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Automatisches Dickenregelungsverfahren für eine Walzstraße Die Erfindung
betrifft ein automatisches Dickenregelungsverfahren für eine Walzstraße mit an den
Ein- und Austrittsseiten derselben angeordneten Dickenmessern, mit Erfassungsmitteln
an den Ein- und Austrittsseiten der Walzstraße zum Bestimmen der Walzgeschwindigkeit
des Bandes, mit einem Vorwärtsregelungssystem (feed-forward control system) zum
im voraus erfolgenden Regeln der Walzeneinstellung in Abhängigkeit von der Dickenabweichung
an der Eintrittsseite der Walzstraße und mit einem Steuerungssystem zum Synchronisieren
des Moments der Walzenspaltänderung mit dem Moment, an dem ein die Dickenabweichung
aufweisender Teil des Bandes durch die Walzstraße gelangt.
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Es sind zahlreiche Verfahren zur automatischen Dickenregelung bei
Walzstraßen bekannt. Ein erstes Verfahren, das als ein Rückführungsverfahren bezeichnet
werden kann, basiert auf der Messung der Ausgangsdicke mittels eines ausgangsseitigen
Dickenmessers, der ein Abweichungssignal
erzeugen kann. In Abhängigkeit
von diesem Signal wird dann die Position der Walzen oder der auf das Band ausgeübten
Spannung korrigiert. Bei einem zweiten Verfahren, das als ein Ausmessungsverfahren
bezeichnet werden kann, erfaßt ein Belastungsfühler die Belastungsschwankungen an
den Arbeitswalzen der Walzenstraße, und die Walzeneinstellung wird in Abhängigkeit
von den Schwankungen der Walzbelastung korrigiert. Bei einem dritten Verfahren,
das als ein direkter Schwankungsablesungstyp bekannt ist, werden die Schwankungen
bzw. Abweichungen des Walzenspaltes mittels eines Schwankungsdetektors durch ein
Arbeitswalzenlager gemessen, und die Walzeneinstellung wird in Abhängigkeit von
den Schwankungen bzw. Abweichungen des Walzenspaltes eingestellt. Bei diesem bekannten
Verfahren ergibt sich eine Verzögerung bezüglich des Ansprechvermögens des Regelungssystems,
so daß gegebenenfalls eine beträchtliche Bandlänge durch die Walzstraße gelaufen
ist, bevor die richtige Dicke wiederhergestellt ist.
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Um diese Probleme zu lösen, wurde beispielsweise gemäß der Japanischen
Patentveröffentlichung 5664/1975 ein automatisches Dickenregelungssystem vorgeschlagen,
das mit Dickenmessern zum Bestimmen der Banddicke und mit Geschwindigkeitssensoren
zum Erfassen der Geschwindigkeit des durch die Walzstraße gelangenden Bandes ausgerüstet
ist, welche an den Ein- und Austrittsseiten der Walzenstraße angeordnet sind. Es
werden die Eingangsdicke des Bandes erfaßt und die Position der Walzen oder die
auf das Band ausgeübte Spannung im voraus gesteuert bzw.
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geregelt, um das richtige Dickenmaß in Abhängigkeit von der erfaßten
Eingangsdicke wiederherzustellen. Zusätzlich wird die Ausgangsdicke oder die Belastung
an den Walzen erfaßt, wodurch die Relation zwischen der Eingangsdicke
und
dem Vorwärtsregelungssystem gesteuert bzw.
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geregelt oder überwacht wird, wobei die ständige Ausgangsdickenabweichung
durch ein herkömmliches RUckfUhrungsverfahren korrigiert wird. Darbei dieser früheren
Behelfslösung so viele Werte erfaßt werden müssen, steigt die Anzahl der erforderlichen
Detektoren, und die Steuerungs-bzw. Regelungseinheit erhält einen komplexen Aufbau,
wodurch die Kosten des endgültigen Produkts ansteigen. Ein anderer Nachteil beruht
auf der Tatsache, daß die Anzahl der Steuerungs- bzw. Regelungsparameter begrenzt
ist, und deshalb kann eine durch andere Faktoren begründete Dickenabweichung nicht
kompensiert werden.
