DE2537151C3 - Verfahren und Vorrichtung zum Schleifen von langgestreckten, zylindrischen Werkstücken im Durchlauf - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Schleifen von langgestreckten, zylindrischen Werkstücken im DurchlaufInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schleifen
von langgestreckten, zylindrischen Werkstücken im Durchlauf, bei dem die Werkstücke unter Drehen um
ihre Längsachse vorhewegt werden und von einer ro ticrenden Schleifscheibe ein pulsierender Schleifdruck
quer zum Werkstuck ausgeübt wird, der durch eine gleichbleibende Vorspannung mit überlagerter
Dru'ksehwingung gegeben ist, deren Amplitude kleiner als die Vorspannung ist. Die Erfindung betrifft
auch eine· Vorrichtung /ur Durchführung eines solchen
Verfahrens.
Hei bekannten Verfahren und Vorrichtungen hat sich herausgestellt, daß beim Schleifen Eigenschwingungenerzeugt
werden, durch die auf dem Werkstück unerwünschte Markierungen entstehen und die Ober
flächcnbeschaffenheit und der Rundheitsgrad heein trächtigt werden. Auch werden die Schleifscheiben im
Zusammenhang hiermit vorzeitig stumpf, Die Eigenschwingungen gehen von Teilen des Werkstücks
und/oder von der Schleifscheibe bzw, der verwendeten Schleifmaschine aus und wachsen mit der Wcrkslückdurchlaüfgeschwindigkcit
bzw. verhindern eine große Durchlaufgeschwiudigkeit. Die Eigeiischwin-
gungen verfälschen auch eine Meßsteuerung, bei der Meß- und Stenerwerte am durchlaufenden Material
abgenommen werden.
Um diese Nachteile zu vermeiden, hai man schon
die Sehleifscheibenlagerung und Werkstückführung besonders stabil gemacht und mit großen Massen versehen.
Auf diese Weise hat man aber trotz eines erheblichen Aufwandes die Eigenschwingungen und
ihre unerwünschten Folgeerscheinungen nur mindern, aber nicht vermeiden können.
Durch die US-Patentschrift2ft9547K ist das Arbeiten
mit pulsierendem Schleifdruck bekanntgeworden, wobei der pulsierende Schleifdruck durch eine gleichbleibende
Vorspannung mit überlagerter Druckschwingung gegeben ist, deren Amplitude beispielsweise
kleiner als die Vorspannung ist. Diese nekannte Maßnahme arbeitet mit Schwingungen im Ultraschallbereich,
und zwar zwischen etwa 16000 und 2(X)OOO Hz. Die Schwingungen werden durch Magnetostriktion
von in die Schleifscheibe eingelagerten Elektromagneten erzeugt. Ziel dieser bekannten
Maßnahme ist es, beim Schleifen den et udiei enden
Effekt der Ultraschallschwingungen auszunutzen. Die komplizierte Konstruktion der Spezialschleifcdieihe
ist jedoch aufwendig. Auch hat sich gezeigt, daß hei dieser bekannten Maßnahme trotz des Aufwandes infolge
starker Schwingungsdämpfung nur eine schlechte Übertragung der Schwingungen gegeben ist
(vgl. DF; AS 1502379. Spalte 1. Zeilen 20 bis 22).
Vor allem hat sich herausgestellt, daß durch diese he
kannte Maßnahme die beschriebenen unerwünschten Erscheinungen, die beim Schleifen durch die Eigenschwingungen
erzeugt werden, nicht vermieden wer ilen.
Durch die Df-AS 1502 379 ist eine Sehwingsehleifvorrichtung
bekanntgeworden, die ebenfalls mit pulsierendem Schleifdruck mit Druckschwingungen
im Ultraschallfrequenzhereich arbeitet. Diese Vorrichtung ist nicht zum Schleifen vein langgestreckten
Werkstucken im Durchlauf geeignet. Vielmehr kann jeweils n^r ein einzelnes Werkstück von verhält
nismäßig begrenzten Abmessungen aul fester Unter
lage bearbeitet werden. Bevorzugt sind flache Werk stucke oder auch hohlzylindrischc Werkstucke, die
von innen geschliffen werden sollen. Auch diese bekannte Vorrichtung hat in die Schleifscheibe eingesetzte
magneiostriktive Elemente und ist daher auf wendig. 'Xuch hier hat sich herausgestellt, daß durch
diese bekannte Maßnahme die oben beschriebenen unerwünschten Erscheinungen, die beim Schleifen
durch die Eigenschwingungen erzeugt werden, nicht vermieden werden.
