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Aus mehreren Schichten bestehendes
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biegsames Kälteschutzmaterial Die Erfindung betrifft ein aus mehreren
Schichten bestehendes biegsames Kälteschutzmaterial insbesondere für Bekleidunstücke,
mit einem luftdurchlassigen gewebten Oberstoff, einem gewebten Futterstoff und einer
dazwischen angeordneten Schichteinlage, die mindestens aus einer, mit einer Watteschicht
genadelten Metallfolie besteht.
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Ein derartiges Kälteschutzmaterial ist bekannt. Es wird seit einigen
Jahren zur Herstellung von Anoraks und dgl. verwendet.
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Bei dem bekannten Material besteht die Schchteinlage aus einem Dreischichtstoff,
nämlich einer mit Watte genadelten
Aluminiumfolie und einem auf
der freien Seite der Aluminiumfolie angeordneten und ebenfalls durch den Nadelvorgang
mit der Aluminiumfolie verbundenen Vlies. Die Aluminiumfolie ist also beidseitig
mit einer Fasermaterialschicht genadelt. Bei dem bekannten Kälteschutzmaterial war
die Schichteinlage zwischen Oberstoff und Futterstoff so angeordnet, daß die Watte
schicht dem Oberstoff und die Vlies schicht dem Futterstoff zugewandt lag. Das bekannte
Kälteschutzmaterial hatte somit zwei Luftkammern, die durch die Schichteinlage voneinander
getrennt waren.
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Das bekannte Kälteschutzmaterial hat sich zur Herstellung von Anoraks
gut bewährt, insbesondere im Hinblick auf eine bis dahin nicht erreichte Wärmeisolierung.
Diese war nicht zuletzt auf die Verwendung einer Aluminiumfolie zurückzuführen.
Gewisse Nachteile gegenüber herkömmlichen Wärmeschutzinaterialien nahm man demgegenüber
in Kauf. Diese Nachteile bestanden darin, daß einmal das Bekleidungsstück, wenn
es langere Zeit im Regenwetter getragen wurde, schnell naß wurde, wobei die Nässe
schnell bis zum Futterstoff durchdrang. Weiterhin hat sich als Nachteil erwiesen,
daß die Atmungsfähigkeit des Kälteschutzmaterials begrenzt war, was sich darin äußerte,
daß auch bei trockenen Wetter die Körperfeuchtigkeit vom Futterstoff aufgenommen
wurde und diesen durchfeuchtete. Dieser Nachteil geht ebenfalls auf
die
Aluminiumfolieneinlabe zurück. Schließlich hat sich weiterhin als Nachteil gezeigt,
daß sich das Schichtmaterial in vielen Fällen nach längerem Gebrauch verzogen hatte,
offenbar aufUund unterschiedlichen Dehnungen und Kontraktionen der Schichteinlage
durch Feuchtlgkeitseinfluß und Wärmeanwendung.
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Aufgabe der Erfindung ist es, das bekannte Kälteschutzmaterial dahingehend
weiter auszubilden, daß die beschriebenen Nachteile vermieden oder doch mindestens
in ihren Auswirkungen erheblich reduziert werden.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zwischen der
Schichteinlage und dem Obers-toff zwei Luftkammern vorgesehen sind, die durch eine
Einlage getrennt sind, welche aus einer aus Fasern aufgebauten Schicht, insbesondere
einem Vlies besteht,und daß die Metallfolie der Schichteinlage dem Vlies und die
Watte schicht dem Futterstoff zugewandt angeordnet sind.
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Mit der Erfindung werden erhebliche Vorteile erzielt. Im Gegensatz
zu dem bekannten Kälteschutzmaterial werden beim Kälteschutzmaterial gemäß der Erfindung
drei Euftkalnrnern gebildet, indem zwischen Oberstoff und Futterstoff zwei Einlagen
angeordnet sind. Die eine Einlage besteht aus einer
dünnen Vliesschicht
und die andere Einlage aus einer nit Watte genadelten Aluminiuinfolie. Wesentlich
ist, daß die Wat-teschicht der Schichteinlage nicht dewj Oberstoff, sondern dem
Futterstoff zugewandt ist, während die A3uminiunschicht auf der der Watteschicht
abgewandten Seite unbedeckt ist, also ihr RefleKtionsvermögen voll entfalten kann.
