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VORRICHTUNG ZUM MISCHEN, ENTFILZEN, KÜRZEN
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ODER KALIBRIEREN VON NATUR- ODER KUNSTFASERBÄNDERN Die Erfindung
betrifft. eine Vorrichtung zum Verkürzen von Fasern oder zum Mischen, Entfilzen
oder Kalibrieren von Faserbändern aus- Natur- oder Kunstfasern.
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Die Erfindung bezieht sich somit auf die Arbeitsvorgänge des- Verkürzens
von Fasern, des Mischens, des Entfilzens~oder des Kalibrierens von Bändern aus Natur-
oder Kunstfasern, also auf Arbeitsvorgänge, die bislang auf sogenannten Mischern,
Faserbrechmaschinen (recraqueses) oder Entfilzungsmaschinen durchgeführt worden
sind. Die bekannten sogenannten Mischer sind als Maschinen mit zwei einander benachbarten
Maschinenköpfen ausgebildet, die sämtliche acht bis vierzehn Faserbänder miteinander
vereinigen, die~entweder von einer Färbestation herongeführt werden oder von Faserbrechmaschinen
oder von Vorrichtungen, die endlose Faserstränge in Bänder mit Fasern endlicher
Länge umwandeln. Manchmal arbeiten diese beiden Maschinenköpfe während des Streckens
zwischen den Zuführungswalzen und den sogenannten Strecken walzen mit einem beweglichen
Nadelstab, um den beim Strecken auftretenden zunehmenden Faserrückstau zu steuern.
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Bei einer anderen Anwendung hat man festgestellt, daß sich das Strecken,
das vor allem dem Zweck dient, eine größtmögliche Anzahl von Komponenten zu entfilzen
oder miteinander zu vermischen, am leichtesten, wenn auch weniger vollkommen, zwischen
drei Walzen umfassenden Streckwalzen vollzieht, derenAnzahl, Arbeitsgeschwindigkeit
und Abstände in Abhängigkeit von der Längenverteilung der Fasern geeignet gewählt
worden sind. Wie bereits erwähnt hat man zwei Maschinenköpfe paarweise angeordnet,
um eine möglichst große Anzahl von " Doublierungen" zu zu erzielen, derart, daß
die Fasern in einer nachfolgenden Streckvorrichtung zu einem einzigen Band vereinigt
wurden, wobei diese Streckvorrichtung, der die beiden Faserbänder nach getrenntem
Austritt aus den beiden Köpfen nebeneinander zugeführt wurden, mit einem Steuersystem
mit Muffen oder mit sogenannten Reduzier- oder Kalibrierwalzen versehen war.
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Bekannte Maschinen mit nur einem Maschinenkopf, die aus Walzensätzen
mit je drei Walzen zusammengesetzt sind, haben den Zweck, von einer Faserbrechmaschine
(craqueuse) gelieferte Fasern, die zu lang sind, nachzubrechen (recraquer), während
andere Maschinen Bänder aus Fasern endlicher Länge, die heute hauptsächlich für
die "open-end"-Spinnerei bestimmt sind, nachbrechen oder brechen, um ihnen eine
als "Baumwollschnitt" bezeichnete Länge zu erteilen, d. h. eine Länge von mindestens
40 m.
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Bei den bekannten Mischern ist es schwierig, den Gleichlauf der beiden
Maschinenköpfe zu regeln.
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Der zweite, nachgeschaltete Streckvorgang, der die beiden mit dem
oben beschriebenen
Maschinenkopf erzeugten Bänder vereinigt, wirkt
auf eine durch die vorhergehenden Streckvorgänge gewichtsmäßig stark verminderte
Fasermasse, so daß sich der Streckvorgang notwendig auf engerem Raum vollzieht und
nicht mehr als ein Drittel der Breite eines üblichen Maschinenkopfes benötigt.
