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Ausbsueinheit für den Schildvortrieb
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von Tunnels oder Stollen Die Erfindung bezieht sich auf eine Ausbaueinheit
für im Schildvortrieb aufgefahrene Tunnels oder Stollen, die durch einen als Tragrahmenwerk
gestalteten und über Fahrwerke, von der Vortriebseinheit aus Teilschnittmaschine
und Schild unabhängig auf im Bereich der Tunnelsohle verlegten Schienen verfahrbaren,
an seinem Kopf einen Drehkranzerektor tragenden Nachläufer gebildet ist, der ein
Transportband für das Abbaumaterial und ein Zwischenlager für die Tübbings aufnimmt,
wobei oberhalb des Zwischenlagers eine aus Laufschiene und wenigstens einer mit
einer Hubwinde versehenen Laufkatze bestehende Tübbingzuführungseinrichtung für
den Erektor angeordnet ist, mittels derer die Tübbings vom Transportwagen übernommen
und mit oder ohne Zwischenlagerung im Nachläufer dem Erektor zugeführt werden können.
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Eine von der aus Schild und Teilschnittmaschine bestehenden Vortriebseinheit
unabhängige und auf Schienen verfahrbare Ausbaueinheit der vorgenannten Bauart ist
aus der DT-AS 1 534 620 bekannt. Diese bekannte Ausbaueinheit umfaßt einen als Tragrahmenwerk
gestalteten und an seinem Kopf einen Drehkranzerektor tragenden Nachläufer für die
Vortriebseinheit, wobei der Nachläufer auf besonderen, im
Bereich
der Tunnelsohle verlegten Schienen verfahrbar ist.
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Der Nachläufer ist hierbei mit einer Hubeinrichtung zur übernahme
der Tübbings vom Transportwagen und eine Transportkette mittels derer die vom Transportwagen
übernommenen Tübbings aufeinanderfolgend einer besonderen Einrichtung für die Übergabe
an den Erektor aufgegeben werden. Insbesondere die obergabe der Tübbings an den
Erektor ist dabei außerordentlich kompliziert und aufwendig. Ein weiterer sehr erheblicher
Nachteil dieser bekannten lusbaueinheit besteht darin, daß für sie ein eigener Schienenstrang
im Bereich der Tunnelsohle verlegt werden muß. Aus der DT-OS 23 07 821 ist weiterhin
eine als Nachläufer ausgebildete Ausbaueinheit für im Schildvortrieb aufgefahrene
Tunnels oder Stollen bekannt, welche eine als Rahmentragwerk aufgeführte Arbeitsbühne
umfaßt und auf den jeweils außenliegenden Schienen zweier parallel laufender Schienenstränge
über geeignete Fahrwerke abgestützt ist. Diese Arbeitsbühne dient Jedoch nicht,
wie die bekannten Nachläufer der eingangs genannten Art zum Auskleiden von Tunnel-
bzw. Stollenbauwerken mit Tübbings und weist demzufolge weder einen Erektor noch
Mittel und Einrichtungen zur Ubernahme und Zwischenlagerung von Tübbings auf. Aus
der US-PS 3 678 694 ist schließlich noch eine Tübbingzuführungseinrichtung für den
Erektor bekannt, welche aus einer Laufkatzenlaufschiene und mehreren Laufkatzen
besteht und mittels derer die Tübbings von einem Transportwagen übernommen und in
den Bereich des Erektors gebracht werden können. Eine reine Zwischenlagerung der
Tübbings ist dabei allerdings nicht vorgesehen, so daß keine 1usgleichsmöglichkeit
besteht, falls zwar die Tübbings kontinuierlich angeliefert, jedoch die Versetzarbeiten
vorübergehend verzögert oder behindert werden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine als unabhängiger Nachläufer
ausgebildete Ausbaueinheit der eingangs beschriebenen Bauart für im Schildvortrieb
aufgefahrene Tunnels- bzw. Strecken zu scheffen, die einerseits einen Ausgleich
zwischen Anlieferungs- und Versetzgeschwindigkeit der Tübbings und andererseits
eine einfache, den Erektorbetrieb
nicht behindernde Zufuhr und
übergabe der Tübbings an den Erektor ermöglicht und die schließlich auf ohnehin
vorhandene Mittel im bereits ausgebauten Tunnel bzw. Stollen abgestützt und verfahrbar
ist.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch gelöst,
daß die Laufkatzenlaufschiene der Tübbingzuführungseinrichtung über die gesamte
Nachläuferlänge hin in gleicher Höhenlage angeordnet und in dessen oberem Bereich
durch den Erektordrehkranz hindurchgeführt ist und daß die Laufkatzenlaufachiene
einerseits den Erektordrehkranz mindestens um eine Tübbingbreite durchfaßt, andererseits
das rückwärtige Nachläuferende um die Länge eines Tübbingtransportwagens überragt.
