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Dosiersystem für ein Parb- oder Feuchtwerk Die Erfindung betrifft
ein Dosiersystem für ein Farb- oder Feuchtwerk mit Duktor-, Heber- und Übernalunewalze,
bei dem die Ileberwalze in ständigem Kontakt zur Ubernahmewalze steht.
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Bekannt sind Dosiersysteme für Druckmaschinen, bei denen die Heberwalze
an der zugehörigen Übernahmewalze ständig anliegt und die Oberwalze mit einem absatzweise
geschalteten Farbduktor taktmäßig in erührung kommt. Die Verbindung zwischen Heberwalze
und Übertragungswalze erfolgt durch Kraftschluß. Die fleberwalze und die Duktorwalze
sind gegenläufig. (D3P 1 093 804) Derartige Dosiersysteme haben den nachteil, daß
sich an der Heberwalze während der Anlage an der Duktorwalze ein Flüssigkeitsstau
durch Schabewirkung aufbaut, der nach dem Abheben von der Duktorwalze auf dem Heberumfang
verbleibt.
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Dieser Flüssigkeitsstau ist insbesondere auf Grund der Gegenläufigkeit
der Duktorwalze und der IIeberwalze besonders groß. Dadurch entsteht eine Ungleichmäßigkeit
im rilüssig keitsfilm, Die Größe des Flüssigkeitsstaus hängt insbesondere von der
Größe und der Wirkungsdauer der Relative schwindigkeit dieser beiden Walzen ab.
Durch die Gegenhäufigkeit addieren sich beide Umfangsgeschwindigkeiten zu einer
hohen Relativgeschwindigkeit. Um eine genügend große lüssigkeitsförderung zu erreichen,
muß andererseits die Kontaktzeit zu der absatzweise geschalteten Duktorwalze relativ
groß sein bzw. die Drehzahl der Duktorwalze sehr hoch sein, Daraus ergibt sich,
daß die beiden Einflußgrößen eine große negative Wirkung besitzen. Durch die Gegenläufigkeit
treten
außerdem Drehmomentspitzen auf die den Antrieb von Duktorwalze und XIeberwalze zusätzlich
belasten. Weit erhin bedingt die relativ große Kontaktzeit eine Verkürzung der.
Umsteuerzeit des Hebers (Schwingbewegung), wodurch die dynamischen Laufeigenschaften
verschlechtert werden.
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Zweck der Erfindung ist es, ein Dosiersystem für Farb- oder Peuchtwerke
zu finden, bei dem die Schabewirkungen und der Flüssigkeitsstau auf ein Irinimum
reduziert und die dynamischen Laufeigenschaften der Duktor- und der Heberwalze verbessert
sind, um qualitätsgerechte Flüssigkeitsfilme bei höheren Druckleistungen der Druchlasonine
fördern zu können.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Dosiersystem für ein
Farb oder Feuchtwerk zu schaffen, bei dem die Antriebe der Duktor- und der Heberwalze
optimiert sind, um die Größe und die Wirkuugsdaüer der Relativgeschwindigkeit zwischen
der Duktorwalze und der Heberwalze sowie die Kraftwirkungen beim kltreiben dieser
Walzen zu verringern.
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Erfindungsgemäß wird das dadurch erreicht, daß die um die Ubernahmewalse
schwingend angeordnete Heberwalze gleichläufig zur Duktorwalze drehend angeordnet
ist, wobei die Duktorwalze stetig umlaufend und geschwindigkeitsregelbar angetrieben
ist. Die Erfindung ist weiterhin dadurch gekennzeichnet, daß die Heberwalze und
die übernahmewalze formschlüssig miteinander verbunden sind und diese formschlüssige
Verbindung dif ferenzdrehzahlbildend ausgebildet ist. Weitere Merkmale der Erfindung
sind, daß die Ubernahmewalze als Reibzylinder ausgebildet ist, daß zur steuerbaren
Anlage der Heberwalze an der Duktorwalze regulierbare Stellanschläge angeordnet
sind und daß der Antrieb der Duktorwalze selbsthemmend ausgebildet ist.
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Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert werden.
