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Bohrhammer
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Es sind Handbohrmaschinen zum drehenden Bohren und schlagintensitätsverstellbaren
Drehschlagbohren bekannt, die mit einer axial verschiebbaren Bohrspindel und einem
mit dieser in Eingriff bringbaren Schlagkörper ausgerstet sind und die in Gehäuse
zusätzlich unabhängig von Schlagkörper betreibbare Ratschenscheiben aufweisen, wobei
dann Schlagkörper und Ratschenscheiben wahlweise in Eingriff bringbar sind. Nit
dieser Naßnahie ist es möglich geworden, die Schlagenergie im Gerät sowohl iit einem
Schlagkörper als auch iit Ratschenscheiben zu erzeugen. Daher können sowohl empfindliche
Arbeiten iit kleinen und großen Bohrerdurchmessern als auch grobe Arbeiten iit großen
Bohrerdurchmessern ausgeführt werten (DT-OS 2 050 843).
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Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, mit wirtschaftlichem Aufwand einen Bohrhammer mit eInem frei fliegenden
und über ein durch einen Antriebsmechanismus beeinflußtes Medium in eine hin- und
hergehende Bewegung versetzbaren Schlagkörper zu schaffen, der sowohl einen Hammerbetrieb
auf der Basis des auf den Schlagkörper einwirkenden Mediums ermöglicht als auch
einen unabhängigen Schlagbohrbetrieb mittels einer Ratschenscheibenanordnung zuläßt.
Ein Bohrhammer dieser Art ist beispielsweise ein pneumatischer Bohrhammer, bei welchem
mittels eines in einer Zylinderbüchse arbeitenden Antriebskolbens ein ebenfalls
in diesem Zylinder befindlicher, freier Schlagkörper über Luft als Medium in eine
Ein- und Herbewegung versetzt wird.
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Diese Aufgabe ist dadurch gelöst, daß der Bohrspindel eine mittels
einer Fiibrungshülse und einer relativ zu dieser beweglichen Stellbuchse axial verschiebbare
Ratschenscheibe zugeordnet ist, die mit einer fest auf der Bohrspindel angebrachten
Gegenratschenscheibe in Eingriff bringbar ist und in der Eingriffs lage zugleich
eine die Wirkung des Schlagkörpers ausschließende ariale Anschlagbegrenzung für
die Bohrspindel verkörpert.
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Damit wird der Anwendungsbereich von 3ohrhämmern beträchtlich erweitert,
da insbesondere auch Feinbohrarbeiten, welche bisher nur ntit speziellen Schlagbohrmaschinen
mechanischer Konzeption befriedigend durchführbar waren, nunmehr auch iit einem
pneumatisch, hydraulisch oder magnetisch betätigten Bohrhammer ausführbar sind.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung enthält die Ratschenscheibe
Mittel bzw. sind ihr solche Mittel zugeordnet, welche in der Stellung Schlagbohren"
ein Verschieben oder Verdrehen der Ratschenscheibe verhindern.
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Der Gegenstand der Erfindung wird im nachstehenden anhand der Zeichnung,
die ein zweckmäßiges Ausführungsbeispiel schematisch veranschaulicht, näher erläutert.
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Es zeigen: Fig.1 einen Bohrhammer in Seitenansicht in Stellung "Schlagbohren",
teilweise geschnitten, Fig.2 eine Teilansicht des Bohrhammers gemäß Fig.1, Jedoch
in Stellung "Hammerbohren" und um ca. 450 versetzt gezeichnet (vergl. Fig.3), Fig.3
eine Seitenansicht der Fhrungshülse ii Schnitt, Fig.4 eine Ansicht der Fiihrungshülse
in Richtung A, Fig.5 eine Rückansicht der beweglichen Ratschenscheibe, Fig.6 eine
Ansicht längs des Schnittes A- B durch Fig.5.
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Wie insbesondere aus Figur 1 ersichtlich ist, besteht der Schlagantrieb
des Bohrhammers aus einem in einer Zylinderbüchse 1 laufenden Arbeitskolben 2 und
einem ebenfalls in der Zylinderbüchse 1 geführten frei fliegenden Schlagkörper 3.
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Der Arbeitakolben wird über einen Exzenter 4 angetrieben, dessen Antriebswelle
5 über ein Winkelgetriebe 6,7 in Drehung versetzt wird, wobei das Antriebskegelrad
7 auf einer Vorgelegewelle 8 angeordnet ist, welche in ihrem werkzeugseitigen Bereich
ein Zahnrad 9 aufweist, das über ein mit dem Ritzel 10 der Welle 11 des Antriebsmotors
12 im Eingriff stehendes Zwischenrad 13 angetrieben wird.
