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Verfahren und Vorrichtung zum
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Austausch von Rasenflächen
Die vorliegende Erfindung
betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Austausch von Rasenflächen.
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Bekanntlich unterliegen häufig benutzte Rasenflächen einer starken
Beschädigung, die eine gesunde Rasenentwicklung auf Dauer nicht zuläßt. Insbesondere
sind die Tor- und Strafräume bei Sport- und Spielplätzen hiervon betroffen.
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Die Ursachen liegen einerseits in der mechanischen Beschädigung der
Graspflanze und der Wurzeln und andererseits in der Bodenverdichtung.
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Die Regenerierung einer beschädigten Rasenfläche durch eine Neuaussaat
ist für Sportanlagen, die aus finanzxellen Srunden ständig bespielbar sein müssen,
keine Lösung, da dieses Verfahren einen zu großen Zeitraum in Anspruch nimmt.
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Eine weitere Möglichkeit besteht in der Transplantierung von Bertigrasen.
Hierbei wird ein auf natürlichem Boden angesäter Rasen nach etwa einem Jahr Pflege
in einer Stärke von 2 bis 2,5 cm mit Spezialmaschinen vom ursprünglichen Anzuchtboden
getrennt. Dieser in Rollen oder auch in Stücken gewonnene Rasen kann auf jedem anderen
vorbereiteten Boden ausgerollt werden.
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Bei entsprechender Bewässerung findet dann in zunehmendem iJiaße eine
Verbindung mit dem Unterboden statt. Der so transplantierte Rasen ist sofort begehbar,
jedoch sollte eine sehr starke Beanspruchung, wie sie s.B. in Strafräumen von BuBballplätzen
zwangsläufig auftritt, Im Anfangsstadium der Verzahnung mit dem Untergrund möglichst
vermieden werden. Eine stabile Verankerung wird erst nach einigen Wochen erreicht.
Dieses Verfahren hat den weiteren Nachteil, daß bei erneuten Beschädigungen stehts
derselbe Vorgang wiederholt werden muß und immer wieder die entsprechenden Kosten
aufgewendet werden müssen.
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Eine andere bekannte Maßnahme liegt in der Verwendung von Xunststoffrasen.
Die Gefahr der Abnutzung von stark beanspruchten Bereichen ist hierbei sicherlich
geringer, jedoch bringt der Kunststoffrasen den schwerwiegenden Nachteil mit sich,
daß durch die bei Stürzen entstehende Reibung ernsthafte Verbrennungen bei den entsprechenden
Personen die Folge sein können Ziel der vorliegenden Erfindung war es also, ein
Verfahren bzw.
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eine Vorrichtung zum Austauschen von Rasenflächen zu finden, das die
Nachteile der bekannten Maßnahmen umgeht. Es war insbesondere das Ziel, ein Verfahren
zu finden, bei dem ein notwendig werdender Austausch schnell durchgeführt werden
kann und die erneuerten Rasenbereiche sofort beanspruchbar sind.
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Austausch von
Rasenflächen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß ein Rasenstück in einem oben
offenen Behälter gezogen bzw. regeneriert und in dem Behälter auf eine in das Erdreich
eingelassene Verankerungseinrichtung aufgesetzt wird.
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Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Durchführung
dieses Verfahrens, welche dadurch gekennzeichnet ist, daß die Verankerungseinrichtung
aus unter Abständen voneinander in das Erdreich eingelassenen Stützpfeilern besteht,
auf denen horizontale Träger aufruhen, auf welche die Behälter aufsetzbar sind.
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Das erfindungsgemäße Verfahren bringt den Vorteil mit sich, daß beschädigte
Rasenbereiche, die mit dieser Vorrichtung ausgerüstet sind, in kurzer Zeit mit bereitstehenden
Ersatzbehältern ausgetauscht werden können. Darüberhinaus ist eine sofortige Bespielbarkeit
der ausgetauschten Rasenflächen gegeben.
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Die ausgetauschten Behälter mit den beschädigten Rasenflächen können
dann in einem dafür vorgesehenen Bereich, der nur einer geringen oder keiner Beanspruchung
ausgesetzt ist, in üblicher Weise regeneriert werden und stehen einem erneuten Austausch
alsbald zur Verfügung.
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In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind
die auf den Stützpfeilern aufruhenden horizontalen Träger dadurch gekennzeichnet,
daß sie ein T-Profil aufweisen.
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Derartig geformte Träger verleihen den darauf aufsetzbaren Behältern
ausreichenden Halt.
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Die Behälter, in denen der Rasen gezogen bzw. regeneriert wird, sind
dadurch gekennzeichnet, daß sie einen wasserdurchlässigen Boden haben.
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Dieses Merkmal gewährleistet eine rasche Abführung von größeren anfallenden
Regegmengen.
