-
Spritzkopf mit Reguliermöglichkeit des Spritzstrahles
-
Die Erfindung betrifft einen Spritzkopf für eine Spritzpistole, die
verwendet werden kann a) im Airless-Verfahren, bei dem das Spritzgut ohne Zufuhr
von Druckluft zerstäubt wird, b) im Airless-Luft-gombinationsverfahren, bei dem
das Spritzgut im Airless-Verfahren vorzerstäubt und mit zusätzlicher Druckluft weiterverteilt
wird.
-
Der dieser Erfindung zugrundeliegende Spritzkopf kann montiert werden
a) an einer Handspritzpistole, b) an einer automatisch gesteuerten Spritzpistole,
c) an einer elektrostatischen Spritzpistole, und ermöglicht es dem Spritzer, die
Breite des Spritzstrahles während des Spritzvorganges zu regulieren und dem Spritzobjekt
anzupassen. So wird ein Vorbeispritzen am Spritzobjekt und die damit verbundene
Verunreinigung der Umgebung weitgehend vermieden.
-
Wirkungsweise, Vor- und Nachteile der bekannten Spritzverfahren: a)
Spritzverfahren mit Druckluftzerstäubung Beim Druckluft-Spritzverfahren erfolgt
die Vertoilung des Spritzgutes durch Druckluft, die dem Spritzstrahl entweder aus
einem um die Spritzdüse angeordneten Ringkanal, oder aus seitlich am Spritzkopf
angebrachten Hörnern zugeführt wird. Erfolgt die Druckluftzufuhr nur über den
Ringkanal,
so entsteht ein Rundstrahl. Erfolgt die Druckluftzufuhr sowohl über den Ringkanal
als auch über die seitlich angebrachten Horner, so entsteht ein Flachstrahl.
-
Der Flachstrahl kann durch Drehen des Spritzkopfes vertikal oder
horizontal eingestellt werden.
-
Das Druckluft-Spritzverfahren hat den Nachteil, daß die Spritznebelbildung
während des Spritzvorganges sehr stark ist. Die Folge davon ist eine erhebliche
Belästigung und Verunreinigung des Spritzortes und dessen Umgebung. Die Materialausbeute
beträgt nur etwa 35 %.
-
b) Airless-Spritzverfahren Beim Airless-Verfahren erfolgt die Verteilung
des Spritzgutes ohne Druckluft. Das Spritzgut wird unter hohem Druck, der bis 400
bar betragen kann, durch die Öffnung der Airless~spritzdüse gedrückt. Durch die
Größe der Düsenöffnung wird im Verhältnis zu Druck, Viskosität, Binde- und Füllstoffen
des Spritzgutes, die Durchflußmenge und Dichte des Spritzstrahles bestimmt. Der
in der Düsenöffnung eingeschliffene Spritzwinkel bestimmt die Breite des Spritzstrahles.
-
Das Airless-Spritzverfahren hat den Nachteil, daß die Form des Spritzstrahles
durch die eingesetzte Airless-Düse fest bestimmt ist, und während des Spritzvorganges
nicht verändert werden kann. Eine Änderung des Spritzstrahles ist nur durch Auswechseln
der Airless-Düße möglich. Das Airless-Verfahren wird deshalb vorwiegend für die
Beschichtung flächiger Objekte eingesetzt.
-
Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß zur Verteilung des
Spritzgutes keine Luft benötigt wird, und somit der Spritzstrahl ein reiner Materialstrahl
mit klaren Randzonen ist. Die Spritznebelästigung während des Spritzvorganges ist
sehr gering. Die Materialausbaute beträgt etwa 50 %.
