DE2744185B2 - Verfahren zur dauerhaften Fixierung eines vernetzten Polydiorganosiloxans auf der Oberfläche von Polyamid- oder Polyesterfasern und/bzw. oder CeUulosefasem - Google Patents
Verfahren zur dauerhaften Fixierung eines vernetzten Polydiorganosiloxans auf der Oberfläche von Polyamid- oder Polyesterfasern und/bzw. oder CeUulosefasemInfo
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Description
Aus obigen Ausführungen ist ersichtlich, daß es bisher kein Verfahren gibt, durch das sich die Eigenschaften
von Polyamid- oder Polyesterfasern und bzw. oder
v, Cellulosefasern durch dauerhafte Fixierung eines Oberflächenüberzugs aus einem bestimmten vernetzten
Polydiorganosiloxan in einfacher Weise verbessern lassen. Aufgabe der Erfindung ist daher die Schaffung
eines hierzu geeigneten neuen Verfahren.«, und diese
Mi Aufgabe wird erfindungsgemäß in der aus den
Ansprüchen hervorgehenden Art und Weise gelöst.
Beim vorliegenden Verfahren werden im Gegensat/,
zum oben diskutierten Stand der Technik, zur entsprechenden Textilausrüstung keine Diorganosiloxa-
<>■> nc verwendet, sondern bestimmte flüssige Polydinrganosiloxane.
die mercaptoeslerhaltige Kohlcnwasserstoffgruppen aufweisen und die gleich/eilig den Vorteil
haben, daß sie sich ohne Verwendung eines speziellen
Katalysators zur Fixierung auf den Fasern dauerhaft vernetzen lassen.
Gerade die Verwendung dieser besonderen Polydiorganosiloxane bringt den weiteren Vorteil mit sich, daß
sich die entsprechenden Fasern hierdurch nach einem verhältnismäßig einfachen Verfahren ausrüsten lassen,
das praktisch nur aus zwei Stufen besteht, nämlich einer Behandlung der Fasern mit dem flüssigen Polydiorganosiloxan und einer anschließenden Vernetzung dieses
Polydiorganosiloxans durch einfaches Erhitzen, ohne daß hierzu ein Katalysator verwendet werden muß.
Die für das erfindungsgemäße Verfahren besonders geeigneten Fasern sind Polyamidfasern, wie Nylonfasern, oder Polyesterfasern, wie Polylthylenterephthalatfasern {PET), und bzw. oder Cellulosefaser^, wie sie
zur Herstellung orientierter und nichtorientierter Textilien verwendet werden, wie Endlosfäden, Fäden,
Garne, Fasern, Gewebe, wie gewebte Stoffe, Wirkwaren und Faservliesen, bzw. Vliesstoffen sowie Faserfüllungen. Diese Fasern ergeben bei der erfindungsgemä-
Ben Behandlung die größte Verbesserung des Griffs.
Das erfindungsgemäß auf die Oberfläche der Fasern aufgebrachte Polydiorganosiloxan kann ausschließlich
aus einem flüssigen Polydiorganosiloxan der angegebenen Art bestehen. Ist dieses Poiydiorganosiloxan jedoch
bei den jeweils angewandten Behgndlungsbedingungen
nicht flüssig, dann läßt es sich mit Hilfe geeigneter Methoden in eine Flüssigkeit überführen, beispielsweise
indem man ein entsprechendes nichtflüssiges Polydiorganosiloxan in einem geeigneten Medium, wie einer m
organischen Flüsigkeit oder Wasser auflöst, dispergiert
oder emulgiert, und so in eine flü«ige Form überführt.
Natürlich kann man hierbei statt des nichtflüssigen Polydiorganosiloxans oder zusätzlich zu diesem auch
ein flüssiges Polydiorganosiloxan verwenden. Ge- r> wünschtenfalls kann das beim vorliegenden Verfahren
verwendete Oberflächenbehandlungsmittel neben dem Polydiorganosiloxan auch noch übliche Hilfsstoffe
enthalten, wie Pigmente, Emulgiermittel, Flammschutzmittel, Weichmacher, antistatische Mittel oder Duftstof-
Se.
In vielen Fällen ist es erwünscht, auf der Oberfläche
der jeweiligen Fasern eine nur sehr geringe Menge Polydiorganosiloxan dauerhaft zu fixieren, beispielsweise weniger als 1 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der ~r>
Fasern. Zu diesem Zweck wird am besten mit einer verdünnten Lösung, Suspension oder Emulsion des
jeweiligen Polydiorganosiloxans gearbeitet.
Die Viskosität des flüssigen Oberflächenbehandlungsmittels auf Polydiorganosiloxanbasis ist nicht kritisch. ~>
<> Das Mittel sollte so fließfähig sein, daß es beim vorliegenden Verfahren angewandt werden kann, d. h.
es sollte bei Umgebungsbedingungen auf die gewünschte Oberfläche der Fasern aufgebracht werden können.
Die Flüchtigkeit des Polydiorganosiloxans sollte ausrei- v> chend niedrig sein, so daß mindestens ein Teil des
Materials bei Umgebungsbedingungen in Kontakt mit der Oberfläche der Fasern steht, so daß es dauerhaft an
der Oberfläche der Fasern gebunden wird.
Das Polydiorganosiloxan besitzt bei 25°C eine m>
Viskosität von mindestens 2OmPa · s (Millipascal-Sekunden, 20 cp). Es besteht jedoch keine kritische
Obergrenze für die Viskosität des Polydiorganosiloxans. Vorteilhafte Ergebnisse hinsichtlich des Griffs des
Textilmaterial* erzielt man dann, wenn das zur ■>
Behandlung der Textilfascrn verwendete Polydiorganosiloxan eine Viskosität von weniger als etwa 100 Pa · s
und optimal von weniger als 10 Pa · besitzt.