Mittels der erfindungsgemäßen Tübbingzuführungseinrichtung können die Tübbings durch
die Laufkatzen in einfachster Weise von den Tübbingtransportwagen übernommen und
entweder innerhalb des Nachläufers zur Zwischenlagerung abgelegt oder aber durch
den Erektordrehkranz hindurchgefördert und nniittelbar unter dem Erektorarm abgelegt
werden. Dabei gestattet das Hindurchfördern der Tübbings durch den Erektordrehkranz
einen von der Tübbingzufuhr vollkommen unabhängigen Arbeitsrhythmus des Erektors
und können weiterhin die Tübbings auf der Tunnel- bzw. Streckensohle abgelegt und
von dort aus durch den Erektorarm übernommen werden, so daß sich eine besondere
Übergabeeinrichtung erübrigt.
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Erfindungsgeiäß ist der Nachläufer auf den parallel verlegten Schienensträngen
für die Tübbings und Abraumtrsnsportwagen abgestützt, wobei der Nachläufer im vorderen
Bereich auf der Jeweils außenliegenden Schiene beider Schienentränge abgestützt
ist, während der hintere Teil des Nachläufers lediglich auf den beiden Schienen
des Schienenstranges für die Tübbingtransportwsgen abgestützt ist. Die Äbstütznng
des Nachläufers auf den ohnehin erforderlichen, parallelen Schienensträngen für
die Tübbing- und Abraumtrsnsportwagen macht das Verlegen eines besonderen Schienenstranges
für den Nachläufer überflüssig, so daß der Ausbau insgesamt alt einem wesentlich
geringerem Aufwand, dem Vortriebsfortschritt
folgend, nachgeführt
werden kann. Im Nachläufer sind in Längsrichtung nebeneinanderliegend das Abraumtransportband
und das Tübbingzwischenlager angeordnet, wobei das Abraumtrsnsportband in dessen
oberen Bereich durch den Erektordrehkranz hindurch und geradlinig geführt ist, während
das Tübbingzwischenlager zum Nachläuferkopf unsymmetrisch angeordnet und dementsprechend
die Lsufkatzenlaufschiene im Bereich des überganges vom Tübbingzwischenlager zum
Nachläuferkopf in horizontaler Ebene eine Kurvenbahn beschreibt.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist der Nachläufer mittels
an den Schienen umsetzbar abstützbarer Kolbenzylindereinheiten verfahrbar und mittels
die Schienen umfassender Klemmbremsen in der jeweils erforderlichen Arbeitsstellung
für den Erektor festsetzbar.
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Die Erfindung ist in der nachfolgenden Beispielsbeschreibung sn Hand
eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles im einzelnen beschrieben.
In der Zeichnung zeigt die Figur 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Ausbaueinheit;
Figur 2 eine Draufsicht zur Ausbaueinheit gemäß Figur 1; Figur 3 eine Stirnansicht
der Ausbaueinheit gemäß Figur 1 und 2.
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In der Zeichnung ist ein bereits ausgebauter Abschnitt einer Tunnelstrecke
dargestellt. Im Bereich der Tunnelsohle sind parallel zueinander zwei Schienenstränge
1 und 2 verlegt, wobei der Schienenstrang 1 die Fahrbahn der Abraumtransportwagen
3 bildet, während der Schienenstrang 2 die Fahrbahn der Tübbingtransportwagen 4
darstellt. Die in der Zeichnung nicht im einzelnen gezeigten, aus Teilschnittmaschine
und Schild bestehenden Vortriebseinheit, unabhängige, als Nachläufer ausgebildete
Ausbaueinheit, ist als Rahmentragwerk gestaltet und auf den Schienen 5 und 6 bzw.
7 und 6 beider Schienenstränge 1 und 2 Jeweils über Pshrwerke 8 und 9 abgestützt.
