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"Konusschärmaschine" Die Erfindung bezieht sich auf eine Konusschärmaschine,
mit einer einen unverstellbaren Konus aufweisenden Schärtrommel, mit einem ein Fadenleitriet
tragenden Support, und mit einem Vorschubantrieb zur Erzeugung von radialen und
axialen Relativbewegungen zwischen Schärtrommel und Fadenleitriet, auf dessen Support
eine den Garnwicklungsumfang abtastende Sonde vorgesehen ist, die den Vorschubantrieb
im Sinne der gewünschten Verstellung steuert.
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Beim Schären wird eine Vielzahl von das Fadenleitriet passierenden
und dadurch geführten Fäden bandweise auf die Schärtrommel gewickelt. Da die Schärtrommel
keine die nacheinander aufzuwickelnden Bänder trennenden Scheiben besitzt, ist sie
mit einem Konus versehen, auf dem das erste Fadenband mit parallelogrammförmigen
Querschnitt aufgewickelt bzw. geschärt wird. Sobald das erste Band nach Erreichen
einer bestimmten Fadenlänge fertiggewickelt ist, wird nach dem Trennen des ersten
Bandes und des Knotens der Fäden vor dem Fadenleitriet das nächste Band unmittelbar
neben
dem fertiggewickelten Band auf der Trommel angelegt und gleichfalls mit der entsprechenden
Fadenlänge und parallelogrammförmigen Ouerschnitt aufgewickelt, wonach sich dieser
Vorgang für die nächstfolgenden Fadenbänder entsprechend wiederholt, bis die gesamte
Fadenkette auf der Schärtrommel aufgewickelt ist.
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Diese wird dann mit Hilfe einer Bäummaschine von der Schärtrommel
auf den Webkettbaum umgewickelt.
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Bei einer bekannten Konusschärmaschine werden die von einem Spulengatter
kommenden Fäden durch ein auf die erforderliche Bandbreite eingestelltes Fadenleitriet
gezogen und an der Schärtrommel befestigt. Um dem sich auf die Schärtrommel aufwickelnden
Fadenband den gewünschten parallelogrammförmigen Querschnitt zu geben, muß das Fadenleitriet
relativ zur sich drehenden Schärtrommel seitlich in Richtung auf den Konus der Schärtrommel
verschoben werden. Dies geschieht durch eine den Support des Fadenleitriets antreibende
Gewindespindel, von der außerdem ein Fahrantrieb für die Schärtrommel angetrieben
wird. Die Konusschärmaschine ist so konstruiert, daß die Schärtrommel bzw. die gesamte
Schärmaschine den Weg des Supports in entgegengesetzter Richtung fährt und die vom
Gatter zulaufenden Fäden ohne Änderung der Einlaufrichtung auf die Schärtrommel
zugeführt werden, da der Support immer in derselben relativen Lage zum Spulengatter
verbleibt. Die Vorschubgeschwindigkeit richtet sich in erster Linie nach der Steigung
des Konus der Schärtrommel, jedoch auch nach der Fadenstärke, der Fadendichte und
Spannung, mit der der Faden auf die Schärtrommel aufläuft.
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Der Fahrantrieb besitzt daher ein Wechselradgetriebe, daß entsprechend
eingestellt werden muß. Es ist offensichtlich, daß die alle Umstände zutreffend
berücksichtigende Einstellung des Wechselradgetriebes kompliziert ist und kaum exakt
erreicht werden kann. Bereits die Ermittlung der Fadenauftragsmenge mit einem besonderen
Gerät ergibt keine exakten Werte, da sich die Fadenspannung mit sich ändernder Einlaufgeschwindigkeit
des Fadens ändert. Hinzu kommen die aus Tabellenwerten und Zähnezahlen des Wechselrades
herrührenden Sprünge, so daß Einstellungsfehler unvermeidlich sind, insbesondere,
wenn es sich um das Schären von Effektgarnen handelt.
