[go: up one dir, main page]

DE2505959A1 - Verfahren und vorrichtung zur reinigung von koksofengas - Google Patents

Verfahren und vorrichtung zur reinigung von koksofengas

Info

Publication number
DE2505959A1
DE2505959A1 DE19752505959 DE2505959A DE2505959A1 DE 2505959 A1 DE2505959 A1 DE 2505959A1 DE 19752505959 DE19752505959 DE 19752505959 DE 2505959 A DE2505959 A DE 2505959A DE 2505959 A1 DE2505959 A1 DE 2505959A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
scrubbing
hydrogen sulfide
gas
ammonia
carbon dioxide
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Granted
Application number
DE19752505959
Other languages
English (en)
Other versions
DE2505959C3 (de
DE2505959B2 (de
Inventor
Heinz Gresch
Hienz Hoelter
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DE19752505959 priority Critical patent/DE2505959C3/de
Priority to GB774375A priority patent/GB1467083A/en
Priority to NL7502281A priority patent/NL7502281A/xx
Priority to IT2096775A priority patent/IT1033456B/it
Priority to CA221,686A priority patent/CA1052537A/en
Priority to FR7507756A priority patent/FR2264080B3/fr
Priority to AU79034/75A priority patent/AU492274B2/en
Priority to JP3063675A priority patent/JPS5328321B2/ja
Publication of DE2505959A1 publication Critical patent/DE2505959A1/de
Publication of DE2505959B2 publication Critical patent/DE2505959B2/de
Application granted granted Critical
Publication of DE2505959C3 publication Critical patent/DE2505959C3/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/08Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors
    • C10K1/10Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors with aqueous liquids
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/16Hydrogen sulfides
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/08Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors
    • C10K1/10Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors with aqueous liquids
    • C10K1/12Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors with aqueous liquids alkaline-reacting including the revival of the used wash liquors
    • C10K1/122Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors with aqueous liquids alkaline-reacting including the revival of the used wash liquors containing only carbonates, bicarbonates, hydroxides or oxides of alkali-metals (including Mg)

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)
  • Industrial Gases (AREA)

