DE268017C - - Google Patents
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- H04L25/00—Baseband systems
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
'-Ja 268017-KLASSE 21 a. GRUPPE
THE UNIVERSALTELEGRAPHIC COMPANY in BALTIMORE, Maryland, V. St. A.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 1. März 1913 ab.
Die Erfindung bezieht sich auf Einrichtungen für solche Telegraphensysteme, bei denen
für jedes telegraphische Zeichen bestimmte Zeitintervalle festgesetzt sind und das Zeichen
selbst durch das Vorhandensein oder Ausbleiben bestimmter Zusammensetzungen von in
die Linienleitung gesandten Stromstößen während einer Zeichenperiode gebildet wird.
Bei diesen Telegraphensystemen müssen sowohl Einrichtungen zur Bestimmung oder Auswählung der Reihenfolge der zu übertragenden Stromstöße, die ein bestimmtes Zeichen ergeben sollen, oder, mit anderen Worten, der Stromstöße, die in einer bestimmten Zeichenperiode wirksam, werden sollen, vorgesehen werden als auch Mittel zur Regelung der Dauer dieser Zeichenperioden und der Stromstöße selbst.
Bei diesen Telegraphensystemen müssen sowohl Einrichtungen zur Bestimmung oder Auswählung der Reihenfolge der zu übertragenden Stromstöße, die ein bestimmtes Zeichen ergeben sollen, oder, mit anderen Worten, der Stromstöße, die in einer bestimmten Zeichenperiode wirksam, werden sollen, vorgesehen werden als auch Mittel zur Regelung der Dauer dieser Zeichenperioden und der Stromstöße selbst.
Es ist von größter Wichtigkeit für diese Art Vorrichtungen, daß sie genau arbeiten
und nicht, wenn einmal eingestellt, unbeabsichtigten Veränderungen unterworfen sind.
In dieser Beziehung bildet die Einstellvorrichtung ein wesentliches Merkmal der Erfindung.
Diese Einstellvorrichtung ist in ihrer Wirkungsweise von irgendeiner nach der Einstellung
der Vorrichtung Veränderungen ausgesetzten Anordnung vollkommen unabhängig.
Ein weiteres Hauptmerkmal dieser Vorrichtungen besteht darin, daß sie in ihrer Bauart so einfach wie nur möglich gehalten sind, um die genauen Einstellungen, nachdem sie einmal zusammengesetzt sind, unnötig zu machen.
Ein weiteres Hauptmerkmal dieser Vorrichtungen besteht darin, daß sie in ihrer Bauart so einfach wie nur möglich gehalten sind, um die genauen Einstellungen, nachdem sie einmal zusammengesetzt sind, unnötig zu machen.
Durch die Erfindung ist also eine Einrichtung zum Geben und Empfangen telegraphischer
Zeichen geschaffen, die den Anforderungen im Telegraphenbetrieb genügt. Sie kann
sowohl für Simplex- als auch für Duplex telegraphenbetrieb angewendet und unmittelbar
mit einer Hauptlinie verbunden oder durch einen Relaisstromkreis an diese angeschlossen
werden.
Auf den Zeichnungen ist die Erfindung dargestellt.
Fig. ι ist eine schematische Darstellung des Erfindungsgegenstandes in einer Ausführungsform für direkten Linienbetrieb, und zwar, in
Anwendung sowohl als Geber wie auch als Empfänger.
Fig. 2 und 3 sind Schaltungen, um die Anwendung der Erfindung für Linienrelaisbetrieb
wie auch für Duplextelegraphenbetrieb zu veranschaulichen, und zwar zeigt Fig. 2 im
besonderen die Ubertragungs- und Fig. 3 die Empfängerstromkreise.
Fig. 4 zeigt schematisch in getrennter Anordnung zwei frei schwingende Federn oder
Stimmgabeln in Anwendung auf den Erfindungsgegenstand.
Fig. 5 ist eine schaubildliche Teilansicht des Tastenwerkes und der Tastensperrvorrichtung.
Fig. 6 veranschaulicht in vergrößerter schematischer Darstellung gewisse Merkmale der
Tastensperrvorrichtung.
Fig. 7 ist eine Teilansicht der Sperrvorrichtung
des schrittweise arbeitenden Wählschaltwerkes von vorn.
Fig. 8, 9 und io zeigen die verschiedenen.
NOckenscheiben des Wählschaltwerkes von der Seite.
Fig. Ii zeigt eine andere Nockenscheibe von der Seite mit einem Teil des durch diese zu betätigenden
Schalthebels und einer Dämpfungsvorrichtung, um den Schalthebel in einer Richtung
langsam wirken zu lassen.
Fig. 12 stellt schematisch den Stromverlauf für zwei Zeichen in der Linienleitung dar.
Fig. ι zeigt das Schema des den Gegenstand der Erfindung bildenden Wählschaltwerkes,
das sowohl als Geber wie auch als Empfänger angewendet werden kann. Zunächst jedoch möge das Schaltwerk als Geber
betrachtet werden. Ih diesem Falle werden die Zeichen zuerst durch die Betätigung einer
Anzahl Schalterkontakte 1 in der entsprechend dem benutzten Telegraphenkodex gewünschten
Zusammensetzung gebildet oder ausge-Avählt. Die Aufeinanderfolge der die Zeichen
bewirkenden Stromstöße wird durch die nacheinander erfolgende Betätigung einer Anzahl
beweglicher Schalterhebel oder Kontakte 2 bis 9, die in Reihe mit den Kontakten 1 verbunden
sind, ausgewählt, während die eigentliche Regelung der Übertragung der Stromstöße
auf die Linienleitung durch die Stimmgabel oder Schwingungsfeder 10 gleichzeitig
erfolgt, die eine Hauptlinienleitung 11 mit aufeinanderfolgenden Stromstößen in elektrische
Verbindung mit den acht Stromkreisen über die Schalter 2 bis 9 bringt.
Den für die Zeichengabe erforderlichen Strom liefern zwei Dynamos 12 und 13. Die
positive Klemme der einen ist mit der negativen Klemme der anderen durch eine Leitung
1.7 verbunden, die erforderlichenfalls, wie auch auf den Zeichnungen dargestellt ist, geerdet
werden kann.
Die Dynamo 12 sendet den negativen Strom zu einer Anzahl fester Kontakte 14, mit denen
die beweglichen Kontakte 1 gewöhnlich in Be-
So rührung sind.
Für jeden dieser beweglichen Kontakte ist ferner ein fester I^ontakt 15 vorgesehen; die
Kontakte 15 sind alle zur Übertragung der Zeichen mit der positiven Klemme der Dynamo
13 verbunden. Der Schalter io'hat den
Zweck, das Schaltwerk umzuschalten, wenn dieses nicht als Geber, sondern als Empfänger
benutzt werden soll. Für die Zeichengabe nimmt der Schalter 16 die in völlausgezogenen
Linien gezeigte Stellung ein, während für die Zeichenaufnahme seine Schaltarme in der
durch die gestrichelten Linien angedeuteten Stellung sein müssen. Hierbei sind die Dynamos
12 und 13 und die Verbindung der Schalter 1 zu der gemeinsamen Erdrückleitung
über die Leitung ija abgeschaltet.
Die Anzahl der Schalter 1 und der zugehörigen Stromkreise ist unbeschränkt und
kann entsprechend dem anzuwendenden Zeichensystem verschieden sein.
Die vorliegende Erfindung benutzt das Zeichensystem, wie es im wesentlichen in der
deutschen Patentschrift 251111 dargestellt und beschrieben ist. Bei diesem System ist für jedes
Zeichen eine bestimmte Zeitdauer festgesetzt, die in acht Stromstoßzeiten oder Stellungen
geteilt werden kann. In diesem Falle '" werden acht Hebel 1 und infolgedessen acht
Stromkreise angewendet. Zur Erklärung der Wirkungsweise seien diese acht Stromkreise
mit a, b, c, d, e, f, g und h bezeichnet.
Die Zeichen werden durch Umlegen der Kontakte 1 gebildet, die mit den Kontakten 15
in der gewünschten Zusammensetzung in Berührung gebracht werden. Zu diesem Zwecke
kann irgendeine geeignete, entweder selbsttätig oder durch Hand betätigte Umsetzungsübertragervorrichtung
verwendet werden. In dem oben angeführten deutschen Patent sind beide Einrichtungen, ein von Hand zu bedienender
Übertrager oder ein Tastenwerk und ein selbsttätiger Übertrager, die beide für die
vorliegende Erfindung benutzt werden können, dargestellt und beschrieben. Für die Beschreibung
der Wirkungsweise der Erfindung sei jedoch angenommen, daß die Kontakte 1
in einem Tastenwerk angeordnet sind, und der Tastenübertrager, wie er hier für diesen
Zweck gezeigt ist, kann mit Ausnahme der Tastensperrvorrichtung und verschiedener
Einzelheiten in der Einrichtung zur Betätigung der Anlaßkontakte des Schaltwerkes im
wesentlichen als derselbe, wie er in dem genannten Patent dargestellt und beschrieben ist,
betrachtet werden. Daher ist von dem Tastenwerk nur so viel gezeigt, wie gerade zum Verständnis
von dessen Wirkungsweise erforderlich ist. Es ist jedoch hervorzuheben, daß die vorliegende Erfindung sich auf das in dem angeführten
Patent beschriebene Tastenwerk in seiner ganzen Vollständigkeit, el. h. einschließlich
des Sperrmechanismus, bezieht.
