DE2500455B2 - Verfahren zur behandelung von abwasser mittels flotation - Google Patents
Verfahren zur behandelung von abwasser mittels flotationInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung ■>(>
von Abwasser mittels Flotation, bei dem das Abwasser durch einen Behälter, der an oder nahe seinem Boden
sich weitgehend über die gesamte Bodenfläche erstrekkende Elektrodenreihen aufweist, hindurchgefühlt wird
und dort mit Mikrobläschen versetzt wird, die sich durch Zufuhr von elektrischem Strom zu den Elektrodenreihen
bilden, wobei die gelösten und suspendierten Teilchen in dem Abwasser agglomerieren und zur
Wasseroberfläche getragen werden.
Auf vielen industriellen Gebieten gibt es von den to Betriebsvorgängen herrührende, gewöhnlich wäßrige
Ausflüsse, die eine abtrennbare Phase enthalten. Beispielsweise enthält in der Papierindustrie der Abfluß
des Herstellungsvorgangs Cellulose, Fasern und manchmal mineralische Füllstoffe, wie Kaolin. In der
Fleischindustrie enthält der Abfall von Schlachthäusern tierische Fette, Proteine und andere organische Stoffe.
Die Abwasser bei der Herstellung von Eisenprodukten, wie in Walzstraßen, enthalten Öl und Eisenpartikeln. In
der Erdölindustrie sind zahlreiche Produkte mit sehr viel kleineren Dichten als bei Wasser nur schwer unter
Verwendung üblicher Verfahren, wie der Dekantierung bzw. der Schlemmung oder der Zentrifugierung,
trennbar. Einige lndustrieverfahren, wie die Latex- oder Kunststoffindustrie, führen zu hydrophoben Abfallphasen.
Selbstverständlich sind zahlreiche Flüsse und Ströme der Erde mit allen Arten von unlöslichen und
feinverteilten organischen sowie anorganischen Materialien verschmutz.
Ganz allgemein führen freies Fett und Öl, d. h. also nichtemulgiertes Fett und Öl, nicht zu besonderen
Problemen im Hinblick auf eine Trennung vom Wasser, da diese Stoffe im allgemeinen an die Oberfläche
schwimmen und abgeschöpft werden können. Andererseits befinden sich emulgierte Fette in Lösung und
begründen erhebliche Reinigungsprobleme. In diesem Zusammenhang wurde in der Vergangenheit in der
Praxis gewöhnlich so verfahren, daß das Abwasser von einer Konservenfabrik zu einem Absetztank oder
-behälter mit Trennblechen floß, wobei sich das Wasser während einer Stunde od. dgl. absetzte und wobei das
freie Fett zur Oberfläche anstieg und abgeschöpft wurde. Das emulgierte Fett verblieb dabei selbstverständlich
im Wasser und gelangte mit diesem in die Abwasserkanäle. Es wurden zahlreiche Maßnahmen,
wie eine Belüftung und komplexe Geräte, in Versuchen angewendet, um die Emulgierung des Abwassers
aufzuheben. Wenn das emulgierte Öl nicht besonders wertvoll war, wurde jedoch gewöhnlich keine Anstrengung
zum Wiedergewinnen desselben vorn Wasser unternommen, das schließlich mit dem Öl zu den
Abwasserkanälen und daher in die Ströme und Flüsse geleitet wurde.
Bei Verfahren mit einer Wasserwiederverwendung kann das öl aus dem System durch Koagulieren mit
Aluminiumsulfat sowie Alkali und durch nachfolgende Filtrierung entfernt werden. Das Öl wird in den Flocken
eingeschlossen bzw. von diesen erfaßt und aus dem System ausgefiltert. -Jedoch sind periodische Rückwasch-
bzw. -Strömvorgänge des Filters mit Ätznatron erforderlich. Es ist jedoch festzustellen, daß die
benutzten Verfahren zum vollständigen Entfernen des Öls aus dem Wasser eindeutig unwirtschaftlich sind, um
Abwasser von Konservenfabriken, Abwasser der Erdölindustrie und solche der Speiseölbetriebe zu
säubern bzw. aufzubereiten.
