Patentanspruch:
OE-Spinnmaschine mit einer Vorrichtung zum Wickeln von Kreuzspulen, mit der Spule zugeordnetem
Changierfadenführer, mit einem Abzugswalzenpaar, von dem die eine Abzugswalze an dem
Rand der axialen Endfläche ein Fadenfangelement zum Einführen des Fadens zwischen die Abzugswalzen
aufweist, und mit einer zwischen dem Abzugswalzenpaar und dem Changierfadenführer feststehend
angeordneten offenen Fadenführungsöse, wobei der nicht zwischen die Abzugswalzen eingeführte,
an der axialen Endfläche der einen Abzugswalze vorbei verlaufende Faden auf der anderen
Abzugswalze abgewandten Seite der Achse der das Fadenfangelement aufweisenden Abzugswalze von
dieser Achse mindestens einen Abstand nimmt, der dem halben Außenradius dieser Abzugswalze entspricht,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Wickeln von konischen Kreuzspulen zwischen der feststehend angeordneten Fadenführungsöse (6 a)
und dem Changierfadenführer (8) eine Fadenspannungs-Ausgleichsvorrichtung
(7) in Form einer Führungskurve (7', 7") vorgesehen ist, daß ferner die Führungskurve am dem Spulenende größeren
Durchmessers zugeordneten Ende einen im wesentlichen parallel zur Abzugswalzenachse verlaufenden
Kurvenabschnitt (7'), durch den der Faden (1) während der Erfassung durch das Fadenfangelement
(4") geführt ist, aufweist und daß sich das Fadenfangelement (4") auf der Seite des größeren Durchmessers
der Kreuzspule (11) befindet.
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Die Erfindung betrifft eine OE-Spinnmaschine mit einer Vorrichtung zum Wickeln von Kreuzspulen entsprechend
dem Oberbegriff des Patentanspruchs.
Bei einer bekannten OE-Spinnmaschine dieser Art (DE-OS 15 60 336) wird der Faden in einer Ebene auf
der Aufwickelspule hin- und hergeführt. Dabei ergeben sich Abstandsänderungen zwischen der Fadenführungsöse
und dem Wickelpunkt, die sich infolge der gleichmäßigen Fadenlieferung durch die Abzugswalzen
als Ungleichmäßigkeiten in der Wicklung auswirken können.
Ferner gehört eine OE-Spinnmaschine (CH-PS 08 746) mit einer Vorrichtung zum Wickeln von
Kreuzspulen mit einem der Spule zugeordneten Changier-Fadenführer, mit einem Abzugswalzenpaar und
mit einer zwischen dem Abzugswalzenpaar und dem Changierfadenführer feststehend angeordneten
Fadenführungsöse, zum Stand der Technik, bei der zwisehen der feststehend angeordneten Fadenführungsöse
und dem Changierfadenführer eine Fadenspannungs-Ausgleichsvorrichtung
in Form einer auf die Abstandsänderungen zwischen Fadenführungsöse und Wickelpunkt abgestimmten Führungskurve vorgesehen
ist. Bei dieser Maschine ist die feststehend angeordnete Fadenführungsöse mit einer Kontur versehen, durch die
der Faden auf die der anderen Abzugswalze zugewandten Seite der Achse der Abzugswalze, von deren Rand
der Faden erfaßt werden soll, geführt werden kann. Der Rand der genannten Abzugswalze ist glatt ausgebildet,
so daß der Faden im wesentlichen durch seine Eigenspannung zwischen die Abzugswalzen gelangt. Bei
dieser Ausführungsform weist keine Ab/.ugswal/e ein
Fadenfangelement auf. Wenn daher ein sicheres I· infangen und Einführen des Fadens in den zwischen den
Abzugswalzen liegenden Spalt und die Fadenführungsöse gewährleistet sein soll, schleift der Faden sowohl an
der Stirnfläche oder zumindest an der Umfangskante einer der sich drehenden Abzugswal/.en und an der
Führungskurve, was zu Fadenbrüchen führen kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine OE-Spinnmaschine der eingangs genannten Art zu schaffen,
bei der zum Wickeln von konischen Kreu/spulen die Abstandsänderungen zwischen der Fadenführungsöse
und dem Wickelpunkt ausgeglichen sind, und ohne eine Fadenbruchgefahr eine zuverlässige Einführung
des Fadens zwischen die Abzugswalzen möglich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs
gelöst.