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In der dazugehörigen Zeichnung zeigen Fig. 1 ein erfindungsgemäßes
Dosiersystem für die Anwendung in Farbwerken von Druckmaschinen und Fig. 2 ein erfindungsgemäßes
Dosiersystem für die Anwendung in Feuchtwerken von Offsetdruckmaschinen, Fig. 3
eine erfindungsgemäß ausgebildete Heberwalze und Fig. 4 eine andere Ausführungsvariante
der erfindungsgemäß ausgebildeten Heberwalze.
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In der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform befindet sich die
Farbe 1 in einem im wesentlichen aus einem Farbmesser 2 und einer Duktorwalze 3
gebildeten Farbkasten. Die Duktorwalze 3 wird durch nicht dargestellte SXittel stetig
umlaufend und geschwindigkeitsregelbar angetrieben. Die Drehrichtung verläuft entgegen
der Uhrzeigerrichtung. Durch einen mittels Farbzonenschrauben 4 regelbaren Farbspalt
5 gelangt die Farbe 1 als dünner ParbSilm auf den freien Umfangsteil der Duktorwalze
3. Auf einer Achse 6 einer Übernahmewalze 7, die vorzugsweise als seitlich changierenier
Reibzylinder ausgebildet ist, ist eine Heberwalze 8 so gelagert, daß ihre Oberfläche
sicli. in ständigem Kontakt mit der Oberfläche der Übernahmewalze 7 befindet. Die
Heber-Walze 8 schwingt mit einem geringen Schwingwinkel 9 um die Achse 6. Durch
diese Schwingbewegung gelangt die Oberfläche der Heberwalze 8 kurzzeitig in Kontakt
mit der Oberfläche der Duktorwalze 3. Dabei übernimmt sie einen Teil des auf der
Duktorwalze 3 befindlichen Farbfilms, den sie auf die Übernahmewalze 7 überträgt.
Von dort gelangt die Parbe 1 in bekannter Weise huber eine Verteilergruppe und Auftragswalzen
auf die Druckform. Die Übernahmewalze 7 wird stetig umlaufend entgegen der Uhrzeigerrichtung
angetrieben. Zwischen der Übernahmewalze 7 und der Heberwalze 8 besteht ein Formschluß
vorzugsweise in Form einer Zahnradverbindung.
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Zur Erreichung einer Relativgeschwindigkeit zwischen der Übernahmewalze
7 und der Heberwalze 8 weisen die Antriebsräder dieser beiden Walzen 7, 8 eine Differenz
der Zähnezahl auf.
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Zur Justierbaren Anlage der Heberwalze 8 an die Duktorwalze 3 sind
regulierbare Stellanschläge 10 angeordnet.
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Durch die gleichläufige Drehung der Heberwalze 8 und der Duktorwalze
3 wird die Größe der Relativgeschwindigkeit zwischen diesen beiden Walzen 3, 8 wesentlich
verringert, da sich die beiden Geschwindigkeiten nicht, wie bei den bekannten Dosiersystemen,
addieren sondern subtrahieren.
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Das hat eine Reduzierung des obengenannten Flüssigkeits staues zur
Folge, Die Antriebskräfte der Duktorwalze 3 sind durch die Anwendung einer stetig
umlaufenden Drehung optimal verbessert.
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Dadurch, daß der Antrieb der Duktorwalze 3 selbsthemmend ausgebildet
ist, wird ein Mitreißen der Duktorwalze 3 während der Kontaktzeit mit der Heberwalze
8 vermieden, das bei bekannten Dosiersystemen durch die höhere Geschwindigkeit der
Heberwalze 8 in Relation zur Duktorwalze 3 auftritt. Durch die erfindungsgemä.ße
Ausgestaltung wird erreicht, daß das durch die Relativbewegung zwischen der Duktorwalze
3 und der Heberwalze 8 entstehende Drehmoment den Duktorwalzenantrieb entlastet.
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Durch die formechlüssige Verbindung zwischen der ternahmewalze 7 und
der Heberwalze 8 ist es möglich, eine exakte und stabile Dosierung des Farbfilms
Uber die gesamte Fortdruckzeit aufrecht zu erhalten. Der Geschwindigkeitsbereich
der Duktorwalze 3 kann durch die erfindungsgem0Be gleichhäufige Drehung relativ
angehoben werden, wodurch sich die Relativgeschwindigkeit zwischen der Duktorwalze
3 und der Heberwalze 8 nicht erhht, sondern verringert. Auf Grund dieser erfindungsgemäßen
Ausbildung kann die Kontakt zeit zwischen der Duktorwalze 3 und der Hebernalze 8
und damit die Wirkungsdauer der Relativgeschwindigkeit wesentlich verkürzt werden.