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Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Schaffung eines
neuen automatischen Dickenregelungsverfahrens der genannten Art, das eine Vorwärtsregelung
(feed-forward control) in einer sehr einfachen Weise und ein schnelles Ansprechen
ermöglicht, um ein präzises Walzen in einer Walzstraße zu erzielen. Während nach
dem Stand der Technik der Formänderungsausdruck für die Regelung von dem Produkt
der Geschwindigkeiten des Bandes an den Ein- und Austrittsseiten der Walzstraße
und der Banddicke oder von anderen Parametern erzielt wird, wie sie von der Walztheorie
abgeleitet wurden, basiert die vorliegende Erfindung lediglich auf Dickenabweichungen
an den Ein- und Austrittsseiten der Walzstraße; die anderen Einflußfaktoren, wie
die Wirkung der Walzspannung (roll tension) auf die Dickenabweichung, die Walzbelastung,
die Dicke eines Ölfilis, die Walzenexzentrizität und die Ungleichmäßigkeit des gewalzten
Materials etc, können unberücksichtigt bleiben, wodurch die Banddicke in einer bedeutend
vereinfachten Weise automatisch geregelt wird.
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Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird bei einem automatischen Dickenregelungsverfahren
der genannten Art erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß das erforderliche Absenkungsmaß
in Abhängigkeit von der durch den Dickenmesser an der Eintrittsseite der Walzstraße
erfaßten Dickenabweichung vorbestimmt wird, daß die Walzeneinstellung entsprechend
dem vorbestimmten Maß geregelt wird, daß die Ausgangsdickenabweichung des Teils
des gewalzten Bandes an der Austrittsseite der Walzstraße durch den ausgangsseitigen
Dickenmesser erfaßt wird und daß die vorbestimmte Walzeneinstellung in Abhängigkeit
von der Dickenabweichung an der Austrittsseite der Walzstraße angeglichen wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich ferner dadurch aus, daß die positiven
oder negativen Vorzeichen der von den Dickenmessern ein- und austrittsseitig erfaßten
Dickenabweichungen multipliziert werden und daß ein gewisser Korrekturwert zum Koeffizienten
einer Vorwärtsregelung addiert wird, wenn das Multiplikationsergebnis der Vorzeichen
positiv ist, während ein gewisser Korrekturwert vom Koeffizienten der Vorwärtsregelung
abgezogen wird, wenn das Vorzeichen - Multiplikationsergebnis negativ ist, um hierdurch
das Maß der vorbestimmten Walzeneinstellung anzugleichen.
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Die Erfindung wird nachfolgend an einer zeichnerisch dargestellten
Ausführungsform näher erläutert, die jedoch nur beispielhaft und nicht beschränkend
ist, so daß verschiedene Änderungen oder Modifikationen möglich sind.
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Es zeigen: Fig. 1 in einer schematischen Darstellung ein automatisches
Dickenregelungssystem zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens, Fig. 2 in
einer schematischen Ansicht ein Beispiel für die Relation zwischen dem Korrekturwert
und der
Ausgangsdickenabweichung, Fig. 3 in einer Ansicht die experimentiellen
Ergebnisse eines nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewalzten Materials, wobei
das Band mit einer sprunghaften Eingangsdickenabweichung entsprechend dem erfindungsgemäßen
Verfahren gewalzt wurde, und Fig. 4 Vergleichsdaten für ein bekanntes Verfahren
und das erfindungsgemäße Verfahren.
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In Fig. 1 ist schematisch eine Walzstraße A mit zwei Arbeitswalzen
1 dargestellt, die einer Walzeneinstellvorrichtung 2 zugeordnet sind. Mit dieser
Vorrichtung läßt sich der Walzenspalt einstellen, so daß eine konstante Dicke des
gewalzten Materials 3 aufrechterhalten wird. Eine Versorgungs- bzw. Zufuhrrolle
ist mit der Hinweiszahl 4 bezeichnet, während eine Aufnahmerolle die Hinweiszahl
5 trägt. Es sind je ein eingangsseitiger und ausgangsseitiger Dickenmesser 6 und
7 zum Bestimmen der Dicke des Gutes am Eingang zu und am Ausgang von den Walzen
1 vorgesehen.
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Ein Eingangs-Impulsgenerator 8 ist mit einer Kontaktrolle bzw. -walze
9 antriebsmäßig verbunden, die einen Rollberührungseingriff mit dem Material bzw.
