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Verfahren und Vorrichtung zur Entnahme von gasführenden Flüssigkeiten,
insbesondere Bier Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Entnahme von gasführenden Flüssigkeiten, insbesondere Bier aus mehreren Behältern,
Durch die deutsche Auslegeschrift 2 145 432 ist eine Einrichtung zur Entnahme von
Bier oder anderen gasführenden Flüssigkeiten aus Behältern bekannt, mit einer über
mindestens zwei Schläuche an die Behälter anschließbaren, Jeweils mindestens einen
der Behälter mit einer Ausgangsleitung verbindenden Umschaltvorrichtung und Schw
immerschaltern, in Abhängigkeit von deren Stellung die Umschaltvorrichtung betätigbar
ist,
wobei der Schwimmer ein spezifisches Gewicht von 85 96 bis 95 5', vorzugeweise 90
96 des Mediums aufweist Derartige, in einem Rohrstück zwischen dem Anschluß eines
Behälters und dem Schlauch eingebaute Schwimmerschalter sind zwar in der Lage, das
Ende der Tankentleerung an die Umschaltvorrichtung zu melden, es ist jedoch die
Aufgabe der Umschaltvorrichtung, in Abhängigkeit von eingegebenen Befehlen dafür
zu sorgen, daß der Schlauch von der Entleerungspumpe leergepumpt oder zum Anschluß
an einen nächsten Tank gefüllt bleiben soll. In dieser Notwendigkeit, z.B, durch
Betätigung eines Schalters erst bestimmen zu müssen, wie der vom Schwimmerschalter
am Schlauchende kommende Befehl zu bewerten ist, liegt eine mögliche Unsicherheit
und Komplizierung und damit ein Nachteil der bekannten Einrichtung.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Nachteile der
bekannten Einrichtung zu vermeiden, insbesondere ein Verfahren und eine Vorrichtung
zu schaffen, wo alleine und direkt durch den am Schlauchende vorhandenen Flüssigkeitsschalter
bestimmbar ist, ob der Schlauch entleert oder mit Flüssigkeit
gefüllt
bleiben soll, ohne daß hierfür an der Umschaltvorrichtung durch Betätigen eines
Schalters bestimmte Befehle eingegeben werden müssen0 Zur Lösung dieser Aufgabe
wird von einem Verfahren zur Entnahme von gasführenden und elektrisch leitfähigen
Flüssigkeiten, insbesondere Bier, aus mehreren Behältern mit mindestens zwei Schläuchen
ausgegangen, die Jeweils mit ihrem einen Ende mit einer Schaulaterne verbunden sind,
wobei in der Schaulaterne eine Kontaktsonde vorhanden ist. Die Erfindung bestehtdarin,
daß an dem anderen, mit dem Behälter zu verbindenden Schlauchende eine zweite Kontaktsonde
angeordnet ist, der Schlauch aus einem elektrisch isolierenden Material besteht,
die elektrische Leitfähigkeit der Flüssigkeit zwischen der Kontaktsonde in der Schaulaterne
und am Schlauchende während des Entnahmevorganges laufend bestimmt wird, und die
Kontaktsonde am Schlauchende je nach ihrer Orientierung den Entnahme vorgang bei
noch gefülltem oder schon entleerem Schlauch unterbricht.
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Vorzugsweise unterbricht die Kontakt sonde den Entnahmevorgang bei
senkrecht nach unten gerichteter
Orientierung bei noch gefülltem
Schlauch und bei entgegengesetzter, senkrecht nach oben gerichteter Orientierung
bei schon entleertem Schlauch0 Dies hat den Vorteil, daß alleine die Orientierung
der Sonde darüber entscheidet, ob der Schlauch entleert wird oder nicht, ohne daß
es notwendig ist, hierzu durch Bdätigen eines Schalters bestimmte Befehle in die
Umschaltvorrichtung einzugeben.