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Es ist bereits eine Schärmaschine bekannt, bei der der Verstellmotor
für eine den Support tragende Gewindespindel von einer Luftsonde schrittweise erregt
bzw. gesteuert wird, die den Garnwicklungsauftrag berührungsfrei abtastet. Es hat
sich jedoch gezeigt, daß diese Luftsonde nicht die zur exakten Verstellung des Supports
erforderliche Genauigkeit besitzt. Insbesondere beim Schären feiner Garne, bei dem
ein flacher Konus verwendet wird, machen sich diese Ungenauigkeiten bei der in radialer
Richtung erfolgenden Abtastung besonders unangenehm bemerkbar. Im übrigen ist ein
verstellbarer Konus für unterschiedlich dicke Garne vorgesehen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Konusschärmaschine
der eingangs genannten Gattung zu schaffen, die alle Garne im gewünschten Sinne
gleichmäßig zu schären gestattet, auch die einander benachbarten Bänder untereinander.
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Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die abtastende Sonde eine
an dem Garnwicklungsumfang anliegende Fühlwalze ist, und der Vorschubantrieb den
kontinuierlichen Verlagerungen der Fühlwalze proportionale Relativbewegungen zwischen
der Schärtrommel und dem Fadenleitriet zu erzeugen vermag.
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Für die Erfindung ist von Bedeutung, daß die durch den wachsenden
Garnauftrag kontinuierlich verlagerte Fühlwalze den Vorschubantrieb entsprechend
kontinuierlich zu beaufschlagen vermag. Der Fadenauftrag wird genau berücksichtigt.
Falls er sich z.B.
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infolge wechselnder Fadenspannung ändert, wird auch die seitliche
Relativbewegung zwischen Fadenleitriet und Schärtrommel entsprechend genau geändert.
Es wird vermieden, daß sich Fadenmengen örtlich aufhäufen bzw. in die Wicklung einschneiden.
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In Ausgestaltung der Erfindung beträgt die Steigung des Konus der
Schärtrommel etwa 120. Diese Steigung ist flach genug, um auch sehr feine Garne
Schären zu können, ohne daß die Fäden auf der rechten Seite des Bandes abrutschen.
Durch Zusammenwirken einer Schärtrommel mit einem derart gestalteten Konus und der
am Garnwicklungsanfang anliegenden Fühlwalze können jedoch nicht nur feine, sondern
auch starke Garne gewickelt werden, die zur Speicherung derselben Fadenlänge einen
ihrer Dicke entsprechend größeren Garnauftrag bewirken.
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Der Vorschubantrieb besitzt einen beidseitig steuerbar mit Druckmittel
beaufschlagbaren Kolben-Zylinder-Antrieb, dessen Kolben mit der Fühlwalze gekuppelt
ist. Der Kolben-Zylinder-Antrieb vermag diejenige Hilfskraft zu liefern, die zur
Verstellung des Supports bzw. zum Verfahren des Maschinengestells erforderlich ist,
so daß diese Kraft nicht durch den
im Durchmesser wachsenden Garnwickel
erzeugt werden muß. Der Kolben-Zylinder-Antrieb entlastet die Fühlwalze derart,
daß der Garnwickel ohne Pressung von außen stärker werden kann. Es versteht sich,
daß der Kolben-Zylinder-Antrieb auch diejenigen Stellbewegungen der Fühlwalze übernehmen
kann, die beim Umstellen auf ein nachfolgend zu wickelndes Band erforderlich sind.
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Natürlich kann die Hilfskraft zur Verstellung des Supports auch auf
andere Weise erzeugt werden, z.B. elektromotorisch oder von Gewichten, die z.B.
das Fadenleitriet an einem Lineal entlang ziehen, das entsprechend dem Konus schräg
angeordnet ist.
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Bei einer Konusschärmaschine, bei der der Vorschubantrieb einen radial
zur Trommelachse hin- und herbeweglichen Schwenkarm besitzt, der das Fadenleitriet
trägt, ist von Bedeutung, daß der Schwenkarm mit der Getriebewelle über einen kurvengesteuerten
Kurbeltrieb verbunden und als das Fadenleitriet in allen Höhenlagen parallelhaltender
Parallelogrammlenker ausgebildet ist. Das Fadenleitriet ist dadurch so zu steuern,
daß die Entfernung zwischen Auflaufpunkt eines Fadens auf die Garnwicklung und dem
Fadenleitriet bei jeder Garnauftragshöhe gleich gehalten werden kann. Gleichzeitig
ist diese Entfernung so klein zu halten, daß ein Auseinanderlaufen der Fäden zwischen
Fadenleitriet und Auflaufpunkt nicht mehr stattfindet. Dies ist besonders wichtig
beim Schären von synthetischen Garnen, bei denen die zwischen den einzelnen Fäden
wirkenden Spreizkräfte besonders groß sind.