Durch die USA Patentschrift 2 19S()fi4 ist eine
Läppeinrichtung /um Lappen zylindrischer Werk stucke bekanntgeworden. Eine Bearbeitung im
Durchlauf ist nicht gegeben. Vielmehr haben die Werkstucke jeweils eine begrenzte Lange und sind
zwischen Spitzen oder auf Lagerrollen gelagert. Die Werkstucke werden dann um ihre L.inysachsc ge
dreht, und dabei werden die Lappwetk/cuge gegen
die Zylinderfläche gedruckt. Die I.äppwerkzeuge sind
nicht zu vergleichen mit rotierenden Schleifscheiben Und Werden beim Läppen mit etwa 3 bis IO Hz in
Längsrichtung hin- und herbewegt. Dabei erfolgt gemäß
dieser USA-Patentschrift zugleich eine alternierende Schwankung dos Andrucks, Diese alternierende
Druckschwankung hat ein unterschiedliches Eindringen der Läppmittel zur FoI^c. Im Gegensatz dazu hahen
Schleifscheiben Drehzahlen von einigen Tausend U min, so daß die oben beschriebenen hiervon ausgehenden
unerwünschten Folgeerscheinungen durch die heim Schleifen auftretenden Eigenschwingungen ganz
anderer Art sind als etwaige Erscheinungen heim Läppen. Die bekannten Maßnahmen gemäß der
USA-Patentschrift 2 195()h4 λιιηΙ somit ersichtlich
nicht geeignet, die genannten Folgeerscheinungen zu vermeiden.
Durch das DK-Obm fifit)3 477 ist eine Trennseheibe
bekanntgeworden, die mit intermittierendem Abheben arbeitet. Das erfindungsgemäß vorgesehene
Schleifen von langgestreckten, zylindrischen Werkstücken im Durchlauf ist mit dieserTrennscheibe nicht
beabsichtigt und auch nicht möglich. Das intermittierende
Abheben soll der Verringerung in der Stauherosion der Scheibe dienen. Die Frequenz beim intermittierenden
Abheben liegt bei etwa 25 Hz. Bei Trennscheiben ergeben sich die oben beschriebenen
unerwünschten Folgeerscheinungen durch die ge nannten Eigenschwingungen nicht -zw. haben sie
keine entsprechende Bedeutung, im uhr gen sind die Maßnahmen gemäß dem Df. (ihm nfi()3477 nicht ge
eignet, die heim eingangs beschriebenen Schleifen aul tretenden unerwünschten Erscheinungen, die beim
Schleifen lurch die Eigenschwingungen erzeugt wer den. zu vermeiden.
Beim Schleifen zwischen Spitzen ist auch schon be kanntgeworden, durch eine Abtast- und Steuerein
richtung die Eigenschwingungen abzutasten und (ic genschwiii gungen zu erzeugen, die die gleiche
Amplitude wie die Eigenschwingungen haben und in Gegenphase mit diesen sind. Es hat sich heiausge
stellt, daß dies nur unvollkommen zum Ziele fuhrt und daß diese Maßnahme beim Schleifen im Durchlauf
nicht anwendbar ist Die Unvollkommenheit dieser Maßnahme liegt u.a. daran, daß zwischen den tilgen
schwingungen und den (!eigenschwingungen notweii ■
digerwcise eine, wenn auch kleine. Phase.lvervhie
hung liegt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das ein gang- beschriebene Verfahren /um Schleifen von
langgestreckten, zylindrischen Werkstücken im
Durchlauf und eine Vorrichtung /ur Durchführung
dieses Verfahrens so auszubilden, daß die beschriebenen
unerwünschten Folgeerscheinungen der tilgen schwingungen beim Schleifen vermieden werden.
