DE2759680C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung der Ver
mahlung und Schrotung von Getreide der im Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 angegebenen Gattung.
Bei der Mehl-, bzw.
Grießherstellung ist die Vermahlung des Getreides und seiner
Zwischenprodukte die wichtigste, vor allem jedoch die schwierig
ste Operation.
Die Zuverlässigkeit der Vermahlung bestimmt den Verlauf dieses
relativ komplizierten und hochentwickelten Prozesses und wirkt
sich auf die Qualität und die Ausbeute, z. B. an weißen Mehlen,
aus. Auf Grund der spezifischen Probleme und Anforderungen in
der Herstellung von Mehl und Grieß aus Getreide und ähnlichen
Produkten hat sich eine selbständige Gattung von Walzwerken, der
sogenannte Müllerei-Walzenstuhl entwickelt, der im Unterschied
etwa zur Mahltechnik von Gesteinen, der Herstellung von Flocken
aus pflanzlichen Rohstoffen usw. eine ganz eigenartige Mahltech
nik beinhaltet.
Einer der wichtigen spezifischen Faktoren dieser Technik ist die mahl
wirksame Relativgeschwindigkeit der zwei zusammenarbeitenden Wal
zen von z. B. 1 : 1,25 und mehr, was eine scherenartige Wirkung
zur Folge hat. Der Mahlspalt wird im Falle der Vermahlung mit
Glattwalzen als unterer Wert auf 6-10/100 mm eingestellt. Eine Ver
änderung des Wertes um einen Tausendstel-Millimeter hat schon von
der Geometrie her gesehen bereits einen Einfluß von 1%. Beim
Schrotwalzenstuhl liegen die Spaltgrößen während der Vermahlung
etwa 1/10-1 mm.
In der Praxis versuchte man diesen sehr hohen Anforderungen auf
die Weise gerecht zu werden, daß nur einzelne Bauteile, speziell
das Walzenpaar, in Höchstpräzision hergestellt werden. Die eine Walze
wurde fest in einen starr ausgeführten Ständer eingebaut. Die andere Ware, auch Los
walze genannt, und damit der Mahlspalt konnten durch eine am Ständer ange
baute Verstellvorrichtung verstellt werden. Die Kräfte im Mahlspalt
wurden dabei über den starren Ständer geschlossen.
Die erforderliche "Präzisions"-Vermahlung konnte seit Jahrzehnten
deshalb erreicht werden, weil man einerseits definierte Bedingun
gen in bezug auf die Produktführung usw. und die Feineinstellwer
te geschaffen hat und andererseits die Mahlarbeit und das Produkt
nach der Vermahlung ständig überwacht und aufgrund empirisch
ermittelter Relationen die auftretenden
Abweichungen als Maß für die Änderung der Einstellwerte heran
zieht. Gerade das ständige Überwachen des Mahlgutes nach der
Vermahlung ist ein typisches Merkmal für das müllerische Mahlen.
Es sind viele Einflußfaktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit,
Einlaufperiode und entsprechende Erwärmung der ganzen Maschine
usw. gegeben. Zudem wird ein lebender Stoff verarbeitet, der in
sich die der Natur eigene Vielfalt von Variationen besitzt. Für
das Beherrschen und - soweit möglich - das Steuern aller Fak
toren ist nicht zuletzt ein gutes Fachwissen des Bedienungs
personals Voraussetzung. Gerade in jüngerer Zeit wurden ver
mehrt sensorische Prüfmethoden untersucht und teilweise auch
verlangt. Die Vielzahl der Einflußgrößen mag jedoch einer der
Hauptgründe sein, weshalb der schon seit vielen Jahren bekannte
Wunsch, eine ganze Mühle zu automatisieren, nicht in die Praxis
umgesetzt werden konnte.
Es ist auch schon vorge
schlagen worden (DE-OS 24 13 956), mit einem Computer das Verhalten und die Ar
beitsweise jeder Walzenmühle durch Überwachen der nachfolgenden
Siebe festzustellen, um bei Abweichungen von einem vorbestimm
ten Schema automatisch die verwendeten Walzenmühlen zu steuern bzw. die Ab
stände ihrer Walzen zu ändern.
Aus der Fachzeitschrift "DIE MÜHLE", 1961, Heft 7, S. 77 bis
79 und Heft 8, S. 92 bis 93 ist bereits als Voraussetzung für
eine automatische Regelung der Mahlfeinheit durch stufen
lose Änderung der Voreilung ein automatisch geregelter Soll
walzenabstand, also die Regelung des Walzenabstandes eines
Walzenpaares auf einen jeweils vorgegebenen Sollwert, ent
sprechend dem gattungsgemäßen Verfahren, bekannt.
