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Schalldämmeinsatz für Rohrbefestigungen Die Entwicklung der modernen
Bautechnik in Richtung auf Rationalisierung z.B. mit Hilfe von vorfabrizierten Bauelementen,
die zum Teil dadurch bedingte Schaffung von neuen Baustoffen, hat zu einer unerwünschten
Nebenwirkung, nämlich dazu geführt, dass die Bauten, insbesondere Wohnbauten hellhörig
geworden sind. Dabei sind es weniger die von den Einwohnern verursachten Geräusche,
die sich in der Nachbarwohnung unangenehm bemerkbar machen, zumal eine diesbezügliche
Isolierung relativ leicht bewerkstelligt werden kann. Störend sind vielmehr die
dem Betrieb des Wasserleitungsnetzes entspringenden Geräusche, welche nicht nur
in der nähern Umgebung ihres Entstehungsortes auftreten, sondern sich im ganzen
Gebäude verbreiten. Das wohlbekannte Rauschen entsteht vor allem in den Kaltwasserleitungen,
welche in der Regel unter 4 bis 6 atü stehen und die beim Oeffnen und Schliessen
eines Wasserhahns sowie beim Fliessen des mit Luftblasen versetzten Kaltwassers
entstehenden Geräusche auf das ganze Rohrnetz weiterleiten. Von dort werden dann
die Wasserströmungsgeräusche
. c.1 die Rohrschellen, mit welchen
die Leitungen am Mauerwerk befestigt sind, auf letzteres übertragen. Der Schallübergang
Nfi rd dabei dadurch begünstigt, dass die Rohrschellen meist aus Eisen bestehen
bezw. bestehen müssen, damit bei lokalen Bränden das Wasserleitungsnetz, insbesondere
die Feuerleitungen oder die Sprinkleranlagen möglichst lange funktionsfähig bleiben.
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Zur behelfsmässigen Vermeidung des erwähnten Uebelstandes wurden bisher
- gestützt auf den Umstand, dass Rohrleitungen und Rohrschellen genormt sind - vielfach
~übergrosse" Rohrschellen zusammen mit einer schalldämpfenden Einlage aus Kork,
Gummi, Filz, PVC etc. verwendet. Eine hinreichende Dämpfung konnte indessen auf
diesem Wege nicht erreicht werden, einmal, weil die erwähnten Materialien zum Teil
ungeeignet sind, sodann aber, weil solche Einlagen relativ dünnwandig sein mussten.
Besondere Probleme ergaben sich auch zufolge der Dilatation, da bei der zum Teil
erheblichen und häufigen Längenänderung der Rohrleiengen selbst durch Kleben verankerte
Einlagen "wanderten" bezw.
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früher oder später zerstört worden sind. In gewissen Fällen - z.B.
bei Einlagen aus Kork - wurden die Leitungen (durch Rostbildung) beschädigt.
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Man hat auch spezielle Rohrschellen entwickelt, bei welchen entweder
von vornherein eine Einlage aus Schalldämmungsmaterial, oder aber ein schalldämmender
Befestigungssockel vorgesehen war.
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Solche Rohrschellen benötigen aber besondere Formteile, z.B.
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Profilgummibänder, welche zu teuer und in der Verwendung gegebenenfalls
umständlich sind. So sind beispielsweise Gummibänder, welche für ihre kraftschlüssige
Verankerung in der Rohrschelle ein besonderes Profil aufweisen, schlecht zu biegen.
Werden sie - wie dies auch praktiziert wurde - als Abhilfe mit Querfugen versehen,
so entstehen örtliche Pressstellen, welche den Schall besonders gut weiterleiten.
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Aber selbst wenn es gelingen würde Rohrschellen mit vorzüglichen Schalldämmeigenschaften
zu entwickeln, könnte damit das Problem der Unterdrückung der Wasserleitungsgeräusche
nicht bewältigt werden. Dies ist deshalb so, weil - anders als bei Einzelrohrleitungen
- die Befestigung von Leitungskolonnen an der Decke mit Rohrschellen ausserordentlich
teuer wird. Als wirtschaftliche Lösung kommt hier einzig die Bandaufhängung in Frage.