Zur Losung dieser Aufgabe ist das erfmdungsge
maße Verfahren dadurch gekennzeichnet, daß der durch cmc Bewegung djr gesamten Schleifscheibe
quer /um Werkstück erzeugte pulsierende Schleif druck eine Pulsationsfrequenz im Nieder bis Mittel
frequenzhcreich außerhalb der Frequenzbereiche von Eigenschwingungen von Feilen des Werkstucks und
oder der Schleifscheibe bzw. der verwendeten Schleif maschine hai. daß c!i Pulsationsfrequenz iliibvi einer
scils hoher ist als die Werkstuckdrehireqiicnz.ilie dem
Drehen des Werkstücks entspricht, daß die Pulsa
lionsfrcquen/ dab'.'i andererseits nur so hoch ist. daß
die Schwingungsdämpfung durch die angekoppelten
Massen klein und cmc große Amplitude der uherla gertcn Druckschwingung möglich ist, Und daß diese
Amplitude größer eingestellt ist als die Eigcnschwiivgungsdruckamplitude
der auf das Werkstück wirkenden Eigenschwingungen.
Die Erzeugung des pulsierenden Schleifdrucks durch eine Bewegung der gesamten Schleifscheibe
bzw. der Schleifscheibe als ganzer hat den Vorteil, daß
cine konstruktiv nicht aufwendige, normale Schleifscheibe
verwendet werden kann, im Gegensatz zu den Verfahren gemäH der USA-Patentschrift 2695 478
und der Dt-AS 1502379, bei denen mit Rücksicht auf eine Pulsationsfrequenz im Ultraschallbcreicli nur
Spezialscheibcn mit eingesetzten magnetostriktiven
Elementen verwendet werden können. Offensichtlich ist man bei diesen bekannten Verfahren von der Vorstellung
ausgegangen, daß Ultraschallschsvingungen besonders günstig seien, und man mußte, damit die
Massen den Schwingungen folgen konnten, diese Massen möglichst klein machen. Dies führte zu konstruktiv
sehr aufwendigen Schleifscheiben, ohne daß die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe gelöst
wurde.
Überraschenderweise hat sich herausgestellt, daß mit dem vorstehend gekennzeichneten pulsierenden
Schlcifdruck die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe vollständig gelöst wird. Bei der vorstehend
beschriebenen Pulsationsfrcqucnz kommt es in erster Linie darauf an, daß die über die gleichbleibende Vorspannung
überlagerte Druckschwingung des Schlcifdrucks eine große Amplitude hat, die größer ist als
die Eigenschwingungsdruckamplitude der auf das Werkstuck wirkenden Eigenschwingungen. Dies ist
mit Schwingungen im Ultraschallbcreicli nicht möglich. Dabei müssen jedoch Resonanzen mit den Eigenschwingungen
vermieden werden. Außerdem muß die Pulsationsfrequenz beim erfindungsgemäßen Verfahren
höher sein als die Werkstuckdrchfrcqucnz. Auf diese Weise ergibt sich über den Umfang des Werk
Stuckes eine ausgeglichene Feinstruktur.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden die Eigenschwingungen nicht zum Verschwinden gebracht.
Wie durch Versuche festgestellt wurde, wirken sie sich aber auf die Oberflächcnbcschaffenheit und
den Rundheitsgrad des Werkstuckes und die Standzeit der Schleifscheiben nicht mehr nachteilig aus. Die
Werkstuckdurchlaufgeschwindigkeit kann vergrößert
werden, und eine Verfälschung einer Meßsteuerung durch die Eigenschwingungen ist nicht mehr gegeben.
Beim erfindungsgemaßen Verfahren schneidet sich die Scheibe beim Schleifen frei, obwohl die Amplitude
der überlagerten Druckschwingung kleiner als die Vorspannung ist Es hat sich herausgestellt, daß die
Menge der sich von der Schleifscheibe lösenden kleinsten Partikel abhängig ist von der Amplitude der
überlagerten Druckschwingung. Ein wirksames Frcischnciden
ermöglicht eine größere Werkstückdurchlaufgeschwindigkeit.