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Die Schwierigkeiten, die sich beim Durchgang eines zu b-earbeitenden
Materials durch eine Nachbrechmaschine mit nur einem Maschinenkopf ergeben, sind
bekannt; es ist selbst dann nicht möglich, das Vlies hinreichend einzuschnüren,
wenn zwischen den vier, fünf oder sechs aufeinanderfolgenden Walzensätzen mehr und
mehr verengte Kondenser vorgesehen sind, weil das austretende Band so dünn und leicht
ist, daß es sich auf die Vorlegwalzen aufrollt und damit eine schnelle Vorlage verhindert.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile der bekannten Maschinen
zu vermeiden und die oben beschriebenen Streckmaschinen durch eine einzige Vorrichtung
zu ersetzen, soweit es die erste Stufe der Entfilzung, Mischung oder Faserbrechung
betrifft, Vorgänge, die bislang auf den Zwillingseinrichtungen mit Kämmen oder W3lzen
durchgeführt wurden, -während man in der zweiten Stufe des Streckens in dem sogenannten
Reduzierkopf Elemente zur Gewichtsverminderung vorsehen kann, die eine Rückhaltemöglichkeit
in Steuerorganen mit drehbaren Kammwalzen oder geeigneten Walzeneinrichtungen umfassen,
wie es erfindungsgemäß vorgesehen sein soll. Dieser Maschinenkopf soll auch die
Möglichkeit der Faserbrechung bieten, indem man gemäß der erwünschten Faserlänge
verschiedene Walzendurchmesser vorsieht.
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Diese Aufgabe wird für eine Vorrichtung zum Mischen, Entfilzen , Verkürzen
oder Kalibrieren
von Natur- oder Kuns tfasern in zwei Bearbeitungsstufen
erfindungsgemäß dadurch gelöst, zlaß ein erster Streckkopf vorgesehen ist, der für
jeden Anwendungsfall derselbe ist, wobei die Breite seines Arbeitsbereiches unter
geeigneter Anpassung der Walzenstärke etwa gleich derienigen zweier üblicher Zwillingsköpfe
ist.
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Die erfindungsgemäße Maschine hat den Vorteil, daß der. Reduzierkopf
deutlich schmäler sein kann, daß das Fasermaterial besser verdichtet wird, daß die
Bearbeitung der Fasern, die mit fortschreitender Bearbeitung kürzer werden, einfacher
ist und daß das leichtere aber stärker verdichtete Faserband eine raschere Vorlage
oder Abgabe ermöglicht.
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Auch hat eine erfindungsgemäße Vorrichtung , bei der ein einziger
Arbeitskopf zwei einander benachbart angeordnete Arbeitsköpfe ersetzt, den Vorteil,
daß sie billiger ist, während bewegliche Gestellteile, die durch eine Traverse miteinander
verbunden sind und mit Zugspindeln betätigbar und auf zwei Führungsspindeln verschiebbar
sind, ein bequemeres Arbeiten ermöglichen.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Walzen, Rollen oder
die weiteren Einrichtungen des für die verschiedenen Anwendungen vorgesehenen Reduzierkopfes
fliegend gelagert, so daß sie leichter zugänglich sind.
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Neben einer Vorrichtung, in der die Bearbeitung in zwei Stufen erfolgt
und bei der die von dem ersten Arbeitskopf kommenden Bänder nach Umlenkung um 900
der Vorrichtung zur Durchführung der zweiten Bearbeitungsstufe zugeführt werden,
ist es erfindungsgemäß auch vorgesehen, daß die Bänder in der zweiten Arbeitsstufe
in derselben
Richtung weitertransportiert werden wie in dem ersten
Arbeitskopf.
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Es ist auch vorgesehen, daß für jede der beiden Arbeitsstufen eine
eigene Vorrichtung vorhanden ist.
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Bei einer Ausführungsform der Streckmaschine mit einstufiger oder
zweistufiger Bearbeitung des Faserbündels ist es-vorgesehen, die Zwillingswalzen
mit deutlich ausgeprägten, schraubenförmigen Rillen zu versehen, so daß mit den
Walzen größere Fasermengen gestreckt werden können.