Das in Fig. .5 schaubildlich dargestellte Tastenwerk besteht unter anderem aus einer
Anzahl Tastenhebel 18, wobei für jeden zu übertragenden Buchstaben oder für jedes
Zeichen ein Hebel vorzusehen ist. Diese Tastenhebel werden betätigt, um in verschiedener
Zusammensetzung eine Anzahl Einstellschienen 19 (Fig. 5 und 6) einzustellen, die,
wenn eingestellt, entsprechende Kontakte 1 in Berührung mit entsprechenden Kontakten 15
bringen. Die seitliche Einstellung dieser Einstellschienen wird durch die oben spitzwinkligen
Kanten der Tastenhebel bewirkt, die gegen die auf den unteren Kanten der genannten
Schienen vorgesehenen Zacken anliegen. Die Zähne sind an den Schienen so angeordnet,
daß durch die Betätigung eines bestimmten Tastenhebels eine bestimmte Einstellung
der Zahne bewirkt wird, wodurch eine
ίο entsprechende Gruppe von Schienen verstellt
wird. Die Anordnung der Zacken an der unteren Seite der Schienen, um diese in der gewünschten
Gruppierung durch eine größere Anzahl Tastenhebel, als die der Schienen ist, zu verschieben, ist ein wohlbekanntes Hilfsmittel
und braucht hier nicht weiter beschrieben zu werden.
Bei der in Fig. 1 schematisch veranschaulichten Ausführungsform ist in dem Tastenwerk"
ferner ein beweglicher Schalterkontakt 23 mit zwei entsprechend dazu angeordneten
festen Kontakten 24 und 25 vorgesehen, die an dem positiven und negativen Pol der bei Verwendung
der Einrichtung zur Zeichengabe erforderlichen Stromquelle angeschlossen sind; der bewegliche Kontakt 23 ist dabei mit. dem
Kontakt 24 in Berührung. Bei direkter Leitungsübertragung fließt der Strom gewöhnlich
über die Kontakte 23 und 24 in die Linienleitung. Das Wählschaltwerk wird durch die
Berührung des Kontaktes 23 mit Kontakt 25
' in Tätigkeit gesetzt, wodurch, wie im nachfolgenden eingehender beschrieben wird, ein Anlaßstromkreis
geschlossen wird. Bei der Verwendung eines Tastenwerkes bilden die Kontakte
23, 24 und 25 einen Teil des Tastenwerk-Übertragers, wobei Kontakt 23 bei Betätigung
jeder Taste des Tastenwerkes wirksam wird. Die besondere Vorrichtung zur Betätigung
dieser Kontakte ist in Fig. 5 gezeigt, die in ihren Einzelheiten mit der Vorrichtung zur
Sperrung der Tasten später erläutert werden wird.
Die Schalterhebel 2 bis 9 in Fig. 1 werden
durch die Nockenscheiben 26 bis 33 betätigt, die auf einer in einem geeigneten, in den Zeichnungen
nicht dargestellten Rahmen gelagerten Welle 34 befestigt und um die durch die bei
Scheibe 33 gestrichelt angedeutete Strecke 34° versetzt sind. Um die Schalterhebel 2 bis 9
durch die Nockenscheiben 26 bis 33 zu betätigen, sind diese Hebel als Winkelhebel ausgebildet,
wobei jeder mit einer Nase, z.B. 90, versehen ist, die unter der Spannung einer geeigneten
Zugfeder, z.B. gh, auf dem Umfang
der Nockenscheibe schleift. Diese Nockenscheiben betätigen die Hebel 2 bis 9, die nacheinander
in Berührung mit einer Reihe fest angeordneter Kontakte 35 bis 42 kommen und für' eine vorherbestimmte Zeitdauer in Wirksamkeit
bleiben, worauf die Kontakte wieder nacheinander geöffnet werden, bis am Ende einer Zeichenperiode alle Kontakte offen oder
unterbrochen sind. Zu diesem Zweck ist jede Nockenscheibe mit einem oder mehreren Einschnitten,
wie z. B. bei 33*, versehen, deren
Zahl in jedem Falle von der bei jeder Umdrehung der Schaltwelle 34 zu übertragenden Anzahl
Zeichen abhängt. Die auf den Zeichnungen dargestellten Apparate sind für vier Zeichen
bei j eder Umdrehung der. Schaltwelle bestimmt, daher sind die Nockenscheiben 26 bis
33 alle mit vier in gleichen Abständen zueinander liegenden Einschnitten versehen. Der
diese Einschnitte trennende Zwischenraum ist gleich dem Winkelabstand, den die Nockenscheiben
für jede Zeichenperiode zurücklegen, und beträgt weniger als eine Drehung der Schaltwelle 34 um zwei Schritte. Mit anderen
Worten, diese Einschnitte sind in solchen Abständen zueinander angeordnet, daß die Nase
'des Hebels 2, wie dies in Fig. 1 gezeigt ist, oder irgendeines anderen Hebels, der die Stellung
des Hebels 2 gerade einnimmt, in einen Einschnitt nach einer Schrittbewegung der
Nockenscheibe einfällt, bei dem . nächsten Schritt darin bleibt und auf den erhöhten Teil
der Scheibe bei dem nächstfolgenden Schritt wieder herausgehoben wird. In dieser Stellung
nimmt der Hebel 2 die Stellung des Hebels 9 in Fig. 1 ein. Die Nockenscheiben 26
bis 33 sind in ihrer Form alle gleich, sind aber auf der Schaltwelle 34 um einen bestimmten
Winkel zueinander versetzt angeordnet. Angenommen, die Schaltwelle mache bei jeder
Umdrehung 40 Schritte, so werden die Nockenscheiben 26 bis 33 so zueinander angeordnet,
daß sie zueinander in einem Winkel von V40
einer Umdrehung versetzt sind, d. h. betrachtet man die Nockenscheibe 26 als die erste in
der Reihe, so ist die Scheibe 27 um einen Winkel, der V40 der ganzen Umdrehung beträgt,
hinter Scheibe 26 versetzt, Scheibe 28 um V40
der ganzen Umdrehung hinter Scheibe 27 und so weiter bis zur Scheibe 33, die ihrerseits um
Vto der Umdrehung hinter der Scheibe 32 versetzt
ist. Die Nasen der Schalthebel 2 bis 9 nehmen alle dieselbe entsprechende Stellung
an den Nockenscheiben ein. In der in Fig. 1 dargestellten Anordnung liegen sie unmittelbar
senkrecht unter der Mittellinie der Schaltwelle 34 gegen die Nockenscheiben an. Bei
dem ersten Schritt der Schaltwelle fällt die Nase 'des Schalthebels 2 in den angrenzenden
Einschnitt in der Scheibe 26, bei dem nächsten Schritt fällt die Nase des Hebels 3 in den angrenzenden Einschnitt in der Scheibe 27, und
so fortschreitend fallen die Nasen der Hebel nacheinander in die zugehörigen Einschnitte
der Scheiben ein, wodurch die Hebel nacheinander mit der entsprechenden Reihe fester
Kontakte in Berührung kommen. Der Kon-
takt jedes Schalthebels bleibt mit den festen Kontakten der Reihe 35 bis 42 während zweier
vSchritte der Schaltwelle34 in Berührung, worauf dann die Verbindung unterbrochen wird.
Eine Ansicht einer dieser Nockenscheiben 26 in natürlicher Größe ist in Fig. 8 dargestellt,
bei der bei 26a die vier Einschnitte gezeigt
sind.
Eine sichere schrittweise Drehung wird der Schaltwelle 34 durch ein auf ihr befestigtes
Sperrad erteilt, das mit zwei versetzt zueinander angeordneten Sperrzähnen 44 und 45 zusammenwirkt,
die an zwei gegenüberliegenden Seiten des Sperrades in einem Bügel eines drehbar gelagerten Ankers 46 angeordnet sind,
der so angebracht ist, daß er zwischen den Polen zweier fest angeordneter Elektromagnete
47 und 48 schwingen kann.
Das Sperrad 43 besitzt 20 Zähne. Die Ankerzähne 44 und 45 sind gerade entgegengesetzt
um einen halben Sperradzahn versetzt (Fig.·7, Teilansicht), so daß, wenn der Anker
in einer Richtung bewegt wird, das Sperrad sich um einen halben Zahn in der Pfeilrichtung
dreht, und wenn der Anker in der anderen Richtung bewegt wird, das Sperrad sich um einen halben Zahn in derselben Richtung
weiterdreht, wodurch bewirkt wird, daß die Schaltwelle bei jeder Schwingung des Ankers
um V40 ihrer Umdrehung gedreht wird.