Um das Problem des Trennens einer feinverteilten Phase von einem Abwasser zu lösen, wurde bei
zahlreichen industriellen Verfahren die Flotationstechnik benutzt, bei der in die Flüssigkeit Gasbläschen
eingeführt werden, die sich selbst an den Partikeln der trennbaren Phase, die fest oder flüssig sein kann
anlagern und den Partikeln eine Scheindichte erteilen Hierdurch werden die Partikeln in der sie enthaltender
Flüssigkeit angehoben und zur Oberfläche transportiert wo sie entfernt werden können. Die bisher bekannter
Flotationsvorgänge und -geräte haben den Hauptnach teil, daß die Gasbläschen im Volumen der Flüssigkeil
unmittelbar über dem Freigabepunkt der Bläschen eine beträchtliche Turbulenz erzeugen, aufgrund derei
Verunreinigungen in die geklärte Flüssigkeit getrager werden. Da es keine Möglichkeit gab, die Anzahl de:
Bläschen erheblich zu vergrößern, beispielsweise un Schaum zu erzeugen, waren ein Klären des Flüssigkeits
abflusses schwierig und das Reinigen beschwerlich. In der DT-OS 18 03 229 wird in Fig. 1 eini
Vorrichtung zum Behandeln von Abwasser beschrieben. Diese bekannte Vorrichtung enthält über dem Behälterboden
verteilt angeordnete Elektroden, denen gleichmäßig Strom zugeführt wird. Dies hat zur Folge, daß die
am Auslaßende erzeugte Menge der Mikrobläschen etwa gleich groß ist wie die am Einlaßende erzeugte
Mikrobläschenmenge. Hierdurch wird am Ausgangsende eine zur Abscheidung des Restgehalts der suspendierten
und gelösten Abwasserinhaltsstoffe nicht notwendige, hohe Turbulenz erzeugt, was zu einer κι
Rückvermischung und mithin zu einem nicht ausreichend geklärten, bodenseitigen Abwasserablauf führt.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu
schaffen, mit dem suspendierte oder gelöste Teilchen ιϊ
aus Abwasser leicht entfernt werden können und besser entfernt werden können. Insbesondere soll bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren in der Klärungszone eine Stromturbulenz vermieden werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die zwischen den Elektroden erzeugte Stromdichte,
gemessen in Ampere pro Flächeneinheit des Behälterbodens, derart geregelt ist, daß sie längs des
Strömungswegs des Abwassers von einem Ende des Behälters zum anderen Ende stufenartig oder allmählich
verlaufend abnimmt, wobei die größte Stromdichte am Abwassereinlaßende des Behälters erzeugt wird.
Die Erfindung befaßt sich ganz allgemein mit der Behandlung von Wassersystemen, die suspendierte oder
gelöste Partikeln enthalten und bei denen das Wasser einer Vielzahl von Stromdichtegradientenzonen unterworfen
wird. Jede Stromzone enthält eine Elektrodenreihe, die ein Gitter oder Elektrodenpaare enthält,
welche eine wichtige Beziehung zur Menge der Verunreinigungen im Wasser haben. Im Idealfall wird >>
die mittlere Stromdichte am Boden des Tanks verkleinert, wenn das Wasser durch den Behandlungstank
gelangt. Dies wird durch Verändern der Spannung, der Stromstärke, des Abstands zwischen den Elektroden
oder der Anordnung der Elektroden erreicht, was noch näher erläutert wird.
In der vorliegenden Beschreibung werden zwei Arten von Stromdichten erläutert. Eine an den Elektroden
erzeugte Stromdichte ist reell, während am Tankboden eine imaginäre, jedoch berechenbare Stromdichte
festgestellt wurde. Es gibt unbegrenzte Möglichkeilen, um am Tankboden einen Gradienten der Stromdichten
zu erzeugen. Wenn beispielsweise die Stromstärke an der Elektrode konstant bleibt, erfolgt eine Verkleinerung
der mittleren Stromdichte pro Flächeneinheit des Tankbodens, wenn die Elektrodenpaare weiter entfernt
oder der Abstand zwischen der Anode und der Kathode vergrößert werden.
