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Vorrichtung zum Transport von Raumzellen
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Transport von an einer
Stirnseite offenen Stahlbeton-Raumzellen, bestehend aus einem Transportfahrzeug
und einem Hubgestell, das über Rollen einem Hilfsrahmen des Fahrzeugs bzw. im Ladezustand
dem Boden der Raumzelle aufliegt, und wenigstens einen hinteren und zwei vordere
nach unten ausfahrbare Stützfüße sowie eine an der Decke der Raumzelle angreifende
hydraulische Hubeinrichtung aufweist, wobei die vorderen Stützfüße voneinander einen
größeren Abstand als die Spurweite des Transportfahrzeugs aufweisen und außerhalb
der Raumzelle vor dessen offener Stirnseite liegen, während der hintere Stützfuß
durch eine Öffnung im Boden der Raumzelle greift.
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Transportvorrichtungen dieses Aufbaus sind in einer Vielzahl von Ausführungsformen
bekannt (z.B. DT-AS 2 110 562, DT-GM 6 932 506, 6 751 695). Im allgemeinen sind
die Stützfüße als Hydraulikzylinder ausgebildet und bilden zugleich die Hubeinrichtung,
deren Hydraulikkreislauf entweder an das Fahrzeug angeschlossen oder mit einer Förderpumpe
ausgestattet, im übrigen aber stets mit einer Steuereinrichtung für jeden einzelnen
Stützfuß ausgerüstet ist. Zum Aufladen wird das Hubgestell in die Raumzelle eingebracht,
anschließend an dem Boden der Raumzelle befestigt oder mittels einer weiteren, beispielsweise
gegen die Decke der Raumzelle wirkenden Hubeinrichtung in der Raumzelle verspannt.
Daraufhin werden Hydraulikstützfüße ausgefahren, so daß sich die Raumzelle anhebt,
und zwar bis zu einer Höhe, bei der das Fahrzeug den Boden der Raumzelle unterfahren
kann, wobei es mit dem Fahrzeugrahmen zwischen den vorderen Hydraulik-Stützfüßm
hindurch- und bis nahe an den hinteren Stützfuß heranfährt.
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die raufhin werdenvHydraulik-Stützfüße wieder eingefahren bis der
Boden der Raumzelle auf den Hilfsrahmen des Fahrzeugs abgesetzt ist. Die Raumzelle
kann dann an die Baustelle gefahren werden.
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An der Baustelle werden zunächst wieder die Hydraulik-Stützfüße ausgefahren,
bis sie Bodenberührung erhalten und die Raumzelle vom Hilfsrahmen anheben. Das Fahrzeug
wird dann unter der Raumzelle herausgefahren und die HydrauSik-Stützfüße wieder
abgesenkt, bis die Raumzelle hinter dem Fahrzeug auf dem Boden steht. cchließlich
wird das Hubgestell wieder aufgeladen, indem es entweder wieder angehoben und das
Fahrzeug in die Raumzelle nochmals eingefahren wird, oder aber es ist das Hubgestell
mit einem Fahrwerk im hinteren Bereich versehen, so daß es nach dem Anheben mittels
einer Xnde auf den Hilfsrahmen des Fahrzeugs heraufgezogen werden kann.
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Alle bekannten Ausführungsformen arbeiten zwar befriedigend, erfordern
jedoch entweder einen großen Bau- und Kostenaufwand oder aber umständliche und zeitraubende
Arbeiten an der Baustelle. Ersteres gilt insbesondere für die vollhydraulischen
Vorrichtungen mit zwei verschiedenen Hubaggregaten. Letzteres für diejenigen Vorrichtungen,
bei denen das Hubgestell mittels mehrerer Schrauben am Boden der Raumzelle befestigt
werden muß.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung des eingangs
geschilderten Aufbaus in konstruktiver Hinsicht unter Minderung des Kostenaufwandes
zu vereinfachen und insbesondere die an der Baustelle beim Abladen der Raumzelle
erforderlichen Arbeiten zu reduzieren.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Transportfahrzeug,
wie an sich bekannt, mit einer steuerbaren Luftfederung augestattet ist, und daß
die Stützfüße, wie gleichfalls bekannt, als einfache Teleskoprohre mit einer Absteckeinrichtung
ausgebildet sind.