Die Magnete 47 und 48 erhalten den Erregerstrom von einer geeigneten Lokalstromquelle,
die durch die starken Linien 49 und 50 angedeutet ist. Die Magnete 47 und 48 werden
durch den Federantriebsschalter geregelt, der aus einem drehbar gelagerten Hebel 51,
einem festen Kontakt 52 und einem an der Schwingungsfeder 10 isoliert angeordneten
Kontakt 53 besteht. Die Schwingungsfeder 10 bewegt durch exzentrischen Stoß den Hebel
51 entgegen der Zugspannung einer Feder 54.
Kontakt 52 ist dauernd mit einer Klemme des Magneten 48, Kontakt 53 mit einer
Klemme des Magneten 47, der Hebel 51 mit dem negativen Pole der Lokalstromquelle und
die anderen Klemmen der Magnete 47 und 48 sind mit dem positiven Pole 50 der Lokalstromquelle
verbunden. Die Schwingungsfeder 10 regelt ferner die nacheinander erfolgende
Anschaltung der a- bis Ä-Stromkreise an die Linienleitung. Zu diesem Zwecke ist
eine aus einem in der Mitte drehbar gelagerten Hebel 55, einem festen Kontakt 56 und
einem an der Schwingungsfeder 10 befestigten, aber von dieser isolierten beweglichen
Kontakt 57 bestehende Schaltvorrichtung vorgesehen, bei der die Schwingungsfeder 10 entgegen
der Zugspannung einer Feder 58 den Hebel 55 bewegt. Der Kontakt 57 ist mit den wechselweise wirkenden Schalterkontakten 35.
37> 39 und 41 verbunden, während der Kontakt
56 mit den Schalterkontakten 36, 38, 40 und 42 und ferner Hebel 55 mit der Hauptlinienleitung
11 dauernd verbunden ist.
Die Schwingungsfeder 10 betätigt ferner den Schalterhebel 59. Die Kontakte 60 und 61
desselben bilden einen Teil eines später beschriebenen Hilfsschaltermechanismus.
Die Schwingungsfeder 10 ist an einem Ende in einem starren Halter 62 befestigt und trägt
an ihrem unteren Ende ein Gewicht 63. Das untere Ende dieser Schwingungsfeder schwingt vor den Polen eines fest angeordneten
Elektromagneten 64, dessen Wirkung darin besteht, die Feder 10 am Ende einer
Zeichenperiode anzuhalten und sie beim Beginn einer neuen Zeichenperiode wieder freizugeben
und so fort. Der Magnet 64 wirkt keinesfalls als Triebkraft, um die Feder in Schwingung zu erhalten, noch ihre Schwingungszahl
zu beeinflussen.
Die an den Polfäden des Magneten 64 vorgesehenen Messingplättchen 65 sollen das
Klebenbleiben der Schwingungsfeder 10 infolge der Remanenz der Magnetkerne nach
der Unterbrechung des Stromes über den Magneten 64 verhindern, so daß die Schwingungsfeder10
augenblicklich freigegeben wird.
Der Magnet 64 wird von der Lokalstromquelle 49 und 50 aus erregt; sein Erregerstromkreis
wird über den Kontakt 66 und die Kontaktzunge des Magneten 6y, Schalthebel
68, der den Hebeln 2 bis 9 gleicht, und den festen Kontakt 69, auf dem der Hebel 68 gewohnlich
steht, geschlossen.
Der Schalthebel 68 wird durch die auf der Welle 34 sitzende Nockenscheibe 70, die den
Scheiben 26 bis 33 gleicht, gesteuert. Sie ist aber auf der Schaltwelle 34 so angeordnet,
daß in der normalen Ruhestellung des Schaltwerkes die Nase des Hebels 68 in einem ihrer
Ausschnitte sich gegen die hintere schräge Kante desselben anlegt, so daß sie bei der Drehung
des Schaltwerkes um den ersten Schritt aus dem Einschnitt herausgehoben und die Verbindung bei Kontakt 69 getrennt wird.
Die Erregerspulen des Relais 67 liegen bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführung in Reihe
über einen Umschalter 105, dessen Zweck sich aus dem Nachfolgenden ergeben wird, mit dem
Anlaßkontakt 23, Schalthebel 71, der.dem bei 68 gleicht, und dem festen, normal mit dem
Schalthebel 71 in Kontakt befindlichen Kontakt 72 und dem ständig mit der Linienleitung
11, wie Fig. 1 zeigt, verbundenen Schalterkontakt 72.
Der Hebel 71 wird durch die auf der Welle 34 angeordnete Nockenscheibe 73 gesteuert,
um die Verbindung mit Kontakt 72 herzustellen und zu unterbrechen. Diese Nockenscheibe
ist auch mit vier auf dem Umfang in
gleichen Abständen angeordneten Einschnitten versehen. Diese Einschnitte ermöglichen jedoch
keine tote Bewegung zwischen der Nockenscheibe und der Nase des Hebels 71,
wenn die Nase in dem Einschnitt ist, und sind so groß, daß die Nase des Hebels in die Einschnitte
nur bei einem Schritt der Nockenscheibe 73 einfällt und bei dem nächsten Schaltschritt herausgehoben wird (Fig. 9).
Diese Scheibe 73 ist so auf der Welle 34 aufgesetzt, daß in der Normalstellung des
Schaltwerkes die Nase des Hebels 71 in einem ihrer Ausschnitte ist, wodurch der Erregerstromkreis
des Relais 67 bei Kontakt 72 geschlossen ist.
Das Relais 67 ist in dem dargestellten Falle polarisiert, und seine Kontaktzunge besitzt
eine gewisse Vorspannung, oder sie ist mit einer Feder 6ya versehen, die die Kontaktzunge
sofort von dem Kontakt 66 abzieht, sobald der Erregungsstromkreis des Relais unterbrochen
ist.
In Fig. ι sind alle 'beweglichen Teile in Normalstellung
dargestellt. Während dieser Zeit erhalten die Spulen des Relais 67, der Federregelungsmagnet
64 und der das Sperrwerk betätigende Magnet 47 ununterbrochen Strom.
Auch fließt gewöhnlich von dem negativen Pol der Dynamo 12 über die Kontakte 24 und 23.
Spulen des Relais 67, Schalthebel 71, Kontakt 72 über die Abzweigung bei 74 zur Linienleitung
11 Strom.
Dieser gewöhnlich fließende Strom könnte auch positiv sein. Für den vorliegenden Fall
soll aber angenommen werden, daß er negativ ist.
Angenommen, es sei irgendeine Taste des Tastenwerkes niedergedrückt worden, um ein
Zeichen zu senden. Hierdurch wird durch eine im nachfolgenden beschriebene Einrichtung
bewirkt, daß Kontakt 23 die Verbindung mit Kontakt 24 unterbricht und diese mit Kontakt
25 herstellt. Dies hat zur Folge, daß über die Spulen des polarisierten Relais 67 Strom anderer
Polarität als der gewöhnliche Strom, in dem vorliegenden Falle positiver Strom, in
die Linienleitung gesandt wird. Dieser positive Strom fließt über Kontakt 72 in die
Linienleitung und dient dazu, wie weiter unten beschrieben werden wird, ein gleiches
Schaltwerk in einer anderen Station anzulassen.
Durch diesen über Relais 6"J fließenden positiven Strom wird die Kontaktzunge des
Relais 67 aus der Berührung mit dem Kontakt 66 gebracht. Hierdurch wird der Erregerstromkreis
des Federregelungsmägneten . 64 unterbrochen, der nun stromlos wird und seine
Schwingungsfeder 10 freigibt, wodurch diese nun zum Schwingen kommt.
Durch die erste Schwingung der Feder 10 vrn dem Magneten 64 ab wird der gewöhnlich
geschlossene Erregungsstromkreis des Magneten 47 bei Kontakt 53 unterbrochen; die gespannte
Zugfeder 54 bringt nun den Hebel 51 in Berührung mit Kontakt 52, wodurch der
Magnet 48 erregt wird. Bei der darauffolgenden Zurückschwingung der Feder nach dem
Magneten 64 hin stößt die Feder gegen den Hebel 51, der den Kontakt bei 52 unterbricht
und bei 53 wieder den Kontakt schließt. Der Magnet 48 wird darauf wieder stromlos, während
der Magnet 47 Strom erhält. Dieses Spiel wiederholt sich so oft, bis die Schwingungsfeder
10 durch Erregung des zugehörigen Federregelungsmagneten 64 festgehalten
wird. Die Magnete 47 und 48 werden abwechselnd erregt und stromlos und geben dadurch
dem Anker 46 eine schwingende Be\vegung. Hierdurch wird eine schrittweise Drehung
der Schaltwelle 34 in der Pfeilrichtung erreicht. Die Schwingungsfeder 10 schwingt
in dieser Weise, bis die Schaltwelle V4 Umdrehung
in der für jedes Zeichen bestimmten Zeit gemacht hat, worauf dann die Schwingung
der Feder durch die Erregung des zugehörigen Magneten 64 unterbrochen wird.
