DE2558521A1 - Verschluss fuer eine kuenstliche darmoeffnung - Google Patents
Verschluss fuer eine kuenstliche darmoeffnungInfo
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Description
- Verschluß für eine künstliche DarmoffnunF
- Die Erfindung betrifft einen Verschluß für eine künstliche Darmöffnung mit einem durch eine Füllung vorzugsweise mit Luft in seiner Ausdehnung veränderbaren, mit einem Einführkörper versehenen Verschlußkörper und einem in Funktionsstellung an der Innenseite der Bauchdecke anliegenden Widerlagerring für den Verschlußkörper.
- Es ist üblich, z. 3. bei einem wegoperierten Mastdarmende einen künstlichen Darmausgang, in der Regel in der Bauchwand, zu schaffen. Problematisch ist dabei die Frage des Verschlusses, da eine Schließmuskulatur nicht mehr vorhanden ist. Man hat deshalb beispielsweise ein Auffangbehält nis vorgesehen, in das sich der Darminhalt entleeren kann.
- Es ist auch schon ein Verschluß der eingangs erwähnten Art fiir eine künstliche Darmöffnung bekannt, bei der eine aufblasbare, mit einer Stützanordnung versehene Gummiblase in das Darmende eingeführt und dann aufgeblasen wird, wobei sie eine etwa kugelige Form hat und sich in nahezu alle Richtungen ausdehnen kann. Bei nicht eingeführtem Verschlußkörper nimmt dieser am Ende der Stützanordnung eine stark vergrößerte Kugelform an. Dies hat zur Folge, daß das Aufblasen des Verschlußkörpers im Darm eine gegebenenfalls unangenehme Druckerhöhung auf den Darminhalt bewirkt. Nicht auszuschließen ist dabei auch eine zumindest geringfügige Verschiebung des Verschlusses, die zu einer Undichtigkeit führen kann.
- Aufgabe der Erfindung ist es daher, unter Vermeidung der vorerwähnten Nachteile einen Verschluß für eine künstliche Darmöffnung zu schaffen, mit dem insbesondere eine gute Abdichtung erreicht werden kann, wobei eine Druckerhöhung auf den Darminhalt vermieden wird. Außerdem soll der Aufbau und die Handhabung des Verschlusses einfach sein.
- Zur Lösung dieser Aufgabe wird insbesondere ein Verschluß vorgeschlagen, dessen Verschlußkörperretwa ringförmig aus-und gebildet istÄbei dem im wesentlichen nur seine radiale Ausdehnung veränderbar ist. Ein solcher Verschlußkörper dichtet gut ab, wobei besonders vorteilhaft ist, daß durch die im wesentlichen nur radiale Vergrößerung eine Druckbeaufschlagung des anstehenden Darminhaltes, gegebenenfalls sogar ein Zurückdrängen, verbunden mit einem dann möglichen unangenehmen Gefühl, vermeidbar ist.
- Eine wesentliche Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß der Widerlagerring einseitig offen ist und daß seine freien Enden vorzugsweise abgerundet sind. Die einseitig an dem Darm entlanglaufenden Gefäße werden bei entsprechender Platzierung des Widerlagerringes dadurch nicht unter Druck gesetzt. Zweckmäßigerweise ist dabei der Abstand der freien Enden des Widerlagerringes größer als die Ausdehnung der einseitig am Darm entlanglaufenden Hauptgefäße.
- Zweckmäßigerweise besteht der Einführkörper im wesentlichen aus einem etwa zylindrischen Körper, dessen in Funktionsstellung inneres Ende abgerundet ist. Ein solcher Körper läßt sich besonders bequem einführen.
- Vorzugsweise ist der Verschlußkörper mit Abstand von dem inneren Ende des Einführkörpers angeordnet. Dadurch läßt sich der Verschluß mit dem vorderen Ende des Einführkörpers am Darmausgang gut ansetzen, so daß das Einführen dadurch vereinfacht ist.
- Vorteilhafterweise hat der Verschlußkörper etwa Scheibenform, wobei seine durch die Schmalseiten gehende Mittelebene etwa senkrecht zur Längsachse des Einführkörpers verläuft. Neben einer guten Abdichtung beansprucht ein solcher Verschlußkörper vergleichsweise wenig Platz.
- Zweckmäßigerweise weist der Verschlußkörper eine Luftzuführung auf, die vorzugsweise in einem Kanal oder in einer längsverlaufenden Nut in dem Einführkörper angeordnet ist.
- Die Luftzuführung ist dadurch gut geschützt und trägt nicht störend über den Umriß des Einführkörpers auf.
- Gegebenenfalls kann ein am äußeren Ende des Einführkörpers anbringbarer Verschlußdeckel vorgesehen sein. Dieser ergibt eine zusätzliche Abdichtung und auch ein etwa mit der Bauchdecke in einer Ebene liegenden Abschluß.
- Zusätzliche Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren Unteransprüchen aufgeführt.
