DE2604004A1 - Elektrischer kondensator - Google Patents
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Description
R> 30 58
30.1.1976 Rs
30.1.1976 Rs
Anlage zur
Patent- und
Gebrauchsmuster-Hilf sanmeldung
ROBERT BOSCH GMBK,
7000 Stuttgart 1
7000 Stuttgart 1
Elektrischer Kondensator
Die Erfindung betrifft einen mit Tränkmittel imprägnierten, selbstheilenden. Kondensator mit Mischungen
aus Papier- und Kunststoffbändern,· insbesondere für
einen Spannungsbereich kleiner 1000 V.
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Selbstheilende Kondensatoren "bestehen im allgemeinen
aus Metallpapier allein oder in Verbindung mit weiteren, nicht metallisierten Papierlagen (ein- bis dreilagige
Anordnung). Sie v/erden vor allem für Y/echselspannungsbelastung
verwendet und mit Mineralölen oder anderen unpolaren flüssigkeiten mit einer Dielektrizitätszahl
zwischen 2,0 und 2,5 imprägniert.
Grundsätzlich wäre es vorteilhaft, Tränkrnittel mit einer größeren Dielektrizitätszahl zu verwenden, da
hierdurch die Kapazität des Kondensators bei gleicher Baugröße gesteigert bzw. seine Baugröße bei gleichbleibender
Kapazität verringert werden könnte. Außerdem können solche Kondensatoren elektrisch höher belastet
werden, ohne daß schädliche Glimmentladungen im Tränkiaittel ihre Lebensdauer verkürzen. Tränkmittel
mit größerer Dielektrizitätssahl v/erden bei nicht selbstheilenden Kondensatoren bereits seit längerer
Zeit verwendet. Es handelt sich dabei vor allem um flüssige, chlorierte Kohlenwasserstoffe, beispielsweise
polychlorierte Biphenyle. Diese Stoffe zeichnen sich durch eine relativ hohe Dielektrizitätszahl von 5,5
bis 6 aus und v/eisen daneben auch noch günstige Werte für die elektrische Leitfähigkeit und den Verlustfaktor
auf.
Diese nicht nur für Kondensatoren geeigneten Stoffe sind biologisch kaum abbaubar. Wegen der Umweltge-
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fährdung - sei es beim Betrieb undichter Geräte oder
deren unsachgemäßer Verschrottung - werden Herstellung und Anwendung immer mehr eingeschränkt. In Japan und
Skandinavien ist beispielsweise die Verwendung für Kleinkondensatoren inzwischen untersagt worden. Aus
diesem Grund wurde auch eine Reihe von Ersatzstoffen für die Imprägnierung von Kondensatoren vorgeschlagen,
beispielsweise Mischungen aus halogenierten Äthem (DT-OS Kr.2 321 4-38), aus Diarylsulfon und halogenfreien,
aromatischen Verbindungen (DT-OS Nr.2 310 807), Mischungen
halogenfreier Ester und Äther (PR-PS Nr.2 193 234), Ester (US-PS Nr.3,855,508) oder Mischungen von Estern
mit polaren (DT-OS ITr. 2 500 517) bzw. mit nicht polaren Stoffen (DT-OS Nr.2 341 356). Diese Ersatzstoffe
weisen zwar im Vergleich zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen eine geringere Lielektrizitätszahl von et v/a
4,1 bis 4,9 auf, Dies wäre aber für ihre Anwendung bei selbstheilenden Kondensatoren kein Nachteil, da man
dort bisher mit Tränkmitteln einer Dielektrizitätszahl von 2 bis 3 auskommen muß. Entscheidend ist vielmehr
die Tatsache, daß die Leitfähigkeit- und der Verlustfaktor dieser Ersatzstoffe wesentlich schlechter sind
als bei den für selbstheilende Kondensatoren üblichen mineralischen oder synthetischen Ölen. Versuche mit
ein- und zv/eilagigen Metallpapierkondensatoren, die vergleichsweise mit Mineralöl einer Dielektrizitätszahl
von etwa 2,5 bzw. mit einen: halogenfreien Ester einer Dielektrizitätszahl von etwa 4,5 imprägniert
wurden, v/aren daher auch alles andere als ermutigend.
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Pig. 1 zeigt die Abhängigkeit des Verlustfaktors der günstigeren zv/eilagigen Ausführung in Abhängigkeit von
der Temperatur bei zwei verschiedenen Spannungen. Die Werte der m.i t dem Ersatzstoff höherer Dielektrizitätszahl
imprägnierten Kondensatoren sind, wie vorauszusehen
war, erheblich schlechter als die der ölgetränkten Kondensatoren mit geringerer Melektrizitätszahl. Schon
bei einer Betriebsfeldstärke von ca. 20 V/um würde die höhere spezifische Kapazität des mit dem Ester imprägnierten
Kondensators durch ein schlechteres Betriebsverhalten, insbesondere höhere Betriebstemperatur und
geringe Lebensdauer, erkauft. Der G-rund für den höheren Verlustfaktor liegt in den schlechteren Stoffwerten
des Trankmittels. Fig. 2.zeigt den Verlustfaktor
bei verschiedenen Temperaturen, Pig. 3 den Gleichstromwiderstand
bei 800C des Mineralöles bzw. des halogenfreien Esters. Der Verlustfaktor des Esters liegt um
über zv/ei Zehnerpotenzen höher, der Gleichstromwiderst
and mehr als drei Zehnerpotenzen niedriger als bei dem hineralöl.