Diese Erregung wird durch die Schließung des Stromkreises des Magneten 64 bei dem
Schalterkontakt 69 durch die in einen Ausschnitt der Scheibe 70 gerade vor der letzten
Schwingung der Scrrwingungsfeder einfallende Nase des Hebels 68 bewirkt, um für die Magnetisierung
des Magneten hinlänglich Zeit zu gewinnen, damit er die Schwingungsfeder am
Ende der Zeichenperiode festhält.
Unmittelbar nachdem die Kontaktzunge des Relais 67, um das Schaltwerk anzulassen, aus
der Berührung mit dem Kontakt 66 gebracht ist, schließt sie wieder, wie beschrieben, den
Kontakt, so daß der Stromkreis des Magneten 64 teilweise schon vervollständigt und bis zu
dieser Stelle hergestellt wird für die Schließung bei Kontakt 69.
Der Stromkreis des Federregelungsmagneten 64 wird, nachdem er einmal bei Kontakt
69 beim Angehen des Schaltwerkes unterbrochen ist, unbedingt an dieser Stelle offen
gehalten, bis zur Zeit für die Schließung, da die Nase des Hebels 69 während dieses Zeitraumes
auf dem erhöhten Teil der Nockenscheibe 70 gleitet. Es gibt daher keine Möglichkeit,
den Magneten 64 vor der genauen Zeit wieder zu erregen^
Hieraus ergibt sich, daß die Schwingungen der Schwingungsfeder 10 vollständig unabhängig
von äußeren Antriebsmitteln sind. Die Schwingungsdauer der Schwingungsfeder oder
einer Stimmgabel wird daher lediglich durch ihre mechanische Anordnung und das Mate- tao
rial, aus dem sie hergestellt ist, bestimmt und kann ein für allemal genau eingestellt werden.
Bei der ersten Drehung der Schaltwelle 34 um einen' Schritt wird der Stromkreis über
Kontakt 23 und die Spulen des Relais 67 von der Linienleitung bei Kontakt 72 abgetrennt,
da infolge des erhöhten Teiles der Nockenscheibe 73 der Hebel 71 aus der Berührung
mit dem Kontakt ^2. gebracht wird. Dieser
Stromkreis bleibt auf diese Weise bis zum Ende der Zeichenperiode unterbrochen.
Da die Schaltwelle 34 schrithveise, wie beschrieben,
gedreht wird, so gelangen die Schalthebel 2 bis 9 nacheinander mit den entsprechenden
Kontakten 35 bis 42 in Berührung, indem die Nasen dieser Hebel nacheinander in die Einschnitte der Nockenscheiben
26 bis 33 einfallen. Jeder der Kontakte, der beim Einfallen der Nase des entsprechenden
Hebels in einen Einschnitt der zugehörigen Scheibe geschlossen wird, bleibt während der
nachfolgenden zwei weiteren Schritte der Schaltwelle 34 geschlossen und wird erst beim
dritten Schritt wieder geöffnet. Am Ende .einer Zeichenperiode sind alle Kontakte, wie
in Fig. ι dargestellt, offen.
Während der fortschreitenden Betätigung der Hebel 2 bis 9, wie beschrieben, stellt der
Schalthebel 55 der Schwingungsfeder abwechselnd den Kontakt mit den Kontakten 56 und
57 her und unterbricht ihn wieder, wodurch die Kontakte 35 bis 42 nacheinander mit der
Linienleitung verbunden werden.
Daher werden, abhängig davon, welcher von den Kontakten 1 umgelegt wird, ein oder mehr
positive Stromstöße in der durch die Schließung der Kontakte 35 bis 42 bestimmten
Reihenfolge und in der durch die Dauer der Verbindung dieser Kontakte mit der Linienleitiing
über den durch die Schwingungsfeder betätigten Schalter 55 bestimmten Zeitdauer in die Linienleitung gesandt. Angenommen,
ein bestimmtes Zeichen, z.B. für den Buchstaben H, ist zu übertragen, und die für dieses
Zeichen bestimmte Taste schließt die Kontakte ι in dem b- und ^-Stromkreis.
Bei dem ersten" Schritt der Schaltwelle für dieses Zeichen wird ein Stromkreis teilweise
bei Kontakt 35 geschlossen, und die sofort freigegebene Schwingungsfeder bewirkt, daß
Hebel 55 auf den Kontakt 56 gelangt. Es fließt über diesen Kontakt aber in dieser Zeit
kein Strom in die Linienleitung, da der mit dem Kontakt 35 in Verbindung stehende
α-Stromkreis bei dem Kontakt 1, 15 unterbrochen ist, und auch aus dem Grunde nicht,
weil der Kontakt 56 nicht mit Kontakt 35 verbunden ist.
Bei dem nächsten Schritt der Schaltwelle wird der fr-Stromkreis zum Teil bei Kontakt
36 und auch zum Teil bei Kontakt 15 geschlossen, es wird aber aus dem Grunde immer noch
nicht Strom in die Linienleitung fließen, weil der Schalthebel 55 durch die Schwingungsfeder bei diesem Schritt noch nicht in Berührung
mit Kontakt 56 gebracht worden ist. '
Bei dem dritten Schritt der Schaltwelle jedoch ist der Schalthebel 3 in Berührung mit
Kontakt 36, während der Schwingungsfederhebel 55 indessen in Berührung mit Kontakt
56 gelangt ist. Es wird daher bei - diesem Schritt der Schaltwelle ein positiver Stromstoß
in die Linienleitung geschickt.
In derselben Weise empfängt die Linienleitung 11 einen anderen positiven Stromstoß
bei dem siebenten Schritt der Schaltwelle über den Tastenwerkkontakt 1 bis 15, in dem
i?-Stromkreis, Kontakt 39, Schwingungsfederkontakt 57-und Schalthebel 55.
Es geht hieraus hervor, daß tatsächlich die Übertragung der Stromstöße einen Schritt
hinter der Schließung der Kontakte 35 bis 42 zurückbleibt, so daß das Schaltwerk die
Stromstöße für die nachherige Übertragung durch die Schwingungsfeder gleichsam aufspeichert.
Der durch die Schließung des b- und <?-Stromkreises in die Linienleitung gesandte
Strom für dieses besondere Zeichen ist, wie es auftreten würde, in Fig. 12 durch die Linie
x-y graphisch dargestellt; hierbei stellt die gestrichelt gezeichnete Linie 0-0 die Nullinie
und die ausgezogene Linie über und unter der Nullinie den positiven und negativen Strom
dar. Der erste dargestellte Stromstoß links in Fig. 12 ist der den Vorgang einleitende
oder der Anlaßstromstoß, der, wie ausführlich beschrieben, bei Schließung der Kontakte 23
und 25 gesandt wird, während die bei b und e angegebenen Stromstöße die charakteristischen
Zeichenstromstöße sind.
Die bei α bis h zwischen den senkrechten gestrichelten Linien angedeuteten Abstände
bezeichnen die acht ,Stellungen für eine Zeichenperiode. Die Linie z-w in Fig. 12 zeigt
den Strom in der Linienleitung an, wenn der c- und /-Stromkreis zur Abgabe des entsprechenden
Zeichens geschlossen wird.
Abhängig davon, welcher oder welche Kombination von den Tastenwerkkontakten betätigt
wird, können verschiedene andere Zu--110 sammensetzungen von Stromstößen in die
LinienTeitung gesandt werden, wobei jede derartige Verbindung von Stromstößen entsprechend
einem gewünschten Telegraphenschlüssel ein besonderes Zeichen darstellt.
Obwohl die Erfindung nicht auf irgendeinen, besonderen Telegraphenschlüssel beschränkt
ist, wird vorgeschlagen, für telegraphische Zwecke im wesentlichen den in dem genannten deutschen Patent dargestellten und
beschriebenen anzuwenden.
Es ist wichtig, daß nach der Umlegung
irgendwelcher der Kontakte i, um ein bestimmtes Zeichen zu senden, keine weitere
Abstellung weder des umgelegten, noch
irgendeines anderen dieser Kontakte möglich ist, bis das Zeichen durch das Schaltwerk vollständig
übertragen worden ist.
Bei der Tastenwerkübertragung wird dies vorzugsweise bewirkt durch Sperrung aller
Tastenhebel und Einstellschienen gegen eine ίο weitere Verstellung unmittelbar nach dem
!Niederdrücken der besonderen Tastenhebel
und Schienen, bis die entsprechende Zeichenperiode vorüber ist, worauf sie dann selbsttätig
ausgelöst werden. Obwohl das in Fig. ι gezeigte Schaltwerk nicht auf die Anwendung
einer besonderen Ausführungsform der Sperrvorrichtung beschränkt ist, wird vorgeschlagen,
bei der Anwendung der Tastenwerkübertragung den verbesserten Mechanismus der Fig. 5, der im folgenden beschrieben werden
wird, in Verbindung mit der Fig. 1 zu benutzen.