Description

Leerseite
I it
PATENTANWALT BODE · 4033 HÖSEL · POSTFACH 1140 . TELEFON 02102-60001 · TELEX 8585166
H 12 - 192 2505959
\IEIWZ HÖLTER
439 Gladbeck/Westf. , Beisenstr. 39-41
Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung von Koksofengas
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reinigung von Koksofengas, bei der aus dem entteerten und gekühlten Rohgas das Ammoniak mit Wasser, gegebenenfalls unter Zusatz von Schwefelsäure, und der Schwefelwasserstoff mit einer alkalischen Waschflüssigkeit ausgewaschen werden, aus der der gebundene Schwefelwasserstoff anschließend entfernt wird.
Bei den nach dem Stande der Technik bekannten Gasreinigungsverfahren arbeitet insbesondere die alkalische, nasse Gasentschwefelung unbefriedigend. Und zwar ist bei der bekannten alkalischen, nassen Gasentschwefelung der Abscheidegrad verhältnismäßig gering (ca. 80 % bis 90 %) , so daß das naßgereinigte Gas anschließend noch einer Feinreinigung in einer trockenen Gasentschwefelungsanlage unterzogen werden muß. Die Rückstände dieser trockenarbeitenden Anlage sind nicht deponiefähig und müssen durch kostspielige weitere Verfahren einer umweltfreundlichen Beseitigung zugänglich gemacht werden. Außerdem wird bei der bekannten alkalischen, nassen Gasentschwefelung für das Abscheiden des ausgewaschenen Schwefelwasserstoffes eine verhältnismäßig
PATENTANWALT BODE · 4033 HÖSEL ■ POSTFACH 1140 - TELEFON 02102-00001 - TELEX 8585166
große Energiemenge (Wärme) benötigt. Schließlich ist: auch bei der Entfernung des ausgewaschenen Schwefelwasserstoffes aus der Waschflüssigkeit der maximal erreichbare Abscheidegrad mit ca. 80 % verhältnismäßig klein.
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, das Gasreinigungsverfahren der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß bereits die alkalische, nasse Gasentschwpfelung so gut ist, daß die anschließende Feinreinigung entfallen kann. Außerdem soll der Energie- -ind sonstige Kostenaufwand möglichst gering sein.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Reinigung "on Koksofengaö,bei dem aus dem entteerten und gekühlten Rohgas das Ammoniak mit Wasser, gegebenenfalls unter Zusatz von Schwefelsäure, und der Schwefelwasserstoff mit einer alkalischen Waschflüssigkeit ausgewaschen werden, aus der der gebundene Schwefel anschließend entfernt wird, wobei sich dieses Verfahren dadurch kennzeichne,, daß die Schwefelwasserstoffwasche durch eine im Kreislauf geführte, llatrium- oder Kaliumkarbonat enthaltende Waschflüssigkeit erfolgt, aus der der Schwefelwasserstoff durch Zusatz von Kohlendioxyd enfernt wird, wobei dem Kreislauf Natron- oder Kalilauge zugeführt wird, während entsprechende Mengen Waschflüssigkeit aus dem Kreislauf entfernt werden.
Durch das Verfahren gemäß de'" Erfindung wird zunächst eine nahezu vollständige Gasentschwefelung erzielt, so daß sich eine anschließende Feinreinigung des Gases erübrigt. Außerdem werden gleichzeitig mit dem Schwefelwasserstoff auch etwa im Rohgas vorhandener Zyanwasserstoff und andere verwandte Verbindungen ausgeschieden) wobei der Abscheidegrad bis zu
389835/0 U 7
PATENTANWALT BODE ■ 4033 HÖSEL ■ POSTFACH 1140 . TEUTON 02IU2-00001 ■ TELEX 8585166
ü9,;J '·„ beträgt. Da das Abscheiden des in der Waschflüssigkeit gebundenen Schwefelwasserstoffes und verwandter Verbindungen durch Kohlendioxyd erfolgt, das im Abgas der Koksofenbcheizung oder aus sonstigen Verbrennungsanlagen billig zur Veri ''igung steht, beschränken sich die Kosten für eingesetzte Chemikalien im wesentlichen auf die in klein· η Mengen zugesetzte Natron- oder Kalilauge. Da die für den Kohlendioxydzusatz verwendeten Abgase in der Regel auch hei;» sind, kann sich eint; zusätzliche Wärmezufuhr bei der Entfernung des Schwefelwasserstoffes vollständig oder zumindest teilweise erübrigen,
Beim Verfahren gemäß der Erfindung entstehen in der Waschflüssigkeit jedoch Alkalisulfide (Natriumsulfid, Natriumbisulf id; Kaliumsulfid, Kaliumbisulfid), die oft nicht ins Abwasser gegeben werden dürfen und deren Beseitigung Schwierigkeiten bereiten kann.
