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Lageranordnung für Schieber
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am Nadelzylinder einer Strickmaschine Die Erfindung betrifft eine
Lageranordnung für Schieber am Nadelzylinder einer Strickmaschine, bei der in an
der Mantelfläche des Zylinders vorgesehene, durch Rippen voneinander getrennte Nuten
Lagerstege mit daran schwenkbaren Kipp-Platinen eingesetzt und Nadeln zwischen diesen
Stegen und auf der Außenfläche der Rippen vertikal gleitend geführt sind.
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Bekannte Anordnungen dieser Art <DT-AS 19 36 771) dienen der Herstellung
von Maschenwaren, beispielsweise Gestricken, bei denen auf einer Maschengrundware
Plüschhenkel angeordnet sind, wobei für die Herstellung dieser Plüschhenkel die
Kipp-Platinen
benutzt werden. Dabei sind die Plüschhenkel überall
gleichmäßig über die gesamte Fläche der Maschenware verteilt, d. h.
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es handelt sich insoweit um eine ungemusterte Ware. Da bei den Maschinen
zur Herstellung dieser Maschenwaren nicht nur die Nadeln sondern auch die Kipp-Platinen
angetrieben und gesteuert werden müssen, steht der flerstellung einer insbesondere
im Relief gemusterten Maschenware mit L'lüschhenkeln bisher die Schwierigkeit entgegen,
die benotigten Musterschieber zugånglich und dennoch insbesondere seitlich fest
abgestützt auf engstem Raum, insbesondere in ein und derselben Nut des Nadelzylinders,
unterzubringen.
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Die Erfindung geht daher von der Aufgabe aus, gemusterte Maschenwaren
Init Plüschhenkeln, insbesondere reliefgemusterte Waren herzustellen und hierzu
eine Lageranordnung für Schieber am Nadelzylinder einer Strickmaschine vorzuschlagen,
bei welcher unter Gewährleistung der für die Steuerung erforderlichen Zugänglichkeit
die Nadeln und Schieber auf engstem Raum seitlich fest abgestützt und ohne gegenseitige
Behinderung beweglich sind.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in den Lagerstegen
vertikale Führungsnuten für wenigstens einen Schieber ausgebildet und die Führungsnuten
bezüglich der Nadeln radial zur Zylinderdrehachse hin versetzt sind.
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Das Wesen der Erfindung besteht also darin, den zwischen Nadel und
Zylinderachse gelegenen Raum für die Unterbringung von Schiebern auszunutzen.
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Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Aus führungs formen der
Erfindung dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung der n«eiteren Erläuterung.
Es zeigen: Fig. 1 eine Teilschnittansicht eines Nadelzylinders; Fig. 2 eine Sclmittansicht
entlang der Linie 2-2 in Fig. 1; Fig. 3 eine Schnittansicht entlang der Linie 3-3
in Fig. 1; Fig. 4 eine Schnittansicht entlang der Linie 4-4 in Fig. 1; Fig 5 eine
Teilschnittansicht eines anderen Nadelzylinders und Fig. 6 eine Schnittansicht entlang
der Linie 6-6 in Fig. 5.
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Fig. 1 zeigt eine Teilsehnittansicht des Nadelzylinders 1, der aus
drei übereinander angeordneten und starr miteinander verbundenen, kreiszylindrischen
Teilen 2, 3 und 4 besteht. Die Fig. 1 zeigt lediglich den Schnitt durch eine Zylinderwand.
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Die Achse (und die andere Wand) des Zylinders sind auf der rechten
Seite von Fig. 1 zu denken. Damit stellt die rechte Seite der in Fig. 1 abgebildeten
Zylinderwand die Innenseite und die linke Seite die Außenseite oder die Mantelfläche
5 dar.
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Entsprechendes gilt im übrigen für die Fig. 2-6. Statt aus drei
übereinandergeordneten
Teilen könnte der Nadelzylinder selbstverständlich auch einstückig gefertigt sein.