Diese Vorrichtung besteht unter anderen Teilen aus einer Sperrklinke 75, die die oberen
Kanten der Schienen 19 überdeckt und in an jeder Seite der Schienen angeordneten Seitenrahmenteilen
76 drehbar gelagert ist. Diese Klinke ist mit einer abwärts gerichteten Nase 1J*] versehen, die bisweilen in Eingriff mit den
Einschnitten 78 und 79 an den oberen Kanten der Einstellschienen ist. Es sind zwei solche
aneinander grenzende Einschnitte in der Oberkante jeder Schiene vorhanden, wobei in
der Normallage dieser Schienen alle Einschnitte 79 direkt unter der Nase jy der
Klinke 75 liegen. Die Klinke ist mit einem nach aufwärts gerichteten Arm 80, der einen
Anker für einen fest angeordneten Sperrmagneten 81 bildet, versehen. Der Arm 80 ist
gewöhnlich von dem Magneten durch die Spannung einer Feder 82 abgezogen, so daß
die Nase der Fallklinke 75 gewöhnlich außer Eingriff mit den Einschnitten der Einstellschienen
19 steht. Der Sperrmagnet 81 liegt in einem sich von dem positiven Pol 50 der
Lokalbatterie über seine Wicklung, Hebel 83, Kontakt 84 nach dem negativen Pol 49 sich
erstreckenden Stromkreis. Der Hebel 83 entspricht den durch die anderen Nockenscheiben
zu betätigenden Schalthebeln. Er wird seinerseits durch die Nockenscheibe 85 auf der
Schaltwelle 34 bewegt.
Die in Fig. 10 in natürlicher Größe dargestellte Nockenscheibe 85 ist -mit vier in gleichen
Abständen zueinander angeordneten Daumen 85* versehen. In ihrer Ruhestellung
ist die Nase des Hebels 83 immer auf der Spitze eines der Daumen 85*, wodurch der
Stromkreis des Sperrmagneten 81 bei Kontakt 84 unterbrochen ist. Unmittelbar nachdem
die Schaltwelle 34 zur Abgabe eines Zeichens in Drehung versetzt ist, verläßt der entsprechende
Daumen 850 der Nockenscheibe 85 die Nase des Schalthebels 83, wodurch der· Stromkreis
des Sperrmagneten 81 bei Kontakt 84 geschlossen wird. Dieser Stromkreis bleibt ;.
bis zum Ende der zur Abgabe eines Zeichens erforderlichen ersten Vierteldrehung der
Schaltwelle 34 bestehen und wird erst durch die unter den nächsten Daumen der Scheibe
85 tretende Nase des Schalthebels 83 geöffnet. Der Magnet zieht bei Erregung seinen Anker
80 an und bringt dadurch die Nase der Sperrklinke 75 in den Einschnitt 78 der verschobenen
Einstellschiene oder Schienen 19 und in 7S
den Einschnitt 79 der nicht verschobenen : Schienen 19. Am Ende jeder Zeichenperiode
werden die Einstellschienen 19 durch die Unterbrechung des Stromkreises des Sperrmagneten
81 bei Kontakt 84, wie beschrieben, entriegelt. .
Diese während einer Zeichenperiode in dieser Weise verriegelt gehaltenen Schienen verhindern
auch, daß irgendeiner der Tastenhebel 18 niedergedrückt werden kann. Zu diesem
Zweck besitzt jede Einstellschiene an ihrer Unter kante in gleichen Abständen zwischen
den Zähnen 20 eine Anzahl in gleichen Abständen angeordneter Zähne 2Oa. Bei jedem
dieser Zähne 2oa ist eine Kante 20δ (Fig. 6)
in entgegengesetzter Richtung zu den Kanten 2OC der Zähne 20 geneigt, so daß, wenn eine
Schiene bewegt wird, diese bei allen durch das Auftreffen eines Tastensatzhebels auf eine
Zahnfläche 20° eine Rückbewegung bewirken 9^
würde. Die Zähne 20 verrichten auch die Funktion von Sperrzähnen. Aus diesem
Grunde hat auch jeder eine in gleicher.Richtung zu den Seitenflächen 2O6 der Zähne 20"
geneigte Seitenfläche 2Od. Die Wirkungsweise
dieser Anordnung geht aus der Fig. 6 klar hervor. Die ausgezogenen Linien stellen
die Lage der Zähne der Einstellschiene 19 in Beziehung zu den Tastenhebeln vor ihrer Verschiebung
dar. Wenn irgendeine Schiene verstellt wird, so wird sie in die durch die ge- ■
strichelte Linie angedeutete Lage gebracht. Hierdurch gelangen die Zähne der Schienen 19
über den Tastenhebeln 18 in eine solche Stellung, daß sie ein Niederdrücken der Tastenhebel
18 verhindern und diese daher sperren.
Wenn die Sperrklinke 75 die Einstellschienen 19 auslöst, werden sie durch die Wirkung
der Kontaktfedern 1 oder in anderer gewünschter Weise in die Normallage zurück- U5
gebracht.
Zum Zwecke der Umstellung des Kontaktes 23 beim Niederdrücken irgendeiner Taste des
Tastenwerkes, um das Wählschaltwerk in Betrieb zu setzen, ist bei der in Fig. 5 dargestellten
Sperrvorrichtung eine besondere Einrichtung getroffen. Jede Einstellschiene 19 trägt
an ihrer Oberkante einen Daumen 86; diese Daumen liegen gegen ein Joch 87 an, das alle
Einstellschienen umgreift und in den Seitenrahrnenteilen 76, wie dargestellt, drehbar gelagert
ist. Das Joch 87 trägt eine Seitenwand 88, die gegen eine Stange oder Stift 89 stößt,
der, an einem Ende isoliert, gegen den Arm eines auf einem festen Zapfen 91 drehbar gelagerten
Winkelhebels 90 anliegt. Ebenfalls auf dem Zapfen 91 drehbar gelagert und zu
dem Hebel 90 beweglich angeordnet ist ein Hebel 92, an dessen nach unten gebogenem
Ende der Kontakt 23 isoliert befestigt ist. Der abwärts gerichtete Arm des Hebels 90 ist gewohnlich
durch die Feder 93 gegen das Joch 87 gezogen, während Kontakt 23 gewöhnlich vom Kontakt 25 abgezogen ist und unter der
Wirkung' der Feder 94 mit Kontakt 24 in Berührung ist. An dem nach außen gebogenen
oberen Ende des Hebels 92 ist eine Klinke 95 angelenkt, die gewöhnlich durch eine gespannte
Feder 99 gegen das Ende des horizontalen Armes des Hebels 90 gedrückt wird. Daher, wenn irgendeine der Einstellschienen
19 durch Niederdrücken eines Tastenhebels 18 verstellt wird, wirkt ein Daumen 86 an der betätigten
Schiene oder an den Schienen durch das Joch 87 und den Stift 89 auf das nach unten gebogene Ende des Hebels 90 und versucht,
denselben entgegen der Spannung der Feder 93 nach rechts zu bewegen. Dieser Hebel
dreht mit Hilfe der Klinke 95 den Hebel 92 in solcher Richtung, daß der Kontakt 23 in
Berührung mit dem Kontakt 25 und außer Be-
rühruhg mit Kontakt 24 kommt. Unmittelbar
nachdem dies erfolgt ist, tritt die Sperrvorrichtung in Tätigkeit. Der Kontakt 23 legt
sich -nach Auslösung der Sperrvorrichtung wieder selbsttätig an Kontakt 24 und unterbricht
den entsprechenden Stromkreis bei Kontakt 25. Dieses wird dadurch bewirkt, daß an dem zusammen mit dem Anker 80 des
Sperrmagneten 81 auf einer Achse 75" sitzenden, nach unten gebogenen Arm 96 eine hori-
zontal gleitende Stange 97 befestigt ist, die mit einem isolierten Verlängerungsstift 98
versehen ist, um auf die Klinke 95 zu wirken. Es ist daher hieraus ersichtlich, daß, wenn der
Sperrmagnet 81 erregt wird, die Schiene 97 in Fig. 5 nach rechts verstellt wird, wodurch die
Klinke 95 unter weiterer Spannung der Feder 99 außer Eingriff mit dem Hebel 90 gebracht
wird. Kontakt 23 wird dann durch die Wirkung der Feder 94 von Kontakt 25 abgezogen.
Wenn die betätigten Einstellschienen 19 ihre ursprüngliche Lage wieder einnehmen, kehrt
der Hebel 90 und gleichfalls die Klinke 95 in die Normalstellung zurück.
Das bei dieser Vorrichtung vorgesehene Mittel, um die Kontakte 23 und 25 unmittelbar,
nachdem sie geschlossen sind, wieder zu trennen, soll die Wiederholung eines Zeichens
verhindern, wenn der für das zu übertragende Zeichen entsprechende Tastenhebel 18 dauernd
niedergedrückt wird. In den Fällen, wo es. nicht erforderlich ist, solche Mittel anzuwen-'den,
kann diese Einrichtung selbstverständlich fortgelassen werden, und der Kontakt 23 kann
mit dem Kontakt 25 einfach durch, den isolierten Stift 89 oder in irgendeiner anderen Weise
in Berührung gebracht werden. In dem Falle, daß der oben beschriebene Mechanismus vorgesehen
ist und es verlangt wird, einen Buchstaben zu wiederholen, indem der entsprechende
Tastenhebel niedergedrückt gehalten wird, kann dies leicht in der Weise geschehen,
daß man den Arm 96 von der Stange 97 löst.
