungsgemäßen
lederartigen Materialien bis zu einem Maximum von 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht des faserartigen
Materials, vorliegen.
Die wäßrige Suspension der faserartigen Materialien,aus denen
die lederartigen Materialien gemäß der Erfindung hergestellt werden, zeigt vorzugsweise, jedoch nicht notwendigerweise, eine
Konsistenz, die der von Cellulosepasten wie sie für die Papierherstellung
verwendet werden, ähnlich ist. Der Mischungsgrad und die Fluidität der Suspension können durch die Faserraffination
bzw. Verfeinerung, die in den Raffinerien des in Papiermühlen verwendeten Typs durchgeführt wird, mehr oder weniger
erhöht werden.
In der Praxis wird das Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen
lederartigen Materialien durch Vermischen mit Wasser in einer Stoffmühle (Holländer) der Lederfasern zusammen mit den
Fibrillen oder Fibriden, mit der Cellulose und gegebenenfalls mit nicht über 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Fasern, eines oder mehrerer Füllstoffe oder Pigmente
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in Form eines feinen Pulvers durchgeführt, um eine wäßrige
Suspension zu erhalten, die etwa 20 Gewichtsprozent faserartiges Material enthält. Nach einer gegebenenfalls möglichen Verfeinerungsbehandlung
bzw. Raffinationsbehandlung der Fasern wird das Bindemittel, vorzugsweise in Form eines wäßrigen Latex zu der Lösung gefügt und nach einer weiteren Homogenisierung
wird die Suspension durch Abscheidung in einen Bogen oder eine Bahn umgewandelt, wobei man für diesen Zweck eine kontinuierliche
Papier-Flachmaschine verwendet. Wegen der hohen Adsorbtionskraft des faserartigen Materials bleibt praktisch das gesamte
in der Suspension vorhandene Bindemittel an den Fasern fixiert. Der so erhaltene nasse Bogen kann bei einer Temperatur
getrocknet werden, die die Entwicklung der Adhäsionseigenschaften
des Bindemittels ermöglicht, ohne ein Schmelzen oder eine Zersetzung des Polymeren zu bewirken, das die in dem Bogen
enthaltenen Fibrillen oder Fibride bildet.
Es ist möglich, jedoch nicht notwendig, den nassen Bogen vor dem Trocknen zwischen zwei Zylindern unter einem Druck durchzuleiten,
der gerade dazu ausreicht, die Dicke und die Oberfläche gleichmäßig zu gestalten. Zu diesem Zeitpunkt ist es jedoch auch
möglich, sogar unter einem höheren Druck zu arbeiten, der je nach der Zusammensetzung der faserartigen Mischung, der Oberfläche
der verwendeten Fibrillen und der Art des vorhanden Bindemittels variieren kann, wenn man die überschüssige Flüssigkeit
entfernen will und ein Produkt mit einer höheren scheinbaren Dichte erhalten will.
Im allgemeinen hat es sich gezeigt, daß bereits die Produkte mit einer scheinbaren Dichte von 0,6 bis 1 g/ccm einem weiten
Bereich von Anwendungs zwecken genügen; jedoch ist es auch möglich, durch das erfindungsgemäße Verfahren wertvolle Produkte
mit einer höheren scheinbaren Dichte herzustellen.
Unter "scheinbarer Dichte" ist der Wert für die Dichte zu verstehen,
die durch Schneiden eines quadratischen Teils des Ma-
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terials mit gleichmäßiger Dicke und anschließende Berechnung
seines Volumens aus den Abmessungen, Wiegen eines derartigen Teils und schließliche Berechnung seiner Dichte, ausgedrückt als
Gewicht pro Volumeneinheit, bestimmt wurde.
Die erfindungsgemäßen Materialien können anstelle von natürlichem Leder insbesondere zur Herstellung von Einlegesohlen
bzw. Brandsohlen, Stützen für Fußbekleidungen verschiedener Arten und im allgemeinen für die Herstellung aller Lederersatzmittel verwendet werden, für die eine hohe Transpirationsfähigkeit
und Dimensionsstabilität gegenüber Wasser zusammen mit Flexibilität und Abriebfestigkeit erforderlich sind.