Die meisten Abwässer und insbesondere diejenigen von Fleischbehandlungsbetrieben oder Speiseölanlagen
haben eine Gemeinsamkeit, nämlich das Vorliegen von fein verteilten, geladenen, festen Partikeln, die sich auch
über Monate hin nicht absetzen. Es ist im allgemeinen festzustellen, daß üblicherweise mehr als 90% der
schwebenden Festkörperteilchen negativ geladen sind. t>o
Um diese Partikeln abzuscheiden, muß die Ladung auf Null gebracht werden. Im Falle der Nulladung erfolgen
ein Abscheiden der Partikeln und eine Flockenbildung, wobei einige Flocken steigen und andere fallen können.
Es ist möglich, einige Partikeln in Industrieabwässern durch einfaches Ändern des pH-Wertes der Lösung zu
koagulieren.
Ferner werden gewöhnlich positiv geladene Partikeln, nämlich Metallionen, dem Abwasser zugefügt.
Diese positiv geladenen Partikeln lugern sich bereits im Abwasser an die negativen Partikeln an und führen in
der Lösung insgesamt zu einer Nulladung mit dem Ergebnis einer Koaleszenz b.'.w. Vereinigung der
Partikeln. Ferrichlorid, Ferrisulfal, Aluminiumsalze wie Alaun bilden ihre entsprechenden unlöslichen Metallnydroxide
und stellen nach der vorliegenden Erfindung zum Behandeln industrieller Abwasser verwendbare,
positiv geladene Partikeln dar.
Eine weitere Verbesserung hinsichtlich der Erzeugung von Flocken zwecks Anstieg zur Oberfläche ist das
Zufügen von synthetischen Polymeren zum Wasser, wobei diese Polymere gewöhnlich vom Polyacrylamid-Typ
sind. Diese technischen Polymereflockungsmittel vnn wasserlöslichen Polymeren haben Molekulargewichte,
die von einem mittleren Wert von 7 · IOh bis zu den höchsten praktischen Grenzen reichen, und
sie weisen schwache, mittlere und starke Ladungsdichten auf.
Beim Behandeln eines Abwassers von einer Anlage werden etwa 100—1000 ppm, gewöhnlich etwa
300—400 ppm, Alaun oder ein anderes höherwertiges Metallsalz normalerweise etwa 6,1 m (20 ft) vor dem
Tank oder Behälter in die Einflußleitung eingebracht. Es ist ein sehr schonendes Mischen erwünscht, und es wird
ein starkes Rühren oder Bewegen vermieden. Nach einem Mischen von einigen Minuten wird eine kleine
Menge von etwa 0,1 bis etwa 5 ppm eines Polyelektrolyten zum System zugegeben. Das Abwasser kann dann
über eine Vielzahl von Elektroden strömen, und es wird ein Stromdichtegradient am Behälterboden erzeugt. Die
Stromdichtezonen werden durch Verwendung einer Vielzahl von Elektrodenreihen erzeugt, die nahe dem
Tankboden angeordnet sind. Die benutzten Stromdichten stehen in einer Beziehung zur Menge des festen
Fremdmaterials im Wasser über dem Gitter. Je höher die Konzentration an Fremdmaterialien ist, desto
größer muß auch die verwendete wirksame Stromdichte sein. Ferner sind die mittleren Stromdichten pro
Behälterbodeneinheit am Einflußende beträchtlich größer (etwa um das 2-, 100- und vorzugsweise um das
lOfache größer) als am Abflußende. Der Gradient von einem Ende des Behälters zum anderen Ende kann
stufenartig oder allmählich verlaufen.