Das Polydiorganosiloxan besteht im wesentlichen aus zwei Arten von Siloxaneinheiten, d. h. Siloxaneinheiten
A), die nur von Schwefel freie organische Gruppen aufweisen und Siloxaneinheiten B), die schwefelhaltige
organische Gruppen tragen. Jede dieser Siloxaneinheiten kann eine difunktionelle Einheit sein, d.h. eine
Einheit in der Kette des Polymeren oder kann eine monofunktionelle Einheit sein, d.h. eine endrtändige
Einheit Es versteht sich ferner, daß das Polydiorganosiloxan weiterhin geringe Mengen SiO^-Siloxaneinheiten
und trifunktionelle Siloxaneinheiten aufweisen kann, vorausgesetzt, daß das Polydiorganosiloxan kein Gel
bildet In dem Polydiorganosiloxan können auch geringe Mengen von an Silizium gebundenen Hydroxylgruppen
vorliegen.
Das Polydiorganosiloxan kann im wesentlichen aus irgendeiner Kombination aus Siloxaneinheiten A) und
Siloxaneinheiten B) aufgebaut sein, vorausgesetzt, daß in dem Polydiorganosiloxan mindestens zwei Mercaptoalkylgruppen oder eine Mercaptoalkylgruppe und eine
niedrigmo'iekuiare Aikoxygruppe vorliegen. Die SH-oxaneinheiten B) können Einheiten in der Polymerkette
und bzw. oder endständige Einheiten sein und können unabhängig voneinander eine zweiwertige und bzw.
oder eine dreiwertige schwefelhaltige Gruppe der nachstehenden Art tragen. Vorzugsweise enthalten die
Siloxaneinheiten B) nicht mehr als etwa 10% der gesamten Siloxaneinheiten des Polydiorganosiloxans.
Die schwefelfreien Siloxaneinheiten entsprechen der folgenden allgeme<r.en Formel:
R,,Si(OR"),„O4-„r_;
in der
/7 1, 2 oder 3 und m 0, 1 oder 2 mit der Maßgabe
bedeuten, daß in irgendeiner Siloxaneinheit A) der Gesamtwert von m+π einen Wert von 2 oder 3 besitzt.
Somit schließen Siloxaneinheiten K), die difunktionell sind und daher Einheiten in der Polymerkette des
Polydiorganosiloxans darstellen. Gruppen der Formel
während Siloxaneinheiten A), die endständige Einheiten des Polydiorganosiloxans darstellen, monofunktionell
sind und Gruppen der folgenden Formeln umfassen:
Die Gruppen R" der Siloxaneinheiten A) können niedrigmolekulare Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen einschließlich sein, wie Methylgruppen,
Äthylgruppen, Isopropylgruppen, Butylgruppen, tert.-Butylgruppen und Hexylgruppen, vorzugsweise jedoch
Methylgruppen.
Die Gruppen R der Siloxaneinheiten A) enthalten 1 bis einschließlich 18 Kohlenstoff atome, die frei von
ungesättigten Gruppen sind. Es kann sich hierbei um einwertige Kohlenwasserstoffgruppen, wie niedrigmolekulare Alkylgruppen der oben definierten Art und
höhere Alkylgruppen, wie Octylgruppen, Isooctyigruppen, Decylgruppen und Octadecylgruppen, cycloaliphatischer Gruppen, wie Cyclohexylgruppen und Methylcyclopentylgruppen; Arylgruppen, wie Phenylgruppen;
Aralkylgruppen, wie Benzylgruppen; und Alkarylgruppen. wie Tolylgruppen; und bzw. oder halogenierte.
einwertige Kohlenwasserstoffgruppen, wie 3-Chlorpropylgruppen, 3.3,3-Trifluorpropylgruppen, Chlorphenylgmppen,i*,A,<x-Trifluortolylgruppcn und Pentafluorben-
zylgruppen handeln. Vorzugsweise steht die Gruppe R
jedoch for eine Methylgruppe,
Die schwefelhaltigen Siloxaneinheiten B) entsprechen der folgenden allgemeinen Formel:
in der
R und R" unabhängig voneinander die oben bezüglich der Siloxaneinheiten A) angegebenen Bedeutungen
beritten. Vorzugsweise bedeuten die Gruppen R und R" der Siloxaneinheiten B) Methylgruppen.
Die Gruppe R' ist eine gesättigte zweiwertige oder eine gesättigte dreiwertige Gruppe, die Ober mindestens
eine Kohlenstoff-Siliziusn-Bindung an das Siliziumatom
und über eine Kohlenstoff-Schwefel-Bindung an das Schwefelatom gebunden ist Beispiele für zweiwertige
Gruppen R' sind Gruppen der folgenden Formeln
-CH2-
-CH2CH1-
-CH2CH2CH2- -CH(CH3)CH2-
-CH2CH2CH2CHj-
-CH2
Die Werte von d, χ und y in den Siloxaneinheiton B)
können in Abhängigkeit von der Art der Gruppe R'
variieren.
Somit ist, wenn die Gruppe R' eine dreiwertige Gruppe darstellt, d=2, während die Werte von x.yund
χ+y unabhängig voneinander 0 oder 1 sind Difunktionelle Siloxaneinheiten B), d. h. in der Polyraerkette des
Polydiorganosiloxans stehende Siloxaneinheiten B), die
eine schwefelhaltige dreiwertige Gruppe tragen, schließen Gruppen der Formel
HSR1SiO2Z2
ein. Monofunktionelle, & h. endständige Siloxaneinheiten B) in dem Polydiorganosiloxan, die eine schwefelhaltige dreiwertige Gruppe tragen, schließen Gruppen der
folgenden Formeln
HSR1Si(RPw2 und HSR'Si(RO")O,/2
ein.