Derartige Produkte können auf ihren Oberflächen gefirnist und
lackiert werden mit Firnis- bzw. Lackmaterialien, die man gewöhnlich in der Leder- und Häuteindustrie verwendet und sie
können in Produkte umgewandelt werden, die Griff-Charakterist1-ka
aufweisen, die denen von tierischen Häuten ähneln, wobei man anschließend einer Wärmebehandlung unter Druck bei einer Temperatur
unterzieht, die unter der Schmelztemperatur der enthaltenen synthetischen Fibrillen oder Fibride liegt.
Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung, ohne sie zu beschränken.
Bei Jedem der in den Beispielen hergestellten Produkte wurden folgende Charakter!stika nach den angegebenen Methoden oder
Standards bestimmt:
Gewicht: Standards TAPPI 410 ES-68
Dicke: Standards TAPPI 411 ES-68
Zugfestigkeit in Längsrichtung (longitudinal)(L.T.S.): Standards TAPPI 494 ES-68
Zugfestigkeit in Querrichtung (transversal) (T.T.S.): Standards TAPPI 494 ES-68
Porosität: Standards TAPPI ATICELCA
19-70
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ti.
Absorption von Wasser: durch 30-minütiges Eintauchen
in Wasser von 25 C, ausgedrückt als Gewichtsprozent absorbiertes Wasser
Dimensionsstabilität unter durch 30-minütiges Verweilen Wärmeeinwirkung * : des getrockneten Produkts in
einem Ofen von 60°C
Dimensionsstabilität gegenüber durch 30-minütiges Verweilen Wasser * : in Wasser von 250C
Abriebfestigkeit: durch eine "Calderara"-Abrieb-
Untersuchungsvorrichtung, durch Bewertung der Anzahl der Cyclen,bei denen ein Reißen
der untersuchten Probe durch Reiben zwischen 2 Scheiben aus nassem Tuch unter einer Belastung
von 2,5 kg auftritt. Dabei wird unter folgenden Bedingungen gearbeitet:
- Tuchscheiben vom Typ "Finette" mit einem Durchmesser von 7 cm
und einem Gewicht von 200 g/m2, mit Rotations- und Drehbewegungen mit einer Geschwindigkeit
von 35 Umdrehungen/Min.;
- untersuchte Probe mit folgenden Abmessungen: 13 x H cm;
- Tränken der Tuchscheiben mit Wasser nach jeweils 50 Cyclen.
* Die Dimensionsstabilität wird als "sehr gut", "gering" oder "schlecht" bezeichnet, je nach dem, ob die Probe ihre Dimensionen
unverändert beibehält, ihre Dimensionen eine Änderung von 2 bis 3 $>
bzw. von über 3 #, bezogen auf die Originalprobe eingehen.
In einer Stoffmühle bzw. einem Holländer wurde eine wäßrige
Suspension von 20 Gewichtsprozent einer Fasermischung hergestellt, die folgende Zusammensetzung aufwies:
Gewichtsteile Lederfasern mit einer Länge von 2 bis 3 mm, hergestellt durch Vermählen von vorher getrockneten Lederab-
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schabungen;
15 Gewichtsteile Cellulosepulpe vom "Kraft"-Typ mit einem Feinheit
sgrad (0SR) = 20;
40 Gewichtsteile Polyäthylenfibrillen (Schmelzpunkt = 1150C),
hergestellt nach der in der italienischen Patentschrift 947 919 der gleichen Anmelderin beschriebenen Methode. Derartige Fibrillen
enthielten 30 Gewichtsprozent Kaolin in Pulverform (mit einer Teilchengröße unter 10 Micron) und wiesen eine Länge
von 2 bis 3 mm, einen durchschnittlichen scheinbaren Durchmes-
ser von etwa 30 Micron und eine Oberfläche von etwa 4 m /g auf.