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Zur Durchführung des Verfahrens geht die Erfindung von einer Vorrichtung
aus, bei der Jeweils zwischen dem Schlauch und einer Ausgangsleitung eine Schaulaterne
mit sich von der Achaulaterne nach unten erstreckenden Zu- und Ablaufleitungen angeordnet
ist, die Zuleitung mit dem Schlauch und die Ablaufleitung über ein steuerbares Ventil
mit der Ausgangleitung verbunden sind und ferner eine Umschaltvorrichtung vorgesehen
ist, die entsprechend der Steuerung durch die Kontaktsonden mindestens einen Behälter
mit der Ausgangsleitung veroindat. Die Erfindung besteht nun darin, daß andem mit
dem Behälter zu verbindenden Schlauchende ein an jich bekannter viertelkreisförmiger
90°-Rohr- bzw.
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Tankauslaufbogen angeordnet ist, auf dessen äußerem Umfang
ein
auf dem einen Bogenende senkrecht stehender Rohrstutzen (Warze) vorhanden ist, in
den die einteilige Kontaktsonde eingeschraubt ist.
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Vorzugsweise ist die einteilige Kontaktsonde auf den einen Bogenende
zentrisch und senkrecht stehend und in die Rohrmitte hineinragend in die Warze eingeschraubt.
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In Fortbildung der Erfindung ist der Tankauslaufbogen um den horizontal
liegenden Tankauslaufstutzen drehbar und in denJenigen beiden Stellungen flüssigkeitsdicht
feststellbar, in denen die Kontaktsonde entweder senkrecht nach unten oder senkrecht
nach oben orientiert ist.
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In weiterer Fortbildung der Erfindung ist zwischen dem Tankauslaufbogen
und dem Schlauch zur Erzielung eines horizontalen Schlauchabganges ein sowohl gegenüber
dem Tankauslaufbogen als auch gegenüber dem Schlauch Jeweils flüssigkeitsdicht drehbarer
zweiter 9O0-Rohrbogen angeordnet.
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In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wiedergegeben0
Es zeigen: Fig. 1 eine dreileitige Anlage zur Entnahme von Bier aus drei Lagertanks,
und Fig. 2 einen viertelkreisförmigen 90°-Rohrbogen mit Kontaktsonde.
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In Figur 1 ist schematisch eine Anlage zur Entnahme von gasführenden
Flüssigkeiten, insbesondere Bier, aus drei Lagertanks 10,20, 30 wiedergegeben. Jeder
Lagertank 10, 20, 30 ist mit einem Schlauch II, 21, 31, der aus einem elektrisch
isolierenden Material besteht, tiber Schaulaternen 12, 22, 32, Ableitungen 16, 26,
36 und automatisch betätigbaren Ventilen 13, 23, 33 mit einer Sammelleitung 40 verbunden,
Jede Schaulaterne 12, 22, 32 besitzt Entlüftungsventile 14, 24, 34 und Eontaktsonden
15, 25, 35e Ferner ist an Jedem mit einem Lagertank 10, 20, 30 zu verbindenden Ende
des Schlauches 11, 21, 31 in einem viertelkreisförmigen 900-Rohrbogen 17, 27, 37
eine Kontaktsonde 18, 28 5S angeordnet. Sämtliche Kontaktsonden 18, 28, 38; 159
252 35 sind Uber Leitungen 51, 52, 53; 54, 55, 56 mit
einer Steuervorrichtung
50 verbunden, die ihrerseits die automatischen Ventile 13, 23, 33 in der Weise steuert,
daß entweder immer nur ein Ventil oder bei einem Verschnitt abwechselnd Je ein Ventil
oder mehrere Ventile geöffnet ist bzw. sind.
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Vor Beginn des eigentlichen Abfüllvorganges muß aus dem ganzen System
bestehend aus den Schläuchen 11, 21, 31, den Schaulaternen 12, 22, 32, den Ableitungen
16, 26, 36 und der Sammelleitung 40 die Luft entfernt und das System mit der abzufüllenden,
in den Tanks 10, 20, 30 befindlichen gasführenden Flüssigkeit, z.B. Bier aufgefüllt
werden. Dies erfolgt im wesentlichen dadurch, daß das System durch die Ventile 14,
24, 34 entlüftet wird und durch Öffnen der Tankventile 19, 29, 39 mit der abzufüllenden
Flüssigkeit befüllt wird. Danach ist System zum Abfüllen bereit.