Nach der vorliegenden Erfindung erstrecken sich die Elektrodenreihen vorzugsweise über weitgehend die
gesamte Oberfläche des Behandlungsbehälters an oder nahe seinem Boden. Mit der Bezeichnung Stromdichte
sind hier die Amperezahlen pro sq ft bzw. Einheitsfläche des von der Elektrodenreihe bedeckten Behälterbodens
gemeint, auch wenn die Anoden- und Kathodenaufbauten aus Siebdraht, aus offenem Giiter (70% offener
Bereich) oder aus unter Abstand angeordnetem Draht oder Elektrodenpaaren hergestellt sind. Gute Resultate
wurden bei Verwendung von Tafeln oder Blättern aus hexagonal gemustertem Sireckmetall für Kathoden mit
stangenförmigen, zwischenliegenden Anoden erzielt. Es kann jedoch irgendeine Art einer Offenbereichsausbildung
benutzt werden.
Nach der Erfindung werden optimale Resultate erzielt, wenn zwei oder mehr Bereiche von Stromdichtewerten
in einem einzigen Abwasserbehandlungsbehälter benutzt werden. Die Erfindung umfaßt auch die
Verwendung eines Gradienten in der Energie- bzw. Leistungseingahe von einem Ende des Behälters zum
anderen. Die Leistungseingabe entspricht dem Produkt aus dem Strom sowie der Spannung, das heißt Watt, und
ähnlich wie bei der Stromdichte sollte die miniere
Energie- b/.w. Leisutngseingabe pro Flächeneinheit des
Behälterbodens am Einflußende wesentlich größer als diejenige am Ausflußende sein. Bei konstanter Spannung
ist die Wattzahl direkt proportional zur Stromstärke.
Im allgemeinen ändert sich die Größe eines Abwasserbehandlungsbehälters in Abhängigkeit von
der zu behandelnden Wassermenge. Um 2271 Liier (600 gallons) industrielles Abwasser pro Minute zu behandeln,
sind beispielsweise folgende Abmessungen realistisch:
Länge 12,2 m (40 ft), Breite 4,6 ni (15 ft) und Tiefe 1,4 m (4,5 ft).
Da eine kritische Beziehung zwischen der optimalen Stromdichte des Anoden-Kathoden-Gitters oder des
Elektrodenpaares und der Verunreinigungsmenge im Wasser besteht, folgt hieraus, daß die Stromdichte in
den Elektrodenreihen im Idealfall vermindert wird. wenn das Wasser durch den Behandlungsbehälter
gelangt. Die Erfindung läßt sich am besten anwenden, wenn ein Behandlungstank in vier Reihenbereiche
unterteilt wird. Jedoch wird speziell darauf hingewiesen, daß auch drei Bereiche, fünf Bereiche oder zusätzliche
Bereiche angewendet werden können. In einem Klärtank mit vier Zonen stellt die Stromdichte im
vierten Bereich oder Abschnitt einen Bruchteil derjenigen im ersten Abschnitt dar und entspricht etwa der
Hälfte derjenigen im ersten Abschnitt. Nachfolgende Stromdichtezonen werden gewöhnlich durch einen
Faktor von etwa '/2 verkleinert. Wenn beispielsweise die Stromdichte im ersten Abschnitt (dem nächsten am
Einflußende) zwischen etwa 32,3 und 215 Ampere pro m2 (3 — 20 Ampere pro sq ft) Bodenfläche dieses
Abschnittes beträgt, weist der zweite Abschnitt eine Stromdichte von etwa 26,9 bis 108 Ampere pro m2
(2,5—10 Ampere pro sq ft) auf. Der dritte Abschnitt hat eine Stromdichte von etwa 13,5 bis 53,8 Ampere pro m2
(1,25—5 Ampere pro sq ft), während der letzte Abschnitt eine Stromdichte von etwa 5,4 bis 26,9
Ampere pro m2 (0,5 — 2,5 Ampere pro sq ft) hat.
Bei Verwendung von Anoden-Kathoden-Gittern liegt der optimale Abstand zwischen der Anode und der
Kathode erfindungsgemäß zwischen 6,4 und 50,8 mm (0,25—2 Zoll). Es ist zwar möglich, ein Anoden-Kathoden-Gitter
jenseits eines Abstandes von 50,8 mm zu betreiben, doch steigt die Verbrauchsleistung mit größer
werdenden Distanzen. Es ist sehr wichtig, daß das Anoden-Kathoden-Gitter soweit wie möglich von der
Abschöpfoberfläche entfernt ist. Wenn der Abstand vom Boden des Behälters sehr viel größer als 203 mm (8
Zoll) ist, geht ein Teil der erwünschten Neutralisation und Koagulierung unwiederbringlich verloren.