Die Führungskurve ermöglicht den Ausgleich der Abstandsänderungen zwischen der Fadenführungsöse
und dem Wickelpunkt. Durch den im wesentlichen parallel zur Abzugswalzenachse verlaufenden Kurvenabschnitt
wird erreicht, daß der Faden zuverlässig von dem Fadenfangelement erfaßt wird, obwohl der noch
nicht erfaßte Faden verhältnismäßig weit vor der Fadenabzugswalzenachse verläuft. Ein solcher Verlauf ist
wünschenswert, weil der Faden auch dann zuverlässig von dem Fadenfangelement erfaßt wird, wenn der
Faden unter dem Einfluß der Bewegung des Changier-Fadenführers flächig an der axialen Endfläche der
Abzugswalze anliegt, denn die Länge des an der Endfläche anliegenden Fadenstückes wird so kurz gehalten,
und diesem Fadenstück kann durch das Fadenlangelement keine nennenswerte Bewegungskomponente in
Richtung von dem Klemmspalt weg erteilt werden. Dadurch, daß während des Einfangens des Fadens
durch das Fadenfangelement kein Fadenspannungsausgleich erfolgt, tritt beim Einfangen kein Fadenbruch
auf, obwohl der eingefangene Faden einen längeren Verlauf nimmt.
Nachstehend ist ein Ausfuhrungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert. In dieser zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der Wickelvorrichtung einer erfindungsgemäßen OE-Spinnmaschine,
Fig. 2 eine Vorderansicht der in Fig. 1 gezeigten Anordnung, in der verschiedene Fadenverläufe dargestellt
sind,
Fig. 3 eine von der linken Seite betrachtete Ansicht
der in Fig. 2 gezeigten Wickelvorrichtung,
Fig. 4 eine Vorderansicht einer Abzugswalze des Abzugswalzenpaares gemäß Fig. 2 in größerem Maßstab
und
Fig. 5 eine vergrößerte Seitenansicht der Abzugswalze.
Oberhalb eines Abzugsrohres 2, durch das der gestrichelt angedeutete gesponnene Faden I aus einem nicht
dargestellten Spinnrotor einer Spinneinheit herausgeführt wird, befinden sich eine untere Fadenführung 5 in
Form eines gestreckten, zylindrischen Stabes, der allen Spinneinheiten gemeinsam ist, eine untere Abzugswalze
3, die sich über die gesamte Länge der Spinnmaschine erstreckt und von einer nicht dargestellten
Antriebseinrichtung in Drehung versetzt werden kann, und eine obere Abzugswalze 4, die zusammen mit der
unteren Abzugswalze 3 einen Spalt zum Festhalten des Fadens 1 bildet (Fig. 1). Direkt oberhalb der oberen
Abzugswalze 4 befindet sich eine Fadenführungsöse 6 a, die in einer D-lormigen Platte 6 ausgebildet ist.
Oberhalb der Fadenführungsöse 6 &agr; befindet sich eine Fadenspannungs-Ausgleichsvorrichtung 7. Diese Fadenspannungs-Ausgleichsvorrichtung
7 hat einen L-förmigcn Querschnitt und wird im einzelnen später beschrieben. Oberhalb der Fadenspannungs-Ausgleichsvorrichtung
7 ist ein Changier-Fadenführer 8, 9 angeordnet. Auf der hinsichtlich des Fadenverlaufs
stromabwärts gelegenen Seite des Changier-Fadenführers 8, 9 liegt eine Spulwalze 10, die sich über die
gesamte Länge der OE-Spinnmaschine erstreckt und auf der eine konusförmige Kreuzspule 11 aufliegt, wobei
die konusförmige Kreuzspule 11 von einem Spulenhalter 12 getragen wird.
Beim Aufwickeln verläuft der Faden 1 entsprechend Fig. 2 zwischen einem Verlauf Q1 auf der äußersten
linken und einem Verlauf Q2 auf der äußersten rechten Seite hin und her und zwar mit einer maximalen Hin-
und Herbewegungsbreite 8'. Ferner führt der Faden 1, wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, eine schwingende Bewegung
zwischen den Verläufen Q1 und Q7 aus. Damit im
Faden I aufgrund des Durchmesserunterschiedes zwischen den Enden der konusförmigen Kreuzspule 11 und
aufgrund einer Änderung der Weglänge von der Fadenführungsöse 6 &agr; zur Oberfläche der konusförmigen
Kreuzspule 11, auf die der hin- und hergeführte Faden 1 aufgewickelt wird, keine Spannungsänderungen auftreten,
weist die Fadenspannungs-Ausgleichsvorrichtung 7 Führungskurven 7' und 7" auf.
Wenn ein Anspinnen ausgeführt werden soll, wird die Spule 11 nach oben bewegt, so daß sie von der Spulwalze
10 getrennt wird. Der auf die Spule 11 aufgewickelte Faden I wird abgewickelt und das freie Ende
des abgewickelten Fadens 1 zum Auslaßende des Fadenabzugsrohres 2 geführt, woraufhin das freie Ende
in den Spinnrotor eingesaugt wird. Praktisch gleichzeitig mit dem Einfangen des Fadens 1 im Rotor wird die
Spule Il erneut mit der Spulwalze 10 in Eingriff gebracht, so daß der Faden 1 darauf aufgewickelt wird,
wodurch der Anspinnvorgang abgeschlossen ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Faden 1, wenn man Fig. 2
betrachtet, auf einem Verlauf zwischen dem Verlauf P1 und P1. Da jedoch der Changier-Fadenführer 8, 9 während
des Anspinnens weiter changiert und die Spannung des Fadens 1 sofort bei Abschluß des Anspinnvorganges
ansteigt, wird der Faden 1 vom Changier-Fadenführer 8, 9 eingefangen. Dadurch wird der Faden 1
gezwungen, entsprechend dem Verlauf P1 zu laufen, und zwar wegen der Weiterbewegung des Changier-Fadenführers
8, 9 innerhalb kurzer Zeit. Dann wird der Faden I in Richtung zu dem Verlauf P3 (F i g. 2) geführt.