Darüber hinausgehende Informationen zur Ausgestaltung des
gattungsgemäßen Verfahrens sind dieser Fachzeitschrift nicht
entnehmbar. Wohl entnehmbar ist ihr jedoch, daß auf dem
Wege einer vollständigen Automation von
Mehlmühlen Neuland zu beschreiten sei, an dessen Ende die
"Traummühle" stehe.
Wie bereits erklärt wurde, ist in der Fachwelt der Wunsch
für eine vollcomputerisierte Mühle lange bekannt. Die praktische
Anwendung dieser Idee scheint aber zumindest für die nächste
Zukunft bedingt durch die Komplexität der Materie nicht gegeben.
Man möchte eine sehr hohe Ausbeute an weißen Mehlen und einen
möglichst kurzen Verfahrensablauf für die Mehl- bzw. Grießge
winnung erreichen und so wenig wie möglich an Energie für eine
bestimmte Mahlgutmenge aufwenden. Die Vermahlung selbst muß für
dieses Ziel der besonderen Eigenheit des Kornaufbaus angepaßt
werden. Die äußeren Schalenteile sollen nach der Vermahlung in
flächigen Teilen, der Mehlkern mehr in kubischen Teilen, an
fallen usw.
Einer der primären Faktoren für das Mahlergebnis ist neben dem
absoluten Maß des Mahlspaltes die pro Zeiteinheit verarbeitete
Mahlgutmenge. Für eine Automatisierung des Walzwerkes ist schon
vorgeschlagen worden, insbesondere für die automatische Ein
stellung des Mahlspaltes, die auf das Walzwerk gegebene Leistung
als Parameter zu nehmen. Damit werden aber spezifische Eigen
schaften des Kornes, Feuchtigkeit bzw. Schwankungen desselben,
nicht berücksichtigt. Bis heute sind alle derartigen Versuche
daher gescheitert.
Man hat auch schon vorgeschlagen, als Parameter für die Ein
stellung des Mahlspaltes das Ergebnis der Vermahlung sowie das
Verhalten und die Arbeitsweise der Walzenmühlen zu nehmen.
Weiter ist es möglich, die
Helligkeit des Mehles als Kriterium zu verwenden. Bereits mit
diesen wenigen Beispielen kann gezeigt werden, daß ein einzelner
Parameter, sei es ein Wert vor der Vermahlung oder irgendein
Wert nach der Vermahlung, für die Regelung des Mahlspaltes nicht
genügt. Es müssen auch noch sensorische Kontrollen berücksich
tigt werden.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß ein wesentlicher
Nachteil der jüngsten Bemühungen darin liegt, daß für den eigent
lichen Mahlvorgang eine Steuerung und Kontrolle über einen immer
größeren, wenn auch mechanischen, Umweg gesucht wird, mit dem
Ergebnis, daß der ganze schon sehr komplexe Verfahrensablauf
noch komplizierter wird. Dabei sind sensorische Prüfungen weiter
hin notwendig. Eine solche computerisierte Mühle würde neben dem
Obermüller noch einen zusätzlichen Fachmann, ein Computerfach
man, benötigen, der die laufenden Programmänderungen durchführen
würde. Die Nachteile des bisherigen Mahlverfahrens werden damit
aber nicht beseitigt, sondern nur auf einem Umweg korrigiert.
Ausgehend von diesem Stand der Technik befaßt sich die Erfindung
mit der Aufgabenstellung einen für die Praxis gangbaren Weg
zur Automatisierung von Getreidemahlanlagen aufzuzeigen, der
einen echten, praktischen Vorteil bringt, insbesondere hinsichtlich
der Ausbeute an weißen Mehlen, der Verkürzung des Verfahrens
ablaufes und hinsichtlich des spezifischen Energieaufwandes.
Diese Aufgabe wird durch das im Patentanspruch 1 angegebene
Verfahren gelöst.