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Für die Baumwoll-Spinnerei ist es günstig, wenn der Streckvorgang
allein unter Verwendung von Walzen und nicht unter Verwendung von Kämmen stattfindet.
Ein solches Verfahren konnte bislang nicht für lange Fasern angewendet werden, weil
die Greif- und Spannorgane nicht mit geeigneten Mitnahmeeinrichtungen wie beispielsweise
Walzen mit größerem Durchmesser versehen waren, weil stark ausgeprägte parallele
Rillen oder deutlich schraubenförmig verlaufende Rillen fehlten, weil keine ausreichenden
Drücke erzielbar waren und mechanische Einrichtungen fehlten, die es ermöglichten,
den Abstand zwischen Streçkwerken mit der Präzision wie bei.Streckmaschinen für
Baumwolle oder noch genauer einzustellen. Die Erfindung ermöglicht es nunmehr, große
Massen langer Fasern zu strecken.
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Vorteilhaft ist es auch, wenn bei Halte, Führungs- oder Streckvorrichtungen
mit drei Walzen eine gewöhnlich mit einem elastischen Material umkleidete Druckwalze
oder-Rolle
vorgesehen ist, die gegen die beiden anderen Walzen
oder Zwillingswalzen aus Stahl gedrückt ist, die mit derselben Abwicklung betätigt
werden.
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Man kann auch bei dem ersten Walzensatz die erste der beiden Zwillingswalzen
dazu benutzen, um das Fasermaterial in absolutem Kontakt mit der oberen Druckwalze
zu halten, während die zweite Zwillingswalze ein Gleiten-des Textilmaterials zuläßt,
wenn es von dem nachfolgenden Streckwerk erfaßt wird, wobei dieses Gleiten durch
erkonische oder trapezförmige Umfangsrillen möglicht wird, die auf der zweiten Zwillingswalze
vorgesehen sind und in denen die Fasern sozusagen "schwimmend" geführt sind.
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Um jegliches Gleiten der Fasern am Ort der ersten Zwillingswalze zu
vermeiden, ist es, damit der Zug des nachfolgenden Streckwerkes aufgefangen werden
kann, vorgesehen, am Umfang der ersten Zwillingswalze sägezahnförmige oder ausgeprägt
kantige Rillen anzubringen, durch die jegliche Gefahr eines Aufrollens der Fasern
vollständig unterdrückt wird.
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Dies zweite Streckwerk , das wegen des vorhergehenden Streckvorganges
eine stark verminderte Fasermasse aufnimmt, enthält in dem Fall, daß die Vorrichtung
mehr als zwei Streckwerke aufweist, eine zweite Zwillingswalze mit weniger tiefen
und enger benachbarten Kreisrillen.
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Es ist auch vorgesehen, daß man gemäß der Länge der Fasern, die gestreckt
werden sollen, den Abstand zwischen zwei Zwillingswalzen abändern kann.
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Weiter ist es vorgesehen, den Durchmesser der ersten Walze des letzten
Streckwalzensatzes verkleinern zu können, um so nahe wie möglich an die vorhergehende,
als Führungselement ausgenutzte, mit Rillen versehene Walze heranrücken zu können.
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Dies ist insbesondere für das Strecken von kurzen Fasern oder leichteren
Bändern von Vorteil.
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Es ist auch vorgesehen, die mit Rillen versehenen sogenannten ''Führu,1gswalzen''
einstückig aus Stahl zu fertigen oder auch aus Scheiben, die Seite an Seite auf
einer Welle mit einem für deren Steifigkeit ausreichenden Durchmesser aneinandergepreßt
sind. Diese Scheiben, die insgesamt die Walze bilden, können aus Metall oder aus
jedem anderen geeigneten Material bestehen.
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Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung.
