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Verfahren und Vorrichtung zur Belüftung und/oder Klimatisierung
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von Aufenthaltsräumen. Zusatz zu Patent .....
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(Patentanmeldung P 25 25 917.0) Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Lüftung und/oder Klimatisierung von Aufenthaltsräumen mit individuell beeinflußbaren
einzelnen Raumzonen sowie die dazu erforderlichen Vorrichtungen zur Zuluftverteilung.
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Eine individuelle Einstellung der thermischen Verhältnisse an jedem
Ort von großen Aufenthaltsräumen, insbesondere in GroßraumbUros, ist von großem
praktischen Interesse, denn die Konzentrationsfähigkeit, Lebensfreude und Arbeitsleistung
der Menschen hängt sehr stark von der thermischen Behaglichkeit ab. Um jeder Person
behagliche thermische Verhältnisse zu bieten, genügt es in großen Aufenthaltsräumen
nicht, ein einheitliches Klima herzustöllen. Durch unterschiedliche Wärmeproduktion
bei verschiedenen Tätigkeiten und Gesundheitszuständen, durch unterschiedliche Bekleidungsgewohnheiten
und durch unterschiedlich warme Wand- und Fensterflächen ist die Wärmebilan: der
Menschen unterschiedlich. Deshalb gibt es kein einheitliches Klima, das gleichzeitig
für alle Personen in einem großen Aufenthaltsraum
behaglich ist.
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Andererseits fehlen in klimatisierten Räumen mit konstanter Temperatur
und Luftgeschwindigkeit Reizwirkungen, die man in der Natur allenthalben antrifft
und die man sich in kleineren Räumen durch das öffnen eines Fensters schaffen kann.
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Nach dem Stand der Technik können lufttechnische Anlagen eine einstellbare
Lufttemperatur und/oder Luftfeuchte selbsttätig konstant halten oder nach einem
vorgegebenen Programm variieren. Innerhalb großer Räume lassen sich durch Regulierung
der Heizkörper in einzelnen Zonen unterschiedliche Temperaturen einstellen. Dies
verursacht jedoch erhebliche Probleme. Somit bieten die bekannten Klimaanlagen keine
Möglichkeit, in Aufenthaltsräumen einzelne Zonen mit nennenswert unterschiedlichen
Temperaturen zu schaffen.
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Die Raumluftgeschwindigkeit bei den bekannten lufttechnischen Anlagen
resultiert aus den Impulskräften, thermischen Auf triebskräften und Zlhigkeitskrlften
und wird nicht direkt gesteuert. Dennoch ist die Raumluftgeschwindigkeit von wesentlichem
Einfluß auf die WSrmeabgabe des Menschen.
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Bei Fahrzeugen, wie z. B. im Flugzeug, sind Luftdüsen bekannt, deren
Luftstrahl zu verstärkter Abkühlung führt. Auch Tischventilatoren nutzen diesen
Effekt aus.Bei diesen Anordnungen sind jedoch die Luftstrahlen nicht spreizbar bzw.
nicht auf fächerbar, so daß die einzelnen Luftstrahlen einen gleichbleibenden Winkel
zueinander haben.
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Auch sind Luftauslässe an der Vorderkante von fest angeordneten Pulten
von Hörsälen bekannt (DT-PS 1 604 218), die einen breiten Luftstrahl über den Kopf
des Zuhörers hinweg leiten. Am ehesten geeignet zur Zuluftverteilung in Personennähe
sind drallerzeugende Luftauslässe (DT-PS 1 912 629 und 1 936 200 sowie GB-PS 547
539), die jedoch eine Wahl der axialen Luftgeschwindigkeit ohne Werkzeug nicht zulassen
und die auch eine Verstellung der Luftrichtung oder die Möglichkeit der jederzeitigen,
individuellen Auffächerung der Luftstrahlen nicht vorsehen.
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Die bekannten Einrichtungen mit einzelnen Luftstrahlen zur Erhöhung
der Geschwindigkeit sind nicht fUr den ständigen Gebrauch geeignet.
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Insbesondere warnen die Mediziner vor Luftstrahlen, die nur einzelne
Körperpartien anblasen. Eine Wahl der Raumluftgeschwindigkeit zumindest im Bereich
des gesamten Oberkörpers lassen diese Einrichtungen nicht zu.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in Aufenthaltsräumen kleinere
Zonen mit individuell einstellbaren thermischen VerhXltnissen zu schaffen in der
Art, daß dort nicht ausschließlich die Raumtemperatur, sondern auch die Bewegung
der Luft gesteuert wird.