Dank dieser neuartigen Gestaltung werden in überraschender Weise die Nachteile des
bekannten Kälteschutzmaterials weitestgehend vermieden. Die Erfahrung hat nämlich
gezeigt, daß im unmittelbaren Vergleich zweier Anoraks, von denen der eine mit dem
bekannten Schichtmaterial und der andere mit dem gemäß der Erfindung aufgebaut war,
ersterer schon nach wenigen Stunden durch und durch naß war, während der Anorak
mit dem erfindungsgemäßen Schichtinaterial noch eine absolut trockene Futterschicht
aufwies. Andererseits zeigte sich ebenfalls im Vergleich, daß das erfindungsgemäße
Schicht material in der Lage war, wesentlich mehr Körperfeuchtigkeit aufzunehmen,
ohne daß der Futterstoff sich feucht anfühlte.
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Die dem bisherigen Alu-Schichtstoff offenbar anhaf-tenden Nachteile
werden somit vom erfindungsgemäßen Schichtstoff vermieden, ohne gleichzeitig einen
Verlust der Vorteile hinsichtlich des Kälte schutzes in Kauf zu nehmen. Diese Vorteile
werden erreicht, ohne daß höhere Kosten aufgewendet werden müßten.
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Ein weiteres wichtiges Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die
Schicl-lte:i.nlage aus ei.ner, unregeline.ßige Schrulnpffnlton aufweisenden Netallfolie
besteht. Während bei dem bekannten KNlteschntzstoff eine glatte, faltenlose Aluminiumfolie
verwendet wird, benutzt die Erfindung eine, in einer Heißdampfatmosphäre geschrumpfte
Schichteinlage, die nach dein Schrumpfvorgang eine unregelmäßige Schrumpffalten
aufweisende Aluminiumfolie besitzt. Diese Aluminiumfolie ist im Gegensatz zu dem
bekannten Schichtstoff nicht etwa glatt, sondern hat eher einen knitterigen Charakter.
Diesem merkmal liegt die Überlegung zugrunde, daß die für den Schichtstoff verwendeten
Schichten völlig unterschiedliche physikalische Eigenschaften haben und daß sie
sich deshalb unter Feuchtigkeitseinfluß und unter Anwendung erhöhter Temperatur
auch unterschiedlich verhalten müssen. Tatsächlich hat die Erfahrung gezeigt, daß
das erfindungsge äße Schichtmaterial sich wie ein einheitlicher Schichtstoff ohne
unterschiedliches Schrumpfen seiner Schichten verhält, so daß das unerwünschte Verziehen
der einzelnen Schichten bei lingerem Gebrauch des Bekleidungsstückes vermieden wird.
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Dank der Vorbehandlung der Schichteinlage in einem Schrumpftunnel,
in welchem das Schichtmaterial eine Heißdampfatmosphare durchlauft, ninunt die Watte
Feuchtigkeit auf, zieht sich zusammen und nimmt die genadelte Aluminiumfolie mit,
so daß diese knitterig wird und teilweise sogar in Falten
gelegt
wird. Dieses vorgeschrumpfte Schichtmaterial wird erfindungsgemäß als Schichteinlage
für das Kälteschutzmaterial verwendet. Nimmt nun die Watteschicht Feuchtigkeit nui,
lo tritt dadurch kein Schrumpfen der Aluminiumfolie mehr ein, so daß eine relative
Verschiebung der Schichten des Klteschutzmaterials auch nicht mehr erfolgt.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen bestehen darin, daß die Metallfolie
aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung besteht und weiterhin darin, daß der
Oberstoff an seiner, der Einlage zugewandten Innenseite mit einer Silikonschicht
imprägniert ist.