Wenn R' eine zweiwertige Gruppe darstellt, ist d=3,
während χ und y unabhängig voneinander 0,1 oder 2 mit
der Maßgabe bedeuten, daß in jeder Siloxaneinheit B) der Gesamtwert von χ+y 1 oder 2 beträgt Monofunktionelle Siloxaneinheiten B) des Polydiorganosiloxans,
die eine zweiwertige Gruppe K' tragen, schließen Gruppen der folgenden Formeln
HSR7Si(R)2Ou2, HSR'Si(OR")2O„2und
HSR'Si(RXOR"P,/2
ein. Difunktionelle Siloxaneinheiten B) in dem Polydiorganosiloxan, die eine zweiwertige Gruppe R' aufweisen,
umfassen Gruppen der folgenden Formeln
Die Propylengruppe ist bevorzugt. Beispiele für
dreiwertige Gruppen R' sind die Gruppen der folgenden Formeln.·
-CH2CH2CHCH2-
Trifunktionelle Siioxaneinheiten, die in geringeren
Mengen in dem Polydiorganosiloxan vorhanden sein können, umfassen Gruppen der folgenden Formeln
4n worin R' für eine zweiwertige Gruppe steht
Bevorzugte Siloxaneinheiten des Polydiorganosiloxans sind Gruppen der folgenden Formeln
-CH2CH2CH2CH-
-CH2CH(CH3)CHCH2-
-CH2CH(CH3)C(CH3)CH2-
-CH2CH2CHCH2CH2-
-CH2CHCH2CH(CH1)-
Me2SiO2Z2 M
MeSi(OMe)2O1Z2 MeSi(OMe)O2/2
-CH2CH2CH2CHCH2-
Die dreiwertigen Gruppen R' sind über zwei ihrer Kohlenstoffatomc durch Einfachbindungen an das
Siliziumatom gebunden, wobei diese Kohlenstoffatome durch mindestens ein Kohlenstoffatom, das nicht an das
Siliziumatom gebunder ist, voneinander getrennt sind.
-SH
-SH
MeO O1,,
worin Me für die Methylgruppe steht.
Zur Modifizierung der Oberfiächeneigenschaften von Fasern sind Polydiorgano'.iloxane bevorzugt, bei denen
mindestens 50% der an Silizium gebundenen einwerti- j«
gen organischen Gruppen Methylgruppen sind. PoIydiorganosiloxane, bei denen die Mehrzahl, vorzugsweise
mehr als 90%, der Siloxaneinheiten Dimethylsiloxaneinheiten darstellen, sind zur Modifizierung der Oberflächeneigenschaften
von Textilmaterialien unter Bildung j-, von Produkten mit verbessertem Griff bevorzugt.
Ein für das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugtes Polydiorganosiloxan ist ein 3-Mercaptopropyldimethoxysiloxanendgruppen
aufweisendes flüssiges Polydimethylsiloxan mit einer Viskosität bei 25°C von 50 bis
5000 mPa · s. Ein weiterhin für das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugtes Polydiorganosiloxan ist ein
endständige Trimethylsiloxangruppen aufweisendes Polydiorganosiloxan
mit einer Viskosität bei 25°C von 50 bis 5000 mPa · s, das überwiegend aus Siloxaneinheiten 4-,
der Formel
Me2SiO
und zum geringeren Anteil, vorzugsweise zu 1 bis 5 Mol-% aus Siloxaneinheiten der Formel
HS(CH2)^Si(Me)O22
aufgebaut ist Die bevorzugten flüssigen Zubereitungen für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind wäßrige Emulsionen der bevorzugten Polydiorganosiloxane.
Die für das erfindungsgemäße Verfahren geeigneten Polydiorganosiloxane sind bekannt
Polydiorganosiloxane mit zweiwertigen Gruppen R' sind in der US-PS 35 35 145 beschrieben, in der auch die μ
Herstellung von geeigneten schwefelhaltigen Polydiorganosiloxanen beschrieben ist.
Polydiorganosiloxane, die dreiwertige Gruppen R' aufweisen, sind in der US-PS 36 55 713 beschrieben, in
der auch die Herstellung von geeigneten schwefelhaiti- e5
gen Polydiorganosiloxanen angegeben ist
Man kann ein für das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugtes Polydiorganosiloxan dadurch herstellen.
daß man geeignete Mengen eines Siloxnns der Formel HSCH2CH2CHjSi(OCH,))
und eines endständige Hydroxylgruppen aufweisenden Polydtmethylsiloxans geeigneter Viskosität vermischt.
Dann zieht man Methanol aus der Mischung ab und erhält ein fluide!;, 3-Mercaptopropyldimethoxysiloxanendgruppen
aufweisendes Polydimethylsiloxan.
Ein weiteres, für das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugtes Polydiorganosiloxan kann dadurch hergestellt
werden, daß man geeignete Mengen Hexamethyldisiloxan, Dimethylcyclopolysiloxan und hydrolysiertes
Methyl-3-mercaptopropyl-dimethoxysilan in Gegenwart
eines Äquilibrierungskatalysators, wie CFjSOiH
vermischt, so daß man ein endständige Trimethylsiloxangruppen aufweisendes Polydiorganosiloxan erhält,
das aus 95 bis 99 Mol-% Dimethylsiloxaneinheiten und I bis 5 Μο!-% Mi*ihw!-3-m£rc2rvior*ror**/!-5i!G^2neirihciic"
aufgebaut ist.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann man Jie flüssige Zubereitung in irgendeiner geeigneten Weise
auf die Oberfläche uer Fasern aufbringen, beispielsweise durch Aufstreichen, Klotzen, Spülen, Tauchen, Sprühen.
Stäuben, durch thermische Übertragungsverfahren und mit Hilfe von Wirbelschichtmethoden. Die flüssige
Zubereitung kann je nach Wunsch auf die gesamte Oberfläche f*or Fasern oder nur auf einen Teil der
Oberfläche aufgetragen werden.
Das aufgebrachte Polydiorganosiloxan kann dadurch vernetzt werden, daß man es auf eine Temperatur von
mehr als Raumtemperatur, vorzugsweise auf eine Temperatur von mehr als etwa 50°C bis zu einer
Temperatur erhitzt, die unterhalb der Schmelztemperatur oder der Zersetzungstemperatur der Fasern oder
des Poiydiorganosiloxans liegt. Natürlich kann man das aufgebrachte Polydiorganosiloxan gewünschtenfalls
auch mit Hilfe üblicher Methoden, beispielsweise unter Verwendung eines Katalysators und bzw. oder Härters
für siliziumgebundene Alkoxygruppen oder schwefelhaltige Gruppen vernetzen oder zusätzlich in dieser
Weise vernetzen. Das Erhitzen kann während irgendeiner geeigneten Zeitdauer erfolgen, vorausgesetzt, daß
die Faser während einer wirksamen Zeitdauer mit dem Polydiorganosiloxan in Kontakt steht. Eine wirksame
Zeitdauer steht für einen Zeitraum bei einer angewandten Heiztemperatur, der so groß ist, daß das
Polydiorganosiloxan vernetzt und dauerhaft an der Oberfläche der Fasern fixiert wird. Somit muß die
flüssige Zubereitung während oder nach ihrem Auftrag auf die Oberfläche der Fasern auf diese Temperatur
erhitzt werden. Es wird nicht empfohlen, das Polydiorganosiloxan auf mehr als etwa 100° C zu erhitzen, bevor
man es auf die Fasern aufträgt, da hierbei ein unerwünschtes Vernetzen des nichtaufgebrachten Poiydiorganosiloxans
eintreten kann.