Bei dieser sehr verbreiteten und bestens bewährten Befestigungsart werden Stahlbänder
verwendet, welche vorzügliche Schalleiter sind. Versuche, diese Eigenschaft mit
einem Kunststoffüberzug (z.B. aus PVC) zu unterdrücken, sind vollends fehlgeschlagen.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Universalmittel
zu schaffen, welches wirksame Schalldämmungseigenschaften besitzt und ohne Beeinträchtigung
derselben im Zusammenhang mit Rohrbefestigungen aller Art verwendet werden kann.
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Als Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung einen Schalldämmeinsatz
für Rohrbefestigungen vor, welcher erfindungsgemäss gekennzeichnet ist durch eine
geschlitzte, aufweitbare Muffe, mit einer äusseren Stützschale aus einem härteren
und mit einer Einlage aus weicherem Dämmaterial, wobei die Umfangsränder der Stützschale
radial nach innen und nach aussen gerichtete Erfi habungen aufweisen, welche die
Einlage seitlich übergreifen bezw. ein Rohrbefestigungselement von der Seite zu
übergreife bestimmt sind.
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Eine solche geschlitzte, aufweitbare Muffe kann leicht auf die Rohrleitung
aufgesteckt und im Zusammenhang mit einer Rohrschelle, aber auch bei Bandbefestigung
verwendet werden. Im erstgenannten Fall kann die Muffe so dimensioniert sein, dass
jeweils die zweitnächste Rohrschelle zur Verwendung kommt. Dadurch ergibt sich von
vornhinein ein relativ grosses Volumen
an Schalldämmaterial und
damit ein hoher Wirkungsgrad. Unter dem Aspekt des Wirkungsgrades ist jedoch die
Zusammensetzung der Muffe aus einer äusseren Stützschale aus einem härteren und
aus einer Einlage aus weicherem Dämmaterial von entscheidender Bedeutung. Obwohl
die Schalldurchlässigkeit der härteren Stützschale an sich grösser ist, als diejenige
der Einlage, hat sich überraschenderweise gezeigt, dass die Schallmuffe günstigere
Dämmungseigenschaften aufweist, als eine in den Dimensionen gleiche Muffe, welche
einheitlich aus dem günstigen Schalldämmungsmaterial besteht. Dies dürfte u.a. darauf
zurückzuführen sein, dass zwischen Einlage und Stützschale eine weitere Uebergangsstelle
vorhanden ist. Darüber hinaus dürfte die Stützschale als eine Art Schallkäfig wirken,
der die Schwingungen praktisch gar nicht weitergibt, sondern sozusagen gefangen
nimmt. Dazu kommt noch, dass die Stützschale zu einer gleichmässigen Belastung der
Einlage beiträgt, sodass keine schallleitenden Druckstellen entstehen.
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Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in der beiliegenden
Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 eine Muffe von der Seite gesehen Fig.
2 die Muffe gemäss Fig. 1 in Vertikalschnitt, wobei in der untern bezw. in der obern
Hälfte dieser Figur die Einlage mit verschiedenen Querschnitten dargestellt ist
Fig. 3 eine modifizierte, mit einem Schnappverschluss versehene Muffe von der Seite
gesehen und Fig. 4 in teilweiser Stirnansicht die Muffe gemäss der Fig. 3.
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Bei den Ausführungen gemäss den Figuren 1 und 2 weist die gesamthaft
mit
1 bezeichnete und bei 2 geschlitzte Muffe eine im Querschnitt Förmige Stützschale
3 auf. Zwischen den seitlichen Stegen 4 und 5 der Stützschale befindet sich die
in gestrecktem Zustand bandförmige Einlage 6 aus Gummi oder einem gummiartigen Material,
welche mit einer gewissen Eigenspannung von innen an dem zylindrischen Teil 7 der
Stützschale 3 anliegt.