Gut 3 hat, und erzeugt immer dann ein Impulssignal, wenn sich das Gut über eine
vorbestimmte Distanz vorbewegt hat. In ähnlicher Weise ist ein Ausgangs-Impulsgenerator
10 antriebsmäßig mit einer Kontaktrolle bzw. -walze 11 verbunden, die sich in Rollberührungseingriff
mit dem gewalzten Material 3 befindet, und erzeugt immer dann ein Impulssignal,
wenn sich das gewalzte Material über eine vorbestimmte Distanz vorbewegt hat. Die
Impulssignale der Impulsgeneratoren 8 und 10 gelangen zu einer Steuerungseinheit
12, der von den Dickenmessern 6 und 7 über Verstärker
13 und 14
Ausgangssignale zugeleitet werden, die proportional zu den Materialdicken am Eingang
und Ausgang der Walzen 1 sind. Die Steuerungseinheit 12 dient zum Steuern der Walzeneinstellvorrichtung
2 in einer noch zu beschreibenden Weise. Die Walzeneinstellvorrichtung 2 erzeugt
einen optimalen Walzenspalt in dem Zeitaugenblick, wenn ein von dem eingangsseitigen
Dickenmesser 6 erfaßter Materialabschnitt einen Punkt direkt zwischen den Arbeitswalzen
1 erreicht.
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Der Abstand zwischen dem Meßpunkt des eingangsseitigen Dickenmessers
6 und der Mittelachse der Arbeitswalzen 1 wird vorher in der Steuerungseinheit 12
als feste Datengröße gespeichert. Dementsprechend berechnet die Steuerungs einheit
12, welche Anzahl der von dem Eingangs-Impulsgenerator 8 erzeugten Impulssignale
dem Meßpunkt des Gutes bzw. Materials entspricht, wenn dieses die Stelle direkt
zwischen den Arbeitswalzen 1 erreicht hat. Andererseits speichert die Steuerungseinheit
12 auch Daten, die ein Maß für das Zeitintervall zwischen dem Zuführen einer Walzenspalt-Steuerungsausgangsgröße
zur Walzeneinstellvorrichtung 2 und dem Moment eines Anderungsbeginns des Walzenspaltes
zwischen den Arbeitswalzen 1 sind. In ähnlicher Weise speichert die Steuerungseinheit
12 Daten, die das Zeitintervall zwischen den Dickenmessungen des Gutes mittels der
Dickenmesser 6 sowie 7 und dem Erzeugen von Ausgangsgrößen mittels der Verstärker
13 sowie 14 angeben.
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Beim Vorbewegen des Gutes 3 in Richtung zu den Arbeitswalzen 1 wird
durch den von der Kontaktrolle bzw. -walze 9 angetriebenen Eingangs-Impulsgenerator
8 an festen Zeitpunkten ein Impuls erzeugt. Eine von dem eingangsseitigen Dickenmesser
6 erfaßte Dickenabweichung L H1 (die nachfolgend
als Eingangsdickenabweichung
bezeichnet wird) in Bezug auf eine Bezugsdicke des Gutes am Eingang zu den Arbeitswalzen
1 wird bei einer vorbestimmten Anzahl von Impulssignalen abgetastet.
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Die Größe d s für eine Vorwärtsregelung des Walzenspaltes zwischen
den Arbeitswalzen 1 wird als eine Funktion der eingangsseitigen Dickenabweichung
H1 wie folgt ausgedrückt: d S = kf (4H1) (1) wobei k der Koeffizient der Vorwärtsregelung
ist. Der obige Ausdruck (1) wird in der Steuerungsmontage bzw.
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Regelungseinheit 12 gespeichert, die in Abhängigkeit einer EingangsgröBe
von dem eingangsseitigen Dickenmesser 6 den Wert des Ausdrucks (1) berechnet. Das
Ergebnis wird in der Steuerungsmontage bzw. Regelungseinheit 12 gespeichert.
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Während die Größe d S für die Vorwärtsregelung entsprechend dem Ausdruck
(1) berechnet wird, bestimmt die Steuerungsmontage bzw. Regelungseinheit 12 den
Zeitpunkt, an dem der von dem eingangsseitigen Dickenmesser 6 ausgemessene Gutsabschnitt
direkt zwischen die Arbeitswalzen 1 gelangt.
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Dies erfolgt durch Erfassen der Zeitverzögerung in der Walzeneinstellvorrichtung
2 und der Zeitverzögerung bezüglich der von den Dickenmessern erzeugten Abweichungsausgangssignale.
