DE2645445B2 - Verfahren zur Herstellung von Kunststoffwaschbecken - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von KunststoffwaschbeckenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Kunststoffwaschbecken, insbesondere für Reihen-
ir' Waschanlagen, bei dem man die Innenflächen einer
Außen- und Innenschalung einer Negativform mit einem aushärtbaren, ggf. eingefärbten Gelcoat beschichtet,
einen den eigentlichen Körper des Waschbekkens bildenden aushärtbaren Harzansatz in die Form
2» einbringt und bei zusammengesetzter Form aushärten
läßt.
Waschbecken für Reihenwaschanlagen werden herkömmlicherweise aus Kunststein gefertigt. Diese
Waschbecken sind jedoch sehr schwer. Auch hat sich
2"> gezeigt, daß die Beckenoberfläche häufig kleine Poren
besitzt, die sich bereits bei der Herstellung oder erst später im Laufe der Benutzung des Beckens bilden
können. In diesen Poren kann sich Schmutz absetzen, was aus hygienischen Gründen unerwünscht ist. Man ist
i() deshalb dazu übergegangen, die Beckeninnenseite
nachträglich mit einem Kunststoff zu beschichten, um so eine geschlossene Oberfläche zu erhalten. Dies ist
jedoch mit einem zusätzlichen Arbeitsschritt verbunden. Auch ist es mit Schwierigkeiten verbunden, den
'■' Kunststoff in Form einer gleichmäßigen glatten Schicht
aufzutragen. In der Monographie »Glasfaserverstärkte Kunststoffe«, Springer Verlag 1961, Seiten 383/384 ist
erwähnt, daß die Oberflächengüte von gepreßten GFK-Formkörpern an der Erkennbarkeit der Glasfa-
■"' sern und an starren Schrumpfungserscheinungen, die zu
unruhigen Oberflächen führen, leidet. Deshalb wird empfohlen, derartige Formkörper nachträglich zu
lackieren, oder bereits während der Fabrikation durch Verwendung von Oberflächenvliesen oder durch Auftragen
einer Feinschicht (Gelcoat) eine bessere Oberfläche zu schaffen. Im Zusammenhang mit
Waschbecken und Badewannen werden Epoxiharze als Materialien für die Feinschicht empfohlen, weil sie einen
hohen Glanz und eine gute Kratz- und Chemikalienfe-
r'" stigkeit ergeben. Bei zweiteiligen Werkzeugen gibt man
Oberflächenvliesen den Vorzug, da bei Feinschichten eine ganze Reihe von Fehlern wie Nadellöcher und
Blasen, Elefantenhaut, Oberflächenrisse, innere Spannungen auftreten können.
r" In der deutschen Patentschrift 17 04 441 ist die
Herstellung von plattenförmigen Kunststoffgegenständen, besonders Türen, beschrieben. Dort werden die
Gelcoat-Schicht nach deren Gelierung harzgetränkte Fasermaterialmatten aufgelegt. Nach Einlegen eines
h" Kerns und nach dem Zusammenlegen der Formhälften läßt man den herzustellenden Gegenstand unter
Preßdruck aushärten. Das Arbeiten mit glasfaserverstärkten Kunststoffen erfordert kostspielige Werkzeuge
für die Anwendung des Preßdrucks. Außerdem fl>
bestehen auch hier Probleme bei der Oberflächengestaltung.