Die homogene Suspension wurde mit einem Latex aus Vinylchlorid/ Vinylidenchloridcopolymerem (Geon 652 von Goodrich) in einer
derartigen Menge versetzt, daß sich in dem Holländer 20 Gewichtsteile trockenes Copolymeres pro 100 Gewichtsteile Fasermischung
befanden.
Die Suspension wurde homogenisiert und anschließend zur Herstellung
eines Bogens auf einer kontinuierlichen Laboratoriums-Flachmaschine
verwendet.
Der nasse Bogen wurde zwischen zwei Walzen hindurchgeleitet, die ihn gleichmäßig dick machten, worauf er durch Temperaturanstieg
auf 1000C getrocknet wurde.
Der resultierende Bogen sah aus wie regeneriertes Leder; seine
Charakteristika sind in der Tabelle aufgeführt.
In einem Holländer wurde eine wäßrige Suspension von 20 Gewichtsprozent
einer Fasermischung hergestellt, die folgende Zusammensetzung aufwies:
50 Gewichtsteile der Lederfasern des Beispiels 1;
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-VE-
10 Gewichtsteile von gebleichter Birkenholzcellulose mit einem Peinheitsgrad (0SR) = 25;
40 Gewicht st eile Polyäthylenfibrillen (Schmelzpunkt = 12.00C),
die keine Füllstoffe enthielten, mit einer länge von 2 bis 4 mm, einem durchschnittlichen Durchmesser von etwa 40 Micron, einer
Oberfläche von 4» 5 m /g, hergestellt nach der Verfahrensweise der italienischen Patentschrift 947 919.
Die homogene Suspension wurde unter Rühren mit einer Mischung in Form eines wäßrigen Latex versetzt, die hergestellt war zu
gleichen Teilen aus natürlichem Kautschuk und aus Polyvinylacetat in derartigen Mengen, daß sich in dem Holländer 20 Gewichtsteile
der Mischung im Trockenzustand pro 100 Gewichtsteile der Fasermischung befanden.
Nach der Arbeitsweise von Beispiel 1 wurde mit der Suspension ein Bogen hergestellt, der nach dem Trocknen bei 10O0C die in
der Tabelle angegebenen Charakteristika aufwies.
Die nachstehenden Beispiele 3, 4 und 5 sollen die Unterschiede der Charakteristika der erfindungsgemäßen Produkte, die synthetische
Fasern mit großer Oberfläche aufweisen, im Vergleich mit Produkten, die mit üblichen Fasern oder Fasergemischen,
mit Lederfasern (Beispiel 3), Mischungen von Lederfasern mit Cellulose (Beispiel 4), Mischungen von Lederfasern mit Cellulose
und üblichen synthetischen Fasern (Beispiel 5) hergestellt wurden, zeigen.
Beispiel 3 (Vergleichsversuch)
100 Gewichtsteile Lederfasern, hergestellt aus Lederabschabungen, wie .in Beispiel 1 beschrieben, wurden in einem Hollän-
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1$
der mit Wasser so vermischt, daß man eine wäßrige Suspension
mit 20 Gewichtsprozent Fasern erhielt.
Diese Suspension wurde mit einer Mischung in Form eines wäßrigen latex versetzt, der aus gleichen Teilen von natürlichem
Kautschuk und Polyvinylacetat bestand. Dabei wurden derartige Mengen verwendet, daß in dem Holländer 20 Gewichtsteile der
Mischung in Trockenzustand pro 100 Gewichtsteile der Lederfasern vorlagen. Nach dem Homogenisieren wurde die Suspension
zur Herstellung einer gleichmäßigen Faserschicht nach der Arbeitsweise des Beispiels 1 verwendet. Nach dem Trocknen bei
1000C erhielt man einen Bogen, dessen Charakteristika in der
Tabelle aufgeführt sind.
Beispiel 4 (Vergleichsversuch)
In diesem Beispiel wurde eine wäßrige Suspension von 20 Gewichtsprozent
einer Fasermischung verwendet; die Mischung bestand aus
50 Gewichtsteilen Kraft-Cellulose mit einem Feinheitsgrad
(0SR) = 20;
50 Gewichteteilen Lederfasern, hergestellt wie in Beispiel 1.
Die wässrige Suspension enthielt
25 Gewichtsteile einer Mischung von natürlichem Kautschuk und Polyvinylacetat, die in Form eines wäßrigen Latex zu der Fasersuspension
gefügt worden waren.