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Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung fluchten die dem
Konus benachbarte Rietlücke und der Konusanfang bei Eingriff des das Fadenleitriet
tragenden Supports in eine aus der Bewegungsbahn des Supports entfernbare Verrastung
des die Schärtrommel tragenden Maschinengestells. Diese Liniendeckung ist bei den
bekannten Schärmaschinen nur sehr schwer zu finden und kann nur bei bereits laufender
Schärtrommel eingestellt werden. Die nach dem Einstellen bereits aufgelaufene Fadenmenge
ist fehlerhaft auf gelaufen und müßte wieder entfernt werden, was aber wegen des
Materialverlustes und des nicht unbeträchtlichen Arbeitsaufwandes in der Regel nicht
durchgeführt wird. Die Verrastung gewährleistet ein praktisch selbsttätiges, fehlerfreies
Anlegen der Fadenschar und ein fehlerfreies Aufwickeln von Anfang an.
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In Weiterbildung der Erfindung ist der auf den Garnwicklungsumfang
wirkende Anlagedruck der Fühlwalze einstellbar. Die Fühlwalze kann also einerseits
nur als Tastorgan wirkend verwendet werden, sie kann aber andererseits auch mit
Anpreßdruck am Garnwicklungsumfang anliegen, falls die Fadenempfindlichkeit gering
ist. Bei stärkeren Garnen ist es wünschenswert, mit größerem Anpreßdruck zu fahren,
um das Fadenpaket zu festigen und die Oberfläche zu egalisieren.
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Des weiteren ist es vorteilhaft, daß die Konusschärmaschine eine
Meßvorrichtung zur Erfassung des Verstellweges der Fühlwalze in Abhängigkeit von
der Umdrehungszahl der Schärtrommel besitzt.
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Das von dieser Meßvorrichtung gelieferte Meßergebnis kann dazu benutzt
werden, eine absolut gleiche Aufwickellänge aller Fadenbänder zu erreichen, indem
der Anpreßdruck der Fühlwalze beim Schären nachfolgender Bänder entsprechend diesem
Meßergebnis eingestellt wird.
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Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert.
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Es zeigen? Fig. 1 Die Seitenansicht einer zusammen mit einer Bäummaschine
aufgestellten Konusschärmaschine in schematischer Darstellung, Fig. 2 eine Aufsicht
auf die Maschine gemäß Fig. 1, Fig. 3 eine Queransicht der Maschine in Fadenzulaufrichtung,
Fig. 4 eine Aufsicht auf die Konusschärmaschine im Bereich ihres Supports, Fig.
5 eine der Fig. 4 ähnliche Aufsicht mit teilweise geschnitten dargestelltem Support,
Fig. 6,7 Querschnitte des Supports quer zur Trommelachse, Fig. - 8 ein hydraulisches
Schaltschema zur Steuerung der Fühlwalze, Fig. 9 einen elektrischen Schaltplan,
Fig. 10 a bis 70 c Kennlinien zur Steuerung bzw. Regelung des Anpreßdrucks der Fühlwalze
auf den Garnwicklungsumfang zwecks Korrektur der Wickellänge der Fadenbänder.
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Die in den Fig. 1,2 neben der Bäummaschine 11 dargestellte Konusschärmaschine
10 besitzt eine Schärtrommel 12, auf der die von einem nicht dargestellten Spulengatter
aus zulaufenden Fäden 13 geschärt werden. Die mit dem unverstellbaren Konus 14 versehene
Schärtrommel
12 ist in dem in den Trommelachsrichtungen verfahrbaren Maschinengestell 15 drehbar
gelagert. Die Verstellbarkeit ist durch den Pfeil 16 und die gestrichelt dargestellten
Linien an den Stirnseiten der in Fig. 2 dargestellten Maschine angedeutet. Der zum
Verfahren erforderliche Fahrantrieb 17 besitzt gemäß Fig. 3 einen Fahrmotor 17'
der das Rad 18' antreibt, so daß das Maschinengestell auf den Rädern 18 bzw. 18',
die auf einer ortsfesten Schienenanlage rollen, verfahren werden kann. Am Maschinengestell
ist der Support 19 axial verschieblich angeordnet. Er trägt das Fadenleitriet 20
mit einem Schwenkarm 21. Die Breite des Fadenleitriets entspricht mindestens der
Breite eines auf die Schärtrommel aufzuwickelnden Fadenbandes 22', das zusammen
mit weiteren, im einzelnen nicht dargestellten Bändern die die Schärtrommel füllende
Garnwicklung 22 ergibt, die nach Beendigung des Schärens auf den Webkettbaum 23
der Bäummaschine 11 umgewickelt wird.