In einer spezifischen Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung hat ein benutzter FlotdJonstank eine Länge von 4,57 — 7,92 m (16—20 ft), eine Höhe von etwa
1,52-1,82 m (5-6 ft) und eine Höhe von 2,13 m (7 ft). Die Einlaß- und Auslaßkanäle befinden sich etwa 1,52 m
(5 ft) über dem Boden des Tanks. Dieser ist in vier elektrochemische oder Stromdichte-Abschnitte unter
Anwendung von vier Zellenreihen unterteilt, die im wesentlichen den gesamten Boden des Behälters
abdecken und so nahe wie möglich am Boden angeordnet sind. Alle vier Zellen werden parallel in
Verbindung mit einem Gleichrichter betrieben.
Die erste Reihe oder das erste Anoden-Kathoden-Gitter (das dem Einflußende am nächsten liegende)
enthält zwei Kathoden und einen Satz zylindrischer oder stangenförmiger Anoden, die mit gleichem
Abstand /wischen den Kathoden angeordnet sind. Di'.-Kathoden
waren rechtwinklige Platten (Gitter) aus gestrecktem Weichstahl und hatten bei 66 bis 70%
öffnungen eine Dicke von 1,59 —6,35 mm ('/κ,-Vi
j Zoll). Jede Öffnung hatte eine Abmessung von etwa 15,2 χ 43,2 mm (0,6 χ 1,7 Zoll). Elf Ferrosilizium-Anodenstangen
mit einer Länge von 5 fl 4 inch und einem Durchmesser von 38,1 mm (1.5 Zoll) wurden zwischen
die Kathoden geschichtet. Die Bodenkathode ruhte unter einem Abstand von 101,6 mm (4 Zoll) vom
Behälterboden und war zusammen mit der oberseitigen Kathode durch nichtleitendes Material von den Anoden
getrennt. Alle Anoden befanden sich auf einer Ebene, jedoch gegeneinander um 152,4 mm (6 Zoll) versetzt. Sie
lagen quer zur Strömung des Wassers und waren etwa 127 mm (5 Zoll) gemäß Messung von ihrer Mittellinie
entfernt. Die Kathodengitter waren mit 25,4-mm-Schritten bis zu einem Ausmaß von 50,8 mm verschiebbar,
doch waren sie im allgemeinen etwa 50,8—63,5 mm
2» (2 — 2,5 Zoll) von der Mittellinie der Anoden entfernt.
Die zweite Reihe ist ähnlich der ersten Reihe aufgebaut, mit dem Unterschied, daß neun Ferrosilizium-Anoden
(152,'τΓηπι entfernt) im Raum benutzt
wurden, so daß die Mittellinie der Kathoden etwa zwischen 76,2-88,9 mm (3 — 3,5 Zoll) lag. Die dritte
Reihe bestand aus fünf Ferrosilizium-Anoden in einer Ebene, die 254 mm (10 Zoll) entfernt war und auch quer
zur Strömung des Wassers lag. Diese Anoden waren etwa 76,2—101,6 mm (3—4 Zoll) über einem Kathoden-
w gitter angeordnet, das ebenfalls vom Behälterboden
einen Abstand von etwa 101,6 mm (4 Zoll) hatte. Die vierte Reihe bestand aus vier Ferrosilizium-Anoden mit
einem Abstand von 304,8 mm ( 12 Zoll), wobei alle in einer Ebene und etwa 101,6 —127,0 mm (4—5 Zoll) über
einer Kathode lagen. Diese Zelle wurde am Ausflußende unter etwa einem 45° -Winkel mit einem Ende des
Gitters etwa 101,6 mm (4 Zoll) vom Boden des Behälters angeordnet, wobei die Oberkante der Oberfläche des
Wassers angenähert war. Der Oberteil des Floiations-
<to behälters enthielt Abschöpfstäbe zum Entfernen der
geflockten Partikeln von der Oberseite des Tanks, während unterhalb der Abschöpfmittel, jedoch auf
einem Niveau von etwa 127 mm (5 Zoll) vom Behälterboden aus, klares Wasser abgelassen wurde.