-
c) Airless-Luft-aombinationsverfahren Bei diesem Verfahren wird das
Spritzgut in zwei Phasen verteilt. Eine unregelmäßige Vorverteilung des Spritzgutes
erfolgt an einer Airless-Spritzdüse unter einem Druck von
40 - 80
bar. Mit zusätzlicher, dem Spritzstrahl an seinen Breitseiten unter einem Druck
von 0,5 bis 2,5 bar zugeführter Luft erfolgt dann die weitere gleichmäßige Feinverteilung
des Spritzgutes. Die bei diesem Verfahren zur Feinverteilung notwendige Druckluft
verändert den Spritzstrahl weder in seiner Breite noch in seinem Austrittswinkel.
-
Auch dieses Verfahren hat den Nachteil, daß die Form des Spritzstrahles
während des Spritzvorganges nicht verändert und so dem Spritzobjekt nicht angepaßt
werden kann. Das Verfahren wird daher vorwiegend zur Beschichtung flächiger Objekte
angewandt.
-
Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß der Spritzstrahl
durch die unter geringem Druck erfolgte Vorverteilung verhältnismäßig weich ist.
Dazu ist - wie beim Airless-Verfahren - die Spritznebelästigung während des Spritzvorganges
sehr gering.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Form des im Airless-Verfahren
und im Airless-Luft-Kombinationsverfahren durch die ovale Öffnung der Airless-Düse
bestimmten Flach-Spritzstrahles während des Spritzvorganges zu verändern und zu
regulieren.
-
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß dem Flach-Spritzstrahl
an seinen Schmal seiten regulierbare Druckluft zugeführt wird; z.B. aus Bohrungen
an Lufthörnern. Diese Druckluft verkleinert den Spritzwinkel des Flach-Spritzstrahles.
Je mehr Druckluft dem Spritzstrahl zugeführt wird, desto stärker verformt sich dieser
von einem Flach- zu einem Rundstrahl.
-
Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, daß der nebelarme
Airless-Flach-Spritzstrahl während des Spritzvorganges verändert, und so dem Spritzobjekt
angepaßt werden kann. Die Folge davon ist eine noch geringere Verunreinigung der
Spritzstelle und deren Umgebung, und eine wesentlich höhere Lackausbeute als in
den bekannten Verfahren.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen 1 - 4
dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
-
Es zeigen: rig, 1 die Vorderseite eines im Airless-Luft-Kombinationsverfahren
verwendeten Düsenkopfes.
-
Im Zentrum des Düsenkopfes (i) ist die Airless-Spritzdüse (2) montiert.
Die ovale Düsenöffnung (3) bestimmt die Form des Flachstrahles. An den Breitseiten
(10) der Düsenöffnung (3) sind Schlitze oder Bohrungen (4) angebracht, aus denen
Druckluft strömt. Diese bewirkt eine Feinverteilung des an der Düsenöffnung (3)
unregelamäßig vorverteilten Spritzgutes, verändert jedoch nicht die Form des Flach-Spritzstrahles.
An den Schmalseiten (5) der ovalen Düsenöffnung (3) befinden sich Lufthörner mit
Bohrungen (6). Wird dem Flach-Spritzstrahl aus diesen Bohrungen (6) Druckluft zugeführt,
so verkleinert sich der Spritzwinkel des Flachstrahles.
-
Durch Regulierung der Druckluftzufuhr kann bestimmt werden, in welchem
Maße der Flachstrahl zusammengedrückt wird. Es ist möglich, den Flachstrahl zu einem
Rundstrahl zu verformen.
-
Fig. 2 die Vorderseite eines im Airless-Verfahren verwendeten Düsenkopfes.
-
Im Zentrum des Düsenkopfes (1) ist die Airless-Spritzdüse (2) montiert.
Die ovale Düsenöffnung (3) bestimmt die Form des Flachstrahles. An den Schmalseiten
(5) der Düsenöffnung (3) sind Lufthörner mit Bohrungen (6) angeordnet. Wird dem
Flach-Spritzstrahl aus diesen Bohrungen (6) Druckluft zugeführt, so verkleinert
sich der Spritzwinkel des Flachstrahles. Durch Regulierung der Druckluftzufuhr kann
bestimmt werden, in welchem Maße der Flachstrahl zusammengedrückt wird. Es ist möglich,
den Flachstrahl zu einem Rundstrahl zu verformen.