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Auf der Vorgelegewelle 8 sitzt werkzeugseitig vor dem Zahnrad 9 ein
Ritzel 14, welches das Zahnrad 15 derSpindelhülse 16 antreibt. In der Spindelhülse
befindet sich die Bohrspindel 17, die einen axialen Bewegungsspielraum s hat.
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Die Bohrspindel enthält eine fest auf ihr angeordnete oder auch angearbeitete
Gegenratschenscheibe 18, der eine Ratschenscheibe 19 zugeordnet ist, die verschiebbar
ist und daher mit der Gegenratschenscheibe 18 in und außer Eingriff bringbar ist.
Die verstellbare Ratschenscheibe 19 steht unter der Wirkung einer Druckfeder 20,
die sich außer an der Ratschenscheibe 19 unmittelbar oder mittelbar an der Scheibe
21 abstützt. Sowohl die Bohrspindel 17 als auch die Ratschenscheiben 18 und 19 sind
von einer feststehenden Führungshülse 22 umschlossen, die, wie auch Figur 3 zu entnehmen
ist, mit zwei b-förmigen Verlauf aufweisenden Ausnehtungen 23 versehen ist. In diesen
Ausnehmungen sind zwei
in Umfangsrichtung gegeneinander versetzte
Schrauben 24 geführt, die mit der Ratschenscheibe 19 vereinigt sind und deren Köpfe
in die Stellbuchse 25 eingreifen.
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Das Verschieben der Ratschenscheibe 19 aus der Stellung 1,Hammerbohren"
(Figur 2) in die Stellung "Schlagbohren" erfolgt nun in der Weise, daß die mit den
Köpfen der Schrauben 24 im Eingriff stehende Stellbuchse 25 entgegen der Kraft der
Feder 20 nach vorne, d.h. gegen die Werkzeugseite zu, geschoben und die Schraubenköpfe
durch eine anschließende Drehbeweguag in die in Umfangsrichtung der Führungshülse
22 verlaufenden Schlitze 26 der Ausnehmungen 23 eingeführt werden (Fig.3).
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Diese Stellung der Ratschenscheibe 19 ist in Figur 1 festgehalten.
Wird nun der Bohrhammer in Arbeitsstellung gebracht und das Werkzeug an den zu bearbeitenden
Gegenstand gedruckt, so kommen die Ratschen 18,19 miteinander in kraftschlüssige
Verbindung, wodurch sich die Bohrspindel periodisch vor-und zurückbewegt, 80 daß
sich eine Schlagbohrwirkung ergibt und der Hammer als Schlagbohrer arbeitet. Um
dabei eine Arretierung der verstellbaren Ratschenscheibe 19 zu gewährleisten, sind
die Schlitze 26 der beiden L-förmigen Ausnehmungen 23 in der Führungshülse 22 jeweils
mit einer Erweiterung 27 versehen, derart, daß die Köpfe der Schrauben 24 nach erfolgter
Verschiebung der Ratschenscheibe 19 selbsttätig in diese Erweiterungen eingreifen.
Aufgrund der Wirkung der Druckfeder 20 iSt damit die Lage der Ratschenscheibe 19
fixiert (vergl. auch Fig.3).
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Soll der Hammer als eigentlicher Bohrhammer betrieben werden, was
gleichbedeutend ist mit zur Wirkung kommendem Schlagkörper 3, so brauchen lediglich
die Köpfe der Schrauben 24 durch eine Drehung der Stellbuchse 25 außer Eingriff
mit der Erweiterung 27 bzw. mit dem Schlitz 26 gebracht zu werden, woraufhin die
Feder 20 die Stellbuchse 25 samt Ratschenscheibe 19 in die Stellung gemäß Figur
2 drückt und in dieser Lage hält. Damit fehlt die Anschlagbegrenzung für die Bohrspindel
17 in Form der Ratschenscheibe 19, so daß die Bohrspindel bei auf sie über das Werkzeug
ausgeübtem Achsialdruck soweit gegen das Hammerinnere zu verschiebbar ist, daß der
Bohrspindelschaft 28 in das Innere der Zylinderbüchse 1 reicht und so der Wirkung
des Schlagkörpers 3 ausgesetzt ist. Der Hammer arbeitet damit als pneumatischer
Bohrhammer. Das den frei fliegenden Schlagkörper beaufschlagende Medium kann, wie
bereits erwähnt, ohne weiteres auch eine Flüssigkeit sein oder durch magnetische
Felder realisiert sein.
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Wie aus den Fig.3 und 4 ersichtlich ist, besitzt die Fihrungshülse
22 segmentförmige Erhebungen 29, an denen in der Stellung "Schlagbohren' die Ansätze
30 der Ratschenscheibe 19 zur Anlage kommen. Mit 71 sind in der Ratschenscheibe
19 angebrachte Gewindebohrungen für die Aufnahme der Schrauben 24 bezeichnet, vergleiche
hierzu auch die Fig. 5 und 6.
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- Patentansprüche -
L e e r s e i t e