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Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines
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Hohlkörpers Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen
eines Hohlkörpers aus einer aus einem festen Material, insbesondere Metall, bestehenden
Materialplatte, wobei das Material zunächst entlang der ursprünglichen Plattenfläche
zumindest annähernd in Richtung auf den zu bildenden Hohlkörper hin und daran anschließend
in einem den Querschnittsschwerpunkt des zu bildenden Hohlkörpers in einem Abstand
ringförmig umgebenden Umlenkbereich unter Bildung der Hohlkörperwandung unter einem
Winkel zur ursprünglichen Plattenfläche zum Fließen gebracht wird. Weiter bezieht
sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
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Ein bekanntes Verfahren der genannten Art ist das Gleichfließverfahren.
Hierbei wird eine dicke Metallplatte in ein vertieftes, mit einer mittigen Düse
versehenes Werkzeug eingelegt und mittels eines Stempels unter hohem Druck durch
die Düse hindurchgepreßt, wobei ein in seinem Durchmesser dem Düsendurchmesser entsprechender
Boden mit der ursprünglichen Materialplatte gleicher Dicke und eine Mantelwand gebildet
wird, die gegenüber der ursprünglichen Metallplatte stark geschwächt und in die
Länge
gezogen wird. Dieses Verfahren bedingt kräftige und mit Genauigkeit
bearbeitete Werkzeuge, die einem hohen Verschleiß unterliegen, Auch ist es nur für
Werkstoffe mit einem Dehnungsvermögen von über 30 % geeignet. Die stark unterschiedliche
Dicke des Bodens des erzeugten Hohlkörpers gegenüber dessen Mantelwand ist für viele
Anwendungszwecke ungeeignet und erfordert daher eine zusätzliche Weiterbearbeitung,
Auch wird im allgemeinen die Materialplatte vor dem Einlegen in das Werkzeug napfförmig
vorgezogen, wodurch sich ein zusätzlicher Bearbeitungsaufwand ergibt.
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Ein weiteres bekanntes Verfahren der eingangs genannten Art bildet
das Tiefziehen, Hierbei wird die Materialplatte auf einen Ziehring gelegt, durch
einen Niederhalter angedriz und durch einen Stempel in die Öffnung des Ziehringes
hineingezogen, wodurch sie die durch Stempel und Ziehring vorgegebene Form erhält.
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Dabei wird das Material insbesondere im Umlenkbereich am Ziehring
durch die erfolgende starke Formänderung sowie nach dem Hindurchtreten durch den
Ziehring aufgrund der auf es wirkenden Zugkräfte hoch beansprucht, so daß die erzielbare
Umformung begrenzt ist. Auch sind wieder die Werkzeuge einem starken Verschleiß
unterworfen.
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Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
das eingangs genannte Verfahren derart zu verbessern, daß es leichter und mit besser
reproduzierbaren Ergebnissen durchführbar ist sowie daß das Material auch bei hohen
Verformungsgraden nur geringen, nicht zur Zerstörung führenden Belastungen unterworfen
wird.
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Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung erfolgt zunächst das Verschieben
des Materials entlang der ursprünglichen Plattenfläche stets auf den Umlenkbereich
hin, wodurch ein Materialtransport zum Umlenkbereich und durch diesen hindurch
stattfindet,
so daß grundsätzlich eine Zugbeanspruchung der gebildeten Hohlkörperwandung nicht
erforderlich ist.
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Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung
ist in Anspruch 35 angegeben.
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Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert,
in denen Schritte des Verfahrens gemäß der Erfindung erläutert und Ausführungsbeispiele
von Vorrichtungen zur Durchführung des Verfahrens dargestellt sind. Es zeigen: Fig.
1 bis 8 erste Verfahrensschritte bei der Verformung einer Metallplatte; Fig. 9 in
axialem Schnitt eine Vorrichtung zum Herstellen von zylindrischen Hohlkörpern; Fig.10
eine Ansicht der Unterseite der Vorrichtung gemäß Fig. 9; Fig.11 eine schematische
Draufsicht auf die Vorrichtung gemäß Fig. 9 und 10; Fig.12 und 13 schematische Draufsichten
auf gegenüber der Vorrichtung nach Fig. 9 bis 11 abgewandelte Vorrichtungen; Fig.14
in Draufsicht eine weitere Vorrichtung zum Herstellen von Hohlkörpern mit einem
schneckenförmigen Walzenpaar; Fig.15 den Anblick der Unterseite einer ebenfalls
ein einziges schneckenförmiges Walzenpaar aufweisenden Vorrichtung; Fig.16 in Seitenansicht
einen Teil der Vorrichtung gemäß Fig.15; Fig.17 eine mögliche Abwandlung der Vorrichtungen
gemäß Fig.9 bis 15; Fig.18 und 19 zwei Vorrichtungen, bei denen die Herstellung
von Hohlkörpern ohne die bei anderen Ausführungsformen benutzte Andruckrolle erfolgt,
in axialem Schnitt; Fig.20 und 21 Draufsichten auf Ausführungsformen von Vorrichtungen,
die unter geringem Aufwand an herkömmlichen Werkzeugmaschinen gebildet und von Hand
bedient werden können; Fig. 22 bis 24 in axialem Schnitt Verfahrensschritte bei
der Herstellung eines doppelwandigen Hohlkörpers auf einer hierzu geeigneten Vorrichtung;
Fig. 25 einen der Darstellung der Fig. 24 entsprechenden axialen Schnitt durch eine
gegenüber der Vorrichtung nach Fig.22 bis 24 abgewandelte, gleichartige Vorrichtung;
Fig.26
bis 28 in axialem Schnitt Verfahrensschritte bei der Herstellung einer Stahlflasche
in einer hierzu geeigneten Vorrichtung; Fig. 29 in axialem Schnitt eine Vorrichtung
zum Herstellen von Hohlkörpern mit in axialer Richtung unterschiedlichem Querschnitt.
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In den Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszahlen bezeichnet.
Gleichartige Teile sind mit Bezugszahlen versehen, die hinsichtlich ihrer ersten
beiden Ziffern gleich sind.
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Fig. 1 zeigt im Querschnitt eine Materialplatte 30, die sich von dem
in der Figur rechts liegenden Außenrand 32 nach links und senkrecht zur Zeichenebene
erstreckt. Oberhalb der Materialplatte 30 befindet sich ein Bearbeitungswerkzeug
34, dem auf der Unterseite der Platte 30 ein Gegenwerkzeug 36 gegenübersteht.
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Das Werkzeug 34 weist eine stumpf-gewölbte, im Ausführungsbeispiel
sinusförmige Arbeitsfläche 38 und das Werkzeug 36 eine zum Zusammenwirken mit dieser
an einem Arbeitsspalt 40 ausgebildete Arbeitsfläche 42 auf.
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Durch Eindrücken der Arbeitsfläche 38 des Werkzeugs 34 in Richtung
des Pfeiles 44 nach unten wird, wie in Fig. 2 dargestellt, an der zwischen den Arbeitsflächen
38, 42 liegenden Bearbeitungsstelle die Platte 30 derart wellenförmig verformt,
daß ein gegenüber der ursprünglichen, in Fig. 1 und 2 gestrichelt angedeuteten Plattenmittelfaser
46 ein nach unten gewölbter Wellenbauch 48 in der Platte 30 entsteht. Haben die
Arbeitsflächen 38, 42 wie beim Ausführungsbeispiel eine derartige Form, daß nach
dem Absenken des Werkzeuges 34 in der die nicht gezeigte Drehachse der Platte 30
enthaltenden und durch die Bearbeitungsstelle gelegten Ebene, d.h. der Zeichenebene,
der Arbeitsspalt 40 überall eine der ursprünglichen Dicke der Platte 30 entsprechende,
senkrecht zur jeweiligen Stellung der verformten Platte 30 gemessene Breite aufweist,
wird beim wellenförmigen Verformen Material der Platte 30 in die Bearbeitungsstelle
hineingezogen. Da die Platte 30 auf ihrer in Fig. 1 und 2 linken, zur Drehachse
hin liegenden Seite kaum, nämlich nur durch Ziehen unter Querschnittsverminderung,
nachgeben kann, der Rand 32 dagegen frei ist, in die Bearbeitungsstelle
hineinzuwandern,
wird der Rand 32 in den Arbeitsspalt 40 hineingezogen. Bezeichnet man die in der
Zeichenebene gemessene Breite der wellenbauchförmigen Arbeitsfläche 38 im Hinblick
auf die Lage der Drehachse als radiale Wellenbreite oder Wellenlänge w (Fig. 1),
so entspricht die Einwärtsverlagerung des Rands 32 der Differenz zwischen der gestreckten
Länge des Arbeitsspalts 40 bei abgesenktem Werkzeug 34 nach Fig. 2, vermindert um
die radiale Wellenlänge w.
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Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf die Platte 30 nach dem erfolgten
Eindrücken der Arbeitsfläche 38 (Fig. 1, 2). Eine strichpunktierte, bezüglich der
nicht gezeigten Drehachse der Platte 30 radial verlaufende Linie II-II deutet die
Lage des in Fig. 2 dargestellten Arbeitsspaltes 40 an. Es ist erkennbar, daß die
Platte 30 einen vertieften Eindruck 50 aufweist, dessen Schnitt entlang der Linie
II-II den nach unten gerichteten Wellenbauch 48 in Fig. 2, der auch als Wellental
bezeichnet werden könnte, bildet und daß der Rand 32 gegenüber seinem ursprünglichen,
gestrichelt angedeuteten Verlauf 32' einwärts gezogen ist.
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Nach dem Beginn des wellenförmigen Verformens an einer Bearbeitungsstelle,
wie anhand von Fig. 1 bis 3 erläutert, werden die Platte 30 und die Bearbeitungsstelle
um die nicht gezeigte, in Richtung der Linie II-II links der Fig. 3 liegende Drehachse
gegeneinander verdreht, und hierbei wird das wellenförmige Verformen fortgesetzt.
Dies ist in Fig. 4 angedeutet. Obwohl es auch möglich ist, bei ortsfest gehaltener
Platte 30 die Bearbeitungsstelle um die Drehachse umlaufen zu lassen, ist in Fig.
4 vorausgesetzt, daß die Bearbeitungsstelle ortsfest gehalten ist und die Platte
30 gedreht wird. Die hinsichtlich Winkellage und radialer Lage bezüglich der Drehachse
stets gleiche Lage des Arbeitsspalts 40 (Fig. 1, 2) ist durch eine strichpunktierte
Linie II'-II' angedeutet, während die Drehrichtung der Platte 30 durch einen Pfeil
52 angegeben ist. Weiter ist vorausgesetzt, daß bei feststehendem Gegenwerkzeug
36 (Fig. 1, 2) das Bearbeitungswerkzeug 34 in schneller Folge zwischen den in Fig.
1 und 2 gezeigten Stellungen auf- und abbewegt wird. Hierdurch entsteht eine Folge
von einander überlappenden, vertieften Eindrücken 50, 501, 502, 503 usw.,
die
eine in Umfangsrichtung der Platte 30 verlaufende, fortlaufende Welle 54 bilden.
Damit die Welle 54 eine in Umfangsrichtung annähernd gleichförmige Gestalt hat,
sollte als Folgezeit beim Eindrücken aufeinanderfolgender Vertiefungen, beispielsweise
502, 503, ein Bruchteil des Quotienten aus der in Umfangsrichtung gemessenen Länge
1 einer einzelnen durch das Eindrücken der Arbeitsfläche 38 (Fig. 1) erhaltenen
Vertiefung, z.B. 503, und der Umfangs-Relativgeschwindigkeit zwischen Platte 30
und Bearbeitungsstelle gewählt werden.
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Beispielsweise wenn die Platte 30 in ihrer Mitte gehalten und angetrieben
wird, kann diese axiale Stützung zusammen mit der Massenträgheit Platte er ausreichen,
, daß in dieser die fortlaufende Welle 54 durch fortlaufend wiederholtes Eindrücken
oder Hämmern mit einem einzigen Werkzeug 34 gebildet werden kann, ohne daß das in
Fig. 1 und 2 gezeigte Gegenwerkzeug 36 vorhanden sein müßte.
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Alternativ zur beschriebenen Weise der Herstellung der Welle 54 kann
diese auch fortlaufend durch eine sich um ihre Walzenachse drehende Walze eingedrückt
werden, worauf noch einzugehen sein wird. In diesem Fall ist es erforderlich, ein
Gegenwerkzeug, zweckmäßig ebenfalls eine Walze, vorzusehen, da sich sonst die Platte
30 ähnlich wie beim bekannten Metalldrücken gegenüber der ursprünglichen Plattenmittelfaser
wegdrücken lassen würde.
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Fig. 5 und 6 zeigen in mit Fig. 1 und 2 vergleichbarer Darstellung
Beginn und Fortsetzung der Bildung einer fortlaufenden Welle. Es wird wieder die
Materialplatte 30 zwischen einem oberen Werkzeug 341 mit Arbeitsfläche 381 und einem
unteren Werkzeug 361 mit Arbeitsfläche 421 wellenförmig verformt.
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Abweichend von Fig. 1 und 2 wird jedoch nicht nur das obere Werkzeug
341 in Richtung des Pfeiles 441 nach unten in die Platte 30 eingedrückt, sondern
gleichzeitig wird das untere Werkzeug 361 in umgekehrter Richtung, nämlich in Richtung
des
Pfeiles 442 nach oben, um einen im Verstellweg des Werkzeugs
341 gleichen Verstellweg nach oben geschoben. Dadurch werden an derselben Umfangsstelle
der Platte 30 gleichzeitig in radialer Richtung abwechselnde, aus der ursprünglichen
Plattenmittelfaser 46 heraus nach beiden Seiten gerichtete, zumindest annähernd
sinusförmig verlaufende Wellenbäuche 481, 482 geformt. Dies hat den Vorteil, daß
bei gegenüber Fig. 2 gleicher Höhe der Wellenbäuche 481, 482 gegenüber der ursprünglichen
Plattenmittelfaser 46 eine stärkere Er~ummung der Platte 30 und damit eine stärkere
Einziehung ihres Randes 32 erreicht wird. Zudem ist diese Weise der Verformung am
günstigsten dann, wenn sich die Werkzeuge abweichend vom Dargestellten entlang der
Platte 30 weiter nach links erstrecken und einen Arbeitsspalt 401 mit mehreren Wellenbäuchen
Welleamp We Len am lituden oder Wellenbäuchen und Wellentälern zwiscensicli einschließen,
worauf noch einzugehen sein wird.
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Die wie vorstehend beschrieben gebildete, in Umfangsrichtung verlaufende
Welle 54 (Fig. 4) wird radial einwärts verschoben. Hierzu kann wie in Fig. 7 dargestellt
vorgegangen werden; die Werkzeuge 341, 361 werden in radialer Richtung entsprechend
dem Pfeil 56 verschoben. Nach jedem Umlauf findet die Platte 30 so einen gegenüber
der ursprünglichen radialen Stellung radial verschobenen Arbeitsspalt 401 (Fig.
5, 6) vor und muß sich diesem anpassen, wodurch die Welle 54 (Fig. 4) an der Bearbeitungsstelle
punktweise, im Verlauf einer erneuten Umdrehung der Platte 30 jedoch insgesamt verschoben
wird. Das Verschieben der Werkzeuge 341, 361 kann kontinuierlich durchgeführt werden
und bereits bei Beginn des wellenförmigen Verformens nahe dem Rand 32 begonnen werden.
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In diesem Fall hat die gebildete fortlaufende Welle 54 abweichend
von dem in Fig. 4 dargestellten Verlauf genau in Umfangsrichtung eine zusätzliche
radiale Richtungskomponente, verläuft also spiralförmig. An Stelle einer körperlichen
radialen Verschiebung der Werkzeuge 341, 361 selbst kann auch ein radiales Verschieben
der Arbeitsflächen 381, 421 dadurch erreicht werden, daß diese auf als Walzen ausgebildeten
Werkzeugen 341, 361
schraubenlinienförmig verlaufen und daß diese
Walzen gedreht werden; hierauf wird noch einzugehen sein.
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Fig. 8 verdeutlicht eine gegenüber Fig. 7 andersartige Weise, in der
das Versetzen der in Umfangsrichtung verlaufenden Welle vorgenommen werden kann.
Hierbei werden die Werkzeuge 341, 361 entsprechend den Pfeilfolgen 561, 562 von
der Platte 30 abgehoben, radial einwärts versetzt und wieder an die Platte 30 angepreßt.
In Fig. 8 sind die Werkzeuge 341, 361 dargestellt, kurz bevor das erneute Anpressen
erfolgt, durch das die zuvor gebildete Welle radial versetzt wird. Werden die Werkzeuge
341, 361 gegenüber ihrer jeweils zuvor eingenommenen, gestrichelt angedeuteten radialen
Stellung 341', 361' um eine Strecke s versetzt, so erfolgt das Versetzen der Welle
ebenfalls um diese Strecke s.