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Die erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung benötigt nur eine gegen
die Decke der Raumzelle wirkende Hubeinrichtung auf dem Hubgestell, während die
die Stützfüße bildenden Teleskoprohre von Hand abgelassen und abgesteckt und ebenso
wieder von Hand eingeschoben werden. Das Anheben der Raumzelle vom Hilfsrahmen des
Fahrzeugs erfolgt durch Anheben des Fahrzeugrahmens mittels der Luftfedern, anschließendes
Ausfahren der Teleskoprohre und abschließendes Absenken des Fahrzeugsrahmens mittels
der Luftfederung. Der Hilfsrahmen ist dann frei und das Fahrzeug kann herausfahren.
Die auf dem Hubgestell angeordnete Hubeinrichtung dient an der Baustelle nur noch
zum Absenken, d.h. es wird nur die Energie der Lage vernichtet. Zu diesem Zweck
kann die Hubeinrichtung einen internen geschlossenen Hydraulikkreislauf mit einem
Druckausgleichsgefäß
aufweisen, in das die Hydraulikflüssigkeit durch Betätigen eines Drosselventils
überströmt. Es brauchen an der Baustelle also nur die Luftfederung des Fahrzeugs
betätigt, die Stützfüße herabgelassen und ein Drosselventil betätigt zu werden.
Es sind weder Befestigungsmittel zwischen Raumzelle und Hubgestell zu lösen,noch
komplizierte Hydrauliksteuerkreise für mehrere Hubeinrichtungen zu betätigen.
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Um ein genaues Anfahren der Raumzelle, z.B. einer Fertiggarage, an
der Baustelle unnötig zu machen und die vom Fahrzeug abgesetzte, jedoch noch auf
dem Hubgestell befindliche Raumzelle dennoch genau positionieren zu können, kann
die Hubeinrichtung auf dem Drehteil eines Drehkranzes und dieser wiederum auf einem
Kreuztisch angeordnet sein, der auf dem Hubgestell sitzt. Sowohl der Drehkranz als
auch der Kreuztisch können von je einem an das Bordnetz des Fahrzeugs angeschlossenen
Elektromotor angetrieben sein. Auch das Verdrehen und das Verschieben der Raumzelle
in Längs- und Querrichtung ist also mit einfachsten Mitteln und Handgriffen möglich.
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Schließlich ist gemäß einer Ausführungsform der Erfindung der hintere
Stützfuß zum Ansetzen eines Hebelrollers eingerichtet.
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Nach dem Absetzen der Raumzelle wird das Hubgestell mittels des Hebelrollers
auf den Hilfsrahmen des Fahrzeugs aufgeschoben. Es entfallen also Winde und deren
Antrieb. Auch braucht das Fahrzeug nicht in die Raumzelle eingefahren zu werden.
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Nachstehend ist die Erfindung an Hand einer in der Zeichnung in teilweise
geschnittener Seitenansicht dargestellten Ausführungsform beschrieben. Die Zeichnung
zeigt in den Fig. 1 bis 6 verschiedene Phasenbilder während des Transportes und
Abladens einer Fertiggarage.
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Die Vorrichtung zum Transport von Raumzellen, z.B. von Fertiggaragen
1, besteht aus einem Fahrzeug 2 herkörmlichen Typs und einem Hubgestell 3 mit einer
Hubeinrichtung 4.
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Die Fertiggarage 1 weist eine Decke 11, einen Boden 13, eine Rückwand
12 und Seitenwände 14 auf, während die vordere Stirnseite eine Toröffnung 15 bildet.
Im Boden 13 ist nahe der Rückwand 12 und in der Längsmittelachse eine Aussparung
16 angeordnet. Stattdessen kann auch je eine Aussparung in jeder Ecke des Bodens
13 angeordnet sein.
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Das Fahrzeug 2 weist beim gezeigten Ausführungsbeispiel drei Achsen
21, 22, 23 auf und ist mit steuerbaren Luftfedern 24 ausgerüstet, von denen in der
Zeichnung nur die Luftfedern an der Hinterachse gezeigt sind. Auf den Luftfedern
24 ist der Fahrzeugrahmen 25 abgestützt, dem wiederum ein Hilfsrahmen 26 aufliegt.
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Das Hubgestell 3 weist einen verwindungssteifen Rahmen 31 auf, der
über zwei vordere Rollen 32 und wenigstens eine hintere Rolle 33 auf dem Hilfsrahmen
26 verfahren werden kann. An den beiden vorderen Ecken des Rahmens 31 ist je ein
Stützfuß in Form eines Teleskoprohrs, bestehend aus einem Außenrohr 34 und einem
Innenrohr 35 befestigt. Am hinteren Ende des Rahmens 31 ist in dessen Längsmittelachse
ein weiterer Stützfuß 36 befestigt, der an einem Arm 37 vertikal verschiebbar ist.