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Zur Führung des Supports besitzt das Maschinengestell 15 gemäß Fig.
6 zwei Längsträger 24 mit Laufschienen 24', zwischen denen das Supportgehäuse 25
über die Kugellager 26 leicht beweglich gelagert ist. Das Supportgehäuse 25 trägt
den Zylinder eines Zylinderkolben-Antriebs 27, dessen Kolbenstange 27' mit dem Walzenrahmen
28 starr verbunden ist, der die parallel zur Trommelachse angeordnete Fühlwalze
29 drehbeweglich lagert. Der Walzenrahmen 28 trägt Zahnstangen 30, in denen Stirnräder
31 einer Getriebewelle 32 kämmen, die an ihrem ausgangseitigen Ende ein Kegelrad
34 trägt, welches in ein Keilrad-Ritzel 35 eingreift. Das Ritzel 35 lagert entkuppelbar
auf der Welle 36, die mit einem Stirnrad 37 in die fest am Maschinengestell angeordnete
Zahnstange 38 greift. Außerdem
ist ein mit der Welle 36 verbundenes
Handrad 39 vorgesehen.
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Durch dieses Getriebe kann der Support relativ zum Maschinengestell
15 bewegt werden, und zwar bei eingerückter Trennkupplung 40 durch die Fühlwalze
gesteuert oder bei ausgerückter Trennkupplung 40 mit dem Handrad 39. Fig. 7 läßt
erkennen, wie eine senkrecht zur Schärtrommel 12 gerichtete Bewegung der Fühlwalze
29 über die mit dem Walzenrahmen 28 verbundenen Zahnstangen 30 und die Stirnräder
31 auf die Getriebewelle 32 übertragen wird.
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Aus Fig. 6 ist die konstruktive Ausbildung des das Fadenleitriet
tragenden Schwenkarms 21 ersichtlich. Die Getriebewelle 32 trägt eine Kurvenscheibe
41, die auf das Ende 42' des vom Leitriet 20 belasteten Kurbelarms 42 drückt. Dieser
Kurbelarm wirkt über ein Zahnradgetriebe 43 auf den Parallelogrammlenker 44, der
das Fadenleitriet 20 so verstellt, daß die Abstände a der Auflaufpunkte 45 der Fäden
auf dem Garnwicklungsumfang vom Fadenleitriet 20 konstant bleiben (Fig. 1). Fig.
4 zeigt, daß das Getriebe 43 und der Parallelogrammlenker 44 das Leitriet 20 infolge
stabiler Ausbildung zuverlässig in der gewünschten Weise zu tragen vermögen.
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Gemäß Fig. 3 sind auf den Schienen 24' des oberen Trägers 24 ein
Supportanschlag 46 mit Feststeller 47 rechts vom Support, sowie ein weiterer Supportanschlag
49 mit Feststeller 48 links vom Support vorhanden. Der Supportanschlag 46 trägt
ein Lineal 50, das aus der Bewegungsbahn des Supports herausklappbar ist, ohne daß
dazu der Supportanschlag selbst gelöst bzw. verschoben werden müßte. Zur Einstellung
der Brandbreite wird das Lineal 50 gegen den in Mittellage 56 befindlichen Support
geschoben und der rechte
Supportanschlag 46 soweit nach rechts
gebracht, bis das Lineal die gewünschte Bandbreite anzeigt. Sodann wir der Feststeller
47 betätigt.
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Des weiteren ist ein Rastbolzen 51 als Anschlag für die linke Seite
des Supports vorhanden. Dieser Rastbolzen ist Bestandteil einer aus der Bewegungsbahn
des Supports entfernbaren Verrastung.