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Bezeichnet man bei der Art der Herstellung der fortlaufenden Welle
nach Fig. 5 und 6 und deren Verschieben nach Fig. 7 oder 8 den Abstand von in radialer
Richtung aufeinanderfolgenden Durchgängen der Platte 30 durch die ursprüngliche
Plattenmittelfaser 46 oder von in radialer Richtung aufeinanderfolgenden, entgegengesetzt
nach unten bzw. nach oben gerichteten Wellenbäuchen 481, 482 als Hälfte w/2 der
Wellenlänge w, so ist aus Fig. 8 erkennbar, daß ein Versetzen der zuvor gebildeten
Welle dann nicht mehr erfolgen kann, wenn 5 = w/2 gemacht wird. Dann würde nämlich
in Fig. 8 beim Andrücken der Werkzeuge 341, 361 der zuvor gebildete, nach oben gerichtete
Wellenbauch 482 lediglich in einen nach unten gerichteten Wellenbauch umgeformt
werden, während der zuvor gebildete Wellenbauch 481 zu einem nach oben gerichteten
Wellenbauch umgebildet würde, ohne daß hierdurch eine körperliche Versetzung der
Welle erfolgte. Es ist daher wichtig, daß das Versetzen einer Welle in radialer
Richtung jeweils um weniger als die Hälfte der in dieser Richtung gemessenen Wellenlänge
w erfolgt. Falls sich die Werkzeuge 341, 361 abweichend vom Dargestellten weiter
nach links erstrecken, jeweils mehrere
Wellenbäuche und Wellentäler
als Arbeitsflächen 381, 421 aufweisen und hierdurch einen mehrfach gewellten Arbeitsspalt
401 bilden, ist die zusätzliche Versetzung der Welle außer durch eine gleichgroße
Versetzung der Werkzeuge 341, 361 auch dadurch möglich, daß hierzu jeweils andere
Bearbeitungsstellen desselben Werkzeuges 341, 361 mit derselben Welle in Eingriff
gebracht werden. Liegt beispielsweise links der Arbeitsfläche 381 eine gestrichelt
angedeutete, ebenfalls nach unten gerichtete Arbeitsfläche 382 des Werkzeugs 341,
so könnte diese um eine Strecke w ( 1- E) aus ihrer zuvor eingenommenen, durch die
gestrichelt angedeutete Stellung 341' gegebene Stellung des Werkzeugs 341 bedingten
Stellung nach rechts verschoben werden, um dann zusamen mit einer entsprechenden
konkaven Arbeitsfläche des Werkzeugs 361 die Welle zu versetzen. Hierbei muß sein
O c E c 0,5.
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Ebenso, wie sich das Werkzeug 341 weiter nach links erstrecken kann,
kann es auch zusätzlich oder statt dessen in Fig. 8 nach rechts radial fortgeführt
sein und als nächste nach unten gerichtete, konkave Arbeitsfläche die gestrichelt
angedeutete Arbeitsfläche 383 aufweisen. Auch diese kann zur Versetzung der zuvor
gemäß Fig. 6 gebildeten Welle dienen, wenn sie hierzu um eine Strecke w (1+£) mit
O < &' 0,5 radial einwärts, d.h. in Fig. 8 nach links, versetzt wird. Bei
einer Vielzahl vorhandener konkaver Arbeitsflächen des Werkzeugs 341 kann dieses
daher wahlweise um eine Strecke w (m-E) radial nach außen und in Fig. 8 nach rechts
oder um eine Strecke w (m-1+E) radial einwärts und in Fig. 8 nach links versetzt
werden, wobei m eine ganze positive Zahl (m = 1, 2, 3 ...) ist. Die gleichen Überlegungen
gelten für das untere Werkzeug 361, dessen Versetzen gewünschtenfalls auch unabhängig
von demjenigen des oberen Werkzeugs 341 und sogar in Gegenrichtung erfolgen kann,
solange hierdurch mit der zuvor geformten Welle jeweils noch ein Paar von einander
gegenüberstehenden Arbeitsflächen in Eingriff gebracht werden können, die die Welle
versetzen.
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Die vorstehenden Überlegungen, wie die gewünschte radiale Versetzung
einer
Welle durch entsprechendes Versetzen der Werkzeuge erfolgen kann, gelten immer dann,
wenn dieselbe Welle nach einer Relativverdrehung zwischen Bearbeitungsstelle und
Platte 30 bzw.
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bei bezüglich der Winkelstellung ortsfestem Bearbeitungswerkzeugpaar
nach einer Verdrehung der Platte 30 erneut auf<###aeOde##in Bearbeitiingswerkzeugen
trifft und hier versetzt werden soll. Eine Folgerung aus den Überlegungen besteht
darin, daß durch radiales Einwärts- und Auswärtsversetzen desselben mit mindestens
zwei radial beabstandeten Arbeitsflächen versehenen Werkzeuges und ggf.
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des Gegenwerkzeuges ein wiederholtes radiales Versetzen der Welle
in der gewünschten Richtung erfolgen kann. Die gefundenen Bedingungen gelten jedoch
dann, wenn das Versetzen derselben Welle an in Winkelabständen hintereinander liegenden
und radial gegeneinander versetzten Bearbeitungsstellen erfolgt, was den Vorteil
hat, daß die an den einzelnen Bearbeitungsstellen vorgesehenen Werkzeuge nicht körperlich
in radialer Richtung verstellt oder versetzt werden müssen; eine entsprechend ausgebildete
Vorrichtung wird noch zu beschreiben sein. Weiter gelten die Bedingungen auch dann,
wenn, wie anhand von Fig. 7 bereits beschrieben, die Werkzeuge 341, 361 kontinuierlich
radial verschoben werden. Auch hierbei muß nämlich darauf geachtet werden, daß beispielsweise
ein nach einer vollen Umdrehung der Platte 30 zu dem Werkzeugpaar 341, 361 zurückkelirender,
nach oben gerichteter Wellenbauch nicht in einen genau umgekehrt gerichteten Wellenbauch
oder ein Wellental umgeformt wird.
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Nicht nur beim wellenförmigen Verformen der Platte 30 nahe ihres Randes
32 wird dieser radial eingezogen, wie dies in Fig. 2 bis 4 und 6 dargestellt ist.
Auch beim anschließenden Verschieben der gebildeten Welle kann bei der jeweils erfolgenden
wellenförmigen Verformung das in Fließrichtung stromauf, also in Fig. 7 oder 8 rechts
der Bearbeitungsstellen liegende Material der Platte leichter zur Bearbeitungsstelle
hinfließen als das stromab der Fließrichtung liegende Material. Daher wird das
Material
der Platte 30 bei der Durchführung des Verfahrens stärker radial einwärts zum Fließen
gebracht, als dies aufgrund derjenigen Überlegungen zu erwarten wäre, die sich anhand
der Fig. 1 bis 6 mit dem Einziehen des Randes 32 der Platte 30 beschäftigten.
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Weiter bedeutet dieser Sachverhalt, daß die zunächst gebildete und
danach radial verschobene fortlaufende Welle keineswegs dicht am Rand 32 der Platte
30 beginnen oder sich bis zu diesem erstrecken muß. Erstaunlicherweise wird das
Material der Materialplatte 30 auch dann radial einwärts zum Fließen gebracht, wenn
in einem Ringbereich der Materialplatte 30 Wellen gebildet und radial einwärts verschoben
werden und wenn zunächst außerhalb dieses Ringbereichs ein weiterer Ringbereich
der Platte 30 unverformt bleibt, der annähernd die gleiche radiale Breite wie der
erstgenannte Ringbereich hat.
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Wie beis leisweise anhand von Fig. 5 und 6 einsehbar ist, wird erstmaligen
beimt 1 en der fortlaufenden Welle 54 (Fig. 4) das Material der Platte 30 aus der
durch die ursprüngliche Plattenmittelfaser 46 definierten Plattenebene hinausgedrückt,
wobei bei der Annäherung der beiden Werkzeuge 341, 361 aneinander zunächst die Materialfaser
auf der konkaven Seite des gebildeten Wellenbauches 441 (Fig. 6) Druckkräften und
die auf der konvexen Seite liegende Materialfaser zumindest in radialer Richtung
einer Zugkraft unterworfen ist. Würden gegenüber der Darstellung der Fig. 6 wesentlich
höhere Wellenbäuche 481, 482 gebildet, so würde beispielsweise am Wellenbauch 481
auch auf dessen konkaver Seite eine Zugkraft auftreten. Es hat sich gezeigt, daß
eine derartig starke Verformung der Platte 30 im Hinblick auf die dabei auftretenden
Materialbeanspruchungen weniger günstig ist. Es genügt, wenn beim erstmaligen Bilden
der fortlaufenden Welle die Materialplatte 30 an den Wellenbäuchen, z. B. 481, so
weit verformt wird, daß danach die auf der konkaven, in Fig. 6 oberen Seite liegende
Materialfaser nach ggf.
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erfolgendem Rückfedern wenigstens in radialer Richtung spannungslos
ist, daß sich hier also Zugspannungen und Druckspannungen gerade aufheben.
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Wenn die fortlaufende Welle einmal gebildet ist und nun radial versetzt
wird, treten bei diesem Versetzen beispielsweise nach Fig. 7 oder nach Fig. 8 zusätzliche
Kräfte, und zwar ausschließlich Druckkräfte auf. Es ist beispielsweise bei Betrachtung
der Fig. 8 einsehbar, daß bei der Annäherung der beiden Bearbeitungswerkzeuge 341,
361 an die ursprüngliche Plattenmittelfaser 46 die beiden Wellenbäuche 481, 482
jeweils in der Figur von rechts nach links gedrückt werden, wodurch die Versetzung
der Welle zustandekommt. Durch die ausgeübten Druckkräfte können diejenigen Materialspannungen,
die bei der erstmaligen Bildung der Welle auf deren konvexen Seiten auftraten, teilweise
oder ganz kompensiert werden derart, daß im gesamten Material ausschließlich Druckkräfte
im schwellenden Druckbereich herrschen. Zweckmäßig werden nun die Höhen der Wellenbäuche
und Wellentäler, d.h, der Bearbeitungsflächen 381, 421 der Bearbeitungswerkzeuge
341, 361 derart gewählt, daß beim Versetzen der Welle die Materialplatte 30 an den
Wellenbäuchen 481, 482 u.s.w. so weit verformt wird, daß danach die jeweils auf
der konvexen Seite liegende Materialfaser nach ggf. erfolgendem Rückfedern zumindest
annähernd spannungslos ist, wodurch abgesehen von geringen, von dem Material federelastisch
aufgenommenen Zugspannungen lediglich Druckspannungen herrschen, durch die das Fließen
des Materials erzwungen wird.
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Fig. 9 zeigt eine Vorrichtung zum Herstellen eines becherförmigen
Hohlkörpers aus einer zunächst ebenen Materialplatte 30 mit kreisförmigem Außenrand
32 (Ronde). Die Ronde 30 wird in ihrer Mitte zwischen der ebenen Stirnseite eines
zylindrischen Dornes 58 und der ihr gegenüberstehenden ebenen Stirnseite einer kreisrunden
Andrückplatte 60 gehalten. Dorn 58 und Andrückplatte 60 erstrecken sich koaxial
zu einer Drehachse 62, um die sie zusammen mit der Ronde 30 drehbar sind. Die Drehachse
62 steht senkrecht auf der durch die ursprüngliche Plattenmittelfaser 46 der Ronde
30 bei ihrer Drehung definierten Plattenfläche oder Plattenebene.
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Das Material der Ronde wird zunächst entlang der ursprünglichen Plattenfläche
in Richtung auf den zu bildenden Hohlkörper hin radial einwärts zum Fließen gebracht,
wozu in noch näher zu beschreibender Weise ein Paar von Walzen 342, 362 dient. Sobald
das Einwärtsfließen begonnen hat, erfolgt eine axiale Relativbewegung zwischen dem
außerhalb eines den Dorn 58 ringförmig umgebenden Umlenkbereichs 64 befindlichen
Bereich der Ronde 30 einerseits und ihrem zwischen Dorn 58 und Andrückplatte 60
gehaltenen, den Boden 66 des zu bildenden Hohlkörpers darstellenden Bereich andererseits.
Bei kontinuierlicher weiterer axialer Verstellung wird das weiterhin radial einwärts
fließende Material kontinuierlich im Umlenkbereich 64 in einem kurzen Bogen um 900
umgelenkt, wird an die zylindrische Außenseite des Dornes 58 angelegt und bildet
so die zylindrische Wandung 68 des entstehenden Hohlkörpers. Fig. 9 stellt ein Zwischenstadium
bei der Bildung dieser Wandung 68 dar.
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Bis zur Fertigstellung des Hohlkörpers erfolgt eine ständige Relativdrehung
zwischen der Ronde 30 bzw. dem aus ihr hergestellten Hohlkörper und dem Walzenpaar
342, 362. Bei dem in Fig. 9 gezeigten Ausführungsbeispiel und bei den im folgenden
noch
zurzu beschreibenden Ausführungsformen sind die jeweils vorgesehenen Walzen, soweit
nicht ausdrücklich anderes angegeben ist, bezüglich ihrer Winkelstellung in Umfangsrichtung
der Drehachse 62 ortsfest angeordnet, während die Ronde 30 in Drehung versetzt wird.
Dieser Antrieb kann über den Dorn 58 oder die Andrückplatte 60 erfolgen, wobei einer
dieser Teile von der Spindel einer Dreh-oder Druckmaschine oder auch einer Bohr-
oder Fräsmaschine angetrieben sein kann, während in den erstgenannten beiden Fällen
der jeweils andere Teil von der Reitstockspindel getragen sein kann. Dabei können
die Walzen 342, 362 frei drehbar gelagert und durch Reibschluß mit der Ronde 30
in eine auf dieser abrollende Drehung versetzt sein. Andererseits ist es auch möglich,
mindestens eine der Walzen 342, 362 mittels einer Antriebsvorrichtung in Drehung
zu versetzen und hierdurch die Ronde 30 um die Drehachse 62 zu drehen, wobei Dorn
58 und Andrückplatte 60 frei drehbar gelagert sein können. Schließlich ist es in
einigen Fällen, auf die noch einzugehen sein wird, zweckmäßig, die Ronde 30 über
den Dorn 58 und/oder die Andrückplatte 60 in Drehung zu versetzen, zusätzlich jedoch
auch mindestens eine der Walzen 342, 362 drehend anzutreiben, um auf die Ronde 30
bei ihrer wellenförmigen Verformung ausgeüb w ntialkräfte zu vermindern und die
hierdurch sonst gegebene Neigung zu einer Faltenbildung zu vermeiden.
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Die Walzen 342, 362 erstrecken sich von ihren nahe dem Umlenkbereich
64 liegenden radial inneren Enden so weit radial nach außen, daß sie beim ursprünglichen
Durchmesser der Ronde 30 deren Rand 32 zwischen sich aufnehmen. Obwohl nämlich oben
ausgeführt wurde, daß eine wellenförmige Verformung der Materialplatte in einem
Ringbereich geringerer radialer Breite bereits genügt, um das Material radial einwärts
zum Fließen zu bringen, wird durch eine derartige Erstreckung der Walzen 342, 362
ebenfalls einer Faltenbildung vorgebeugt, und das Fließen wird beschleunigt. Beim
Fließen des Materials in Richtung auf den Umlenkbereich 64 wandert dann der Rand
32 der Ronde 30 im Arbeitsspalt 402 zwischen den Walzen 342, 362 einwärts.
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Beide Walzen 342, 362 weisen einen kegelstumpfförmigen Grundkörper
auf. In diesem sind untereinander gleich beabstandete, kreisringförmig umlaufende
Wellenbäuche und Wellentäler gebildet, so daß die Walzen in jedem beliebigen, durch
ihre Walzenachsen 70, 72 gelegten Längsschnitt wellenförmig verlaufende Mantellinien
aufweisen. So weist die Walze 342 am Arbeitsspalt 402 konvexe Wellenbäuche 384 und
konkave Wellentäler 385 auf, während die Mantellinie der Walze 362 am Arbeitsspalt
402 zwischen Wellentälern 484 und Wellenbäuchen 485 wellenförmig verläuft. Die Wellenbäuche
384 der Walze 342 stehen jeweils einem Wellental 484 der Walze 362 gegenüber, während
umgekehrt Wellentälern 385 der Walze 342 jeweils ein Wellenbauch 485 der Walze 362
am Arbeitsspalt 402 benachbart ist. Vorzugsweise ist das Walzenpaar 342, 362 am
Arbeitsspalt 402 annähernd formschlüssig, so daß die Walzen 342, 362 annähernd formschlüssig
auf der Materialplatte 30 abrollen.