-
Fig. 3 den Querschnitt eines im Airless-Verfahren verwendeten Düsenkopfes,
Schnitt C-D.
-
Der DUsenkopf (1) ist mit einer Überwurfmutter (7) an
der
Spritzpistole (8) montiert. Im Zentrum ist die Airless-Spritzdüse (2) eingeschraubt.
Der in die Düsenöffnung (3) eingeschliffene Winkel (Kennz. a 90 0) bestimmt die
Breite des Flachstrahles. An den Schmalseiten (5) der ovalen Düsenöffnung (3) befinden
sich Lufthörner mit Bohrungen (6). Wird dem Flach-Spritzstrahl aus diesen Bohrungen
(6) Druckluft zugeführt, so verkleinert sich der Spritzwinkel des Flachstrahles
(Kennz. b + c) und der Spritzstrahl kann bis zur Form eines Rundstrahles (Kennz.
d) zusammengedrückt werden. Die Menge der durch den Kanal (9) in der Spritzpistole
(8) zuströmenden Druckluft zur Verkleinerung des Spritzstrahlwinkels kann durch
eine vorgeschaltete Drossel oder eine ähnliche Einrichtung während des Spritzvorganges
stufenlos reguliert werden.
-
Fig. 4 den Querschnitt eines im Airless-Luft-Kombinations-Verfahren
verwendeten Düsenkopfes, Schnitt A-B.
-
Der Düsenkopf (i) ist mit einer Überwurfmutter (7) an der Spritzpistole
(8) montiert. Im Zentrum ist die Airless-Spritzdüse (2) eingeschraubt. Die sichtbare
Schmalseite des aus der Düsenöffnung (3) tretenden Flachstrahles ist mit Kennz.
a bezeichnet. Zur weiteren Feinverteilung des an der Düsenöffnung (3) unregelmäßig
vorverteilten Spritzgutes sind an den Breitseiten (10) der Düsenöffnung (3) Schlitze
(4) angebracht, aus denen Druckluft strömt. Diese Druckluft verändert die Form des
Flachstrahles nicht. An den Schmalseiten (5) der Düsenöffnung (3) sind Lufthörner
mit Bohrungen (6) angeordnet, aus denen Druckluft strömen kann. Die aus diesen Bohrungen
(6) strömende Druckluft preßt den Winkel des Flachstrahles zusammen, verändert also
seine Form. Der Flachstrahl kann bis zur Form eines Rundstrahles (Kennz. b) zusammengedrückt
werden. Die Menge der durch den Kanal (9) in der Spritzpistole (8) zuströmenden
Druckluft zur Verkleinerung des Spritzstrahlwinkels kann durch eine vorgeschaltete
Drossel oder eine ähnliche Einrichtung während des Spritzvorganges stufenlos reguliert
werden.
-
Zum besseren Verständnis wird der Aufbau einer Airless-Düse in den
Zeichnungen 5 - 6 dargestellt und im folgenden näher beschrieben. Es zeigen: Fig.
5 die Vorderseite einer Airless-Spritzdüse mit der Düsenöffnung (3) aus welcher
der Flachstrahl tritt.
-
Linie A-B kreuzt die beiden Breitseiten (10) der ovalen Düsenöffnung
(3) an deren am weitesten voneinander entfernten Punkten. Linie C-D kreuzt die beiden
Schmalseiten (5) der ovalen Düsenöffnung (3) an deren al weitesten voneinander entfernten
Punkten. Die beiden dadurch gekennzeichneten Durchmesser der ovalen Düsenöffnung
(3) bestimmten den Airless-Flachspritzstrahl.
-
Fig. 6 die Seitenansicht einer Airless-Spritzdüse mit der Düsenöffnung
(3) aus welcher der Flachstrahl tritt.
-
Schnitt C-D zeigt eine halbe Schmalseite (5), Schnitt A-B eine halbe
Breitseite (10) der Düsenöffnung (3).