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Er ist so angeordnet, daß die dem Konus 14 benachbarte Rietlücke 20'
und der Konusanfang 14' fluchten. Fig. 4 zeigt außerdem, daß auch die den Konus
14 benachbarte Kante 29' der Fühlwalze 29 mit der Rietlücke 20' und dem Konusanfang
fluchtet. Der Rastbolzen 51, der als linke Bewegungsbegrenzung des Supports ausgebildet
ist, wird vor der Inbetriebsetzung des Schärtrommelantriebs aus der Bewegungsbahr
des Supports von einem nicht dargestellten Elektromagneten herausgezogen.
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Der Support trägt zwei Steuerschalter 52,53, die mit der Schaltsäule
54 oder einem entsprechenden Auslöser zusammenwirken. Diese ist auf dem sie tragenden
Podest 55 in der Mittellage 56 des Spulengatters angeordnet. Das Podest 55 trägt
eine Schaltleiste 57, mit der der Schärtrommelantrieb schaltbar ist. Auf der rechten
Seite der Fig. 3 ist noch das Bedienungspult 58 dargestellt, welches beispielsweise
den Umdrehungszähler der Schärtrommel aufnimmt.
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Fig. 8 zeigt eine Druckmittelquelle 59 zur Versorgung des Kolben-Zylinder-Antriebs
27, dessen Kolben 27'' die Fühlwalze 29 über die Kolbenstange 27' beaufschlagt.
Jeder Arbeitsraum 60',60'' besitzt einen Leitungsanschluß, der zu den 3/2- Wege-Umschaltventilen
61,62 führt. Jedes Umschaltventil ist an je ein Druckregelventil
63,64
angeschlossen, das seinerseits mit der Druckmittelquelle in Verbindung steht. Außerdem
ist jedes Umschaltventil über ein 5/2-Wege-Steuerventil 65 direkt an die Druckmittelquelle
59 anschließbar. Das Steuerventil 65 vermag außerdem die von ihm zu den Umschaltventilen
führenden Leitungen 61',62' mit den Drosselventilen 66,67 zu verbinden, die einen
Luftauslaß besitzen.
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In Fig. 1 ist der Fadenverlauf 70 von der bewickelten Schärtrommel
der Schärmaschine 12 zum Kettbaum 23 der Bäumvorrichtung 11 mit Schaltstangen 71
für den Bäumantrieb dargestellt. Die Kette bzw. die umzuspulenden Fäden laufen über
Umlenkwalzen 75,75'von denen die Walze 75' als Steuerwalze ausgebildet ist, um die
Fadenspannung bzw. die Wickelspannung beim Bäumvorgang entsprechend den Meßergebnissen
der pneumatischen Druckmeßdose 72 zu beeinflußen. Die Bedienungsgeräte zum stufenlosen
Einstellen der Wickelspannung beim Bäumen über die Steuerwalze 75' sind im Bedienungspult
73 der Bäummaschine untergebracht. Außerdem ist eine Anpreßvorrichtung mit Walze
74 zur Beeinflußung der Härte der auf den Kettbaum gewickelten Kette vorhanden.
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Die Arbeitsweise der Schärmaschine beim Schären ist wie folgt: Der
erste Faden 13 aller zu einem Band zu schärenden Fäden wird in die dem Konus benachbarte
Rietlücke 20' eingezogen und die weiteren Fäden in die anschließenden Rietlücken.
Der Support, dessen Fühlwalze 29 sich in der in Fig. 6 dargestellten Lage 29'' befindet,
wird dann mit seinem Gehäuse 25 gegen den Rastbolzen 51 geschoben, so daß ihm eine
weitere Bewegung in Richtung auf den Konus 14 verwehrt ist. Hierdurch ist die Fadenschar,
die zuvor an der Schärtrommel 12 befestigt
wurde, richtig angelegt,
da die erste Rietlücke 20' und der Konusanfang 14' in dieser Stellung des Supports
fluchten. Es wird nun der Hauptschalter eingeschaltet und der gleichzeitig als Meldeleuchte
ausgebildete Druckknopf 76 des Supports zum Einschalten eines in Fig. 9 dargestellten
Steuerspannungsschalters b13 gedrückt.