Es wurde ein gleichgerichteter Wechselstrom von etwa 10 Volt und hoher Stromstärke benutzt, in der
ersten Reihe betruger die oberen und unteren Stromgrenzen etwa 60—150 Ampere. Demgegenüber
lagen die entsprechenden Stromgrenzen der zweiten Reihe bei etwa 50—100 Ampere, diejenigen der dritten
Reihe bei etwa 15—40 Ampere und diejenigen der letzten Reihe bei etwa 10—20 Ampere. Wichtiger ist er
jedoch, daß der einen Bereich von etwa 1A des Behälterbodens überdeckende Einflußabschnitt eine
Stromdichte von 53,8—107,5 Ampere pro m2 (5—10 Ampere pro sq ft) des Behälterbodens aufweist. Der
ebenfalls 1A des Behälterbodens ausmachende Abschnitt 2 wies eine Stromdichte im Bereich von
21,5—53,8 Ampere pro m2 (2-5 Ampere pro sq ft) des
Behälterbodens auf. Der Abschnitt 3 hatte Stromdichten im Bereich von 5,38—10,75 Ampere pro m2 (0,5—1
Ampere pro sq ft), während der Aiisf!u3abschnitt
Stromdichten im Bereich von 1,08 — 5,4 Ampere pro m2 (0,1 —0,5 Ampere pro sq ft) hatte. Beim Einschalten des
Stroms trat eine Elektrolyse des Wassers auf, wobei in spürbaren Mengen Mikrobläschen aus Sauerstoff und
Wasserstoff entstanden, die die Partikeln zur Oberfläche trugen. Der Tank war in einem Gehäuse oder in
einer Kammer abgeschlossen, und der Wasserstoff
wurde an die freie Atmosphäre entlüftet. Dabei wurden etwa 0,17 ιτι!(6αι ft) Wasserstoff pro Stunde freigesetzt.
Eine Energieeingabe kann auch über Elektrodenpaare erfolgen, das heißt über eine Anoden- und
Kathodenslange, wobei der Abstand (Oberfläche zu Oberfläche) zwischen den Elektroden in jedem Elektrodenpaar
nicht kleiner als 6,35 mm (0,25 Zoll) und gewöhnlich nicht größer als 101,6 mm (4 Zoll) ist. Sehr
gute Resultate wurden mit Abständen von 25,4 mm (1 Zoll) erzielt. Zum Erhalten des Energiegradienten
werden diese Elektrodenpaare unter größeren Abständen angeordnet, wenn das Abwasser durch den
Behandlungslank geführt wird, um einen gleichmäßigen Gradienten zu erzeugen.
In einem typischen Tank mit einer Länge von 6,1 m (20 ft) und einer Breite von 2,4 m (8 ft), kann eine Reihe
von Elektrodenpaaren mit einem Abstand von 25,4 mm (1 Zoll) zwischen der Anode und der Kathode benutzt
werden. Der Abstand zwischen den ersten und zweiten Eiektrodenpaaren beträgt 101,6 mm (4 Zoll), derjenige
zwischen den zweiten und dritten Eiektrodenpaaren 203,2 mm (8 Zoll), derjenige zwischen den dritten und
vierten Eiektrodenpaaren 304,8 mm (12 Zoll) usw. mit jeweils Abständen zwischen aufeinanderfolgenden
Eiektrodenpaaren, die immer um 101,6 mm (4 Zoll) zunehmen. Diese Art der Energieverteilung ist eher
gleichmäßig als stufenförmig. Daher wird die Energieeingabe im Behandlungstank aus schmalen Bündeln
bzw. Packungen (Eiektrodenpaaren) hergestellt, und die Dichte dieser Paare wird verändert, um den erwünschten
Energiegradienten zu bilden. Gewöhnlich sollte die Energieeingabe am Einflußabschnitt des Behälters,
basierend auf der Behäiterbodenfläche, zwischen etwa 40 und 120 (vorzugsweise 50—100 Watt) liegen,
während die Energieeingabe am Ausflußendc des Behälters bei Verwendung von 10 Volt im Bereich von
etwa 4 bis 12 Watt (vorzugsweise 5— 10 Watt) pro sq ft
liegen.
