DE2745620C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Gassack-System zum Schutz der Insas
sen eines Kraftfahrzeuges, mit einem Gassack für den Fahrer und
einem in zwei Stufen aufblasbaren Gassack für den Beifahrer und
mit einem Sensorsystem, welches einen ersten und einen zweiten
Schwellwert der Fahrzeugverzögerung bei einem Unfall erfaßt und
durch Abgabe entsprechender Signale in Abhängigkeit vom Errei
chen dieser Schwellwerte das Auslösen der Aufblasvorrichtung
steuert, wodurch beim Erreichen des ersten Schwellwertes der
Gassack für den Beifahrer teilweise aufgeblasen wird und beim
Erreichen des zweiten Schwellwertes die Gassäcke für Fahrer und
Beifahrer vollständig aufgeblasen werden und wobei das voll
ständige Aufblasen mindestens eines der Gassäcke zeitlich ver
zögert bezüglich des Erreichens des ersten Verzögerungsschwell
wertes ausgelöst wird, mit einem Zeitverzögerungsglied, das ein von
dem Sensor bei Überschreitung eines bestimmten Schwellwertes
abgegebenes Signal um eine definierte Zeitspanne verzögert.
Bei bekannten Gassack-Systemen dieser Art hat der dem Fahrer
zugeordnete Gassack im aufgeblasenen Zustand ein Volumen von
etwa 60 Litern, während der dem Beifahrer zugeordnete Gassack
erheblich größer ist und in der ersten Aufblasstufe ein Gasvo
lumen von etwa 80 Litern und in der zweiten Aufblasstufe ein
zusätzliches Gasvolumen von etwa 70 Litern aufnimmt. Das Aufblasen der Gas
säcke erfolgt durch Abbrennen von Feststofftreibsätzen, die mit
kleinen Feststoffraketen vergleichbar sind und während ihres
etwa 20 bis 25 msec dauernden Abbrandes die genannten Gasvolu
mina entwickeln, wobei der Abbrand der Feststofftreibsätze
durch elektrische Zündung sogenannter Zündpillen eingeleitet
wird. Beim Zünden der Treibsätze und beim Entfalten der Gas
säcke entsteht ein scharfer Knall, dessen Schalldruck sehr groß
ist, so daß dieser Knall für die Insassen eines Fahrzeuges
nicht lediglich unangenehm ist, sondern auch zu Verletzungen,
wie etwa Trommelfellrissen führen kann. Um diese Gefahr einzu
schränken, werden bekannte Gassack-Systeme daher abgestuft aus
gelöst, wobei in einer ersten Stufe das erste Teilvolumen des
Beifahrer-Gassackes und in einer zweiten Stufe das Restvolumen
des Beifahrer-Gassackes und der Fahrer-Gassack aufgeblasen
werden. Diese abgestufte Auslösung ermöglicht eine bessere An
passung des Gassack-Systems an die Unfallschwere und vermindert
durch Aufteilung auf die beiden Auslösestufen den maximalen
Schalldruck, dem die Insassen eines Kraftfahrzeuges ausgesetzt
sind. Das die bei einem Unfall auftretende, als negative Beschleunigung meßbare Verzögerung
erfassende Sensorsystem, das einen oder mehrere
übliche Beschleunigungsmeßgeräte umfaßt und bei Erreichen des
unteren Schwellwertes die erste Stufe und bei Erreichen des
zweiten Schwellwertes der Verzögerung die
zweite Stufe des Aufblasvorganges der Gassäcke auslöst, kann so
ausgestaltet werden, daß bei einer bestimmten Aufprallgeschwin
digkeit und -art (z. B. 50 km/h, Frontalaufprall) ein für die
Reduzierung des Schalldruckes maßgeblicher optimaler zeitlicher
Abstand zwischen der ersten und der zweiten Stufe gewährleistet
ist. Eine solche Optimierung ist bei den bekannten Gassack-Sy
stemen aber nur für eine ganz bestimmte Aufprallart und in Ver
bindung mit dieser nur für einen begrenzten Bereich der Auf
prallgeschwindigkeit möglich, d. h. nur für einen kleinen Teil
der insgesamt möglichen Unfallsituationen.