- Nachstehend ist die Erfindung mit ihren wesentlichen Einzelheiten anhand der Zeichnung noch näher erläutert.
- Es zeigt: Fig. 1 einen teilweise im Schnitt dargestellten erfindungsgemäßen Verschluß, Fig. 1a das äußere Ende eines Verschlußkörpers zum Teil im Schnitt dargestellt, Fig. 2 eine perspektivische Ansicht eines Widerlagerringes und Fig. 3 einen erfindungsgemäßen Verschluß in Funktionsstellung.
- Ein erfindungsgemäßer Verschluß 1 (Fig. 1) weist als wesentliche Bestandteile einen Einführkörper 2 und einen Verschlußkörper 3 auf. Der Verscblußkörper 3 ist dabei etwa ringförmig um den Einführkörper 2 angeordnet. Dieser weist eine etwa zylindrische Form auf, wobei sein in Funktionsstellung inneres Ende 4 abgerundet ist. Der Körper 2 läßt sich dadurch auch besonders gut einführen. Gut zu erkennen ist auch, daß der Verschlußkörper 3 mit Abstand von dem inneren Ende 4 des Einführkörpers 2 angeordnet ist. Das abgerundete Ende des Einführkörpers 2 bildet somit einen Einführansatz 5.
- Von wesentlicher Bedeutung ist bei dem erfindungsgemäßen Verschluß 1, daß bei dem diskusförmigen Verschlußkörper 3 im wesentlichen nur seine radiale Ausdehnung veränderbar ist, wie es durch die Doppelpfeile Pf 1 angedeutet ist. Neben dem Vorteil, daß ein solcher Verschlußkörper 3 im Verlauf des Darmes nur einen geringen Platz beansprucht, ergibt sich noch der weitere wesentliche Vorteil, daß dadurch beim Aufblasen des Verschlußkörpers 3 eine Druckbeaufschlagung des an seiner Rückseite 6 anliegenden Darminhaltes, gegebenenfalls sogar ein Zurückschieben dadurch vermeidbar ist (vgl. auch Fig. 3).
- Auch lxrde sonst die Gefahr bestehen, daß sich ein auch in axialer Richtung des Einführkörpers vergrößernder Verschlußkörper an dem Darminhalt abstützt, wodurch gegebenenfalls eine axiale Verschiebung des Verschlusses auftreten könnte.
- Somit wäre zumindest im äußeren Bereich des Verschlusses eine gute Abdichtung in Frage gestellt. Durch die erfindungsgemäß Ausbildung des Verschlußkörpers 3 können diese Nachteile vermieden werden, da im wesentlichen nur eine radiale Ausdehnung beim Aufblasen des Verschlußkörpers 3 stattfindet und eine geringe Axialdehnung lediglich das Anlegen gegen den Ring 8 bewirkt.
- Um im Bereich der Bauchdecke 7 eine gute Anlage des Verschlußkörpers 3 zu schaffen, ist dort ein Widerlagerring 8 vorgesehen, dessen ~Durchmesser kleiner ist als der des Verschlußkörpers in Funktionsstellung. Zur Funktionsverdeutlichung des Verschlusses 1 ist dieser in Fig. 3 etwas unproportional dargestellt. Die besondere Ausgestaltung des Widerlagerringes 8 ist in Fig. 2 erkennbar. Der Widerlagerring 8 ist nämlich einseitig offen ausgebildet, wobei seine freien Enden 9 abgerundet sind. Man kann dadurch vermeiden, daß die einseitig am Darm entlanglaufenden Hauptgefäße eingeengt werden. Zweckmäßigerweise ist deshalb auch der Abstand der freien Enden größer als die Ausdehnung dieser Hauptgefäße. Der Widerlagerring 8 weist vorzugsweise einen etwa halbkreisförmigen Querschnitt mit der gerundeten Seite nach innen weisend auf (Fig. 3). Er ist vorzugsweise etwas elastisch, insbesondere aus Silikon-Kautschuk ausgebildet.
- Fig. 1 läßt in dem teilgeschnittenen Bereich des Einführkörpers 2 eine Luftzuführung 10 erkennen. Diese besteht hier aus einem in einem Kanal 11 verlaufenden Schlauch 12. In diesem Ausführungsbeispiel könnte auch der Kanal 11 selbst die Luftzuführung übernehmen. Gegebenenfalls läßt sich die Luftzuführung 10 auch in einer längsverlaufenden Nut 13 in dem Einführkörper 2 anordnen (Fig. 1 a ). Bei den beiden vorerwähnten Luftzuführungen 10 kann diese jeweils durch ein gegebenenfalls im Einführkörper 2 angeordneten Ventil 14 verschlossen sein.
- Dieses Ventil 14 kann dann auch gleich den Anschluß 15 für eine Pumpe aufweisen, die beispielsweise aus einem Gummiball bestehen kann.