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Es zeigt: Fig. 1 eine Draufsicht einer Vorrichtung zur Streckung,
Mischung und Verkürzung für kurze Fasern, Fig. 2 eine Seitenansicht der Streckwerke
des einzigen Streckkopfes der Vorrichtung nach der Fig. 1, Fig. 3 eine der Fig.
2 analoge Ansicht der Arbeitsstationen des Maschinenkopfes zur Querschnittsverminderung,
Fig.
4 eine der Fig. 3 analoge Ansicht eines zur Verkürzung längerer Fasern geeigneten
Maschinenkopfes mit einer einfachen Einrichtung zur Querschnittsverminderung mit
nur zwei Arbeitsstationen, wobei der Machinenkopf dann gemäß den Fig. 5 und 6 als
Mischer arbeitet, Fig. 7+8 eine Arbeitsstation des Maschinenkopfes zur Querschnittsverminderung
in einer Ansicht von vorn bzw. von der Seite, Fig. 9 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße
Vorrichtung in einer zum Nachbrechen (recraquage) geeigneten Anordnung, wobei die
Vorrichtung für die zweite Arbeitsstufe in Verlängerung der Vorrichtung für die
erste Arbeitsstufe angeordnet ist, Fig. 10 in Draufsicht eine Vorrichtung, die lediglich
die erste Arbeitsstufe der Vorrichtung nach der Fig. 9 ausführt, Fig. 11 eine Vorrichtung,
die anstelle eines einzigen zwei Faserbänder erzeugt, in einer der Fig. 10 entsprechenden
Darstellung, Fig. 12 ein drei Walzen umfassendes Streckwerk im Schnitt, Fig. 13
mit Rillen verschiedener Formen versehene Walzen, in teilweiser Draufsicht, Fig.
14 eine abgewandelte Form eines Walzensatzes oder Streckaggregats mit drei Walzen,
im Schnitt und Fig. 15 eine Führungswalze des Walzensatzes nach der Fig. 14 in Draufsicht.
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Anhand der Fig. 1 erkennt man, daß zwei Fasermassen F, die jeweils
von jeder Seite eines in der Zeichnung nicht dargestellten Spulengatters ausgehen,
in einen einzigen
Streckkopf einmünden, der drei-Streckwerke 1,
2 und 3 umfaßt, wobei die Zahl der Streckwerke selbstverständlich größer oder kleiner
sein könnte.
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Die Gesamtbreite des Arbeitsbereiches ist etwa doppelt so groß wie
bei bekannten Streckköpfen, so daß die gesamte Aufnahmekapazität dieses Streckkopfes
bis zu 700 gr/m betragen kann, ie nachdem, wie stark die Zwillings-Tragwalzen der
Streckwalzensätze dimensioniert sind, wobei mindestens eine der Zwillings-Trngwalzen
mit deutlich -ausgeprägten Rillen versehen ist.
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In eine Spindelmutter 4, die mit dem eine Baueinheit bildenden, gut
geführten Streckwalzensatz 1 fest verbunden ist, ist eine Leitspindel 5 mit einem
kräftigen Außengewinde -eingeschraubt, deren vierkantiger Kopf nach außen aus der
Vorrichtung 5 herausragt, aber so gestaltet ist, daß man diese Leitspindel vom Inneren
der Vorrichtung aus mittels eines ortsfest angeordneten Handrades betätigen kann,
dessen Ratsche die Spindel !;.antreibt. Mit Hilfe des Handradantriebes kann das
erste Streckwerk 1 nach Maßgabe der Winkeleinteilung einer Scheibe oder der Millimetereinteilung
eines Meßstabes definiert verschoben werden.
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Das zweite Streckwerk 2 wird mittels einer analogen Schraubenspindel
7, die mit einer an diesem Streckwerk befestigten Spindelmutter 8 in Eingriff steht,
verschoben und mit denselben wie den vorbeschriebenen Mitteln angetrieben.
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Das dritte Streckwerk 3 kann ortsfest angeordnet sein.