Mit der Erfindung werden
die Schwierigkeiten durch gezielte Vereinfachung der Maßnahmen
besonders wirkungsvoll überwunden, indem weder
die Arbeitsweise noch etwa momentane Leistungsschwankungen in der
Mahlgutspeisung als Parameter gewählt werden, sondern der Walzen
abstand, sei es als ein Erfahrungswert oder ein durch Versuche
ermittelter Wert, der als Sollgröße einem Regler vorgegeben
wird, wobei das absolute Maß des Walzenabstandes kontinuierlich
oder zumindest in Zeitabständen überwacht, gemessen und über
einen Regler mit der Sollgröße verglichen wird und bei Abwei
chung von der Sollgröße über die Verstellvorrichtung eine Kor
rektur des Mahlspaltes vorgenommen wird.
Da in einer Mühle normalerweise eine größere Anzahl Walzenstühle
verwendet werden, führt es zu einer wesentlichen Vereinfachung,
wenn einzelne Funktionen des Regelvorganges zentral für
alle Walzwerke gespeichert bzw. ausgegeben werden.
Der Kerngedanke liegt darin, daß anstelle der Arbeitsweise der
Mahlwalzen das Walzenpaar selbst und somit direkt überwacht und
bei Abweichung aus einem Sollwertbereich entsprechend geregelt
wird.
Das neue Verfahren bringt unerwartete Vorteile und erlaubt eine
Optimierung nicht nur des Mahlverfahrens, sondern der ganzen
Mühle, so daß Kosten erspart und eine Verbesserung der Mahlarbeit
garantiert werden. Es ist bekannt, daß Mühlen häufig nicht alle
Möglichkeiten, sei es in materieller oder qualitativer Hinsicht,
ausschöpfen können, da es an Fachleuten mangelt. Der verfahrens
technisch verantwortliche Leiter der Mühle kann nicht überall
sein. Jede Änderung, sei es durch Eingriff des Bedienungsperso
nals oder anderer Art, ergibt Folgeerscheinungen für die nach
folgenden Arbeitsgänge, unter Umständen - z. B. bei Überlastung -
sogar für die vorgangehenden Arbeitsgänge und damit für die Ver
mahlung selbst. In der Regel müssen die Walzwerke zwei- bis drei
mal nach der ersten Inbetriebnahme nachgestellt werden. Dies
braucht Zeit. Während dieser Zeit ist die Mahlqualität oft un
genügend. Werden über sehr lange Perioden die gleichen Mehl
sorten mit gleicher Getreidemischung verarbeitet, so können
immer laufend alle Vorgänge überwacht und Korrekturen vorge
nommen werden. In der Praxis wird häufig beobachtet, daß z. B.
bei einer Mühle, die hauptsächlich eine einzige Mehlsorte und
nur wenige Spezialmehle herstellt, die Einstellung für die
Spezialmehle mangelhaft oder überhaupt nicht durchgeführt wird.
Mit dem neuen Verfahren erhält man die Gewähr, daß eine be
stimmte, einmal erarbeitete Sollwerteinstellung des Abstandes
der beiden Mahlwalzen sofort eingestellt und gehalten wird,
so daß unabhängig von der Dauer einer einzelnen Mahlcharge eine
durch Erfahrung ermittelte Einstellung eingehalten wird. Der
verantwortliche Müller kann sich seiner eigentlichen Aufgabe
des Überwachens der gesamten Mühle widmen. Er hat seinen
eigenen, menschlichen Computer voll zur Verfügung, so daß nun
die Grundlage für die Erreichung der maximal möglichen Ziele
der ganzen Mühle gegeben ist.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der Regelvorgang
durch die Möglichkeit einer Sollwert
korrektur für den Walzabstand, insbesondere durch Handeingabe, ergänzt. Die korrigierte Sollgröße
ist der für den jeweiligen Fall optimale Wert. Bei Umstellungen
in sehr kurzen Zeitabständen, wird von dieser Möglichkeit kaum
Gebrauch gemacht werden. Der Grundgedanke liegt nicht darin, den
eigentlichen Sollwert nach jeder Vermahlung zu ändern. Dies
sollte nur geschehen, wenn über eine längere Zeitperiode eine
gleiche Nachstellung erforderlich ist. Der Sollwert entspricht
damit nicht unbedingt dem Wert, der bei der letzten gleichen
Mehlherstellung eingestellt war, da für die beiden Fälle z. B.
jahreszeitlich bedingte Witterungsunterschiede einen wesent
lichen Einfluß hätten.
Nach jedem mechanischen Eingriff
in das Walzenpaket, Überschleifen der Mahlwalzen, Lagerwechsel
usw. muß der Soll-Wert, wenigstens für eine Mehlsorte, durch den
Fachmann mit den an sich bekannten Prüfmethoden neu ermittelt
und für die Folge als neuer Sollwert eingegeben und die Soll
werte für andere Mehle entsprechend korrigiert werden.