- Am äußeren Ende 16 des Einführkörpers 2 ist in diesem Ausführungsbeispiel noch ein Verschlußdeckel 17 vorgesehen. Er ist etwa pilzförmig ausgebildet, wobei sein Stiel 18 ein Außengewinde 19 trägt. In dem Einführkörper 2 ist eine auf den Stiel 18 abgestimmte Ausnehmung 20 vorgesehen, die ein entsprechendes Innengewinde 21 aufweist. Der Verschlußdeckel 17 ist dadurch einfach mit dem Einführkörper 2 verbindbar. Durch das hier vorgesehene Gewinde mit großer Steigung läßt sich durch eine kleine Drehbewegung die Verbindung herstellen, so daß dadurch praktisch ein Schnellverschluß geschaffen ist.
- Fig. 3 läßt noch erkennen, daß in Funktionsstellung unterhalb des Verschlußdeckels 17, zwischen diesem und der Bauchdecke 7 eine Fließ-Saugkompresse 22 od. dgl. vorgesehen ist. Durch diese kann ein eventuell seitlich austretendes Sekret od.dgl.
- aufgenommen werden.
- Die wesentlichen Teile des erfindungsgemäßen Verschlusses können zweckmäßigerweise aus Kunststoff od. dgl. bestehen.
- Durch die Erfindung ist in vorteilhafter Weise ein gut abdichtender, bequem zu tragender Verschluß 1 geschaffen, der sich einfach handhaben läßt. Insbesondere trägt dazu auch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Verschlußkörpers 3 mit seiner im wesentlichen nur radial veränderbaren Ausdehnung bei.
- Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander wesentliche Bedeutung haben.
- -Ansprüche-
Claims (14)
- Ansprüche 1. Verschluß für eine künstliche Darmöffnung mit einem durch eine Füllung vorzugsweise mit Luft in seiner Ausdehnung veränderbaren, mit einem Einführkörper versehenen Verschlußkörper und einem in Funktionsstellung an der Innenseite der Bauchdecke anliegenden Widerlager ring für den Verschlußkörper, d a d-u r c h g e k e n n -z e i c h n e t , daß der Verschlußkörper (3) rzw. etwa ringförmig ausgebildet ist und daß im wesentlichen nur seine radiale Ausdehnung veränderbar ist.
- 2. Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerlagerring (8) einseitig offen ist und daß seine freien Enden (9) vorzugsweise abgerundet sind.
- 3. Verschluß nach Anspruch Z, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der freien Enden (9) des Widerlagerringes (8) gröBer als die Ausdehnung der einseitig am Darm entlanglaufenden Hauptgefäße ist.
- 4. Verschluß nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerlagerring (8) einen etwa halbkreisförmigen Querschnitt mit der gerundeten Seite nach innen weisend besitzt und vorzugsweise etwas elastisch insbesondere aus Silikon-Kautschuk bestehend ausgebildet ist.
- 5. Verschluß nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Einführkörper (2) im wesentlichen aus einem etwa zylindrischen Körper besteht, dessen in Funktionsstellung inneres Ende (4) abgerundet ist.
- 6. Verschluß nach einem od-er mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußkörper (3) mit Abstand von dem inneren Ende (4) des Einfübrkörpers (2) angeordnet ist.
- 7. Verschluß nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußkörper (3) etwa Scheibenform hat und daß seine durch die Schmalseite gehende Mittelebene etwa senkrecht zur Längsachse des Einführkörpers (2) verläuft.
- 8. Verschluß nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußkörper (3) eine Luftzuführung (io) aufweist, die vorzugsweise in einem Kanal (ii) oder in einer längsverlaufenden Nut (13) in dem Einführkörper (2) angeordnet ist.
- 9. Verschluß nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftzufu~hrung (io) durch eine gegebenenfalls im Einführkörper (2) vorzugsweise in einer Nut angeordneten Ventil (14) mit Pumpenanschluß (15) verschlossen ist.
- 10. Verschluß nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des Einführkörpers (2) etwa der Ausdehnung der künstlichen Darmöffnung in der Bauchdecke entspricht.
- 11. Verschluß nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß am äußeren Ende (16) des Einführkörpers (2) ein Verschlußdeckel (17) anbringbar ist.
- 12. Verschluß nach Anspruch 11L dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußdeckel (17) etwa pilzförmig ausgebildet ist, daß sein Stiel (18) ein Außengewinde (19), vorzugsweise ein Gewinde mit großer Steigung und der Einführkörper (2) an seiner äußeren Stirnseite eine axiale Ausnehmung (20) mit einem entsprechenden Innengewinde (21) aufweist.
- 13. Verschluß nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß in Funktionsstellung unterhalb des Verschluß~ deckels (17) zwischen diesem und der Bauchdecke eine Fließ-Saugkompresse (24) od. dgl. vorgesehen ist.
- 14. Verschluß nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der Verschlußkörper (-3) und/oder der Einführkörper (2) aus Kunststoff bestehen.
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