Der gemäß der Arbeitsweise von Beispiel 1 aus dieser Suspension erhaltene Bogen zeigte nach dem Trocknen bei 1000C die
in der Tabelle aufgeführten Charakteristika.
Beispiel 5 (Yergleichsversuch)
Man verwendete eine wäßrige Suspension mit 20 Gewichtsprozent eines faserartigen Materials aus:
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10 Gewichtsteilen Kraft-Cellulose mit einem Peinheitsgrad
(0SR) = 20;
50 Gewichtsteilen Lederfasern, hergestellt gemäß Beispiel 1;
40 Gewichtsteilen Polypropylen-Stapelfasern (vorgestreckt 5:1),
die 38 Gewichtsteile einer Mischung, bestehend aus gleichen Teilen von natürlichem Kautschuk und Polyvinylacetat, zugesetzt
zu der Suspension in Form eines wäßrigen latex, enthielt. Nach der Arbeitsweise von Beispiel 1 wurde ein Bogen hergestellt,
der nach dem Trocknen bei 1000C die in der Tabelle aufgezeigten
Charakteristika aufwies.
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| Beispiele j | 2 | (Vergleichsversuche) | 4 | 5 | |
| 1 | 940 1.5 |
3 | 1200 1.5 |
1180 1.5 |
|
| Gewicht g/m2 Sicke mm |
980 1.5 |
33 | 1210 1.5 |
40 | 54 |
| 2 L.T.S. kg/cm |
32 | 27 | 24.4 | 32 | 38' |
| 2 T.T.S. kg/cm |
26 | 160 | 22 | 20 | 20 |
| 2 Absorption von Wasser g/cm |
150 | 600 | 25 | 100 | 20 |
| Permeabilität für luft cm /g.h. | 400 | 1900 | 17 | 2000 | 2000 |
| Abriebwiderstand Cyclen | 2000 | sehr gut |
. 1650 | schlecht - | gering |
| Dimensionsstabilität gegenüber Wasser | sehr gut |
sehr gut |
gering | gut | gering |
| Dimensionsstabilität bei 60° C | sehr gut |
gering |
Claims (4)
- Patentansprüche30 bis 60 Gewichtsprozent lederfasern; 35 bis 65 Gewichtsprozent Fibrillen oder Fibriden aus synthetischen Polymeren mit einer Oberfläche über 1 m /g;
5 bis 15 Gewichtsprozent Cellulosefasern;II) ein Bindemittel für das Fasermaterial aus der vorstehenden Mischung in einer Menge von 3 bis 50 Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile der Fasermischung. - 2. lederartiges Material gemäß Anspruch 1, in dem die Fibrillen oder Fibride aus einem Olefinpolymeren bestehen.
- 3. Lederartiges Material gemäß Anspruch 1 und 2 mit einer scheinbaren Dichte von 0,6 bis 1,0 g/ccm.
- 4. J Verfahren zur Herstellung des lederartigen Materials gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine wäßrige Dispersion herstellt aus:I) einer Fasermischung aus:30 bis 60 Gewichtsprozent Lederfasern;35 bis 65 Gewichtsprozent Fibrillen oder Fibriden aussynthetischen Polymeren mit einer Oberfläche über 1 m /g;
5 bis 15 Gewichtsprozent Cellulosefasern;II) einem Bindemittel für das faserartige Material aus der vorstehenden Mischung in einer Menge von 3 bis 50 Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile der Fasermischung,7 0 9 8 3 5/0919ORtQtNAL-VT-einen Bogen oder eine Bahn durch Abscheidung der Dispersion auf einer Piltervorrichtung bzw. einem Filtersieb bildet und die Zlebeeigenschaften des Bindemittels bei einer Temperatur entwickelt, die unter der Schmelztemperatur des die enthaltenen Pibrillen oder Fibride bildenden Polymeren liegt.709835/0919
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