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Der sich entlang der ursprünglichen Plattenebene erstreckende Arbeitsspalt
402 hat auf seiner gesamten Länge eine gleichbleibende Dicke. Hierdurch wird die
mit einer Dickensunahme verbundene Stauchverformung des Materials der Ronde 30 beim
Einwärtsfließen vermieden. Die Walzenachsen 70, 72 der Walzen 342, 362 treffen die
Drehachse 62 zumindest annähernd in deren Schnittpunkt 74 mit der ursprünglichen
Plattenebene. Genau genommen und jedenfalls bei größeren Dicken der Ronde 30 sollten
die Schnittpunkte der Walzenachsen 70, 72 gegenüber diesem Schnittpunkt um die halbe
Dicke der Ronde 30 in Fig. 9 nach oben bzw. nach unten axial versetzt sein. Die
Walzenachsen 70, 72 stehen zwar annähernd senkrecht auf der Drehachse 62, sind jedoch
wegen der kegelstumpfförmigen Grundform der Walzen 342, 362 um annähernd den halben
Kegelwinkel dieser Grundkörper gegenüber der ursprünglichen Plattenebene geneigt.
Diese Neigung wird um so größer, je größer die Durchmesser und damit die Kegelwinkel
der Walzen 342, 362 gewählt werden. Gegenüber der ohnehin nur schematischen Darstellung
der Fig. 9 größere Durchmesser und Kegelwinkel können dann angebracht sein, wenn
Ronden
30 mit relativ zum ursprünglichen Durchmesser großer Dicke
verarbeitet werden, da sich dann bei Blick in Fig. 9 von links her ein sanfterer
Einlauf der gebildeten, in Umfangsrichtung verlaufenden Wellen in den Arbeitsspalt
402 ergibt. Es ist auch nicht erforderlich, daß die Walzenachsen 70, 72 in der Draufsicht
auf die Ebene der Ronde 30 die Drehachse 62 schneiden; eine gegenüber derartigem
radialem Verlauf abweichende geringe Schrägstellung kann ebenfalls dazu dienen,
den Einlauf der Wellen in den Arbeitsspalt 402 zu erleichtern. Die dann von den
Walzen 342, 362 auf die Ronde ausgeübten größeren Tangentialkräfte können wieder
durch einen unmittelbaren Antrieb mindestens einer der Walzen 342, 362 ausgeglichen
werden. Die nicht weiter dargestellten Kegelspitzen der kegelstumpfförmigen Grundkörper
der Walzen 342, 362 liegen beim Ausführungsbeispiel im Schnittpunkt der jeweiligen
Walzenachse 70, 72 mit der Drehachse 62 und bei der erwähnten Schrägstellung der
Walzenachsen 70, 72 gegenüber einem in der Draufsicht genau radialen Verlauf in
der Nähe der Drehachse 62.
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Ebenso wie bei sämtlichen im folgenden noch zu beschreibenden anderen
Ausführungsbeispielen sind die Walzen 342, 362 in nicht gezeigten Lagern drehbar
gelagert, und die Lager sind in Halterungen angeordnet, von denen mindestens eine
eine Verschiebung zumindest annähernd parallel zur Drehachse 62 derart gestattet,
daß mindestens eine Walze 342, 362 des Paares unter Veränderung der Breite des Arbeitsspaltes
402 in Richtung auf die andere Walze 362 bzw. 342 desselben Paares hin verstellbar
ist. Hierdurch wird das ursprüngliche Einlegen der Materialplatte oder Ronde 30
zwischen die Walzen ermöglicht, und vorzugsweise. mittels eines entsprechende Stellantriebs
kann die Breite des Arbeitsspaltes 402 eingestellt werden. Eine weitere zweckmäßige
Ausgestaltung kann beim Ausführungsbeispiel wie auch bei sämtlichen noch zu beschreibenden
Ausführungsbeispielen darin bestehen, daß das demUmlenkbereich 64 abgewandte Ende
mindestens einer Walze 342, 362 des Paares unter Veränderung des von den Walzenachsen
70, 72 eingeschlossenen Winkels in Richtung auf die andere Walze 362 bzw. 342 desselben
Paares hin verstellbar ist. Hierdurch kann dem Arbeitsspalt 402 abweichend vom Dargestellten
eine - von seinem Weilenlinienförmigen Verlauf abgesehen -konische
Gestalt
gegeben werden, was besonders vorteilhaft dazu verwendet werden kann, einen Hohlkörper
aus einer Materialplatte 30 von gegenüber der Dicke der Wandung 68 des Hohlkörpers
größerer Dicke herzustellen. Hierdurch kann bei gegebenem Materialverbrauch für
die Herstellung des Hohlkörpers der ursprüngliche Durchmesser der Materialplatte
30 verringert werden, und die radiale Länge der Walzen 342, 362 bzw. sonst vorgesehener
Walzen kann gegenüber dem Fall einer über die radiale Ausdehnung des Arbeitsspalts
402 gleichbleibenden Breite verringert werden.
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Wird eine Materialplatte 30 von gegenüber der Dicke der Wandung 68
größerer Dicke verwendet, wie dies vorstehend angesprochen wurde, so wird vorzugsweise
so vorgegangen, daß die Walzen 342, 362 zunächst derart eingestellt werden, daß
sie an ihren dem Umlenkbereich 64 abgewandten Enden einen größeren Abstand als an
ihren dem Umlenkbereich 64 zugewandten Enden haben, daß also der Arbeitsspalt abgesehen
von seiner Welligkeit sich zur Drehachse 62 hin konisch verjüngend verläuft. Nach
dem Einlegen der Materialplatte werden die Walzen 342, 362 unter Beibehaltung ihrer
Winkelstellung zur ursprünglichen Plattenebene und damit unter Beibehaltung der
Differenz der Abstände ihrer radial äußeren und radial inneren Enden aufeinander
hin verstellt, wodurch sich zunächst die Ronde 30 nur nahe dem Umlenkbereich 64
verformen, während die radial äußeren Enden der Walzen 342, 362 die Ronde 30 noch
nicht berühren. Erst in dem Maß, wie das Material der Ronde 30 radial einwärts fließt
und sich der Durchmesser der Ronde 30 verkleinert, wird sie zunehmend und schließlich
in ihrer gesamten radialen Walzen vondenvWalzen 342, 362 erfaßt und verformt. Zusätzlich
kann so vorgegangen werden, daß während des Herausfließens des Materials der Ronde
30 aus dem radial inneren Ende des Arbeitsspaltes 402 in den Umlenkbereich 64 der
von den Walzenachsen 70, 72 eingeschlossene Winkel verringert wird. Diese Winkelverstellung
erfolgt zweckmäßig mit solcher Geschwindigkeit, daß eine Verformung der Ronde 30
an ihrem Rand 32 beginnt, bevor dieser um
einen merklichen Prozentsatz,
beispielsweise 5 %, des Durchmessers der Ronde radial einwärts gewandert ist, Wird
eine Ronde 30 verwendet, deren ursprünglicher Durchmesser so groß ist, daß ihr Rand
32 ursprünglich radial außerhalb der radial äußeren Enden der Walzen 342, 362 liegt,
dann erfolgt die Vorstellung aufeinander zu und/oder die Winkelverstellung der Walzen
342, 362 zweckmäßig mit solcher Geschwindigkeit, daß deren radial äußere Enden mit
dem Verformen der Ronde 30 gerade dann beginnen, wenn der Rand 32 bei seinem Einwärtswandern
zwischen diesen radial äußeren Enden der Walzen 342, 362 zu liegen kommt.
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Ist das Material der Ronde 30 radial bis zum Umlenkbereich 64 einwärts
geflossen und ist es unter Umlenkung in die axiale Richtung durch den Umlerwkbereich
64 hindurchgeflossen, so legt es sich, wie bereits erwähnt, als Wandung 68 an die
Außenseite des Dornes 58 an. Die Dicke der Wandung 68 entspricht annähernd der Dicke
der Ronde 30 beim Austritt aus dem Arbeitsspalt 402.
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Die Dicke der Wandung 68 kann jedoch auch durch die axiale Relativgeschwindigkeit
zwischen Dorn 58, Boden 66 und Andrückplatte 60 einerseits und der ursprünglichen
Plattenebene andererseite beeinflußt werden. Wird diese Geschwindigkeit erhöht,
so wird das Material aus dem Umlenkbereich 64 weggezogen, und die Wandstärke der
Wandung 68 wird verringert. Umgekehrt kann durch geringere Relativgeschwindigkeit
eine Stauchung des Materials im Umlenkbereioh 64 und damit eine dickere Wandung
68 erzielt werden, Beim Ziehen wandert der Umlenkbereich gegenüber der ursprünglichen
Plattenebene in der Ziehrichtung, also in Fig. 9
nach unten aus.
Beim Stauchen ist dies nicht der Fall; eher wölbt sich der Umlenkbereich 64 entgegen
der relativen axialen Verschiebungsrichtung von Dorn 58, Boden 66 und Andrückplatte
60 gegenüber der ursprünglichen Plattenebene. Diese Erscheinung kann zur Regelung
der Geschwindigkeit der axialen Relativverstellung zwischen dem Boden 66 - oder
allgemeiner dem in Fließrichtung des Materials jenseits des Umlenkbereichs 64 liegenden
Bereich der Materialplatte - gegenüber der ursprünglichen Plattenebene ausgenutzt
werden, indem die axiale Lage oder Höhe des Umlenkbereichs 64 in einem vorgegebenen
radialen Abstand von der Drehachse 62 gemessen wird. Hierzu läuft in Fig. 9 auf
der konvexen oberen Seite des Umlenkbereichs 64 ein Tastrad 76, dessen axiale Stellung
einem Wandler 78 mitgeteilt wird. Der gegenüber der ursprünglichen Plattenebene
ortsfest gehaltene Wandler 78 erzeugt ein Ausgangssignal, das unmittelbar der axialen
Stellung des Tastrades 7-6 proportional ist oder das durch Mittelwertbildung nach
mindestens einer Umdrehung der Ronde 30 dem Mittelwert der Höhe des Umlenkbereiches
entspricht. Durch das Ausgangssignal des Wandlers 78 kann beispielsweise bei in
axialer Richtung ortsfest gehaltenen Walzen 342, 362 und demgemäß in axialer Richtung
festgehaltener ursprünglicher Plattenebene die axiale Verstellgeschwindigkeit des
Dornes 58 und der ihm nachgebenden Andrückplatte 60 gesteuert werden.
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Zur weiteren Verbesserung eines gleichmäßigen Anlegens der Wandung
68 an die Außenseite des Dornes 58 ist eine drehbar gelagerte Andruckrolle 80 vorgesehen.
Deren Achse 82 verläuft in einer mit der Drehachse 62 gemeinsamen Ebene derart schräg
zu dieser, daß ihr Rand an seiner zur Drehachse 62 hin liegenden Seite der konkaven
Seite des Umlenkbereichs 64 eng benachbart auf der Außenseite der Wandung 68 abrollt,
während der Rand der Andruckrolle 80 auf ihrer der Drehachse 62 abgewandten Seite
einen größeren axialen Abstand von der ursprünglichen Plattenebene hat. Durch radiale
Verstellung der Andrückrolle 80 in
Richtung auf die Drehachse 62
hin oder von dieser fort kann außer einer Glättung auch eine zusätzliche Beeinflussung
der Dicke der Wandung 68 erfolgen. Durch stärkeres Heranführen der Andruckrolle
80 an den Dorn 58 erfolgt ein Walzen der sich bildenden Wandung 68, wodurch deren
Dicke vermindert wird, während ein Strecken in axialer Richtung erfolgt, das wieder
durch entsprechende Geschwindigkeit bei der axialen Relativverstellung zwischen
Boden 66 und ursprunglicher Plattenebene ausgeglichen werden kann. Gewünschtenfalls
können auch mehrere, in vorzugsweise gleichmäßigen Winkelabständen um die Drehachse
62 herum gleichartig wie die Andruckrolle 80 angeordnete weitere Andruckrollen vorgesehen
sein, um die von den einzelnen Andrückrollen zu übertragenden Kräfte gering zu halten
und um eine möglichst gleichmäßige Wirkung zu erzielen. Für eine möglichst günstige
Glättungswirkung auf der Außenseite der' Wandung 68 ist es dabei vorteilhaft, die
einzelnen Andruckrollen geringfügig in axialer Richtung zu versetzen, ihren angedrückten
Rändern geringfügig unterschiedliche Formen zu geben und/oder ihnen zusätzlich ein
in Materialflußrichtung auslaufendes Glättprofil zu geben.
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Die Walzen 342, 362 können hinsichtlich ihrer Wirkung so betrachtet
werden, als wären sie aus mehreren gegeneinander frei drehbaren, entlang den Walzenachsen
70 bzw. 72 aneinandergereihten Walzenabschnitten zusammengesetzt (tatsächlich ist
eine derartige Gestaltung möglich und in einigen Fällen sogar vorteilhaft, worauf
noch einzugehen sein wird). So kann beispielsweise jeweils der zwischen aufeinanderfolgenden
Wellentälern 385 liegende Walzenabschnitt der Walze 384 mit dem Werkzeug 341 in
Fig. 6 und der dazwischen liegende Wellenbauch 384 mit dessen Arbeitsfläche 381
(Fig. 5) verglichen werden. Zwischen den Walzenabschnitten der Walze 342 und der
Walze 362 ist somit entlang des Arbeitsspalts 402 eine Reihe von untereinander gleichmäßig
radial beabstandeten Bearbeitungsstellen gebildet, an denen die jeweils im Arbeitsspalt
402 befindliche Umfangsstelle der Ronde 30 gleichzeitig wellenförmig verformt wird.
Hierdurch werden bei jeder beliebigen radialen Lage des Randes 32 der Ronde 30 bei
deren Drehung um die Drehachse 62 an oder nahe dem Rand 32 sowie
im
gesamten radial einwärts gelegenen Bereich bis annähernd zum Umlenkbereich 64 sich
in Umfangsrichtung erstreckende und untereinander parallele Wellen gebildet. Durch
dieses gleichzeitige mehrfache wellenförmige Verformen wird der Rand 32 stärker
radial einwärts eingezogen, als dies anhand von Fig. 5 und 6 beim Verformen mittels
eines einzigen Paares von Werkzeugen 341, 361 erfolgt. Um dieses Einziehen des Randes
32 nicht durch Reibungskräfte im Arbeitsspalt 402 zu behindern, kann es zweckmäßig
sein, bei Beginn der Verformung der Ronde 30 die Walzen 342, 362 nicht plötzlich,
sondern in langsamer Bewegung aufeinander zu bis zum Erreichen der etldgultigen,
der ursprünglichen Dicke der Ronde 30 gleichen Weite des Arbeitsspaltes 402 zu verstellen.
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Nachdem die in Umfangsrichtung verlaufenden Wellen in der Ronde 30
gebildet sind, müssen sie radial einwärts versetzt werden, wozu grundsätzlich die
bereits anhand von Fig. 7 und 8 beschriebenen Möglichkeiten zur Verfügung stehen.
Die beim Ausführungsbeispiel angewendete Art des Versetzens geht aus Fig. 10 hervor.
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Fig. 10 zeigt einen Blick auf die Unterseite der Vorrichtung gemäß
Fig. 9. In Fig. 10 oben ist die Walze 362 dargestellt, die der hier nicht sichtbaren,
hinter der Ronde 30 liegenden Walze 342 (Fig. 9) axial gegenübersteht. Zusätzlich
sind zwei weitere Walzenpaare vorgesehen, deren Walzen sich jeweils an einem Arbeitsspalt
beiderseits der Ronde 30 gegenüberstehen und deren WalzenachasWin/hreadal zur al
zur Drehachse 62 verlaufen; hiervon sind lediglich die Walzen 363, 364 mit den Walzenachsen
721, 722 sichtbar. Die Walzen 362, 363, 364 sind untereinander winkelmäßig bezüglich
der Drehachse 62 gleich beabstandet, so daß ihre Relativverdrehung zur Ronde 30
synchron erfolgt. Beim Ausführungsbeispiel sind die Walzen 362, 363, 364, wie bereits
bebezüglich der Walzen 342, 362 anhand Fig. 9 erläutert, bezüglich einer Winkelverdrehung
um die Drehachse 62 ortsfest gelagert, während die Ronde 30 und der aus ihr gebildete
Hohlkörper in
Richtung der Pfeile 521 in Fig. 9 und 522 in Fig.
10 drehend angetrieben wird.
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Die Wellung der Ronde 30 beim Herauslaufen aus der Walze 362 ist in
Fig. 10 erkennbar. Durch den Verlauf der gebildeten Wellen in Umfangsrichtung wechseln
in radialer Richtung untereinander gleichmäßig beabstandete Wellenkämme, z.B. 541,
544, die in Fig. 10 als vor der Zeichenebene liegend zu denken sind, mit hinter
der Zeichenebene liegenden Wellentälern der Ronde 30 ab.