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Es soll sowohl der Wärmetibergang von Haut und Kleidung zur Herstellung
des thermischen Gleichgewichtes von Personen variiert werden, als auch bewußt ein
Erfrischungseffekt, ähnlich dem Fensteröffnen, geschaffen werden. Um allen Personen
gerecht zu werden, soll weiterhin ein warmes Grundklima mit geringer Luftgeschwindigkeit
vorhanden und an jeder möglichen Aufenthalts zone eine Vorrichtung montierbar
sein,
die die Einstellung höherer Luftgeschwindigkeiten zuläßt, wobei Geschwindigkeiten
bis 0,8 m/sec wUnschenswert erscheinen. Zugleich soll durch die bevorzugte Behandlung
der direkten Aufenthaltszonen dort eine bessere Luftqualität geschaffen und insgesamt
Energie gespart werden.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird zur Belüftung und/oder Klimatisierung
von Aufenthaltsräumen erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die dem Raum zugeführte
Gesamtluftmenge geteilt wird in einen ersten Teil als Grundluftmenge, mit der ein
Grundklima mit geringer Raumluftgeschwindigkeit bewirkt wird und einen zweiten Teil
als individuelle Zuluftmenge, die mit individuell auffächerbar einstellbaren Luftauslässen
eine dem ständigen Aufenthalt dienende, vom Grundklima abweichende Klimazone bewirkt.
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Die Grundluftmenge von ca. 10 bis 90 % der Gesamtluftmenge wird auf
den Raum verteilt derart angebracht, daß sich daraus Raumluftgeschwindigkeiten von
weniger als 0,1 Meter/sec. bei 200 C Raumtemperatur und weniger als 0,2 Meter/sec.
bei 240 C Raumtemperatur ergeben. Die gegenüber der Gesamtluftmenge geringere Grundluftmenge
ist dazu eine wesentliche Voraussetzung. Aus dieser ungewöhnlichen Luftruhe resultiert
ein Grundklima, das durch eine geringere konvektive Wärmeabgabe der Personen gekennzeichnet
ist. Die restliche Luftmenge wird durch individuell verstellbare Auslässe in den
direkten Aufenthaltsbereich eingebracht oder zeitweise zur Temperaturänderung herangezogen,
in dem sie an wärmetauschende Flächen oder in andere temperierte Raumbereiche gerichtet
wird.
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In weiterer erfindungsgemäßer Ausgestaltung wird vorgeschlagen, daß
mit einer verringerten Gesamtluftmenge, insbesondere bei hoher Raumktihllast, eine
höhere Raumlufttemperatur erreicht und ein einstellbarer Abkühleffekt durch einstellbare
Erhöhung der Raumluftgeschwindigkeit in einer hinreichend großen Aufenthaltszone,
durch die individuelle Zuluftmenge bewirkt wird.
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Ein weiterer, erfindungsgemäßer Vorschlag geht dahin, daß eine weitere
Verringerung der Gesamtluftmenge dadurch erreicht wird, daß Raumbenutzer mit weniger
Abkühlbedarf ihren individuell einstellbaren Luftauslaß schließen.
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Die erfindungsgemäße Lösung hat den Vorteil einer geringen Gesamtluftmenge,
weil eine höhere Raumtemperatur als bei Anlagen ohne individuelle Geschwindigkeitssteuerung
möglich ist.
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Die erfindungsgemäße Lösung gibt den weiteren Vorteil, daß die Luftauslässe
in den Zonen, in denen weniger Abkühlung akzeptiert wird, teilweise oder vollständig
geschlossen werden kann. Eine daraus resultierende Druck- oder Zuluftvolumenänderung
kann gemessen und danach eine Veränderung des Zuluftzustandes oder Zuluftvolumens
vorgenommen werden. Bei entsprechender Vordruckregulierung läßt sich damit die Gesamtluftmenge
erheblich reduzieren und entsprechend auch Energie sparen. Der Anteil der Grundluftmenge
kann fest eingestellt sein oder sich, aus der Vorstellung der Luftauslässe resultierend,
im vorgewählten Verhältnis verändern.
