DE2512649C2 - Trägerlose, durch Zusammenpressen gebildete Aufmachung von fadenförmigem, textilem Material - Google Patents
Trägerlose, durch Zusammenpressen gebildete Aufmachung von fadenförmigem, textilem MaterialInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine trägerlose, durch Zusammenpressen gebildete Aufmachung von fadenförmigem,
textilem Material, wobei das fadenförmige, textile Material einen festen, steifen und beständigen, aus
mindestens einem Garn bestehenden Körper bildet.
Außer der DE-OS 14 35 494 sowie der USPS 32 44 275 ist ein Verfahren zur Herstellung gekräuselter
Stapelfasern aus synthetischen, faserbildenden Polymeren bekannt, bei dem man einen Ballen aus im
wesentlichen unregelmäßig angeordneten Fasern bis auf eine Dichte komprimiert, die mindestens 50% der
Dichte einer einzelnen Faser in dem Ballen beträgt, und diesen Druck eine genügende Zeit aufrechterhält, um
die Fasern in ihrer Längsrichtung über die Elastizitätsgrenze und auch in ihrer Querrichtung zu deformieren.
Dabei erfolgt eine plastische Deformation, so daß die Fasern nach der Druckentlastung eine dreidimensionale
Kräuselung und Deformierungen zeigen. Bei diesem Verfahren erhält man einen Ballen aus zusammengepreßten
Stapelfasern, der beim Einbinden in Streifen ziemlich sicher zu handhaben ist, wobei die Streifen
nicht aufschnappen, wenn sie zerschnitten werden. Der so hergestellte Ballen bildet somit einen im wesentlichen
festen und beständigen Körper. Die Ausbildung des Ballens dient dabei zur Herstellung gekräuselter
Stapelfasern, nicht aber als trägerlose Aufmachung, die herkömmliche Garnspulen ersetzen soll.
Bei herkömmlichen Garnspulen erhält man einen festen Garnkörper durch Wickeln des Garns um eine
Spule. Derartige Garnkörper erleiden leicht Beschädigungen durch Stoß oder dergl., weswegen sie mit Papier,
Kunststoffolien und dergl. eingewickelt und beim Transport mit großer Sorgfalt behandelt werden
müssen. Um dies zu erreichen, ist es auch bekannt (DE-OS 15 60 135), den Garnkörper unter Vakuum zu
verpacken. Aus der DE-OS 21 51 558 ist es ferner bekannt, eine Garnanhäufung vorzusehen, wobei das
Garn nach dem Texturieren angehäuft, zusammengedrückt und in angehäufter Form verpackt wird. Hierbei
ergibt sich ein relativ großer Platzbedarf des so verpackten Garns, und es ergeben sich Schwierigkeiten
beim Einsatz des Garns beim Verarbeiten
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine trägerlose Aufmachung von fadenförmigen, textilem
Material der eingangs angegebenen Art so auszubilden, daß sie anstelle von herkömmlichen Garnspulen
verwendet werden kann, in der Handhabung unempfindlich ist und eine Platz- und Gewichtsersparnis mit
sich bringt.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale im Kennzeichen des Patcnianspruchs gelöst. Der s;o
erhaltene feste Garnkörper kann wie eine herkömmliche Garnspule verwendet werden, wobei sich trotz der
kompakten, trägerlosen Form keine Schwierigkeiten beim Abziehen des Garns ergeben. Der Garnkörper ist
unempfindlich gegen Stöße bei der Handhabung und dergl., und er ergibt eine erhebliche Piatz- und
Gewichtsersparnis beim Transport und der Lagerung. Zudem ist diese leicht zu verpackende trägerlose
Aufmachung billiger in der Herstellung als herkömmliehe
Garnwicklungen mit Spulen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beispielsweise näher erläutert Es zeigen
F i g. 1 bis 3 die verschiedenen Stufen der Herstellung des Körpers,
F i g. 4 ein Beispiel einer Aufmachung eines fadenförmigen Textilmaterial« und
F i g. 5 und 6 Querschnitte der Garne vor und nach der Behandlung.