Für jede Mischung wird ein Programm erstellt, das alle Walzwerke
steuert und regelt, wobei jedem Walzwerk die spezielle Mahl
spalteinstellung für die jeweilige Vermahlungsstufe zugeordnet
wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß es stabile
Mahlverhältnisse schafft, insbesondere deswegen, da der Wal
zenspalt direkt überwacht und direkt geregelt wird. Durch die
Optimierung des Walzenspaltes wird gleichzeitig die Ausbeute
an weißen Mehlen erhöht und bereits hierdurch der spezifische
Energieaufwand so gering wie möglich gehalten. Die Stabilisierung
der Mahlverhältnisse im Walzenspalt sowie die zentrale Speicherung
der Sollwerte zur zentralen Vorgabe bei einer wiederkehrenden
bestimmten Getreidesorte oder -mischung dienen der Verkürzung
der Verfahrensdauer und damit wiederum der Reduzierung des
spezifischen Energieaufwandes.
Es ist naheliegend, daß die exaktesten Werte erhalten werden,
wenn das effektive Maß des Mahlspaltes gemessen und geregelt
wird. Es hat sich jedoch als genügend erwiesen, wenn als Istwert ein Bezugs
maß, z. B. der Abstand der Lagerkörper der
beiden Mahlwalzen, dient. Hier ist es allerdings in der Regel not
wendig, noch einen zusätzlichen Parameter mitzubenützen. Als
beste Lösung für den Parameter hat sich die Temperatur erwiesen.
Zum Beispiel kann an einem oder beiden Lagerkörpern ein Temperatur
fühler angebracht werden, der nun als Korrekturgröße für den Regelvor
gang benützt wird. Die Temperatur ist der Hauptfaktor, der einer
seits in direktem Zusammenhang mit der Größenänderung eines
Körpers steht und andererseits ein guter Anzeiger für etwaige
Änderungen im Vermahlungsvorgang ist. Es muß gerätetechnisch
berücksichtigt werden, daß der Mahlspalt bzw. die Mahlwalzen
und das Lagergehäuse sowie die anderen im Kräftefluß des Walzen
paares beteiligten Elemente unterschiedliche Veränderungen in
ihren Abmessungen aufweisen.
Das neue Verfahren erlaubt, für eine bestimmte Mischung die
Einstellwerte über eine längere Zeit zu optimieren. Dieser er
mittelte beste Wert kann als Sollwert in einen Speicher einge
geben werden. Kommt wiederum dieselbe Mischung, so wird vom
Speicher über die Regelorgane der Sollwert wieder eingestellt.
Mit einer kurzen Kontrolle der einzelnen Malergebnisse kann
die Richtigkeit der Einstellung überprüft und in der Regel un
verändert belassen werden, wobei - wie schon erwähnt - Korrek
turen jederzeit möglich sind, die jedoch nach Festlegung des
Sollwertes die spezifischen momentan geltenden Einfluß-Faktoren
berücksichtigen.
Selbstverständlich kann auch so vorgegangen werden, daß über
einen längeren Zeitraum jeweils eine Mischung während der Ver
mahlung der ganzen Charge optimiert wird und der beste Sollwert
vorgesehen wird, daß später eine zweite Mischung usw. in glei
cher Weise behandelt wird, während die übrigen Mischungen vor
erst mit einem grob eingestellten Sollwert verarbeitet werden,
bis sie in bezug auf eine Optimierung untersucht werden.
Besonders stabile Mahlverhältnisse bei gleichzeitiger Erhöhung
der Ausbeute an weißen Mehlen und einer Reduzierung des
spezifischen Energieaufwandes werden durch Verwendung solcher
Walzenstühle beim erfindungsgemäßen Verfahren erreicht, bei
denen die mit unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeit ange
triebenen Walzen eines Walzenpaares auf Zugankern ruhen, die
ihrerseits auf dem Grundgestell des Walzenstuhls ruhen bzw.
sich dort abstützen, vorzugsweise unter Zwischenschaltung
einer elastischen Zwischenlage. Hierbei ist pro Walzenpaar einer
seits des Walzenspaltes je einer der beiden Lagerkörper der
einen Walze auf je einem Zuganker feststehend angebracht,
während die beiden Lagerkörper der anderen Walze schwenkbar
auf diesen Zugankern angelenkt sind. Andererseits des Wal
zenspaltes sind pro Walzenpaar die Lagerkörper beider Walzen
durch eine eine Federeinrichtung zur Fremdkörpersicherung auf
weisende Mahlspalt-Einstellvorrichtung verbunden. Insgesamt
sind hierdurch die Walzen und Lagerkörper eines Walzenpaares
kräftemäßig in sich geschlossen und bilden gegenüber dem
Grundgestell des Walzenstuhls ein eigenständiges Walzenpaket.