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Die beiden austretenden Faserbänder R werden sodann an schräg zur
Laufrichtung verlaufenden Führungselementen 10 umgelenkt, wobei die Schräge so gewählt
ist, daß die Breite des Vlieses um mehr als die Hälfte vermindert und somit seine
Ausgangsdicke und -Festigkeit vergrößert wird.
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Das Vlies gelangt sodann in den Maschinenkopf, in dem je nach dem
gewünschten Ergebnis seine Masse oder seine Länge vermindert wird. Die Fig. 7 zeigt
einen Zahnrad-Ketten-Antrieb 16, bei dem Druckwalzen 11 bis 15 fliegend montiert
sind, was jedoch nur eine von verschiedenen Möglichkeiten ist Wie die Figuren 7
und 8 zeigen, werden in diesem Fall zwei unterhalb jeder Druckwalze 11 bis 15 angeordnete
und mit ihren Endabschnitten mit Kugel lagern in Gehäusen gelagerte, bewegliche
Zwillingswalzen 17 und 18 hydraulisch nach oben gedrückt.
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Bei einer anderen Ausführungsform dieses zweiten Aggregats bilden
die angetriebenen.
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Walzen einen Mischer , obwohl man die Zahl der Walzensatze auf zwei
begrenzen kann, sind häufig drei Walzensätze mit drei fliegend gelagerten Walzen
vorgesehen, wobei der Druck auf die Druckwalze wirkt.
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In der Einzeldarstellung der Fig. 7 erkennt man1 daß die topfförmigen
Druckkolben 19 frei beweglich und in Gleitführungen 20 leicht verschiebbar sind
und unter dem Einfluß des Arbeitsdruckes selbsttätig ihre Stellung einnehmen.
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-Alle Walzen des zweiten Aggregats können mit Rillen versehen, mit
Prägewalzen gaufriert oder einfach glatt ausgebildet sein und im Durchmesser und
hinsichtlich ihrer Riffelung denjenigen des ersten Arbeitskopfes entsprechen, und
es können auch nur zwei Walzensätze vorgesehen sein.
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Für den Fall der Faserbrechung (recraquage) nehmen die Durchmesser
der verschiedenen Walzen und ihr Abstand zu. In der Zeichnung sind beispielsweise
diejenigen Durchmesser gewählt, die für kurze Fasern für Baumwoll- oder "open-end"-Spinnerei
bestimmt sind, wobei jedoch die Zwillingswalzen, die von den mit einem elastischen
Material umkleideten Andruckrollen mitgenommen werden, gleiche oder verschiedene
Durchmesser aufweisen können.
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In den Figuren 2 und 4 sind verschiedene Anwendungsfälle dargestellt.
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Die Fig. 5 zeigt eine charakteristische Anordnung von Kamm- oder Igelwalzen.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann zum Mischen und zur Entfilzung
beliebiger Fasern in der Spinnerei und Färberei verwendet werden, für Kammwolle
oder synthetisches Material. Ihre Anwendung ist im Rahmen des "tow-to-top"-Systems
für die Mischung und die Egalisierung von polymerisierten oder zusammengezogenen
Bändern vorgesehen. Speziell eignet sie sich auch zur Erzielung kurzer Fasern für
"open-end"-Systeme und für die Baumwollspinnerei~.
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Die Fig. 9 zeigt eine im wesentlichen der Vorrichtung nach der Fig.
1 entsprechende Vorrichtung, bei der die Faserbänder R jedoch in derselben Richtung
weitertransportiert werden wie in dem ersten Arbeitskopf, d. h., der zweite Arbeitskopf
ist in Verlängerung des ersten angeordnet. Wie bei der Vorrichtung nach der Fig.
1 werden auch hier die beiden Faserbänder R zu einem einzigen vereinigt, hier jedoch
mit Hilfe einer doppelten Umlenkung eines der beiden Faserbänder mit Hilfe einer
Umlenkvorrichtung wie einer Umlenkplatte 10'.