Das Erhitzen der Zubereitung kann in irgendeiner geeigneten Weise oder durch eine Kombination von
solchen Methoden erreicht werden, beispielsweise durch Bestrahlen mit infraroter Strahlung, durch die
Verwendung eines geeigneten heißen Fluids, wie heißer Luft oder Dampf, durch Erhitzen mit elektrischen
Heizelementen oder durch Erhitzen mit Hilfe von Mikrowellea Alternativ kann man die Flüssigkeit auch
auf erhitzte Fasern aufbringen.
Der Gegenstand, dessen Fasern mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens modifiziert werden,
kann ausschließlich aus Fasern aus einem Kondensationspolymeren und bzw. oder Cellulosefasern bestehen
oder kann auch andere Bestandteile enthalten, die keine Fasern aus Kondensationspolymeren oder Cellulose
darstellen. Beispielsweise liegt es im Rahmen der Erfindung, Fasern eines Textilmaterial zu behandeln,
das zusätzliche Faserbestandteile, wie Wollfasern, Glasfasern, Vinyl-polymerfasern oder Metallfasern
enthält. Die Oberfläche dieser anderen Bestandteile kiiiin gegebenenfalls gleichzeitig modifiziert werden.
Nachdem die Fasern behandelt worden sind, d. h. nachdem die flüssige Zubereitung aufgebracht und in
der oben beschriebenen Weise auf eine geeignete Temperatur erhitzt worden ist, ist das Polydiorganosiloxan
vernetzt und dauerhaft an der Oberfläche der lasern fixiert.
Der Ausdruck »dauerhaft fixiert« bedeutet, daß das vernetzte Polydiorganosiloxan bei 10 Maschinenwaschvorgängen
nach der Untersuchungsmethode AATCC Nr. 124-1973 nicht in merklichem Ausmaß von der
Oberfläche der Fasern abgewaschen wird.
Der Ausdruck »vernetztes Polydiorganosiloxan« stellt dafür, daß das dauerhaft fixierte Polymere sich bei
keiner der im folgenden näher erläuterten Methoden in Toluol lösen läßt. Somit ist das Polydiorganosiloxan als
vernetzt anzusehen, wenn es
1. bei einer Tempert tür unterhalb der Schmelztemperatur
der Fasern nicht von der Oberfläche der Fasern abgelöst werden kann oder
2. das Polymere in Toluol unlöslich ist, wenn man die Fasern auflöst, schmilzt oder in anderer Weise
entfernt, wobei das Polydiorganosiloxanpolymere zurückbleibt. Lösungsmittel für Kondensationspolymere
und Cellulose sind dem Fachmann geläufig.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist von besonderem Wert für die Modifizierung der Oberflächeneigenschaften
von Textilmaterialien, die Fasern aus einem Kondensationspolymeren enthalten, wobei ma; ein
Textilmaterial mit verbesserten Eigenschaften, wie einem verbesserten Griff, einer gesteigerten Reißfestigkeit,
einem erhöhten WasserabstoBungsvermögen und einer verbesserten Schmutzabweisung erhält.
Es versteht sich, daß das erfindungsgemäße Verfahren dazu verwendet werden kann, ein Endprodukt zu
modifizieren, das solche Fasern enthält, oder daß man die Fasern in der angegebenen Weise modifizieren und
anschließend zu dem Endprodukt verarbeiten kann. Beispielsweise liegt es im Rahmen der vorliegenden
Erfindung, Cellulosefasern und bzw. oder Fasern oder Endlosfäden aus einem Kondensationspolymeren zu
irgendeinem geeigneten Zeitpunkt während ihres Herstellungs- und bzw. oder Verarbeitungsverfahrens
zu modifizieren und anschließend ein Endprodukt, wie ein Garn oder ein Gewebe aus den modifizierten Fasern
oder Endlosfäden zu bilden. Alternativ kann man ein Gewebe aus Cellulosefasern und bzw. oder Fasern oder
Endlosfäden aus einem Kondensationspolymeren herstellen und anschließend mindestens die Bestandteile
des Gewebes aus den Fasern aus dem Kondensationspolymeren oder der Cellulose in der erfindungsgemäßen
Weise modifizieren.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.
Man reinigt oder beucht ein Gewebe aus Polyethylenterephthalat,
das Titandioxid als Mattierungsmittel und etwa 4 Gew.-% tris(23-Dibrompropyl)-phosphat
als Flammschutzmittel enthält, durch Kochen während I1J Minuten in einer 1 °/oigen wäßrigen Lösung eines
Detergenz, spült dann und trocknet. Dann trägt man auf drei Proben des gereinigten Gewebes drei flüssige
Zubereitungen der folgenden Zusammensetzungen auf.
ι Eine vierte Probe (Kontrollprobe) aus dem gereinigten
Gewebe wird nicht mit der flüssigen Zubereitung behandelt. Die flüssige Zubereitung A) umfaßt ein
handelsübliches Gewebebehandlungsmittel, das auf dem Gewebe ein vernetztes Organosiliziumpolymeres er-
I« gibt. Die flüssige Zubereitung B) umfaßt das erfindungsgemäß
bevorzugte Polydiorganosiloxan mit einer Viskosität von 0,05 Pa ■ s, das als organische Gruppen
Gruppen der Formeln
-CHi. -CH2CH2CH2SH und -OCH,
aufweist. Die Methoxygruppen sind hydrolysierbar und in einer Menge vorhanden, die für das Vernetzen des
Polymeren ausreicht. Die flüssige Zubereitung C) umfaßt ein nichtvernetzbares Trimethylsiloxanendgrup-
-><> pen aufweisendes Polydiorganosiloxan. bei dem an Silizium überwiegend Methylgruppen und in geringerem
Umfang Gruppen der Formel
-(CH2),SCH2COOH
r> gebunden sind und das bei 25° C eine Viskosität von
0,2 Pa ■ s aufweist. Die behandelten Proben werden während 5 Minuten bei 1050C getrocknet.