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Durch dieses Einschalten von b13 werden C6 und C7 an Spannung gelegt,
die das Umschaltventil 62 und das Steuerventil 65 aus der in Fig. 8 dargestellten,
nicht betätigten Lage so verstellen, daß die rechte Arbeitskammer 60'' direkt mit
der Druckmittelquelle 59 verbunden wird und der linke Arbeitsraum 60' entlüftet
ist, da C8 stromlos ist. Durch Betätigung des Druckknopfes 77 wird der Schalter
b10 betätigt, so daß D9 anspricht. Dieses Relais verrastet, so daß D9 eingeschaltet
bleibt, auch wenn b10 wieder öffnet. Erst durch nochmaliges Drücken von b10 würde
D9 abfallen. Durch das Ansprechen von D10 öffnen bzw. schließen d10. Dadurch fällt
65 ab, so daß der volle Druck P der Druckmittelquelle 59 über den Arbeitsraum 60'
auf den Kolben 27'' wirkt und die Fühlwalze zur Anlage an der Schärtrommel bringt.
62 bleibt über c8 angezogen, so daß der Arbeitsraum 60'' dabei über 67 entlüftet
ist. Das Einschalten von D10 bringt C8, C9 noch nicht zum Ansprechen, da c7 wegen
der Versorgung von C7 über c8 weiterhin geöffnet bleibt. Erst nach dem Vorfahren
der Fühlwalze in Anpreßlage gemäß Fig. 6 fällt der verzögert ansprechende Kontakt
d10 oberhalb C7 ab, so daß sich c7 schließt und infolge dessen das Umschaltventil
61 den Arbeitsraum 60' mit dem Druckregelventil 63 verbindet, welches den Arbeitsraum
60' mit dem Druck P1 beaufschlagt. Durch Abfallen des verzögert ansprechenden Kontaktes
d10 wird das Umschaltventil 62 so geschaltet, daß der Arbeitsraum 60" vom Druckregelventil
64 mit dem Druck P2 versorgt wird.
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Da C9 anspricht, leuchtet H4 auf und zeigt an, daß die Trennkupplung
40 geschlossen ist, der Support also fixiert wurde. Es kann nunmehr der Schärtrommelantrieb
durch Betätigung des Schalters b12 mit der Schaltleiste 57 eingeschaltet werden,
der mit dem ihm zugeordneten Relais D1 z.B. den Schalter bil sperrt, mit dem der
Rastbolzen 51 bei nicht fixiertem Support in Raststellung gebracht und fixiert werden
kann.
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Der Druck P2 des Druckregelventils 64 ist so eingestellt, daß alle
bei der Bewegung des Supports über die Fühlwalze 20 auftretenden Bewegungswiderstände
kompensiert werden. Infolgedessen ist die Fühlwalze 29 praktisch kraftlos zu verstellen.
Es ist jedoch möglich, den Druck P1 des Druckregelventils 63 so einzustellen, daß
die Fühlwalze 29 mit definiertem Anpreßdruck auf das sich aufwickelnde Garrband
drückt. Dies kann erforderlich sein, um stets eine sichere Anlage der Fühlwalze
zu haben. Der Anpreßdruck, der vorzugsweise zwischen 0 und 50 kp beträgt, kann aber
auch erforderlich sein, damit die Fühlwalze 29 etwa mit ihr verbundene Maschinenteile
zuverlässig antreibt bzw. die Fadenspannung der auf die Schärtrommel zu einem Band
aufgewickelten Fäden beeinflußt oder zur Garnglättung dient.
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Die Einschaltung der Maschine erfolgt über die Fußschaltleiste 57
und nochmaliges Betätigen der Fußschaltleiste 57 kann die Maschine wieder anhalten.
Die Maschine hält auch bei Fadenbruch automatisch an, falls eine Fadenbruchüberwachung
vorhanden ist. Durch wiederholtes Ein- und Ausschalten bei Flusen oder Fadenbruch
kann die ;8Maschine ruckweise vorgefahren werden (Kippschaltung). Wird ein längerer
Kriegganglauf in der einen oder
anderen Drehrichtung der Schärtrommel
benötigt, so ist dieser am Bedienungspult 58 vorzuwählen. Die eingeschaltete Maschine
läuft selbsttätig'auf die vorher eingestellte Geschwindigkeit hoch. Ein Tachometer
zeigt die gefahrene Geschwindigkeit an.