Ein Gassack-System der eingangs genannten Art ist aus der DE-OS
23 39 048 bekannt. Dort ist eine Fahrzeug-Sicherheitseinrich
tung beschrieben, die verzögert arbeitende Zündkapseln und so
fort arbeitende Zündkapseln enthält (Fig. 13 und S. 35 und 36).
Die verzögert arbeitenden Zündkapseln werden bei einer niedri
geren Geschwindigkeit ausgelöst, während die sofort arbeitenden
Zündkapseln bei einer höheren Geschwindigkeit ausgelöst werden.
Es liegt damit eine verzögerte Zündung vor, die jedoch bei ei
ner höheren Aufprallgeschwindigkeit durch eine sofortige Zün
dung übersteuert werden kann, d. h. die Zündung erfolgt entwe
der, wenn die niedrigere Fahrzeuggeschwindigkeit überschritten
wurde und wenn die Verzögerungszeit vorüber ist, oder, wenn die
höhere Fahrzeuggeschwindigkeit überschritten wurde (ODER-Ver
knüpfung). Als Folge dieser ODER-Verknüpfung werden bei einem
Aufprall mit einer Fahrzeuggeschwindigkeit, die über der höhe
ren Geschwindigkeit liegt, sämtliche Gasgeneratoren gleichzei
tig gezündet, wodurch sich die bekannten negativen physiologi
schen Folgen für die Fahrzeuginsassen ergeben, beispielsweise
Trommelfellrisse.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gassack-System zu schaffen,
das unabhängig vom zeitlichen Verlauf der bei einem Unfall auf
tretenden Verzögerung den optimalen Zeitabstand
zwischen dem Auslösen der ersten und dem Auslösen der zweiten
Aufblasstufe des Gassack-Systems gewährleistet.
Gelöst wird die Aufgabe dadurch, daß bei einem Gassack-System
der eingangs genannten Art mindestens ein UND-Glied vorgesehen
ist, dessen einem Eingang das bei Überschreiten des ersten
Schwellwertes abgegebene Sensorsignal zeitverzögert zugeführt
wird und dessen anderem Eingang das bei Überschreiten des zwei
ten Schwellwertes erzeugte Sensorsignal unverzögert zugeführt
wird und dessen Ausgang das Aufblasen der zweiten Stufe des
Beifahrer-Gassacks und/oder das Aufblasen des Fahrer-Gassacks
auslöst.
Mittels der UND-Verknüpfung können die Nachteile der bekannten
Gassack-Systeme vermieden werden. Bei einem Aufprall mit einer
geringen Relativgeschwindigkeit zum Hindernis, bei der die
zweite Schwelle nicht überschritten wird, wird der Fahrer-Gas
sack und die zweite Stufe des Beifahrer-Gassackes nicht aufge
blasen. Bei einem Aufprall mit einer höheren Relativgeschwin
digkeit, bei der die zweite Schwelle überschritten wird, er
folgt die Zündung der verschiedenen Stufen verzögert, so daß
physiologische Nachteile vermieden werden.
Bei einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Gassack-Systemes
weist das Sensorsystem ein weiteres Verzögerungsglied auf, das
das Aufblasen des Fahrer-Gassackes gegenüber dem Auslösen der
ersten Aufblasstufe des Beifahrer-Gassackes um eine definierte
Zeitspanne verzögert, die kürzer ist als die Zeitspanne, um die
das Auslösen der zweiten Aufblasstufe des Beifahrer-Gassackes
gegenüber dem Auslösezeitpunkt seiner ersten Aufblasstufe ver
zögert ist. Wählt man hierbei die kürzere Zeitspanne etwa halb
so groß wie die längere Zeitspanne, d. h. die Folge der Zündvor
gänge etwa zeitlich äquidistant, so ergibt sich eine quasi kon
tinuierliche Schalldruckentwicklung.