Hierdurch wird eine für die Vorwärtsregelungsgröße d S repräsentative Ausgangsgröße
erzeugt, um das zeitliche Verhalten der von der Vorwärtsregelungsgröße bestimmten
Walzenspalteinstellung mit dem Zeitpunkt in Ubereinstimmung zu bringen, an dem der
Messpunkt des Gutes direkt zwischen die Arbeitswalzen gelangt. Wenn die fUr die
Vorwärtsregelungsgröße d S repräsentative Ausgangsgröße der Walzeneinstellvorrichtung
2 zugeführt wird, erfolgt eine Veränderung des Walzenspaltes zwischen den Arbeitswalzen
1 um einen Wert a S, so daß wieder eine korrekte Dickenabmessung
bezüglich
des gewalzten Materials 3 hergestellt wird.
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Der Vorwärtsregelungskoeffizient k in dem obigen Ausdruck (1) ist
eine Konstante, die von der Walzkonstanten, der plastischen Deformationskurve des
gewalzten Materials usw.
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abhängt und als ein anfänglicher Wert eingegeben wird.
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Während des Walzens wird Jedoch der Vorwärtsregelungskoeffizient in
Abhängigkeit von Variablen verändert, wie dem Beginn und Ende eines Durchgangs bzw.
Walzstiches, dem Vorschubzustand des Durchgangs, den Temperaturänderungen in den
Arbeitswalzen und anderen Parametern. Deshalb ist es erforderlich, den Koeffizienten
k der Vorwärtsregelung in Abhängigkeit von den verschiedenen Parametern anzugleichen.
Nach der vorliegenden Erfindung wird dieser Kompensations- bzw. Ausgleichsvorgang
in einer nachfolgend detailliert beschriebenen Weise durchgeführt.
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Es wird davon ausgegangen, daß eine Dickenabweichung zwischen der
ausgangsseitigen Dicke und der Bezugsdicke (nachfolgend als Ausgangsdickenabweichung
bezeichnet) einem Ausdruck H2 entspricht und daß der Koeffizient k der Vorwärtsregelung
in Abhängigkeit von negativen oder positiven Werten der Eingangsdickenabweichung
H1 und der Ausgangsdickenabweichung A H2 gemäß Fig. 1 in der Größenordnung von =
0,1 angeglichen bzw. kompensiert wird.
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Tabelle 1 Vorzeichen von Vorzeichen von Korrekturart für den a H1
a H2 Koeffizienten k + + 0,1 wird zu k addiert - 0,1 wird zu k addiert + - 0,1 wird
von k abgezpn - + 0,1 wird von k abgehen
Der obige Ausdruck (1)
wird wie folgt modifiziert:
wobei k' der Koeffizient der Vorwärtsregelung ist. Gemäß der Tabelle 1 und dem obigen
Ausdruck wird der Koeffizient der Vorwärtsregelung in Abhängigkeit von dem logischen
Produkt der Vorzeichen der Eingangsdickenabweichung und der Ausgangsdickenabweichung
kompensiert bzw. angeglichen.
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Wenn das Produkt der Vorzeichen positiv ist, wird ein Korrekturwert
¢= 0,1 zum KoF-ffizienten der Vorwärtsregelung addiert. Wenn demgegenüber das Produkt
der Vorzeichen negativ ist, wird ein Korrekturwert n = 0,1 von dem Koeffizienten
der Vorwärtsregelung abgezogen. Während der Korrekturwert in Tabelle 1 beispielsweise
mit 4 = 0,1 angegeben ist, ist darauf hinzuweisen, daß der Korrekturwert in Abhängigkeit
von verschiedenen Parametern zu bestimmen ist, wie der Art der Walzstraße sowie
der Materialien des zu walzenden Gutes usw.
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Ferner kann der Korrekturwert als Funktion einer absoluten Größe der
Ausgangsdickenabweichung und damit als d = F (|tH2|) ausgedrückt werden.
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In diesem Fall wird die Vorwärtsregelungsgröße AS S nicht nur in Abhängigkeit
von den positiven oder negativen Vorzeichen der Eingangs- und Ausgangsdickenabweichungen
bestimmt, sondern auch von den Dickenabweichungen H1 und d H2, so daß eine genaue
Dickenregelung erreicht werden kann. Der obige Ausdruck (2) kann wie folgt modifiziert
werden:
Der zuvor beschriebene Korrekturwert d= 0,1 ist in Fig. 2 durch
eine gestrichelte Linie (A) dargestellt.