In einem spezifischen Beispiel wurde ein Behälier mit
einer Länge von 7,62 m (25 ft), einer Tiefe von 1,83 m (6 fl) und einer Breite von 2,44 m (8 ft) in vier Abschnitte
unterteilt. ]cder Abschnitt hatte eine Abmessung von 2,44 m χ 1,22 m (4 ft), wobei 2,74 m (9 ft) am Einflußendc
übrigblieben und als Flockungskammcr sowie für Trennbleche benutzt wurden. Der erste Abschnitt (der
dem Einflußende am nächsten liegende) hatte neun stangenförmige Duriron-Elektroden mit einem Durchmesser
von 60,3 mm (2 3/8 Zoll) und einer Länge von
2,13 m (7 ft), wobei die Elektroden einen Abstand von 1,22 m (4 ft) hatten und quer zur Wasserströmung
verliefen. Der zweite Abschnitt wies sieben Elektroden auf, während der dritte Abschnitt fünf Elektroden und
der vierte Abschnitt vier Elektroden hatten. Die Elektroden in diesen Abschnitten waren gleich weit
entfernt und stellten abwechselnd Anoden und Kathoden dar, die parallel geschalte! waren. Der Strom in den
vier Abschnitten betrug jeweils etwa 150 Ampere, 75 Ampere, 40 Ampere und 20 Ampere. Eine Spannung
von 10 Voll wurde bei allen vier Abschnitten verwendet,
Es wurde ein prolein- und fettreiches Abwasser von einem .Schlachthof behandelt. Die Eigenschaften des in
den Tank eintretenden und aus dem Tank heraustretenden Wassers waren wie folgt:
1. Extrahierbare Hexane 5,230 ppm 30 ppm
2. Suspendierte Feststoffe 4,300 ppm 100 ppm
3. pH 7-12 6,5-7,5
Die Energieeingabe in jedem Abschnitt betrug ir Watt/m2 (Watt/sq ft) des Behälterbodens: Abschnitt
- 517 (48), Abschnitt 2 - 258 (24), Abschnitt 3—12? (12), Abschnitt 4 - 64,6 (6).
- 517 (48), Abschnitt 2 - 258 (24), Abschnitt 3—12? (12), Abschnitt 4 - 64,6 (6).
Allgemein gilt, daß der Durchmesser der an dct Kathoden und Anoden gebildeten Mikrobläschen ocstc
kleiner ist, je größer die Stromdichte wird. Es sind kleine Bläschen erwünscht, und dementsprechend ist c·
bevorzugt, daß die Größe der Bläschen zwischen 10 μ
und etwa 250 μ variiert, wobei der Hauptanteil irr Bereich von etwa 100 μ liegt, wenn eine Kathoden
stromdichte von 129 Ampere pro m2 (12 Ampere prc sq ft) benutzt wird. Die Bläschen haben eine kleinere
Dichte als Wasser, neigen zum Hochsteigen und trager die Flocke zur Oberfläche, wo sie abgeschöpft wird.
Die höhere Konzentration von Kolloidpartikelr erfordert größere Stromdichten, und demzufolge fäll
die Größe des erforderlichen Stromes, wenn die Anzah der KolloidpartikcJn abnimmt. Deshalb werden arr
Einflußcndc im Vergleich zu den Stromflußdichten arr
Ausflußende große Stromflußdichten benutzt. Dei Elektroflockungsvorgang nutzt vollständig eine Wolke
von geladenen Mikrobläschen aus, die an den Anoder und Kathoden gebildet werden. Diese Bläschen werder
gleichförmig über den Behälter verteilt und bilden dahci einen gleichförmigen Auftrieb beim Anheben der relati\
ladungsfreien Flocke zur Oberfläche. Während zwar die Bläschen gleichförmig über das gesamte Wasser verteil
sind, ist die Stromverteilung über dem Behälter nich
gleichförmig.