Wie insbesondere aus Fig. 3 und 4 hervorgeht, sind an der Mantelfläche 5 des Zylinders
1 Nuten 6 eingefräst, die durch stehengebliebene Rippen 7 voneinander getrennt sind.
Bei der dargestellten Ausfuhrungsform sind die Nuten 6 und die Rippen 7 sowohl an
den Zylinderteilen 3 als auch 4 vorgesehen. In die Nuten 6 der Teile 3 und 4 sind
Lagerstege 8 bzw. 9 eingesetzt, die mittels Vorsprüngen 11 bzw. 12 in kreisringförmigen
Nuten 13 bzw. 14 der reize 3 bzw. 4 gehalten sind. Im folgenden wird im wesentlichen
nur die Gestalt des erfindungsgemäß ausgebildeten Lagerstegs 8 beschrieben. Dieser
weist eine etwa halbkreisförmige Aussparung 15 fur den komplementär gestalteten
Lagerfuß einer Kipp-Platine 17 mit Haken 18 und Abschlagsfläche 19 auf. Wie am besten
aus Fig. 2 ersichtlich, ist die Kipp-Platine 17 im Bereich ihres Fußes 16 mit einer
Auswölbung 21 versehen, so daß sie an dieser Stelle im wesentlichen die gesamte
Breite des Lagerstegs 8 ausfüllt. Im übrigen ist aber die Kipp-Platine 17 zwecks
leichter Schwenkbarkeit dünner als der Lagersteg 8 ausgebildet. Wie sich ebenfalls
aus Fig. 2 ergibt, liegt an der Auswölbung 21 der Platine 17 eine Nadel 22 an, die
im Bereich des Zylinderteiles 3 (Fig. 3) seitlich zwischen zwei Lagerstegen 8 sowie
auf der Außenfläche der Rippen 7, die die Mantelfläche 5 des Zylinders ist, vertikal
gleitend geführt ist.
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Diese abwechselnde Anordnung von Lagerstegen mit Kipp-Platinen 17
und Nadeln 22 setzt sich über den ganzen genuteten Außenumfang des Nadelzylinders
1 fort. In den Fig. 2 und 3 ist der besseren übersichtlichkeit halber lediglich
nur eine einzige Nadel 22 dargestellt. Fig. 2 zeigt allerdings zwei die Nadel 22
zwischen sich einschließende Lagerstege 8, wobei der in dieser
Figur
oben liegende Lagersteg 8 noch keine Kipp-Platine 17 enthält, wie dies beim unteren
Lagersteg 8 in dieser Figur der Fall ist.
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Die Nadeln 22 sind mit nach außen abstehenden Füßen 23 versehen, an
denen in herkömmlicher Weise zum auf- und abgehenden Antrieb der Nadeln 22 (nicht
dargestellte) Schloßteile angreifen.
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Die Kipp-Platine 17 weist einen nach auswärts gerichteten Vorsprung
24 auf, der mit einem Schloßteil 25 zusammenwirkt.
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Durch das Schloßteil 25 kann die Kipp-Platine nach einwärts, d. h.
in Richtung zur Zylinderachse hin geschwenkt werden.
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Wie aus Fig. 1 ersichtlich, sind in entsprechenden Nuten des Zylinderteils
2 ebenfalls Lagerstege 26 eingesetzt, die der seitlichen Abstützung und Führung
der Nadeln 22 dienen. Im Betrieb der Strickmaschine rotiert der Nadelzylinder 1
um seine Achse, wobei ortsfeste Schloßteile in herkömmlicher Weise an den Kipp-Platinen
17 und den Füßen 23 der Nadeln 22 angreifen und diese jeweils im richtigen Zeitpunkt
hin- und herverschwenken bzw. auf- und abverschieben.
