DE2521777C2 - Vorgefertigte Wandplatte aus Stahlbeton zur Herstellung einer Stützmauer od.dgl. - Google Patents
Vorgefertigte Wandplatte aus Stahlbeton zur Herstellung einer Stützmauer od.dgl.Info
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Description
Die Erfindung betrifft eine vorgefertigte Wandplatte aus Stahlbeton zur Herstellung einer Stützmauer
od. dgl. gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Solche Wandplatten werden zur Herstellung von Befestigungen von Eindämmungen, beispielsweise von
Mauern an der Unterseite von Böschungen, von Widerlagern und Flügelmauern von Brücken, von
Mauern für Sammelbecken und ähnliches verwendet.
Ein technisches Problem, das bei dieser Art von Bauwerken auftritt, liegt in der Schaffung einer
Verankerung der Wandplatte in der Sohlplatte, die eine Übertragung der hohen Biegemomente auf die Sohlplatte
gestattet. Die Biegemomente werden von dem auf die Wandplatte einwirkenden gestützten Material
hervorgerufen. Diese Verankerung stellt einen schwachen Punkt der Bauwerke dar, da es im Verankerungsbereich unvermeidbar zu einer Arbeitsfuge im Beton
kommt, denn die vorgefertigten Wandplatten und die aus Ortbeton hergestellten Sohlplatten werden zu
verschiedenen Zeiten gefertigt. Infolgedessen wird es unmöglich, einen monolithischen Betonblock zu erzeugen.
Bei einer bekannten Wandplatte der eingangs genannten Art (FR-PS 21 85 117) verläuft die untere
Abschlußfläche der Versteifungsrippe in Gebrauchslage der vorgefertigten Wandplatte horizontal und in der
gleichen Ebene wie die Unterkante der Wandplatte. Dies ermöglicht es zwar, die bekannte Wandplatte bei
ihrer Montage auf einer bereits fertig gegossenen und ausgehärteten Sohlplatte aufzustellen und mit dieser
mittels eines aus Ortbeton hergestellten, sich parallel zur Wandplatte erstreckenden Balkens zu verbinden, in
den sowohl die aus der Sohlplatte als auch die aus dem unteren Bereich der Rippe der Wandplatte herausragenden
Bewehrungsstäbe eingegossen werden.
Diese bekannte Vorrichtung hat jedoch den Nachteil, daß zur Aufnahme eines vorgegebenen Biegemomentes
die Versteifungsrippe geometrische Mindestabmessungen besitzen muß, die dazu führen, daß das mit Beton
erfüllte Volumen und damit auch das Gewicht der Wandplatte vergleichsweise groß ist, wodurch sich
Handhabungs- und Transportschwierigkeiten ergeben.
Demgegenüber Hegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Wandplatte der eingangs genannten Art
so weiterzubilden, daß ohne Verringerung des durch ihre Verankerung in der Sohlplatte aufzunehmenden
Biegemomentes ihre geometrischen Abmessungen und damit auch ihr Transportgewicht verringert werden
ίο können.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung die im Anspruch 1 zusammengefaßten Merkmale vor.
Durch die erfindungsgemäße Neigung der die Versteifungsrippe an ihrer Unterseite abschließenden
Fläche läßt sich ein Verankerungsquerschnitt erzielen, der eine wesentlich größere Höhe aufweist, als ein
entsprechender Querschnitt, den man bei gleichen Abmessungen der Wandplatte und ihrer Versteifungsrippe
mit einem nicht geneigten Querschnitt erzielen würde. Somit läßt sich also bei vorgegebenem
aufzunehmendem Biegemoment die Versteifungsrippe der Wandplatte insgesamt wesentlich zierlicher dimensionieren,
ohne daß ein Festigkeitsverlust eintritt. Dadurch ergibt sich ein geringes Betonvolumen der
Wandplatte, wodurch sich ihr Gewicht verringert und der Transport einfacher und kostengünstiger wird.
Ein besonders günstiger Bemessungsbereich für den Winkel der unteren Fläche der Versteifungsrippe ist im
Anspruch 2 niedergelegt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen beschrieben. Es
zeigt
F i g. 1 perspektivisch eine Stützmauer mit einer Wandplatte gemäß der Erfindung,
F i g. 2 einen Aufriß des Bauwerks nach F i g. 1 in Gebrauchslage,
F i g. 3 perspektivisch eine vorgefertigte Wandplatte des Bauwerks nach F i g. 1 in Transportlage,
F i g. 4 einige vorgefertigte Wandplatten, wie die nach Fig. 3, in Transportlage,
F i g. 5 perspektivisch die vorgefertigte Wandplatte
nach F i g. 3 bei der Montage und
F i g. 6 und 7 lotrechte Schnitte (teilweise Aufrisse),
die schematisiert sind und das Bauwerk nach F i g. 1 in zwei verschiedenen Belastungszuständen zeigen.