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Bei zunehmendem Garnauftrag wird die Fühlwalze stetig ausgelenkt,
so daß der Support bei aus seiner Bewegungsbahn entferntem Rastbolzen 51 geringfügig
in Richtung auf den Konus 14 auszuwandern versucht. Dabei wird der Steuerschalter
53 betätigt, der den Fahrantrieb 17 des Maschinengestells betätigt und dieses bzw.
die Schärtrommel nach rechts verfährt, so daß der Support in der dargestellten Mittellage
56 bleibt, so daß der seitliche Auflaufwinkel der Fäden zur Trommelachse nicht geändert
wird. Bei allem bleibt die vollkommen kontinuierliche, das heißt spannungsänderungsfreie
Aufwicklung der Fäden erhalten.
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Gemäß Fig. 4 ist die Fühlwalze 29 über Zahnräder 78', die durch einen
Zahnriemen 78 miteinander verbunden sind, an ein Bandlängenmeßwerk 79 angeschlossen.
Nach Erreichen der mit diesem Bandlängenmeßwerk gemessenen gewünschten Bandlänge
wird die Maschine ausgeschaltet und die Schärtrommel über nicht dargestellte Bremsen
zum Stillstand gebracht. Die Ausschaltung bewirkt, daß alle d1-Kontakte gemäß Fig.
9 wieder in die dargestellte Lage zurückkehren. Es ist also ein erneutes Einschalten
der Maschine ohne weiteres möglich, falls nicht zuvor durch Betätigung des Schalters
b10 die Fühlwalze 29 in ihre Ruhelage 29'' gemäß Fig. 6 zurückgefahren wurde. Das
Zurückfahren der Fühlwalze ergibt sich ohne weiteres anhand der Fig.
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8,9.
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Nachdem das erste Band fertig gewickelt wurde, ist zunächst der Supportanschlag
49 gegen das Supportgehäuse 25 zu verschieben
und durch Anziehen
des Feststellers 48 zu fixieren. Nach dem Abknoten des ersten Bandes und dem Zurückfahren
der Fühlwalze 29 in Ruhelage 29" und der damit verbundenen Freigabe des Supports
durch Lösen der Trennkupplung 40 kann der Support von Hand nach rechts gegen den
fixierten Supportanschlag 46 verschoben werden, wobei das Lineal 50 aus der Bewegungsbahn
des Supports herausgeklappt ist. Damit ist automatisch und exakt die zuvor eingestellte
Bandbreite gewährleistet. Da der Steuerschalter 52 beim über fahren der Steuer säule
54 angesprochen hat und sein Steuersignal gespeichert wurde, wird das Maschinengestell
15 mit der Schärtrommel durch den Fahrantrieb 17 nach links geholt, so daß der Support
wieder in seine Mittellage 56 gefahren wird.
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Nunmehr kann die Fühlwalze 29 erneut gegen die Schärtrommel gefahren
und das zweite Band gewickelt werden. Beim Schären weiterer Bänder wird analog verfahren.
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Beim Schären eines weiteren Bandes muß die Maschine so gesteuert
werden, daß eine absolut gleiche Aufwickellänge aller Fadenbänder gewährleistet
ist. Hierzu ist es erforderlich, alle Bänder mit der gleichen Trommelumdrehungszahl
und der gleichen Fadenspannung auf die Schärtrommel aufzuwickeln. Es ist kein Problem,
die Trommelumdrehungszahl je Band genau einzuhalten.
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Die Fadenspannung ändert sich hingegen mit wechselnder Geschwindigkeit
und erhöht sich bei am Spulengatter ablaufender Garnspule.
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Die Veränderung der Fadenspannung kann jedoch durch Verändern des
Anpreßdrucks der Fühlwalze kompensiert werden. Hierzu ist eine Meßvorrichtung 81
angeschlossen, mit einem Potentiometer zur Erfassung des Stellweges der Fühlwalze
und einem Umdrehungszähler. Beide Vorrichtungsteile sind an je einen Eingang eines
toordinatenschreibers
angeschlossen, der beispielsweise die in Fig. 1Oa dargestellte Treppenkurve zeichnet.
Diese Treppenkurve ist ein kleiner Ausschnitt der in Fig. 1Ob dargestellten Linie.