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Zur Einbringung der Grundluftmenge eignet sich besonders eine Luftführung
von unten nach oben, mit Lufteinbringung durch mehr oder weniger glelchmäßlg angeordnete
Fußbodengitter, deren nach oben gerichtete Luftstrahlen durch hohe Induktion von
Raumluft schnell Raumtemperatur annehmen und die Geschwindigkeit abbauen und eine
Eindringhöhe in den Raum von 1,0 bis 2,5 m haben. Dadurch bilden sich keine Kaltluftseen
am Fußboden und eine seitliche Streuung von Zuluftstrahlen in den Beinbereich wird
vermieden. Aber auch ähnlich geartete Zuluftauslässe in Säulen, Blumenkübeln oder
Möbeln sind geeignet. Aber auch Luftauslässe in Form von anderen Fußbodengittern,
Fußbodenschlitzen oder -bohrungen und vollflächig durchlässige Bodenbeläge sind
zur Lufteinbringung geeignet. Ferner ist geeignet auch eine Luftführung von oben
nach unten, wenn z. B. die Zuluft fein verteilt aus Rasterlamellen, wie in der deutschen
Offenlegungsschrift 1 679 529 beschrieben, in den Raum eingebracht wird. Aber auch
andere gut verteilende Decken- oder Wandauslässe mit anderen Luftführungen können
der Einbringung der Grundluftmenge dienen, wenn sie eine ruhige Luft mit extrem
niedrigen Raumluftgeschwindigkeiten erhalten.
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Mit der restlichen Zuluftmenge werden die Aufenthaltsbereiche von
Personen ständig oder zeitweilig zusätzlich behandelt. Die dazu vorgeschlagenen
Vorrichtungen zur Zuluftverteilung werden im Einflußbereich der Personen angeordnet
und sind ohne Werkzeug einzeln oder in Gruppen verstellbar. Sie lassen eine Einstellung
der sich in 1 bis 2 m Entfernung ergebenden Raumluftgeschwindigkeit zu. Der Einflußbereich
der erhöhten Raumluftgeschwindigkeit ist so groß, daß mindestens
der
gesamte Oberkörper von sitzenden Personen umspült wird. Das wird erreicht mit einer
räumlichen Auffächerung des Zuluftstrahles, die erfingungsgemäß durch eine Führung
in mindestens drei nicht parallelen Luftführungskanälen bewirkt wird. Die vorgesehene
Verstellung der Kanalachsen bewirkt eine zunehmend stärkere Auffächerung der eingebrachten
Zuluft. Dadurch wird die Injektorwirkung vergrößert und der Zuluftimpuls einer immer
größer werdenden Menge Umgebungsluft mitgeteilt. Dadurch und durch eine mögliche
Drallüberlagerung läßt sich die Geschwindigkeit in der Strahlachse auf kurzem Wege
abbauen bis auf 1/4 des Wertes, der ohne Auffächerung des Strahles zu messen ist.
Eine noch weitere Auffächerung mit gleichzeitiger Verengung der Luftführungskanäle
bewirkt einen höheren Druckverlust der Vorrichtung, dadurch reduziert sich bei entsprechender
Anlagengestaltung die Zuluftmenge, so daß eine weitere Herabsetzung der Raumluftgeschwindigkeit
möglich ist. Als Endstellung ist ein vollständiges Verschließen der Kanäle denkbar.
Die Luftauslässe können vorzugsweise rund, quadratisch oder rechteckig und zum Einbau
in Flächen geeignet sein, sie können jedoch auch als Kugel, Walze oder als jeder
anderer Raumkörper gestaltet sein.
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In der Ausgestaltung des Erfindungsgedankens werden verschiedene Vorrichtungen
vorgeschlagen, denen gemeinsam mindestens drei Luftführungskanäle sind, deren resultierende
Achsrichtungen verstellbar sind. Die Achsrichtung kann sich bis zu 90° verstellen,
wobei sich die Achsen radial von einer gedachten Mittelachse entfernen können oder
sich tangential zu einer oder mehreren um'eine Mittelachse verlaufenden
Kreis-
oder Vielecklinien verstellen können. Es ist jedoch auch bei mindestens sechs Luftführungskanälen
die Wahl mehrerer Mittelachsen denkbar, zu denen die Verstellung in entsprechender
Form geschieht.
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Bei gebogenen Kanälen und bei sich gegeneinander verschiebenden Wandungen
ist jeweils der Achsverlauf am Kanalaustritt maßgebend.
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Die Luftführungskanäle können eine oder mehrere gebogene Wandungen
haben, um eine leichtere Ablenkung der Luftstrahlen zu bewirken. Sie können teilweise
feststehende Abgrenzungen haben, die z. B. aus dem LuftfUhrungskanalt gebildet werden
und teilweise verschiebbare, verbiegbare oder drehbare Wandungen. Sie können teilweise
gemeinsame Begrenzungswände haben, deren Neigung verstellbar ist und dürfen während
des Verstellvorganges ihren Querschnitt ändern, um z. B.
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gleichzeitig durch Erhöhung des Durchströmwiderstandes eine Senkung
der eingeblasenen Luftmenge zu erzielen oder um die Luftzufuhr ganz abzustellen.