Die vier Gewebeproben werden dann während 90 Sekunden auf 205"1C erhitzt und dann auf Raumtempe-
«i ratur abgekühlt. Dann wird jeweils ein Stück mit einem
Gewicht von 0,1 g eines jeden Gewebes in eines von vier Reagenzgläsern eingebracht, die 20 ml einer
Lösung aus gleichen Volumina Phenol und o-Dichlorbenzol enthalten, d. h. eine Lösung, die Polyäthylente-
n rephthalat löst, worauf man die Materialien während
einer Stunde auf 100°C erhitzt. Nachdem sich das Gewehe gelöst hat, enthalten die Reagenzgläser, in
denen die Gewebeproben enthalten waren, die mit den flüssigen Zubereitungen A) und B) behandelt worden
in sind, neben dem unlöslichen Titandioxid eine in ToI. öl
unlösliche, weiße, faserige Substanz, was darauf hinweist, daß das Organosilizium-polymere vernetzt
worden ist. Die Reagenzgläser, die die Gewebeproben enthielten, die nicht mit der flüssigen Zubereitung
4-, behandelt worden sind und die mit der flüssigen
Zubereitung C) behandelt worden sind, enthalten neben dem pulverförmigen Titandioxid keine unlösliche
Substanz, was erkennen läßt, daß die flüssige Zubereitung C) kein vernetztes Organosilizium-polymeres
V) ergibt. Die unlösliche, weiße faserige Substanz aus den
Reagenzgläsern A) und B) wird aus den Reagenzgläsern entnommen, in Xylol gequollen und optisch bei einer
Vergrößerung von 100 untersucht, wobei die hüllenartige Struktur zu erkennen ist, die dem Originalgewebe
rr> entspricht
Man klotzt drei Proben aus Polyethylenterephthalat mit einer Emulsion der Zubereitung B) von Beispiel 1.
w) Dann wird jeweils eine Probe der geklotzten Proben
während 90 Sekunden auf 800C, 1300C bzw. 150° C
erhitzt Jedes Gewebe wird dann nach der Verfahrensweise von Beispiel 1 in der PhenoI/o-Dichlorbenzol-Mischung
gelöst und es wird der unlösliche Rückstand
&=. untersucht Aus dem Gewebe, das auf 800C erhitzt
worden ist, erhält man sehr kleine vernetzte Teilchen,
während eine stärkere Vernetzung bei den unlöslichen Teilchen zu erkennen ist die aus Geweben erhalten
Il
worden sind, die auf 130 bzw. 1500C erhitzt worden sind.
Dieses Beispiel verdeutlicht, daß das Maß der Vernetzung des Polydiorganosiloxans bei konstanter
Zeit der Heiztemperatur direkt proportional ist.
Man behände1· zwei Proben des Gewebes von
Beispiel I mit mechanisch hergestellten wäßrigen Emulsionen des Polymeren B) und des Polymeren C)
unter Anwendung einer Konzentration des Polymeren in dem Bad von 2 Gew.-%. Das Gewebe wird gereinigt
bzw. gebeucht, gespült, getrocknet, geklotzt, getrocknet und während 90 Sekunden auf 205°C erhitzt, wie es in
Beispiel 2 beschrieben ist. Die erhitzten Proben werden abgekühlt, erneut gereinigt, getrocknet und gewogen,
um die Gewichtszunahme der Proben zu bestimmen. Die Gewichtszunahme entspricht dem Nettoergebnis
der Zugabe des Polydiorganosiloxans und der Entfernung von etwa 1,0 bis l,5Gew.-%des Flammschutzmittels
aus dem Gewebe. Die mit dem Polymeren B) behandelte Probe zeigt eine Gewichtszunahme von
etwa 2 Gew.%. Die mit dem Polymeren C) behandelte Probe zeigt eine Gewichtszunahme von etwa 1,5
Gew-%. Der Griff beider Proben ist ausgezeichnet.
Man reinigt oder beucht das Polyestergewebe von Beispiel 1 während 15 M:nuten in einem Bad. das 1%
eines Detergenz enthält, spült mit kaltem Wasser in einer automatischen Haushaltswaschmaschine und
trocknet in einem automatischen Haushaltstrockner. Dann werden Proben des getrockneten Gewebes bei
2,81 kg/cm2 mit wäßrigen Emulsionen der Polymeren B)
und C) von Beispiel 1 geklotzt und während 15 Minuten
bei 107" C getrocknet. Die getrockneten, geklotzten
Proben werden dann während 90 Sekunden in einem Ofen auf 2050C erhitzt, abgekühlt, während 15 weiterer
Minuten bei 77°C in der obigen Weise gewaschen, gespült und getrocknet. Es zeigt sich, daß jede Probe
eine Gewichtszur ihme von etwa 2% zeigt. Eine
Vergleichsprobe wird in der gleichen Weise behandelt, mit dem Unterschied, daß sie nicht geklotzt wird.
Die Proben werden bezüglich ihres Griffes, ihrer Reißfestigkeit und ihrer Flammbeständigkeit untersucht,
und zwar unmittelbar nach ihrer Behandlung nach zehnmaligem Waschen und zehnmaligem Trockenreinigen
(D/C). Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle I zusammengestellt.