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Das Versetzen der Wellen kann beispielsweise ausgehend von dem Wellenkamm
541 betrachtet werden, der die Walze 362 verläßt.
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Nach einem Drittel der Umlaufdauer der Ronde 34 gerechnet vom Zeitpunkt
der wellenförmigen Verformung an der Walze 362, und nach Durchlaufen eines Winkels
von 1200 wird eine gegebene Umfangsstelle der Ronde an der Walze 721 und der ihr
axial gegenüberstehenden, nicht gezeigten weiteren Walze erneut wellenförmig verformt.
Der Wellenkamm 541 trifft hier nämlich eine Bearbeitungsstelle, die um ein Drittel
der Wellenlänge, d.h. des radialen Abstands beispielsweise zwischen Wellenkamm 541
und Wellenkamm 544, radial einwärts gegenüber derjenigen Bearbeitungsstelle an der
Walze 362 versetzt ist, an welcher der Wellenkamm 541 zuvor gebildet wurde. Hierdurch
wird der Wellenkamm 541 zu dem um ein Drittel der Wellenlänge weiter radial einwärts
liegenden Wellenkamm 542. Der in Fig. 10 unterhalb der Walze 363 liegende Übergang
841 ist gestrichelt angedeutet. In entsprechender Weise trifft danach eine gegebene
Umfangsstelle wieder nach einem Drittel der Umlaufzeit der Ronde 30 und nach Durchlaufen
eines Winkels von 1200 an der Walze 364 eine erneut um ein Drittel der Wellenlänge
radial einwärts versetzte Bearbeitungsstelle, wodurch der Wellenkamm 542 durch den
gestrichelt angedeuteten Übergang 842 in den Wellenkamm 543 übergeht. Nach einer
erneuten Drehung der betrachteten Umfangsstelle während eines Drittels der Umlaufzeit
wird die Walze 362 wieder erreicht, wobei die dort vorgefundene Bearbeitungsstelle
wiederum
um ein Drittel der Wellenlänge gegenüber der zuvor durchlaufenen
Bearbeitungsstelle an der Walze 364 radial einwärts versetzt ist.
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Hierdurch wird der Wellenkamm 543 am Übergang 843 in den Wellenkamm
544 überführt. Es erfolgt also an einer gegebenen Umfangsstelle der Ronde 30 in
zeitlich aufeinanderfolgenden Schritten örtlich punktweise eine Versetzung radial
einwärts, während das Versetzen in Umfangsrichtung zeitlich kontinuierlich durchgeführt
wird.
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Der Wellenkamm 544 wird in entsprechender Weise, wie dies anhand des
Wellenkainnis 541 vorstehend betrachtet wurde, schrittweise radial einwärts versetzt
und erreicht nach zwei derartigen Versetzungen den Umlenkbereich 64 (Fig. 9), wo
das Material axial in Fig. 10 aus der Zeichenebene nach hinten umgelenkt wird, um
die Wandung 68 des gewünschten Hohlkörpers zu bilden.
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Bei der Ausbildung der Walzenpaare gemäß Fig. 9 und 10 und bei die
Drehachse 62 schneidenden Walzenachsen 70, 72,721, 722 ist es nicht möglich, mit
weniger als drei Walzenpaaren auszukommen Bei der Verwendung von zwei Walzenpaaren
müßte nämlich die Versetzung an beiden Walzenpaaren jeweils gleich der halben Wellenbreite
sein, oder an einem Walzenpaar müßte eine Versetzung um mehr als die halbe Wellenbreite
erfolgen, was, wie anhand der Fig, 8 hergeleitet wurde, nicht zulässig ist. Beim
Auftreffen auf eine um mehr als die halbe Wellenbreite und weniger als die volle
Wellenbreite gegenüber der vorherigen Bearbeitungsstelle versetzten Bearbeitungsstelle
würde die Welle nicht radial einwärts, sondern nach außen versetzt. Dagegen ist
es möglich, mehr als drei Walzenpaare vorzusehen. Bei der Verwendung von vier oder
fünf Walzenpaaren kann dann an jedem Walzenpaar eine Versetzung um ein Viertel bzw.
ein Fünftel der Wellenbreite erfolgen.
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Bei der Verwendung von sechs Walzenpaaren hat man die Wahl, entweder
an jedem Walzenpaar eine Versetzung um ein Sechstel oder um ein Drittel der Wellenbreite
vorzunehmen; im zweiten
Fall trifft der ursprünglich gebildete
Wellenkamm nach einem vollen Umlauf der Ronde 30 auf die jeweils übernächste von
der ursprünglichen Bearbeitungsstelle aus greasdeitAn>5eääibteSi Xnge-nde stelle.
Eine größere Anzahl von Walzenpaaren kann zweckmäßig sein, um die am einzelnen Walzenpaar
aufzubringenden Verformungskräfte gering zu halten und/oder um eine schnelle Umformung
zu erreichen. Die in Fig. 9 und 10 gezeigte Ausführungsform der Vorrichtung mit
drei Walzenpaaren hat jedoch den Vorteil einer relativ einfachen Bauweise.
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Fig. 11 zeigt eine stark schematisierte Draufsicht auf die in der
Vorrichtung gemäß Fig. ~9 und 10 verformte Ronde 30 während des Verformungsvorganges.
Es sind die Stellungen der Walze 342 und weiterer Walzen 343, 344 mit jeweiligen
Walzenachsen 70, 701, 702 gestrichelt angedeutet, die den Walzen 362, 363, 364 (Fig.
11) axial gegenüberstehen. Die Ronde 30 wird in Richtung des Pfeiles 523 durch die
Arbeitsspalte dieser Walzenpaare hindurchgedreht. Zur Verdeutlichung der Versetzung
der Welle um eine Wellenbreite w während eines Umlaufes ist lediglich die Folge
von Wellenkämmen 541 bis 544 dargestellt, die bei dem Draufblick auf die Ronde 30
jedoch als hinter der Zeichenebene liegende Wellentäler zu denken sind.
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Fig. 12 zeigt eine ähnlich wie Fig. 11 schematisierte Draufsicht auf
die Ronde 30 bei der Verformung in einer mit Fig. 9 vergleichbaren Vorrichtung,
die jedoch nur ein einziges Paar von einander am Arbeitsspalt gegenüberstehenden
Walzen aufweist. Die Lage der in der Figur vor der Ronde liegenden Walze 342 ist
gestrichelt angedeutet, während die ihr gegenüberstehende Walze 362 (Fig. 9) nicht
dargestellt ist.
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Bei der Drehung der Ronde 30 in Fig. 12 in Richtung des Pfeiles 524
laufen aus Bearbeitungsstellen unter der Walze 342 annähernd parallele Wellentäler
545, 546 hervor. Gleichzeitig wird die
Walze 342 zusammen mit der
mit ihr ein Walzenpaar bildenden weiteren Walze 362 (Fig. 9) unter Beibehaltung
der Breite des Arbeitsspalts 402 (Fig. 9) radial nach außen verschoben. Zu weiter
zurückliegenden Zeitpunkten hatte daher die das Wellental 545 bildende Bearbeitungsstelle
einen geringeren Abstand von der Drehachse 62. Dies bedeutet, daß das Wellental
545 entsprechend einer Spirale verläuft. Wie anhand der radialen Lage des Wellentales
545 unmittelbar vor seinem Eintritt in Fig. 12 von rechts her in den Bereich der
Walze 342 geschlossen werden kann, hatte der in Fig. 12lobere Bearbeitungspunkt,
von dem ausgehend das Wellental 545 nach rechts verläuft, zu einem Zeitpunkt, der
gegenüber dem betrachteten Zeitpunkt um die Dauer einer Umdrehung der Ronde 30 zurückliegt,
die durch ein Kreuz 86 angedeutete Lage. Der Bearbeitungspunkt ist also während
der Dauer einer Umdrehung der Ronde 30 um eine Strecke w (1-e) radial nach außen
verschoben worden, die kleiner als die Wellenbreite w und größer als deren Hälfte
ist. Durch diese Verschiebung wird erreicht, daß das Wellental 545 beim Einlaufen
unter die Walze 342 von links her radial einwärts versetzt wird, um in das Wellental
546 überzugehen.
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Anstelle einer Verschiebung der Walzen 342, 362 radial nach außen
ist es ebenfalls möglich, diese radial nach innen zu verschieben, und zwar während
einer Umdrehung der Ronde 30 jeweils um eine Strecke, die geringer ist als die Hälfte
der Wellenlänge w. Während bei dem anhand Fig. 12 beschriebenen Verfahren Wellen
gebildet werden, die nahe dem Umlenkbereich 64 (Fig. 9) beginnen und mit einer überwiegend
in Umfangsrichtung verlaufenden und einer geringeren radialen Richtungskomponente
langsam spiralförmig nach außen verlaufen, würde bei der entgegengesetzten Verschiebungsrichtung
des Walzenpaares die Welle zunächst zum Rand 32 der Ronde 30 hin beginnen und würde
mit einer geringen radial einwärts gerichteten Richtungskomponente spiralförmig
zum Umlenkbereich 64 hin verlaufen, In jedem Fall gelten für die radiale Verschiebung
des
Walzenpaares die anhand der Fig. 8 hergeleiteten Bedingungen und Möglichkeiten in
Anwendung auf den anhand der Fig. 7 beschriebenen Fall einer kontinuierlichen Verschiebung.
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Das radiale Verschieben des Walzenpaares mit der Walze 342 in Fig.
12 entweder, wie in der Figur dargestellt, radial auswärts oder auch, wie vorstehend
erwähnt, radial einwärts kann jeweils nur um eine relativ geringe Gesamtstrecke
erfolgen. Bei einer Verschiebung der Walzen zu weit nach außen entfernen sich nämlich
ihre radial inneren Enden zu weit vom Umlenkbereich 64 (Fig. 9), um noch das Fließen
des Materials der Ronde 30 zu diesem zu gewährleisten. Andererseits kann bei der
Verschiebung des Walzenpaares radial einwärts zumindest die eine Walze nicht weiter
als bis zum Erreichen des Umlenkbereiches 64 verstellt werden, da dann die Walze
den zu bildenden Hohlkörper berührt. Zur Abhilfe kann das Walzenpaar jeweils in
einer radialen Richtung verschoben, danach von der Ronde 30 abgehoben, entgegen
der vorherigen Verschiebungsrichtung versetzt und erneut auf die Ronde 30 aufgesetzt
werden. Bei geeigneter Synchronisation mit der Umlaufzeit der Ronde 30 wird so jeweils
nach der radialen Verschiebung der zwischen dem Walzenpaar gebildeten Bearbeitungsstelle
um eine Strecke, die dem radialen gegenseitigen Abstand der Bearbeitungsstellen
entspricht, die in der Verschiebungsrichtung vordere Bearbeitungsstelle aufgehoben
und hinter der in Verschiebungsrichtung letzten Bearbeitungsstelle eine neue Bearbeitungsstelle
gebildet. Gewünschtenfalls kann das Versetzen entgegen der Verschiebungsrichtung
auch dazu benutzt werden, beim erneuten Aufsetzen beider Walzen auf die Ronde 30
nicht ein Kämmen mit deren Wellen, sondern durch geeignete Versetzung des Walzenpaares
ein Versetzen dieser Wellen radial einwärts zu erreichen, wie dies bereits grundsätzlich
anhand von Fig. 8 erläutert wurde.
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Anhand von Fig. 9 bis 11 wurde bereits erläutert, daß bei der dort
verwendeten Walzenform und bei derartigem Verlauf der Walzenachsen 70, 701, 702,
72, 721, 722, daß diese die Drehachse 62 scheiden, mindestens und vorzugsweise drei
Walzenpaare 342, 362; 343, 363; 344, 364 erforderlich sind. Fig. 13 zeigt demgegenüber
eine Möglichkeit, wie dieses Erfordernis umgangen werden kann.
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Fig. 13 ist ebenso wie Fig. 11 und 12 eine stark schematisierte Draufsicht
auf die Ronde 30 während des Umformungsvorganges. An der Ronde 30 sind an beliebigen
Umfangsstellen, im Ausführungsbeispiel diametral gegenüberliegend, zwei Walzenpaare
vorgesehen, von denen jeweils nur die in der Draufsicht vor der Ronde 30 liegende
Walze 345, 346 in ihrer Stellung gestrichelt angedeutet ist. Die Walzen sind unter
einem spitzen Winkel schräg gegenüber einem radialen Verlauf gestellt, wie er durch
eine eingezeichnete DurchmesserlinieMgegeben wäre. Die Walzenachsen, beispielsweise
die Walzenachse 703 der Walze 345 und die Walzenachse 704 der Walze 346, verlaufen
in gleichen Abständen auf gegenüberliegenden Seiten der Drehachse 62 an dieser vorbei;
vorzugsweise liegt die Walzenachse 704 parallel zu der mit der Walze 345 ein Paar
bildenden weiteren Walze, und die Walzenachse 703 parallel zu der entsprechenden,
der Walze 346 gegenüberstehenden Walze.
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Wäre die Walze 345 nicht schräg gestellt, so würde bei Drehung der
Ronde 30 in Richtung des Pfeiles 525 unter der Walze 345 ein genau in Umfangsrichtung
um die Drehachse 62 verlaufendes Wellental 545'herauslaufen. Durch die Schrägstellung
der Walze 345 wird das gebildete Wellental 545 jedoch nach dem Verlassen des unter
der Walzenachse 703 liegenden Punktes der Bearbeitungsstelle gezwungen, zunächst
senkrecht zur Walzenachse 703 und damit um einen geringen Verschiebungsweg radial
einwärts zu verlaufen. Es ist daher
möglich, am nächsten, die Walze
346 umfassenden Walzenpaar durch ein Versetzen um weniger als die Hälfte der Wellenbreite
doch insgesamt eine Versetzung um die halbe Wellenbreite zu erzielen. Dies wird
auch dadurch erleichtert, daß beim Hineinlaufen unter die Walze 346 wegen deren
Schrägstellung eine ähnliche Richtwirkung wie beim Herauslaufen unter der Walze
345 erreicht wird, wodurch ein stärkeres Versetzen möglich ist, als dies bei durch
die Drehachse 62 verlaufender Walzenachse 704 der Fall wäre. Nachdem so das Wellental
545 in ein Wellental 546 überführt ist, wird auch dieses um die halbe Wellenbreite
verschoben, indem es beim Herauslaufen unter der Walze 346 bereits um eine geringe
Strecke radial einwärts verschoben wird und dann beim Hineinlaufen unter die Walze
345 die restliche, gegenüber der halben Wellenbreite etwas geringere Verschiebung
erfährt. Es wird so unter Verwendung von nur zwei Walzenpaaren eine Überführung
des Wellentales 545 in das Wellental 547, also eine Verschiebung um eine Wellenbreite,
bei einer einzigen Umdrehung der Ronde 30 erzielt.
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Die in Fig. 13 verwendeten Walzen, darunter die Walzen 345, 346, können
wie bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9 bis 11 so ausgebildet sein, daß die
Höchstpunkte bzw. Tiefstpunkte der Wellenbäuche und Wellentäler ihrer Mantellinien
auf Kreisen liegen, deren Ebene jeweils senkrecht zur Wellenachse steht. Die Schrägstellung
kann jedoch auch bei anderen Walzenformen, wie sie noch im folgenden anhand der
Fig. 14 ff.
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beschrieben werden, und bei von der beschriebenen Weise des Versetzens
der Wellen abweichenden Verfahren, beispielsweise nach Fig. 12, mit Erfolg angewendet
werden. Auch ist es selbstverständlich möglich, an Stelle der in Fig. 13 verwendeten
Walzenpaare mehr als zwei derartige Walzenpaare vorzusehen. Auch kann es genügen,
bei zwei oder mehr vorgesehenen Walzenpaaren nur eines dieser Walzenpaare in der
beschriebenen Weise schräg zu stellen.
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Fig. 14 zeigt schematisiert und unter Weglassung der nicht zur Erläuterung
erforderlichen Teile die Draufsicht auf eine weitere Vorrichtung zum Herstellen
eines Hohlkörpers, wobei ein einziges Walzenpaar Verwendung findet. Von diesem ist
lediglich die Walze 347 mit ihrer Walzenachse 705 dargestellt, während die ihr an
dem von der Ronde 30 durchlaufenen Arbeitsspalt gegenüberstehende weitere Walze
nicht dargestellt ist.
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Für die Stellung der beiden jeweils einen kegelstumpfförmigen Grundkörper
aufweisenden Walzen gilt im wesentlichen das anhand von Fig. 9 und 13 Gesagte. Abweichend
von den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen weisen jedoch die Walzen,
wie an der Walze 347 sichtbar, entsprechend Schraubenlinien verlaufende Wellenbäuche
386 und Wellentäler 387 ihrer Mantellinien auf. Beim Ausführungsbeispiel bilden
diese ein eingängiges, kegeliges Schraubengewinde (Schneckengewinde), während grundsätzlich
auch eine Zwei- oder Mehrgängigkeit denkbar ist.
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Die beiden Walzen des Walzenpaares weisen gegensinnig verlaufende
Schraubenlinien auf; die Schraubenlinien der Walze 347 bilden ein Linksgewinde,
während die nicht gezeigte, ihr gegenüberstehende Walze des Paares ein Rechtsgewinde
aufweist.
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Bei der Drehung der Ronde 30 um die Drehachse 62 in Richtung des Pfeiles
526 rollen die Walzen des Walzenpaares unter wellenförmigem Verformen der Ronde
30 auf dieser ab, wobei wie bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9 bis 11 die
Ronde 30 und/oder die Walzen angetrieben werden können. Dabei wandern die im Arbeitsspalt
zwischen den Walzen gebildeten, aneinander um die Wellenbreite beabstandeten Bearbeitungsstellen
in radialer Richtung, beim Ausführungsbeispiel radial auswärts. Durch die Spiral-
oder Schneckenform der Walzen, beispielsweise der Walze 347, wird ohne jede radiale
Verstellung der Walzen erreicht, daß jeweils nach der radialen Verschiebung der
Bearbeitungsstellen um eine Strecke, die dem radialen gegenseitigen Abstand der
Bearbeitungsstellen entspricht, die in der Verschiebungsrichtung vordere Bearbeitungsstelle
aufgehoben
und hinter der in Verschiebungsrichtung letzten Bearbeitungsstelle
eine neue Bearbeitungsstelle gebildet wird. Weiter wird durch die Verschiebung der
Bearbeitungsstellen erreicht, daß die gebildeten und mit einer Umfangs-Richtungskomponente
verlaufenden Wellen, beispielsweise die Welle 548, spiralförmig verlaufen. Das wellenförmige
Verformen wird jeweils nahe dem Umlenkbereich 64 begonnen und wegen der radialen
Verschiebung der Bearbeitungsstelle bis zum Erreichen des Randes 32 der Ronde 30
fortgesetzt.
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Würde eine in beliebigem Abstand von der Drehachse 62 auf der Ronde
30 gedachte Kreisbahn, beispielsweise der vom Rand 32 gebildete Kreis, einen Umfang
haben, der ein ganzzahliges Vielfaches des auf derselben Kreisbahn abrollenden Umfanges
der Walzen, beispielsweise der Walze 347 ist, so würde nach einer vollen Umdrehung
der Ronde 30 die Walze 347 mit denselben Wesen kämmen, die zuvor von ihr in der
Ronde 30 gebildet wurden. Auf diese Weise wäre zunächst keine radiale Versetzung
der einmal gebildeten Wellen zum Umlenkbereich 64 hin erreichbar. Grundsätzlich
wäre es möglich, dieses Versetzen mittels zusätzlicher Walzenpaare zu erzielen,
ähnlich wie dies anhand der Ausführungsbeispiele gemäß Fig. 9 bis 11 und 13 erläutert
wurde. Beim Ausführungsbeispiel dient jedoch dasselbe Walzenpaar, das die Wellen
bildet, auch zu deren wiederholtem radialen Versetzen. Dies wird dadurch erreicht,
daß der auf einer gegebenen Kreisbahn der Ronde 30 um die Drehachse 62 abrollende
Umfang der Walzen, beispielsweise der Walze 347, derart gewählt wird, daß die genannte
Kreisbahn kein ganzzahliges Vielfaches dieses Walzenumfanges ist. Hierdurch findet
eine unter die Walze 347 hineinlaufende Welle, beispielsweise der Wellenkamm 549,
eine inzwischen radial versetzte Bearbeitungsstelle vor und wird in radialer Richtung
versetzt.
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So geht der Wellenkamm 549 in einem Übergang 844 an der Bearbeitungsstelle
in den unter der Walze 347 heraus laufenden Wellenkamm 548 über. An einer gegebenen
Umfangsstelle der Ronde
30 wird somit eine Welle nach jeweils
einer Umdrehung der Ronde 30 schrittweise einwärts versetzt. Das Versetzen erfolgt
praktisch punktweise an den durch die bezüglich der Winkellage zur Drehachse 62
ortsfest gehaltenen Walzen, jedoch in Umfangsrichtung und entlang der Wellen kontinuierlich.
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Fig. 15 zeigt im Blick von unten eine weitere Vorrichtung, die ähnlich
derjenigen nach Fig. 14 ein mit Schneckengewinde versehenes Walzenpaar aufweist,
von dem eine Walze 365 dargestellt ist. Abweichend von dem Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 14, wo die dort nicht dargestellte, auf der Unterseite der Ronde 30 liegende
Walze ein Rechtsgewinde aufweist, ist jedoch hier die unterhalb der Ronde und in
der Darstellung vor dieser liegende Walze 365 mit einem Linksgewinde versehen. Auch
hier wird durch eine von einem geradzahligen Vielfachen des Umfangs der Walze 365
abweichende Bemessung der entsprechenden Kreislinie der Ronde 30 eine Versetzung
der Wellen radial einwärts erreicht, was beispielsweise beim Verlauf des unter die
Walze 365 hineinlaufenden Wellenkammes 5410 erkennbar ist, der durch eine radial
einwärts versetzte Bearbeitungsstelle in den unter der Walze 348 herauslaufenden
Wellenkamm 5411 überführt wird, während sich die Ronde 30 im Sinne des Pfeiles 527
dreht.
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Der Boden 66 (Fig. 9) des zu bildenden Hohlkörpers, der vor der Zeichenebene
der Fig. 15 liegen würde, ist hier ebenso wie ihn ggf. erfassende und aus der ursprünglichen
Plattenebene herausziehende Elemente weggeschnitten. Hierdurch ist ein Walzenfutter
581 sichtbar gemacht, das auch in der einen axialen Schnitt durch die Vorrichtung
gemäß Fig. 15 zeigenden Teildarstellung der Fig. 16 dargestellt ist. Das Umlenken
des zunächst in der ursprünglichen Plattenebene der Ronde 30 fließenden Materials
in die axiale Richtung, um die Wandung 68 zu bilden, erfolgt beim Ausführungsbeispiel
durch Anlegen an jeweils eine Mantellinie des Walzenfutters 581. Dieses rollt mit
einer der Umfangsgeschwindigkeit der Innenseite der Wandung
68
gleichen Umfangsgeschwindigkeit auf dieser Innenseite ab. Sein Durchmesser ist geringer
als der Durchmesser der Wandung 68. Um ein Aufwölben des Umlenkbereiches 64 entgegen
der Fließrichtung der Wandung 68 gegenüber der ursprünglichen Plattenebene zu vermeiden,
weist das Walzenfutter 581 an seinem oberen Ende einen ringflanscliartigen, der
konvexen Seite des Umlenkbereiches 64 benachbarten Rand 90 auf, der einen gegenüber
der ansonsten zylindrischen Außenseite des Walzenfutters 581 größeren Durchmesser
aufweist und mit einer Rundung in diese Außenseite übergeht.
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Grundsätzlich können zum Umlenken des zunächst radial einwärts fließenden
Materials und zur Bildung der Wandung eines Hohlkörpers verschiedene Arten von Futtern
zur Verwendung kommen, wie sie vom Metalldrücken her bekannt sind. Auch der in Fig.
9 gezeigte Dorn 58 bildet ein derartiges Futter, und es ist ohne weiteres einzusehen,
daß hierdurch ein Walzenfutter nach Art des Futters 581 (Fig. 15, 16) oder ein sonstiges
Futter, beispielsweise eine um die Drehachse 62 schnell umlaufende, sich radial
nach außen erstreckende Schablone, ersetzt werden könnte.
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In entsprechender Weise kann auch das Walzenfutter 581 durch andere
Futter-Bauarten ersetzt werden.
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Die axiale Länge des Walzenfutters 581 ist wesentlich geringer als
die gewAnschte axiale Länge der Wandung 68 des Hohlkörpers.
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Diese Länge genügt zur Umlenkung des Materials und zur Glättung der
Außenseite der Wandung 68 mittels der Andrückrolle 801. Da das Walzenfutter 581
auf der Innenseite der Wandung 68 abrollt, kann diese ohne weiteres von der Außenseite
des Walzenfutters 581 axial abfließen, ohne dadurch behindert zu werden, daß das
Walzenfutter in axialer Richtung gegenüber der ursprünglichen Plattenebene feststeht.
Gewünechtenfalle kann allerdings eine geringe axiale Verschiebbarkeit des Walzenfutters
581 zugelassen werden, und dieses kann mit seinem Rand 90 unter geringer Vsrspannung
auf den Umlenkbereich 84 gedrückt werden. Dadurch
folgt das Walzenfutter
581 axialen Bewegungen des Umlenkbereichs 64, und diese können an Stelle der axialen
Bewegungen des Tastrades 76 in Fig. 9 zur Steuerung eines Wandlers 78 und zur Erzeugung
eines Meßsignales dienen, in Abhängigkeit von welchem eine Regelung der axialen
Relativgeschwindigkeit zwischen dem Boden 66 (Fig. 9) des gebildeten Hohlkörpers
und der ursprünglichen Plattenebene erfolgt.
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Bei beiden in Fig. 14 bzw. Fig. 15 und 16 dargestellten Ausführungsbeispielen
muß die Wahl des Umfangs der Walzen, beispielsweise der Walzen 347, 365, in g /igneter
Weise erfolgen, um beim Abrollen dieses Walzenumfangs auf einer gedachten Kreislinie
zu erreichen, daß diese ein ungeradzahliges Vielfaches des Walzenumfangs ist, und
um hierdurch eine Versetzung der Wellen radial einwärts zu ermöglichen. Dies wurde
bereits oben erläutert. In der Praxis kann diese Wahl des Walzenumfanges in einfachster
Weise dadurch erfolgen, daß die Walzen in radialer Richtung verstellt werden. Wird
beispielsweise die Walze 365 in Fig. 15 radial auswärts verstellt, so kommen mit
der vom Rand 32 der Ronde 30 gebildeten Kreisbahn zunehmend geringere Umfänge der
Walze 365 in Eingriff. Durch ein derartiges Verstellen hat man es darüber hinaus
in der Hand, über die Stärke der jeweiligen Verschiebung der Wellen auch die Stärke
der wellenförmigen Verformung der Ronde 30 zu beeinflussen. Erfolgt eine radiale
Verstellung der Walzen so weit, daß eine Welle jeweils nach einer Umdrehung der
Ronde 30 eine um die halbe Wellenlänge versetzte Bearbeitungsstelle vorfindet, so
erfolgt ebenso wie bei einem bloßen Kämmen der Walzen mit den Wellen (Verschiebung
um den Betrag Null) kein Fließen des Materials in radialer Richtung, und bei noch
stärkerer Verschiebung der Bearbeitungsstelle zwischen aufeinanderfolgenden Durchläufen
derselben Umfangsstelle einer Welle wird diese sogar statt radial einwärts jetzt
nach außen verschoben. Dann sucht das Material der Ronde 30 entlang der ursprünglichen
Plattenfläche nach außen zu fließen.
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Die vorstehende Überlegung zeigt auch, daß es grundsätzlich möglich
ist, nach dem Verfahren gemäß der Erfindung Hohlkörper zu bilden, deren Durchmesser
größer oder gleich dem ursprünglichen Außendurchmesser der verwendeten Materialplatte
ist. Da ein Fließen des Materials aus dem Zentrum einer Materialplatte heraus nach
unterschiedlichen radialen Richtungen jedoch nur in äußerst geringem Umfang erreicht
werden kann, ist es dann zweckmäßig, das Fließen radial auswärts zu erleichtern,
indem eine Materialplatte verwendet wird, die eine mittige, vorzugsweise kreisrunde
Öffnung aufweist. Das zum Rand der Materialplatte geflossene Material kann dann
dort in einem Umlenkbereich unter einem Winkel zur ursprünglichen Plattenfläche
umgelenkt und unter Bildung der Wandung des Hohlkörpers von der ursprünglichen Plattenfläche
fort zum Fließen gebracht werden, wobei es beispielsweise an den Innenumfang eines
zusammen mit der Materialplatte umlaufenden, kontinuierlich zusammen mit der gebildeten
Hohlkörperwandung axial verschobenen, rohrförmigen Futters angelegt werden kann.
Auch bei Anordnung der Walzen nach den Fig. ii bis 13 kann das Material entlang
der ursprünglichen Plattenebene radial auswärts zum Fließen gebracht werden, indem
die Reihenfolge der Walzen geändert bzw. die Richtung der Relativverdrehung zwischen
Materialplatte und Bearbeitungsstellen an den Walzen umgekehrt wird; beim wellenförmigen
Verformen nach Fig. 12 kann auch die Geschwindigkeit der radialen Verstellung des
Walzenpaares so geändert werden, daß das Material der Materialplatte nach außen
fließt. Besonders gute Ergebnisse wurden mit dem Verfahren gemäß der Erfindung jedoch
dann erzielt, wenn mittels der anhand der Figuren beschriebenen Vorrichtungen Hohlkörper
hergestellt wurden, deren Durchmesser kleiner als der ursprüngliche Durchmesser
der verwendeten Materialplatte war, so daß deren Material entlang der ursprünglichen
Plattenfläche einwärts zum Fließen gebracht werden mußte.
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Bei dem in Fig. 17 in axialem Schnitt teilweise dargestellten Ausführungsbeispiel
einer weiteren Vorrichtung zum Herstellen rohrförmiger iiohlkörper wird wieder,
wie bereits grundsätzlich anhand Fig. 9 beschrieben, das Material einer Materialplatte
301 radial einwärts zum Fließen gebracht und in einem Umlenkbereich 64 umgelenkt,
um die rohrförmige Wand 681 des Ifohlkörpers zu bilden. Das Umlenken erfolgt hier
mittels eines Hammers 92, der mittels eines Schwingantriebs 94 dazu gebracht wird,
in schneller Folge den Umlenkbereich 64 von seiner konvexen Außenseite her umzulenken,
wobei die jeweils unter dem Hammer 92 vorbeilaufende Stelle des Umlenkbereichs 64
von einer entsprechend stabil gelagerten Andrtlckrolle 802 abgestützt wird, die
in entsprechender Weise wie die Andrückrolle 80 (Fig. 9), jedoch noch etwas stärker
als diese, geneigt angeordnet ist. Der Hammer 92 weist eine sowohl der konvexen
Rundung des Umlenkbereiches 64 als auch der konkaven Rundung der Innenseite der
Wandung 681 angepaßte Form auf und wird vom Schwingantrieb 94 mit solcher Kraft
angetrieben, daß die aus dem Spalt zwischen Hammer 92 und Andrückrolle 802 heraus
laufende Wandung 681 die gewünschte Dicke aufweist. Durch Veränderung der dem Schwingantrieb
94 und damit dem Hammer 92 zugeführten Leistung kann diese Dicke beeinflußt werden.
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Bei allen Ausführungsbeispielen kann das Umlenken im Umlenkbereich
64 mittels verschiedenster geeigneter Werkzeuge erfolgen, nicht nur mittels Dorn
58 und Andrückrolle 80 (Fig. 9) oder mittels Hammer 92 und ggf. Andrückrolle 802
(Fig. 17), sondern beispielsweise auch mittels einer auf der konvexen Seite des
Umlenkbereiches 64 abrollenden Formrolle u.ä.
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In Fig. 17 ist erkennbar, daß die Materialplatte 301 ursprilnglich
die Gestalt einer ebenen Platte mit einer mittigen Öffnung 96 hatte. Die Verwendung
derartiger Materialplatten ist günstig, wenn der gewünschte Hohlkörper keinen Boden
aufweisen soll. Die Öffnung 96 hat jedoch einen etwas geringeren Durchmesser als
der Umlenkbereich 64, so daß ein innerhalb des Umlenkbereichs 64 liegender Bereich
der ursprünglichen Materialplatte 301, der jetzige Rand 98, zwischen der Andrüokplatte
60 und einem Stempel 100 erfaßt, aus der ursprünglichen Plattenebene axial weggezogen,
gegenüber einer radialen Verschiebung gegenüber der Drehachse 62 geführt und gewünsohtenfalle
drehend angetrieben werden kann. Bei
dem Ausführungsbeispiel ist
klar ersichtlich, daß die Funktion des Stempels 100 unabhängig von derjenigen des
Hammers 92 oder eines sonstigen zum Umlenken des Materials unter Bildung der Hohlkörperwandung
vorgesehenen Werkzeuges ist. So könnte beispielsweise auch bei dem in Fig. 9 dargestellten
Ausführungsbeispiel dann, wenn an Stelle des Dornes 58 ein anderes Futter verwendet
wird, ein zusätzlicher, ggf. koaxial durch dieses Futter hindurchgeführter Stempel
vorgesehen sein.