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In Abwandlung des Erfindungsgedankens wird vorgeschlagen, eine Einheit
aus mindestens drei Luftführungskanälen mit unterschiedlicher Achsrichtung zu verwenden,
von der einzelne oder Gruppen von Luftführungskanälen durch abdecken oder drosseln
der Einfluß genommen wird und dadurch eine aufgefächerte Strahlausbreitung und Strahllenkung
im Sinne des Erfindungsgedankens erzielt wird. Weiter wird eine Kombination von
mindestens drei feststehenden Luftführungskanälen mit beweglichen Luftführungskanälen
vorgeschlagen.
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Weiter wird vorgeschlagen, den Luftauslaß ohne am Luftaustritt verstellbare
Luftführungskanäle zu schaffen und die Verstellung der resultierenden Achse der
austretenden Luftstrahlen durch eine änderung der Einströmrichtung in die Luftfuhrungskanäle
vorzunehmen. Die Lage der Verstelleinrichtung, ob sichtbar oder nicht, ist also
nicht festliegend. Dadurch ist auch ein besserer mechanischer Schutz der Verstelleinrichtung
gegeben.
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Die erfindungsgemäß vorgeschlagenen Vorrichtungen lassen neben der
Wahl der Strahlgeschwindigkeit auch eine Einstellung der Strahlrichtung zu. Dazu
werden je nach Einbaumöglichkeit verschiedene Vorrichtungen vorgeschlagen, die mit
dem Luftauslaß kombiniert werden können.
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Bei einigen erfindungsgemäß vorgeschlagenen Ausführungsformen der
Luftverteilungsvorrichtung läßt sich die resultierende Strahlrichtung durch Verstellung
einzelner Luftführungskanäle ändern. Andere Ausführungsformen sind zweckmäßig in
einem Kugelkopf oder einer Kugelpfanne angeordnet, die ineinander drehbar sind,
woraus eine vielseitige Verstellmöglichkeit resultiert. Andere sind in biegbaren
LuftftLhrungskanälen aus Metall, Gummi, Plastik o. ä. angeordnet, die zusätzlich
itt einem kräfteaufnehmenden Skelett verstärkt sein können. Die LuftauslAsse können
ebenfalls in Vorrichtungen mit einer oder mehreren Schenk-Schiebe- oder Drehachsen
eingebaut sein, wobei die Achsen nicht durch den Luftauslaß oder durch die Luftkanäle
führen lassen.
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Die Verstellung oder Beeinflussung der einzelnen Luftfflhrungskanäle
kann von Hand durch eine Drehbewegung an ein oder mehreren Drehgriff a
bewirkt
werden, oder/und durch ein oder mehrere Stellhebel, Zuggriffe oder Druckknöpfe.
Sie kann aber, insbesondere zum Fernbedienen und zum Steuern von Wechseleinflüssen,
auch durch pneumatische, hy draulische, elektrische Kräfte oder thermische Ausdehungsmechanismen
mit oder ohne Hilfsenergie oder durch kraftspeichernde Elemente, wie Federn oder
Fallgewichte, betätigt werden. Eine besonders vorteilhafte Ausführung ist die Kombination
der drehenden Handbetätigung mit einem Uhrwerk, ähnlich dem bekannten Kurzzeitwecker,
welches die Drehbewegung kontinuierlich oder nach Zeitablauf zurucknimmt. Die Kraftübertragung
kann durch grundsätzlich bekannte Elemente wie Hebel,Zahnräder oder Reibräder, Kurvenscheiben
oder durch fernwirkende (z. B. mag netische) Kräfte erfolgen.
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Zur Anordnung und Aufnahme der verstellbaren Vorrichtungen empfehlen
sich zusätzliche Elemente, die mit dem Luftauslaß eine Einheit bilden und die einen
Teil der verstehenden Elemente aufnehmen können oder die zusätzliche Ausrüstung
von Möbeln, Brüstungen, Wänden oder Decken mit diesen Auslässen.
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Bei einer Luftführung von unten nach oben eignen sich z. B. vorzüglich
zusätzliche Elemente, die auf dem Boden stehen und unten an den luftführenden Doppelboden
angeschlossen sind. Die Anschlüsse lm Boden konnen in einem festen Raster angeordnet
sein, teilweise der Aufnahme von Fußbodenauslässen in der vorbeschrlebAnen Weise
dienen, teilweise der Aufnahme von Elektroinstallationen dienen oder mit Deckeln
verschlossen sein. Die zusätzlichen Elemente können selbstverständlich
auch
weitere Installationen aufnehmen, sie können Beleuchtungskörper, Blumenkübel oder
akustisch oder optisch abtrennend wirsame Elemente sein. Auch der Einbau in vorhandene
Elemente ist denkbar.
