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"Pardunenanordnung"
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Pardunenanordnung für Sendemasten
von Mittel- und Langwellen.
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Solche Pardunenanordnungen kommen bei der Befestigung von selbststrahlenden
Masten zur Anwendung. Bei selbststrahlenden Sendemasten vorwiegend für den Mittel-
und Langwellenbereich müssen zur Erhaltung der Strahlungseigenschaften dieser Maste
die folgenden Bedingungen erfüllt sein: 1. Die nahezu sinusförmige Stromverteilung
entlang des Mastes darf nicht durch Stromverzweigungen verändert werden.
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2. Die Strahlungsverteilung darf nicht durch die Sekundärstrahlung
benachbarter ausgedehnter Metallteile gestört werden.
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Wie der Informationsschrift Steatik-Magnesia AG, Holenbrunn HFG 1/Auf.
6/69 zu entnehmen ist, wird zur Erfüllung dieser
Bedingung die weltweit
angewandte konventionelle Method.e, die aus der folgenden Anordnung besteht, benutzt
Die zur Abspannung erforderlichen Pardunenseile erhalten am oberen mastseitigen
Ende eine Isolatorenkette, die eine Stromverzweigung verhinder-t. Das Pardunenseil
wird in gegen die Betriebswellenlänge kurzen Abständen mit Isolatoren so oft unterteilt,
daß d.ie Sekundärstrahlungdieser Teilstücke infolge der starken Verstimmung gegen
die Resonanzlänge (eine halbe Wellenlänge oder ein ganzzahliges Vielfaches hiervon,
wenn beide Enden isoliert sind) genügend stark vermindert wird und die an diesen
Unterteilungsisolatoren entstehenden Restapannungen möglichst mit einem ein gliedrigen
1 s olator beherrschbar sind.
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Das erfordert bei höherenSendeleistungen Teillängen unter 1/10 Wellanlänge
und dementsprechend viele Isolatoren. Außerdem erfordert die Beseitigungder bei
Gewitter auftretenden zusätlichen statischen Aufladung dieser Teilstücke Maßnaiiirten
zur Entladung (Widerstande, Funkenstrecken), um einen Überschlag der Unterteilungsisolatoren
unter diesen Verhältnissen zu vermeiden, wobei die Betriebssicherheit dieser Maßnahmen
im Freien heute oft noch unbefriedigend ist.
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Bisher angewandte andere Anordnungen bestehen entweder i.m Ersatz
der metallischen Pardunen durch Kunststoff mit allen seinen Nachteilen hinsichtlich
der Wetterbeständigkeit und der Betriebssicherheit oder in der teilweisen Verwendung
von unisolierten Pardunen zur Unterstützung der Strahlungseigenschaften, was nur
für den an der Mastspitze angreifenden Pardunensatz anwendbar ist, indem mit dessen
Hilfe der Strahler in einen gefalteten Unipol umgewandelt wird. Eine andere Nöglichlceit
ergibt sich durch das Auffädeln von geschlossenen Ferritringen zur Erzeugung punktweise
erhöhter Serieninduktivitäten zwecks Vermeidung der Sekundärstrahlung, was aber
wegen
deren Erwärmung die Anwendung höherer .Sendeleistungen verbietet.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde 9 eine Pardunenanordnung
so zu schaffen, daß eine Unterteilung des Pardunenseiles mit Isolatoren vermieden
werden kann und die Sekundärstrahlung der Pardunenanordnung auch bei atmosphärischen
Störungen unterbundes wird.
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Die Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, daß an der Isolatorenanordnung
ein die Pardune bildendes Metallseil befestigt ist, das am zweiten Ende mit einer
zweiten, im Boden verankerten Isolatorenanordnung verbunden ist, daß das Metallseil
mit einer am freien Ende geerdeten Stichleitung leitend verbunden ist.
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In vorteilhafter Weise erfolgt die Befestigung der Pardunenanordnung
am Sendemast ueber die erste Isolatorenanordnung.
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Das eigentliche Pardunenseil besteht aus einem durchgehenden Metallseil.
Das Metallseil und die damit leitend verbundene Stichleitung Müssen immer eine Gesamtlänge
aufweisen, die einer halben Sendewellenlänge oder einem ganzzahligen Vielfachen
hiervon entspricht. Die Stichleitung wird direkt oberhalb der zweiten Isolatorenanordnung
im Abspannpunkt mit dem Metallseil verbunden.
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Für den Fall, daß beim Abspannen der Pardunenanordnung die Länge des
Metallseiles gerade so gewählt werden kann, daß sie einer halben Sendewellenlänge
oder einem ganzzahligen Vielfachen hiervon entspricht, besteht die Möglichkeit,
das Metallseil direkt im Boden zu verankern, womit die zweite Isolatorenanordnung
entfällt.
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Für den Fall, daß aus Geländegründen (Hindernisse) der Bau
der
Stichleitung nich.t möglich oder nicht wirtschaftlich ist, kann dieselbe durch einen
galvanisch leitenden Blindwiderstand ersetzt werden, der die zweite Isolatorenanordnung
überbrückt.
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Soll eine Stichleitung ersetzt werden, deren Länge kleiner als 1/4
Wellenlänge ist, so wird als Blindwiderstand eine lnduktivität verwendet. Ist die
Länge der Stichleitung größer als 1/4 Wellenlänge, so wird als Blindwiderstand eine
Kapazität verwendet, der eine Induktivität parallel geschaltet ist. Die eine Elektrode
des Blindwiderstandes wird im Abspannpunkt mit dem Metallseil verbunden, während
die andere Elektrode mit der Erde verbunden wird.
