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Bezeichnun Tunnelschalungsvorrichtung Die Erfindung betrifft eine
Tunnelschalungsvorrichtung zum gleichzeitigen Gießen zweier Wände und der Decke
von Bauwerken bzw. Bauwerksteilen, die wenigstens zwei separable Abschnitte aufweist,
wobei jeder Abschnitt eine vollständige vertikale Formplatte zum Gießen einer Wand
und eine horizontale Teilformplatte aufweist, die am oberen Ende der vertikalen
Formplatte zum Gießen eines Teils der Decke befestigt ist, wobei ferner lösbare
Mittel zum Befestigen der Abschnitte in einem vorbestimmten Abstand zueinander sowie
jeweils am unteren Ende eines jeden Abschnittes wenigstens zwei einstellbare Hubeinrichtungen
zum Positionieren des entsprechenden Abschnittes angeordnet sind.
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Aus der DT-OS 2 109 075 ist eine Vorrichtung der eingangs bezeichneten
Art bekannt, die an ihrem unteren Ende der vertikalen Formplatte einen Schwenkfuß
aufweist, der mit einem Hydraulik-oder Pneumatikzylinder verbunden ist. In Betonierposition
ist
der Schwenkfuß ausgefahren, so daß die gesamte Tunnelschalungsvorrichtung
auf den Schwenkfüßen abgestützt ist. Zum Umsetzen der Schalungsvorrichtung in einen
neuen Betonierabschnitt wird der Schwenkfuß zurückgeschwenkt, so daß die gesamte
Vorrichtung von schwenkbar an den vertikalen Formplatten angeordneten Rollen getragen
wird, die ein Verfahren der Abschnitte der Tunnelschalungsvorrichtung gestatten.
Der Nachteil der bekannten Vorrichtung besteht darin, daß für das Verfahren und
genaue Positionierung der Abschnitte der Tunnelschalungsvorrichtung zwei getrennte
Einrichtungen vorhanden sind, und daß in dem Augenblick, in dem der Schwenkfuß die
Abstützung der Abschnitte übernimmt, ein-Verfahren und ein Positionieren in Längsrichtung
nicht mehr möglich ist. Ein weiterer Nachteil der bekannten Anordnung besteht darin,
daß für das Anheben in Betonierposition Hydraulikzylinder vorgesehen sind, die einmal
sehr kostspielig sind und eine entsprechende Druckölversorgungseinrichtung voraussetzen
und die zum anderen sehr empfindlich sind, so daß bei dem üblicherweise sehr rauhen
Baustellenbetrieb sehr schnell Beschädigungen auftreten können, sei es durch Schlag
oder Stoß, sei es durch flüssigen Beton.
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Der-Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Tunnelschaiungsvorrichtung
zu schaffen, die selbst in angehobenem Zustand noch eine Korrekturmöglichkeit bietet
und die zum anderen auch im Hinblick auf den rauhen Baustellenbetrieb einfach und
zuverlässig gestaltet ist. Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst,
die Hubeinrichtung an ihrem mit dem Boden in Berührung
stehenden
Ende mit einer Rolle versehen ist. Dies hat den Vorteil, daß die gesamte Tunnelschalungsvorrichtung
auch noch dann wenigstens geringfügig verfahren werden kann, wenn sie im wesentlichen
bereits sich in-Betonierposition befindet. Hierdurch ist ein genaues Positionieren
möglich.
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In Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß die Hubeinrichtung
um eine vertikaBeASse schwenkbar mit dem Abschnitt verbunden ist. Diese Ausgestaltung
hat nicht nur den an sich von einer Schwenkrolle her bekannten Vorteil, daß der
Jeweilige Abschnitt auch die bereits zusammengesetzte Tunnelschalungsvorrichtung
in Jede beliebige Richtung verfahren werden kann, sondern daß auch beschädigte Hubeinrichtungen
in einfacher Weise ausgewechselt werden können, da derartige Schwenklager leicht
zu lösen sind. Hierbei ist es sogar möglich, bei entsprechender Konstruktion des
Schwenklagers eine einzelne Hubeinrichtungauszuwechseln, wenn alle übrigen Einrichtungen
die Tunnelschalungsvorrichtung bereits in Betonierposition angehoben haben,wen sich
die Beschädigung dieser einen Hubeinrichtung erst während der Positionierarbeiten
herausgestellt hat.