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Bei der Luftführung von oben nach unten wird ein Raster von Anschlußpunkten
vorgeschlagen, das am unteren Ende der Anschlußkanäle von luftführenden Rasterlamellen
angeordnet ist oder an der Oberkante von luftführenden Rasterlamellen angeordnet
ist oder sichtbar oder unsichtbar in ebenen oder verformten Deckenelementen angeordnet
ist.
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An diesen Anschlußpunkten sind Kupplungen grundsätzlich bekannter
Art angeordnet, in die nach Belieben die vorbeschriebenen Elemente oder Sonderkonstruktionen
angeschlossen werden.
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Die so ausgestaltete lufttechnische Anlage weist gegenüber herkömmlichen
Anlagen erhebliche Vorteile auf, weil sie es möglich machen, in Raume einzelne Raumbereiche
mit unterschiedlichen Klimaverhältnissen zu schaffen und individuell zu beeinflussen.
Die Nachbarbereiche werden bei diesen Verfahren nicht oder nur sehr wenig beeinflußt.
Die Klimaverhältnisse sind für Personen durch Veränderung der Rauletrömung in ähnlicher
Weise veränderbar, wie durch Veränderung der Raumtemperatur um bis zu mehreren Grad
Celsius. Die erforderliche Gesamtluftmenge kann kleiner sein als bei Anlagen ohne
individuell behandelte Aufenthaltszonen, weil hier ein insgesamt höheres Temperaturniveau
akzeptiert werden kann und weil bei Verschließen von Luftauslässen weniger Luft
gefördert werden darf.
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Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ergibt sich beim Richten eines
Zuluftstrahles an wärmeaustauschende Flächen und in Raumzonen mit abweichenden Temperaturverhältnissen.
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Die erfindungsgemäß vorgeschlagenen Luftauslässe zur Beeinflussung
der einzelnen Aufenthaltsbereiche bringen gegenüber anderen bekannten Luftauslässen
den Vorteil, daß sie vorzugsweise im Bereich von Personen angeordnet, dort eine
unmittelbare Beaufschlagung mit erneuter Luft gewährleisten, daß die Raumluftgeschwindigkeit
in einem breiten Rahmen wählbar ist und daß die so heaufschlagten Raumzonen in ihrer
Lage veränderbar sind. Die Luftauslässe bewirken keine Einzelstrahlen, sondern die
Luft wird durch eine Vielzahl von Kanälen beeinflußt in den Raum eingebracht und
durch Veränderung der resultierenden Winkel oder durch Veränderung der Geschwindigkeit
in den einzelnen Kanälen mehr oder weniger aufgefächert, so daß die jeweils günstigste
Strömungsform oder Strömungsrichtung und/oder Raumluftgeschwindigkeit erreicht wird.
Die Veränderung der Luftauslässe kann in vielfältiger Fonn geschehen und ist teilweise
oder ganz automatisierbar.
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So kann z. B. durch eine Rückstellvorrichtung eine hoch eingestellte
Luftmenge oder Luftgeschwindigkeit reduziert werden, um Energie zu sparen oder um
eine ungewollte Auskühlung zu vermeiden oder um ein Reizklima einzustellen. Der
Benutzer eines derart ausgestalteten Aufenthaltsraumes wird in die Lage versetzt,
sich seine thermischen Umweltbedingungen selbst einzustellen. Dies ist nicht nur
physiologisch von Vorteil, sondet auch psychologisch äußerst wertvoll.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung anhand einiger Ausf(ihrungsheispiele
näher erläutert.
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Es zeigen: Fig. 1 einen Schnitt durch einen Aufenthaltsraum, Fig.
2 einen Schnitt durch einen Luftverteiler, Fig. 2A einen Ausschnitt aus Fig. 2,
Fig. 2B einen Luftverteiler nach Fig. 2 in dieser gegentiberanderer Stellung, Fig.
2C den Luftverteiler nach Fig. 2 in der Ansicht von vorne, Fig. 2D die Ansicht nach
Fig. 2C mit schräg gestellten Schaufeln, Fig. 3 in einem horizontalen Schnitt eine
weitere Verstelivorrichtung für Luftstrahlen, Fig. 3A die Vorrichtung nach Fig.
3 in der Ansicht von vorne, Fig. 3B einen Schnitt durch Fig. 3 entsprechend der
dortigen Linie IIIB/IIIB, Fig. 4 einen horizontalen Schnitt durch einen weiteren
Luftaulaß, Fig. 4A den Luftauslaß nach Fig. 4 in anderer Gebrauchsstellung, Fig.
OB den Luftauslaß nach Fig. 4 in der Ansicht von vorne, Fig. 5 einen verstellbaren
Luftauslaß in eine Triger mit @on@tig@n Funktionselementen in Seitenansicht.