Ein Unfall, bei dem sowohl der Beifahrer-Gassack als auch der
Fahrer-Gassack aufgeblasen werden, kann beispielsweise wie
folgt ablaufen:
Ein Fahrzeug, das mit der Geschwindigkeit V fährt, triftet in
einer Kurve zu weit nach außen und streift mit seiner Längssei
te ein entgegenkommendes Fahrzeug. Während der Berührungszeit
wird die Geschwindigkeit des Fahrzeuges stoßartig vermindert,
wobei die insgesamt auftretende Verzögerung derart ist,
daß der erste Schwellwert S 1 erreicht und die erste
Aufblasstufe des Beifahrer-Gassackes gezündet wird. Nach diesem
ersten Zusammenstoß gerät das Fahrzeug ins Schleudern, wobei
sich das Fahrzeug bei gleichzeitiger Drehung um seine vertikale
Trägheitsachse im wesentlichen geradlinig weiterbewegt. Schließ
lich stößt das schleudernde Fahrzeug an ein Hindernis, etwa ei
ne Leitplanke, die in einem spitzen Winkel zur Bewegungsbahn
des Fahrzeuges verläuft. Dabei wird in der Regel unter Verfor
mung der Karosserie und der Leitplanke ein großer Teil der ki
netischen Energie des Fahrzeuges vernichtet und das Fahrzeug
kommt schließlich, nachdem es wieder auf die Fahrbahn zurückge
schleudert worden ist, zum Stehen. Erst wenn das Fahrzeug an
die Leitplanke prallt, wird die Verzögerung so
groß, daß auch der zweite Schwellwert S 2 überschritten und
die zweite Aufblasstufe des Beifahrer-Gassackes gezündet wird,
wenn sowohl der zweite Schwellwert S 2 überschritten als auch
die Zeitverzögerung Δ T 1 verstrichen ist, was gegebenenfalls
erst nach Überschreiten des Schwellwertes S 2 der Fall sein
kann. Je nach Ausführungsform des Gassack-Systems wird dann der
Fahrer-Gassack entweder schon bei Erreichen des zweiten
Schwellwertes S 2 oder gleichzeitig mit der zweiten Aufblas
stufe des Beifahrer-Gassackes aufgeblasen oder nach einer be
stimmten Verzögerungszeit Δ T 2, die kürzer ist als die Verzöge
rungszeit Δ T 1, falls der zweite Schwellwert schon vor Ablauf
dieser zweiten, kürzeren Verzögerungszeit erreicht wird.
Man erkennt, daß bei einem solchen Unfallgeschehen ein Zeitver
lauf der auf das Fahrzeug wirkenden Verzögerung
entsteht, der beim Zusammenstoß der Fahrzeuge ein erstes Maxi
mum und beim Aufprallen des Fahrzeuges gegen die Leitplanke ein
zweites Maximum aufweist; man erkennt auch, daß diese Maxima
erheblich niedriger sind als in dem Fall, in dem das Fahrzeug mit
gleicher Geschwindigkeit gegen eine starre Wand frontal auf
prallt. Trotzdem kann man sich bei der Festlegung der Schwell
werte S 1 und S 2 natürlich auf diesen theoretisch übersicht
lichen Fall beziehen, und man erhält eine für die meisten
praktisch vorkommenden Unfälle optimale Folge der Aufblasvor
gänge, wenn der erste Schwellwert S 1 so festgelegt ist, daß
die erste Aufblasstufe dann aktiviert wird, wenn das Fahrzeug
mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h ± 10% frontal auf eine starre
Wand aufprallt, und wenn der zweite Schwellwert S 2 so festge
legt wird, daß die Aktivierung der zweiten Aufblasstufe des
Beifahrer-Gassackes bzw. das Aufblasen des Fahrer-Gassackes
dann erfolgt, wenn das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von
25 km/h frontal auf eine starre Wand aufprallt.
Welche Werte am günstigsten sind, mag von Fahrzeugtyp zu Fahr
zeugtyp etwas verschieden sein, so daß die optimalen Werte, die
um ±10% variieren können, gegebenenfalls experimentell ermit
telt werden müssen.
Das eines oder mehrere Beschleunigungsmeßgeräte aufweisende Sen
sor-System, das die Steuersignale für die die Aufblasvorrich
tungen steuernden Zündendstufen erzeugt, kann so ausgebildet
sein, daß diese Steuersignale, die mit den Schwellwerten S 1
und S 2 zu vergleichen sind, dem jeweiligen Wert der Verzöge
rung proportional sind. Den verschiedenen Auf
blasstufen sind dann ganz bestimmte Momentanwerte der Verzöge
rung zugeordnet.