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Die Fig. 10 und 11 zeigen eine Maschine, die nur den ersten Arbeitsgang
ausführt.
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Die in der Fig. 10 dargestellte Platte 10' mit zwei schrägen Umlenkkanten
ermöglicht es, die beiden Bänder R nebeneinanderzulegen, bevor ein einziges Band
in eine Kanne eingelegt (empotage) oder gekräuselt wird (frisage).
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Der in der Fig. 11 dargestellte Arbeitskopf erzeugt als Einzelvorrichtung
zwei Faserbänder. Die Zwillings-Tragwalzen der Walzensätze sind mit stark ausgeprägten,
schraubenförmig oder rechtwinklig zur Walzenachse verlaufenden Rillen versehen,
mit deren Hilfe man das Material perfekt steuern und Wolle und synthetische Fasern
zusammen wie aufiner Doppelnadelstabstrecke behandeln kann. Die präzise Einstellung
der Walzenabstände wird mit Hilfe der oben beschriebenen Antriebs vorrichtung erreicht,
die auch die Verschiebung der Arbeitsköpfe steuert.
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Die Fig. 12 zeigt im Schnitt einen Streckwalzensatz mit drei Walzen.
Die Walze 11, die mit einem elastischen Mantelbelag 11' verkleidet ist, wird mit
hydraulischem Druck
oder auf andere Weise gegen die beiden mit
Rillen versehenen Zwillingswalzen 17 und 18 gedrückt.
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Würden Fall, daß drei aufeinanderfolgende Walzensätze vorgesehen sind,
weist die erste Zwil!ingswalze 17 des ersten Walzensatzes eine schwachwendelförmig
Jusgebildete Riffelung 17' auf, während die zweite Zwillingswalze eine wendelförmige
Riffelung 18' aufweist, deren Windungen bezüglich der Langsachse wesentlich stärker
geneigt sind (um nahezu 450) und mit entgegengesetztemWindungssinn (Fig. 13).
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Der schraubenförmige Verlauf der Rillen 17' auf dem ersten Zwillingszylinder
17 ist vorgesehen, um ruckartige Bewegungen der Druckwalze zu vermeiden Die Rillen
18' der zweiten Zwillingswalze 18 sind bezüglich der-Rillen 17' der ersten Zwillingswalze
17 in entgegengesetztem Sinn geneigt, um soweit wie möglich zu vermeiden, daß das
Vlies nach einer Seite versetzt wird.
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Der schraubenförmige Verlauf ist bei den Rillen der zweiten Zwillingswalze
18 stärker ausgeprägt, um wegen des solchermaßen auf mehrere Rillen verteilten Rückstaus
des Fasermaterials Bündel aus zusammengeballten Fasern besser zerstören und aufteilen
zu können. Es ist auch erwünscht, -daß sich die Streckung etwas mehr in Richtung
auf die erste Zwillingswalze 1-7 erstreckt, um die Regelmäßigkeit zu verbessern
und dann die zweite Zwillingswalze mit parallelen und rechtwinklig zu ihrer Achse
verloufenden Rillen zu versehen.
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Die Form der Rillen wird im Hinblick auf den vorgesehenen Arbeitsgang
geeignet gewählt. In der Fig. 13 sind drei Beispiele für Rillenformen der Zwillingswalze
18 dargestellt. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, daß die vierkantige Form, die
nach dem Härten sehr genau eingeschliffen wird, sich am besten zum Schneiden oder
Verkürzen allerArten von Kunststoff-Faserbundern eignet. In diesem letztgenannten
Fall ist es vorteilhaft, wenn die Druckwalze keine elastische Verkleidung hat; die
Druckwalze ist als ein Stahlkörper mit glatter Oberfläche ausgebildet oder mit geraden
oder schraubenförmig, gegebenenfalls in das Material eingeschnittenen Rillen versehen.