Es ist deshalb weiterhin Aufgabe der Erfindung, das Verfahren dahingehend weiterzubilden, daß diese Schadstoffe ohn^ zusätzliche Kosten zu verursachen beseitigt werden.
Zur Lesung dieser Aufgabe wird in Weiterbildung des Verfahrens gemäß der Erfindung vorgeschlagen, daß die aus dem Kreislauf der Schwefelwasserstoff-Wäsche entfernte Waschflüssigkeit dem Abwasser der Ammoniak-Wäsehe zwecks Abtreibung des in diesem vorhandenen fixen Ammoniaks zugesetzt wird. Durch den erläuterten weiteren Verfahrensschritt werden die schädlichen, bei der Schwefelwasserstoff-Wäsche anfallenden Alkalisulfide nicht nur unschädlich gemacht, sondern übernehmen zusätzlich noch eine Aufgabe, für die sonst
PATENTANWALT BODE · 4033 HÖSEL · POSTFACH 1140 · TELEFON 02102-60001 . TELEX 8585166
gelöschter KaIK oder andere Chemikalien >-,e;.';t igt werden. Bei der Abtreibung des Ammoniaks aus den fixen Ammonverbindungen des Abwassers der Ammoniak-Wäsche fällt in der Gasphase lediglich Schwefelwasse utoff an, desst-n Beseitigung keine Schwierigkeiten bereitet, und in der wäßrigen Phase
neben dem als Düngemittel verwertbaren Ammonsulfat lediglich „Natriumkarbonat und Natriumchlorid bzw. Kaliumkarbonat und Kaliumchlorid an, die ohne weiteres ins Abwasser gegeben
Werden können.
Zweckmäßig erfolgt beim Verfahren gemäß der Erfindung die Zugabe von Natron- oder Kalilauge zum Kreislauf der Waschflüssigkeit der Schwefelwasserstoff-Wäsche vor der Schwefel-Viasserstoff-Wäsche und die Entfernung der Waschflüssigkeit laus dem Kreislauf vor dem Kohlendioxydzusatz. Hierdurch gelangt einerseits die zugesetzte Frischlauge jeweils sofort in die Schwefelwasserstoff-Wäsche, wo sie besonders intensiv zur Wirkung kommt. Andererseits braucht die abgeführte Waschflüssigkeit nicht erst durch Kohlendioxyd vom Schwefelwasserstoff befreit zu werden, weil dieser bei der Abtreibung des fixen Ammoniaks nicht stört und gegebenenfalls in das Ammonsulfat geht oder in der Gasphase entweicht.
Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn die Schwefelwasserstoff-Wäsche zwischen 20 bis 30° C und die Behandlung der Waschflüssigkeit der Schwefelwasserstoffwäsche mit Kohlendioxyd bei 60 bis 90° C erfolgen.
- Zweckmäßig wird der bei der Schwefelwasserstoff-Wäsche und/oder bei der Nachbehandlung des Abwassers der Ammoniak-Wäsche anfallende Schwefelwasserstoff in an sich bekannter Weise in einer nachgeschalteten Schwefelsäureanlage zu
PATENTANWALT BODE ■ 4033 HCJSEL . POSTFACH IHO - TELEFON 02102-60001 · TELEX 8585166
Schwefelsäure oder in einem nachßoschdlte.en Claursofon zu Schwefel verarbeitet.
Das zur Behandlung der Waschflüssigkeit der Schwefelwasserstoff-Wäsche benötigte Kohlendioxyd stammt zweckmäßig uns den Abgasen der Koksofenbeheizung und/oder anderen Verbrennungsanlagen oder aus Ammoniakabtreibern. "'
Zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung ,bei dem die Waschflüssigkeiten besonders intensiv mit dem zu reinigenden Rohgas vermischt werden müssen, werden zweckmäßig Gasreinigungseinrichtungen für die Ammoniak-Wäsche und/oder die Schwefelwasserstoff-Wäsche verwendet, die ein als Mischrohr dienendes Rohrstück aufweisen, in dem der Gasstrom mit der feinverteilten Waschflüssigkeit durchmischt wird und an das sich ein Radialdiffusor mit radial gerichteten Leitschaufeln anschließt, der von einem mit Schälschlitzen versehenen Abscheider umgeben ist, wobei die Gaswascheinrichtungeh als integrierte Bestandteile der Gasführungsleitungen ausgebildet sind.
Das Verfahren gemäß der Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert, in der
Fig. 1 den Verfahrensablauf schematisch und
Fig. 2 und 3
eine bei der Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens gemäß der Erfindung verwendete Wascheinrichtung im Längsschnitt und Querschnitt zeigen.
1 ' W
PATENTANWALT BODE · 4033 HOSEL · POSTFACH 1140 . TELEFON 02102-60001 · TELtX 8585160