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Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß in die Behälter eine Kunststoffarmierungsmatte mit einer Schicht
Mutterboden eingesetzt ist.
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Diese Armierungsmatte dient zur Oberflächenstabilisierung und zur
Erhöhung der Scheerfestigkeit.
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Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Es zeigt: Fig. 1 - in perspektivischer Darstellung zwei Stützpfeiler,
auf denen ein T-Träger aufliegt, zusammen mit einem zugehörigen Behälter; Fig. 2
- einen Schnitt durch das Erdreich mit einer darin eingesetzten Vorrichtung nach
der Erfindung; Fig. 3 - einen Schnitt durch einen Teil eines Behälters einer Vorrichtung
nach der Erfindung.
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Stützpfeiler 1 sind unter Abständen voneinander und vorzugsweise in
einem Rastermaß in das Erdreich eingelassen. Sie können aus Beton, Kunststoffmaterial
oder anderem geeigneten Material bestehen. Ihre Oberseiten fluchten miteinander,
so daß auf sie ein Träger in der Waage aufgelegt werden kann. Bevorzugt wird
ein
T-förmig profilierter Träger 2, wie dieser in den Figuren 1 und 2 gezeigt ist. Auf
die Seitenflansche des Trägers 2 werden dicht an dicht Behälter 3 aufgesetzt, die
bei der Verwendung von T-förmig profilierten Trägern 2 an ihren einander gegenüberliegenden
Seitenkanten entsprechende Profilierungen aufweisen. Dadurch ist es'möglich, daß
ein in den Behältern 3 gezogener oder regenerierter Rasen 9 praktisch die gesamte
auszutauschende Rasenfläche bedeckt, obgleich sich unter der Rasenfläche die Träger
2 befinden. Dies geht besonders deutlich aus Fig. 2 hervor.
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Das Erdreich 4 ist vor dem Einsetzen der Behälter auf eine vorbestimmte
Tiefe ausgekoffert worden, so daß zwischen der Unterseite der Behälter 3 und der
Oberseite des ausgekofferten Erd reiches 4 Platz für eine drainfähige Zwischenschicht
5 bleibt.
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Auf dem Boden eines jeden Behälters 3 befindet sich eine wasserregulierende
Zwischenschicht 6 und darüber wiederum Mutterboden 7, der auch eine geeignete Mattenarmierung
8 durchgreift.
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Der Rasen 9 kann somit im Mutterboden 7 bis unter die Unterseite der
Mattenarmierung 8 Wurzeln und erhält seine Festigkeit insbesondere durch das Verwurzeln
mit dieser Mattenarmierung Dies ist in Fig. 3 besonders deutlich dargestellt.
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Die Behälter 3 bestehen vorzugsweise aus witterurlgsbestkndigen Stahl-
oder Kunststo£fwannen, die geeignet. verstårkt sein können.
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Die Bodenplatte der Behälter 3 muß wasserdurchlässig sein und weist
deshalb eine Mehrzahl von Öffnungen aufe Die Form der Öffnungen ist unerheblich,
sie kann beispielsweise quadratisch, rechteckig oder rund sein. Die seitliche Höhe
der Behälter 3 beträgt beispielsweise etwa 4 - 7 cm, vorzugsweise etwa 5 - 6 cm
Die Grundfläche der Behälter 3 sollte vorzugsweise etwa 1 - 2 Quadratmeter betragen.
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Die Verankerungseinrichtung 1, 2 für die Behälter 3 besteht, wie erwähnt,
aus in das Erdreich 4 im wesentlichen senkrecht
eingelassenen Stützpfeilern
1, vorzugsweise Betonpfeiler, die durch Aufbringung der parallel angeordneten, witterungsbeständigen
Träger 2, vorzugsweise Träger mit einem T-Profil, miteinander verbunden sind. Der
seitliche Abstand der Stützpfeiler 1 ist abhSn;ig von der Größe der Behälter 3 und
kann z.B.
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etwa 1 m oder e';was mehr betragen. Der Abstand der Stützpfeiler 1
in Richtung der Träger 2 kann etwa 3 - 4 m betragen.
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Bei Verwendung von Trägern 1 mit T-Profil sollen die Behälter 3 zweckmäßigerweise
auf je zwei Seiten eine Einkerbung aufweisen5 die in ihren Abmessungen dem T-Profil
der Träger 1 angepaßt sind, wie aus Fig. 1 hervorgeht.
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Als Materialien für die drainfähige Zwischenschicht 5 kommen vorzugsweise
Flußsand (Kornverteilungsbereich nach DIN 18035), Tongranulate, wie Lava und Blähton
oder Mischungen hiervon in Betracht. Die Höhe dieser drainfähigen Schicht 5 ist
abhängig von der Beschaffenheit des Unterbodens 4 und wird in der Regel etwa 20
- 50 cm betragen.