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Hierzu wird z.B. das Tankventil 19 geöffnet und das Bier fließt aus
dem Tank 10 zu einer in Figur 1 nicht dargestellten Äbfüllanlage.
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Es besteht bekanntlich nun der Wunsch, die Bierentnahme aus dem Tank
10 dann zu unterbrechen, wenn der Tank 10 prtktisch gel.ert ist, der Schlauch 11
Jedoch
noch gefüllt ist. Gelingt dies, so ist es möglich, den Schlauch II sofort an einen
in Figur 1 nicht dargestellten vierten Tank anzuschließen.
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Es ist bekannt, daß am Ende der Entleerung von Tank 10 Gasblasen in
der Restflüssigkeit auftreten, die eine änderung der Leitfähigkeit der Flüssigkeit
hervorrufen. Diese Leitfähigkeitsveränderung wird durch die am Schlauchende angebrachten
einteiligen Kontaktsonden 18, 28, 38 erfasst. Die Kontaktsonde 18 (28, 38) wird
deshalb als einteilig bezeichnet, weil sie nur aus einem Kontaktstück 181 besteht,
wie dies in Figur 2 dargestellt ist. Während des Abfüllvorganges wird laufend die
Leitfähigkeit der elektrisch leitenden Flüssigkeit zwischen der Kontaktsonde 18
und der Sonde 15 durch den elektrisch isolierenden Schlauch 11 hindurch ttberwacht
und gemessene Die Sonde 15 (25, 35) in der Laterne 12 (22, 32) ist gleichfalls eine
einteilige Kontaktsonde. Es besteht aber auch die Naglichkeit, daß die Sonde 15
(25, 35) in der Laterne 12 (22, 32) aus zwei Kontektatücken besteht, so daß es nicht
nur möglich ist, in Verbindung mit dc einteiligen Kontaktsonde 18 (28, 38) durch
den
Schlauch 11 (21, 31) hindurch die Leitfähigkeit der abzufüllenden Flüssigkeit in
dem Schlauch, sondern auch die Leitfähigkeit der Flüssigkeit in der Laterne 12 (22,
32) zu überwachen. Diese zweite Möglichkeit hat den Vorteil, daß durch eine zusätzliche
Uberwachung der Leitfähigkeit der Flüssigkeit in der Laterne 32 das Ventil 33 mit
großer Sicherheit rechtzeitig geschlossen wird, bevor die Laterne 32 zu leer gezogen
ist.
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Die Kontaktsonden 18, 28, 38 sind, wie nachfolgend noch im einzelnen
beschrieben win; in einem viertelkreisförmigen 900-Rohrbogen 17, 27, 37 angeordnet.
Der Tankauslaufbogen 17, 27, 37 ist um den horizontal liegenden Tankauslaufstutzen
drehbar und in denJenigen beiden Stellungen flüssigkeitsdicht feststellbar, in denen
die Kontaktsonde 18, 28, 38 senkrecht nach unten oder senkrecht nach oben orientiert
ist.