In Fig. 1 ist der zu reinigende, entteerte und gekühLle Rohgasstrom mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet. Der Rohi'u:.;- :;trom wird durch einen Aminoni akwascher 2 geleitet, dem ein Wa^serstrom 3 zugeführt wird, dem gegebenenfalls Schwefelsaure beigemischt ist. Der Abwasserstro;a Ί des Ammoniakwascriers 1' w i'. 1 einer Anunonaulf at~Gewinnungsanlage 5 zugeführt, in der ΑΑΡ?βΑβ2'**Äi,.«mus dem Abwasser Ammoniak abgeschieden wird und das fixe SHl58II ' ι,,ί'ί'ν^,Ammoniak aus Ammoniakverbindungen ausgetrieben wird, wie p;r' ../■■"-%{^-'; 1I Reiter unten noch erläutert wird.
1;; '"'# ' * :ihDer vom Ammoniak befreite Rohgasstrom 6 wird einem Schiwefel- : ; , ■ wasserstoff-Wascher 7 zugeführt. Die Waschflüssigkeit des ■I MiL* %. Schwefelwasserstoff-Waschers 7 ist in einem Kreislauf geführt, " älif* -w il der insgesamt mit dem Bezugszeichen 8 bezeichnet ist. Dieser
F f Kreislauf enthält in wäßriger Lösung Natriumkarbonat, Natronsr lauge, Natriumsulfid und Natriumbisulfid als zum Schwefel-
■:.. wasserstoff transport wirksame Bestandteile. Weiterhin enthält
der Kreislauf noch verschiedene Bestandteile, die mit: dem # Schwefelwasserstoff nicht reagieren und die ebenfalls in dem Schwefelwasserstoff-Wascher 7 ausgewaschen werden.
Das Entfernen des ausgewaschenen Schwefelwasserstoffes aus dem Kreislauf 8 erfolgt in einer Regenerierungsanlage 9, die in den Kreislauf 8 eingeschaltet ist und in der die im Kreislauf 8 geführte Waschflüssigkeit mit einem stark kohXendioxydhaltigen Rauchgasstrom 10 durchmischt wird, wodurch Schwefel-• wasserstoff abgetrieben wird und Natriumkarbonat hergestellt wird bzw. zurückgewonnen wird. Der Rauchgasstr^om 10 r ^, stammt aus der Heizanlage des Koksofens oder von anderen
Verbrennungsanlagen mit geeigneten Abgasen. Gegebenenfalls kann auch Kohlendioxyd verwendet werden} das am Abgang von hintereinander geschalteten Ammoniakabtreiberkolonneη anfällt
PATENTANWALT BODE · 4033 HÖSEL . POSTFACH 1140 · TELEFON 02102-60001 - TELEX 8585166
Um eine Anreicherung von Natriumsulfid und inerten Bestandteilen im Kreislauf 8 zu vermeiden, wird ständig ein Teilstrom 11 aus diesem abgeführt und die abgeführte Waschflüssigkeitsmenge durch einen Ergänzungsstrom 12 frischer Natronlauge ersetzt. Die Abzweigung des Teilstromes 11 erfolgt hinter· dem H9S-WaSeher 7 und vor dnr Regenerierungsanlage 9, wodurch dem Kreislauf 8 nur wenig Wärmeenergie entzogen wird. Der Ergänzungsstrom 12 mit frischer Natronlauge wird vor dem H~S-Wascher 7 zugeführt, so daß die unverbrauchte Natronlauge sofort zum Auswaschen von Schwefelwasserstoff verwendet wird, ohne zuvor durch andere Reaktionen an Reaktionsfähigkeit verloren zu haben. Die Überschußmenge <Jes mit dem Rauchgasotrom 10 zugeführten Kohlendioxyds geht mit dem Schwefelwasserstoff-Strom IM aus der Regenerierungsanlage 9 ab. Das aus dem Schwefelwasserstoff-Wascher 7 austretende Reingas ist mit 13 bezeichnet.
Die Schwefelwasserstoff-Wäsche erfolgt vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 20 und 30 C. Die Regeneration erfolgt vorzugsweise bei ca. 60 bis 90° C. Falls in der Regenerationsanlage 9 die mit dem Rauchgasstrom 10 zugeführte Wärmemenge nicht ausreicht, muß zugeheizt v/erden. Die abgezweigte Teilmenge 11 kann - wenn entsprechende Umweltbedingungen es zulassen - in das Abwasser gegeben werden. Wenn dies wegen des darin enthaltenen Natriumsulfids nicht zulässig sein sollte, kann dieser Teilstrom zum Abtreiben von gebundenem Ammoniak aus dem Abwasser des Ammoniak-Waschers 2 verwendet werden. Hierzu wird der Teilstrom 11s der Natriumkarbonat, Natriumbi sulfid, Natriumsulfid, geringe Mengen Natronlauge und inerte
<B © 9 8 "3-B / 1O U1V
PATENTANWALT BODE ■ 4033 HOSEL · POSTFACH 1140 · TELEFON 02102-60001 · TELEX 8585166
Bestandteile enthält, dem in der Ammonsulfat-Gewinnungsenlage 5 befindlichen Abwasser des Ammoniak-Waschers 2 zugetnischt. Hierdurch reagiert das in dem Teilstrom 11 enthaltene Natriumsulfid mit den im Ammoniakwasser enthaltenen fixen Ammoniakverbindungen, wobei im wesentlichen Ammonsulfat und Schwefelwasserstoff entstehen.
