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DE265057C - - Google Patents

Info

Publication number
DE265057C
DE265057C DENDAT265057D DE265057DA DE265057C DE 265057 C DE265057 C DE 265057C DE NDAT265057 D DENDAT265057 D DE NDAT265057D DE 265057D A DE265057D A DE 265057DA DE 265057 C DE265057 C DE 265057C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
bacteria
rotting
temperature
plants
flax
Prior art date
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Active
Application number
DENDAT265057D
Other languages
English (en)
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Publication of DE265057C publication Critical patent/DE265057C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/04Bacteriological retting

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Fertilizers (AREA)
  • Micro-Organisms Or Cultivation Processes Thereof (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
  • Paper (AREA)
  • Apparatus For Disinfection Or Sterilisation (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 265057 KLASSE 29 £. GRUPPE
enthaltenden Auszügen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 2. Mai 1912 ab.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Rotten von Flachsstroh, das auf der Beobachtung beruht, daß der Rottprozeß des Flachses ganz besonders rasch und günstig verläuft, wenn er unter dem Einfluß solcher anaeroben und aeroben Bakterien vonstatten geht, welche im Erdboden im richtigen Mischungsverhältnis -, zueinander enthalten sind und sich in vielen Pflanzen, insbesondere in deren
ίο Wurzeln ansammeln, so z. B. in Kartoffeln, Mohrrüben, Runkelrüben, Rettichen, Steckrüben, Mangoldwurzeln, Spinat- und Pastinakwurzeln, Bataten, Yamswurzeln, Kassawasträuchern, Artischocken usw.
Es "genügt daher, in geeigneter Weise Auszüge aus solchen Pflanzen bzw. deren Wurzeln oder aus Böden, in denen solche Pflanzen wachsen, zu bereiten und diese bzw. aus solchen hergestellte Züchtungen unter geeigneten Bedingungen zum Rotten des Flachsstrohes zu verwenden. Solche Züchtungen können dadurch erhalten werden, daß man Auszüge der angegebenen Art auf einer Temperatur von etwa 30 bis 40° C. hält und zu der so erhaltenen Flüssigkeit, welche eine große Anzahl der gewünschten Bakterien enthält, Wasser zufügt, welches geeignete Nährstoffe für die Bakterien enthält. Andererseits braucht man, um eine Züchtung der Bakterien zu erhalten, nur einer geeigneten Erde, beispielsweise Gartenerde, in welcher Pflanzen der oben genannten Arten gewachsen sind, Wasser und Nährstoff für die Bakterien beizufügen und das Wasser auf einer geeigneten Temperatur, nämlich 35 bis 40° C. zu halten, worauf sich die gewünschten Bakterien in großen Mengen entwickeln. Oder aber man läßt Wasser durch geeigneten, mit Bakterien geschwängerten Boden, in welchem die genannten Pflanzen gewachsen sind, sickern, wodurch es eine große Menge Sporen der Bakterien aufnimmt. Hierauf kann das Wasser in der oben beschriebenen Weise weiterbehandelt werden.
Zur Herstellung einer Züchtung von Rottebakterien aus Pflanzen wird beispielsweise ι Pfund gründlich gereinigter gesunder Kartoffeln zu einem Brei verrieben und dieser mit etwa 4 V2 1 vorher gekochtem und .auf etwa 35 bis 400 C. abgekühltem Wasser vermischt. Diesem wird zweckmäßig eine geringe Menge von Pepsin, Ammoniumphosphat oder anderen Stickstoff enthaltenden Stoffen zugefügt und das Ganze auf einer Temperatur von etwa 35 bis 40 ° C. gehalten. Nach Verlauf von 12 Stunden haben sich in dem Auszug solche Mengen von Rottebakterien entwickelt, daß er zum Rotten verwendet werden kann.
Das Rotten selbst erfolgt zweckmäßig auch bei einer zwischen 35 und 45° C. gelegenen Temperatur und verläuft unter Verwendung einer wie vorbeschrieben hergestellten Züchtung vollständig innerhalb 48 bis 70 Stunden.
Weiter hat sich herausgestellt, daß es nicht notwendig ist, für jeden Prozeß frische pflanzliehe Stoffe in das Bad einzubringen, sondern
daß das für einen Prozeß benutzte Bad vor dem Einbringen des frischen Flachsstrohes nur verdünnt zu werden braucht. Jedoch ist es wünschenswert, die Behälter nach etwa fünf Prozessen zu reinigen und ein neues Bad herzustellen, da die Flüssigkeit schmutzig wird und die Durchführung des Prozesses durch die Gegenwart fremder Fermente verzögert wird. Auch ist eine, vollständige
ίο Sterilisation des Apparates von Zeit zu Zeit erforderlich.
Obgleich es sich herausgestellt hat, daß die in dem oben beschriebenen. Beispiel angeführten Mengen und Temperaturen sich zur Durchführung des Prozesses gut eignen, können diese innerhalb weiter Grenzen abgeändert werden. So kann die Temperatur, obgleich sie während des Prozesses am besten zwischen 30 bis 450 C. schwankt, beträchtlich verändert werden, solange man dafür Sorge trägt, daß ','sie zwecks Vermeidens' des Tötens der Bakterien 90 ° C. nicht überschreitet und nicht unterhalb 10° C. sinkt, bei welcher Temperatur die Bakterien unwirksam sind. Das Verfahren kann, selbst wenn das Bad außer- \ ordentlich verdünnt wird, in wirksamer Weise j durchgeführt werden, da die Entwicklung der Fermente unter geeigneten Bedingungen, d. h·. in Gegenwart eines geeigneten Nährstoffes, außerordentlich schnell vor sich geht.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zum Rotten von Flachsstroh mit Hilfe von Mikroorganismen enthaltenden Auszügen, dadurch gekennzeichnet, daß der Flachs der Wirkung von aus Kartoffeln oder anderen gleichwertigen Wurzeln oder aus dem Boden, in welchem solche gewachsen sind, erhaltenen Züchtungen von Rottebakterien, zweckmäßig bei einer Temperatur von 35 bis 40° C. und bei Anwesenheit geringer Mengen von Pepsin, Ammoniumphosphat o. dgl., ausgesetzt wird.
DENDAT265057D 1912-01-17 Active DE265057C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
GB191201372T 1912-01-17

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE265057C true DE265057C (de)

Family

ID=32569227

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DENDAT265057D Active DE265057C (de) 1912-01-17

Country Status (3)

Country Link
DE (1) DE265057C (de)
FR (1) FR453348A (de)
GB (1) GB191201372A (de)

Families Citing this family (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2856330A (en) * 1954-11-08 1958-10-14 Harold N Vagenius Method of treating cotton fabrics
US3072534A (en) * 1958-02-21 1963-01-08 American Cyanamid Co Durable antibacterial textile finish for cellulosic fibers

Also Published As

Publication number Publication date
FR453348A (fr) 1913-06-05
GB191201372A (en) 1912-12-23

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