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Nach Fig. 1 ist der Raum gebildet aus den beiden Decken 1 und 2. Obere
halb der Fußbodendecke 1 ist in einem Abstand dazu eine Zwischendecke 3 vorhanden.
Zwischen den Decken 1 und 3 ist entsprechend ein luftführender Kanal 4 vorhanden,
in den durch die Öffnung 5 in ango--1 Pfeilrichtungen die Gesamtzuluft zugeführt
wird. In der Zwischendecke
3 sind Luftauslässe 6 und 6a vorhanden.
Der Luftauslaß 6 ist mit einer Luftanschlußkupplung 7 versehen, während der Luftauslaß
6 einen Bodenluftauslaß 8 aufweist, der die Luft in angegebenen Pfeilrichtungen
9 dem Raum als Grundklima 10 zuführt. Unterhalb der Decke 2 ist eine abgehangene
Zwischendecke 11 vorhanden, an der ein Lampengehäuse 12 mit Lampen 13 angeordnet
ist. Zwischen den Lampen 13 kann die Abluft in angegebener Pfeilrichtung 14 entweichen
und aus dem Zwischenraum zwischen Decke 2 und Decke 11 abgezogen werden.
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Die durch den Kanal 5 zugeleitete Gesamtluftmenge wird unterteilt
in die schematisch durch Pfeil angegebene Grundluftmenge 15 durch den Bodenauslaß
8 und die individuelle Zuluftmenge 16, die über die Luftkupplung 7, das Rohr 17
und die Kniestücke 18 und 19 zu dem Luftauslaß 20 gelangt.
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Die Grundluftmenge 15 bewirkt ein Grundklima 10 im Raum mit sehr geringer
Luftbewegung. Mit dem verstellbaren Luftauslaß 20 für die Zuluft wird eine Raumzone
21 im Bereich der an dem Arbeitstisch 22 sitzenden Person 23 geschaffen. Die Verstellung
der Luftstrahlrichtung kann zunächst durch zwei Kniestück 18 und 19 erfolgen, die
gegen das feststehende Rohr 17 bzw. gegeneinander drehbar sind. Mit zwei Rohrbogensegmenten
mit je 450 läßt sich die Achse des Luftauslasses auf jeden Ort einer umhüllenden
Halbkugel einrichten. Es sind aber auch größere Segmentwinkel denkbar, um andere
Verstellbereiche zu bewirken. Xhnlich können Elemente mit biegbaren Rohrteilen aussehen,
die eine Veränderung der Luftrichtung ermöglichen.
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Anstelle des zu Fig. 1 bisher beschriebenen Anschlusses des Luftauslasses
20 über eine Kupplung 7 an der Zwisch,enbodendecke 3 kann auch der Anschluß eines
Luftauslasses 20 a, wie Fig. 1 in gestrichelter Linie dargestellt ist, über die
Kniestücke und das Rohr 17 a Uber eine Luftkupplung 7 a erfolgen, die an der abgehangenen
Decke 11 angeordnet ist. Dann sind in dem Zwischenraum zwischen den Decken 11 und
12 die entsprechenden Rohrleitungen 24 mit Abzweigungen 25 für die Zuluft vorhanden.
Auch kann die Grundluftmenge 2 in Richtung von oben nach unten geführt werden. Es
ist zur Verwirklichung der Erfindung nicht notwendig, daß die Grundluftmenge 15
und die Zuluftmenge 16 aus einer gemeinsamen Hauptleitung abgeleitet werden, obwohl
dies besonders vorteilhaft ist.
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Fig. 2 zeigt einen Luftauslaß 20 mit acht verstellbaren Luftfthrungskanälen,
begrenzt durch die acht Schaufeln 26 bis 26 g, die aus den Fig. 2C und 2D hervorgehen.
Die Schaufeln 26 sind angeordnet innerhalb einer Kugelkalotte 27, die ihrerseits
gelagert ist in einem Ring 28 mit kugelförmiger Fläche. Der Ring 28 ist seinerseits
wieder in einem L Gehäuse 29 gelagert, das den Luftschacht für die Zluft 16 bildet.