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Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform für die Hubeinrichtung
ist dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Lagerbock aufweist, an dessen einem Ende
ein mit einer Rolle versehener Arm angelenkt ist und daß an dessen anderem Ende
ein Kniehebel angelenkt ist, der mit dem Arm gelenkig verbunden ist und der im Kniepunkt
einen Gewindeblock zur Aufnahme einer terstellspindel aufweist, die
drehbar
im Lagerbock gelagert ist. Diese Ausbildung hat den Vorteil, daß die Stützmast im
wesentlichen über den mit der Rolle versehenen Arm einerseits und über den Kniehebel
andererseits aufgenommen wird, während die Verstellspindel nur mit einem Bruchteil
der Stützlast beaufschlagt wird. Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung besteht darin,
daß die gesamte Tunnelschalungsvorrichtung die in zusammengefügtem Zustand wenigstens
vier Hubeinrichtungen, d. h. Je zwei an einem Abschnitt aufweist und mit geringem
Aufwand und von Hand angehoben-bzw. abgesenkt werden kann. Außerdem ist mit Hilfe
einer derartigen Hubeinrichtung wegen der geringen Verstellgeschwindigkeit ein genaues
Ausrichten in einfacher Weise möglich.
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In Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß an Jedem
Abschnitt jeweils zwischen zwei Hubeinrichtungen jeweils etwa am unteren Ende der
vertikalen Formplattezæiin etwa horizontal ausgerichtete Sterben und an der horizontalen
Teilformplatte eine vertikal verlaufende Strebe angelenkt ist, und daß die Streben
gelenkig in einem Punkt miteinander verbunden sind, und daß das untere Ende der
vertikalen Strebe mit einer Schwenkrolle versehen istJ3emLßt man nun die Länge der
vertikalen Strebe einschließlich der an ihrem unteren Ende angebrachten Rolle so,
daß diese erst dann,wenn die Tunnelschalungsvorrichtung bzw.
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der Abschnitt über die Hubeinrichtung abgesenkt ist ergibt sich als
besonderer Vorteil, daß Jeder Abschnitt für sich ohne Schwierigkeiten verfahren
werden kann, wobei gleichzeitig in der Mitte zwischen den beiden vertikalen Formplatten
eine Tunnelschalungsvorrichtung noch ein ausreichender Durchgang verbleibt, um während
der
Abbindezeitendas gerade betonierten Raum begehen zu können bzw. vorbereitende Arbeiten
für den nächsten Fertigungsabschnitt durchzuführen.
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Gemäß einer zweckmäßigen weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist
vorgesehen, daß die vertikale Stütze in ihrer Länge einstellbar ausgebildet ist.
Dies hat den Vorteil, daß in abgesenktem Zustand beim Zusammenfügen von zwei Abschnitten
zu einer Tunnelschalungsvorrichtung, wobei in der Regel die beiden horizontalen
Teilformplatten durch ein mehr oder weniger breites, ebenfalls mit einer Formplatte
versehenes Zwischenstück miteinander verbunden werden, hinreichend genau vorzurichten.
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Die Erfindung wird anhand schematischer Zeichnungen eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 einen Querschnitt, Fig. 2 eine Seitenansicht
von der Innenseite gesehen Wie der Querschnitt gemäß Fig. 1 erkennen läßt, besteht
die Tunnelschalungsvorrichtung aus zwei Abschnitten 1 und 2, die aus einem Rohrrahmengerüst
bestehen, dessen Form im wesentlichen die Form eines umgekehrten L aufweisen. Die
beiden Abschnitte werden Jeweils durch ein Rohrrahmengerüst gebildet mit längslaufenden
Tragrohren 3, die mit einer Vielzahl von Stützrohren 4 gitterförmig verbunden sind.
Die Stützrohre 4 sind durch eine Formplatte 5 abgedeckt. Während der vertikale Teil
des Abschnittes
von einer vollständigen Formplatte gebildet wird,
ist der Teil zum Gießen der Decke jeweils nur durch eine Teilformplatte gebildet,
so daß die vollständige Form erst durch die Verbindung der beiden Abschnitte 1 und
2 gebildet wird. Je nach der Spannweite des zu betonierenden Bauwerksteiles sind
die beiden horizontalen Teilformplatten durch ein entsprechend dimensioniertes Zwischenstück
6 miteinander verbunden.
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Zur Aufnahme des Betongewichtes sind die Abschnitte in bestimmten
Abständen, beispielsweise in Abständen von etwa 1,5 m mit gitterförmigen Stützträgern
7 versehen, die ebenfalls im wesentlichen die Form eines umgekehrten L aufweisen.
Die beiden freien Enden dieses L-förmigen Stützträgers 7 sind jeweils durch eine
in ihrer Länge verstellbare Strebe 8 miteinander verbunden, so daß der gesamten
Schalungsvorrichtung eine gewisse Vorspannung gegeben werden kann. Auch in Längsrichtung
lassen sich die Stützträger 7 durch entsprechende Spannstangen 9 (vgl. Fig. 2) verspannen.