Besonders vorteilhaft ist es aber auch, wenn diese Steuersigna
le zu dem Zeitintegral ∫b(t)bt der im Verlauf des Unfallgesche
hens auftretenden Verzögerung b(t) proportional
sind. Hierzu kann das beschleunigungsproportionale Spannungs
ausgangssignal eines Beschleunigungsmeßgerätes einem üblichen
Integrationsglied zugeführt sein, dessen mit den Schwellwer
ten S 1 und S 2 zu vergleichendes Ausgangssignal dann im wesent
lichen der Spannungs-Zeitfläche unter einer in üblicher Weise
aufgetragenen Beschleunigungs-(Spannungs-)/Zeit-Kurve proporti
onal ist. Den beiden verschieden hohen Schwellwerten S 1 und
S 2 entsprechen die verschieden großen Werte dieser Fläche bzw.
des Zeitintegrals der Verzögerung.
Im Vergleich zu einem Gassack-System, das lediglich auf be
stimmte Momentanwerte der Verzögerung anspricht,
hat man hier den Vorteil, daß beispielsweise die zweite Auf
blasstufe auch dann aktiviert wird, wenn die Verzögerung
nach der Aktivierung der ersten Zündstufe zwar nur
noch wenig ansteigt, dafür aber verhältnismäßig lange aufrecht
erhalten bleibt oder wenn auf einen ersten Aufprall mehrere
weitere folgen, die für sich allein nur zur Aktivierung der er
sten Aufblasstufe führen würden.
Um nun aber zu verhindern, daß bei einem kontrollierten Brems
vorgang, bei dem das Fahrzeug von einer sehr hohen Anfangsge
schwindigkeit scharf auf eine niedrigere abgebremst wird, wobei
über einen verhältnismäßig langen Zeitraum erhebliche Werte der
Verzögerung erreicht werden, das Gassack-System
ebenfalls aktiviert wird, weil das Zeitintegral der Verzöge
rung dann ebenfalls Werte annehmen würde, die
mit den bei einem Unfall auftretenden vergleichbar wären, ist
es zweckmäßig, daß das mit den Schwellwerten zu vergleichende
Signal mit einer Zerfalls-Konstanten geeigneter Größe abnimmt,
was mit einfachen elektronischen Mitteln realisierbar ist. Es
versteht sich, daß diese Zeitkonstante erheblich größer sein
muß als die Verzögerungszeit T 1 und in der Größenordnung einer
oder mehrerer Sekunden liegen kann.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles
anhand der Zeichnung, die ein erfindungsgemäßes Gassack-System
mit einer Sensor-Einrichtung und einem Beschleunigungsmeßgerät
zeigt.
Das in der Figur dargestellte Gassack-System (Airbag-System)
für einen nicht näher dargestellten Personenkraftwagen weist
einen Gassack (1) für den Fahrer und einen Gassack (2) für den
Beifahrer, Aufblasvorrichtungen (3 und 4) mit nicht näher dar
gestellten elektrisch aktivierbaren Zündpillen, die einen Fest
stoff-Treibsatz zünden, der in einer durch die Zündung einge
leiteten chemischen Reaktion die zum Aufblasen der Gassäcke (1
und 2) erforderliche Gasmenge entwickelt und eine Sensor-Ein
richtung (21) mit einem Beschleunigungsmeßgerät (22) auf. Die Auf
blasvorrichtung (4) für den Beifahrer-Gassack hat eine erste
Zündkammer (14) und eine zweite Zündkammer (16), die beide über
eine Gasdüse mit dem Innenraum des Beifahrer-Gassackes (2) kom
munizierend verbunden sind.