Die Kugelkalotte 27 wird in dem Tragring 28 gehalten durch eine Zugfeder 30, die
mit dem einen Ende an dem Verstellknopf 31 und an dem anderen Ende an dem Gehäuse
29 befestigt ist. An dem Verstellknopf 31 sind radial abstehend acht Schwenkachsen
32 bis 32 f vorhanden, die ebenfalls aus Fig. 2 hervorgehen. Diese Schwönkachsen
sind gelagert im linken Teil der Zeichnung nach Fig. 2 sowie in den Fig. 2C und
2D in einem die Kugelkalotte 27 vorne begrenzenden Ring 33. Die Schaufeln 26 haben
an ihrem sauberen Umfang Zapfen 34, die in zugeordneten Fffihrungen
35
der Innenfläche der Kugelkalotte 27, wie sich aus dem linken Teil der Fig. 2 ergibt,
gelagert sind. Sofern der Knopf 31 von Hand gedreht wird, dann ergibt sich zugleich
eine Drehung des Ringes 33 zur feststehenden Kugelkalotte 27 und damit eine Verstellung
der Schaufeln 26 in gleicher Weise, wie die Propeller eines Flugzeuges oder einer
Schiffsschraube prinzipiell in ihrem Anstellwinkel verstellt werden. Dadurch können
die Luftströme aus den Kanälen zwischen den Schaufeln 26 axial gleichgerichtet,
wie in der Zeichnung aus Fig. 2 hervorgeht, aus dem Luftauslaß 20 heraustreten,
aber auch bei einer Verstellung der Schaufel nach außen weit aufgefächert und somit
in der Endstellung nahezu radial austreten.
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Fig. 2 zeigt im rechten Teil eine abgewandelte Lösung der Verstellung
der Schaufeln in der Weise, daß, wie im einzelnen aus Fig. 2A hervorgeht, an jeder
Achse 32 ein Zahnradsegment 36 angeordnet ist, das mit einer Verzahnung 37 an der
Kugelkalotte 27 kämmt, so daß dadurch ebenfalls, ohne daß es notwendig wäre, die
Schaufeln an ihren Enden mit Zapfen 34 in einer Führung 35 gleiten zu lassen, eine
Verstellbarkeit der Schaufeln zu ihrer Schrägstellung möglich ist.
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Während Fig. 2C die Schaufeln 26 in neutraler Stellung zeigt, zeigt
Fig. 2D diese in besonders ausgeprägter Schrägstellung, so daß die austretenden
Luftstrahlen im wesentlichen radial gerichtet aufgefächer werden. Es ist verständlich,
daß viele stufenlose Zwischen stellungen möglich sind.
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Fig. 2B zeigt, daß neben der Auffächerung der Luftstrahlen durch die
Verstellung der Leitschaufeln auch die Kugelkalotte 27 allseits verstellbar
ist,
so daß die erfindungsgemäße Lösung eine sehr variable Änderung der in Fig. 1 dargestellten
Zone 21 ermöglicht. Der Eintritt der Luft in die Verstellvorrichtung ist mit dem
Pfeil 38, der Austritt mit Pfeil 39 dargestellt, wobei allerdings bemerkt wird,
daß die gleichgerichtete Ausblasung nur ein Beispiel ist und durch die Verstellung
die Luftstrahlen 31 in den meisten Anwendungsfällen divergieren Fig. 3 zeigt eine
Ausblasvorrichtung, bestehend aus einem Ring 40, in dem wie aus Fig. 3 ersichtlich
ist, die schräggestellte Leitflächen 41 und 41c angeordnet sind, die mit der Ringwandung
40 fest verbunden sind. Die Leitflächen oder Leitschaufeln tragen eine Kugel 42,
die mit einem Luftkanal 43 versehen ist. Die Kanäle zwischen den Leitflächen 41
ergeben eine nach außen divergierende Luftströmung. Durch die Verstellung der Kugel
wird ein Richtstrahl gebildet, der die Richtung der durch die festen Kanäle nach
außen aufgefächerten Luft beeinflußt.
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Nach dem Induktionsprinzip lenkt der durch den Kanal 43 der Kugel
austretende Luftstrahl auch die anderen Luftstrahlen ab, so daß dadurch eine beliebig
gewünscht Luftverteilung stattfinden kann. Sofern die Kugel quergestellt wird, fehlt
deren Richtstrahl und die Luft wird maximal aufgefächert austreten. Die Kugel kann
zusätzlich ein Absperrventil haben. Damit kann der Impuls des Richtstrahles reduziert
und damit die Luftgeschwindigkeit in Strahlrichtung gesenkt werden. Die Schaufeln
sind vorzugsweise drallgebend schräg angestellt und bestehen aus plastischem Material,
um einen leichten Austausch oder Einbau der Kugel zu gewährleisten. Beim Einsatz
in Fahrzeugen ist dies aus Sicherheitsgründen zweckmäßig. Die Schaufeln können aber
aua)r
feststehend in Achsrichtung ausgerichtet sein, insbesondere
mit der nachfolgend beschriebenen Ausbildung.