Die in Fig. 1 gezeigte Schalteinrichtung, die aus der gezahnten Scheibe 100, dem Schalthebel
ioi und zugehörigen Teilen besteht, hat den Zweck, zu verhindern, daß das Schaltwerk
zu unrichtiger Zeit anhält. Die Scheibe 100 ist aus diesem Grunde mit vier Gruppen von
Zähnen iooa (Fig. 11) versehen, wobei jede
Gruppe neun Zähne enthält und diese Gruppen durch Nocken ioo& voneinander getrennt sind.
Bei jedem Stillstand des Schaltwerkes liegt die Nase des Hebels 101 gegen einen der
Nocken ΐοοδ an. Dieser Hebel 101 wirkt in
einer Richtung langsam dadurch, daß der eine Arm ioiß desselben mit dem Kolben ioi6
eines Dämpfungszylinders ioic verbunden ist.
Dieser Kolben gleitet dicht in der "Bohrung des um den Zapfen ioid drehbaren Zylinders
ioic, der mit einem Kugelventil ioie versehen
ist, das eine kleine öffnung des Zylinderraumes, in dem der Kolben gleitet, verschließt.
Der Raum, in dem die Kugel ioie lagert, besitzt,
um ein schnelles Entweichen der in dem Zylinder bei der Aufwärtsbewegung des KoI-bens
zusammengedrückten Luft zu ermöglichen, oben eine entsprechend weite Öffnung nach außen. Durch diese Anordnung wird erreicht,
daß der Kolben ioi6 gegen das Ventil schnell in dem Zylinder bewegt werden kann,
während seine Bewegung in entgegengesetzter Richtung infolge Schließung der öffnung loif
durch die Kugel ioic verzögert wird. Daher
kann das untere Ende des Hebels 101 von dem Kontakt 102 schnell · zurückbewegt werden,
seine Bewegung aber gegen den Kontakt wird verhältnismäßig langsam sein.
Der Schalthebel 59 und der Kontakt' 61 bilden einen Teil dieser Verzögerungseinrichtung
für das Wählschaltwerk. Der Hebel 59 ist·; mit dem Schalthebel 101 und der feste Kontakt
61 mit einer Seite des Stromkreises des Federregelungsmagneten 64 verbunden. Sobald
das Sperrad 100 schnell bewegt wird, kann der Schalthebel 101 infolge seiner langsamen
Wirkung den Kontakt 102 nicht berühren. Bleibt dagegen das Sperrad 100 mit
Ausnahme der richtigen Stellung in irgendeiner Stellung stehen, so würde der Hebel ιοί
genügend Zeit haben, auf den Kontakt 102 zu treffen. Der Erregerstromkreis für den Federregelungsmagneten
64 würde hierdurch nun über Kontakt 61 vervollständigt werden.. Der
Magnet 64 würde die Schwingungsfeder 10 anziehen und durch die Umstellung des Hebels
59 den Stromkreis des Federregelungsmagneten 64 bei Kontakt 61 unterbrechen
und dadurch die Schwingungsfeder wieder freigeben. Diese würde wieder schwingen,
bis die Schaltwelle 34 ihre richtige Haltestcllung erreicht, in der der Schälthebel 101, wie
dargestellt, außer Berührung mit dem Kontakt 102 ist.
Das den Gegenstand der Erfindung bildende Wählschaltwerk in Fig. 1 dient, wie im nachfolgenden
dargelegt ist, sowohl zum Aufnehmen der Zeichen als auch zur Übertragung
derselben. Zur Aufnahme der von einer entfernten Station gesandten oder von dem eigenen
Geber erzeugten Zeichen ist zwischen jeder der Verbindungen der Kontakte 1 und den
Schalthebeln 35 bis 42, d. h. in jedem der Stromkreise α bis h, ein Wählrelais 103 eingeschaltet.
Der Zweck dieser Relais ist der, entsprechend den die telegraphischen Zeichen bildenden
Stromstößen, eine Anzahl Stromkreise einzuschalten und dadurch auf geeignete Übersetzungsvorrichtungen
zur Wiedergabe der Zeichen einzuwirken.
Für die nachfolgende Beschreibung soll angenommen werden, daß diese Registriervor-
richtung im wesentlichen von der in dem vorher angeführten deutschen Patent 251 in dargestellten
und beschriebenen Bauart des Typendruckapparates ist. In diesem Falle besteht die Übersetzungsvorrichtung aus einer
Anzahl von Druckelektromagneten 104.
Die Wählrelais 103 sind polarisiert und so gewickelt, daß der negative Strom der eigenen
Stromanlage bewirkt, daß die Zungenfedern dieser Relais sich gegen. die Kontakte 103*
legen. Der Strom in umgekehrter Richtung bewirkt daher, daß die Zungenfedern die Kontakte
103* berühren.
In dem Falle, daß ein Wählschaltwerk nach Fig. ι auch an dem anderen Ende der Linienleitung
angeschlossen ist, ist dort der positive Pol des Linienstromes an Stelle des negativen
Poles gewöhnlich mit der Linienleitung verbunden. Die Stromstöße über die Relais 67
und 103 fließen nun in derselben Richtung, als wenn sie von dem Ende der Linienleitung in
Fig. ι kämen. Die Umkehrung des Telegraphierstromes erfordert entweder die Umkehrung
der Windungen der genannten Relais oder eine gleichwertige Änderung in der entfernten
Station. Das letztere wird vorzugsweise getan. Es werden die Arbeitskontakte ('es Relais 103 an einen Kontakt, die Ruhekontakte
dieser Relais an den anderen Kontakt eines Schalters 105 angeschlossen. Diese Anordnung
bewirkt durch die Umschaltung des Schalters 105 die Vertauschung der Zungenfederkontakte
der Relais 103, was dieselbe Wirkung hat wie die Umkehrung ihrer Wicklungen.
Wenn die beweglichen Arme des Schalters 105 in der in Fig. 1 gezeichneten
Stellung sind, sind die Kontakte 103^ ohne
Verbindung, und die Relais 103 können dann durch Strom von der eigenen Station aus erregt
werden. Zur Aufnahme der von einer entfernten Station gesandten Zeichen wird der Schalter nach rechts verstellt. Der Stromkreis
der Kontakte 103° wird hierdurch geöffnet, während die Kontakte 1036 als Übertragungskontakte
angeschaltet werden.
Die nicht mit den Relais 103 verbundenen , Klemmen der Magnete 104 sind alle an eine
an dem positiven Pol 50 der Lokalbatterie führende gemeinsame Leitung 104* angeschlossen.
Der Arm des Umschalters 105, der die Verbindungen für die Kontakte der Relais
103 regelt, ist dauernd mit der Kontaktzunge eines Relais 106 verbunden, dessen Wirkung
später erläutert wird.
Um das Relais 67 entweder von der eigenen Station oder einer entfernten Station aus zu
erregen, sind die Klemmen, an denen die Wicklung dieses Relais liegt, derart an den
Umschalter 105 angeschlossen, daß, wenn die Schaltarme in der gezeichneten Stellung sind,
das Relais 67 durch den Strom von der eigenen Station erregt wird, daß es dagegen durch
Strom von der entfernten Station betätigt wird, wenn der Schalter nach rechts umgelegt
ist, wodurch die Spulenverbindungen vertauscht werden.
Wenn irgendeines oder mehrere der Wählrelais 103 einen Zeichenstromstoß entweder
von dem Tastenwerkkontakt 1 oder von der Linienleitung aus über die Kontakte 56 oder
57 und über einen oder mehrere von den Kontakten 35 bis 42 erhalten, so werden die Kontaktzungen
dieser Relais gegen ihre Übertragungskontakte gelegt.
Durch die Berührung der Übertragungskontakte durch die Kontaktzungen der umgestellten
Wählrelais 103 werden- jedoch die Stromkreise der Druckmagnete 104 nur teilweise
vervollständigt. Diese Stromkreise werden erst bei dem vorletzten Schritt der Schaltwelle
34 durch den Zungenfederkontakt des in dieser Stellung des Schaltwerkes erregten Relais
106 geschlossen und gleich darauf wieder unterbrochen. Die Erregung dieses Relais 106
zu der bestimmten Zeit wird durch die auf der Schaltwelle 34 sitzende Nockenscheibe 107 geregelt,
die den Schalthebel 108 bewegt, der von Zeit zu Zeit mit dem dauernd mit dem
IO
negativen Pol der Lokalbatterie verbundenen Kontakt 109 in Berührung kommt.
Die Nockenscheibe 107 ist ebenso wie die Scheibe 73 gestaltet, aber um den Winkel
eines Schaltschrittes oder V40 der Umdrehung
der Schaltwelle 34 hinter der Nockenscheibe 73 versetzt angeordnet, so daß von dem vorletzten
zu dem letzten Schritt der Schaltwelle für ein bestimmtes Zeichen die Nase des Hebels
108 in den.Einschnitt der Nockenscheibe 107 einfällt, wodurch der Strom über eine der
Spulen des Relais 106 geschlossen wird, das seine Zungenfeder gegen seinen Arbeitskontakt
bewegt.