Von diesem Gegebenheiten ausgehend, liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen selbstheilenden
Kondensator zu entwickeln, der eine höhere spezifische Kapazität und eine höhere Glirnmeinsatzspannung
als die bisher bekannten Bauarten aufweist, ohne daß sich seine Werte für den Verlustfaktor und
die Leitfähigkeit verschlechtern. Der erfindungsgemäße
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R Γ O Γ: C
Kondensator soll sich außerdem durch besondere Umweltfreundlichkeit
auszeichnen.
Biese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Kombination der beiden folgenden Merkmale gelöst:
a) Das Tränkmittel ist ein bei Raumtemperatur flüssiger, halogenfreier Stoff mit einer DielektrizitätBzahl
von etwa 4,0 bis 5,0 und
b) zwischen Belegungen verschiedener Polarität befindet
sich zumindest eine Kunststofflage.
Die Erfindung basiert auf der überraschenden Erkenntnis, daß bei Anwendung einer Kunststoffzwischenlage
der ungünstige Einfluß, den Stoffe höherer Dielektrizitätszahl
auf den Verlustfaktor und die Leitfähigkeit des Kondensators ausüben, praktisch vollkommen
beseitigt wird. Bei Verwendung eines als Ersatzstoff für den umweltgefährlichen, chlorierten Kohlenwasserstoff
vorgeschlagenen Esters als Imprägniermittel ergibt sich sogar ein geringerer Verlustfaktor als bei
der Mineralölimprägnierung, obwohl dieser Ester allein die tausendfache Leitfähigkeit und den hundertfachen
Verlustfaktor aufweist.
Die Ursache für dieses überraschende Ergebnis dürfte in folgendem liegen: Die elektrische Feldstärke im
Imprägniermittel, im Papier und im Kunststoff (falls diese im elektrischen Feld liegen) verhält sich umgekehrt
proportional zur üielektrizitätszahl des einzel-
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Γ C i; 3
nen Stoffes. Bei Ölimprägnierung sind die Feldstärken im Öl und im Kunststoff annähernd gleich, da auch die
jeweiligen Dielektrizitätszahlen etwa gleich sind. Bei Imprägnierung mit einem Stoff höherer Dielektrizitätszahl,
beispielsweise zwischen 4 und 5, sinkt die Feldstärke im Imprägniermittel, steigt dafür aber im Kunst
stoff an. Da der !kunststoff die niedrigeren, das Tränk
mittel die höheren Verluste hat, ist der Gesamtverlustfaktor des Dielektrikums um so geringer, ie höher
die elektrische Belastung im Kunststoff ist bzw. je geringer die Feldstärke im Imprägniermittel ist. Dadurch
kann der Beitrag des verlustbehafteten Imprägniermittels zum Gesamtverlustfaktor völlig kompensiert
und sogar auch überkompensiert werden.
Zwar ist es bei mineralölimprägnierten Metallpapierkondensatoren bereits bekannt, ein Kischdielektrikum
zu verwenden, so werden beispielsweise einseitig bedampfte Papiere mit unbedampften Kunststoffbändern zusammengewickelt
(DAS Nr.1 639 212) oder doppelseitig metallisierte Papiere durch eine nicht metallisierte
Kunststoffla,ge getrennt. Diesen Kondensatoren gemeinsam
ist die Möglichkeit aber auch die wirtschaftliche Notwendigkeit, sie mit einer im Gegensatz zu den bisher
erwähnten Kondensatoren wesentlich höheren Feldstärke von 4-0 bis 80 V^um zu betreiben. Um so unwahrscheinlicher
mußte aufgrund der ungünstigen Stoffv/erte von Imprägniermitteln mit höherer Dielektrizitätszahl
der Gedanke sein, so hochbelastete Kondensatoren mit
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einem solchen Stoff zu imprägnieren, der schon bei
wesentlich geringer belasteten Kondensatoren zu einer untragbaren Verschlechterung führt.
Als besonders zweckmäßig hat es sich erwiesen, daß das Tränkmittel ein mit Zusätzen stabilisierter Ester,
insbesondere ein Bioctylphthalat mit Zusätzen aus Epoxid und Hydrochinon ist. Me Kunststoff lagen können
beispielsweise aus Polycarbonat oder Polypropylen bestehen.
