-
Seilwinde, insbesondere für Kraftfahrzeuge
-
Die Erfindung bezieht sich auf eine Seilwinde, insbesondere für Kraftfahrzeuge,
mit einer an beiden Enden in einem Ständer drehbar gelagerten Trommel, die das Gehäuse
eines Planetengetriebes bildet, dessen Antrieb zentral über einen an einem Ständerende
gestützten Motor erfolgt.
-
Es ist eine Seilwinde dieser Art für Kraftfahrzeuge bekannt, bei
der der Windenmotor und das Planetengetriebe an entgegengesetzten Seiten des einen
Ständerendes gestützt sind und der Motor zur Außenseite der Trommel vorsteht. Eine
solche Ausgestaltung hat den Nachteil, daß die auftretenden Drehmomente an diesem
einen Ständerende aufgenommen. werden müssen und im übrigen der Windenmotor nach
außen freiliegt
und gesondert geschützt werden muß.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Seilwinde der eingangs geschilderten
Art zu schaffen, die einen besseren Schutz des Motors und eine günstigere Drehmomentbelastung
des Ständers gewährleistet.
-
Diese Aufgabe ist dadurch gelöst, daß der Motor innerhalb der Trommel
angeordnet und an dem dem Planetengetriebe gegenüberliegenden Ständerende abgestützt
ist. Bei dieser Anordnung befinden sich sowohl Windenmotor als auch die Getriebeteile
des Planetengetriebes innerhalb der Trommel, wobei das eine Ständerende das Drehmoment
des Windenmotors und das andere dasjenige aus der Trommel aufnimmt, wobei die Ständerenden
entsprechend dem aufzunehmenden Drehmoment dimensioniert werden können, das auf
der Motorseite mit Rücksicht auf die wegen der normalerweise geringen zur Verfügung
stehenden Antriebsleistung hohen Drehzahl niedrig, auf der anderen Seite wegen der
durch das Planetengetriebe bedingten starken Untersetzung groß ist. Durch die vollständige
Unterbringung von Windenmotor und Getriebe innerhalb der Trommel kann diese beliebige
Positionen annehmen, da auf kein nach außen stehendes Teil Rücksicht genommen werden
muß.
-
Von besonderem Vorteil ist es, wenn der Windenmotor ein Gleichstrommotor
ist, dessen Welle auf der Kollektorseite oder dem B-Schild mit dem Planetengetriebe
verbunden ist.
-
Die Verwendung eines solchen Windenmotors hat gegenüber häufig verwendeten
Hydromotoren den Vorteil, daß man mit dem vorhanden Gleichstromsystem der Kraftfahrzeuge
auskommt und von der Fahrzeuggröße im wesentlichen unabhängig ist, während Hydromotoren
erst bei Fahrzeugen der größeren Bauarten anwendbar sind, deren Motorkraft für das
erhebliche Schluckvolumen der Hydromotoren ausreicht.
-
Die Verwendung von Gleichstrommotoren für Seilwinden an Kraftfahrzeugen
ist bekannt. Mit Rücksicht aber auf die
Motorkonstruktion, insbesondere
aus Gründen der Stabilität, wird bisher der Antrieb durch den A-Schild abgeleitet
und der Motor am A-Schild über einen selbsthemmenden Schneckentrieb am Ständer gestützt,
wobei die Rollektorseite oder der B-Schild von der Trommel nach außen wegragt. Abgesehen
von dem ungünstigen Wirkungsgrad eines selbsthemmenden Schneckentriebs steht in
diesem bekannten Fall der gesamte Antrieb nach außen vor. - Bei der Anordnung nach
der Erfindung bleibt der A-Schild des Gleichstrommotors seine Stütze, wobei jedoch
im Unterschied zu den bekannten Ausgestaltungen die Antriebswelle über den im Innern
der Trommel befindlichen B-Schild zum Untersetzungsgetriebe geführt ist. Der B-Schild
bleibt dabei wie auch in den bekannten Fällen unbelastet, ist jedoch im Innern der
Trommel geschützt untergebracht, Dabei ist es zweckmäßig, wenn die Anschlußkabel
von Windenmotor und gegebenenfalls nachgeschalteten, elektrisch zu betätigenden
Einrichtungen durch die Feldwicklung und zentral durch den A-Schild des Gleichstrommotors
nach außen geführt sind. - Die Kombination von Gleichstrommotor mit einem Planetengetriebe
erlaubt das Betreiben mit einer Starter-Batterie, da im Gegensatz zu einem Schneckentrieb
nur geringe Übertragungsverluste auftreten.
-
Da ein Planetengetriebe nicht selbsthemmend ist, steht mehr Energie
für den Windvorgang zur Verfügung, wobei jedoch Maßnahmen getroffen werden müssen,
um die Trommel zu halten. Hierfür ist vorteilhaft die Antriebswelle mit einer magnetisch;betätigbaren
Lamellenbremse stoppbar, deren feststehende Lamellen am Motorgehäuse angebracht
sind.
-
Die Erfindung wird im folgenden an einem Ausführungsbeispiel anhand
der beigefügten Figur erläutert.
-
In einem Ständer mit den beiden an seinen Enden befindlichen Lagerplatten
1 und 2 ist eine Seilwindentrommel 3 drehbar gestützt. Innerhalb der Trommel 3 befindet
sich ein Gleichstrommotor 4 und ein Planetengetriebe 5, die beide
durch
eine geeignete, die Drehmitnahme sichernde Kupplung 6 miteinander verbunden sind.
Das von der Antriebswelle 7 über die Kupplung 6 getriebene Zentralrad 8 des Planetengetriebes
treibt die Planetenräder 9, die mit der das Hohlrad oder Gehäuse des Planetengetriebes
bildenden Trommel bei 10 in Eingriff sind und deren Träger 11 über einen Hohlzapfen
12 in der Lagerplatte 2 drehfest verankert ist. Die Trommel 3 stützt sich an diesem
Ende über eine angeflanschte Nabe 13 unter Zwischenschaltung eines Radiallagers
14 auf diesem Hohlzapfen 12 ab, der gleichzeitg als Innenlagerung und Führung der
Welle 15 des Zentralrads 8 dient.
-
Der Motor 4 ist an der Seite seines A-Schilds A durch einen hohlen
Stützzapfen 16 verlängert und mittels diesem unter Zwischenschaltung eines Radiallagers
17 verspannt, das an diesem Ende die Trommel 3 stützt, die auch hier eine angeflanschte
Nabe 18 besitzt. Der Motor ragt frei in die Trommel und trägt auf der Seite des
Planetengetriebes 5 die feststehenden Lamellen 19 einer Lamellenbremse, deren umlaufenden
Lamellen 20 sich auf der Antriebswelle 7 befinden und die mit Hilfe einer nicht
dargestellten Feder in gegenseitiger Anlage und elektromagnetisch gelöst werden
können. Die hier für notwendigen elektrischen Leitungen sowie die Anschlußkabel
des Kollektors im B-Schild B sind gemäß gestrichelter Andeutung 21 durch die Feldwicklung
des Motors zum A-Schild und über Schrägbohrungen 22 in den hohlen Stützzapfen 16
geführt, von wo aus sie nach außen weitergeleitet sind.
-
Anstelle einer Planetenstufe können auch mehrere vorgesehen sein.
Der Anker des Motors ist bei 22 strichpunktiert angedeutet. Die elektrische Steuerung
kann in einem getrennten Schaltkasten untergebracht sein.
-
Leerseite