Nach den F i g. ί bis 3 wird ein Garn 1, das aus einer Liefervorrichtung 2 austritt, in einem zylindrischen
Behälter 3 in zufälliger oder nicht zufälliger Weise abgelegt (Fig. 1). Nachdem der Behälter 3 gefüllt ist,
wird dieser unter die Platte einer Presse 4 gebracht (F i g. 2), die das angehäufte Garnvolumen zu einem
verdichteten Körper zusammenpreßt Der Behälter 3 mit dem verdichteten Garnvolumen bzw. Körper wird
dann einer thermischen Behandlung in einem Trockenschrank unterworfen (Fig. 3). Nach der Behandlung und
Abkühlung wird das zusammengedrückte Garnvolumen dem Behälter 3 entnommen. Der erhaltene Körper
weist das in F i g. 4 wiedergegebene Aussehen auf. Es ist zylinderförmig, gleichmäßig und hat eine glatte
Mantelfläche in Form einer Wand. Der Körper ist hart, von hoher Dichte und Festigkeit und daher leicht zu
handhaben. Überraschenderweise läßt sich das auf diese Weise verdichtete Garn leicht abspulen. Das Textilmaterial
weist längs des Garnes und in seinem Querschnitt deformierte, abgeflachte Stellen auf, wie es in Fig.6
wiedergegeben ist.
Eine derartige Aufmachung in Form eines verdichteten Garnes kann anstelle der herkömmlichen Wicklungen
verwendet werden. Sie kann auch für eine vorläufige Lagerung des Garnes dienen. Ein solcher
Garnkörper ist für den Versand leicht zu verpacken, führ zu Platzeinsparungen und trägt auf diese Weise zur
Lösung jener Probleme bei, die sich durch zentrale, steife Garnträger in den bekannten Wicklungen
ergeben. Im Vergleich zu den bekannten Formen von Garnaufmachung weist die beschriebene Aufmachung
vor allem den Vorteil auf, daß die Form der Aufmachung so gewählt werden kann, daß die
Versandbehälter am besten ausgefüllt werden. So kann z. B. die Form eines Parallelepipeds, eines Rechtecks
usw. gewählt werden. Obwohl das Garn in dem Körper stark zusammengedrückt ist, läßt es sich leicht durch
einfaches Ziehen freilegen. Entgegen allen Erwartungen verwickelt sich dabei das Garn nicht. Handelt es sich um
ein Endlosgarn, so kann dieses nach dem Ausziehen aus dem Körper geschnitten und in die Form von Fasern
gebracht werden.
Die textlien Materialien können Kunst- oder Synthesefasern sein. Sie können aus einer einzigen Komponente
oder mehreren Komponenten bestehen. Materialien mineralischen oder organischen Ursprungs sowie
bj Naturtextilmaterialien (Baumwolle. Wolle, usw.) können
ebenfalls verwendet werden. Das Garn kann gekräuselt, texturiert oder nicht texturiert, unverstreckt oder ganz
bzw. teilweise verstreckt, feucht oder trocken, gefärbt
oder nicht gefärbt sein.
Der mit 20 bis 200 kg/cm2 Druck verdichtete Körper
weist eine hohe Rohdichte von 0,6 bis 1,3 kg/dm3 auf, die
aber im allgemeinen um 1 liegt Sie hängt natürlich von der Art des das Garn bildenden Materials und von dem
bei der Anwendung des Verfahrens ausgeübten Druck ab. Das Verhältnis zwischen der Rohrdichte des
verdichteten Körpers und der Dichte des das Garn bildenden Rohrmaterials soll zwischen 0,6 und 1 liegen,
wobei dieses, Verhältnis natürlich je nach Material einen kritischen Wert hat, unter dem der verdichtete Körper
eine ungenügende Härte aufweist, die zu einer Unbeständigkeit bei Behandlungsvorgängen führt und
über dem der Körper das nachfolgende beschriebene Aussehen aufweist.