Bei der Sensor-Einrichtung (21) ist das Beschleunigungsmeßge
rät (22) vorgesehen, das ein Spannungs-Ausgangssignal erzeugt,
das in einer monotonen Relation mit der von dem Beschleuni
gungsmeßgerät (22) erfaßten Verzögerung an
steigt, beispielsweise zu diesem proportional ist. Das Aus
gangssignal des Beschleunigungsmeßgerätes (22) ist als Steuer-
Eingangssignal einer ersten Zündendstufe (23) zugeführt, die
dieses Eingangssignal mit einem unteren Schwellwert S 1 ver
gleicht und über eine Ausgangsleitung (24) ein Spannungs-Aus
gangssignal mit vorzugsweise konstantem Pegel abgibt, sobald
der untere Grenzwert S 1 der Verzögerung über
schritten ist. Das Ausgangssignal des Beschleunigungsmeßgerätes
(22) ist weiter als Eingangssignal einer zweiten Zündendstufe
(26) zugeführt, die dieses Eingangssignal mit einem zweiten,
höheren Schwellwert S 2 vergleicht und ein Konstant-Spannungs-
Ausgangssignal an der Ausgangsleitung (27) erzeugt, sobald der
höhere Schwellwert S 2 überschritten wird. Über die Ausgangs
leitung (24) der ersten Zündendstufe (23) wird an die Zündpille
der ersten Zündkammer (14) der Aufblasvorrichtung (4) des Bei
fahrer-Gassackes (2) die Zündspannung für die erste Aufblasstu
fe des Beifahrer-Gassackes geführt.
Über ein erstes Zeitverzögerungsglied (28) mit einer Verzöge
rungszeit Δ T 1 von etwa 18 msec ± 4,5 msec liegt das Ausgangs
signal der ersten Zündendstufe (23) an dem einen Eingang (29)
eines ersten Zwei-Eingangs-UND-Gliedes (30), dessen anderem
Eingang (31) über die Leitung (27) das Ausgangssignal
der zweiten Zündendstufe (26) zugeführt ist. Die Ausgangslei
tung (32) dieses ersten UND-Gliedes (30) ist die Zündsignallei
tung für die Zündpille der zweiten Zündkammer (16) für die
zweite Aufblasstufe des Beifahrer-Gassackes (2).
Über ein zweites Zeitverzögerungsglied (33) mit einer Verzöge
rungszeit Δ T 2 von etwa 9 ± 2 msec liegt das Ausgangssignal der
ersten Zündendstufe (23) an dem einen Eingang (34) eines zwei
ten Zwei-Eingangs-UND-Gliedes (35), dessen anderem Eingang (36)
das Ausgangssignal der zweiten Zündendstufe (26) zugeführt ist.
Die Ausgangsleitung (37) dieses zweiten UND-Gliedes (35) ist
die Zündsignalleitung für die Zündpille der Aufblasvorrichtung
(3) des Gassackes (1).
Die Wirkungsweise dieser Schaltung ist die folgende:
Bei Erreichen des ersten Schwellenwertes S 1 wird die erste Auf
blasstufe des Beifahrer-Gassackes ausgelöst, während der in ei
nem Zeitraum von etwa 30 msec das erste Teilvolumen 2′ des Bei
fahrer-Gassackes aufgeblasen wird. Sofern der zweite Schwellen
wert S 2 früher als 9 msec nach dem Auslösen der ersten Aufblas
stufe erreicht wird, zündet nach 9 msec, d. h. nach Ablauf der
Verzögerungszeit Δ T 2 des zweiten Verzögerungsgliedes (33) die
Zündpille der Aufblasvorrichtung (3) für den Fahrer-Gassack
(1), und es wird dieser innerhalb von etwa 30 msec aufgeblasen.
Nach weiteren 9 msec, d. h. nach Ablauf der Verzögerungszeit Δ T 1
des zweiten Verzögerungsgliedes (28) wird die Zündpille der
zweiten Zündkammer (16) gezündet und das restliche Volumen des
Beifahrer-Gassackes (2) aufgeblasen. Wird das Zündsignal für
die Aufblasvorrichtung (3) des Fahrer-Gassackes das Ausgangs
signal des ersten Zwei-Eingangs-UND-Gliedes (30) ausgenutzt, so
können das zweite Zeit-Eingangs-UND-Glied (35) und das zweite
Zeitverzögerungsglied (33) entfallen.