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Anhand der Zeichnung wird die Erfindung beispielsweise näher beschrieben.
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Die einzige Figur zeigt einen Schnitt durch das neuartige Schichtmaterial
zur Verwendung als Kälteschutzstoff zur Herstellung von Bekleidungsstücken, Schlafsäcken
und dgl. Das Kälteschutzmaterial 10 besteht aus einem Oberstoff 11, einer darunter
unter Bildung einer Luftkammer 12 angeordneten Einlage 13, einer zwischen der Einlage
13 unter Bildung einer weiteren Luftkammer 14 angeordneten Schichteinlage 15, sowie
unter Bildung einer dritten Luftkammer 16 vorgesehenen Futterstoffachicht 17.
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Der Oberstoff 11 ist zweischichtig und besteht aus einem wassergezogenen
Polyamidgewebe 13 und einer auf dessen Innenseite aufgebrachten Silikonschicht 19.
Der Oberstoff 11 hat daher noch eine genügende Atmungsfähigkeit mit ausreichendem
Wassersperrvermögen.
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Die zwischen dem Oberstoff 11 und der Schichteinlage 15 angeordnete
Einla 13 besteht aus einer aus Fasern aufgebauten dünnen Schicht, insbesondere einem
aus Pol-yesterfasern hergestellten Vlies, das ausreichend sprungelastisch, jedoch
weich genug ist, damit das Obermaterial nicht starr wird. Die Stärke des Faservlieses
beträgt ca. 0,1 mm.
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Die Schichteinlage 15 besteht aus einer Watteschicht 20 und einer
mit dieser Watte genadelten Aluminiumfolie 21.
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Als Watte wird eine aus Polyesterfasern hergestellte ltuunststoffwatte
bevorzugt. Die Verbindung zwischen Watte und Aluminiumfolie erfolgt durch einen
an sich bekannten Nadelvorgang, also rein mechanisch, ohne jeden Klebstoff. Wattefasern
dringen beim Nadeln in die Löcher der Aluminiumfolie und verhaken sich an dieser,
so daß eine innige Verbindung erzielt wird. Durch die Nadellöcher der Aluminiumfolie
ergibt sich eine ausreichende Atmungsfähigkeit des Schichtstoffes. Wie sich aus
der Zeichnung ergibt, hat die Aluminiumfolie eine unregelmäßige knittrige Oberfläche.
Diese
Unregelmäßigkeit geht auf eine Vorbehandlung in einem Schrumpftunnel
zurück, in welcher die Schichteinlage 15 eine He.Lßdampfatmosphäre durchläuft. Die
Feuchtigkeit zieht dabei die PolyesterwatLe zusammen, wodurch es zu einen Knittern
der Aluminiumfolie kommt, wobei sogar Abscimi t -te der Folie sich übereinanderlegen,
so daß sog.
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Schrumpffalten ents-tehen. Nach de;n Trocknen des Schichtmaterials
gehen diese Schrumpffalten nicht oder jedenfalls nicht voll zurück und die knittrige
Oberfläche bleibt. Während die Verarbeitung eines nicht derart vorbehandelten Schichtmaterials
zu einem späteren Schrumpfen unter Wärmeanwendung und Feuchtigkeitseinfluß führt,
hat das neuartige Schichtmaterial diesen Nachteil nicht. Der Vorteil ist darin zu
sehen, daß ein relatives Verziehen der Schichten des Schichtmaterials auch nach
lange Gebrauch eines Bekleidungsstückes, das aus dem dargestellten Schichtmaterial
besteht, nicht zu beobach-ten ist.
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Wird ein Bekleidungsstück, das den dargestellten Schichtaufbau hat,
im Regenwetter verwende-t, so dringt die Feuchtigkeit von außen nicht bis an den
inneren Futterstoff 17 durch. Dies beruht darauf, daß die den Oberstoff durchdringende
Feuchtigkeit von zwei LuStkammern 12 und 14 aufgenommen werden kann und die dünne,
dazwischen angeordnete Vlies schicht nicht in der Lage ist, sich mit Nasse vollzusaugen,
wie
es bei dei;j eingangs geschilderten bekannten ?4oterial die on dieser Stelle angeordnete
Watteschicht tuL.