Die Sprünge sind insbesondere bei feinen Garnen denkbar gering.
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Ist beim Schären eines nachfolgendes Bandes die Fadenspannung bei
einer gewissen Anzahl von erfolgten Umdrehungen der Trommel anders, als beim ersten
Band, so ergibt sich die in Fig. 10c dargestellte Abweichung 80. Dementsprechend
kann der Anpreßdruck der Fühlwalze 29 derart geändert werden, daß die Fadenspannung
den richtigen Wert entsprechend den ersten Band hat. Der Anpreßdruck wird durch
Verstellung des Druckregelventils 63 im gewünschtem Sinne erhöht bzw. erniedrigt.
Diese Einstellung ist von Hand möglich, jedoch auch selbsttätig, indem die in Fig.
10b dargestellte Linie z.B. mittels Lichtschranke abgetastet wird und als Sollwert
in ständigem Vergleich mit dem Istwert die selbsttätige Korrektur für das Druckregelventil
63 liefert.
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Nach dem Fertigstellen des letzten Fadenbandes wird die Fühlwalze
29 in Ruhestellung gefahren und der Support gegen den zuvor eingestellten linken
Supportanschlag 49 geschoben. Hierbei muß der Rastbolzen 51 aus der Bewegungsbahn
des Supports entfernt werden, was durch Betätigen des Schalters b11 in Fig. 9 erfolgt.
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Das ist ohne weiteres möglich, da dl bei ausgeschalteter Maschine
die dargestellte Lage hat. Beim Überfahren der Schaltsäule 54 wird der Fahrantrieb
17 durch den Steuerschalter 53 so lange eingeschaltet, bis das Maschinengestell
15 diein Fig. 2 oben gestrichelt
dargestellte Lage hat. Die Bänder
befinden sich jetzt in einer Lage zum Kettbaum 23, aus der sie senkrecht zur Trommelachse
und zur Bäumachse abgewickelt werden können. In der Praxis werden Kettbäume verwendet,
deren Baunscheiben auf dem Baum verstellbar zu befestigen sind, also z.B. nicht
den maximal möglichen Abstand voneinander haben, sondern einen geringeren. Es ist
daher erforderlich, die Schärtrommel 12 so anzuordnen, daß auch die am weitesten
außen liegenden Fäden des ersten Bandes genau senkrecht zur Bäumachse abgewickelt
werden können. Das wird dadurch erreicht, daß die Schaltsäule 54 verfahrbar angeordnet
ist, wie Pfeil 54' in Fig. 3 andeutet. Hierzu wird beispielsweise an dem ortsfesten
Podest 55 ein Verstellmotor mit einer waagerechten Verstellspindel angeordnet, die
die Schaltsäule im gewünschten Maße zu verfahren gestattet. Da derartige Verstelleinrichtungen
bekannt sind, wurde von einer Darstellung abgesehen.
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Beim Bäumen erhält die Fühlwalze 29 den vollen Anpreßdruck, so daß
sie der abnehmenden Garnwicklung folgt und dementsprechend seitlich verstellt. Es
wird der Fahrantrieb 17 des Maschinengestells über Support und Steuerschalter 52
betätigt und die Schärtrommel letztlich in die ausgezogen dargestellte Lage gebracht,
in der der Support wieder in der Anfangsposition des ersten Bandes steht, so daß
erneut geschärt werden kann.
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Um die Geschwindigkeiten von Kettbaum 23 und Schärtrommel 12 beim
Bäumen aufeinander abzustimmen, besitzt die Fühlwalze 29 eine Tachomaschine, die
den Istwert der jeweiligen Geschwindigkeit der Schärtrommel erfaßt. Dieser wird
zur Steuerung der Geschwindigkeit der Bäummaschine benutzt. Die Fadenspannung beim
Bäumen wird
über die oben beschriebene Spannungsmeßeinrichtung
75,75' bzw.
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die Bremsung der Schärtrommel über Druckluft gesteuerte Trommelbremsen
bewirkt.
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Beim Bäumen ist Changieren möglich, indem die die seitliche Verstellung
des Supports bzw. der Schärtrommel steuernden Steuerschalter 52,53 z.B. über Zeitrelais
die gewünschten Verzögerungen bewirken.