Bei dem letzten Schritt der Nockenscheibe T07 gleitet die Nase des Hebels 108 auf den
erhöhten Teil der Nockenscheibe und hebt den Hebel 108 von dem Kontakt 109 ab, wodurch
der Stromkreis über die eine Spule des Relais J 06 sofort wieder unterbrochen wird.
Die Kontaktzunge dieses Relais 106 wird nun durch die Herstellung eines Stromkreises
über die Spule des Magneten io6ff durch Schließung der Kontakte 110 und in in die
Normallage zurückbewegt. Die Kontakte 110 und in werden bei der in Fig. 1 dargestellten
Einrichtung durch einen an einer Scheibe 112 angeordneten, an den Kontakten vorbeigleitenden
Stift 113 betätigt. Die Scheibe 112
kann an irgendeinem sich bewegenden Teil der unmittelbar nach der Erregung der Magnete
104 in Bewegung gesetzten Druckvorrichtung befestigt werden.
Wird die Vorrichtung zur Aufnahme von den aus einer entfernten Station gesandten
Zeichen verwendet, so wird der Schalter 16 in die in Fig. 1 gestrichelt gezeichnete Stellung
gebracht, in der die Dynamos 12 und 13 abgeschaltet sind. Der über die bei Punkt 74 sich
verzweigende Linienleitung ankommende Anlaßstromstoß fließt über die Spulen 67 und
Kontakt 23 zur Erde. Das Relais 67 setzt das bei der Verwendung desselben als Sender beschriebene
Wählschaltwerk in Fig. 1 in Tätigkeit.
Die ankommenden Zeichenstromstöße fließen dann über die Wählrelais, über die
Schwingungsfederkontakte 56 und 57 und die nacheinander sich schließenden Schalterkontakte
35 bis 42 und werden über die Schalthebel 2 bis 9 auf die eigenen Wählrelais 103
verteilt und fließen über die Kontakte 1 zur Erde.
Die Erfindung ist jedoch auf diese sowohl als Geber als auch als Empfänger zu benutzende
Anordnung nicht beschränkt, da das Wählschaltwerk auch einfach als Übertrager sogar ohne die Druckrelais oder als Empfänger
ohne irgendeine unmittelbar damit verbundene Übertragereinrichtung verwendet werden kann.
Für den Fall, daß zwei von den Wählschaltwerken, und zwar das eine als Geber und das
andere als Empfänger, an derselben Linienlei-' tung angewendet werden, sind die Schwingungs
federn 10 der zugehörigen Federantriebsvorrichtung auf dieselbe Schwingungszahl
eingestellt, die dann dauernd auch so eingestellt bleiben. Die beiden Vorrichtungen
arbeiten daher immer im Schritt.
Ferner ist die Erfindung nicht beschränkt auf irgendeine besondere Stromquelle, z. B.
auf die in Fig. 1 gezeigte Anordnung der beiden Dynamos, sondern es kann auch eine der
vielen anderen, den Telegraphierstrom liefernden Stromquellen verwandt werden.
Die Anwendung der Erfindung mit Benutzung von Linienrelais ist im besonderen in
den Fig. 2 und 3 dargestellt.
In diesen Schaltungen sind nur solche Teile und Verbindungen des Schaltwerkes angedeutet,
die unmittelbar mit der Wirkungsweise der Linienrelais in Beziehung stehen. Die anderen
Teile und Verhältnisse bleiben dieselben, sowohl in der Linienleitung als auch in
der Wirkungsweise der Relais. '
Fig. 2 zeigt den an einem Ende einer Duplexlinienleitung liegenden Übertrager, bei
dem 114 das Linienleitungsübertragerrelais und 115 das Hauptlinienleitungsempfängerrelais
bezeichnet, das für die Sendeströme durch eine künstliche Linienleitung 116 elektrisch
im Gleichgewicht gehalten wird.
In diesem Falle wird durch den die Wirkungsweise einleitenden Stromstoß oder Anlaßstromstoß
und durch die durch den Schwingungsfederschalter 55 übertragenen Stromstöße der Linienleitungsübertrager 114 erregt,
der beim Empfang jedes der Zeichen seinen Anker 117 anzieht und einen Pol der den TeIegraphierstrom
liefernden Stromquelle (Dynamo I2a und 1301) über den Kontakt 118 anschließt
und so auf die Linienleitung einen entsprechenden Stromstoß überträgt.
Der über den ersten Wählkontakt 1 im io§
Tastenwerk von den Leitungen 49, 50 der Lokalbatterie fließende Strom ist daher nicht
länger wirksam als der in die Linienleitung geschickte Telegraphierstrom.
Der Anker des Linienleitungsübertragers 114 liegt gegen seinen Ruhekontakt unter der
Spannung der Feder 119 an, so daß im Ruhezustande negativer Strom in die Linienleitung ,
gesandt wird.
Bei der Anwendung eines besonderen Linienleitungsübertragerrelais 114 kommt die
Stromrichtung oder die Polarität seines Erregerstromes nicht in Betracht. In diesem
Falle sind die gewöhnlich geschlossenen Ubertrager-(Tastenwerk-)Kontaktei4
und 24 nicht erforderlich, und alle Kontakte 15 und 23 können einfach an eine von dem einen Pol der
Lokalbatterie kommende Abzweigleitung angeschlossen werden.
Auch die Wälilrelais 103' sind nicht wie in
Fig. ι polarisiert, sondern jedes ist mit zwei voneinander unabhängigen Spulen, von denen
eine in Reihe mit einem entsprechenden Kontakt ι liegt, versehen. Die Kontaktzungen
dieser Relais 103' legen sich, wenn ein Zeichen gegeben wird, gegen ihre Übertragungs-
Xo kontakte und bewirken die Aufzeichnung auf
der Sendestation. Die anderen Spulen der Relais 103' bringen die Kontaktzungen wieder
in Berührung mit den zugehörigen Ruhekontakten. Diese letzteren Spulen der Relais 103'
sind alle in Reihe in einen von dem positiven Pol 50 der Lokalbatterie, Rückführungsspulen
der Relais 103', Rückführspule des Relais 106, Kontakte 110, 111 zurück zum negativen Pol
der Lokalbatterie fließenden Strom eingeschaltet. Daher müssen die Kontakte 110 und
in, unmittelbar nachdem die Druckvorrichtung in Betrieb gesetzt ist, den Strom über
die Rückführspulen der Relais 103' schließen, wodurch die zugehörigen Kontaktzungen in
ihre Normallage zurückkehren.
Die Wirkungsweise des Wähl Schaltwerkes in der Anordnung nach Fig. 2 entspricht im
wesentlichen der bei Fig. 1 beschriebenen. Eine weitere Erläuterung erübrigt sich daher.
Es ist weder für die Übertragungseinrichtung der Fig. 2 noch für den direkten Linienleitungsbetrieb
wesentlich, daß der eigene Empfänger durch Vermittlung der Wählrelais betätigt wird. Dieser kann auch, wie in dem
vorher angegebenen deutschen Patent beschrieben ist, mechanisch betätigt werden, so
daß in diesem Falle die Relais 103' überhaupt nicht erforderlich wären.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Empfängereinrichtung sind die Kontakte der Linienrelais
115 alle an die Klemmen 49 und 50 der Lokalstromquelle
verbunden.
Eine gemeinsame, von den Spulen der Relais 67 und 103 führende Rückleitung 120 ist
unmittelbar an die Widerstände 121 und 122
angeschlossen. Die Kontaktzunge des Linienrelais 115 ist dauernd mit dem Schalthebel 55
der Schwingungsfeder 10 verbunden.
Der gewöhnlich über die Linienleitung fließende
Strom bewirkt, daß das Relais 115 seine Kontaktzunge in Berührung mit dem oberen
Kontakt 123 hält. Es fließt daher ein Strom von dem negativen Pol der Lokalstromquelle
über die Spulen des Relais 67, wodurch die Kontaktzunge dieses Relais in Berührung mit
seinem Übertragungskontakt gehalten wird. Wenn ein Stromstoß von zu dem Normalstrom
entgegengesetzter Polarität über das Linienrelais 115 fließt, wird dessen Kontaktzunge
den anderen Kontakt 124 berühren und einen positiven Strömstoß über die Spulen des
Anlaßrelais 67 senden, der sodann die Schwingungsfeder 10 freigibt und das Schaltwerk,
wie dies mit Bezug auf Fig. 1 beschrieben, in Tätigkeit setzt. Geht nun das Wählschaltwerk
an, so werden die Kontakte 71 und 72 unterbrochen und das Relais 67 stromlos. Die
Spulen der Relais 103 werden jedoch nacheinander in den Stromkreis über die Kontaktzunge
des Relais 115 durch die aufeinanderfolgende Betätigung der Schalterhebel 2 bis 9
angeschaltet.