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Wie dargestellt, sind in den La3erstegen 8 vertikale Führungsnuten
27 ausgespart, in die bei der dargestellten Ausführungsform zwei Steuerschieber
28, 29 gleitbar eingesetzt sind. Der Steuerschieber 28 greift - vgl. Fig. 1 - mit
seiner oberen Kante an der Kipp-Platine 17 an und dient im Zusammenwirken mit dem
Schloßteil 25 der Hin- und Herverschwenkung dieser Platine. An seinem gegenüberliegenden
Ende ist der Steuerschieber 28 bis in den Bereich des Zylinderteils 4 verlängert
und dort zwischen zwei benachbarten Lagerstegen 9 seitlich abgestützt. In diesem
Bereich weist der Steuerschieber 28 einen
nach außen vorstehenden
Fuß 31 auf, an welches in herkömmlicher Weise ein Musterrad angreift, uln den Schieber
28 nach oben und damit die Kipp-Platine 17 nach auswärts zu bewegen. Der zweite
Steuerschieber 29 greift mit seinem oberen Ende an einem entsprechend abgewinkelten
Fuß 32 der adel 22 an und ist an seinem unteren, zwischen zwei Lagerstege 9 des
Zylinderteils 4 ragenden Ende gelenkig mit einem Iousterschieber 34 verbunden, der
mit einem ;4usterfuß 35 sowie mit einem Steuerfuß 36 versehen ist. In Fig. 1 sind
im übrigen auch die Steuerfüße 38, 39 von hinter dein Lousterschieber 34 gelegenen,
weiteren Musterschiebern sichtbar. Die Musterfüße 35, 38 und 39 wirken in bekannter
Weise mit einer Mustertrommel zusammen. Am Steuerfuß 36 greifen in herkumnilicher
Weise wiederum Schloßteile an. Der Musterschieber 34 ist ferner in an sich bekannter
Weise zuin Zwecke der sog. "Auswahl" uin eine mit dem Bezugszeichen 40 versehene
Kante verschwenkbar. Alle Musterschieber 34 sind jeweils zwischen zwei Lagerstegen
9 seitlich abgestützt.
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Im Betrieb lassen sich mit Hilfe in bekannter Weise ausgebildeter
Schloßteile, dem erwähnten Musterrad und der an den Musterfüßen 35, 38, 39 angreifenden
Mustertrommel, der Kipp-Platine 17 und der beiden Steuerschieber 28, 29 muster,
insbesondere Reliefmuster aus den durch die Kipp-Platine 17 erzeugten Plüschhenkel
herstellen.
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Bei der beschriebenen Anordnung ist wesentlich, daß die Steuerschieber
28, 29 "hinter' der Nadel 22, d. h. zwischen dieser und der Zylinderachse angeordnet
sind, also in einemRaum, der normalerweise nicht ausgenutzt wird. Durch die Anordnung
der Schieber 28, 29 an dieser Stelle wird Platz gespart, ohne daß
dabei
die durch die vorstehenden Füße 31, 35, 36 gegebene Ansteuerbarkeit dieser Schieber
beeinträchtigt ist. Insbesondere aus Fig. 3 ergeben sich zwei weitere, wesentliche
Vorteile der Erfindung. Zum einen ist, wie dargestellt, der Lagersteg 8 beidseitig
an den benachbarten Rippen 7 abgestützt und damit sicher gehalten, während gleichzeitig
auch die Steuerschieber 28, 29 durcll das seitliche Anliegen einerseits am Lagersteg
8 und andererseits an der gegenüberliegenden Rippe 7 seitlichen ilalt erfahren,
so daß die von den Schloßteilen o. dgl. herrührenden Querkräfte vollständig vom
,Qadelzylinder aufgenommen werden kennen. Zur andern ist die die Schieber 28, 29
aufnehmende Fdhrungsnut 27 an einer solchen Stelle des Lagersteges 8 angeordnet,
daß die beiden Schieber 28, 29 - vgl. Fig. 3 -von der Nadel 22 berührungslos getrennt
gehalten sind. Diese Teile konnen sich also bei ihrer Auf- und Abbewegung gegenseitig
nicht storen.