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Weiterhin bildet die Aluminiumfolie eine natürlich Sperre gegen des
weitere Eindringen der Nasse. Die Feucht:ibkeitströpfchen müssen durch die Löcher
der Aluminiumfolie hindurchdiffundieren, was naturgemäß eine lange Zet beansprucht,
so daß nur eine geringe Feuchtigkeitsmenge in die Watte schicht 20 eindringen kann
und dort wahrend einer üblichen Aufenthaltsdauer des Trägers eines derartigen Bekleidungsstückes
im Regenwetter gespeichert werden kann.
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Der Futterstoff 17 bleibt somit trocken.
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Bei dem bekannten Schichtstoff wird demgegenüber die den Oberstoff
durchdringende reuchtigkeit direkt der Watte schicht zugeführt, die sich damit vollsaugen
kann, wobei die in den Nadellöchern der Aluminiumfolie eingreifenden Wa-ttefasern
als Dochte wirken, die die Feuchtigkeit unvergleichllch schneller als beim Gegenstand
der vorliegenden Erfindung an die Innenseite der Schichteinlage führen. Da pro Zeiteinheit
bei dem bekannten Schichtstoff wesentlich mehr Feuchtigkeit die Aluininiums chi
cht durchdringt und diese größere Menge an Feuchtigkeit nicht auf der Innenseite
der Schichteinlage gebunden werden kann, wird der Futterstoff im Gegensatz zu dem
neuartigen Kälteschutzmaterial viel eher naß.
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Umgekehrt wirkt aber die neuartige Anordnung der Schichtmaterialien
zur Verhinderung des Feuchtwerdens des Futterstoffes durch Körperfeuchtigkeit, weil
hier die Watteschicht, die dem Futterstoff benachbart liegt, ein ausreichendes Absorptionsvermögen
aufweist, um diese Körperfeuchtlgkeit vorübergehend zu binden, ohne daß der Futterstoff
selbst naß wird. Bei dem bekannten Schichtstoff ist dies deswegen nich-t möglich,
weil die Körperfeuchtigkeit erst die Aluminiumschicht durchdringen müßte, um von
der Watte gebunden zu werden. Natürlich wurde bei laufender Feuchtigkeitszufuhr
in großem Ausmaß von der Futterstoffseite her die Watte schicht 20 naß werden und
damit auch den Futterstoff 17 feucht werden lassen, doch tritt bei Gebrauch eines
Bekleidungsstückes eine derart große Körperfeuchtigkeitszufuhr nicht auf, so daß
hier das AUsorptionsvermögen der Watte völlig ausreicht, zumal die absorbierte Feuchte
in der Wa-tteschicht durch Wasserdampfausgleich sofort wieder durch den Futterstoff
nach innen abgegeben wird, wenn dort der Dampfgehalt geringer ist.
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Zusamtnengefaßt läßt sich feststellen, daß der neuartige Kälteschutzs-toff
eine sehr hohe Wärmeisolierung aufweist, aufgrund seiner besonderen Anordnung und
Ausbildung der Schicht auch nach langem Gebrauch im Regenetter an der Innenseite
nicht feucht wird und gleichwohl ein hohes
Atmungsvermögen derart
hat, daß die Entwicklung einer gewissen Körperfeuchtigkeit während des Tragens des
Bekleidungsstückes durch den Futterstoff hindurch von einer Absorptionsschicht aufgenor.ìren
und vorübergehend gebunden wird, so daß sich der Futterstoff nicht feucht anfühlt.
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Nach längerem Gebrauch des Bekleidungsstückes und vielmalibein Waschen
zeigt sich, daß kein Verziehen zwischen dem Oberstoff und den Innenschichten eintritt,
die das Aussehen des Bekleidungsstückes verschlechtern würden.
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L e e r s e i t e