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Eine durchgezogene Linie (B) zeigt an, daß bezüglich des Koeffizienten
der Vorwärtsregelungsgröße keine Kompensation bzw. Angleichung stattfindet, wenn
die Ausgangsdickenveränderung in einem Bereich von weniger als 5 liegt. Wenn andererseits
die Ausgangsdickenveränderung den Wert 5 übersteigt, wird der Korrekturwert in Abhängigkeit
von der Ausgangsdickenabweichung bestimmt. Eine strichpunktierte Linie (C) gibt
einen Zustand an, bei dem der Korrekturwert i = 0,1 ist, wenn die Ausgangsdickenabweichung
H2 Null beträgt, und daß der Korrekturwert in Abhängigkeit von dem absoluten Wert
der Ausgangsdickenabweichung ansteigt. Während in Fig. 2 die Beziehung zwiw schen
dem Korrekturwert und dem absoluten Wert der Ausgangsdickenabweichung linear dargestellt
ist, ist darauf hinzuweisen, daß die vorliegende Erfindung nicht hierauf beschränkt
ist und daß der Korrekturwert durch die von einer zweiten oder von anderen Funktionen
repräsentierten Kurve bestimmt werden kann. Da die Herstellungskosten der Steuerungs-
bzw. Regelungseinheit ansteigen, wenn die Kurven der Funktionen komplizierter werden,
ist es in diesem Fall bevorzugt, die Kurve in Abhängigkeit von der geforderten Präzision
der Dickenregelung, den Walzbedingungen, den Materialien des zu walzenden Gutes
usw. zu bestimmen.
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Wenn während des Walzens die von dem eingangsseitigen Dickenmesser
6 erfaßte Meßstelle des Gutes nach dem Durchlaufen der Walzen 1 den ausgangsseitigen
Dickenmesser 7 erreicht, wird die Ausgangsgröße des ausgangsseitigen Dickenmessers
7 durch das Ausgangssignal von dem Ausgangs-Impulsgenerator 10 abgetastet. Das abgetastete
Ergebnis wird über den Verstärker 14 der Steuerungs- bzw. Regelungseinheit
12
zugeleitet. In dieser wird ein positiver oder negativer Wert der Ausgangsdickenabweichung
/H2 abgesondert bzw. unterschieden und mit dem positiven oder negativen Wert der
in der Steuerungs- bzw. Regelungseinheit 12 gespeicherten Eingangsdickenabweichung
A H1 verglichen.
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Danach wird der Kompensations- bzw. Angleichungsvorgang der Vorwärtsregelungskonstanten
k in der in Tabelle 1 dargestellten Weise durchgeführt. Wenn beispielsweise der
Wert der an einem gegebenen Punkt gemessenen Einsatzdickenabweichung j H1 des Gutes
positiv und der Wert der Ausgangsdickenabweichung AH2 an dem gegebenen Punkt des
gewalzten Materials positiv sind, dann wird zum Vorwärtsregelungskoeffizienten k'
der Wert 0,1 addiert. Dementsprechend wird die Vorwärtsregelungsgröße dS im Ausdruck
(1) so kompensiert bzw. angeglichen, daß die Dicke des gewalzten Materials ihren
Referenz- bzw. Bezugswert erreicht.
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Es wird ein erneutes Abtasten eingeleitet, wenn ein anderer Punkt
des Gutes nach dem gegebenen Punkt den ausgangsseitigen Dickenmesser 7 durchläuft,
und die Polaritäten bzw. Vorzeichen oder Werte der Eingangs- und Ausgangsdickenabweichungen
werden verglichen, wonach der Vorwärtsregelungskoeffizient gemäß Tabelle 1 kompensiert
bzw.
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angeglichen wird.
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Infolge der Regelung des Walzenspaltes in Abhängigkeit von der Vorwärtsregelungsgröße
dS und der Kompensation bzw. Angleichung des Koeffizienten k der Vorwärtsregelung
werden die Positionen der Arbeitswalzen 1 korrigiert, bis die Eingangs- und Ausgangsdickenabweichungen
den Nullwert erreichen, wodurch eine konstante Dicke eines vorgegebenen Wertes in
dem gewalzten Material aufrechterhalten wird.