Gleichzeitig muß der Faden 1 schnell und sicher in den Spalt zwischen den Abzugswalzen 3 und 4 eingefangen
werden, so daß er den normalen Hin- und Herlauf zwischen den Verläufen Q, und Q2 sobald wie möglich
einnimmt. Der Faden 1 muß ferner mit konstanter Geschwindigkeit und unter konstanter Spannung
kreuzweise auf den Spulenhalter 12 aufgewickelt werden
Um diese Forderungen zu erfüllen, ist die obere Abzugswalze 4 dort angeordnet, wo der Faden 1 verläuft
bevor er den normalen Bewegungsablauf durchführt, und die Fadenspannungs-Ausgleichsvorrichtung
7 weist die Führungskurven 7' und 7" auf. Die obere Abzugswalze 4 ist an ihrem Umfangsrand auf der
Seite des größeren Durchmessers der konusförmigen Spule Il mit einer Fangkerbe 4" versehen, die als
Faden-Fangelement wirkt, welches angrenzend an dem äußersten Fadenverlauf P1 liegt, so daß die Fangkerbe
4" bei Durchführung einer Drehbewegung die Stelle durchläuft, an der sich der Faden 1 befindet, der in der
Nähe des äußersten Fadenweges P1 hin- und hergeführt wird. Auf den Führungskurven T und 7" liegt die geradlinig
verlaufende Führungkurve T auf der Seite des größeren Durchmessers der konusförmigen Spule 11. Folglich
wird der Faden 1, wenn der Übergangszustand des Fadens 1 im Vergleich zu dem normal aufgewickelten
Zustand betrachtet wird, zwischen dem Verlauf Px und
einem Verlauf angrenzend an den Verlauf P2, wo er von
der Fangkerbe 4" erfaßt wird, entlang der Führungskurve 7' geführt. Diese Führungskurve T liegt parallel
zur Achse der oberen Abzugswalze 4. Der kreisförmige Umfangsrand 4' der oberen Abzugswalze 4 liegt aus der
Sicht der oberen Abzugswalze 4 zwischen den Wegen P1 und P2 (Fig. 2) und so, daß er den Verlauf P1 schneidet
(Fig. 3), wenn er von der linken Seite der oberen Abzugswalze 4 aus betrachtet wird. Da die Führungskurve
T praktisch parallel zur Achse der oberen Abzugswalze 4 liegt, läuft der auf der Führungskurve T
geführte Faden 1 von dem Verlauf P1 zum Verlauf P2
(Fig. 2). Wenn Fig. 3 betrachtet wird, so läuft jedoch der von der Führungskurve T geführte Faden 1 in Richtung
zur Fangkerbe 4" der oberen Abzugswalze 4 rechtwinkelig dazu. Dadurch wird gewährleistet, daß der
Faden 1 von der Fangkerbe 4" erfaßt und in den Spalt zwischen der oberen und der unteren Abzugswalzen 3,4
gebracht wird.
Eine weitere Einzelheit wird im folgenden anhand von Fig. 4 und 5 beschrieben. Die Stellung der oberen
Abzugswalze 4 und die Länge der Führungskurve T sind so gewählt, daß, wie in Fig. 4 ersichtlich ist, der
Verlauf P1 auf der linken Seite einer Linie liegt, die das
Fadenabzugsrohr 2 mit einem untersten Punkt 40" des Umfangsrandes 4' verbindet, und der Verlauf P2 liegtauf
der rechten Seite einer Linie, die das Fadenabzugsrohr 2 mit einem innersten Teil 40" der Fangkerbe 4" verbindet,
vorausgesetzt, daß die Fangkerbe 4" sich in einer Stellung befindet, in der sie in den Weg des Fadens 1 eingreift,
wenn dieser vom Verlauf P, zum Verlauf P2 hin- und herwandert. Bezüglich Fig. 5 gilt, daß der Verlauf
Pi so gewählt werden soll, daß der Abstand zwischen dem Verlauf P1 und einer Linie L, die durch den Mittelpunkt
der Abschlußoberfläche der Abzugswalze 4 läuft, gleich (V2-V4)/- ist, worin r den Radius der Abzugswalze
4 bezeichnet.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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ZEICHNUNGEN BLATT 1
Int. Cl.4: D Ot H 7/882
Veröffentlichungstag: 16. April 1987
iru 5
708 216/534
ZEICHNUNGEN BLATT 2
Int. Cl.4: D 01 H 7/882
Veröffentlichungstag: 16. April 1987
Fig. 4
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Fig. 5
&Rgr;&Iacgr;