Zur Erzielung einer großen Amplitude mit normalen Schleifscheiben ist die Wahl der
erfindungsgemaßen Pulsationsfrequenz gemäß der weiter oben gegebenen Kennzeichnung von aus-'
schlaggebender Bedeutung.
Keine der eingangs beschriebenen bekannten Maßnahmen ist mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zu
vergleichen, wie dies an Hand der eingangs gegebenen Beschreibung der bekannten Maßnahmen ersichtlich
ist.
Das DE-Gbm 6603477 offenbart zwar eine Vorrichtung, bei der die gesamte Schleifscheibe intermittierend
vom Werkstück abgehoben wird. Es handelt sich dabei aber um eine Trennscheibe, und das Werkstück
wird beim Bearbeitungsvorgang nicht unter Drehen um "!eine Längsachse vorbewegt. Somit hat
auch die Frequenz des intermittierenden Abhebens keinen Bezug auf eine Werkstückdrehfrequenz- Ferner
ist kein Bezug gegeben auf die Eigenschwingungen
beim Trennen.
Auch die bekannte Maßnahme der Erzeugung von GcgcnschwitigungCn ist mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren nicht zu vergleichen. Die Gegenschwin-Ί
gungen müssen notwendigerweise die gleiche Frequenz wie die Eigenschwingungen haben. Die
Schwingungen der Pulsatiorisfrcqucnz beim erfindungsgemäßen
Verfahren liegen aber gerade außerhalb der Frequenzbereiche der Eigenschwingungen.
in Die Gegenschwingungen bei der bekannten Maßnahme
sollen die gleiche Amplitude haben wie die Eigenschwingungen. Beim erfindungsgemäßen Verfahren
ist die Amplitude der Schwingungen der Pulsationsfrequenz größer eingestellt als die Eigcnschwin-
Ii gungsdruckamplitude. Bei der bekannten Maßnahme
ist kein Bezug auf die Werkstückdrehfrequenz gegeben, und die bekannte Maßnahme gestattet auch nicht
das Schleifen im Durchlauf.
Vorteilhafte Ausführungsarten und Wcilcrbildun-
2n gen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den
Ansprüchen 2 bis 13 beschrieben. In den Ansprüchen
14 bis 16 sind vorteilhafte Merkmale der erfindungsgemaßen
Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemaßen Verfahrens beschrieben.
J-) Nachstehend wird zu den Merkmalen in den genannten
Ansprüchen noch folgendes ausgeführt.
Zu der Ansprüchen 2 und 3: Durch Versuche ist
festgestellt worden, daß es vorteilhaft ist, die Amplitude der überlagerten Druckschwingung nennenswert
in größer einzustellen als die Eigenschwingungsdruckamplitude.
Zu Anspruch 7; Gemäß diesem Merkmal ergibt sich über den Umfang des Werkstückes und über den
Umfang der Schleifscheibe eine möglichst glcichmä-
j-, ßige Verteilung der Schlcifwirkung, was dazu beiträgt,
unerwünschte Markierungen zu vermeiden.
Zu Anspruch 8: Gemäß diesem Merkmal ist der resultierende Schleifdruck im Maximum etwa doppelt
So groß wie im Minimum.
in Zu Anspruch 9: Gemäß diesem Merkmal ist es erleichtert,
die Frequenz der überlagerten Druckschwingung außerhalb der Frequenzbereiche der Eigenschwingungen
einzustellen.
Zu Anspruch K): In Frage kommt in der Hauptsa-
i-, ehe nur eine Berücksichtigung von Oberschwingungen
von nennenswerter Amplitude, soweit durch diese Störungen hervorgerufen werden können. Im übrigen
sind die Eigenschwingungen im allgemeinen nicht sinusförmig, und es muß beim erfindungsgemäßen Verfahren
gegebenenfalls auch auf deren Obcrsch"<ingungen
geachtet werden.
Zu Anspruch 11: Durch diese Maßnahme kann gegebenenfalls
eine weitere Vergleichsmäßigung der Schleifwirkung erreicht werden.