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Die Fig. 14 zeigt eine Abwandlung der Anordnung der drei Walzen eines
Walzensatzes, wobei ledes einzelne Element auch bei dem oder den folgenden Walzensätzen
Anwendung finden kann. Zu dem in der Fig. 14 dargestellten erstenStreckwalzensatz
mit drei Walzen wird eine Fasermasse R geführt, die so gut wie möglich auf das Eingangsgatter
verteilt ist.
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Die Druckwalze 11, die gewöhnlich mit einem elastischen Mantel 11'
verkleidet ist, kann je nach der Stärke der Fasermasse am Eingang auch ganz aus
Stahl bestehen und gegebenenfalls mit verschieden geformten Rillen wie den Rillen
23 oder 24 versehen sein.
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Das Fasermaterial wird mittels eines hydraulischen, pneumatischen
oder mechanischen Systems gegen die als Druckwalze 17 und Führungswalze 18 wirkenden
Zwillingswalzen gedrückt.
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In die Druckwalze 17 sind tiefe Rillen 17' geschnitten, die bei dem
dargestellten Beispiel &ägezahnprofil haben, damit die Walze dem auf sie durch
den zweiten Walzensatz ausgeübten Zug einen größeren Widerstand entgegensetzt, so
daß sie die in ihrem Bereich vorhandene große Fasermasse verteilen und strecken
kann. Diese Form der Rillen ist notwendig, weil die zweite Zwillingswalze 18 nicht
mehr dazu verwendet wird, um zusammen mit der ersten Zwillingswalze 17 das Fasermaterial
festzuhalten.
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Die zweite Zwillingswalze ist jetzt dazu bestimmt, als Gleitführungselement
zu wirken, was dadurch erreicht wird, daß diese Walze über die gesamte Arbeitsbreite
mit Kreisrillen 18' versehen ist, die parallel zueinander verlaufen und einen trapezförmigen
Querschnitt haben.
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Um eine selbsttätige Steuerung des Faservorlaufs in Abhängigkeit vom
Faservolumen zu erreichen, stützt sich bei Bedarf ein einstellbares Druckglied 25
auf dem austretenden Vlies ab. Dieses Druckglied kann zylindrisch und drehbar ausgebildet
und mit parallel zu seiner Achse verlaufenden Rillen versehen sein.
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Das von dem zweiten Walzensatz angezogene Fasermaterial wird zwischen
dessen Druckwalze 12 und dessen Gegendruck-Zwillingswalze 17 erfaßt, die mit stark
ausgeprägten Rillen versehen ist, während die (nicht dargestellte) Führungswalze
ebenso wie die zweite Zwillingswalze 18 des ersten Walzensatzes mit Kreisrillen
versehen ist, die jedoch nach Maßgabe der durch die vorherige Streckung des Vlieses
erfolgte Querschnittsverminderung des Vlieses eine geringere Weite haben. Wenn der
Arbeitskopf nur zwei
Walzensätze umfaßt, kann diese zweite Walze
entweder mit Rillen versehen oder einfach glatt ausgebildet sein.
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Das einstellbare Druckglied 25 ist seinerseits auch in der Höhe verstellbar;
es kann selbst wie die Führungswalze 18 mit parallelen Rillen versehen oder gegebenenfalls
glatt und/oder drehbar ausgebildet sein, damit die nachfolgende Walze dank dieser
zusätzlichen Steuerung einen gleichmäßigen Zug ausübt. Dieses Steuerelement kann
ein geeignetes, beispielsweise halbrundes oder flaches Profil aufweisen.
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Der letzte Walzensatz kann eine im Durchmesser kleinere Führungswalze
haben, was deren Führungseigenschaften hinsichtlich der Verarbeitung kurzer Fasern
noch verbessert.
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Die beschriebene Vorrichtung ist vorwiegend zur Verarbeitung langer
Fasern bestimmt, aber es versteht sich, daß man durch proportionale Verminderung
des Durchmessers der verschiedenen Walzen und der Abstände kurze Fasern strecken
kann.