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Es werden nunmehr unter Bezug auf die Fig. 3 und 4 die Ergebnisse
von erfindungsgemäß durchgeführten Versuchen und tatsächlichen Walzvorgängen beschrieben.
Fig. 3 zeigt einen Teil des Dickenprofils des experimentellen Bandes (Edelstahl)
mit einer Breite von 200 mm, einer Eintritts-bzw. Eingangsdicke von 1,09 mm sowie
einer bewußt vorgesehenen Dickenabweichung von etwa 30 P und die durch das vorliegende
Verfahren erzielten experimentellen Ergebnisse des gewalzten Materials mit einer
Ausgangsdicke von 1,05 mm Der Versuch wurde bei einer Walzgeschwindigkeit von 50
m/min. mit einem Korrekturwert von «= 0,1 durchgeführt.
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Die Dickenveränderung des Gutes nach und vor dem Walzen ist in Fig.
3 dargestellt. Das Gut hat vor dem Walzen eine Dickenabweichung von etwa t 15 p
und nach dem Walzen eine Dickenabweichung von etwa t 2 p.
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Fig. 4 zeigt einen Teil des Dickenprofils des experimentellen Edelstahlbandes
(ALSL 304) mit einer Breite von 160 mm sowie einer Eingangsdicke von 1,26 mm und
einen Teil des Dickenprofils des gewalzten Materials mit einer Ausgangsdicke von
1,19 mm, wobei dieser Walzvorgang bei einer Walzgeschwindigkeit von 50 mm/min. und
durch Wahl des Korrekturwertes zu (=0,1 sowie des Vorwärtsregelungskoeffizienten
zu k' = 1,0 durchgeführt wurde. Bei diesem Experiment wurde ein sehr gutes Ergebnis
erzielt. Die Ausgangs- und Eingangsdickenprofile sind entsprechend in den oberen
und unteren Abschnitten in Fig. 4 dargestellt.
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Es ist wichtig, daß eine zyklische Veränderung in der Eingangsdicke
auftritt. Diese Veränderung wird durch die Walzenexzentrizität begründet. Gemäß
Fig. 4 liegt die Dickenabweichung im Bereich zwischen + 5 P und - 6 p, wenn nicht
das erfindungsgemäße Verfahren angewendet wird.
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Wenn Jedoch der Korrekturwert allmählich vergrößert wird, ergibt sich
eine Verminderung der Dickenabweichung, und
in einem optimalen
Kompensationsbereich ( i= 0,1) liegt die Dickenabweichung im Bereich zwischen +
3 u und - 4 , so daß die Dicke innerhalb einer engen Tolerenz gehalten wird.
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Aus der vorstehenden Beschreibung ist nunmehr ersichtlich, daß der
erforderliche Walzenspalt nach der vorliegenden Erfindung in Abhängigkeit von der
Eingangsdickenabweichung im voraus berechnet wird, um hierdurch den Walzenspalt
auf einen gegebenen Wert zu regeln. Der erforderliche Walzenspalt wird größenmäßig
in Abhängigkeit von den positiven oder negativen Vorzeichen der Eingangs- und Ausgangsdickenabweichungen
kompensiert bzw. angeglichen, so daß das Maß des Walzenspaltes durch eine Vorwärtsregelung
eingestellt wird. Deshalb kann die Dickenänderung des Bandes sofort kompensiert
werden, wodurch sich ein sehr genauer Walzvorgang ergibt.
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Während es nach dem Stand der Technik unmöglich ist, eine durch die
Walzenexzentrizität begründete Dickenänderung des gewalzten Materials vollständig
zu eliminieren, und zwar auch dann nicht, wenn der Walzvorgang des Materials in
mehreren Walzstichen wiederholt wird, ist es möglich, die Dickenänderung des gewalzten
Materials nach dem erfindungsgemäßen Regelungsverfahren in einem einzigen Walzstich
zu vermindern bzw. minimal zu machen. Ferner ist es bei einem herkömmlichen automatischen
Dickenregelungssystem unmöglich, Dickenreranderungen des Bandes, das geschweißte
Abschnitte und somit stufenweise bzw. sprunghafte Dickenveränderungen aufweist,
vollständig zu eliminieren. Demgegenüber ist es nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
möglich, die Dickenschwankungen in einem einzigen Walzstich vollständig zu eliminieren.
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/Patentansprüche: