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Fahrtschreiber
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Die Erfindung betrifft einen Fahrtschreiber, insbesondere für Kraftfahrzeuge,
mit einem umlaufend anaetriebenen Träger für Schaublätter und mit Schreibwerken
zum Aufzeichnen zeitabhängiger Meßgrößen auf die Schaublätter, wobei auf den Träger
zwei Schaublätter übereinander mit einander abgekehrten, gleichen Schreibseiten
aufbringbar sind und jeder Schreibseite wenigstens ein besonderes Schreibwerk mit
Schreibstift zugeordnet ist.
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Bei einem bekannten Fahrtschreiber dieser Art (DT-OS 23 15 974) haben
die gleichen Schreibseiten c'ler Schaublätter zwei separate, spiegelbildliche, d.h.
in entegengesetztem Umlaufsinn gerichtete Zeitskalen. Die eine Zeitskale ist dabei
der Meßwertaufzeichnung des einen Schreibwerks, die andere Zeitskale der
Aufzeichnung
durch das andere, zum ersten Schreibwerk entgegengesetzt gerichtete Schreibwerk
zugeordnet. Nachteilig bei einem solchen Fahrtschreiber kann sich auswirken, daß
bei der Auswertung der Aufzeichnungen besonders darauf geachtet werden muß, welche
Zeitskale welcher Aufzeichnung zugeordnet ist. Außerdem steht bei einem solchen
Schaublatt mit gegenläufigen Zeitskalen für jede Schreibspur nur die halbe Schreibhöhe
zur Verfügung.
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Es ist auch bekannt (DT-OS 23 55 049), in einem Fahrtschreiber zwei
separate Träger für Schaublätter anzuordnen und diese mit gleicher Geschwindigkeit,
jedoch mit entgegengesetztem Drehsinn umlaufen zu lassen. Dabei können auf beiden
Trägern mit ihren Schreibseiten einander abgekehrte, gleiche Schaublätter verwendet
werden, die von verschiedenen Seiten her mit entsprechend angeordneten Schreibwerken
beschriftet werden. Die Anordnung ist jedoch kompliziert und sperrig und das Einlegen
der Schaublätter erfordert umständliche Manipulationen, weil der eine Schaublattträger
vor dem Einlegen des ersten Schaublattes herausgenommen und anschließend wieder
eingesetzt werden muß. Es ist ferner bekannt (DT-OS 21 60 510), in einem Fahrtschreiber
die Schaublätter nicht Rücken an Rücken, d.h. mit einander abgekehrten Schreibseiten
anzuordnen, sondern die Schaublätter in zwei verschiedenen, im Abstand übereinander
liegenden, parallelen Ebenen mit in die gleiche Richtung gekehrten Schreibseiten
anzuordnen und zwischen die Schaublätter ein an einer Platte angeordnetes Schreibwerk
einzuführen, welches das betreffende Schaublatt von der gleichen Richtung her beschriftet,
von der aus auch das andere Schaublatt beschriftet wird. Auch diese Anordnung ist
sperrig und kompliziert und erfordert beim Einlegen der Schaublätter umständliche
Manipulationen.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, eine einfache Anordnung bei einem
Fahrtschreiber
anzugeben, mit dessen Hilfe zwei gleiche, Rücken an Rücken auf denselben rotierenden
Träger aufgebrachte Schaublätter in der gleichen Schreibspur gleichzeitig zeitrichtig
beschriftet werden können.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das dem einen
Schaublatt zugeordnete Schreibwerk ortsfest ist und das dem anderen Schaublatt zugeordnete
Schreibwerk gleichsi,,is, jedoch mit doppelter Geschwindigkeit wie die auf dem Träger
angeordneten Schaublätter umläuft.
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Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführunqsformen der Erfindung
dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigen:
Fig. 1 eine halbscnematische Schnittansicht eines Fahrtschreibers und Fig. 2 eine
Schnittansicht entlang der Linie 2-2 in Fig. 1.