Eine Stützmauer 1 ist aus einer Anzahl vorgefertigter Wandplatten 2 aus Stahlbeton gebildet, die lotrecht
nebeneinander angeordnet sind, so daß sie eine Stützwand bilden, sowie aus einer Sohlplatte 3, die aus
Stahlbeton an der Baustelle gegossen wird. Die Stützmauer 1 ruht auf einem Betonfundament 5, das
ebenfalls an der Baustelle gegossen wird und unmittelbar unterhalb der lotrechten durch die Wandplatten 2
gebildeten Stützwand angeordnet ist. Das zu stützende Material 4 belastet die Sohlplatte 3 und die rückwärtigen
Flächen der Wandplatten 2(F i g. 2).
Jede vorgefertigte Wandplatte 2 besteht aus einer im wesentlichen ebenen Wand 2a mit einer Versteifungsrippe
2b, die an der Rückseite der Wand 2a vorsteht und sich vom unteren zum oberen Ende der Wandplatte 2
erstreckt. Die Versteifungsrippe 2b ist in Gebrauchslage gegen das zu stützende Material 4 gerichtet. Die
Versteifungsrippe 2b hat in ihrem mittleren Bereich eine durchgehende öffnung 2c, mit deren Hilfe die
Wandplatte während des Transports und der Montage von einem Kran gehoben und bewegt werden kann. Die
Versteifungsrippe 2b hat außerdem einen unteren Endabschnitt, der durch eine geneigte Fläche 6 (F i g. 3)
begrenzt ist. Bewehrungsstäbe 7,8,9 und 10 stehen aus
der Fläche 6 vor.
Während ihres Transports zur Baustelle werden die Wandplatten 2 übereinander gestapelt, w'ie es Fig.4
zeigt Die Wandplatten 2 sind voneinander durch kleine Distanzblöcke 11 getrennt Beim Stapeln der Wandplatten
2 werden die Bewehrungsstäbe 7 bis 10 angeordnet, wie es F i g. 3 und 4 zeigen, so daß die Stäbe unmittelbar
übereinander liegender Wandplatten nach entgegengesetzten Richtungen zeigen.
Folgende Arbeitsgänge werden an der Baustelle zum Montieren der Wandplatten durchgeführt Zuerst wird
ein Graben ausgehoben, der das Fundaments aufnimmt,
das an der Baustelle gegossen wird. Die vorgefertigten Wandplatten 2 werden dann lotrecht, Seite an Seite, auf
dem Fundament 5 angeordnet, wobei die Versteifungsrippen
26 gegen das zu stützende Material weisen. Die Wandplatten 2 werden unter geringem Abstand vom
Fundament 5 durch kleine Distanzklötze i3 gehalten (Fig. 5). Die Bewehrungsstäbe 7, 8 und 9 werden dann
umgebogen, so daß sie etwa rechtwinklig zu den Wandungen 2a der Wandplatten 2 verlaufen. Danach
werden zusätzliche, nicht dargestellte Bewehrungsstäbe, die zur Verstärkung der Sohlplatte 3 dienen, in ihre
Lage gebracht. Schließlich wird die Sohlplatte 3 aus Beton gegossen, wobei in Übereinstimmung mit der
Versteifungsrippe 2b jeder Wandplatte 2 ein vorspringender Teil 3a ausgebildet wird, der die Versteifungsrippe
2b mit der Sohlplatte 3 verbindet. Während dieses Arbeitsganges füllt der Beton, der die Sohlplatte 3
bildet, den Raum zwischen jeder Wandplatte 2 und dem darunterliegenden Fundament 5 aus und bildet eine
kleine Stufe 3c; in Übereinstimmung mit der benachbarten Oberkante 5a des Fundamentes 5. Die Sohlplatte 3
umfaßt den unteren Teil jeder Wandplatte 2 und legt ihn gleichzeitig an dem darunterliegenden Fundament 5
fest.