das bei der Schwefelsäurewäsche anfallende Matriumsulfid zur Abtreibung des gesamten fixen Ammoniaks nicht ausreichen sollte, kann gegebenenfalls von anderswo stammendes Uatriurnsulf id, dessen Beseitigung sonst hohe Kosten verursachen würde, zusätzlich eingesetzt werden. Die typischen Reaktionen bei dieser- Abtreibung von fixem Ammoniak mit Uatriurnsulfid sind folgende:
+ (NH^)2CO3 -* Na2CO3 +
+ (NH4J2SO11 —* Na3SO4 + 4
+ 2NH4CL —> 2 NaCl + (NH4
3(NH4)2S04
Das entstehende Ammonsulfat, das als Düngemittel Verwendung findet, kann aus der Ammonsulfat-Anlage 5 bei 15 abgezogen werden. Der in der Ammonsulfat-Anlage 5 entstehende Schwefel-Ivasserstoff-Strom 16 wird zusammen mit dem Schwefelwasserstoff -Strom 14 der Regenerationsanlage 9 einer Schwefelsäure-Gewinnungsanlage zur Herstellung von Schwefelsäure oder einem Clausofen r:ur Herstellung von Schwefel zugeführt. Gegebenenfalls kann der Schwefelwasserstoff-Strom 16 auch dem Rohgasfetrom 1 oder dem vom Ammoniak befreiten Rohgasstrom 6 zugegeben werden, um anschließend in der Schwefelwasserstoff-Wäsche ausgetragen zu werden.
H· Q W
PATENTANWALT BODE - 4033 HDSEL · POSTFACH 1140 · TELEFON 02102-60001 - TELEX 8585166
25059Γ9
In Abwandlung des oben erläuterten Verfahrensabiaufes können der Ammoniakwascher und der Schwefelwasserstoff-Wascher zu einem einzigen Wascher vereinigt werden. Ebenso können die beiden Waschvorgänge ohne weiteres in der Reihenfolge ausgetauscht werden.
Das oben erläuterte Verfahren arbeitet mit Natronlauge und dementsprechend mit Natriumkarbonat, Natriumbisulf id urid Natriumsulfid im Kreislauf 8. Selbstverständlich kann an die Stelle von Natronlauge Kalilauge treten, wodurch in der Waschflüssigkeit des Kreislaufes 8 Kaliumkarbonat, Kaliumbisulfid und Kaliumsulfid entstehen.
Für den Ammoniak-Wascher, den Schwefelwasserstoff-Wascher oder den vereinigten Wascher werden beim Vorfahren gemäß der Erfindung Gaswascheinrichtungen verwendet, die in den FiL. 2 und 3 dargestellt sind. Diese Gdswascheir.ri - ht unpen v/eisen ein als Mischrohr dienender; Rohr:;tück ?l ,mf ^n dem der Gasstrom mit der f einverteilten Was':hf iii:;r i gkei L durchmischt wird und an das sich ein Radialdiffusor anschließt. Der Radialdiffu^or weist einen kegelförmige;. Verdrängungskörper 22 auf, der das Gas-Waschflüssigkeitsgtmisch in an ihm befestigte Leitschaufeln 23 einleitet. Diese Leitschdufein 23 sind so ausgebildet und angeordnet, daß sie einerseits zur Druckrückgewinnung und andererseits zur Drallerzeugung in dem Gemisch dienen. Nach außen hin wird der Radialdiffusor von einem Abscheider 24 umgeben, der in eine Sammelkammer einmündende Schälschlitze 26 aufweist. Aus der Kammer 25 kann die abgeschiedene Flüssigkeit abgeleitet werden. Die erfindungsgemäß verwendete Wascheinrichtung hat den Vorteil, daß sie als integrierter Bestandteil in die Gasführungslei-' tungen eingebaut werden kann und nur wenig mehr Platz einnimmt, als diese. Die Reaktionen beider Ammoniak-Wüsche und bei der
- 10 -
•BW 9 8
PATENTANWALT BODE · 4033 HOSEL . POSTFACH 1140 . TELEFON 02102-60001 · TELEX 8535166
- 10 -
Schwofelwasserstoff-Wcische sind so intensiv, daß die kurze Reaktionszeit, die in derartigen Wascjheinr-ichtungen zur Verfügung steht, zu einer 9 9,9 %igenAbscheidung sius'reicht Für die Regenerationsanlage 9 des Waschflüssigkeitskrcsis- ' lciufes 8 werden jedoch herkömmliche Kolonnen mit Glockenboden oder dergleichen benötigt.
- 11 -
6O98 3 5/0U7
PATENTANWALT BODE · 4033 HÖSEL · POSTFACH 1140 · TELEFCN 02102-60001 · TELEX 8585166
- 11 Ht-zugsze ichenVerzeichnis :
1 Rohgasstrom (entteert, gekühlt)
2 Amnioniakwascher
3 Wasserstrom (ggf. mit H2SO.)
4 Abwasserstrom
5 Ammonsulfat-Gewinnungsanlage
6 Rohgasstrom (von Ammoniak befreit)
7 Schwefelwasserstoff-Wascher
8 Kreislauf (enthält Waschflüssigkeit mit Na2CO3, NaOH,
NaHS, NaS2 und inerte Bestandteile;
9 Regenerationsanlage
10 Rauchgasstrom (CO2)
11 Teilstrom (enthält Na Co., NaHS, Na S, in geringen Mengen
NaOH und inerte Bestandteile)
12 Ergänzungsstrom (NaOH)
13 Reingas
14 Schwefelwasserstoffstrom (H2S)
15 Abzug von Ammonsulfat
16 H2S)
21 Rohrstück 2 2 Verdrängungskörper
23 Leitschaufeln
24 Abscheider
2 5 Sammelkammer 26 Schälschlitze
- 12 -