Ein derartiger, das obengenannte Walzenpaket aufweisender
Walzenstuhl ist Gegenstand des Stammpatentes 27 30 166 und
dort ausführlich beschrieben. Seine Verwendung im Rahmen des
hier beanspruchten Regelverfahrens bringt eine entscheidende
Stabilisierung der Regelverhältnisse. Die kräftemäßige und
drehmomentmäßige Entkopplung zwischen Walzenpaket und dem Rest
des Walzenstuhles führt nämlich zu einer außerordentlichen
Erhöhung der Stabilität des Arbeitsspaltes, insbesondere dann,
wenn zwischen dem Walzenpaket und dem Grundgestell eine
elastische Zwischenlage angeordnet ist. Die geometrische
Stabilität des Walzenspaltes macht in vielen Fällen den Einsatz
einer Regelung überhaupt erst sinnvoll. Ein sehr unstabiler
Walzenspalt könnte nämlich bei einer Regelung desselben zu
unerwünschten Aufschaukelungen führen.
Die Erfindung wird nachfolgend an Hand der
schematischen Zeichnung näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt im wesentlichen die Ansicht einer Seite des Walzen
paketes eines Walzenstuhles - die andere Seite des Walzen
paketes ist hierbei gegengleich ausgebildet.
Das dargestellte Walzenpaket besteht im wesentlichen aus einer
in einem linken Lagerkörper 9 gelagerten linken Mahlwalze 10
und einer in einem rechten Lagerkörper 7 gelagerten rechten
Mahlwalze 1, die unten über Anlenkstellen 3 an einem Zuganker
2 und oben durch eine Einstelleinrichtung 4 gehalten sind. Um die aufrechte
Lage dieses Walzenpaketes sicherzustellen, ist der linke
Lagerkörper 9 durch einen Stift 5 gesichert.
Das Walzenpaket selbst ruht auf einer dämpfenden elastischen
Zwischenlage 22, die ihrerseits auf dem Grundgestell 23 des
Walzenstuhls ruht. Der Zuganker 2 wird durch (nicht dargestellte)
Positionsschrauben auf dem Grundgestell 23 in Position gehalten.
Die Einstelleinrichtung 4 dient einer Verstellung des Walzen
spaltes; darüber hinaus einer kräftemäßigen Verbindung
der beiden Lagerkörper 7 und 9 oberhalb des Walzenspaltes.
Hierzu weist die Einstelleinrichtung 4 einen Zugstab 25 auf, der
über mit Schneiden versehene Stützkörper 28, 29 die oberen
freien Enden der Lagerkörper 7, 9 kräftemäßig miteinander
verbindet. Eine Federeinrichtung 26 zur Fremdkörpersicherung
weist eine zwischen dem Stützkörper 29 und einer Endscheibe 30
angeordnete Druckfeder auf. Eine solche Einrichtung ist an sich
bekannt und im übrigen ausführlich im Stammpatent 27 30 166
beschrieben.
Bei der dargestellten Ausführungsform wird nicht der absolute
Wert des Mahlspaltes, sondern ein Bezugsmaß überwacht, nämlich
der Abstand im oberen Teil der Lagerkörper 7, 9. Der linke Lagerkörper
9 trägt einen festen Kontaktgeber 6, der rechte Lager
körper 7 einen Näherungsschalter oder -fühler 8. Der
Näherungsfühler kann ein bekanntes Farbrikat sein, Voraussetzung
ist nur, daß er das absolute Maß des Abstandes genau feststellen
und, bevorzugt in Form eines elektrischen Wertes als
Ist-Wert an einen Regler 12 abgeben kann.
Der Mahlspalt-Soll-Wert ist in einem Speicher 19 in irgend
einer Form, z. B. auf Lochkarten, vorgegeben. Der Kartenleser kann
durch einen nicht dargestellten Computer gesteuert werden. Ent
sprechend dem gewünschten Mahlspalt wird ein Soll-Wert dem
Regler 12 vorgegeben. Der Regler 12 weist einen Vergleicher
13, einen Verstärker 14 sowie einen Umformer 15 auf.