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Xst der viertelkreisförmige 90°-Rohrbogen nach oben gerichtet und
somit auch die Kontaktsonde 38 nach oben orientiert, so schaltet die Sonde erst,
wenn der Schlauch praktisch leer gezogen ist und das Absperrventil durch die in
der Schaulaterne angeordnete
Kontaktsonde geschlossen wird. Dieser
Fall ist im unteren Teil der Figur 1 in Bezug auf Tank 30 veranschaulichtO Hier
ist der 90°-Rohrbogen 37 und damit die Kontaktsonde 38 nach oben orientiert. In
diesem Falle bleibt die Sonde 38 von der abzufüllenden Flüssigkeit umspült. Die
elektrische Verbindung zwischen den Sonden 38 und 35 wird erst dann unterbrochen,
wenn auch die Laternensonde 35 frei von der abzufüllenden Flüssigkeit ist. Das Ventil
33 wird erst durch ein Ansprechen der Kontaktsonde 35 in der Schaulaterne 32 geschlossen,
wobei der Schlauch 31 geleert ist. Diese Schaltung wird beispielsweise am Ende des
Abfüllvorganges beim letzten Tank gewünscht, Ist hingegen der 900-Rohrbogen 17,
27 und damit die Kontaktsonde 18, 28 nach unten orientiert, wie dies beispielsweise
in Figur 1 bei den Lagertanks 10 und 20 veranschaulicht ist, so sprechen die Kontaktsonden
18, 28 bereits am Ende des Entleerungsvorganges an, wenn die Schläuche 11, 21 praktisch
noch mit Flüssigkeit gefüllt sind. Steht nämlich die Sonde 18 bzw. 28 im Tankauslaufbogen
17 bzw. 27 nach unten, so wird die Sonde 18 bzw. 28 vom Gasdruck in den Tanks sofort
freigeblasen.
Hierdurch wird die elektrische Verbindung zwischen
den Sonden 15 und 18 bzw. 25 und 28 sofort unterbrochen. Dies bedingt Jedoch einen
geringen Gasüberdruck in den Tanks, der z,B, beim Abfüllen von Bier ein Kohlensäureüberdruck
sein kann. Derselbe Effekt wird aber auch erreicht, wenn die zu entleerenden Tanks
höher angeordnet werden als die Schaulaternen. Die Schläuche 11 oder 21 können sodann
von dem leergezogenen Tank 10 oder 20 abgenommen und an einen weiteren in Figur
1 nicht gezeigten, zu entleerenden Tank angesetzt werden. Es ist somit auf sehr
einfache Art, nämlich lediglich durch Umorientierung der am Schlauchende angebrachten
Kontaktsonde 18, 28, 38 möglich, zu bestimmen, ob der Schlauch praktisch am Ende
einer Tankentleerung nocht mit Bier bzw. mit Flüssigkeit gefüllt oder entleert sein
soll.
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In Figur 2 ist der viertelkreisförmige 900-Rohr-oder Tankauslaufbogen
17 teilweise im Schnitt genauer dargeatellt. Der Tankauslaufbogen 17 besteht aus
einem vierteikreisförmigen 900-Rohrbogen 170, auf dessen äußerem UMfang ein auf
dem einen Bogenende senkrecht stehender R.hrstutzen oder eine Warze 172 vorhanden
ist. Die Mittelachse der Warze 172 tritt also
sekantenartig in
den viertelkreisförmigen 90°-Rohrbogen 170 von dessen äußerem Umfang her ein und
steht auf dem Bogenende 171 zentrisch und senkrecht0 In die Warze 172 ist eine Kontaktsonde
17 eingeschraubt, deren Kontaktende 171 entsprechend der oben beschriebenen Anordnung
der Warze 172 in die Mitte des Tankauslaufbogens 170 hineinragt. Um unabhängig davon,
wie der Tankauslaufbogen 17 orientiert ist, immer einen horizontalen Abgang des
Schlauches zu erreichen, ist am Ende 171 des Tankauslaufbogens 17 ein weiterer viertelkreisförmiger
90° -Rohrbogen 17a, 27a, 37a vorgesehen, so daß sioh die Richtungsänderungen beider
Rohrbogen 17, 17a; 27, 27a; 37, 37a gegenseitig aufheben.
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Die Erfindung wurde zwar vorstehend unter Bezugnahme auf ein bestimmtes
Ausführungsbeispiel beschrieben, Jedoch können selbstverständlich dochaus noch eine
Reihe von Änderungen und Abwandlungen vorgenommen werden, ohne daß hierdurch der
Rahmen der Erfindung überschritten wird.