Auf der anderen Seite hat man auch schon versucht, Waschbecken aus Vollkunststoff herzustellen, beispicls-
weise durch Gießen. Tiefziehen u. dgl. Diese Waschbekken
sind jedoch entweder sehr teuer oder aber in ihren mechanischen Eigenschaften wie Oberflächenhärte,
Bruchfestigkeil, nicht zufriedenstellend. Auch haben sie
häufig ein unschönes Aussehen oder ziehen Schmutz an.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Waschbecken mit geschlossener Oberfläche zu erhalten,
das sich in einfacher Weise herstellen läßt und trotzdem gute mechanische Eigenschaften besitzt.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß man die Schalungen nach dem Erstarrungsbeginn aber vor
dem vollständigen Aushärten der Gelcoai-Schicht zusammenfügt, den gebildeten Hohlraum der Negativform
in einer gegenüber der Gebrauchslage des fertigen Beckens um ca. 180° gewendeten Lage unter Rütteln
drucklos mit fließfähigem aushärtbaren Polymerbeton ausfüllt und den Polymerbeton beim Aushärten mit dem
noch reaktionsfähigen Gelcoat sich chemisch verbinden läßt
Auf diese Weise wird ein Waschbecken erhalten, bei dem die Außenhaut mit der Füllmasse ein einziges Stück
bildet, ähnlich wie bei einem Porzellanwaschbecken. Es ist also nicht so, daß die Außenhaut und die Füllmasse
lediglich miteinander verklebt sind, wie das beispielsweise beim nachträglichen Ausschäumen einer Form
der Fall ist. Vielmehr sind die Harzbestandteile sowohl des Gelcoats als auch der Hinterfüllmasse durch das
gemeinsame Aushärten chemisch miteinander verbunden.
Durch entsprechende Flächenbearbeitung der Negativform kann die Oberfläche des Beckens von
hochglänzend bis matt oder auch strukturiert gestaltet werden. Auch kann das Gelcoat in beliebiger Weise
eingefärbl werden, so daß in der Farbgestaltung keine Grenzen gesetzt sind. Als Hinterfüllmasse wird
vorteilhafterweise ein Polymerbeton, insbesondere ein solcher auf Methacrylatbasis verwendet. Methcrylat
eignet sich auch als Harzbestandteil für das Gelcoat. Auf diese Weise kann ein Becken erhalten werden, bei dem
sich die Polymermoleküle des gebildeten Polymethylmelhalcrylats durch die Grenzschicht zwischen Gelcoat
und Hinterfüllmasse hindurcherstrecken.
Gemäß der Erfindung wird das Becken in einer gegenüber der späteren Gebrauchslage um ca. 180°
gewendeten Lage hergestellt. Dabei läßt man mit Vorteil die Negativform beim Ausgießen mit der
Hinterfüllmasse an ihrer die Unterseite des Beckens bildenden Oberseite an mindestens einer Stelle offen.
Das Hinterfüllen erfolgt drucklos durch einfaches Eingießen der Hinterfüilmasse, die zweckmäßigerweise
dickflüssige Konsistenz hat. Durch das Rütteln verteilt sich die Hinterfüllmasse gleichmäßig in der Form. Die
offenbleibenden Stellen der Form bilden gleichzeitig die Enllüftungsstellen. Dabei sind die offenen Stellen jedoch
mindestens so groß gehalten, daß durch sie hindurch erforderlichenfalls noch Hinterfüllmasse nachgefüllt
werden kann. An den in der Negativform ausgespaiten offenen Stellen würde am fertig ausgebildeten Becken
normalerweise die Gelcoat-Schicht fehlen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist jedoch
vorgesehen, den Polymerbeton mindestens an den später sichtbaren »offenen Stellen« nicht ganz bis zur
Sollhöhe aufzufüllen, so daß hier noch ca. 3 bis 5 mm fehlen. Sobald die Hinterfüllmasse angeliert ist, wird
mindestens bis zur restlichen Füllhöhe mit Gelcoat-Masse ausgegossen. Da der Rand der Form an diesen
Stellen ohnehin schon mit Gelcoat beschichtet ist, wird auf diese Weise durch das Abdecken der offenen Stellen
mit Gelcoat eine geschlossene Gelcoat-Schicht erhalten. Falls erforderlich, kann die zur Abdeckung
aufgetragene Gelcoat-Schicht nach dem Ausformen noch plangeschliffen werden.
Das Auftragen des Gelcoats auf die Innenfläche der Form erfolgt normalerweise in einer Schichtdicke von
ca. 300 bis 2000 μπι, vorzugsweise ca. 500 bis 1000 μπι.
Das Auftragen kann in einfacher Weise durch Aufspritzen erfolgen. Die Wandstärke des Waschbeckens
liegt im Mittel bei ca. 13 mm und kann in Abhängigkeit von der späteren Belastung und von der
Formgestaltung an einzelnen Stellen zwischen ca. 10 mm und 35 mm schwanken, bei einer Waschbeckengröße
von ca. 2 m Länge, 15 cm Höhe und ca. 50 cm Tiefe.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus. der folgenden Beschreibung einer Ausführungsform in.