Claims (3)

PATENTANWALT BODE . 4033 HOSEL . POSTFACH 1140 . TELEFON 02102-00001 . TELEK 8585160 H ft Q SS^ 9 - 12 Patentansprüche;
1. Verfahren zur Reinigung von Koksofengas, bei dem aas dem entteerten und gekühlten Rohgas das Ammoniak mit Wasser, gegebenenfalls unter Zusatz von Schwefelsäure, und der Schwefelwasserstoff mit einer alkalischen Waschflüssigkeit
f. ausgewaschen werden, aus der der gebundene Schwefelwasserstoff anschließend entfernt wird, dadurch g e ■ kennzeichnet, daß die Schwefelwasserstoff-
I Wäsche durch eine im Kreislauf geführte, Natrium- oder
I Kaliumkarbonat enthaltende Waschflüssigkeit erfolgt,
I aus der der Schwefelwasserstoff durch Zusatz von Kohlen-
dioxyd entfernt wird, wobei dem Kreislauf Natron- oder Kalilauge zugeführt werden, während entsprechende Mengen I Waschflüssigkeit aus dem Kreislauf entfernt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch geke nn-
I zeichnet, daß die aus dem Kreislauf der Schwefel-
I wasserstoff-Wäsche entfernte Waschflüssigkeit dem Ab-
J wasser der Ammoniak-Wasehe zwecks Abtreibung des in diesem
I vorhandenen fixen Ammoniaks zugemischt wird.
I
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet , daß die Zugabe von Natron- f oder Kalilauge zum Kreislauf der Waschflüssigkeit der
^ Schwefelwasserstoff-Wäsche vor der Schwefelwasserstoff-
i Wäsche und die Entfernung der Waschflüssigkeit aus'idem
I Kreislauf vor dem Kohlendioxydzusatz erfolgen.
R - 13 -
609835/0447
. TELET=C
PATENTANWALT BODE . 4033 HÖSEL . POSTFACH 11<1U . TELEFON 02102-00001 - TELEX 0565166
25Ü5959
- 13 -
H. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwefelwasserstoff-Wäsche zwischen 20 bis 30° C und die Behandlung der Waschflüssigkeit der Schwefelwasserstoff-Wäsche mit KohlerJioxyd bei 60 bis 90° C erfolgen.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, d a d u ν c h
S ,1*"S ekennzeichret , daß der bei der Schwefel-ι, „^Wasserstoff-Wäsche und/oder bei der Nachbehandlung des Abwassers der Ammoniak-Wasehe anfallende Schwefelwasserstoff in an sich bekannter Weise in einer nachgeschalteten Schwefelsäureanlage zu Schwefelsäure oder in einem nach-■v(geschalteten Clausofen zu Schwefel verarbeitet wird.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, d a du r c h gekennzeichnet , daß das zur Behandlung der Waschflüssigkeit der Schwefelwasserstoff-Wäsche benötigte Kohlendioxyd aus den Abgasen der Koksofenbeheizung und/oder anderen Verbrennungsanlagen stammt.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das zur Behandlung der Waschflüssigkeit der Schwefelwasserstoff-Wäsche benötigte Kohlend Oxyd aus Ammoniakabtreibern stammt.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 7, gekennzeichnet durch die Verwendung von Gaswascheinrichtungen für die Ammoniak-Wasehe und/oder die Schwefelwasserstoff-Wäsche, die ein als Mischrohr dienendes Rohrstück (21) aufweisen, in dem der Gasstrom mit der feinverteilten Waschflüssigkeit durchmischt wird und an das sich ein Radialdiffusor mit radial gerichteten Leitschaufeln (23)
- 14 -
809835/0447
PATENTANWALT BODE · 4033 HÖSEL - POSTFACH 1140 · TELEFON 02102-60001 · TELEX 8585166
- 14 -
anschließt, der von einem mit Schälschlitzen (26) versehenen Abscheider (24) umgeben ist, wobei die Gaswascheinrichtungen als integrierte Bestandteile der Gasleitungen ausgebildet sind.
II/Bo
609835/0447
DE19752505959 1974-03-13 1975-02-13 Verfahren zur Reinigung von Koksofengas Expired DE2505959C3 (de)