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Bei dem in Fig. 1 dargestellten Fahrtschreiber ist an einem Gehäuse
1 mittels eines Scharniers 2 ein Deckel 3 klappbar angelenkt. Mittels einer Schließeinrichtung
4 kann der Deckel in geschlossenem Zustand mit dem Gehäuse verriegelt werden. In
einem mit dem Deckel verbundenen Gehäuse 5 ist ein im einzelnen nicht dargestellter,
an sich bekannter Zeitantrieb 6 angeordnet, der im wesentlichen einen zeitgebenden
Regler und ein Laufwerk (Uhrwerk) umfaßt. Der Zeitantrieb 6 dient dem zeitgenauen
Antrieb einer einen Schaublatt-Träger 7 tragenden Hohlwelle 8. Die Welle 8 ist deswegen
hohl ausgebildet, um einer Welle 9 Platz zu geben, die einen im Deckel 3 angeordneten
Zeiger eines
Tachometers antreibt. Diese Welle 9 ist, z.B. im Bereich
des Trägers 7 mit einer nicht dargestellten, lösbaren Kupplung versehen, so daß
der Deckel 3 geöffnet werden kann. Auf dem Träger 7 sind mittels einer Feststellbuchse
11 oder dgl. zwei Schaublätter 12, 13 Rücken an Rücken so angeordnet, daß ihre Schreibseiten
nach entgegengesetzten Richtungen gekehrt sind. Die Schreibseite des Schaublattes
12 ist in Fig. 2 dargestellt. Dem Schaublatt 13 sind bei der dargestellten Ausführungsform
zwei von einem Gehäuse 14 umschlossene, ortsfeste Schreibwerke zugeordnet, deren
Schreibstifte 15 bzw. 16 aus dem Gehäuse 14 herausragen und auf der Schreibseite
des Schaublattes 13 Schreibspuren aufzeichnen. Die Schreibstifte 15, 16 bewegten
sich dabei in den Schreibwerken in Abhängigkeit von den diesen Werken zugeführten
Meßwertimpulsen, so daß die Schreibspuren in bekannter Weise eine zeitabhängige
Wiedergabe der betreffenden Meßgröße darstellen.
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Der mit Bezug auf das Schaublatt 13 in die entgegengesetzte Richtung
gekehrten Schreibseite des Schaublattes 12 ist ein besonderes Schreibwerk mit Schreibstift
17 zugeordnet. Das den Schreibstift 17 antreibende Schreibwerk ist im Gegensatz
zu den die Schreibstifte 15, 16 tragenden Schreibwerken nicht ortsfest, sondern
rotiert gleichsinnig mit dem Träger 7 und damit mit den Schaublättern 12, 13 jedoch
mit doppelter Geschwindigkeit wie die letzteren. Hierzu ist das Schreibwerk des
Schreibstiftes 17 auf einem Arm 18 gelagert, der von einer die Welle 8 umschließenden
llohlwelle 19 radial absteht (vgl. auch Fig. 2). Die IIohlwelle 19 wird von dem
Zeitantrieb 6 aus mit der erwähnten doppelten Geschwindigkeit wie die Welle 8 angetrieben.
Dem den Schreibstift 17 tragenden Schreibwerk werden ebenso wie den Schreibwerken
der Schreibstifte 15, 16 - mechanische oder elektrische - Meßwertimpulse zugeführt,
so daß von diesen Meßwerten
abhängige Auslenkungen des Schreibstiftes
17 entstehen und der Schreibstift eine zeitabhängige Darstellung der betreffenden
Meßgröße auf der Schreibseite des Schaublattes 12 liefert. Normalerweise dienen
die Schreibstifte 16, 17 der Aufzeichnung von sogenannten "Zeitgruppen", d.h. sie
werden für längere Zeit in einer bestimmten von z.B. drei möglichen Auslenkstellungen
gehalten, wobei diese Auslenkstellung z.B. "Lenkzeit", «Ruhezeit o.dgl. eines Fahrers
des Fahrzeugs angibt, in dem der Fahrtschreiber angeordnet ist. Der dargestelte
Fahrtschreiber ist für die Anbringung in einem Fahrzeug mit zwei sich gegenseitig
ablösenden Fahrern bestimmt, wobei de einen Fahrer das Schaublatt 12 und dem andern
das Schaublatt 13 zugeordnet ist. Die Geschwindigkeit des Fahrzeuges wira beispielsweise
vom Schreibstift 15 aufgezeichnet. Diese Aufzeichnung braucht nur einmal vorgenommen
zu werden. Deshalb ist dem Schaublatt 12 nur ein einziger, der Aufzeichnung der
sogenannten "Zeitgruppe" dienender Schreibstift 17 zugeordnet.