Verbindung mit den Ansprüchen.
Ein Reihenwaschbecken einer Länge von 180 cm, einer Höhe von 15 cm und einer Tiefe von 55 cm mit
drei Waschplätzen, geeignet zur Erstellung einer Reihenwaschanlage, wird in der folgenden Weise aus
mit mineralischem Füller versehenem Polymethylmethacrylat hergestellt. Eine zweiteilige Negativform mit
seidenmatter Negativfläche wird zunächst mit Kernen bestückt, die zur Bildung von Durchbrüchen, Ausflußöffnungen
und dgl. im fertigen Becken dier.en. Nach Auftragen eines Trennmittels wird ein weiße Farbpigmente
enthaltendes Gelcoat auf Methacrylatbasis in einer Schichtdicke von 500 bis 1000 μίτι aufgespritzt.
Das Gelcoat besteht aus einem Harz/Füller-Gemisch mit 60% Harz und 40% Füller, einschließlich Farbpigment.
Nach 30 Minuten ist die Gelcoat-Schicht so weit erstarrt, daß die beiden Formhälften ineinandergesetzt
werden können, wobei eine die Waschbeckenoberseite bildende wannenförmige und in der Mitte eine die
Beckenmulde formende Erhöhung aufweisende Hälfte unten zu liegen kommt. Die obere, die Beckenunterseite
bildende Fornihälfte behält dabei in horizontaler Richtung einen Abstand von der Außenwand der
unteren Hälfte, der der Wandstärke der Außenwand des zu formenden Behälters entspricht. Diese Außenwand
ist in der Gebrauchslage des Beckens aus der Mulde herausgeformt und nach unten gezogen. In der Form ist
der die Außenwand bildende Spalt oben offengelassen. Nun wird durch eine im Bereich des späteren Ausgusses
liegende öffnung eine vorbestimmte Menge eines frisch
angesetzten fließfähigen Polymerbetons in die noch reaktionsfähige Gelcoat-Haut eingegossen, wonach die
Form gerüttelt wird, damit sich der Polymerbeton gleichmäßig verteilt und Luft entweichen kann. Der
Polymerbeton besteht aus einem Harz/Füller-Gemisch mit ca. 10% Harz und ca. 90% mineralischem Füller
geeigneter Siebfraktion. Eine besondere Einfärbung ist nicht vorgesehen. Der Beton füllt die Form vollständig
aus und steigt im zur Bildung der Außenwand dienenden Randspalt zwischen den beiden Formhälften hoch,
wobei nur so viel Polymerbeton eingefüllt bzw. nachgefüllt wird, daß der Beton ca. 3 bis 5 mm unter der
Sollhöhe am Randspalt bleibt. Die Differenz wird nach dem Angelieren mit Gelcoat der zuvor verwendeten Art
und Farbe ausgefüllt. Ca. 30 Minuten nach dem Einfüllen des Polymerbetons kann das Becken bereits ausgeformt
werden. Während dieser Zeit hat sich der Polymerbeton mit der noch reaktionsfähigen Gelcoat-Schicht chemisch
verbunden. Die endgültige Aushärtung erfolgt innerhalb von ca. 4 Stunden. Sowohl das Gelcoat-Material
als auch der Polymerbeton werden bei Umgebungs-
temperatur eingefüllt, wobei während der Polymerisation eine gewisse Erwärmung stattfindet.
Der am Beckenrand auf den Polymerbeton aufgebrachte Gelcoat-Streifen hat sich mit dem Polymerbeton
ebenfalls chemisch verbunden. Nach dem Aushärten ~> kann er zur Ausbildung einer glatten Oberfläche
angeschliffen werden. Abgesehen von der verdeckt liegenden Eingußstelle ist das gesamte Becken somit mit
einer nahtlosen einheitlichen und mit dem Hinterfüllmaterial
chemisch verbundenen Außenhaut aus Gelcoat- '<> Material umgeben. Falls erwünscht, kann auch die
Eingußstelle vor dem Erhärten des Polymerbetons mit Gelcoat-Material überzogen werden.