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In nicht gezeichneter Ausgestaltung kann die Außenfläche der Kugel
von mindestens drei Luftführungskanälen mit nicht parallelen Achsen durchsetzt sein,
deren Richtung dann durch Verstellung der Kugelachse geändert wird. Auch diese Kugel
kann elastisch sein.
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Fig. 4 zeigt einen weiteren Auslaß. Bei diesem ist ein Ring 44 mit
kugelförmiger Außenfläche 44 a in einem Gehäuse 45 allseitig schwenkbar gelagert.
Der Ring hat eine zylindrische Innenfläche 46. In diesem ist verschiebbar gelagert
ein Luftverteiler, bestehend aus den Schaufeln 47 und 47 a, die an ihren zur Mitte
gerichteten Enden einstückig in einen Leitring 48 Übergehen. Der Leitring 48 hat
eine sich nach außen erweiternde Gestalt. Innerhalb des Leitringes ist axial verschiebbar
ein Einsatz 49 vorhanden, der vorne die geschlossene Wandung 50 mit einem von Hand
zu erfassenden Teil 51 hat. Wie insbesondere aus der Vorderansicht von Fig. 4B hervorgeht,
sind innen in axialer Richtung sich erstreckende vier in einem rechten Winkel zueinander
angeordnete Wandungen 52 bis 52 c vorhanden, so daß in Verbindung mit dem Leitring
48 vier Kanäle gebildet sind, die wie die Schnittdarstellung in Fig. 4 zeigt, seitliche
Austrittsöffnungen haben.
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Fig. 4 zeigt in der angegebenen Stellung der Teile zueinander in Pfeilrichtungen
53 die Luftströmungen, die nach außen stark divergieren. Sofern jedoch, wie in Fig.
4A dargestellt ist, der Leitring
48 axial nach innen eingeschoben
wird, dann erfolgt keine starke Ablenkung der Luftstrahlen nach außen, vielmehr
treten diese im wesentlichen axial aus und im Hinblick auf die Querschnlttsverminderung
der Luftauslässe mit höherem Druck. Sofern zugleich der Einsatz 50 axial nach innen
verschoben wird, dies ist zeichnerisch nicht dargestellt, dann werden die durch
die Wandungen 52 in Verbindung mit dem Leitring 48 gebildeten zentrischen Kanäle
geschlossen, so daß dadurch der Druck der außerhalb des Leitringes 48 ausströmenden
Luft vergrößert wird. Zusätzlich kann der Ring 44 allseitig verstellt werden. Es
sei bemerkt, daß auch die Schaufeln 47, die in der Zeichnung als in axialer Richtung
erstreckend dargestellt sind, einen Drall haben können. Zugleich können sie abbiegsam
gestaltet sein.
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Fig. 5 zeigt die Anordnung eines verstellbaren Luftauslasses 20, der
eine, in den Fig. 2 bis 4 dargestellte, Ausbildungsform haben kann, an einem Träger
oder einem Schreibtisch 54 befestigt. Es kann sich auch um ein anderes Möbelstück
handeln. Der Träger besteht aus einer Säule 55 mit einem an dessen oberen Ende angeordneten
Ausleger 56.
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Die Säule 55 erhält von unten über einen beweglichen Schlauch 57 Zuluft.
In der Säule sind auch elektrische Kabel angeordnet. An dem Ausleger 56 sind vorhanden
eine Steckdose 58, eine Tastatur 59. Hier kann es sich auch um eine Tastatur oder
eine Wählscheibe für ein Telefon 60 handeln. Die Tastatur kann aus Schaltern bestehen,
um verschiedene Teile im Raum ein- oder auszuschalten. Weiterhin ist vorhanden eine
in kleinen Pfeilen angegebene Deckenausleuchtung 61 und eine ebenfalls in kleinen
Pfeilen angegebene Arbeitsplatzbeleuchtung 62. Schließlich
ist
vorhanden eine Lautsprecheranlage 63 mit oberhalb dieser angeordnetem Uhrwerk 64
mit Datum- und Zeitangabe. Mit 65 ist ein Fersehschirm dargestellt, der die Uhermittlung
von Daten vornimmt. Innerhalb der Säule 55 ist ein Skelett 66 mit Drehgelenken 67
vorhanden, das dazu dient, die Säule 55, die ausl Plastik, Gummi oder dergleichen,abbiegsamen
Werkstoffen besteht, in gewünschte Stellungen abbiegen zu können.
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Wie zu Fig. 1 dargestellt, kann die in Fig. 5 dargestellte Einheit
auch an eine Decke angeschlossen sein, um die Versorgung mit Luft und Elektrizität
bzw. die sonstigen für die eingebauten Geräte notwendigen elektrischen Anschlüsse
zu erhalten.