Der Arm 37 kann in dem Rahmen 31 ausziehbar gelagert sein. Der Abstand zwischen
den vorderen Stützfüßen 34, 35 und dem hinteren Stützfuß ist so bemessen, daß sich
die vorderen Stütz füße außerhalb der Fertiggarage 1 vor der Toröffnung 15 befinden,
wenn der hintere Stützfuß mit der Aussparung 16 im Boden 13 der Fertiggarage 1 fluchtet.
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Durch Ausziehen des Arms 37 kann dieser Abstand an unterschiedliche
Längen der Gasen bsw. an unterschiedliche Abstände zwischen der Aussparung 16 und
der Toröffnung 15 angepaßt werden.
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Die Hubeinrichtung 4 besteht aus vier Hubzylindern 41, die an einer
Quertraverse 42 angreifen und an ihrem unteren Ende auf dem Drehteil eines Drehkranzes
abgestützt sind.
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Der Drehkranz sitzt seinerseits auf einem Kreuztisch, de æ n eines
Teil auf dem Rahmen 31 des Hubgestells 3 angeordnet ist. Der Drehkranz und der Kreuztisch
sind schematisch mit 43 bezeichnet, da es sich um herkömmliche Bauteile handelt.
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Die gemäß Fig. 1 aufgesattelte Garage 1 wird vom Betonwerk an die
Baustelle gefahren. Das Fahrzeug 2 befährt so genau als möglich den Aufstellplatz
der Garage (Fig. 2). Dort werden zunächst die Luftfedern 24 angesteuert, so daß
sich der Fahrzeugrahmen 25 und die Garage 1 anheben, dann wrden die Stützfüße 35,
36 von Hand auf den Erdboden abgesenkt und abgesteckt, wobei sich die vorderen Stützfüße
35 seitlich des Fahrzeugrahmens 25 und außerhalb der Spurweite des Fahrzeugs befinden,
während der hintere Stützfuß 36 die Aussparung 16 im Boden 13 der Garage durchgreift.
Dann werden die Luftfedern 24 erneut in der Weise angesteuert, daß sich der Fahrzeugrahmen
senkt, während das Hubgestell 3 mit der Garage 1 in seiner Stellung verbleibt. Das
Fahrzeug 2 kann dann unter der Garage in die in Fig. 3 gezeigte Stellung herausfahren.
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In der Stellung gemäß Fig. 3 kann die Garage mittels des Drehkranzes
und des Kreuztischs 43 zunächst genau positioniert und anschließend durch Ablassen
der Hydraulikflüssigkeit aus den Hubzylindern 41 in die Stellung gemäß Fig. 4 abgesenkt
werden, bis die Quertraverse 42 von der Decke 11 der Garage 1 freikommt. Dann wird
das Fahrzeug 2 mit abgesenkten Luftfedern 24 wieder herangefahren bis der Hilfsrahmen
26 am Heck unter die vorderen Rollen 32 des Hubgestells 3 kommt (Fig. 5), anschließend
wird der Hilfsrahmen mittels der Luftfedern 24 angehoben, bis die vorderen Stützfüße
34, 35 entlastet sind und von Hand eingefahren werden können. An dem hinteren Stützfuß
36 wird ein Hebelroller
38 angesetzt und abgekippt, so daß der
Stützfuß aus der Aussparung 16 im Boden 13 der Garage 1 freikommt und das Hubgestell
3 auf das Fahrzeug 2 aufgeschoben werden kann, bis es mit seinem Schwerpunkt innerhalb
des Hilfsrahmens 26 liegt und der hintere Stützfuß 36 angehoben werden kann, so
daß das Hubgestell vollständig auf das Fahrzeug 2 aufgeschoben werden kann (Fig.
6).
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Das Aufladen der Garage im Betonwerk erfolgt derart, daß entweder
das Fahrzeug 2 aus der Position gemäß Fig. 6 in die Garage einfährt und das Hubgestell
abgesetzt oder aber das Hubgestell in der Reihenfolge der Fig. 6, 5 und 4 in die
Garage eingeschoben wird. Die Garage kann dann entweder mittels der Hubeinrichtung
4 oder mittels des Hallenkrans angehoben und auf dem Hilfsrahmen 26 des Fahrzeugs
2 abgesenkt werden.