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Bei der weiteren, in Fig. 5 und 6 dargestellten Ausführungsform der
Erfindung sind-einander entsprechende Teile mit den gleichen Bezugszeichen wie in
Fig. 1-4 bezeichnet. Die Nadel 22 wird an ihres Fuß 23 mit Hilfe von Schloßteilen
42, 43, die an einem Schloß 41 befestigt sind, in an sich bekannter Weise auf- und
abbewegt. Zur Hin- und Herverschwenkung der Kipp-Platine 17 sind aifl Schloßteil
41 weitere Schloßteile 44, 45 angeordnet, die an einein Fuß 46 eines ersten, in
der Nut 6 des Zylinderteils 4 geführten Steuerschiebers 47 angreifen. Bei dieser
Ausführungsform ist in der vertikalen Führungsnut 27 des Lagersteg 8 nur ein einziger
Steuerschieber 48 gleitverschiedlich gelagert, der hier als zweiter Steuerschieber
hezeichnet ist. Dieser Schieber 48 ist mit dem ersten Schieber 47
in
der gezeichneten Weise gekuppelt, so daß er alle Auf- und Abwärtsbewegungen des
Schiebers 47 zwangsläufig mitniacht. Der Steuerschieber 48 ist weiterhin an seinem
dem Schieber 47 abgekehrten Ende mit einer Kupplungsplatine 49 so verbunden, daß
diese ebenfalls bei jeder Auf- und Abbewegung des Schiebers 48 silitgenor,mlen wird.
In einen Schlitz 51 der Kupplungsplatine 49 greift ein Fuß 50 der Kipp-Platine 17
ein. Somit wird bei der Auf- und Abbewegung des ersten Steuerschiebers 47 aufgrund
der geschilderten, zwangsläufigen Verkupplung die Platine 17 hin-und herverschwenkt.
Zur Abstützung des Steuerschiebers 48 und der Kupplungsplatine 49 ist zwischen deren
Rückseite und dem Boden der iJut 6 im Zylinderteil 2 eine wellenförmige Feder 52
eingesetzt. Statt dieser Feder 52 könnte in dem betreffenden Raum auch ein vom Lagersteg
8 nach oben ahstehender Anschlag vorgesehen sein, an dem die hinteren Flächen des
Steuerschiebers 48 und/oder der Kupplungsplatine 49 anliegen. Dem Steuerschieber
47 ist ein Musterschieber 34 zugeordnet. Wie insbesondere aus Fig. 6 hervorgeht,
ist die Kupplungsplatine 49 ebenso breit wie der Lagersteg 8 ausgebildet und überdeckt
die gesamte Breite der Nut 6. Auf diese Weise ist die Rupplungsplatine 49 seitlich
einwandfrei abgestützt. Der Steuerschieber 48 ist seinerseits, wie die Schieber
28, 29 bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform einerseits am Lagersteg 8 und
andererseits an der Rippe 7 abgestützt.
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Bei der Ausführungsfonn gemäß Fig. 5 und 6 hat die Nut 6 (vgl.
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Fiy. 6) kein abgestuftes Querschnittsprofil wie die Nut 6 bei der
zuerst beschriebenen Ausführungsform (vgl. Fig. 3 und 4).
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Auch bei der zuerst beschriebenen Ausführungsform kann eine ungestufte
Nut 6 Anwendung finden. In diesem Fall muß der
Querschnitt des
Lagerstegs 8 entsprechend abgewandelt werden, so daß er den von der Stufe eingenommenen
Rauin selbst ausfüllt.
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Wie bereits erwähnt, besteht ein wesentlicher Vorteil der Erfinduny
darin, daß trotz äußerst platzsparender Anordnung spwohl- die Nadeln 22 als auch
die Steuerschieber 27, 28, 48 zwischen den Lagerstegen bzw. zwischen diesen Stegen
und den Rippen seitlich fest abgestützt sind, so daß von den Schloßteilen ausgeübte
Querkräfte vom Nadelzylinder 1 absorbiert werden. Die Nadeln und die Steuerschieber
sind iin Nadelzylinder so geführt, daß sie sich nicht berühren können. Obwohl die
Nadeln von den Lagerstegen eine seitliche Abstützung in bisher bekannter Art und
Qualität erfahren, konnen aufgrund des Erfindungsvorschlages dennoch in jeder Nut
weitere Steuerschieber, beispielsweise auch mehr als zwei Schieber, mit seitlicher
Abstützung untergebracht und dennoch unabhängig von einander gesteuert werden.
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Die Erfindung wurde hier lediglich anhand von Rundstrickmaschinen
erläutert. Die vorgeschlagene Lageranordnung läßt sich jedoch in gleicher Weise
und mit allen Vorteilen auch an Flachstrickmaschine anwenden, bei denen die Nuten
nicht an einem Zylinder sondern an einem flachen nadelbett angebracht sind.