Die durch diese maßnahme generell m8gliche relativ hohe Drehzahl der Duktorwalze
3 hat den weiteren Vorteil, daß die notwendigen Einstellungen und Korrekturen des
Farbprofils durch die Farbzonenschrauben 4 schneller auf der Druckform und damit
auf dem Druckbild wirksam
sind Außerdem wird die Umsteuerzeit der
Schwingbewegung der Heberwalze 8 um das Maß der Verkürzung der Kontakt~ zeit erhöht,
so daß sich die Kraftwirkungen analog ebenfalls reduzieren. Durch die erfindungsgemäß
angeordneten regulierbaren Stellanschläge 10 wird eine optimale Einstellung des
Kontaktdruckes ermdglicht, so daß das durch die Relativgeschwindigkeit entstehende
Drehmoment und damit die Rückwirkungen auf die Antriebe und den Verschleiß der Walzenoberflächen
in optimalen Grenzen gehalten werden.
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Die in Figur 2 dargestellte Ausführungsform zeigt eine im wesentlichen
äquivalente Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Dosiereinrichtung für die Anwendung
in Feuchtwerken von Offsetdruckmaschinen. Das Feuchtmittel 11 gelangt auf die Oberfläche
der sich entgegen der Uhrzeigerrichtung drehenden Duktorwalze 3, Durch die um die
Achse 6 der Übernahmewalze 7 schwingende Heberwalze 8 wird das Feuchtmittel 11 von
der Duktorwalze 3 auf die ebenfalls als seitlich changierende Reibzylinder ausgebildete
Übernahmewalze 7 übertragen.
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Von dort gelangt das Feuchtmittel 11 über eine oder mehrere Wischwalzen
12 auf eine auf einem Plattenzylinder 13 angeordnete Druckplatte. Geschwindigkeiten
und Antriebe verhalten sich wie in der in Figur 1 beschriebenen Ausführungs~ form,
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung der formschlüssigen Antriebsverbindung zwischen
der Übernahmewalze 7 und der Heberwalze 8 zur Erzeugung eines Schlupfes ist in Feuchtwerken
insbesondere deshalb vorteilhaft, weil dadurch Barbrückwirkungen, die von der Druckplatte
bis auf die uebernahme~ walze 7 gelangt sind, im Zusammenwirken mit der seitlichen
Verreibung der Übernahmewalze 7 schnell egalisiert werden.
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Zur weiteren Verminderung des Flüssigkeitsstaus und der Schabewirkung
ist die Oberfläche der Heberwalze gemäß Pigur 2 mit einem Rillenprofil 9 ausgestattet.
Durch dieses Rillenprofil 14, das gemäß der dargestellten Ausführungsform spiralförmig
ausgebildet
ist, tritt ein sogenannter Fräseffekt auf, d.h., der beim Auftreffen der Heberwalze
8 auf die Duktorwalze 3 auftretende Stau kann durch die unterbrochene Oberfläche
bes-5er und schneller vergleichmäßigt werden. Dadurch entsteht ein kontinuierlicherer
Flüs sigkeitsfilm.
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Die gleiche Wirkung tritt durch die Ausbildung der Oberfläche der
Heberwalze 8 als Rasterprofil 15, wie in Figur 3 dargestellt, auf. Wesentlich für
die zusätzliche Verminderung des Flüssigkeitsstaus und der Schabewirkung ist die
unterbrochen ausgebildete Oberfläche der Heberwalze 8, nicht aber die spezielle
Ausbildung dieser profilierten Oberfläche. Die in Figur 2 und 3 gezeigten Profile
sind Beispiele aus der Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten.
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Die Erfindung beschränkt sich nicht au-f-die hier beschriebenen Ausführungsformen,
sondern beinhaltet alle sich aus der Offenbarung der Lösung ergebenden Ausführungsmöglichkeiten.