Zur Herstellung eines solchen Kondensators ist es vorteilhaft, daß der Wickel separat imprägniert und sodann
in das Kondensatorgehäuse eingebaut wird und die Kondensatoren nach einer kurzen Vakuumbehandlung durch
eine Füllöffnung im Gehäuse gefüllt und anschließend dicht verschlossen werden.
Weitere Einzelheiten der Erfindung folgen aus der nachfolgenden Beschreibung von Versuchsergebnissen«
Dabei zeigt Pig. 4 den Verlauf des Verlustfaktors in Abhängigkeit von der Temperatur für einen Kondensator,
der mit Mineralöl (Shell K 8) und für einen Kondensator*,
der mit einem Ester (Bayer OC 4200) imprägniert wurde. Die Dielektrizitätszahl betrug im ersten Fall
etwa 2,3, im zweiten Pail etwa 4,5. Der Kondensatoraufbau
ist in der rechten oberen Ecke von Fig. 4 dargestellt. Er bestand aus zwei doppelseitig bedampften
Metallpapieren, die mit zwei Polycarbonatlagen ver-
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wickelt wurden. Der Kurvenverlauf zeigt deutlich, daß der Verlustfaktor des mit Ester Imprägnierten Kondensators
im großen und ganzen unter dem des mit Mineralöl Imprägnierten Kondensators liegt. Die an sich um
Größenordnungen schlechteren Stoffwerte "bezüglich des Verlustfaktors kommen also nicht mehr zum Tragen.
Größenordnungen schlechteren Stoffwerte "bezüglich des Verlustfaktors kommen also nicht mehr zum Tragen.
Hoch günstiger liegen die Verhältnisse bei I1Ig. 5, wo
zwei einseitig bedampfte I-ietallpapiere mit zwei Poly—
propylenlagen verwickelt wurden. Die Imprägniermittel waren dieselben wie in Fig. 4. Der Verlustfaktor liegt
bei Imprägnierung mit Ester im Schnitt um etwa 25 fo
unter dem bei Imprägnierung"mit Mineralöl, wie Fig. 5 deutlich zeigt.
unter dem bei Imprägnierung"mit Mineralöl, wie Fig. 5 deutlich zeigt.
Die erfindungsgemäße Merkmalskombination gestattet es also, mit Tränkmitteln zu arbeiten, deren hohe Dielektrizitätszahl
eine höhere spezifische Kapazität und
eine höhere elektrische Belastung des Kondensatοε erlaubt, wobei die V/erte für den Verlustfaktor gleich,
gut oder besser wie bei Mineralölen liegen.
eine höhere elektrische Belastung des Kondensatοε erlaubt, wobei die V/erte für den Verlustfaktor gleich,
gut oder besser wie bei Mineralölen liegen.
Es liegt auch innerhalb des Rahmens der vorliegenden
Erfindung und der damit erslelbaren Vorteile, dex*art
saugfähige Kunststoffwickel zu verwenden, daß auf Papierlagen verzichtet werden kann. Hierfür kommen beispielsweise Kunststoffbänder mit aufgerauhter Oberfläche oder Kunststoff-Vliese In Betracht.
Erfindung und der damit erslelbaren Vorteile, dex*art
saugfähige Kunststoffwickel zu verwenden, daß auf Papierlagen verzichtet werden kann. Hierfür kommen beispielsweise Kunststoffbänder mit aufgerauhter Oberfläche oder Kunststoff-Vliese In Betracht.
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Claims (1)
- R Γ CAnspruch e1. 'Kit Tränkmittel imprägnierter, selbstheilender Kondensator, insbesondere üetaj!papierkondensator mit Mischungen aus Papier- und Xunststoffbändern, insbesondere für einen Spannungabereich kleiner 1000 V, gekennzeicht durch die Kombination folgender Merkmale:a.) Das Tränkmittel ist ein bei Raumtemperatur flüssiger, halogenfreier Stoff mit einer üielektrizitätszahl von etwa 4,0 bis 4,5 und .b) zwischen Belegungen verschiedener Polarität befindet sich zumindest eine Kunststofflage.2. Kondensator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tränkmittel ein mit Zusätzen stabilisierter Ester ist.3. Kondensator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ester ein Dioctylphthalat ist.4. Kondensator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusätze aus Epoxid und Hydrochinon bestehen.b. Kondensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffla^on-10-709831/0575R :■ ö " ηaus Polycarbonat bestehen.6. Kondensator nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststofflagen aus Poly propylen bestehen.7. Kondensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der als Tränkmittel benützte Stoff auch als Füllmittel dient.8. Verfahren zur Herstellung eines Kondensaters nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kondensatorwickel separat imprägniert und sodann, in das Kondensatorgehäuse eingebaut wird und die Kondensatoren nach einer kurzen Vakuumbehandlung durch eine Füllöffnung im Gehäuse gefüllt und anschließend dicht verschlossen werden.709831/0575
Priority Applications (7)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| FR (1) | FR2340604A1 (de) |
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