DE27477C - Spitzenklöppelmaschine - Google Patents
SpitzenklöppelmaschineInfo
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- D04C—BRAIDING OR MANUFACTURE OF LACE, INCLUDING BOBBIN-NET OR CARBONISED LACE; BRAIDING MACHINES; BRAID; LACE
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-
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- Braiding, Manufacturing Of Bobbin-Net Or Lace, And Manufacturing Of Nets By Knotting (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 2S: Flecht- und Strickmaschinen.
AUGUST BÜSCHE in SCHWELM. Spitzenklöppelmaschine.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 29. August 1882 ab.
Die vorliegende Spitzenklöppelmaschine soll zur mechanischen Herstellung derjenigen Spitzenarten
dienen, welche, wie Torchon-, Valencienne-, Guipure- u. dergl. Spitzen bisher ausschliefslich
■ auf dem Klöppelkissen durch Handarbeit hergestellt werden.
Die Spitzenklöppelmaschine ist in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt, und zwar zeigt:
. Fig. ι eine Vorderansicht der ganzen Maschine;
Fig. 2 einen - Verticalschnitt derselben nach 1-2 in Fig. ι-;
Fig. 3 ein Detail des Schiffchenschlägerwerkes
(Verticalschnitt nach 23-24 in Fig. 4);
Fig. 4 die Vorderansicht des Schiffchenschlägerwerkes;
Fig, 5 den Horizontalschnitt nach 25-26 in
Fig. 4 (die Schlägerschiffchen sind fortgelassen gedacht);
Fig. 6 die Ansicht des Schlägerschiffchens in vergröfsertem Mafsstabe;
Fig. 7 eine Variante eines Details "des Schlägerschiffchens;
Fig. 8 einen Verticalschnitt durch das Aufnahmewerk nach 27-28-29-30 in Fig·. 9;
Fig. 9 einen Grundrifs des Aufnahmewerkes (Horizontalschnitt nach 31-32 in Fig. 8);
Fig. 10 einen Verticalschnitt nach 33-34 in
Fig. 11 den Antrieb der Aufnehmerwalzen
(Ansicht);
Fig. 12 einen Querschnitt durch ein Nadelwerk (Detail in vergröfsertem Mafsstabe);
Fig. 13 die Vorderansicht einer Vorrichtung zur Ausgleichung von Längenunterschieden bei
den Zugkordeln der Jacquard-Maschinen;
Fig. 14 den Grundrifs dieser Vorrichtung.
Die Maschine besteht aus vier Haupttheilen,
durch deren Zusammenwirken das Fabrikat erzeugt wird.
Diese Theile sind:
1. Der eigentliche Klöppelgang, durch dessen Rädergetriebe die auf der Gleitplatte derselben
befindlichen Klöppel in der von den gewöhnlichen Klöppelmaschinen deutschen Systems bekannten
Weise fortbewegt werden.
2. Das Schlägerwerk mit den dazu gehörigen Schlägerschiffchen, durch welche die durch den
Klöppellauf gebildeten Fadenkreuzungen zum Flechtpunkt getrieben werden.
3. Das Aufnahme walzwerk mit den dazu gehörenden Nadelwerken, bestimmt, die durch die
Schlägerschiffchen herbeigeführten Fadenkreuzungen in erforderlicher Weise festzustellen und das
entstandene Geflecht durch die Aufnahmewalzen entsprechend aufzunehmen.
4. Der zur willkürlichen Regelung der Betriebsthätigkeit aller Organe der unter 1. bis 3.
genannten Bestandteile der Maschine erforderliche Rapportapparat (Jacquard-Maschine).
Diese vier Haupttheile der Maschine sind an den Säulenpaaren A befestigt, welche, durch
Querstücke mit einander verbunden, das eigentliche Gestell der Maschine bilden.
An diesen Säulen ist auch die Hauptantriebswelle
B der Maschine gelagert; dieselbe treibt zunächst durch die entsprechend angebrachten
kleineren konischen Triebwerke C mittelst Stirnräder, welche dem Neigungswinkel der betreffenden
Klöppelgangräder gemäfs eingestellt sind, den eigentlichen Klöppelgang, Fig. 1 und 2.
Um den Lauf der Klöppel jedem Muster anpassen zu können, die Maschine also vollständig
universell zu gestalten, sind alle Treibräder dieses Klöppelganges mit Ausrückvorrichtungen
versehen, so dafs die Klöppel auf jedem Treibrade willkürlich in und aufser Betrieb gestellt
werden können.
Diese Ausrückvorrichtungen sowie auch die Achsen der den Klöppellauf dirigirenden Weichen
sind durch die Gangunterplatte hindurchgeführt und in der bekannten Weise mit einem Rapportapparat
in Verbindung gebracht, der ihnen die erforderliche Bewegung zuweist und damit für
die Klöppel einen vollständig willkürlichen Betrieb ermöglicht.
Dementsprechend ist es erforderlich, die durch den Klöppellauf hervorgebrachten Fadenkreuzungen
ebenfalls willkürlich feststellen zu können.
Die zu diesem Zweck getroffenen Einrichtungen , Fig. 3 bis ii, bestehen im wesentlichen
aus einem besonderen Triebwerke zum Beitreiben der Fadenkreuzungen zum Flechtpunkt,
aus zwei unabhängig von einander arbeitenden ■ Nadelwerken zum Feststellen der Fadenkreuzungen
und einem Aufnahme walzwerk zur Aufnahme und Fortführung des entstandenen Geflechtes.
Das Treibwerk zum Beitreiben der Fadenkreuzungen erhält mittelst der horizontalen
Welle B von der verticalen Welle D aus seinen Antrieb mit gleicher Tourenzahl wie letztere,
die, zum Betrieb des Rapportapparates X bestimmt, durch Winkelräder von der Hauptantriebswelle
B aus die doppelte Tourenzahl wie diese selbst erhält, damit jedem Flügel der
Zweiflügelräder der gegenwärtigen Klöppelmaschine das richtige Einstellungsmoment gegeben
werden kann, Fig. i. Diese Welle E treibt dann mittelst einfacher Uebersetzung durch
Winkelräder die Kurbelwelle F, Fig. 3, deren Kurbel F1 ihrerseits, wie aus der Zeichnung
ersichtlich, den Schlitten G in dem Führungsrahmen H vertical hin- und herschiebt.
Dieser Schlitten G ist mit den Barrenträgern G1
ausgestattet, an denen die Barre G3 mittelst der in der Barre befestigten Führungsstifte /
angebracht ist, und zwar in Führungsbüchsen der Barrenträger, in denen sie mit ihren Führungsstiften
auf- und abzugleiten vermag, aber durch schraubenförmige oder andere Federn stets nach oben gedrückt wird, Fig. 3, 4 und 5.
Die Barre G2, welche sich also continuirlich
mit dem Schlitten G vertical auf- und abbewegt, ist bestimmt zum directen Betrieb der die Fadenkreuzungen
zum Flechtpunkt treibenden Schlägerschiffchen K, welche auf den Gleitschienen J
in der Richtung eines jeden Treibrades des Klöppelganges und radial zum Flechtpunkt hin
angeordnet sind.
Die Gleitschienen J sind auf Stangen gelagert, welche in den zwischen den Säulen A an Winkeleisen
zweckentsprechend befestigten oberen Böckchen Z und den unteren Ständern Z1 befestigt,
unten durch die Distanzbüchsen m in richtiger Entfernung von einander gehalten werden, während
sie oben, je nach der Feinheit des herzustellenden Geflechtes, einstellbar sein müssen,
so dafs jede erforderliche Veränderung leicht durch unterschiedliche Distanzbüchsen oder
Stellringe bewirkt werden kann. Die Schlägerschiffchen K bestehen aus der eigentümlich
gestalteten Büchse η, welche mit ihrem Mitteltheile die Gleitschiene J gleitbar um schliefst,
mit ihrem Obertheil dem beweglichen Schläger ηλ
zur Lagerung und Führung dient und mit ihrem Untertheil den gleichen Zweck für den Hakenhebel
0 erfüllt. Aufserdem hat diese Büchse η an ihrem Obertheil einen kleinen Ansatz zur
Anbringung des Winkelhebels q, wie aus Fig. 6 ersichtlich.
Für den Betrieb dieses Schlägerschiffchens K,
der vorzugsweise willkürlich sein soll, sind auf besonders gelagerter Achse die vom Rapportapparat
aus willkürlich einstellbaren Einstellhebel O1 angebracht, und zwar einer für jedes
Schlägerschiffchen.
Soll ein solches nun zum Beitreiben von Fadenkreuzungen von der Barre Cr2 mitgenommen
werden, so wird der betreffende Einstellhebel O1
vom Rapportapparat angezogen und entfernt sich dadurch von dem Hakenhebel o, den er
bis dahin gegen die Gleitschiene J angedrückt und der dann infolge Federdruckes seine äufserste
andere Stellung einzunehmen vermag und nun mit seinem Haken in den Bereich der Barre G2
geräth, welche bei dem tiefsten Stand des Schlittens G zwischen diesem Haken und dem
correspondirenden Ansatz am unteren Theil der Büchse η spielt, Fig. 2, 3 und 6. Das betreifende
Schlägerschiffchen wird also von der Barre G2 bei der aufsteigenden Bewegung des
Schlittens mitgenommen werden und dem beweglichen Schläger Ti1, welcher in der Ruhestellung
von der auf den Ständern Z1 angebrachten Traverse r niedergedrückt erhalten wird, gestatten
der Wirkung einer unter ihm angebrachten Feder zu folgen und in seine äufserste, durch
den Obertheil der Büchse η begrenzte Stellung, d. h. mit seinem Kopfende zwischen die Fadenkreuzung
der Klöppel seines Flügelrades zu treten und dieselbe bei seiner fortschreitend aufsteigenden Bewegung zum Flechtpunkt zu
treiben, Fig. 2, 3, 4 und 6.
Kurz vor Erreichung des Flechtpunktes durch den Schläger nx wird der an dem Vorderrande
der Büchse η angebrachte Winkelhebel q, Fig. 6,
dem als Hindernifs in der Schiene J befindlichen Stift ^1 begegnen, indefs vermöge der
Gelenkeinrichtung seines unteren Hebelarmes, die ein entsprechendes Aufklappen bei der Begegnung
in dieser Richtung gestattet, darüber hinweggleiten. Bei der Rückkehr hingegen, wo
die Gelenkwirkung nicht eintritt, wird der Winkelhebel q durch die eintretende Veränderung seiner
Lage den Schläger It1 durch einen in demselben
entsprechend angebrachten Stift, auf den er dann mit seinem längeren Hebelarm drückt, niederdrücken,
und zwar so weit, dafs die am Hintertheil der Büchse η angebrachte Klinke p sich
unter den kurzen Hebelarm des Schlägers U1
zu schieben vermag und so denselben bei seinem weiteren Rückgange in dieser niedergedrückten
Stellung, wo er sich völlig aufser Bereich der Klöppelfäden befindet, sichert. Bei fast beendigtem
Rücklauf des Schlägerschiffchens K stöfst dann die Klinke p vor den betreffenden
Ansatz einer Distanzbüchse m, Fig. 6, und wird
von dieser zurückgedrückt, den Schläger nx befreien
und ihm gestatten, so weit aufzuschlagen, wie die schon früher erwähnte Traverse r es
zuläfst, Fig. 3. Soll nun das Schlägerschiffchen K nicht wieder mitgenommen werden, so hat der
Rapportapparat dem Einstellhebel O1 inzwischen den Rückgang gestattet und ist der Hakenhebel ο
beim Rückgang von k mit seinem unteren Ende durch Aufgleiten auf den Einstellhebel O1 in eine
Stellung gebracht, die der Barre G2 gestattet, ihre hin- und hergehende Bewegung, ohne den
Hakenhebel 0 zu berühren, fortzusetzen.
Die Variante der Klinke p durch die Anordnung der Hakenfeder px in Fig. 7 ist aus der
Zeichnung ersichtlich.
Die Schlägerschiffchen K sind natürlich alle genau zur Erreichung des Flechtpunktes eingestellt
worden und erreichen denselben, bevor dafs die Kurbel JF1 auf ihrem höchsten Ausschlagpunkt
angelangt ist, so dafs der Schlitten G seine aufsteigende Bewegung noch fortsetzt,
wenn die Schlägerschiffchen den Flechtpunkt bereits erreicht haben. Aus diesem Grunde ist
die Barre G2 federnd gelagert und stöfst, sobald
die Schlägerschiffchen den Flechtpunkt erreichen, gegen zwei Stifte zu welche an der Traverse ζ
befestigt sind, Fig. 3 und 4, und durch welche die Barre G2 aufgehalten, dann bei dem weiteren
Aufsteigen des Schlittens in stets gleicher Stellung erhalten wird und ihrerseits die Schlägerschiffchen
erhält, bis dafs beim Rückgang des Schlittens die Kurbel F1 in niedergehender Richtung
die dem vorhergehenden Aufenthaltspunkte der Barre entsprechende Stellung wieder eingenommen
hat und nunmehr die Barre und mit ihr die Schlägerschiffchen, gegen deren betreffenden
unteren Vorsprung die Barre dann andrückt, mit nach unten nimmt.
Für die Barre G2 ist die Anordnung des
federnden Zurückdrückens aus dem Grunde getroffen, um dem Schlägerschiffchen K in der
Stellung am Flechtpunkte längere Ruhe, wie dies sonst der Fall sein würde, zu gestatten,
und wird dies unten weitere Erörterung finden.
Die derart zum Flechtpunkt getriebenen Fadenkreuzungen müssen nunmehr dort aufgenommen
und den Aufnahme walzen in solcher Weise überliefert
werden, dafs das entstandene Geflecht keinerlei Verzerrungen erleiden kann.
Das zu diesem Zweck angeordnete Aufnahmewerk, welches aus den Aufnahme walzen Q Q1
und den beiden Nadelwerken E besteht, ist auf dem die Säulen A oberhalb des Flechtpunktes
verbindenden U-Eisen V angeordnet, und zwar auf einem seitlich hin- und herverschiebbären
Schlitten M, damit das Verfahren der - Handklöppelarbeit, zur Erzielung schönerer Effecte an
gewissen Stellen einzelne Theile der Arbeit mehr wie an anderen Stellen zusammenzudrängen,
oder auch, wie dies bei den Guipurespitzen geschieht, Theile der Arbeit zeitweise
seitlich über die natürliche Lage hinauszuführen, in allen Beziehungen genau nachgeahmt werden
kann.
Will man von diesem Verfahren absehen, so kann dies Aufnahmewerk natürlich auch auf
unbeweglicher Unterlage angeordnet werden.
Den Antrieb dieses Aufnahmewalzwerkes, der Nadelwerke und der zugehörigen Theile vermittelt
die Antriebswelle N, welche von der verticalen Welle D aus mit gleicher Tourenzahl
wie diese selbst betrieben wird.
Auf dieser Antriebswelle N befindet sich verschiebbar, jedoch durch Nuth und Feder gezwungen,
an den Umdrehungen von N theilzunehmen, die hohle Achse s, auf welcher
sämmtliche Antriebe für Walz- und Nadelwerke angebracht sind. Sie ist mit ihrer inneren
Welle N drehbar in auf dem Schlitten M angebrächten kleinen Lagerständern, Fig. 8 und 9,
gelagert und wird durch Stellringe vor seitlicher Verschiebung darin geschützt, mufs also der
seitlichen Verschiebung des Schlittens M selbst folgen.
Zunächst empfangen von dieser hohlen Achse ί aus die Aufnahme walzen Q Q1 ihren Antrieb,
und zwar durch Vermittelung der verticalen .Achse P, welche die horizontale Achse P1 und
durch diese die Schneckenwelle P2 treibt. Die Anordnung der Walzenpaare Q und Q1 ist derart,
dafs die Walzen Q aufser Betrieb gestellt und die Walzen Q1 dann allein die Aufnahme
besorgen können.
Diese Einrichtung ist zu dem Zweck getroffen, theilweise vorgearbeitete Strecken Waare, deren
anderer Theil noch unfertig geblieben, wieder
aus dem Walzwerk zurücktreten und nachträglich fertigstellen zu können, wie dies im Patent
No. 14847 näher beschrieben.
Das Walzenpaar Q1 mufs zu diesem Zwecke
willkürlich getrennt und wieder zusammengebracht werden können, und dient dazu der
Kniehebel t, welcher durch die Druckstange ή und den daran befestigten Winkelhebel t2 mit
dem Rapportapparat in Verbindung steht.
Weiter befinden sich auf der hohlen Achse s zum Betrieb der Nadelapparate vier konische
Räder U1 utl und zwar lose, vor dem Verschieben
jedoch durch Stellringe geschützt. Die Verbindung derselben mit der Achse ί wird durch
Kupplungen, und zwar derart bewirkt, dafs die Einrückung der einen Kupplung die Ausrückung
der zugehörigen bedingt. Der die Kupplungen zu diesem Zweck verbindende Bügel, der dieselben
mit seinen gabelförmigen Enden in ihren eingedrehten Naben sicher umschliefst, ist durch
Hebel, die ihn gleichzeitig vor Drehung schützen, mit dem Rapportapparat verbunden, Fig. 8 und 9.
Je zwei Räder U1 U2 arbeiten mit einem Rade u
und wird durch das Einrücken von U1 oder u%
die Drehungsrichtung von u geändert. Auf der kurzen Welle des Rades u befindet sich am
entgegengesetzten Ende das konische Rad uz,
welches die verticale Welle ν betreibt, und zwar in gleicher Tourenzahl mit der hohlen Achse ί
bezw. der Welle N.
Die verticale Welle ν arbeite^ in verschiedenen
Uebersetzungen mit der Welle V1, und zwar derart, dafs zunächst die lose auf der letzteren
sitzenden Zahnräder bewegt werden, welche durch Kupplungen, die durch Federn und Nuth
gezwungen sind, an den Umdrehungen der Welle V1 theilzunehmen, mit dieser in feste Verbindung
gebracht werden können. Dementsprechend kann, wie aus Fig. 8 und 9 ersichtlich, der Welle V1 je nach der durch den
Rapportapparat in bekannter Weise zu erfolgenden Einrückung einer der drei Antriebskupplungen
eine dreifach verschiedene Geschwindigkeit ertheilt werden. Die Drehung der Welle V1
wird durch Transporteure w auf die Schraubenspindel χ übertragen, deren Mutter X1 traversenförmig
ausgebildet ist. Diese Traverse X1 ist (durch Schrauben einstellbar) mit den Führungsstangen x% verbunden, welche, durch Oesen an
den Walzwerklagerblöcken gleitbar geführt, dieselbe vor Drehung schützen und sie zwingen,
sich bei Drehung der Schraubenspindel χ zu heben oder zu senken.
Am unteren Ende von je zwei Stangen x2
befindet sich ein Nadelwerk R, beide Nadelwerke werden also ebenfalls durch die Drehung
ihrer betreffenden Schraubenspindel χ gehoben oder gesenkt.
Diese Nadelwerke R sind mit den Nadeln y ausgestattet, welche in einer Reihe dicht neben
einander zwischen zwei Führungsplatten angeordnet sind, Fig. 12. Die .Entfernung von
Nadel zu Nadel kann je nach der Qualität der anzufertigenden Spitzen verschieden sein und
können die Nadelwerke leicht ausgewechselt werden. Die einzelnen Nadeln sind in Verbindung
mit Hebeln gebracht, welche durch Druckstangen infolge Federdruckes die Nadeln y
stets vorgestofsen erhalten. Zurückgezogen werden dieselben durch den Anzug des Rapportapparates,
dessen Zugkordeln, wie aus Fig. 1, 2 und 10 ersichtlich, durch ein an dem beweglichen
Schlitten M angebrachtes Harnischblech W ζλχ den Nadelwerken hingeführt werden.
Um nun die durch die Schlägerschiffchen K, wie weiter oben beschrieben, herbeigeführten
Fadenkreuzungen aufzunehmen, wird das eine der Nadelwerke R, während das andere noch die
letzte Maschenreihe der anzufertigenden Klöppelarbeit dicht unter den in diesem Augenblick
aufser Betrieb gestellten Aufnahmewalzen mittelst Nadeln y in geeigneter Weise sichert, sich mit
vollständig zurückgezogenen Nadeln y so weit gesenkt haben, dafs es im Stande ist, die von
den .Schlägerschiffchen herbeigeführten Fadenkreuzungen
durch Vorstofsen von Nadeln y, wie erforderlich, aufzunehmen.
Damit diese Aufnahme sicher erfolgt und die Nadeln hierbei nicht beschädigt werden, ist das
Kopfende der Schläger U1 mit einer Rinne versehen,
die den. Eintritt einer Nadel gestattet, Fig. 6, oder einige Millimeter hoch mit horizontal
liegenden Borsten oder deren Aequivalenten ausgestattet, durch welche eine Nadel g
hindurchzuschlagen und den darüberliegenden Faden aufzunehmen vermag. Die früher erwähnte
Ruhepause der Schlägerschiffchen am Flechtpunkt ist im Interesse der sicheren Ausführung
dieser Leistung angeordnet worden.
. Je nachdem nun eine Masche der fortschreitenden Arbeit aufgenommen werden soll, gestattet der Rapportapparat der betreffenden Nadel y den Vorschlag, und nachdem nach und nach sämmtliche Maschen . derselben Reihe einer Klöppelarbeit, so weit erforderlich, von diesem Nadelwerk aufgenommen, wird dasselbe in der gröfsten Geschwindigkeit, die sein Antrieb durch Einrückung der betreffenden Kupplung seiner Welle V1 gestattet, seine aufsteigende Bewegung vollziehen und seine Maschenreihe so weit heben, dafs dieselbe sich in der richtigen, von dem Muster bestimmten Entfernung von der vorhergehenden, bis, dahin noch von den Nadeln des anderen Nadelwerkes festgehaltenen Maschenreihe befindet. Aus derselben, die nunmehr durch die neue Maschenreihe in ihrer Lage gesichert, werden dann alle Nadeln zurückgezogen und darauf das betreffende Nadelwerk im schnellsten Tempo zur Aufnahme der nun entstehenden Maschenreihe gesenkt.
■ Inzwischen ist auch das Walzwerk, welches . während, dieser Operation des einen Nadelwerkes durch Ausrückung der Walzen Q und Entfernung der Walzen Q1 von einander oder auch durch einen ' auf der hohlen Achse s anzubringenden besonderen Ausrückmechanismus zum Stillstand gezwungen war, wieder eingerückt worden, um das Geflecht so weit aufzunehmen bezw. fortzuführen, bis dafs die zuletzt fertig gewordene Maschenreihe die Lage der vorhergehenden dicht unter den Walzen Q1 eingenommen hat, und im gleichen Tempo folgt das die letzte Maschenreihe haltende Nadelwerk R dem Aufzug des Geflechtes, was durch Einrückung der betreffenden Kupplung seiner
. Je nachdem nun eine Masche der fortschreitenden Arbeit aufgenommen werden soll, gestattet der Rapportapparat der betreffenden Nadel y den Vorschlag, und nachdem nach und nach sämmtliche Maschen . derselben Reihe einer Klöppelarbeit, so weit erforderlich, von diesem Nadelwerk aufgenommen, wird dasselbe in der gröfsten Geschwindigkeit, die sein Antrieb durch Einrückung der betreffenden Kupplung seiner Welle V1 gestattet, seine aufsteigende Bewegung vollziehen und seine Maschenreihe so weit heben, dafs dieselbe sich in der richtigen, von dem Muster bestimmten Entfernung von der vorhergehenden, bis, dahin noch von den Nadeln des anderen Nadelwerkes festgehaltenen Maschenreihe befindet. Aus derselben, die nunmehr durch die neue Maschenreihe in ihrer Lage gesichert, werden dann alle Nadeln zurückgezogen und darauf das betreffende Nadelwerk im schnellsten Tempo zur Aufnahme der nun entstehenden Maschenreihe gesenkt.
■ Inzwischen ist auch das Walzwerk, welches . während, dieser Operation des einen Nadelwerkes durch Ausrückung der Walzen Q und Entfernung der Walzen Q1 von einander oder auch durch einen ' auf der hohlen Achse s anzubringenden besonderen Ausrückmechanismus zum Stillstand gezwungen war, wieder eingerückt worden, um das Geflecht so weit aufzunehmen bezw. fortzuführen, bis dafs die zuletzt fertig gewordene Maschenreihe die Lage der vorhergehenden dicht unter den Walzen Q1 eingenommen hat, und im gleichen Tempo folgt das die letzte Maschenreihe haltende Nadelwerk R dem Aufzug des Geflechtes, was durch Einrückung der betreffenden Kupplung seiner
Welle V1 verahlafst wird. Das andere, zuletzt
gesenkte Nadelwerk nimmt während der Zeit ungehindert die neu herbeigeführten Maschen
auf, und so wird in stets gleicher Weise durch die sich abwechselnden Nadelwerke dem entstehenden
Geflecht Maschenreihe um Maschenreihe zugeführt und gesichert erhalten.
Die abwechselnd auf- und absteigende Bewegung der Nadelwerke R wird, wie schon
früher angedeutet, in erster Linie durch die Einrückung der betreffenden konischen Räder U1
bezw. ^2 veranlafst.
Um die zu dem ebenfalls bereits früher angedeuteten Zweck erforderliche seitliche Bewegung
des Aufnahmewerkes hervorzubringen, wird die Schraube T, deren Mutter sich in
dem beweglichen Schlitten M befindet, nach der einen oder anderen Richtung gedreht. Veranlafst
wird die Drehung der Schraube T durch den Rapportapparat, welcher die Einrückung
einer auf der Welle N angebrachten Kupplung mit einem der beiden zu ihr gehörenden Zahnräder
bewirkt, durch welche die Bewegung dann auf die Welle 5 in dem einen Falle direct, in
dem anderen Falle durch ein Zwischenrad übertragen wird, wie aus Fig. 8 und g näher ersichtlich..
Die Welle S, welche also nach der einen oder anderen Richtung gedreht werden
kann, überträgt ihre Umdrehung durch unterschiedliche Räderübersetzungen, deren Benutzung
vom Rapportapparat aus in der bekannten Weise regulirt wird, auf die Schraube T, und kann
somit derselben in der gleichen Weise, wie dies früher für die Wellen ν und V1 beschrieben, verschiedenartige
Geschwindigkeiten ertheilt werden.
Die seitliche Bewegung des Schlittens bedingt in gewissen Fällen eine entsprechend gröfsere
Breite der Aufnahmewalzen und der Nadelapparate, auch müssen Vorkehrungen getroffen
werden,, um die Längenunterschiede auszugleichen, welche die Zugkordeln des Rapportapparates
(ich bediene mich vorzugsweise der in den Patenten No. 13693 und No. 18370 beschriebenen
Jacquard-Maschine) sowohl bei den seitlichen Verschiebungen des Schlittens, wie.
bei den auf- und absteigenden Bewegungen der Nadelwerke erleiden.
Zur Ausgleichung der geringen Unterschiede der letzteren können zweckmäfsigerweise schraubenförmige
oder andere Federn von geeigneter Stärke eingeschaltet werden, während zur Ausgleichung
der durch gröfsere seitliche Verschiebung des Schlittens M entstehenden Längenunterschiede
der Zugkordeln die in Fig. 13 und 14 dargestellte Vorrichtung dienen kann.
Diese Vorrichtung besteht aus drei Blechen Y, Z und Z1 , welche durch Stangen derart mit
einander verbunden sind, dafs die Bleche in jeder beliebigen Winkelstellung der Stangen
unter sich in paralleler Stellung bleiben. Das Blech Y ist in zweckgeeigneter Weise am Gestell
der Maschine befestigt, während das Blech Z an dem Schlitten M angebracht ist. Die Zugkordeln
zur Jacquard-Maschine sind durch die Bleche geführt, welche, wie Fig. 14 zeigt, demnach
Harnischbleche bilden.