An den Anoden tritt ein den pH-Wert absenkendei Effekt auf, der vielfach die Fett-Wasser-Emulsior
aufbricht. Nach dem Aufbrechen der Emulsion steigt da; Fett zur Oberfläche. Eine Koaleszenz oder Verschmel
zung der freinen Partikeln wird auch durch Zufüger geladener positiver Teilchen, das heißt Eisen, Alumini
um, Kalziumionen zusammen mit einem anionischer Polymere unterstützt. Die Partikelausscheidung, die
Flockenbildung, die Partikelflotation, der aufgedrückte Strom und die Elektrolyse sind dynamische Systeme. Irr
erfindungsgemäßen Verfahren wird der Einflußab schnitt hauptsächlich zum Neutralisieren der negativer
Ladung von Fremdpartikeln und zum Hochtreiben de: Flocken in Anwesenheit einer großen Wasscrturbulen;
benutzt. Im nächsten Abschnitt des Behälters wird eine zweite elektrochemische Zelle zum Koalesziercr
verbleibender loser Flocken unter mittlerer Turbulen; verwendet. Im Abschnitt 3 werden lose Restflocker
unter geringer Turbulenz zur Oberfläche flotiert. Dei Abschnitt 4 wird benutzt, um unlcnksame Flocken zurr
Ansteigen und Verbleiben an der Oberfläche zi veranlassen. Als unlenksamc Flocke wird eine solch«
mit beträchtlicher elektrostatischer Ladung verstanden Diese kann nicht in den ersten drei Abschnitter
angehoben und gehalten werden, da die Turbulenz zi groß ist, während im Abschnitt 4 eine sehr gering«
Turbulenz vorherrscht.
Claims (5)
1. Verfahren zur Behandlung von Abwasser mittels Flotation, bei dem das Abwasser durch einen
Behälter, der an oder nahe seinem Boden sich weitgehend über die gesamte Bodenfläche erstrekkende
Elektrodenreihen aufweist, hindurchgeführt wird und dort mit Mikrobläschen versetzt wird, die
sich durch Zufuhr von elektrischem Strom zu den Elektrodenreihen bilden, wobei die gelösten und
suspendierten Teilchen in dem Abwasser agglomerieren und zur Wasseroberfläche getragen werden,
dadurch gekennzeichnet, daß die zwischen den Elektroden erzeugte Stromdichte, gemessen in r,
Ampere pro Flächeneinheit des Behälterbodens, derart geregelt ist, daß sie längs des Strömungsweges
des Abwassers von einem Ende des Behälters zum anderen Ende stufenartig oder allmählich
verlaufend abnimmt, wobei die größte Stromdichte am Abwassereinlaßende des Behälters erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die durchschnittliche Stromdichte am
Abwassereinlaßende des Strömungsweges 32,3 bis 215 A/cm2 beträgt. -">
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stromdichtegradient bei
zwei oder mehreren aufeinanderfolgenden Stufen angewandt wird, wobei die folgende Dichte die
Hälfte der Dichte der vorherigen Stufe beträgt. w
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erleichterung
der Ausflockung zu dem Abfallwasser ein mehrwertiges Aluminium- oder Eisenmetallion zugegeben
wird. j"'
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Lösung ein
Flockungsmittel zugefügt wird, um das Ansteigen der Feststoffe zur Oberfläche zu unterstützen, wobei
das Flockungsmittel ein Copolymer aus 90 bis 50 Gew.-% Acrylamid oder Methacrylamid und 10 bis
50 Gew.-% Acryl- oder Methacrylsäure oder einem wasserlöslichen Salz davon ist.
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- 1975-01-31 SE SE7501116A patent/SE7501116L/xx unknown
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