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Die erfindungwird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert.
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Es zeigen: Fig. 1 eine Pardunenanordnung mit Stichleitung für ein
Pardiiens eil beliebiger Länge, Fig. 2 eine Pardunenanordnung bei der das Pardunenseil
eine halbe Wellenlänge oder ein Vielfaches hiervon lang und direkt im Boden verankert
ist, Fig. 3 eine Pardunenanordnung, bei der die Stichleitung durch eine Indtilctivität
ersetzt ist und Fig. 4 eine Pardunenanordnurig,bei der die Stichleitung durch eine
Kapazität mit parallelgeschalteter Induktivität ersetzt ist.
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Figur 1 zeigt die erfindungsgemäße Pardunenanordnung 1. Sie ist im
wesentlichen aus einer Isolatorenanordnung 2, einem Metall seil 3, einer Isolatorenanordnung5
sowie einer Stichleitung 6 zussmmengesetzt.
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Die Isolatorenanordnung 2 ist in herkömmlicher Weise am Sendcmast
4 befestigt. Die eigentliche Pardune 3 wird von einem durchgehenden Metallseil3«gebildet,
das in herkömmlicher Weise mit der Isolatorenanordnung 2 verbunden ist. Das zweite
Ende des Metallseiles 3 ist an der Isolatorenanordnung 5 befestigt.
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Die Isolatorenanordnung 5 ist von sehr kurzer Abmessung und in herkömmlicher
Weise im Boden verankert. Unmittelbar oberhalb der Isolatorenanordnung 5 ist im
Abspannpunkt 7, dem unteren Ende des Metallseiles 3, eine Stichleitung 6 angeschlossen,
die an ihrem freien Ende geerdet ist. Die Befestigung der Iso-.
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latorenanordnung 2 am Nast erfolgt nicht notwendigerweise j.mmer an
der Mastsp.itze. Es besteht auch die Möglichkeit, falls es aus technischen Gründen
erforderlich sein sollte, die PardunenaJlordxlung 1 an einem Punkt zwischen Mastspitze
und Mastunterteil zu befestigen. Nach der Befestigung der Isolatorenanordnung 2
am Sendemast 4 wird das Metallseil 5 unter einem vorgegebenen Winkel von demselben
weggeführt und in einem ebenfalls vorgegebenen Abstand vom Fuß des Sendemastes 4
über die Isolatorenanordnung 5 im Boden verankert.
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Hat das Metallseil 3 im Abspannpunkt 7, das ist der Punkt, der den
vorgeschriebenen Abstand vom Fuß des Sendemastes 4 hat und gleichzeitig das Ende
des Metallseiles 3 darstellt, gerade eine Länge die einer halben Sendewellenlänge
oder einem ganzzahligen Vielfachen hiervon entspricht, so ist die zusätzliche Stichleitung
6 und die Isolatorenanordnung 5 nicht erforderlich.
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Das untere Ende des Metallseiles 3 kann dann entsprechend Fig.2 ohne
Umweg direkt mit Erde verbunden werden.
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Hat jedoch das Me-tallseil 3 nicht die erforderliche Länge, so wird
wie in Fig. 1 gezeigt unmittelbar oberhalb der Isolatorenanordnung 5 im Abspannpunkt
7 eine Stichleitung 6 leitend angeschlossen. Die Länge der Stichleitung 6 wird so
gewählt, daß
das Metallseil 3 zusammen mit der Stichleitung 6 eine
Länge aufweist, die einer halben Sendewellenlänge oder einem ganzzahligen Vielfachen
hiervon entspricht. Da die Länge der Stichleitung 6 so gewählt werden kann, daß
die Gesamtlänge von Metallseil 3 und Stichleitung 6 der erforderlichen Länge entspricht,
kann das Metallseil unter vorgegebenem Winkel vom Sendeinast weggeführt und in vorgegebenem
Abstand vom Fuße des-* selben im Boden verankert werden. Auf diese Weise wird die
gesamte Pardunenanordnung auf eine Antiresonanzlänge gebracht, d.h. in ihr induzierte
Spannungen bewirken keine sinusförmige Stromverteilung (stehende Wellen) auf ihr
und haben damit keine wesentlichen Sekundärstrahlungen zur Folge.
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Falls aus technischen Gründen keine Stichleitung 6 angeschlossen wird,
da beispielsweise eine zu große Stichleitungslänge auftreten Erde oder diese aus
Gelände- und Bebauungsgründen nicht errichtet werden kann, wird das Ende des Metallseiles
3 unter Beibehaltung der unteren Isolatorenanordnung 5 über einen geeigneten Blindwiderstand
8 mit Erde verbunden.
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Dieser Blindwiderstand 8 muß die Stichleitung 6 ersetzen,d.h.
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gleiche hochfrequenztechnische Eigenschaften haben. Ist die zu ersetzende
Stichleitung kürzer als 1/4 Wellenlänge, so besteht er entsprechend Fig. 3 aus einer
Induktivität. Ist sie länger als 1/4 Wellenlänge, so besteht er entsprechend Fig.4
aus einer Kapazität, der zur Ableitung statischer Ladungen vom Metallseil 3 bei
Gewitter noch eine Induiftivitätparallel geschaltet werden muß.
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* über die Isolatorenanordnung 5
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