Priority Applications (8)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19752505959 DE2505959C3 (de) 1975-02-13 1975-02-13 Verfahren zur Reinigung von Koksofengas
GB774375A GB1467083A (en) 1974-03-13 1975-02-25 Process and apparatus for the purification of coke oven gas
NL7502281A NL7502281A (nl) 1974-03-13 1975-02-26 Werkwijze en inrichting voor het reinigen van cokesovengas.
IT2096775A IT1033456B (it) 1974-03-13 1975-03-06 Procedimento e dispositivo per la purificazione di gas di forno a coke
CA221,686A CA1052537A (en) 1974-03-13 1975-03-10 Process and apparatus for the purification of coke oven gas
FR7507756A FR2264080B3 (de) 1974-03-13 1975-03-12
AU79034/75A AU492274B2 (en) 1975-03-13 Improvements in or relating to process and apparatus forthe purification of coke oven gas
JP3063675A JPS5328321B2 (de) 1974-03-13 1975-03-13

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19752505959 DE2505959C3 (de) 1975-02-13 1975-02-13 Verfahren zur Reinigung von Koksofengas

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE2505959A1 true DE2505959A1 (de) 1976-08-26
DE2505959B2 DE2505959B2 (de) 1977-07-07
DE2505959C3 DE2505959C3 (de) 1978-03-16

Family

ID=5938740

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19752505959 Expired DE2505959C3 (de) 1974-03-13 1975-02-13 Verfahren zur Reinigung von Koksofengas

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE2505959C3 (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0062684A1 (de) * 1981-04-09 1982-10-20 Ruhrkohle Aktiengesellschaft Verfahren zum Entfernen von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen, insbesondere Kohlendestillationsgasen
WO2008119474A3 (de) * 2007-03-29 2009-04-16 Uhde Gmbh Verfahren zur schwefelsäureerzeugung und anlage zur durchführung des verfahrens

Families Citing this family (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3004757C2 (de) * 1980-01-24 1994-01-27 Ruhrkohle Ag Verfahren zum Entfernen von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen, insbesondere Kohlendestillationsgasen