Der Griff des Gewebes wird durch Befühlen mit der Hand festgestellt und mit qualitativen Aussagen
bewertet. Die Reißfestigkeit wird nach der ASTM-Vorschrift D-2261-71 sowohl in der Schlußrichtung als auch
in der Kettrichtung in kg der Reißkraft gemessen. In der Tabelle sind nur die in der Kettrichtung ermittelten
Zahlenwerte angegeben (die durch Multiplizieren mit dem Faktor 4,448222 und Abrunden in Newton
umgerechnet worden sind, da sich in der Schußrichtung im wesentlichen die gleichen Ergebnisse einstellen wie
in der Kettrichtung. Die Flammbeständigkeit wird nach den Vorschriften DOC FF 3-71 und DOC PFF 5-74 über
dei Brennlänge ermittelt. Es ist festzuhalten, daß sowohl die Probe B) als auch die Probe C) eine gute
Verbesserung des Griffs und eine bessere Reißfestigkeit als die Kontrollprobe unmittelbar nach der Behandlung
und nach zehn Waschvorgängen zeigen, während die Probe C) und die Kontrollprobe Flammbeständigkeitstcst
(DOC PFF 5-74) bestehen, während die Probe B), die das vernetzte Organosilizium-polymere trägt, diese
Flammbeständigkeitsuntersuchung nicht besteht. Dieses
Beispiel verdeutlicht die Beständigkeit der erfindungsgemäßen Behandlung gegenüber Waschen und Trokkenreinigen.
Man behandelt ein Polyäthylenterephthalatgewebe in Kontakt mit verschiedenen Organosiliziumpolymeren
der allgemeinen Formel
(CHj>,SiO[(CH3)2SiOU(CH,XHSCI I2CH2CH2)SiO]1Si(CHj)3
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren während 90 Sekunden bei 2050C. Auf dem thermoplastischen
Substrat bilden sich vernetzte Polymere, wenn die Mittelwerte von χ und y 75 bzw. 3 bei der einen
Untersuchung und 300 bzw. 6 bei der anderen Untersuchung betragen. Auf dem thermostatischen
Material lassen sich nichtvernetzte Polymere feststellen, wenn die Mittelwerte von χ und y 125 bzw. 0,45 bei der
einen Untersuchung und 150 bzw. 03 bei der anderen Untersuchung betragen.
Nach der Verfahrensweise von Beispiel 1 behandelt man Polyäthylenterephthalatgewebe mit einem handelsüblichen
Gewebebehandlungsmittel (Zubereitung A)) und einer wäßrigen Emulsion der Zubereitung B)
von Beispiel 1. Eine dritte Probe wird in ähnlicher Weise als Kontrolle behandelt, mit dem Unterschied, daß sie
nicht mit einem Polydiorganosiloxan in Kontakt gebracht wird. Nach dem Erhitzen während 90
Sekunden auf 2050C bewertet man die drei Proben unter Anwendung der AATCC-Untersuchungsmethode
Nr. 130-1974 bezüglich der Sehn:utzabweisung. Diese
Untersuchung besteht darin, einen Mineralölfleesen mit
Hilfe eines Gewichts von 2J27 kg in das Gewebe einzuarbeiten und ihn dann wieder heraurzuwaschen.
Der gegebenenfalls zurückbleibende Flecken wird dann mit Hilfe eines Bewertungsmaßstabs von 1 bis 5
r> bewertet. Da bei der Kontrollprobe und der mit der
Zubereitung B) behandelten Probe kein Unterschied festzustellen ist, wird diese Untersuchung dadurch
modifiziert, daß man anstelle des Mineralöls ein Motoröl mit einer Schmutzziffer von 90 verwendet.
.ο Danach zeigt die mit der Zubereitung A) behandelte
Probe die schlechteste Bewertung von 1, während die Kontrollprobe eine bessere Bewertung von 2 zeigt und
die mit der erfindungsgemäßen Zubereitung B) behandelte Probe eine wesentlich höhere Bewertungsziffer
■η von 4 erreicht
Man wäscht verschiedene Gewebeproben (25 χ 50 cm-Proben, die nach der in Beispiel 1 beschrie-
w) benen Weise gereinigt bzw. gebeucht worden sind)
gleichzeitig in einer automatischen Haushaltswaschmaschine unter Verwendung eines Normalzyklus von 10
Minuten, wobei das Waschwasser und das Spülwasser eine Temperatur von 51° C aufweisen, eine geringe
d5 rvienge Wasser (3031) verwendet wird und 30 g eines
handelsüblichen anionischen Detergenz benutzt werden. Während des Spülzyklus werden 50 g einer
30gew.-%igen Emulsion eines Polydiorganosiloxans in
Wasser automatisch in die Waschmaschine eingebracht. Bei den1 emulgierten Polydiorganosiloxan handelt es
sich um ein fluides, endständige 3-Mercaptopropyldimethoxysiloxangruppen
aufweisendes Poljdimethylsiloxan mit einer Viskosität von etwa 50 mPa ■ s. Nach
Beendigung des vollständigen Waschvorgangs werden die Gewebe bei 65°C während 25 Minuten in einem
Umluftofen bei etwa den typischen Trocknungsbedingungen getrocknet, die in einem automatischen
Kleidertrockner anzutreffen sind. Die nichtgewaschenen Gewebe und die gewaschenen und getrockneten
Gewebe werden dann nach der Verfahrensweise von Beispiel 4 bezüglich ihres Griffs, bezüglich der
Sprühbewertung nach der AATCC-Vorschrift Nr.
22-1974 und bezüglich des Wasserrückhaltevermögens nach der AATCC-Vorschrift Nr. 39-1974 untersucht. Die
erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle Il 7llC9mmpnirpctplh Dipcf»« Ratci-tiAl -7**irrt u/i<* Tovfilior,
-"o — r— -~·ο ~ . ~,.........
mit Hilfe eines in der Haushaltswaschmaschine durchführbare,
Verfahrens in ihren Eigenschaften verbessert werden können.
Man wiederholt das Wasch- und Trocknungsverfahren von Beispiel 7 fünfmal unter Verwendung von
9-g-Proben von vier Gewoben, die zuvor nach der Verfahrensweise des Beispiels 1 gereinigt bzw. gebeucht
worden sind. Bei dem Ansatz Nr. 1 setzt man dem Spülwasser 50 g der Polydiorganosiloxanemulsion von
Beispiel 7 zu. Bei dem Ansatz Nr. 2 versetzt man das Spülwasser mit 50 g einer 30gew.-°/oigen wäßrigen
Emulsion eines endständige Trimethylsüoxangruppen aufweisenden Polydiorganosiloxan-copolymeren, das
etwa 98 Dimethylsiloxaneinheiten und etwa zwei
Methyl-J ir.ercaptopropylsiloxaneinheiten pro Molekül
aufweist. Bei dem Ansatz Nr. 3 versetzt man das Spülwasser mit 50 g eines handelsüblichen Gewebeweichmachers.