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Die den Wasserhaushalt regulierende Schicht 6 kann aus einem synthetischen
Vlies oder anderem filzähnlichen Material bestehen.
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Sie muß einerseits für größere, beispielsweise bei einem Regenguß,anfallende
Wassermengen weitgehend durchlässig sein, um derartige Wassermengen möglichst umgehend
abführen zu können, andererseits muß sie aber in der Lage sein, eine für das gesunde
Pflanzenwachstum ausreichende Menge an Wasser zurückzuhalten bzw. zu speichern.
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Darüber wird eine vorzugsweise etwa 2 cm starke Schicht aus Mutterboden
7 taufgebracht. Dieser Mutterboden 7 wird unter Berücksichtigung der örtlichen Boden-
und Klimaverhältnisse aufgebaut und mit anorganischen und organischen Nährstoffen
angereichert, damit ein gesundes Pflanzenwachstum mit ausreichender Stabilität gewährleistet
ist. Infrage kommen Torf, Humusstoffe und ähnliche Materialien.
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Uber diese Mutterbodenschicht 7 ist zur Oberflächenstabilisierung
und zur Erhöhung der Scherfestigkeit vorzugsweise die Armierungsmatte 8 angeordnet.
Eine solche Armierungsmatte 8 besteht vorzugsweise aus einer Vielzahl von in Schlaufen
liegenden und sich überkreuzenden Fäden, die an den Kreuzung punkten untereinander
verbunden sind, wobei die Fäden aus schmelzgesponnenen synthetischen Polymeren hergestellt
sein können. Insbesondere kann hierbei eine Armierungsmatte 8 verwendet werden,
wie sie aus der Offenlegungsschrift 1 810 921 bekannt ist. Die Stärke dieser Armierungsmatte
8 sollte z.B. etwa 2 - 3 cm betragen. Selbstverständlich kann auch anderes vergleichbar
verflechtetes Material verwendet werden, das ähnliche Eigenschaften aufweist, d.h.
es muß witterungsbeständig sein, ein geringes Eigenvolumen und damit ein geringes
Eigengewicht haben und eine hohe Scheerfestigkeit besitzen.
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Die Zwischenräume dieser stabilisierenden Armierungsmatte s8 werden
mit dem obengenannten Mutterboden 17 aufgefüllt und vorzugsweise ca. 1 cm mit demselben
überschichtet.
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Der Einbau einer solchen Armierungsmatte 8 dient neben der Erhöhung
der Oberflächenstabilität auch gleichzeitig einer weitgehenden Verhütung von Verletzungen
des Rasens *9 im Wurzelbereich.
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Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge befinden sich etwa 90 %
der gesamten Rasenwurzeln in einem Bereich von O - etwa 5 cm. Somit-sollte die Gesamthöhe
der Mutterbodenschicht 7 einschließlich der Armierungsmatte 8 zweckmäßigerweise
etwa 5 cm betragen, damit ein möglichst unbeeinträchtigtes Wachstum des Rasens 9
stattfinden kann. Eine sehr viel höhere Schicht des Mutterbodens 7 ist wegen des
dadurch zu groß werdenden Gesamtgewicht es der Behälter 3: nicht zweckmäßig.
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Zur Einsaat kann prinzipiell jeder Rasen kommen. Pur Sportrasen wird
eine Sportrasenspezialmischung verwendet.
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Bezüglich der beschriebenen Behälter ist es wesentlich, daß diese
oben offen sind, und als Haltemittel für die Armierungsmatte mit Substrat und gegebenenfalls
einem Vlies dienen sowie gegebenenfalls einen durchlässigen Boden haben. Die Seitenwinde
der Behälter können also auch zum Fortfall kommen, wenn dafür gesorgt wird, daß
die Behälter zwecks Austausch aus der Tragekonstruktion herausgehoben und auf diese
wieder aufgesetzt werden können.
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Hierfür können beispielsweise statt der Seitenwände Trage stangen
mit dem Boden des Behälters verbunden sein, die von oben zugängliche Verankerungspunkte
haben. Die Armierungsmatte sorgt dann zusätzlich dafür, daß kein Erdreich, Samen
usw.
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in wesentlichem Umfang seitlich aus dem Behälter herausfallen kann.
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Auch brauchen die Seitenwände der Behälter nicht, wie in Fig. 2 gezeigt,
bis zur Oberfläche des Rasens zu gehen.
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Es kann vielmehr genügen, die Seitenwände in einem Abstand unter der
Oberfläche enden zu lassen, sofern die Behälter durch derartige Verankerungspunkte
von oben gegriffen und transportiert werden können.
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- Ansprüche -