Zu Anspruch 12: Gemäß diesem Merkmal kann man die Frequenz außerhalb der Frequenzbereiche
der Eigenschwingungen einstellen. Man kann ferner die Vorspannung entsprechend dem Material des
Werkstücks und der gewünschten Abnahme und dem
m Material der Schleifscheibe einstellen, wobei auch die
Durchlaufgeschwindigkeit berücksichtigt werden kann. Die Amplitude der überlagerten Druckschwingung
wird dann vorteilhaft, ebenfalls je nach den speziellen Verhältnissen, so eingestellt, daß sie größer ist
e- aW die Eigenschwingungsdruckamplitude, aber kleiner
als die Vorspannung.
Zu Anspruch 13: Gemäß dieser Maßnahme können grundsätzlich zwei Schleifscheiben Verwendung fin-
den oder aber eine Schleifscheibe und eine sogenannte
Regelscheibe. In beiden Fällen kann der Druck der zweiten Scheibe als Gegendruck ausgeübt werden«
oder aber es wird auch der zweiten Scheibe gesondert eine Druckschwingung erteilt. Dabei kann auch die
Verfahrensart gemäß Anspruch 11 in Frage kommen.
Im Anspruch 14: Die Vorrichtung kann ergänzt
sein durch eine längsgerichtete Führungsleiste zum geführten Halten der Werkstücke. Eine an sich bekannte
Dreipunktanordnung trägt dabßi von selbst zur Verbesserung des Rundheitsgrades bei. Das Arbeiten
mit einem Hydraulikzylinder hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt. Grundsätzlich kommt aber
auch eine elektromagnetische Schwingungserzeugung oder auch die Kombination einer elektromagnetischen
Schwingungserzeugung mit einem Hydraulikzylinder in Frage.
In der Zeichnung ist die Erfindung an Beispielen weiter erläutert. Die nachfolgende Beschreibung bezieht
sich auf die Zeichnung bzw. die Beispiele. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 schematisch im Querschnitt eine Ausführungsart der erfindungsgemäßen Schleifvorrichtung,
Fig. 2 ein Diagramm vom zeitlichen Verlauf der Vorspannung, der Druckschwingung und der Eigenichwingung
und
Fig. 3 schematisch im Querschnitt einen Teil von einer etwas anderen Ausführungsart der erfindungsgemäßen
Schleifvorrichtung.
Das Folgende bezieht sich zunächst auf eine an sich bekannte Art einer Schleifvorrichtung. Die Schleifscheiben
1 und 2 sind in den Lagerpunkten 3 und 4 an Schwingen 5 und 6 gelagert. Die Schwingen sind
ihrerseits gelagert in den Punkten 7 und 8. In den Punkten 14 und 15 ist an die Schwingen 5 und 6 angelenkt
der Hydraulikzylinder 16 mit Kolben 17.
Das Werkstück 13 ist geführt durch die Führungsleisten 11 und 12. Es wird beispielsweise durch eine
vor- oder nachgeschaltete Poliermaschine in Drehung Versetzt und vorbewegt.
Die Zustellung der Schleifscheiben 1 und 2 erfolgt mit den Zustellmitteln (Spindeln) 9 und 10.
Der Schleifdruck wirkt quer zum Werkstück 13.
Das Folgende bezieht sich auf die Erfindung. An den Hydraulikzylinder 16 ist über eine Hydraulikleittiing
18 der Druckschwingungserzeuger 32 angeschlossen. Dieser besteht aus dem Drehkolbenventil
19, der Pumpe 20 und dem Druckflüssigkeitsbehälter 11.