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0062684A1 (de) * 1981-04-09 1982-10-20 Ruhrkohle Aktiengesellschaft Verfahren zum Entfernen von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Gasen, insbesondere Kohlendestillationsgasen
WO2008119474A3 (de) * 2007-03-29 2009-04-16 Uhde Gmbh Verfahren zur schwefelsäureerzeugung und anlage zur durchführung des verfahrens
RU2457173C2 (ru) * 2007-03-29 2012-07-27 Уде Гмбх Способ получения серной кислоты и установка для его осуществления

Also Published As

Publication number Publication date
DE2505959C3 (de) 1978-03-16
DE2505959B2 (de) 1977-07-07

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3513544A1 (de) Verfahren zur abscheidung von stickstoffoxiden
DE3204907C2 (de) Verfahren zum Entfernen von Schwefelwasserstoff aus Gasen, insbesondere Kohlendestillationsgasen
DE2264097A1 (de) Verfahren zur reinigung von cyanwasserstoff, ammoniak und schwefelwasserstoff enthaltendem gas
DE2505959A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur reinigung von koksofengas
EP0560039B1 (de) Verfahren zur Reinigung eines durch Vergasung von kohlenstoffhaltigem Material gewonnenen Gases
DE2917780C2 (de) Verfahren zum Entfernen von Schwefelwasserstoff und Ammoniak aus einem Kokereigas sowie zur Freisetzung von in Kohlewasser gebundenem Ammoniak
DE3217394A1 (de) Verfahren zur aufbereitung von gips aus rauchgasentschwefelungsanlagen
EP0176658B1 (de) Verfahren zur Regeneration einer Waschlösung, die zur simultanen Auswaschung von Stickoxid und Schwefeldioxid aus Rauchgasen eingesetzt wird
EP0363664B1 (de) Verfahren zur Entschwefelung von Koksofengas
WO1986005709A1 (fr) Procede pour le nettoyage des gaz brules
DE3215333C2 (de) Verfahren zur Feinentschwefelung von Koksofengas
DE3100568C2 (de) Verfahren zur selektiven Entfernung und Gewinnung von Ammoniak aus Koksofenrohgasen
DE4238289A1 (de) Verfahren zum Vorbehandeln von Prozeßabwasser
DE4141173A1 (de) Verfahren zur reinigung eines h(pfeil abwaerts)2(pfeil abwaerts)s- und stickstoff-haltigen rohgases
EP0628519A1 (de) Verfahren und Anlage zur Reinigung von Abwasser, insbesondere von alkalischem Prozesskondensat-Abwasser
DE2734497A1 (de) Verfahren zum entfernen von schwefelwasserstoff aus gasen, insbesondere kohlendestillationsgasen
DE2736488B2 (de) Verfahren zum Entfernen von Schwefeloxiden aus Rauchgasen
DE3202059A1 (de) &#34;verfahren zum reinigen von co(pfeil abwaerts)2(pfeil abwaerts) und andere saure bestandteile enthaltendem abgas&#34;
DE1184895B (de) Verfahren zur Entfernung von Schwefelverbindungen aus heissen Spaltgasen
DE2933147A1 (de) Verfahren zum entfernen von schwefelwasserstoff aus gasen, insbesondere kohlendestillationsgasen
DE3537480A1 (de) Verfahren und anlage zur simultanabscheidung von schwefeloxiden und stickstoffoxiden aus rauchgasen
DE2441773A1 (de) Regenerierung von natrium-sulfidbzw. natrium-bisulfid-laugen bei der h tief 2 s-alkaliwaesche vorzugsweise in kokereibetrieben
DE934121C (de) Verfahren zur Entfernung von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Steinkohlengas und anderen Gasen
DE4344035A1 (de) Verfahren zum Entschwefeln von Rohgas
AT248592B (de) Verfahren zur Beseitigung des in Koksofengasen enthaltenen, im Rahmen der indirekten Auswaschverfahren anfallenden Ammoniaks

Legal Events

Date Code Title Description
C3 Grant after two publication steps (3rd publication)
8310 Action for declaration of annulment
8339 Ceased/non-payment of the annual fee