Der insgesamt
mit 10 bezeichnete Nachläufer weist vorderendig einen
Kopf 11 auf, an dessen Stirnseite der Drehkranz 12 eines Drehkranzerektors 13 angeordnet
ist. Das den Kopf 11 und den rückwärtigen Teil des Nachläufers 10 bildende Rahmentragwerk
besteht jeweils aus oberen und unteren Längsgurten 15, 16 und 17, oberen und unteren
Quergurten 18, 19, 20 und 21 sowie vertikalen Stützen 22 und Knotenpunkten 23. Im
Bereich seines Kopfes 11 ist der Nachläufer 10 über die Fahrwerke 8 auf den Jeweils
außenliegenden Schienen 5 und 6 der beiden Schienenstränge 1 und 2 abgestützt.
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In seinem rückwärtigen Teil ist der Nachläufer 10 über die Fahrwerke
9 auf den Schienen 6 und 7 des den Tübbingtransportwagen 4 zugeordneten Schienenstranges
2 abgestützt. Der Nachläufer 10 nimmt in seinem rückwärtigen, kastenförmigen Teil
ein Tübbingzwischenlager 14 für die Tübbinge 24 auf. Das Abraumtransportband 35
durchsetzt den Erektordrehkranz 12 seitlich und ist bei geradliniger Führung deckungsgleich
zum Schienenstrang 1 der Abraumtransportwagen 3 angeordnet. über die gesamte Länge
des Nachläufers hin ist an der Unterseite seiner obenliegenden Quergurte 18, 19,
20 und 21 sowie eine Lanfkatzenlaufschiene 25 befestigt, welche zum rückwärtigen
Teil des Nachläufers 10 mittig angeordnet ist diesen nach hinten um mindestens die
Länge eines Tübbingtransportwagens 4 überragt. Vorderendig ist die Laufkatzenlaufschiene
25 in dessen oberen Bereich durch den Erektordrehkranz 12 hindurchgeführt und überragt
diesen bei 26 um wenigstens eine halbe Tübbingbreite.
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Da der rückwärtige Teil 14 des Nachläufers, wie insbesondere aus der
Darstellung der Figuren 2 und 3 ersichtlich, dem Nachläuferkopf 11 gegenüber seitlich
versetzt angeordnet ist, ist die Laufkatzenlaufschiene 25 bei 27 im Bereich des
Nachläuferkopfes 11 in eine etagenförmige Kurvenbahn ausgestaltet. Auf der Laufschiene
25 sind im gezeigten Ausführungsbeispiel zwei Laufkatzen 28 längsverfahrbar angeordnet.
Die Laufkatzen 28 sind mit einer Hubwinde 29 versehen, welche über Ketten 30 mit
den einzelnen Tübbings 24 verbunden werden können. Im Betrieb werden, wie insbesondere
aus der Darstellung der Figur 1 ersichtlich, die auf dem Transportwagen 4 gestaffelten
Tübbings
24 an die Ketten 30 angehängt und mittels der Winde 29 um ein ausreichendes Maß
angehoben. Anschließend wird die Laufkatze 28 entlang der Leufschiene 25 nach vorne
verfahren und der ;jeweilige Tübbing 24 entweder zur Zwischenlagerung im rückwärtigen
Bereich des Nachläufers 10 abgelegt bzw. gestaffelt oder aber direkt durch den Erektordrehkranz
verfahren bis zum vorderen Ende 26 der Laufschiene 25, wo er unterhalb des Erektorarmes
31 auf der Tunnel sohle abgelegt wird. Selbstverständlich kann dabei auch der dargestellte
Pendelbetrieb angewandt werden, bei dem die hintere Laufkatze zum übernehmen der
Tübbings 24 von den Transportwagen 4 und zum Staffeln der Tübbings 24 im rückwärtigen,
im Tübbingzwischenlager bildenden teil 14 des Nachläufers 10 dient, während die
vordere Laufkatze 28 dazu gedacht ist, die Tübbings nach Bedarf aus dem Tübbingzwischenlager
14 zu entnehmen und unterhalb des Erektorarmes 31 auf die Tunnelsohle abzulegen.
Der Nachläufer 10 ist mit einer Vorrückeinrichtung versehen, welche aus einer Kolbenzylindereinheit
32 und suf den Schienen 6 und 7 festklemmbaren Haltebacken 33 besteht. Bei festgeklemmten
Klemmbacken 33 kann der Nachläufer 10 insgesamt mittels der Kolbenzylinder 32 um
ein dem Ausbaufortschritt jeweils entsprechendes Maß nach vorne verschoben werden.
Der Nachläufer 10 ist weiterhin mit den Schienen 6 und 7 umgreifenden Klemmbremsen
34 versehen, mittels derer er in seiner jeweils eingestellten Stellung festgelegt
werden kann.