Das Ausgangssignal aus dem Regler 12 wird direkt einem Verstell
motor 16 eingegeben, der motorisch kontinuierlich oder in Inter
vallen den Mahlspalt einstellt.
Um Maßabweichungen durch Temperatureinflüsse korrigieren zu
können, ist an mindestens einer Walze ein- oder beidseitig ein
Temperaturfühler 17 angeordnet, dem ein Temperaturregler 20 zugeordnet ist.
Damit wird der Sollwert um einen Temperaturfaktor korri
giert. Auch dieser Vorgang kann in Intervallen durchgeführt wer
den. Um die bei jeder Mischung bzw. Vermahlung spezifischen Werte,
z. B. Abweichungen der Produkteigenschaften usw. berücksichtigen
zu können, ist ferner eine Handeingabe 18 vorgesehen, womit
ebenfalls der Sollwert korrigiert werden kann. Der Temperatur
einfluß wird automatisch korrigiert, wogegen alle übrigen, das
Mahlergebnis beeinflussenden Faktoren auf die bisher bekannte
Art und Weise überwacht und gemessen und von Hand eingegeben
werden können. Der große Vorteil liegt darin, daß der Sollwert
in jedem Fall spezifisch korrigiert wird und die korrigierten
Werte durch den Regler 12 gehalten werden.
Der Regler 12 hält den Mahlspalt konstant. Temperaturabweichungen
und entsprechende Dehnungen werden laufend mitberücksichtigt
und insbesondere wird der Mahlspalt auch nach den von Hand ein
gegebenen Werten nach dem korrigierten Sollwert geregelt.
Claims (9)
1. Verfahren zur Regelung der Vermahlung und Schrotung von
Getreide in einer Mahlanlage mit mehreren Walzenstühlen, bei
denen die Walzenabstände der einzelnen Walzenpaare auf
jeweils vorgegebene Sollwerte geregelt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Optimierung des Mahlverfahrens die
Sollwerte aufgrund sensorischer, mechanischer und chemischer
Analysen den jeweiligen Erfordernissen und Umständen
angepaßt, d. h. korrigiert werden, und daß die so
erarbeiteten, einer bestimmten Getreidesorte oder -mischung
zugehörigen Sollwerte für alle Walzenpaare zentral
gespeichert bzw. ausgegeben (d. h. den einzelnen Reglern
(12) vorgegeben) werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
Istwert das Maß des Walzenabstandes selbst dient.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
Istwert ein Bezugsmaß, bspw. der Abstand der Lagerkörper (7,
9) der beiden Mahlwalzen (1, 10) eines Walzenpaares dient.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Istwert mittels Näherungsfühler (8) gemessen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Temperatur der Lagerkörper (7, 9) mittels
Temperaturfühler (17) gemessen und damit ein
Temperaturfaktor ermittelt wird, mit welchem der jeweilige
Sollwert korrigierbar ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Abstandsregelung auf beiden Seiten
des Walzenpaares unabhängig voneinander erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß jeweils als Sollwert der Mittelwert von
über einen längeren Zeitraum korrigierten und gespeicherten
Sollwerten eingesetzt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet
durch die Verwendung von Walzenstühlen, bei denen die mit
unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeit angetriebenen Mahl
walzen (1, 10) eines Walzenpaares auf Zugankern (2) ruhen,
die sich auf den Grundgestell (23) des Walzenstuhles
abstützen, und hierbei einerseits des Walzenspaltes je einer
der beiden Lagerkörper (9) der einen Mahlwalze (10) auf je einem
Zuganker (2) feststehend angebracht ist, während die beiden
Lagerkörper (7) der anderen Mahlwalzen (1) jeweils schwenkbar auf
diesen Zugankern (2) angelenkt sind, und andererseits des
Walzenspaltes die Lagerkörper (7, 9) beider Mahlwalzen (1, 10)
des Walzenpaares durch eine eine Federeinrichtung (26) zur
Fremdkörpersicherung aufweisende Mahlspalt-Einstell
einrichtung (4) verbunden sind, so daß insgesamt die Mahlwalzen
(1, 10) und Lagerkörper (7, 9) eines Walzenpaares ein
kräftemäßig in sich geschlossenes, gegenüber dem
Grundgestell (23) des Walzenstuhles eigenständiges
Walzenpaket bilden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch die
Verwendung einer elastischen Zwischenlage (22) zwischen den
Zugankern (2) und dem Grundgestell (23).
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