Claims (7)
1. Gassack-System zum Schutz der Insassen eines Kraftfahr
zeuges, mit einem Gassack für den Fahrer und einem in zwei Stu
fen aufblasbaren Gassack für den Beifahrer und mit einem Sen
sorsystem, welches einen ersten und einen zweiten Schwellwert
der Fahrzeugverzögerung bei einem Unfall erfaßt und durch Abga
be entsprechender Signale in Abhängigkeit vom Erreichen dieser
Schwellwerte das Auslösen der Aufblasvorrichtung steuert, wo
durch beim Erreichen des ersten Schwellwertes der Gassack für
den Beifahrer teilweise aufgeblasen wird und beim Erreichen des
zweiten Schwellwertes die Gassäcke für Fahrer und Beifahrer
vollständig aufgeblasen werden und wobei das vollständige Auf
blasen mindestens eines der Gassäcke zeitlich verzögert bezüg
lich des Erreichens des ersten Verzögerungsschwellwertes ausge
löst wird, mit einem Zeitverzögerungsglied, das ein von dem
Sensor bei Überschreitung eines bestimmten Schwellwertes abge
gebenes Signal um eine definierte Zeitspanne verzögert, gekenn
zeichnet durch mindestens ein UND-Glied (30 bzw. 35), dessen
einem Eingang (29 bzw. 34) das bei Überschreiten des ersten
Schwellwertes (S 1) abgegebene Sensorsignal zeitverzögert zuge
führt wird und dessen anderem Eingang (31 bzw. 36) das bei
Überschreiten des zweiten Schwellwertes (S 2) erzeugte Sensor
signal unverzögert zugeführt wird und dessen Ausgang (32 bzw.
37) das Aufblasen der zweiten Stufe (16) des Beifahrergassacks
(2) und/oder das Aufblasen des Fahrergassacks (1) auslöst.
2. Gassack-System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verzögerungszeit (Δ T 1) eines ersten Verzögerungsgliedes (28)
zwischen 15 und 20 msec beträgt.
3. Gassack-System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Sensorsystem (21) ein weiteres Verzögerungs
glied (33) aufweist, das das Aufblasen des Fahrer-Gassackes (1)
gegenüber dem Auslösen der ersten Aufblasstufe des Beifahrer-
Gassackes (2) um eine definierte Zeitspanne (Δ T 2) verzögert,
die kürzer ist als die Zeitspanne (Δ T 1), um die das Auslösen
der zweiten Aufblasstufe des Beifahrer-Gassackes (2) gegenüber
dem Auslösezeitpunkt seiner ersten Aufblasstufe verzögert ist.
4. Gassack-System nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verzögerungszeit (Δ T 2) des zweiten Verzögerungsgliedes
(33) etwa halb so groß ist wie die Verzögerungszeit (Δ T 1) des
ersten Verzögerungsgliedes (28).
5. Gassack-System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der niedrigere Schwellwert (S 1) so
festgelegt ist, daß die Aktivierung der ersten Aufblasstufe zu
mindest dann erfolgt, wenn das Fahrzeug mit einer Geschwindig
keit von mindestens 19 km/h ± 10% frontal auf eine starre Wand auf
prallt.
6. Gassack-System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der höhere Schwellwert (S 2) so
festgelegt ist, daß die Aktivierung der zweiten Aufblasstufe
des Beifahrer-Gassackes und/oder des Fahrer-Gassackes erfolgt,
wenn das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von mindestens 25
km/h ± 10% frontal auf eine starre Wand aufprallt.
7. Gassack-System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das mit den Schwellwerten (S 1 und
S 2) zu vergleichende mit dem zeitlichen Ablauf der Verzöge
rung verknüpfte Ausgangssignal des Sensor-Sy
stems dem Zeitintegral ∫b(t)bt der zeitlich variierenden Ver
zögerung b(t) proportional ist.
Priority Applications (5)
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ID=6021139
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| DE102004014626A1 (de) * | 2003-12-23 | 2005-07-21 | Daimlerchrysler Ag | Verfahren zur Auslösung von Stufen einer mindestens zweistufigen Airbag-Rückhaltevorrichtung |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB2005887B (en) | 1982-07-14 |
| FR2405844B1 (de) | 1984-06-01 |
| GB2005887A (en) | 1979-04-25 |
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| US4243248A (en) | 1981-01-06 |
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| DE2745620A1 (de) | 1979-04-12 |
| FR2405844A1 (fr) | 1979-05-11 |
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