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Soweit bei dem Verfahren gemäß der Erfindung ein bezüglich der Fließrichtung
des Materials jenseits des Umlenkbereichs 64 liegender Bereich der Materialplatte
aus der ursprünglichen Plattenebene herausgezogen wird, erfolgt dies stets mit einer
so geringen Zugkraft, daß hierdurch auf den Umlenkbereich 64 ausgeübte Zugspannungen
für sich genommen keinesfalls zu einem Fließen des Materials im Umlenkbereich 64
führen würden; daß das Material durch den Umlenkbereich 64 hindurchfließt, beruht
darauf, daß es mittels der Walzen zunächst in der ursprünglichen Plattenebene stromauf
des Umlenkbereichs 64 zum Fließen gebracht wird.
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Das Herausziehen aus der ursprünglichen Plattenebene hat allein den
Zweck, die Richtung des Materialflusses beim Hineinfließen in den Umlenkbereich
64Jund bei dessen Durchfließen derart zu beeinflussen, daß der Umlenkbereich 64
eine vorbestimmte axiale Lage bezüglich der ursprünglichen Plattenebene beibehält,
sowie weiter, daß aus dem Umlenkbereich 64 herausfließende und die Wandung, z*B.
681, bildende Material gegen eine radiale Auslenkung derart axial zu führen, daß
im Umlenkbereich 64 kein Materialstau auftritt.
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Grundsätzlich kann das Verfahren gemäß der Erfindung durchgeführt
werden, ohne daß ein bezüglich der Fließrichtung des Materials in der ursprünglichen
Plattenebene jenseits des Umlenkbereichs 64 liegender Bereich der Materialplatte
- in Fig. 9 der Boden 66 und in Fig. 17 der Rand 98 - aus der ursprünglichen Plattenebene
herausgezogen wird. Wenn nämlich einmal das in der ursprünglichen Plattenebene zur
Umlenkstelle 64 fließende Material umgelenkt ist und beispielsweise die Wandung
681 (Fig. 17) bildet, dann bewegt sich deren freies Ende ohne weiteres Zutun in
dem Maße von der ursprünglichen Plattenebene fort, in welchem weiteres zur Umlenkstelle
64 radial einwärts fließendes Material durch diese hindurch fließt, umgelenkt wird
und so die Wandung 681 kontinuierlich verlängert. Wenn dann beispielsweise die Verformung
der Materialplatte 301 unter Verwendung der in Fig. 9 und 10 dargestellten Walzenpaare
erfolgt und diese drehend angetrieben werden, können die Andrückplatte 60 und der
Stempel 100 ganz entfallen. Zur radialen Führung kann in diesem Fall erforderlichenfalls
ein einfacher, die Wandung 681 umgebender, feststehender oder zusammen mit der Wandung
681 drehbarer Ring 110 vorgesehen sein, der in Fig. 17 gestrichelt angedeutet ist.
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Zu verschiedenen Zwecken kann es bei den vorstehend beschriebenen
und den noch zu beschreibenden Vorrichtungen zweckmäßig sein, den Materialfluß zum
Umlenkbereich 64 hin zeitlich und ggf. auch innerhalb der Materialplatte 30, 301
örtlich unterschiedlich
stark zu machen, wozu eine unterschiedlich
starke wellenförmige Verformung erfolgen kann. Dies ist auf verschiedene Weise möglich.
Bezüglich der Fig. 14 und 15 wurde bereits erläutert, daß eine radiale Verstellung
des Walzenpaares zu unterschiedlich starker Verformung führt; im einen Extremfall,
in welchem die Bearbeitungsstellen zwischen aufeinanderfolgenden Umläufen der Ronde
oder allgemeiner Materialplatte 30 keine Verschiebung erfahren, kämmen die Walzen
mit den Wellen, so daß keine Verschiebung erfolgt, während der andere Extremfall
darin besteht, daß die Verschiebung der Bearbeitungsstellen um eine halbe Wellenlänge
oder mehr erfolgt, so daß die Wellenkämme abwechselnd in Wellentäler und zurück
umgeformt werden, ohne daß ein Materialtransport auftritt, oder aber sogar eine
Umkehr der Flußrichtung eintritt. Die Versetzung der Bearbeitungsstelle genau um
eine halbe Wellenlänge bewirkt gewissermaßen eine Welleninterferenz mit Auslöschung
bezüglich des Fließens des Materials. Entsprechende Überlegungen gelten auch bei
den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 9 bis i ? 11 sowie 12 und 13. Bei spielsweise
kann in Fig. 11 die Walze 342 radial festgehalten werden, die Walze 343 geringfügig
radial nach außen verstellt werden und die Walze 344 um den doppelten Verstellweg
der Walze 343 radial nach außen verschoben werden, wodurch sich bei gleichzeitiger
entsprechender Verschiebung der jeweiligen Walze desselben Paares eine verringerte
Verschiebung der Wellen in radialer Richtung und hierdurch ein verringert er Materialtransport
ergibt. Auch kann hierbei eine Interferenz schon dann erzeugt werden, wenn ein einziges
der Wellenpaare so weit gegenüber dem in Drehrichtung der Ronde 30 vorangehenden
Paar verstellt wird, daß die Welle am verstellten Wellenpaar eine um die halbe Wellenlänge
versetzte Bearbeitungsstelle vorfindet. Ähnliche Überlegungen hinsichtlich der Interferenz
gelten bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 13, wo wegen der relativ starken Versetzung
der Welle an jedem Walzenpaar die Verschiebung eines Walzenpaares um nur eine geringe
Strecke radial einwärts genügt, das Fließen des Materials
zu unterbinden.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 12 kann die Beeinflussung des Materialtransports
durch unterschiedliche Bemessung derjenigen Geschwindigkeit erfolgen, mit der das
die Walze 342 umfassende Walzenpaar in radialer Richtung verstellt wird.
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Eine andere, bei allen Ausführungsbeispielen anwendbare Möglichkeit,
das Fließen des Materials unterschiedlich stark zu machen, besteht darin, die Arbeitsflächen
der verwendeten Werkzeuge an den Bearbeitungsstellen zeitlich verschieden stark
einzudrücken, also ;"bei Verwendung von Walzen diese mehr oder minder stark zum
Arbeitsspalt oder von diesem hin zu verstellen und hierdurch den Arbeitsspalt verschieden
groß zu machen. Interpretiert man die Werkzeuge 341, 361 in Fig. 5 als Walzen, so
ist ohne weiteres einsehbar, daß der Abstand der Wellenkuppe 381 der einen Walze
341 von dem dieser Wellenkuppe 381 gegenüberstehenden Wellental 421 der anderen
Walze 361 maximal gleich der Höhe der Wellenkuppe 381 über einem Wellental der Mantellinie
derselben Walze 341 zuzüglich der Dicke der Materialplatte 30 gemacht werden kann,
bis das Fließen des Materials verschwindet. Eine der vorstehend beschriebenen Interferenz
vergleichbare Erscheinung tritt hierbei allerdings nicht auf.
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Eine weitere Möglichkeit, wonach die Stärke des Materialflusses beeinflußt
werden kann, liegt darin, die Relativgeschwindigkeit zwischen Materialplatte und
Bearbeitungsstelle bzw. Bearbeitungsstellen zeitlich zu ändern. Es ist ohne weiteres
einsehbar, daß bei hinsichtlich der Drehachse 62 winkelmäßig festgehaltenen Walzenpaaren
der Materialfluß um so geringer ist, je geringer die Drehgeschwindigkeit der Ronde
bzw. Materialscheibe ist.
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Die genannte Relativgeschwindigkeit kann selbstverständlich auch dadurch
verändert werden, daß bei sich drehender Materialscheibe zusätzlich die Walzenpaare
in Drehrichtung oder entgegen der Drehrichtung der Materialplatte in Umfangsrichtung
verdreht
werden, so daß sich in der Draufsicht beispielsweise
nach einer der Fig. il bis 14 die Winkellage bezüglich der Drehachse 62 ändert.
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Bei der Vorrichtung gemäß Fig. 13 kann eine Interferenz in einfacher
Weise auch dadurch erzeugt werden, daß mindestens eines der beiden Walzenpaare durch
Drehung um zur Drehachse 62 parallele Hochachsen derart zurückgedreht wird, daß
die Walzenachsen, beispielsweise die Walzenachsen 703, 704, die Drehachse 62 schneiden.
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Das zeitlich verschieden starke wellenförmige Verformen kann beispielsweise
dazu dienen, einen Hohlkörper mit entlang seiner Drehachse unterschiedlicher Wandstärke
herzustellen. In diesem Fall wird man das stärkere bzw. schwächere Verformen jeweils
über mehrere Relativumdrehungen zwischen Materialplatte und Bearbeitungsstelle bzw.
Bearbeitungsstellen beibehalten.
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Zur Erzielung eines sanften Überganges zwischen an axial verschiedenen
Stellen liegenden, verschieden starken Wandungsteilen wird man auch die zu unterschiedlich
starkem Verformen führenden Verstellungen der Walzenpaare mit einer Zeitkonstante
durchführen, die ein Mehrfaches der Dauer einer Relativumdrehung beträgt.
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Wird die Steuerung der Stärke des Materialflusses zyklisch mindestens
einmal während jeder Umdrehung der Materialplatte vorgenommen, so kann insbesondere
bei kreisförmigem Querschnitt des gebildeten Hohlkörpers eine in Umfangsrichtung
unterschiedliche Dicke von dessen Wandung erreicht werden. Bei Hohlkörpern, deren
Querschnitt von der Kreisform abweicht, kann andererseits durch einen verstärkten
Materialzufluß an bestimmten Umfangsstellen erreicht werden, daß dort die Dicke
der Wandung gleich derjenigen der übrigen Umfangsstellen ist.
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Um die Materialplatte an vorgegebenen Umfangsstellen unterschiedlich
stark zu verformen, kann auch eine besondere,in
den Figuren nicht
dargestellte Ausbildung mindestens eines Walzenpaares herangezogen werden. Hierbei
weisen dessen Walzen zwar in annähernder Übereinstimmung mit Fig. 9 und 10 ringförmig
umlaufende Wellenbäuche und Wellentäler auf, jedoch liegen die Höchstpunkte bzw.
Tiefstpunkte der Wellenbäuche und Wellentäler auf Kurven, deren Flächen schräg zur
Wellenachse stehen.
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Ein derartiges Walzenpaar erzeugt in der umlaufenden Materialplatte
eine Schar von wellen- oder zick-zack-förmig abwechselnd radial einwärts und radial
auswärts verlaufenden Wellen. Diese Wellen werden daher an einer folgenden Bearbeitungsstelle
je nach ihrer augenblicklichen radialen Lage mehr oder minder stark radial versetzt
und können auch in Umfangsrichtung stellenweise einer Interferenz unterliegen.
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Mittels der vorstehend beschriebenen Vorrichtungen ist es abweichend
vom Dargestellten auch möglich, Hohlkörper herzustellen, deren Querschnitt an zumindest
einer axialen Stelle von der Kreisform abweicht. Hierzu kann ein entsprechend geformtes
Futter verwendet werden, oder das in Fig. 15 und 16 gezeigte Walzenfutter 581 oder
ein anderes, im einfachsten Fall als ballige Rolle ausgebildetes Futter wird in
zumindest annähernd radialer Richtung zyklisch und synchron mit dem Umlauf der Materialplatte
30 verstellt. Beispielsweise kann der in Fig. 9 gezeigte Dorn 58 durch ein Futter
ersetzt werden, das an einer vorgegebenen Umfangsstelle eine Ausbauchung aufweist.
Die Andrückrolle 80 und ggf. das Rad 76 müssen dann entsprechend dem Verlauf der
Ausbauchung zyklisch in radialer Richtung verstellt werden, was in an sich bekannter
Weise mittels einer mechanischen oder sonstigen Kurvensteuerung erfolgen kann. Bei
der in Fig. 1 6 und 17 gezeigten Vorrichtung können das Walzenfutter 581 und die
Andrückrolle 801 gemeinsam radial verstellt werden, um eine Ausbauchung zu bilden.
In entsprechender Weise können beliebige andere, nierenförmige beispielsweise elliptische,/oder
förmige Querschnitte gebildet werden. Ebenfalls ist es in dieser Weise möglich,
einen
Querschnitt zu bilden, der zwar einer Kreisform zumindest
annähernd gleicht, dessen Querschnittsschwerpunkt jedoch gegenüber der Drehachse
versetzt ist. So kann beispielsweise erreicht werden, daß ein hergestelltes, im
wesentlichen zylindrisches Rohr auf einem Teil seiner axialen Länge mit einer Ausbauchung
oder entsprechend einer Schraubenlinie verläuft.
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Sofern die Abweichung des Querschnitts des gebildeten Hohlkörpers
von einem zur Drehachse 62 konzentrischen Kreisring unbedeutend ist, kann es genügen,
die radiale Stellung des Walzenpaares bzw. der Walzenpaare beizubehalten. Es muß
dann lediglich dafür gesorgt werden, daß sich die Walzen radial nur so weit einwärts
erstrecken, daß sie beim Vorbeilauf der Stelle des größten Abstandes des Hohlkörperquerschnitts
von der Drehachse auch noch den ungehinderten Vorbeilauf des die Querschnittsform
umgebenden Umlenkbereiches ermöglichen.
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In den meisten Fällen wird es jedoch zweckmäßig sein, auch sämtliche
Walzen zyklisch entsprechend dem jeweiligen Abstand des Umlenkbereiches von der
Drehachse zu steuern. Die Steuerung kann in gleicher Weise wie diejenige der Andrückrollen
80 (Fig. 9) oder 801 (Fig. 15) erfolgen, ist jedoch naturgemäß bei Ausführungsbeispielen
mit einem einzigen vorhandenen Walzenpaar am einfachsten.
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Bei relativ stark von einer Kreisform abweichendem Querschnitt des
Hohlkörpers kann es zweckmäßig sein, eine Materialplatte zu verwenden, deren ursprüngliche
Gestalt annähernd dem Querschnitt des zu bildenden Hohlkörpers ähnlich ist. Ohnehin
ist es bei dem Verfahren gemäß der Erfindung auch möglich, Materialplatten zu verwenden,
deren Außenrand einen von einer Kreisform abweichenden Verlauf hat.
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Ähnlich wie beim Herstellen eines Hohlkörpers mit von einem Kreisring
abweichender und/oder exzentrischer Querschnittsgestalt können bei den vorstehend
beschriebenen Ausführungsbeispielen
radiale Verstellbewegungen
erfolgen, um einen Hohlkörper mit in Achsrichtung unterschiedlicher Weite herzustellen.
In diesem Falle erfolgen lediglich die Verstellbewegungen mit geringerer Geschwindigkeit,
so daß sich der Verstellvorgang über mehrere Relativumdrehungen zwischen Materialplatte
und Bearbeitungsstellen erstreckt. Beispielsweise ist anhand von Fig. 15 erkennbar,
daß dann, wenn der Durchmesser der Wandung 68 an einer beliebigen axialen Stelle
des gebildeten Hohlkörpers vergrößert werden soll, Walzenfutter 581 und Andrückrolle
801 gemeinsam nach rechts verstellt werden, während das Walzenpaar mit der Walze
348 nach links verschoben werden muß. Diese relativ langsamen Verstellbewegungen
sind bei von einem Kreisring abweichender Gestalt der Wandung 68 denjenigen radialen
Verstellbewegungen überlagert, die zur Erzielung der genannten Gestalt, wie vorstehend
ausgeführt, durchgeführt werden. Sofern Erweiterungen und Verengungen des gebildeten
Hohlkörpers in Achsrichtung relativ dicht beieinander liegen, ist aus Fig. 16 erkennbar,
daß dann das Walzenfutter 581 eine sehr geringe axiale Länge haben muß, um bei der
Verstellung radial nach außen mit seinem unteren Ende die bereits gebildete Hohlkörperwandung
nicht nach außen zu ziehen. In diesem Fall kann es daher zweckmäßig sein, das Walzenfutter
581 durch eine der Andrückrolle 801 an der Andruckstelle gegenüberstehende, ggf.
ebenfalls schräg gestellte Rolle zu ersetzen.