Auf diese Weise wird ein einteiliges Bauwerk gebildet, das die Wandplatten 2 und die Sohlplatte 3
umfaßt. Die Bewehrungsstäbe 7 bis 10, die die Versteifungsrippe 2b jeder Wandplatte 2 mit der
Sohlplatte 3 verbinden, sind so angeordnet, wie es Fig.6 zeigt Die Linie A-A' veranschaulicht die
geneigte Fläche 6 der Versteifungsrippe 2b und den Neigungswinkel / der Fläche 6 gegenüber der
waagerechten Basisebene der Sohlplatte 3.
Die Wandplatte nach der Erfindung hat daher einen Verankerungsbereich oder einen Anschlußquerschnitt von erheblich größerer Querschnittsfläche als man ihn mit derselben Platte, aufgesetzt auf eirni waagerechte Fläche, erzielen könnte. Eine Kraft F(Fig.7), die von
Die Wandplatte nach der Erfindung hat daher einen Verankerungsbereich oder einen Anschlußquerschnitt von erheblich größerer Querschnittsfläche als man ihn mit derselben Platte, aufgesetzt auf eirni waagerechte Fläche, erzielen könnte. Eine Kraft F(Fig.7), die von
ίο dem gestützten Material auf die Wandplatte ausgeübt
wird, übt ein Biegemoment auf die Wandplatte 2 aus, das bestrebt ist, die Wandplatte gegenüber der Sohlplatte 3
um eine Achse in der Schnittebene A-A'zu kippen. Wird
dieses Biegemoment ausreichend hoch, so bildet sich ein leichter Riß im Beton in der Ebene A-A'. Der Riß
beginnt am Punkt A und erreicht einen Punkt N, der in den F i g. 6 und 7 die neutrale Achse des Schnittes A-A'
darstellt.
Die Bewehrungsstäbe 7 bis 10 werden daher auf Zug beansprucht Da diese Stäbe die Basisschnittebene A-A'
der Versteifungsrippe 2 in einer Richtung kreuzen, die im wesentlichen rechtwinklig zu dieser Schnittebene
verläuft, verläuft die Zugbeanspruchung der Stäbe in Richtung von deren Längsachsen, was ein praktischer
Vorteil ist. Der Winkel /zwischen der geneigten Fläche 6 der Versteifungsrippe 2b und der waagerechten Ebene
hängt von der Tiefe der Versteifungsrippe 2b und der Dicke der Sohlplatte 3 in ihrer Verbindungszone 3a mit
der Versteifungsrippe 2b ab. Der Winkel / kann daher weder sehr kleine Werte annehmen, z. B. weniger als
25°, noch kann der Winkel / sehr große Werte annehmen, z. B. mehr als 60°. Praktisch Hegt die Größe
des Winkels /in dem Bereich von 30° bis 45°, wobei der
tatsächliche Wert innerhalb dieses Bereiches mit zunehmender Höhe der Wandplatte zunimmt
In der obigen Beschreibung und in den Zeichnungen wurden der Deutlichkeit halber nur diejenigen Bewehrungsstäbe
der Versteifungsrippen 2b der Wandplatte und der Sohlplatte 3 beschrieben und dargestellt die
einen Teil der Verbindung nach der Erfindung zwischen der Verteifungsrippe und der Sohlplatte bilden.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Vorgefertigte Wandplatte aus Stahlbeton zur Herstellung einer Stützmauer od. dgl, die bei
Errichtung der Stützmauer lotrecht stehend ausschließlich im Fußbereich biegesteif in einer
Sohlplatte aus Ortbeton verankerbar ist und die an ihrer in Gebrauchslage dem abzustützenden Material
zugekehrten Rückseite mindestens eine sich im wesentlichen über die ganze Höhe der Wandplatte
erstreckende Versteifungsrippe aufweist, in der sich Bewehrungsstäbe befinden, von denen wenigstens
einer zum Anschluß der Wandplatte aus dem unteren Endbereich der Versteifungsrippe herausragt,
dadurch gekennzeichnet, daß das untere Ende der Versteifungsrippe (2b) von einer
geneigten, in der Gebrauchslage mit der Waagerechten einen Winkel (I) zwischen 25° und 60°
einschließenden Fläche (6) begrenzt ist, und daß der zum Anschluß an die Sohlplatte (3, 3a) dienende
Bewehrungsstab (7,8,9,10) sich senkrecht durch die
geneigte Fläche (6) hindurch erstreckt
2. Vorgefertigte Wandplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (I)
zwischen 30° und 45° liegt.
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