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Am unteren Ende der Stützträger 7 ist jeweils eine Hubeinrichtung
10 angeordnet, die gleichzeitig zum Verfahren der einzelnen Abschnitte der Tunnelschalungsvorrichtung
dienen. Diese Hubeinrichtung besteht im wesentlichen aus einem um eine vertikale
Achse schwenkbar mit dem Stützträger 7 verbundenen Lagerbock 11, an dessen einem
Ende ein Arm 12 angelenkt ist, der mit einer Rolle 13 versehen ist. Am anderen Ende
des Lagerbocks ist ein Kniehebel angelenkt, dessen Gelenkhebel 14 mit dem Lagerbock
und dessen
Gelenkhebel 15 mit dem Arm gelenkig verbunden ist. Zweckmäßigerweise
sind sowohl der Arm 12 als auch die beiden Gelenkhebel 14, 15 Jeweils aus paarweise
nebeneinanderliegenden Bauteilen gebildet.
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Im Kniepunkt 16, d. h. an der Verbindungsstelle zwischen dem Gelenkhebel
14 und dem Gelenkhebel 15 ist ein Gewindeblock schwenkbar befestigt, der eine Verstellspindel
17, die drehbar im Lagerbock gelagert ist, aufnimmt. Durch Verdrehen der Spindel
17 läßt sich nunmehr in einfacher Weise und mit verhältnismäßig geringem Kraftaufwand
jeder einzelne Abschnitt oder aber auch die gesamte, zusammengesetzte Tunnelschalungsvorrichtung
anheben und absenken.
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Wie die Seitenansicht gemäß'Fig. 2 erkennen läßt, sind über die Länge
eines Abschnittes mehrere Stützträger 7 mit entsprechenden Hubeinrichtungen 10 nebeneinander
angeordnet. Diese Ansicht läßt außerdem die Anordnung der Spannstangen 9 erkennen.
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Jeweils zwischen zwei Stützträgern 7 sind am unteren Ende der vertikalen
Formplatte zwei in etwa horizontal ausgerichtete Streben 18 befestigt, die gelenkig
in einem Punkt mit einer in etwa vertikalen Strebe 19 verbunden sind, deren oberes
Ende amhorizontalen Teil der Teilformplatte befestigt ist. Am unteren Ende der Strebe
19 ist eine vorzugsweise schwenkbare Rolle 20 befestigt.
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Die Länge der Strebe 19 ist hierbei so vorgesehen, daß sie etwas länger
als die Höhe der Formplatte 5 ist, aber kürzer als die lichte Geschoßhöhe des zu
betonierenden Bauwerksteiles, so daß in abgesenktem Zustand jeder Abschnitt 1 bzw.
2 nach dem Lösen
des Zwischenstückes 6 ohne zusätzliche Stützmittel
für sich verfahren werden kann. Zum Verfahren ist Jeweils an einem Ende eines Abschnittes
ein Anschlag 21 vorgesehen, an dem entsprechende Zugmittel befestigt werden können.
Durch mehrere über die Länge eines Abschnittes verteilte Spannschrauben 22 wird
jeweils die Gegenschalung zur Herstellung einer vertikalen Wand an der Tunnelschalungsvorrichtung
befestigt. Diese Gegenschalung kann aus einer zweiten Tunnelschalungsvorrichtung
bestehen, wenn die zu betonierende Wand eine Zwischenwand zwischen zwei Räumen darstellt,
oder aber auch aus einer einfachen, entsprechend mit einem Gittergerüst versehenen
flachen Formplatte, wenn es sich um das Betonieren einer Außenwand handelt. Die
Spannschrauben, die hierbei von einer angedeuteten Abstandshülse 23 umgeben sind,
dienen hierbei sowohl zur Festlegung der zu betonierenden Wanddicke, als auch zur
Aufnahme des Druckes des frisch eingefüllten Betons.
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Am unteren Ende eines Jeden Abschnittes sind über die Länge gesehen
mehrere-Arretierbolzen 24 vorgesehen, die am Abschnitt t in vertikaler Richtung
verschiebbar und durch einen bajonettähnlichen Verschluß Jeweils festlegbar angeordnet
sind. Diese Arretierbolzen werden nach dem Positionieren der gesamten Tunnelschalungsvorrichtung
in beim vorhergehenden Arbeitsgang hergestellte Bodenöffnungen 25 abgesenkt, so
daß beispielsweise beim Erstellen eines mehrstöckigen Bauwerkes ein maßgenaues Betonieren
ermöglicht wird.
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Das Ausführungsbeispiel wurde im wesentlichen anhand der Merkmale
des Abschnittes 1 beschrieben. Da Jedoch die gesamte Vorrichtung
spiegelsymmetrisch
ausgebildet ist, gilt die Beschreibung in gleicher Weise auch für den Aufbau des
Abschnittes 2.
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Ansprüche