Der auf das Werkstück 13 ausgeübte Schleifdruck Kt in Fig. 2 dargestellt. Die Zeitachse ist mit 23 und
die Druckachse mit 22 bezeichnet. Der mittlere Schleifdruck bzw. die Vorspannung wird dargestellt
durch die Linie 24. Die überlagerte Druckschwingung ist mit 25 bezeichnet. 26 sei beispielsweise der von
den Eigenschwingungen auf das Werkstück ausgeübte Druck. Die Drücke gemäß den Kurven 24, 25 und
26 sind überlagert zu denken. Ist nun die Amplitude von 26 im Verhältnis klein, beispielsweise etwa lOmal
so klein Wie die Amplitude von 25, so haben die Eigenschwingungen
gemäß der Kurve 26 keinen erkennbaren Einfluß. Die Frequenz von 25 muß genügend abweichen von der Frequenz von 26. Die
Amplitude von 25 ist zweckmäßig etwa ein Drittel der Höhe von 24.
Die Ausführungsart gemäß Fig. 3 arbeitet mit nur einer Schleifscheibe 27 und mit einer Regelscheibe
ίο 29. Das Werkstück 13 ist geführt durch die Führungsleiste
30. Die Regelscheibe 29 setzt das Werkstück 13 in Umdrehung und bewegt es vor. Die Zustellung
erfolgt durch die Spindel 31. Erfindungsgemäß wird beispielsweise auf die Lagerung der Schleifscheibe 27
außer der Vorspannung 24 (siehe Fig. 2) die Druckschwingung 25 gegeben. Die Mittel hierzu sind entsprechend
den Mitteln gemäß Fig. 1.
Der Versuch wurde durchgeführt mit der erfindungsgemäßen Schleifvorrichting gemäß Fig. 1.
Das Werkstückmaterial war eine Stange von 15 mm Durchmesser aus V2A Supra (Stahlschlüssel Nr.
1.4301).
Die Durchlaufgeschwindigkeit betrug 11 m/min.
Die Drehzahl der Stange betrug 1616 U/min.
Die beiden Schleifscheiben hatten die Drehzahlen 2350 und 2285 U/min.
Die Abnahme in einem Durchlauf betrug 0,07 mm vom Durchmesser der Stange.
Der mittlere Druck in der Leitung 18 und im Zylinder 16 betrug 30 atü.
Die Schwingungsamplitude der Punkte 14 und 15 gegeneinander betrug +0,01mm, das heißt, daß der
größte Abstand der Punkte 14 und 15 voneinander sich vom kleinsten Abstand dieser Punkte um 0,02 mm
Unterschied. Die Schwingungsamplitude der Scheiben 1 und 2 gegeneinander betrug damit ± 0,005 mm. Die
Schwingungsamplitude pro Scheibe betrug entsprechend ± 0,0025 mm. Jede Scheibe machte also insgesamt
eine Hin- und Herbewegung von 0,005 mm zwischen dem äußersten Maximum und dem äußersten
Minimum der Andrückung an das Werkstück 13.
Die Frequenz betrug 285 Hz.
Mit diesem Schleifen wurde erzielt nach der ISA-Toleranz h6 ein Durchmesserunterschied zwischen 0
und 0,011 mm (im Durchschnitt etwa 6 μπι) über die
gesamte Länge von 3 m. Die Unrundheit betrug maximal 0,5 μπι.
Dieselben Werte wurden beim Schleifen weiterer Stangen (Gesamtgewicht ca. 450 kg) erzielt, wobei
lediglich entsprechend der Abnutzung der Schleifscheiben eine an sich bekannte automatische Nachstellung
erfolgte.