Bei seitlicher Verschiebung des Schlittens verändert sich naturgemäfs die Winkelstellung der
die Bleche verbindenden Stangen zu einander, doch da die Länge der Stangen stets eine constante
ist, so müssen selbstverständlich auch die Längen der Zugkordeln bei den Verschiebungen
des Schlittens constant bleiben.
Das in den Fig. 15 bis 18 zur Darstellung
gebrachte Flechtschema eines Spitzenmusters entspricht dem vorstehend im Einzelnen beschriebenen,
von der Klöppelmaschine auszuführenden Arbeitsprocefs, zu welchem Fig. 19 das
Schema des Klöppellaufes darbietet.
Es sind in letzterem die Klöppel der Reihe nach durch Zahlen bezeichnet, mit denen die
mit den gleichen, aber unterstrichenen Zahlen benannten Fäden im Flechtschema, Fig. 15,
correspondiren. Die in diesem Schema nicht unterstrichenen Zahlen bezeichnen in ihrer
Reihenfolge die den Klöppelpositionen des Klöppellaufschemas entsprechenden Fadenkreuzungen,
und zwar tragen dieselben die Positionsnummern der eben vollendeten Kreuzung.
In Fig. 16 sind die zur Herstellung des Geflechtes erforderlichen Teller der Klöppelmaschine angedeutet, und ist in Beziehung darauf
das Flechtschema, Fig. 15, derart schematisch behandelt, dafs im allgemeinen die in Wirklichkeit
auf irgend einem dieser Teller hergestellten Fadenkreuzungen in der Zeichnung senkrecht
über dem betreffenden Teller stehen.
Ferner sind in Fig. 16 ebenso in schematisch
er Weise die zur Beitreibung der Fadenkreuzungen zum Flechtpunkte erforderlichen
Schläger durch Pfeile angedeutet, welche, von den betreffenden Tellern ausgehend, auf diejenigen
Nadeln der Nadelwerke hinweisen, denen in Wirklichkeit die betreffenden Fadenkreuzungen
durch die Schläger zugeführt werden.
Für jeden Schläger ist ein aus der Normalposition des anzufertigenden Musters sich ergebender
bestimmter Flechtpunkt bezw. eine an dieser Stelle befindliche Nadel der Nadelwerke
vorgesehen, doch kann durch die beschriebene seitliche Verschiebung der letzteren auch jede
andere Nadel, als diejenige der Normalposition an diesem Punkt zur Einstellung gelangen, wie
dies Fig. 17 , in der die numerirten Kreise Nadeln bedeuten, für drei Fälle veranschaulicht.
Fig. 18 stellt das betreffende Spitzenmuster dar, wie es sich unter Mitwirkung der Nadelwerke
nunmehr in Wirklichkeit gestaltet. Es sind in demselben gleichfalls durch numerirte
Kreise die zur Herstellung des Musters erforderlichen Nadeln angedeutet, und zwar in
derjenigen Position, welche sie bei der fort-
Claims (2)
1. Eine Spitzenklöppelmaschine, bei welcher zur
Fixirung der Fadenkreuzungen zwei Systeme von Nadeln wirksam sind, von welchen das
eine nach Mafsgabe der Fig. 3 bis 7 eingerichtet, dem anderen R R die Kreuzungen
zuführt und beide unter Einwirkung des Rapportapparates mit jeder beliebigen Gruppe
ihrer Nadeln zur Benutzung gelangen können.
2. Eine Spitzenklöppelmaschine der unter 1. definirten Art, bei welcher dem Aufnahmewerk
unter Einwirkung eines Rapportapparates seitliche Verschiebungen in beiden Richtungen ertheilt werden können.
Hierzu 5 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE27477C true DE27477C (de) |
Family
ID=303788
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT27477D Active DE27477C (de) | Spitzenklöppelmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE27477C (de) |
-
0
- DE DENDAT27477D patent/DE27477C/de active Active
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