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Wenn das dem Schreibstift 17 zugeordnete Schreibwerk ebenfalls wie
die Schreibwerke der Schreibstifte 15, 16 ortsfest wäre, würde auf der Schreibseite
des Schaublattes 12 eine Aufzeichnung entstehen, die gegenläufig wie die auf das
Schaublatt aufgedruckte Zeitskale 21 (vgl. Fig. 2) verlauft und mithin dieser Skale
nicht zugeordnet werden kann. Wenn jedoch, wie oben ausgeführt, der das Schreibwerk
des Schreibstiftes 17 tragende Arm gleichsinnig und mit doppelter Geschwindigkeit
wie das Schaublatt 12 rotiert, bleibt das Schaublatt 12 mit einer Geschwindigkeit
hinter dem Arm 18 zurück, die dem Betrage nach der Umlaufgeschwindigkeit des Trägers
7 entspricht, d.h. das Schaublatt 12 rotiert relativ zum Arm 18 mit der Geschwindigkeit
des Trägers 7 jedoch in entgegengesetzter Richtung. Damit funktioniert die Aufzeichnung
bei dem erfindungsgemäßen Fahrtschreiber
prinzipiell ebenso wie
bei dem Fahrtschreiber gemäß DT-OS 23 55 049 mit zwei mit gleicher Geschwindigkeit,
jedoch in entgegengesetzten Richtungen umlaufenden Schaublatt-Trägern.
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In Fig. 2 ist eine mit dem Schreibstift 17 erzeugte Schreib-Vom spur
22 dargestellt./ Zeitpunkt A his zum Zeitpunkt B hatte der betreffende Fahrer Ruhezeit,
während er ab dem Zeitpunkt B als Lenken des Fahrzeuges tätig ist.
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Die wesentlichen Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß die beiden
Schaublätter 12, 13 von identischer Natur sein können, daß sie einfach und bequem
Rücken an Rücken auf dem Träger 7 aufbringbar sind und daß der das Schreibwerk für
den Schreibstift 17 tragende Arm 18 relativ einfach auszubilden und antreibbar ist.
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Die Verstellung des Schreibstiftes 17 auf dem Arm 18 kann von der
Außenseite des Fahrtschreibers her beispielsweise elektromagnetisch erfolgen, wenn
das Schreibwerk entsprechend ausgebildet ist. Auch eine mechanische Verstellung,
z.R. über Feder-und ebelglieder, die durch die iiohlwelle 19 und den Zeitantrieb
6 herausgeführt sind, wäre denkhar. Eine mechanische Verstellmöglichkeit des Schreibstiftes
17 läßt sich ferner dadurch realisieren, daß man das zugeordnete Schreibwerk auf
einer Lamelle einer Irisblende lagert, die mit der umlaufenden Hohlwelle 19 verbunden
ist. Eine solche Irisblende läßt sich in einfacher Weise von außen her entsprechend
verstellen. Bei der dargestellten Ausführungsform ist das umlaufende Schreibwerk
des Schreibstiftes 17 im Deckel 3 des Fahrtschreibers angeordnet.
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Grundsätzlich kann auch eine Anordnung in Betracht gezogen werden,
bei welcher die Schreibwerke der Schreibstifte 15, 16 ortsfest im Deckel und das
umlaufende Schreibwerk des Stiftes 17 im Gehäuse 1 des Fahrtschreibers angeordnet
sind.
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Bei der dargestellten Anordnung liegen die beiden Schaublätter 12
und 13 unmittelbar Rücken an Rücken, wobei ihre Eigensteifigkeit ausreicht, um deutliche
Schreibspuren durch die Schreibstifte 15, 16 und 17 zu erzeugen. Falls erforderlich,
kann zwischen die beiden Schaublätter 12 und 13 auch eine dünne, steife, scheibenförmige
Schreibunterlage, z.. aus Metall, eingelegt werden. Der in Fig. 1 als Arm 18 dargestellte,
umlaufende Schreibwerkträger könnte bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung auch als Platte ausgebildet werden, welche das Schreibwerk des Schreibstiftes
17 enthält und gleichzeitig als Schreibunterlage für die Schreibstifte 15, 16 dient.
L
e e r s e i t e