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Werden bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9 bis 11 die Walzenpaare
und die Andrückrolle 80 sowie ein ggf. ähnlich wie in Fig. 15 vorgesehenes Walzenfutter
radial verstellt, um eine unterschiedliche Weite des Hohlkörpers zu erzielen, so
bleibt der Materialfluß radial einwärts annähernd konstant, und durch die Geschwindigkeitsregelung
über das ebenfalls radial verstellte Rad 76 wird erreicht, daß auch die Dicke der
Wandung des gebildeten Hohlkörpers zumindest annähernd konstant bleibt. Ist eine
Geschwindigkeitsregelung jedoch nicht vorgesehen, so kann es zweckmäßig sein, bei
der Verstellung der
Walzenpaare radial nach außen den Materialfluß
zu erhöhen, um bei gleichbleibender Relativgeschwindigkeit des Bodens 66 gegenüber
der ursprünglichen Plattenebene 46 eine gleichmäßige Wanddicke zu erzielen. Entsprechendes
gilt in noch verstärktem Maße für die Ausführungsbeispiele nach Fig. 14 und 15,
da dort bei einer radialen Verschiebung der Walzenpaare, wie oben erläutert, der
Materialfluß radial einwärts abnimmt. In diesen Fällen kann durch eine Erhöhung
der Drehgeschwindigkeit der Ronde 30 bei der Verstellung der Walzenpaare radial
auswärts und durch eine Verminderung der Drehgeschwindigkeit bei umgekehrter Verstellrichtung
für gleichbleibende Wanddicken gesorgt werden.
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Fig. 18 zeigt eine Abwandlung der Vorrichtung gemäß Fig. 9 bis 11
oder nach Fig. 12 oder nach Fig. 13, wobei eine kegelige Materialplatte 302 zu einem
zylindrisch-becherförmigen Hohlkörper mit einer Wandung 682 und einem Boden 661
umgeformt wird. Das Walzenpaar bzw. jedes Walzenpaar besteht aus einer oberen Walze
348 mit kegelstumpfförmigem Grundkörper und Wellenbäuche und Wellentäler aufweisenden
Mantellinien, wobei die Höchstpunkte und Tiefstpunkte der Wellenbäuche bzw.
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Wellentäler auf Kreisen liegen, deren Ebene senkrecht zur Wellenachse
706 steht. Die Wellenachse 706 kann wie beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig, 9 bis
11 die Drehachse 62 schneiden oder wie beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 13 gegenüber
einem in der Draufsicht radialen Verlauf schräg gestellt sein und in einem gewissen
Abstand an der Drehachse 62 vorbeilaufen.
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Die mit der Walze 348 ein Paar bildende weitere Walze 366 ist aus
mehreren entlang ihrer Wellenachse 724 aneinandergereihten, unabhängig voneinander
drehbar gelagerten Wellenbauchabschnitten 388 und Wellentalabschnitten 389 zusammengesetzt,
wobei jeweils auf einen Wellenbauchabsohnitt 388 ein Wellentalabschnitt 389 folgt.
Durch diese Gestaltung können die einzelnen Abschnitte 388, 389 mit der jeweiligen
Umfangsg'eschwindigkeit der Materialplatte
302 auf deren Unterseite
abrollen, ohne daß die Walze 366 eine sich zur Drehachse 62 hin verjüngende kegelstumpfförmige
Gestalt haben müßte. Vielmehr vergrößert sich der Durchmesser aufeinanderfolgender
Wellentalabschnitte 389 und Wellenbauchabschnitte 388 zur Drehachse 62 hin, so daß
die Walze 366 in ihrer Grundform einem Kegelstumpf entspricht, dessen Basis zur
Drehachse 62 weist. Abweichend von der Darstellung der Fig. 18 könnte die Walze
366 eine zylindrische Grundform aufweisen. Dies hätte den Vorteil, daß sie aus untereinander
gleichen Wellenbauchabschnitten 388 und aus untereinander gleichen Wellentalabschnitten
389 zusammengesetzt werden könnte. Eine andere günstige, gewünschtenfalls zusätzlich
zur Unterteilung in Abschnitte anwendbare Möglichkeit, unterschiedliche Umfangsgeschwindigkeiten
der Materialplatte 30 bzw. 302 auszugleichen, besteht bei den Ausführungsbeispielen
gemäß Fig. 9 bis 13 und 18 darin, daß wenigstens eine Walze eines Paares gummielastisch
nachgiebig ist, indem beispielsweise ihr Mantel aus einem gummielastischen Material
besteht. So können z.B. in Fig. 9 oder in Fig. 18 beide Walzen 342, 362; 348, 366
oder jeweils nur eine dieser Walzen einen gummielastischen Mantel aufweisen, der
selbstverständlich eine genügende Steifigkeit haben müßte, um trotz seiner Nachgiebigkeit
die gewünschte wellenförmige Verformung hervorzurufen. Besteht jeweils eine der
Walzen aus Metall oder einem sonstigen festen Material und die andere Walze desselben
Paares zumindest in ihrem Mantel aus einem gummielastischen Material, so ist es
sogar möglich, diese gummielastisch nachgiebige Walze ohne Wellentäler und Wellenbäuche
vollkommen kegelstumpfförmig bzw. zylindrisch auszubilden, was den Vorteil einer
leichten Herstellung hat.
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Bei der Vorrichtung nach Anspruch 18 erstreckt sich die Walze 366
so weit zum Umlenkbereich 64 hin, daß der der Drehachse 62 am nächsten liegende
Wellenbauchabschnitt 388 eine Rolle bildet, die hinsichtlich ihrer Schrägstellung
und ihrer Wirkungsweise
mit der Andrückrolle 80 in Fig. 9 im wesentlichen
übereinstimmt. Daher ist eine gesonderte derartige Andrückrolle nicht erforderlich.
Zur Erzielung einer guten Andrückwirkung ist es allerdings zweckmäßig, wenn zumindest
die Wellenbauchabschnitte 388 der Walze 366 aus einem festen, praktisch unelastischen
Material bestehen.
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Fig. 19 zeigt eine Abwandlung der Vorrichtung gemäß Fig. 18 wobei
die dortige Walze 366 durch eine kegelstumpfförmige, mit ihrer Spitze auf der Drehachse
62 liegende Walze 367 ersetzt ist. Auch diese erstreckt sich radial einwärts bis
unter die konkave Seite des Umlenkbereiches 64 und bildet hier eine Rolle, die der
konkaven Seite des Umlenkbereiches angepaßt ist und das Material nach dem Durchfließen
des Umlenkbereiches 64 an den Dorn 58 andrückt. Da demgemäß wieder eine Andrückrolle
entfallen kann und da die Walzen 348, 367 als Rotationskörper sehr leicht durch
Drehen herzustellen sind, ist die Vorrichtung unter besonders geringem Aufwand herstellbar.
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Ausbildung der Walzen Die Draufsicht auf die Vorrichtungen gemäß
Fig. 18 und 19 und die# kann einer der Fig. 11 bis 13 entsprechen. Auch bei Verwendung
der dort vorgesehenen ebenen Ronde 30 und entsprechender Stellung der Walzen 348,
366 bzw. 348, 367 kann grundsätzlich eine Walze so weit nach innen ragen, daß ihr
inneres Ende zum Andrücken des Materials an den Dorn 58 dienen kann, jedoch ist
dies bei der Umformung kegelstumpfförmiger Materialplatten 302 mit auf der Drehachse
62 liegender Spitze in der anhand Fig. 18 und 19 beschriebenen Weise besonders günstig
möglich.
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Fig. 20 zeigt schematisch eine Vorrichtung zur handwerklichen Herstellung
von becherförmigen Hohlkörpern. Der Formdorn 58 ist hierbei von einer Werkzeugmaschine,
beispielsweise einer Dreh- oder Drückbank, angetrieben, und die Ronde 30 wird durch
die
vom Reitstock drehbar getragene Andrückplatte 60 gegen die Stirnseite des Formdorns
58 gedrückt, so daß sie von diesem drehend angetrieben wird. Sie treibt ihrerseits
reibschlüssig zwei Walzen 347, 368 an, wodurch eine wellenförmige Verformung und
eine Versetzung der Wellen radial einwärts erfolgt, wie dies bereits anhand von
Fig. 14 beschrieben wurde. Um einen Synchronlauf der Walzen 347, 368 zu erzwingen,
sind diese an ihren radial äußeren Enden mit Kegel-Zahnkränzen 120, 121 verbunden,
die ineinander kämmen. Die Längen der Walzen 347, 368 in Richtung ihrer Drehachsen
705, 726 sind zur Vereinfachung stark verkürzt gezeigt.
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Dorn 58, Andrückplatte 60 und damit Boden 66 sind in Richtung der
Drehachse 62 unverschiebbar. Dagegen werden die Walzen 347, 368 während des Umformvorganges
in Richtung des Pfeiles 130 gemeinsam parallel zur Drehachse 62 von dem Boden 66
fort verstellt, wozu sie von einem Gleitstein 140 getragen sind, der in einer zur
Drehachse 62 parallel verlaufenden, beispielsweise vom Support einer Drehmaschine
getragenen Gleitschiene 150 verschiebbar ist. Die Walze 347 ist am freien Ende eines
Z-förmigen Hebels 160 gelagert, der nahe seiner der Walze 347 entfernten Knickstelle
an einem Schwenkpunkt 170 auf dem Gleitstein 140 schwenkbar gelagert ist und dessen
von der Walze 347 aus gesehen jenseits des Schwenkpunktes 170 liegender Hebelarm
als sich annähernd senkrecht zur Verschiebungsrichtung erstreckender Handgriff ausgebildet
ist. Die Walze 368 ist am freien Ende eines weiteren Hebels 180 gelagert, der ebenfalls
um den Schwenkpunkt 170 schwenkbar ist und eine leichte Kaickung derart aufweist,
daß sein von der Walze 368 aus gesehen jenseits des Schwenkpunktes 170 liegender,
wiederum als Handgriff ausgebildeter Arm ebenfalls senkrecht zur Verschiebungsrichtung
verläuft. Der Schwenkpunkt 170 liegt bezüglich der durch den Pfeil 130 angegebenen
Verschiebungsrichtung stets hinter der körperlich verschobenen, jedoch weiter durch
die Ronde 30 definierten ursprünglichen
Plattenebene und damit
zwischen dieser und dem Boden 66.
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Bei der gezeigten Stellung der Walzen 347, 368 können diese beidseitig
an die Ronde 30 angepreßt werden, um diese zu verformen, indem die als Handgriffe
ausgebildeten Arme der Hebel 160, 180 in Richtung der Pfeile 190 bzw. 200 aufeinander
zu geschwenkt werden. Wird dagegen der Handgriff des Hebels 180 losgelassen und
lediglich im Sinne des Pfeiles 190 eine Kraft auf den Hebel 160 ausgeübt, so wird
hierdurch der Gleitstein 140 in Richtung des Pfeiles 130 verschoben. Eine Rückbewegung
wird durch eine auf den Gleitstein 140 wirkende, in nur einer Verschiebungsrichtung
wirksame Rastvorrichtung verhindert, die durch in der Gleitschiene 150 gebildete,
sägezahnförmige Rastflächen 210 und Raststeine 220 gebildet ist, welche im Gleitstein
140 quer zu dessen Verschiebungsrichtung verschiebbar gelagert sind und mittels
Federkraft mit den Rastflächen 210 in Eingriff gebracht werden. Sobald die Verschiebung
mittels des Hebels 160 erfolgt ist, können die Griffenden beider Hebel 160, 180
wieder in Richtung der Pfeile 190, 200 aufeinander zu gedrückt werden, wodurch ein
erneutes Verformen der Ronde 30 erfolgt. Um das radial einwärts zum Fließen gebrachte
Material an den Dorn 58 anzulegen, können währenddessen die Walzen 347, 368 durch
eine gemeinsame Bewegung beider Hebel 160, 180 in Richtung des Pfeiles 200 derart
geschwenkt werden, daß sich der Umlenkbereich 64 in Richtung des Pfeiles 130 verlagert.
Es wird so annähernd kontinuierlich der Hohlkörper gebildet.
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Fig. 21 zeigt eine Abwandlung der Vorrichtung nach Fig. 20.
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Hierbei ist wieder ein in einer Gleitschiene 151 parallel zur Drehachse
62 verschiebbarer Gleitstein 141 vorgesehen, jedoch ist mit diesem ein Arm 181,
auf dem die Walze 368 gelagert ist, fest verbunden. Weiter ist die Walze 347 an
die Ronde 30
und die Walze 368 mittels einer Hebelübersetzung andrückbar.
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Zunächst ist die Walze 347 am freien Ende eines Hebels gelagert, der
um einen Schwenkpunkt 171 am Gleitstein 141 schwenicbar ist, wobei dieser Schwenkpunkt
zumindest annähernd in der von der Ronde 30 definierten ursprünglichen Plattenebene
liegt.
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Weiter ist an einem Schwenkpunkt 172 am Gleitstein 141 ein sich senkrecht
zur Verschiebungsrichtung erstreckender Handgriff 163 angelenkt. Zwischen einem
Schwenkpunkt 173 am Hebel 171 in der Nähe der Walze 347 einerseits und einem am
Handgriff 163 nahe dessen Schwenkpunkt 172 gebildeten weiteren Schwenkpunkt in Gestalt
eines Zapfens 174 erstreckt sich eine Schubstange 162. Durch Verschwenken des Handgriffs
163 in Richtung des Pfeiles 230 wird über die Schubstange 162 und den Hebel 161
mit einer großen Kraftübersetzung die Walze 347 angepreßt.
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Diese Übersetzung kann noch dadurch geändert werden, daß verschiedene
in der Schubstange 162 vorgesehene Löcher verwendet werden können, um ein Schwenkgelenk
mit dem Zapfen 174 zu bilden.
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Zur Verschiebung des Gleitsteins 141 und damit der Walzen 347, 368
in Richtung des Pfeiles 130 ist eine Rastvorrichtung in oder Ratsche Gestalt einer
sogenannten KnarreGmit einem Handgriff 260 vorgesehen; die Zähne eines Zahnrades
der Knarre greifen in eine oberhalb der Gleitschiene 151 liegende Zahnstange 211
ein. Die Fortbewegung erfolgt durch Verschwenken des Handgriffes 260 in Richtung
des Pfeiles 270.Um gewünschtenfalls eine Rückbewegung entgegen dem Pfeil 130 zu
gestatten, kann die Knarre 250 in bekannter Weise bezüglich jeder ihrer beiden Drehrichtungen
blockierbar sein, so daß nach einer Umschaltung durch Verschwenkung des Handgriffes
260 entgegen der Richtung des Pfeiles 270 eine Rückbewegung in die Ausgangsstellung
erfolgt. Von dort ausgehend kann dann erneut eine zunächst noch völlig ebene, zwischen
Dorn 58 und Andrückplatte 60 eingespannte Ronde 30 zu einem Hohlkörper umgeformt
werden.
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Bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 20 und 21 ist es abweichend
vom Dargestellten grundsätzlich auch möglich, eine Führung der Walzen 347, 368 nicht
genau parallel zur Drehachse 62 vorzunehmen. Beispielsweise kann die Richtung der
Gleitschiene 150, 161 eine geringe Schrägstellung zur Drehachse 62 aufweisen, so
daß sich die Walzen 347, 368 bei ihrer Verschiebung entlang der Gleitschiene 160,
151 radial nach außen von der Drehachse 62 entfernen, um so bei zunehmender axialer
Länge der Wandung 68 über dem Boden 66 eine abnehmende Dicke der Wandung 68 zu erreichen.
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Auch ist es denkbar, eine entsprechend einer vorgegebenen Kurve verlaufende
Gleitschiene zu verwenden, in dieser zwei axial beabstandete, kurze Gleitsteine
zu führen, die den Kurven der Gleitschiene folgen können, die Gleitsteine jeweils
schwenkbar an einer sie verbindenden, in ihrer Länge den Gleitsteinen 140, 141 entsprechenden
und parallel zur Gleitschiene verlaufenden Traverse anzulenken sowie auf der Traverse
nach dem Vorbild von Fig. 20 oder Fig. 21 die Walzen 347, 368 samt Betätigungsmitteln
zu tragen.
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Mittels der in Fig. 22 bis 24 dargestellten Vorrichtung können doppelwandige
Hohlkörper, beispielsweise Verkleidungs- und Strömungsteile für Flugzeuge, Raketen
und Turbinen, hergestellt werden. Solche Teile wurden seither mit großem Aufwand
durch Tiefziehen oder Formdrücken erzeugt, wobei meist eine Umformung in mehreren
Stufen mit einer Glühung bei jeder Zwischenstufe erfolgte. Bei dünnen Blechstärken
mußten derartige Hohlkörper seither sogar aus mehreren gesondert gefertigten Segmenten
hergestellt werden. Bei der gezeigten, nach dem Verfahren gemäß der Erfindung arbeitenden
Vorrichtung wird dagegen der Hohlkörper ggf. vollautomatisch ohne Zwischenstufen
hergestellt.
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Die Vorrichtung umfaßt ein Außenfutter 582, das in seiner Form der
Innenseite der Innenwand des zu bildenden Hohlkörpers entspricht, einen Stempel
601, ein kombiniertes Innen- und Außenfutter 583, das in seiner Form der Außenseite
der Innenwand und der Innenseite der Außenwand des Hohlkörpers entspricht, zwei
Andrückrollen 803, 804 sowie mindestens ein Walzenpaar einer der vorstehend beschriebenen
Arten; es sind lediglich schematisch die der Drehachse 62 zugekehrten Enden der
durch ihre gestrichelte Grundkörperform angedeuteten Walzen 347, 368 dargestellt.