Die Härte liegt zwischen 50 und 85 Shore-D-Einheiten. Die Härte könnte auch in Rockwell-Einheiten,
Maßstab R, ausgedrückt werden; sie würde dabei zwischen 40 und 95 liegen. Der erhaltene, verdichtete
Körper weist eine Härte auf, deren Wert dem von Blei gleichkommt und sich dem der Kunststoffe nähert.
Entgegen allen, durch diese harte und steife Aufmachung des Körpers gerechtfertigten Erwartungen,
kann das verdichtete, textile Material leicht freigesetzt werden, sobald man auf das eine oder andere
seiner Enden eine Zugspannung ausübt. Nach seiner Freisetzung weist das Textilmaterial im allgemeinen
Deformationen längs des Garnes sowie Deformationen des Querschnittes auf; diese sind meistens zufällig
verteilt.
Das Herstellungsverfahren kann kontinuierlich oder diskontinuierlich im Zuge der Garnherstellung oder
später angewandt werden.
Der Behälter 3, in dem das Garn in zufälliger oder nicht zufälliger Weise abgelegt wird, kann jegliches
Volumen haben, durchlöchert sein oder nicht, und jegliche Form aufweisen, welche die Anfertigung einer
unerwünschten Aufmachung ermöglicht. Die hergestellte Aufmachung kann z. B. zylindrisch sein. Das Gewicht
der Garnaufmachung hängt vom späteren Verwendungszweck ab; ihm sind nur aus Gründen des
Platzbedarfs Grenzen gesetzt. Die Garnverarbeiter und -hersteiler verlangen immer größere Wicklungen, um
die mit dem Wiederanfahren und Anknüpfen des
in Garnes verbundenen Schwierigkeiten zu vermeiden.
Die Gewichts- und Drehzahlprobleme der derzeitigen Vorrichtungen setzen jedoch den Abmessungen der
Wicklungen praktisch eine Grenze. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Garnaufmachungen, die in dieser
Hinsicht nachteilig sind, ermöglicht die beschriebene Aufmachung Körper mit erheblichen Abmessungen,
ohne daß Probleme bei hoher Drehzahl auftreten. Das durch die Außenabmessungen gebildete Volumen des
Körpers kiinn voll ausgeJlt sein oder eine von einer
Seite zur anderen durchgehende Aussparung aufweisen, damit er z. B. zum Zwecke des Abspulens bei der
Verarbeitung des Garnes auf eine feste Spindsl aufgesteckt werden kann. Es werden zwei freiliegende
Garnenden vorgesehen, damit die Körper erfaßt oder mit anderen Körpern verknüpft sowie von beiden
Seiten abge .pult werden können, was bei den bekannten Aufmachungen nicht einfach ist.
Die Ablegegeschwindigkeit des Garnes in dem Behälter hängt von der verwendeten Liefervorrichtung
3d ab; sie kann von weniger als 100 m/min bis zu mehreren
Tausend m/min betragen.
Der Behälter kann in einer Richtung oder in beiden Richtungen drehbar oder nicht drehbar angeordnet, und
die Drehzahl kann konstant oder nicht konstant sein.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Claims (1)
- Patentanspruch:Trägerlose, durch Zusammenpressen gebildete Aufmachung von fadenförmigem, textilem Material, wobei das fadenförmige, textile Material einen festen, steifen und beständigen, aus mindestens einem Garn bestehenden Körper bildet, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper eine Rohdichte zwischen 0,6 und 13 kg/dm3 und eine Härte zwischen 50 und 85 Shore-D-Einheiten aufweist und das Verhältnis zwischen der Rohrdichfe des Körpers und der Dichte des das Garn bildenden Rohmaterials 0,6 bis 1 beträgt.
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