Bei dem Ansatz Nr. 4 versetzt man das Spülwasser mit 50 g einer 30gew.-%igen wäßrigen
Emulsion einer Mischung aus 10 Gew.-% Methyltrimethoxysilan
und 90 Gew.-% eines endständige Hydroxylgruppen aufweisenden Polydimethylsiloxai,:
mit einer Viskosität von etwa 80 mPa · s. Die gewaschenen und getrockneten Gewebe werden nach der in
Beispiel 7 beschriebenen Weise bezüglich ihres Griffs, der Sprühbewertung und des Wasserrückhaltevermögens
untersucht. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle III zusammengestellt.
Die flammbeständigen Polyäthylenterephthalatgjwebe (PET) der Ansätze 1 und 3 werden erneut in der
automatischen Waschmaschine ohne Zugabe eines
Beständigkeit der Behandlung zu untersuchen. Das mit dem handelsüblichen Gewebeweichmacher behandelte
Gewebe zeigt eine Verminderung bei der Sprühbewertung von 50 auf 0 und zeigt bei einer Bewertung des
Griffs eine Veränderung von gut bis schlecht. Das erfindungsgemäß behandelte Gewebe zeigt eine Verminderung
der Sprühbewertung von 70 auf 50 und eine Verminderung der Bewertung des Griffs von ausgezeichnet
auf sehr gut.
Die flammbeständigen Polyäthylenterephthalatgewebe sämtlicher fünf Ansätze werden nach der Verfahrensweise
von Beispiel 1 auf die Anwesenheit von vernetzten Polymeren auf der Faseroberfläche untersucht.
Es ist zu erkennen, daß auf den Geweben der Ansätze 1 und 2 vernetzte Polydiorganosiloxane zu
finden sind.
| Beobachtung | Kontrolle | Probe B | F'r.ibo C |
| Griff | |||
| anfänglich | weich | weich | sehr weich |
| mittelguter Griff | guter Griff | mittelgu .·" r Ci rifl | |
| nach 10 Waschvorgängen | weich | s. 'ich | weich |
| schlaff | guter Griff | guter Grill | |
| Reißfestigkeit (N) | |||
| anfänglich | 44.0 | 63,2 | 72.1 |
| nach 10 Waschvorgängen | 37,8 | 69,8 | 61.4 |
| nach 10 Trockenreinigungsvorgängen | 28.9 | 51,8 | 31.1 |
| Brennlänge (mm) | |||
| anfanglich | 90.2 j | die Proben ver | 120.7 |
| nach 10 Waschvorgängen | 92,7 | brannten völlig | 83.8 |
| nach 10 Trockenreinigungsvorgängen | 86,4 | (254 mm) | 83.8 |
| Tabelle II | |||
Gewebe
Eigenschaften vor dem Waschen Griff*) Sprüh- Wasserrück-
ii3!icv£iTnogsn
Eigenschaften nach dem Trocknen
Griff·) Sprüh- Wasserrück-
bcwcrtüng haitevsrrnögep.
Polyäthylenterephthalat
(Typ 54 Stapelfaser)
(Typ 54 Stapelfaser)
min
VG
>! min
Fortsetzung
Gewebe
Eigenschaften vor dem Waschen
Griff) Sprüh- Wasserrück
bewertung haltevermögen
Eigenschaften nach dem Trockne
Griff*! Sprüh- Wassern
bewerlung halteven
| Polyä'thylenterephthalat | G | 0 | >1 min | VG | 50 | Sprüh | Wasserruck- | >1 min |
| (Blumendruck) | bewertung | |||||||
| Polyethylenterephthalat | P | 0 | >1 min | E | 80 | 70 | >1 mir | |
| (grün) | 90 | |||||||
| Polyethylenterephthalat | G | 0 | >1 min | E | 70 | 50 | >1 mir | |
| (flammbeständig ausgerüstet) | 0 | |||||||
| Celluloseacetat | VP | 0 | 5s | L | 0 | 0 | >1 mir | |
| Acetat/Polyäthylenterephthalat | VP | 0 | 7s | L | 0 | 80 | >1 mir | |
| (68/32) | 90 | |||||||
| Baurmvolle (nicht durchbrochen) | P | 0 | 0 | G | 0 | 0 | 0 | |
| Baumwolle/Polyäthylenterephthalat | P | 0 | 7s | G | 0 | 0 | >1 mir | |
| (50/50) | 0 | |||||||
| Nylon-6-Wirkware | Gr | 0 | 0 | L | 70 | 90 | >1 mir | |
| Nylou-6-Wirkware (bedruckt) | P | 0 | 0 | L | 0 | 90 | >! mir | |
| Acryl-Wirkware | VC | 0 | 0 | I | 0 | 0 | >1 mir | |
| Modacryl-Flor | P | - | 15 s | E | - | 0 | > 1 mir | |
| ♦) C = grob. E = ausgezeichnet. I = verbessert. G | = gut. Gr = | grifTig, L = luxuriös. P = schlecht. V = sehr. | 0 | |||||