Das Becken besitzt ein porzellanartiges Aussehen, was darauf zurückzuführen ist, daß die Oberflächenschicht
nicht nachträglich aufgetragen ist, sondern ein getreues Nachbild der verwendeten Form darstellt.
Gemeinsam mit dem Ausformen des Beckens werden die anfänglich in die Form eingesetzten Kerne mi;
ausgeformt und danach aus dem gebildeten Becken herausgenommen, abgesehen von etwa vorgesehenen,
in das Becken eingebetteten Verankerungskernen, Gewindeeinsätzen u. dgl.
Das fertige Becken ist weitgehend bruchfest und im Vergleich zu den herkömmlichen Becken aus Kunststein
ausgesprochen leicht. Aufgrund der geringen Harzmenge in der Hinterfüllmasse kann das Becken auch sehr
kostengünstig hergestellt werden. Auch die kuize Zeitspanne zwischen dem Auftragen der Gelcoat-Schicht
und dem Ausformen des fertigen Beckens wirkt sich kostengünstig aus.
Claims (11)
1. Verfahren zur Herstellung von Kunststoffwaschbecken, insbesondere für Reihenwaschanlagen,
bei dem man die Innenflächen einer Außen- und Innenschalung einer Negativform mit einem aushärtbaren,
ggf. eingefärbten Gelcoat beschichtet, einen den eigentlichen Körper des Waschbeckens
bildenden aushärtbaren Harzansatz in die Form einbringt und bei zusammengesetzter Form aushärten
IaBt, dadurch gekennzeichnet, daß man die Schalungen nach dem Erstarrungsbeginn
aber vor dem vollständigen Aushärten der Gelcoat-Schicht zusammenfügt, den gebildeten Hohlraum
der Negativform in einer gegenüber der Gebrauchslage des fertigen Beckens um ca. 180° gewendeten
Lage unter Rütteln drucklos mit fließfähigem aushärtbaren Polymerbeton ausfüllt und den Polymerbeton
beim Aushärten mit dem noch reaktionsfähigen Gelcoat sich chemisch verbinden läßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Polymerbeton ein solcher auf
Methacrylatbasis verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die die Unterseite des
Beckens bildende Oberseite der Form während des Ausgießens an mindestens einer Stelle offen läßt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man an
den offenen Stellen, vorzugsweise an einer höchstliegenden Stelle, Polymerbeton ein- bzw. nachfüllt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4 zur Herstellung eines Beckens mit einem in der
Gebrauchslage des Beckens sich im wesentlichen über die gesamte Beckenhöhe erstreckenden umlaufenden
Außenrand, der aus der Beckenmulde herausgeformt und von der Beckenoberseite mit
einer umlaufenden Unterkante nach unten gezogen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Rand in der
gewendeten Lage während der Herstellung des Beckens nur bis kurz unterhalb seiner endgültigen
Höhe mit Polymerbeton angefüllt und nach dem Erstarrungsbeginn des Polymerbetons mit Gelcoat
mindestens bis zur Sollhöhe aufgefüllt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gelcoat
auf die Negativform in einer Schichtdicke von 300 μπι bis 2000 μπι, vorzugsweise 500 μσι bis
1000 μπι, aufgetragen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Polymerbeton
mit einem Gehalt an härtbarem Harz von weniger als 15 Gewichtsprozent, vorzugsweise
ca. 10 Gewichtsprozent eingesetzt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Füllstoffe
für den Polymerbeton mineralische Füllstoffe mit einer Körnung bis ca. 3 mm verwendet werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gelcoat
mit einem Harzgehalt über 50 Gewichtsprozent, vorzugsweise mit ca. 60 Gewichtsprozent, verwendet
wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Füllstoffe
für das Gelcoat mineralische Füllstoffe und/oder Farbpigmente mit einer Korngröße bis ca.
0.15 mm verwendet werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Auftragen der Gelcoat-Schicht in die Form in an sich
bekannter Weise Kerne zur Bildung von Befestigungsdurchbruchstellen, Auslauföffnungen u. dgl an
der Form befestigt und zum Ausschalen des Beckens von der Form gelöst und gemeinsam mit dem
Becken ausgeformt werden.
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Publications (2)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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1976
- 1976-10-08 DE DE19762645445 patent/DE2645445B2/de not_active Ceased
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