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Zunächst wird, wie in Fig. 22 gezeigt, eine Ronde 30 auf das Außenfutter
582 gelegt. Dann wird der Stempel 601 abgesenkt, um die Ronde 30 an das Außenfutter
582 anzupassen, und letzteres wird mittels eines Antriebs zusammen mit der Ronde
30 und dem Stempel 601 in Drehung versetzt. Nun werden die Walzen 347, 368 angedrückt,
die zuvor in die geeignete, mit ihren radial inneren Enden dem Außenfutter 582 relativ
dicht benachbarte Stellung gebracht worden sind. Hierdurch wird die Ronde 30 wellenförmig
verformt, und ihr Material fließt radial einwärts.
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Das radial einwärts fließende Material wird, wie Fig. 23 zeigt, mittels
der Andruckrolle 803 an die Außenseite des Außenfutters 582 angedrückt, während
die Walzen 347, 368 zusammen mit dem verbleibenden Rest der Ronde 30 und der Andrückrolle
803 in Richtung der Drehachse 62 von dem nunmehr gebildeten Boden 662 fort verschoben
werden. Gleichzeitig werden die Walzen 347, 368 radial nach außen verschoben, da
sich das Außenfutter 582 nach unten hin erweitert. Gewünschtenfalls kann, wie bereits
erläutert wurde, bei der Verstellung der Walzen 347, 368 nach außen der Materialfluß
gegenüber seinem Anfangswert vergrößert werden.
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Ist die in Fig. 23 dargestellte Form des Hohlkörpers erreicht, bei
der dessen Innenwand 683 fertiggestellt ist, so wird, wie Fig. 24 zeigt, das Futter
583 abgesenkt und auf die Innenwand 683 aufgesetzt. Es handelt sich hierbei jedoch
keineswegs um ein Formpressen zwischen dem Futter 582 und dem Futter 583.
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Nach dem Aufsetzen des Futters 583 wird die axiale Bewegungsrichtung
der Walzen 347, 368 gegenüber derjenigen, die sie zuvor bei der Bildung der Innenwand
683 hatten, umgekehrt. Die Walzen 347, 368 werden jetzt mit ihren inneren Enden
in der Nachbarschaft der Außenseite des Futters 583 in Fig.24 nach oben verschoben,
wobei das Material nunmehr mittels der Andrückrolle 804 an die Außenseite des Futters
583 angedrückt wird. Dieses rotiert jetzt zusammen mit dem Futter 582. Das an die
Außenseite des Futters 583 angedrückte Material bildet die Außenwand 684 des Hohlkörpers.
Diese kann gegenüber der Darstellung der Fig. 24 noch beispielsweise bis in die
Höhe des oberen Endes des Futters 583 hochgezogen werden.
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Aus dem fertiggestellten Hohlkörper wird für die oben genannten Verwendungszwecke
der Boden 662 entfernt, und ein ggf.
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vom oberen Ende der Außenwand 684 flanschartig nach außen stehender
Rest der ursprüngliohen Ronde 30 wird abgeschnitten.
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Das Polieren des Hohlkörpers auf seinen dem Futter 583 abgewandten
Seiten kann erfolgen, indem vor dem Entfernen des Bodens 662 das Außenfutter 582
gegen eine an seine Stelle tretende, der Andrückplatte 601 gegenüberstehende Andrückplatte
ausgewechselt wird. Bei anschließender Drehung dient dann das Futter 583 als Unterlage
beim Polieren, wodurch einer unerwünschten Verformung vorgebeugt wird.
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Fig. 25 zeigt eine Abwandlung der Vorrichtung gemäß Fig. 22 bis 24,
wobei an Stelle des Außenfutters 582 ein Walzenfutter 584 und an Stelle des Futters
583 ein Walzenfutter 585 vorgesehen sind. Der drehende Antrieb erfolgt hier über
den Stempel 601, während ihm gegenüber eine in einem Bügel 280 drehbar gelagerte
Andrückplatte 290 vorgesehen ist; der Bügel 280 läßt es zu, daß sich der untere
Rand des Walzenfutters 584 bis nahe zur Drehachse 62 und ggf. auch über diese hinaus
erstreckt, In der Vorrichtung gemäß Fig. 26 bis 28 werden Stahlflaschen hergestellt.
Dabei wird zunächst, wie in Fig. 26 gezeigt, eine Ronde 30 in waagerechter Richtung
zugeführt und bezüglich der Drehachse 62 ausgerichtet. Sodann wird auf die Ronde
30 ein Futter 586 abgesenkt, dessen Außendurchmesser dem Innendurchmesser der zu
bildenden Stahlflasche entspricht und dessen unterer Rand der Innenform des zu bildenden
Bodens entspricht.
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Mindestens ein Walzenpaar 349, 369, das nach einer der anhand der
Fig. 9 bis 15 erläuterten Möglichkeiten wirken kann, wird von-beiden Seiten her
der Ronde angenähert und aufgedrückt.
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Zuvor sind die radial inneren Enden der Walzen 349, 369 bis in einen
gegenüber dem Außendurchmesser des Futters 586 geringeren radialen Abstand zu dessen
Außenseite hin verstellt worden. Die Walzen 349, 369 werden angetrieben, wodurch
auch die Ronde 30 um die Drehachse 62 in Drehung versetzt und mit wellenförmigen
Verformungen versehen wird. Durch das Versetzen der wellenförmigen Verformungen
radial einwärts wird
das Material der Ronde 30 in Richtung auf
das Futter 586 zum Fließen gebracht. Sobald dies der Fall ist, wird das Futter 586
unter einer geringen Schubkraft, beispielsweise unter seinem Eigengewicht, senkrecht
nach unten verschoben, wobei zunächst der Boden 663 (Fig. 27) der zu bildenden Flasche
aus der Ebene der Ronde 30 heraus nach unten gesenkt wird. Bei weiterhin erfolgendem
Fließen des Materials radial einwärts wird das Material an der Außenseite des Futters
586 radial umgelenkt, um die zylindrische Wandung 685 der Flasche zu bilden.
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Zweckmäßig wird das Futter 586 mit gleicher Drehgeschwindigkeit wie
die Ronde 30 drehend angetrieben.
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Sobald das Futter 586 seine in Fig. 27 dargestellte Stellung erreicht
hat, bei der sein unteres Ende um einen vorgegebenen Weg unterhalb der Ebene der
Ronde 30 liegt, wird die Abwärtsbewegung des Futters 586 angehalten. Das radial
einwärts fließende Material wird von nun an in dem Umlenkbereich 64 an das Futter
586 angelegt und in radialer Richtung umgelenkt, wobei eine sich unter die konkave
Seite des Umlenkbereiches 64 erstreckende Andrückrolle 805 hilft, das Material auf
denjenigen axialen Abschnitt des Futters 586 aufzubringen, der sich unterhalb der
Ronde 30 befindet.
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Sobald sich das Futter 586 nicht mehr nach unten bewegt, wird die
weitere axiale Verstellung des Bodens 669 nach unten mittels eines Dornes 587 geführt,
der die mittige Öffnung des Futters 586 durchsetzt, koaxial zur Drehachse 62 verläuft
und hinsichtlich seiner axialen Verstellgeschwindigkeit geregelt werden kann, wie
dies anhand von Fig. 9, ggf. mit der anhand von Fig. 15 und 16 erläuterten Ausgestaltung,
gezeigt wurde. Während der anfänglichen axialen Verstellung des Futters 586 wird
der Dorn 587 zweckmäßig mit gleicher Geschwindigkeit aus der in Fig. 26 gezeigten
Anfangsstellung heraus verstellt, bei der
sein unteres Ende sich
in gleicher Höhe wie das untere Ende des Futters 586 befindet. Bei derartiger Verstellung
braucht diejenige des Dornes 586 lediglich kontinuierlich weitergeführt zu werden,
wenn die axiale Abwärtsbewegung des Futters 586 aufhört, und der Dorn 687 übernimmt
im selben Moment die Führung des Bodens 369.
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Unterhalb der Plattenebene der Ronde 30 ist koaxial zur Drehachse
62 eine ringförmige Spannhülse iii angeordnet, die zweckmäßig mit gleicher Drehgeschwindigkeit
wie die Ronde 30 drehend angetrieben wird. Sobald die Wandung 685 eine genügende
Länge hat, um bis in das obere Ende der Spannhülse iil hineinzureichen, erfolgt
hierdurch eine radiale Führung der Wandung 685.
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Bei einer vorgegebenen Länge der aus der Plattenebene der Ronde 30
nach unten ragenden zylindrischen Wandung stößt der Boden 663 auf einen quer zur
Drehachse 62 mittels eines Stellantriebs 0i aus dem Weg der zu bildenden Flasche
wegziehbaren Schieber 03. Dieser verbleibt zunächst noch in seiner Stellung, beider
er eine weitere Abwärtsbewegung der zu bildenden Flasche verhindert. Damit ist die
in Fig. 27 dargestellte Situation erreicht. Zu diesem Zeitpunkt wird das Futter
586 axial nach oben in seine in Fig. 26 gezeigte Ausgangsstellung zurückverstellt.
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Am Dorn 587 befindet sich ein Außengewindestopfen 05 in einer Höhe
über dem Boden 663, die der Höhe des späteren, mit Innengewinde zu versehenden Halses
der Flasche entspricht. Grundsätzlich wäre es nun möglich, durch Verschieben der
Walzen 349, 369 und der Andrückrolle 805 radial einwärts bei gleichzeitiger Verschiebung
nach oben einen in Fig. 28 gezeigten Übergang 07 zwischen der zylindrischen Wandung
685 und dem Flaschenhals 09 zu bilden. Beim Ausführungsbeispiel wird jedoch so vorgegangen,
daß zunächst die radiale Stellung
der Walzen 349, 369 und der Andrückrolle
805 unverändert gelassen wird und daß die zylindrische Wandung 685 durch axiales
Verschieben dieser Teile bis zu einer Höhe über dem Boden 663 gebildet wird, die
größer ist als die gewünschte axiale Höhe bei fertiger Flasche. Danach ist es in
einfacher Weise möglich, ohne weitere Verwendung der Walzen 349, 369 mittels der
Andrückrolle 805 sowohl den Übergang 07 als auch den Flaschenhals 09 im üblichen
Metalldrückverfahren herzustellen, indem von der Andrückrolle 805 durch eine geeignete
Kurvensteuerung Schwenkbewegungen ausgeführt werden, bei denen sich die Form des
zunächst überschüssigen axialen Abschnitts der zylindrischen Wandung 685 zunehmend
der Form des Übergangs 07 und des Halses 09 nähert. Schließlich wird der Hals 09
von der Andrückrolle 805 auf das Außengewinde 05 aufgewalzt, wodurch er mit einem
Innengewinde versehen wird. In derselben Weise ist es gewünschtenfalls auch möglich,
auf der Innenseite des Halses ein Rillenprofil oder ein anderes gewünschtes Profil
zu bilden.
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Nach Fertigstellung des Halses 09 kann gegebenenfalls über den Stopfen
05 nach oben überstehendes Material abgeschnitten werden. Die entstandene und in
Fig. 28 erkennbare Flasche wird nun mittels der inzwischen drehfest gehaltenen Spannhülse
ihrerseits drehfest gehalten, wodurch es möglich ist, durch Drehen des Dornes 587
und damit des Stopfens 05 diesen aus dem Innengewinde des Halses 09 heraus zudrehen.
Damit ist die Flasche fertiggestellt. Sie wird von der Spannhülse iii freigegeben,
der Schieber 03 wird beiseite gezogen, und die Flasche fällt in aufrechter Stellung
auf ein nicht gezeigtes, unterhalb des Schiebers 03 angeordnetes Transportmittel.
Sollte die Flasche in der Spannhülse 111 jemals steckenbleiben, so kann nach Öffnen
des Schiebers 03 durch ein kurzzeitiges Verschieben des Dornes 587 mit dem Stopfen
05 nach unten die Flasche ausgestoßen werden.
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Mittels der Vorrichtung nach Fig. 26 bis 28 können beispielsweise
für die Aufbewahrung technischer Gase verwendete Stahlflaschen und Flüssigkeitsbehälter
aus Metall in ununterbrochener Folge hergestellt werden, während bisher die genannten
Gasflaschen durch Tiefziehen, Streckdrücken und Drücken mühsam mit jeweils eingefügten
Wärmebehandlungsoperationen hergestellt wurden. Bei der dargestellten Vorrichtung
sind dagegen keine Zwischenschritte und keine Wärmebehandlungen erforderlich, sondern
der ganze Herstellungsvorgang ist leicht steuerbar und automatisierbar oder kann
von einem Arbeiter ohne fachliche Vorbildung durchgeführt werden.
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Fig. 29 soll noch verdeutlichen, wie die bereits grundsätzlich beschriebene
Möglichkeit, Hohlkörper mit in axialer Richtung unterschiedlichen Weiten zu bilden,
bei in axialer Richtung dicht aufeinanderfolgenden Ausbauchungen und Einschnürungen
verwirklicht werden kann. Es kann hierbei ein Dorn 58 verwendet werden, dessen Durchmesser
dem geringsten vorkommenden Innendurchmesser gleicht, um zusammen mit der Andrückplatte
60 den Boden 664 aus der Plattenebene der Ronde 30 heraus zuführen. Während dieser
axialen Bewegung in Richtung der Drehachse 62 werden das Walzenpaar 349, 369 bzw.
bei mehreren vorgesehenen Walzenpaaren diese sowie die Andrückrolle 806 in radialer
Richtung je nach dem geforderten Durchmesser des gebildeten Hohlkörpers verstellt.
Die Verstellung kann hier wie in allen ähnlichen Fällen beispielsweise mittels einer
Schablone, eines Mutterdorns oder mittels eines programmgesteuerten Rechners erfolgen.
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Die beispielsweise gemäß Fig. 29 hergestellten Hohlkörper können nach
Entfernen des Bodens 664 beispielsweise als in Rohrleitungen einzuschaltende Faltenbälge
zur Kompensation von temperaturbedingten ~längenänderungen, als Düsen oder auch
als lampensäulen (sog. flämische Säulen) dienen.
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Abschließend sei bemerkt, daß das Verfahren gemäß der Erfindung sowie
die Vorrichtung zu seiner Durchführung die verfahrensbedingten Verformungsgrenzen,
wie sie bei bekannten Verfahren bestehen, weitestgehend überwinden. Die Verformungsgrenzen
nach dem neuen Verfahren werden im wesentlichen durch die Erschöpfungsgrenzen des
zu verformenden Materials bei schwellender Druckbeanspruchung gesetzt. Es lassen
sich so Verformungsgrade erreichen, wie sie sonst nur beim Fließpressen, Strangpressen
und Rohrwalzen verwirklicht werden können. Weiter bietet das neue Verfahren eine
wesentlich verbesserte Möglichkeit, den gesamten Umformungsv,:.'sng beim Herstellen
von Hohlkörpern, zumindest für rotationssZ metrische Formen, wissenschaftlich exakt
zu erfassen und daher technisch exakt zu beherrschen.
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Das Verfahren eignet sich aus diesen Gründen auch besonders gut für
einen stetig wiederholten, zeitlich in weiten Grenzen steuer- oder regelbaren und
insbesondere völlig automatisierten Ablauf.
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Ein wichtiger Vorteil des Verfahrens und der Vorrichtung gemäß der
Erfindung besteht darin, daß das zu verformende Material nur einer schwellenden
Druckbeanspruchung ausgesetzt wird und daß auch hochfeste Materialien, beispielsweise
Stähle mit einer Festigkeit in der Größenordnung von 350 kp/mm2, umgeformt werden
können, während die eingangs genannten Verfahren hierzu praktisch ungeeignet sind.
Beispielsweise ist durch Drücken eine Umformung einer Ronde aus hochfestem Stahl
kaum möglich, da unter Berücksichtigung der Federeigenschaften des Materials beim
Aufbringen der erforderlichen Verformungskräfte an einer Umfangsstelle der Ronde
eine Zerstörung des Materials erfolgt. Das Verfahren gemäß der Erfindung wird bei
besonders hohen Festigkeitswerten des verarbeiteten Metalls und bei sehr großen
Verformungsgraden zweckmäßig bei einer Temperatur der Metallplatte ausgeführt, die
im Rekristallisationsbereich des Materials liegt. Ein wichtiger Anwendungsbereich
liegt auch beim Umformen von Materialien, insbesondere Stählen, die erst beim Umformen,
insbesondere im Rekristallisations-Temperaturbereich, hohe Festigkeitswerte der
o.a. Größenordnung und große Zähigkeit erreichen,
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