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Wie in der obern Hälfte der Fig. 2 ersichtlich, kann die Einlage mit
Umfangsrillen 8 versehen sein. Anders als innere, d.h. der Rohrleitung 9 zugekehrte
axparallele Rillen der Einlagen von bekannten Rohrschellen führen solche Umfangsrillen
8 nicht zu schalleitenden Druckstellen, sie ermöglichen vielmehr eine gleichmässige
Belastung der Einlage 6. Bei 10 ist eine Rohrschelle angedeutet, welche von den
Stegen 4 und 5 flankiert wird. Selbstverständlich könnte an der gleichen Stelle
auch ein Befestigungsband vorgesehen sein.
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Die Muffe 1 wird in der Regel nach Aufweitung von der Seite über die
Rohrleitung 9 geschoben. Um das Aufweiten zu erleichtern können - wie bei 11 angedeutet
- Schwächungen oder Aussparungen der Stege 4 und 5 vorgesehen sein. Beim Aufsetzen,
aber auch später im Gebrauch bildet die Stützschale 3 eine formschlüssige Fassung
für die Einlage 6, wobei sie ihrerseits ebenfalls formschlüssig in der Rohrschelle
oder durch das Befestigungsband gehalten wird. Die Anordnung kann so getroffen sein,
dass sich der Schlitz 2 in der Gebrauchslage nahezu vollständig schliesst.
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Dies ist indessen keine Bedingung, da die Stützschale, zumal wenn
sie aus einem geeigneten Kunststoff besteht, genügend eigene Formfestigkeit besitzt,
um einerseits mit der Einlage zusammen eine Baueinheit, nämlich die Muffe zu bilden
und andererseits, um zur Schalldämmung beizutragen. Neben der mit der Schalldämmung
zusammenhängenden Primärfunktion trägt die Stützschale natürlich auch zur Halterung
der Muffe in einer Rohrschelle oder in einem Befestigungsband bei.
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Bei der Ausführung gemäss den Figuren 3 und 4 ist der Querschnitt
der Muffe geringfügig, nämlich insofern modifiziert, als hier am äussern Umfang
der Stützschale zwei jeweils von einer Stirnseite etwas nach innen zurückversetzte
Ringrippen 12 vorgesehen sind. In der Nähe des Schlitzes auf der einen Seite desselben
sind die Ringrippen 12 mit seitlichen Ausnehmungen 13 versehen, in welche die freien
Enden von hakenartigen Zungen 14 eingreifen, welche anderenends über eine Kröpfung
15 an der äusseren Stirnseite der einen bezw. andern Ringrippe 12 verankert sind.
Die Zungen 14 weisen schräge Abweisflächen 16 auf, wobei sie zusammen mit den Ausnehmungen
13 einen SChnappverschluss bilden. Mit Hilfe dieses Schnappverschlusses kann die
aufweitbare Stützschale in einen geschlossenen Ring umgewandelt werden. Dadurch
können nicht nur die mechanischen, sondern auch die akustischen Eigenschaften verbessert
werden. Diese Ausführung dürfte vor allem bei grösserm Durchmesser von Vorteil sein.
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Wie bereits angedeutet, können solche Schalldämmeinsätze als Sortiment
zu den bestehenden genormten Rohrschellen vorgesehen sein, wobei jeweils eine ungedämpfte
Rohrschelle herkömmlicher Bauart in eine gedämpfte Rohrschelle von reduziertem Durchmesser
umgewandelt werden kann. Nebst den bereits erwähnten Befestigungsbändern können
solche Schalldämmeinsätze auch im Zusammenhang mit sogenannten Klammern, generell
mit jeder Art von Rohrbefestigung verwendet werden. Um das Problem der Geräuschisolierung
zu lösen, bedarf es daher keinerlei Umstellungen in der Herstellung bezw. in der
Verwendung der herkömmlichen Rohrbefestigungen. Unabhängig von der Art der jeweils
verwendeten Rohrbefestigung ist die Geräuschdämmung der beschriebenen Schalldämmeinsätze
befriedigend, da diese nicht nur körperlich, sondern auch akustisch eine geschlossene
Einheit bilden.