Wenn die Kontaktzunge des Relais 115 während der Schließung der Schalter 2 bis 9
in Berührung mit dem Kontakt 123 bliebe, so würden die Relais 103 alle negativen Strom
erhalten. Hierdurch würden die Relais 103 jedoch nicht beeinflußt werden, wenn angenommen
ist, daß sie zur Umstellung durch positiven Strom gewickelt sind. Empfängt das Relais 115 jedoch einen positiven Stromstoß,
so wird seine Kontaktzunge sich gegen den Kontakt 124 legen und einen positiven
Strom zu einem Relais 103 senden, das in diesem Zeitpunkt über einen der entsprechenden
Schalter 2 bis 9 und über den Schalthebel 55 der Federantriebsvorrichtung in dem besonderen
Augenblick, in dem die Kontaktzunge des Relais 115 den Kontakt 124 berührt, angeschaltet
ist. Das diesen positiven Stromstoß empfangende Relais 103 wirkt nun in der vorher
beschriebenen Weise.
In Fig. 4 ist die Anwendung zweier Stimmgabeln oder Schwingungsfedern ioa und io6
anstatt einer einzigen erläutert. Bei dieser Anordnung sind die beiden Schwingungsfedern auf die gleiche Schwingungszahl eingestellt
und ihre Magnete, wie dargestellt, hintereinander geschaltet. Die Schwingungsfeder ioa regelt die Fortschaltbewegung des
Schaltwerkes und die Schwingungsfeder 10* die Einstellung für die Übertragung der Zeichen
auf die Linienleitung.
Es können auch verschiedene andere Änderungen vorgenommen werden, ohne von dem
Wesen der Erfindung abzuweichen, und ohne dieselbe auf die hier beschriebenen Einrichtungen
zu ihrer Verwirklichung zu beschränken.
Claims (14)
- Patent-An Sprüche:i. Einrichtung zum Geben und Empfangen telegraphischer Zeichen, bei der ein bestimmtes Zeitintervall für jedes Zeichen festgesetzt ist und die Zeichen durch Kombinationen der während eines solchen Zeitintervalls übertragenen Stromstöße gebildet werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung der Stromstöße, die die Zeichen bilden, durch einen in einer ihm eigentümlichen Schwingungszahl schwin-genden Körper bewirkt wird, der in jedem ! Zeichenintervall eine bestimmte Anzahl Schwingungen macht, von denen jede der Zeit für die Übertragung eines einzelnen Zeichenstromstoßes in der Kombination entspricht, und der bei Beginn jedes Zeichenintervalles in Schwingung versetzt wird und am Ende jedes solchen Intervalles immer in derselben Stellung selbsttätig angehalten wird.
- 2. Einrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der schwingende Körper aus einer schwingenden Stimmgabel oder einer Schwingungsfeder * (10) besteht, die gewöhnlich in Ruhe unter Spannung durch einen Elektromagneten (64) gehalten wird, und daß bei Beginn der Übertragung oder des Empfanges eines Zeichens ein Kontakt (66) derart gesteuert wird, daß der Magnet (64) stromlos wird und die Schwingungsfeder (10) freigibt, die während der Übertragung und des Abdruckes eines Zeichens schwingt, und daß ferner eine selbsttätige Schaltvorrichtung (68, 69, 70) nach einer bestimmten Anzahl Schwingungen der Stimmgabel oder Schwingungsfeder den Stromkreis des Haltemagneten (64) für die Schwingungsfeder schließt und dadurch bewirkt, daß diese am Ende eines Zeichens wieder festgehalten wird.
- 3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die selbsttätige Schaltvorrichtung (68, 69, 70) durch ein Schrittschaltwerk in Gang gesetzt wird, dessen Bewegung gleichzeitig mit den Schwingungen der Schwingungsfeder (10) erfolgt und durch diese geregelt wird.
- 4. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Anlassen und Stillsetzen der die Schwingungen regelnden Einrichtung durch ein Relais (67) bewirkt wird, dessen Erregerstromkreis von zwei Schaltern (23 und 71) abhängig ist, von denen der eine (23) beim Niederdrücken einer Taste bewegt und der andere (71) bei der ersten Schwingung der Feder (10) geöffnet wird und offen bleibt, bis die Schwingungsfeder eine vorherbestimmte Anzahl .Schwingungen entsprechend einem Zeichenintervall gemacht hat, und dann selbsttätig wieder geschlossen wird, um die bis zum Ende einer Zeichenperiode andauernde Unterbrechung des Regelstromkreises der Schwingungsfeder (10) wieder aufzuheben.
- 5. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslösung der bei Beginn eines Zeichens in Schwingung versetzten Schwingungsfeder durch ein Relais (67) bewirkt wird, in dessen Erregerstromkreis ein für jedes Zeichen von Hand oder selbsttätig bedienter Schalter (23) liegt, wobei.die Kontaktzunge und der Kontakt dieses Relais in dem Stromkreis des Haltemagneten (64) der Schwingungsfeder (10) liegen, so daß ■ dieser Stromkreis bei jeder Umstellung des Schalters (23) unterbrochen wird, um zu Beginn jedes Zeichens die Schwingungsfeder in Schwingungen zu versetzen.
- 6. Einrichtung nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Erregerstromkreis des Haltemagneten (64) außer dem Zungenfederkontakt (66) des Relais (67) ein Schalter (68,69) liegt, der gewöhnlich geschlossen bleibt, aber bei der ersten Schwingung der Feder (10) geöffnet wird und, um die Schwingungen der Schwingungsfeder während einer Zeichenperiode zu sichern, bis zum Ende einer Zeichenperiode geöffnet bleibt, worauf er selbsttätig geschlossen wird, während der Zungenfederkontakt unmittelbar nach der Unterbrechung wieder geschlossen wird.
- 7. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Fortschaltevorrichtung die aufeinanderfolgende Bewegung einer Reihe von Schaltern' (2 bis 9) regelt, derart, daß die Umstellungen der Schalter in schrittweiser Aufeinanderfolge mit je einer Schwingung der Schwingungsfeder (10) zusammenfallen.
- 8. Einrichtung nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schalter (2 bis 9) durch eine Anzahl schrittweise gedrehter Nockenscheiben (26 bis 33) bewegt werden, deren schrittweise Drehbewegung von einer durch die Schwingungsfeder (10, ioa) beeinflußten Hemmvorrichtung geregelt wird.
- 9. Einrichtung nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schalter (2 bis 9) die zugeordneten Kontakte (35 bis 42) in aufeinanderfolgender Reihenfolge für jedes Zeichen schließen und wieder öffnen, wobei jeder Schalterkontakt geschlossen bleibt, bis der nachfolgende Kontakt geöffnet wird, und am Ende jeder Zeichenperiode alle Schalter wieder in ihre Normalstellung zurückgekehrt sind.
- 10. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Anzahl Zweigstromkreise (α bis h) vorhanden sind, in die eine Anzahl Schalter (1), um die Zusammensetzung der Stromstöße zur Bildung der Zeichen auszuwählen, und außerdem eine Anzahl Schalter (2 bis 9) zur Bestimmung der Aufeinanderfolge der auf die Linienleitung zu übertragenden Stromstöße eingeschaltet sind, ferner ge-kennzeichnet durch ein Paar mit den Kontakten der Folgeschalter (2 bis 9) verbundener Kontakte (56 und 57) und ein entweder unmittelbar oder durch ein Relais mit der Linienleitung verbundenes Leitungsstück (55), das abwechselnd mit den genannten Kontakten (56 und 57) unter dem Einfluß der Schwingungsfeder (10) in Berührung gebracht wird.
- 11. Einrichtung nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zweigstromkreise (a bis h) der Sendevorrichtung außer den Kontakten (1) auch Empfängerrelais (103) für die Druckvorrichtung am Sendeort einschließen.
- 12. Einrichtung nach Anspruch 1 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß in Reihe mit den Kontaktzungenstromkreisen der Empfängerrelais (103) die Kontaktzunge eines durch einen Schalter (108) geregelten, zum Schließen des durch die Empfängerrelais (103) vorbereiteten Druckstromkreises dienenden Relais (106) verbunden ist, wobei der Schalter (108) unter dem Einfluß eines schwingenden Schaltgliedes(10) und eines durch den Druckapparat betätigten Schalters (110) steht.
- 13. Einrichtung nach Anspruch 1, 2 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verriegelung der Kontakte (1) gegen eine weitere Verstellung während jedes Zeichenintervalles eine Sperrvorrichtung vorgesehen ist, die unter der Regelung eines Schalters (83) steht, der seinerseits durch ein frei schwingendes Schaltglied (10) beeinflußt wird. .
- 14. Einrichtung nach Anspruch 1 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontakte (1) durch eine Anzahl Schienen (19) umgelegt werden, die mittels Ansätze (20) die Tasten (18) sperren und durch eine unter dem Einfluß eines Magneten (81} stehende Klinke (75) gesperrt gehalten werden, wobei der die Klinke (75) beeinflussende Magnet durch einen Schalter (83) gesteuert wird, um die Schienen (19) am Anfang jeder Zeichenperiode in ihrer jeweiligen Lage selbsttätig zu sperren und am Ende der Periode wieder selbsttätig freizugeben.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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| DE268017C true DE268017C (de) |
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ID=525022
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