| Tabelle III | 0 | |||||||
| Gewebe | Ansatz- | 70 | ||||||
| Nr.**) | 0 | |||||||
| Eigenschaften nach dem Trocknen | 0 | |||||||
| • | 0 | haltevermögen | ||||||
| Polyethylenterephthalat | 1 | Griff*) | > 1 min | |||||
| (flammgeschützt) | 2 | >1 min | ||||||
| 3 | E | >1 min | ||||||
| 4 | E | >1 min | ||||||
| 5 | G | >1 min | ||||||
| Polyethylenterephthalat | 1 | P | >1 min | |||||
| (grün) | 2 | P | > 1 min | |||||
| 3 | VG | 15 s | ||||||
| 4 | G | 10 s | ||||||
| 5 | G | >l min | ||||||
| Nylon-6-Wirkware | I | G | >1 min | |||||
| 2 | G | > I min | ||||||
| 3 | E | 30 s | ||||||
| 4 | L | 11 s | ||||||
| 5 | VG | η | ||||||
| I | G | > I min | ||||||
| 2 | Ci | > 1 min | ||||||
| 3 | VG | 0 | ||||||
| 4 | VG | 5 s | ||||||
| * | G | -' I nun | ||||||
| P | ||||||||
| P | ||||||||
| Acetat/Polyäthylenterephthalat | ||||||||
| (68/32) | ||||||||
*> I' ,iiisgc/cichnct. O gut. I. luxuriös. |· schlecht. V
**) Die Ansiil/c }, 4 und ; stellen Vcrgkich-.insiit/e (hir.
Claims (2)
- Patentansprüche;J, Verfahren zur dauerhaften Fixierung eines vernetzten Polydiorganosiloxans auf der Oberfläche von Polyamid- oder Polyesterfasern und bzw. oder Cellulosefaser^ indem man auf solche Fasern ein flüssiges Polydiorganosiloxan aufbringt und das aufgebrachte Polydiorganosiloxan dann durch Erhitzen vernetzt, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Polydiorganosiloxan mit einer Viskosität bei 25° C von mindestens 20 mPa · s aus(A) Siloxaneinheiten der allgemeinen Formelworinm für 0,1 oder 2 steht, η für 1,2 oder 3 steht die Summe aus m + π für 2 oder 3 steht, R ein an Silicium gebundener gesättigter einwertiger Kohlenwasserstoffrest und Halogenkohlenwasserstoffrest ist und R" einen Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen bedeutet, und (B) Siloxaneinheiten der allgemeinen FormelHSR'SiR,(OR")vO,/-<-,worinR und R" die oben angegebenen Bedeutungen besitzen,R' für einen zweiwertigen, gesättigten Kohlenwasserstoffrest, der mit einer Bindung an das Siliciumatom und mit der anderen Bindung an das Schwefelatom gebunden ist, oder für einen dreiwertigen, gesättigten Kohlenwasserstoffrest steht, der mit zwei einfachen Bindungen an das Siliciumatom und einer Bindung an das Schwefelatom gebunden ist, und d, χ und y solche Werte besitzen, daß, wenn R' einen zweiwertigen Rest darstellt, d=Z, x=0,1 oder 2, y=0, 1 oder 2 und die Summe x+y= 1 oder 2 bedeuten, und, wenn R' einen dreiwertigen Rest darstellt, d= 2, χ=0 oder \,y=0 oder 1 und die Summe x+y=0 oder 1 bedeuten, wobei im Durchschnitt mindestens ein HSR'-Rest neben mindestens einem R"O-Rest oder einem anderen HSR"-Rest in dem Polydiorganosiloxan vorliegt,verwendet und die Vernetzung ohne Verwendung eines Härters durchführt.
- 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Polydiorganosiloxan mit mehr als 90% Dimethylsiloxaneinheiten, bezogen auf die Gesamtzahl der Diorganosiloxnncinheiten in dem Polydiorganosiloxan, verwendet, bei dem R' für den Rest-CH2CH2CH2-sicht.Es ist bereits seit langen! bekannt, härtbare Organopolysiloxane auf Gewebe oder Fasern aufzubringen und anschließend das aufgebrachte Organopolysiloxan durch Einwirkung eines /weiten Härtungsbcstandteüs zu härten, so daß man ein Material erhält, das von einer Hölle aus dem gehärteten Organopolysiloxan umgeben oder in dieses eingebettet ist Diese härtbaren Zweikomponenten-Zubereitungen besitzen jedoch ge-wisse Nachteile; Zur Vermeidung einer frühzeitigen Härtung müssen solche Zubereitungen normalerweise in zwei oder mehr Packungen, von denen wenigstens eine die nicht härtbaren Bestandteile enthält hergestellt transportiert und gelagert werden, so daß sich dieto benötigten verschiedenen Materialien nur unmittelbar vor dem Verwendungszeitpunkt vermischen lassen, was kostspielig und zeitraubend ist Eine ausreichende Integrität des gehärteten Materials, so daß dieses gegen mechanische Einwirkungen, beispielsweise gegen einenAbrieb, beständig wird, ergibt sich hierbei im übrigen nur dann, wenn verhältnismäßig große Mengen an härtbarer Zubereitung angewandt werden.Es ist weiter bereits bekannt ein nichtveraetztes Silikon dauerhaft auf der Oberfläche eines thermoplasti-sehen Trägers zu fixieren, indem man das nicht vcrnet2bare Silikon bei einer Temperatur auf den thermoplastischen Träger aufbringt die oberhalb der Glasumwandlungstemperatur, jedoch unterhalb der Schmelztemperatur des thermoplastischen Materialsliegt Die in dieser Weise gebildete Silikonschicht ist jedoch nur bei Temperaturen unterhalb der Glasübergangstemperatur beständig.Aus US-PS 35 35145 geht ein Verfahren zur Oberflächenausrüstung von Vinylpolymeren hervor, das» darin besteht daß man solche Polymere mit bestimmten mercaptokohlenwasserstoffsubstituierten Organosiliziumverbindungen behandelt und das Ganze dann durch Erwärmen oder aktinische Strahlung irreversibel miteinander verbindet Nach den Angaben dieserJ1S US-PS lassen sich hiernach jedoch nur Vinylpolymere modifizieren, so daß dieses Verfahren nicht auch auf andere Träger anwendbar istAus JP-PS 74/042 871 fTextilbericht 1975) ist ein Verfahren zum Ausrüsten von Synthesefasern mit bestimmten Diorganosiloxanen bekannt um solchen Fasern einen wollähnlichen Griff zu verleihen. Als Synthesefasern werden unter anderem texturierte Polyestergarne verwendet die zur Oberflächenausrüstung beispielsweise mit einer l%igen wäßrigen Lösung4-> eines bestimmten grenzflächenaktiven Diorganosiloxans geklotzt, abgequetscht, mit Trockeneis unter Druck behandelt getrocknet und dann erneut unter Druck auf erhöhte Temperatur erhitzt werden. Dieses Verfahren umfaßt somit wenigstens r.ünf Verfahrenssiu-Vi fen und stellt daher eine ziemlich aufwendige Arbeitsweise dar.
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