Ohne die erfindungsgemäßen Maßnahmen konnten, wie die Versuche gezeigt haben, ähnliche Toleranzwerte
nur bei höchstens der halben Durchlaufgeschwindigkeit
(also ca. 5 m/min) erreicht werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
809 641/405
Claims (16)
1. Verfahren zum Schleifen von langgestreckten, zylindrischen Werkstücken im Durchlauf, bei
dem die Werkstücke unter Drehen um ihre Längsachse vorbewegt werden und von einer rotierenden
Schleifscheibe ein pulsierender Schleifdruck quer zum Werkstück ausgeübt wird, der durch eine
gleichbleibende Vorspannung mit überlagerter Druckschwingung gegeben ist, deren Amplitude
kleiner als die Vorspannung ist, dadurch gekennzeichnet, daß der durch eine Bewegung
der gesamten Schleifscheibe quer zum Werkstück erzeugte pulsierende Schleifdruck eine Pulsationsfrequenz
im Nieder- bis Mittelfrequenzbereich außerhalb der Frequenzbereiche von Eigenschwingungen
von Teilen des Werkstücks und/ oder der Schleifscheibe bzw. der verwendeten Schleifmaschine hat, daß die Puläationsfrequenz
dabei einerseits höher ist als die Werkstückdrehfrequenz,
die dem Drehen des Werkstücks entspricht, daß die Pulsationsfrequenz dabei andererseits
nur so hoch ist, daß die Schwingungsdämpfung durch die angekoppelten Massen klein und
eine große Amplitude der überlagerten Druckschwingung
möglich ist, und dai' diese Amplitude größer eingestellt ist ils die Eigenschwingungsdruckamplitude
der auf das Werkstück wirkenden Eigenschwingungen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, ι 'S die Amplitude der überlagerten
Druckschwingung etwa 2- bis I5mal so groll ist
wie die Eigenschwingungsdruckamplitude.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Amplitude uer überlagerten
Druckschwingung etwa lOmal so groß ist wie die
Eigenschwingungsdruckamplitude.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pulsationsfrequenz zwisehen
etwa 100 und 500 Hz liegt.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 4. dadurch gekennzeichnet, daß die Pulsationsfrequenz
zwischen 200 und 400 Hz liegt.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 4, da durch gekennzeichnet, daß die Pulsationsfrequenz
etwa 300 Hz betragt.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pulsationsfrequenz in bezug
auf die Werkstückdrehfrequenz, die dem Drehen des Werkstucks entspricht, und in bezug auf die
Drehfrequenz der verwendeten Schleifscheibe, die deren Drehzahl entspricht, abweichend von einem
ganzzahligen oder reziproken ganzzahligen Verhältnis gewählt ist.
8. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet,
daß die Amplitude tier überlagerten Druckschwingung etwa ein Drittel der Vorspan
nung beträgt
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge·
kennzeichnet, daß die überlagerte Druckschwingung
etwa sinusförmig ist.
10, Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei nichtsinusförmiger überlagerter Drückschwirtgung auch die Obcrschwingüngen
außerhalb der Frequenzbereiche der Eigenschwingungen liegen.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge
■!»
kennzeichnet, daß mit mindestens zwei überlagerten Druckschwingungen verschiedener Frequenz
gleichzeitig gearbeitet wird.
12. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 4, 5, 6 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspannung
und die Amplitude und Frequenz der Druckschwingung unabhängig voneinander einstellbar
sind.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausübung des pulsierenden
Schleifdruckes an zwei annähernd radial gegenüberliegenden Stellen des Werkstückquerschnitts
erfolgt.
14. Vorrichtung zum Schleifen von langgestreckten, zylindrischen Werkstücken, mit einem Antrieb,
um die Werkstücke beim Schleifen unter Drehen um ihre Längsachse vorzubewegen, und
mit mindestens einer quer zum Werkstück mit pulsierendem Schleifdruck arbeitenden Schleifscheibe
sowie mit mechanischen Halterungen und Zustellmitteln für die Schleifscheibe, zur Durchführung
des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 13, gekennzeichnet durch eine an die
Halterungen angelenkte Hydraulikzylinder-Kolbenanordnung (16, 17) und durch einen an den
Hydraulikzylinder (16) angeschlossenen (18) Druckschwingungserzeuger (32) zu- Erzeugung
von Druckpulsationen im Zylinder (16).
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckschwingungserzeuger
(32) ein Drehkolbenventil (19) eine diesem vorgeschaltete
Pumpe (20) und einen Druckfliissigkeitsbehälter (21) aufweist.
16. Vorrichtung nach den Ansprüchen 14 und 15, dadurch gekennzeichnet, daß der mittlere
Druck (24), der die Vorspannung ergibt, im Hy draulikzy'inder (16), die Drehzahl im Drehkol
benventil (19) und die Druckschwingungsamplitude (25) im Hydraulikzylinder (16) einstellbar
sind.
Priority Applications (8)
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