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Kolostomie-Behälter
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Die Erfindung bezieht sich auf einen Kolostomie-Behälter mit einer
Einlauföffnung und mit einer Entlüftungsöffnung. Ein derartiger Behälter ist aus
flüssigkeitsdichtem, gasfestem und flexiblem Material gebildet und hat im allgemeinen
die Form eines Beutels.
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Ein bekannter Kolostomie-Behälter der eingangs genannten Art (US-PS
3 759 260) ist mit einem Abdeckklebeteil versehen, welcher aussen auf den Kolostomie-Behälter
an der Entlüftungsöffnung aufgeklebt werden kann, nachdem die gewünschte Gasmenge
aus dem Kolostomie-Behälter entwichen
ist. Dadurch ist kein ständiger
Gasaustritt aus dem Kolostomie-Behälter möglich, jedoch steht der Abdeckklebeteil
ständig unter der Einwirkung des Innendrucks im Kolostomie-Behälter. Hinzukommt>
dass die Klebekraft des Abdeckteils nach mehrmaligem Abnehmen und Aufkleben bereits
stark zurückgeht, so dass schliesslich die Entlüftungsöffnung nicht ausreichend
sicher nach aussen hin abgedichtet ist. Darüberhinaus ist es für viele Patienten
schwierig, die Entlüftungsöffnung genau zu treffen, d.h.
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den Abdeckklebeteil möglichst so auf den Kolostomie-Behälter aufzusetzen,
dass sich die Entlüftungsöffnung in der Mitte des Abdeckklebeteils befindet. Ist
dies nicht der Fall, so tritt auch bei aufgeklebtem Abdeckklebeteil eine mehr oder
weniger grosse Gasmenge aus dem Kolostomie-Behälter aus.
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Ein weiterer Kolostomie-Behälter der eingangs genannten Art weist
in der Entlüftungsöffnung ein Überdruckventil (US-PS 3 865 109) auf. Zwar tritt
bei dieser Ausführungsform im Gebrauch des Kolostomie-Behälters kein hoher Innendruck
auf, der Patient kann jedoch den Zeitpunkt nicht beeinflussen, zu welchem Gas aus
dem Kolostomie-Behälter austritt. Praktisch ist jederzeit mit dem Austritt von Gas
aus dem Kolostomie-Behälter zu rechnen.
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Bei einem abgewandelten Kolostomie-Behälter der vorangehend genannten
Art (US-PS 3 528 420) befindet sich vor dem überdruckventil ein Filter, durch welchen
das austretende Gas von Geruchsstoffen befreit werden soll. Dies könnte nur dann
zufriedenstellend erreicht werden, wenn ein sehr grosser Filter verwendet wird,
was jedoch aus Platzgründen nicht möglich ist. Nachteilig ist jedoch weiterhin,
dass
praktisch jederzeit mit austretendem Gas zu rechnen ist.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt einen Kolostomie-Behälter oder
-beutel zu schaffen, welcher eine verschliessbare Entlüftungsöffnung aufweist, hierbei
soll die Entlüftungsöffnung im geschlossenen Zustand absolut dicht sein und die
Entlüftungsöffnung soll mit einfachen Mitteln geöffnet bzw. geschlossen werden können.
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Dies wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass sich in der
Entlüftungsöffnung des Kolostomie-Behälters ein Schliessventil befindet, dessen
Ventilteil von Hand geöffnet oder geschlossen werden kann. Zu diesem Zweck kann
ein Ventil verwendet werden, welches einen Ventilteil aufweist, der vermittels eines
Handgriffs bewegt werden kann. Ein derartiges Ventil ist in seiner Funktion nicht
vom Innendruck abhängig, so dass der Patient entscheiden kann, wann das Ventil geöffnet
wird, um einen für ihn unangenehm hohen Druck im Kolostomie-Behälter zu verhindern.
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Im geschlossenen Zustand des Ventils wird darüberhinaus sichergestellt,
dass kein Gas austreten kann.
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Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist der Kolostomie-Behälter
aus zwei Folien aus Kunststoff gebildet, die an ihrem Umfang miteinander verklebt
oder verschweisst worden sind, wobei sich im Bereich der Klebe- bzw. Schweissstelle
das Ventil befindet. Dadurch wird einerseits der Herstellungsvorgang, durch welchen
das Ventil an dem Kolostomif Behälter angebracht wird, vereinfacht, darüberhinaus
ist auch eine besonders günstige Stelle für die Bedienung des Ventils möglich. Entsprechend
wird für das Ventilgehäuse eine flache
Form in der Art eines Schiffchens
Uewßdwhlt, woher zwei Seitenflächen an beiden Seiten einander spitz zulaufen, um
besonders auch die Übergangs stelle zwischen dem rTeh-:iuc;e des Ventils und den
beiden Folien sicher und dicht abschliessen zu können.
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Obwohl für den Kolostomie-Rehälter #em#.ss der Erfindung alle möglichen
Arten von Ventilen in Frage kommen, wird besonders ein Ventil mit drehbarem Ventilteil
bevorzugt, wobei in der einen Stellung des Ventilteils die Entlüftungsöffnung offen
und in einer um 90 versetzten Stellung die Entlüftungsöffnung geschlossen ist.
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weiterhin kann der Ventilteil einen Knebel oder ein Rändelrad aufweisen,
welches am Umfang, eine gut greifbare Oberflache aufweist. Bei Verwendung des Knebels
kann somit sichergestellt werden, dass der Patient allein durch Fühlen der Stellung
des Knebels erkennen kann, ob die Entlüftungsöffnung geöffnet oder geschlossen ist.
Es ist jedoch auch möglich, am Knebel oder am Randelrad eine Kerbe oder einen Vorsprung
vorzusehen, durch welchen ebenfalls die Stellung des Ventilteils (offen oder geschlossen)
gefühlt werden kann.
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In einer besonderen Ausführungsform gemäss der Erfindung befindet
sich entweder am Ventilteil oder am Gehause des Ventils ein Vorsprung, der in einer
Ausnehmung am Gehäuse bzw. am Ventilteil einrasten kann. Durch das Einrasten wird
ein Geräusch erzeugt, wodurch dem Patienten angezeigt werden kann, dass das Ventil
eine bestimmte Stellung erreicht hat.
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Dabei können Au-,nehmun und Vorsprung einander so zugeordnet werden,
dass sich der Vorsprung in der Ausnehmung befindet, wenn die Entlüftungsöffnung
einen Durchgang aus dem Kolostomie-Behälter nach aussen freigibt. Dadurch wird ein
akustisches Geräusch dann erzeugt, wenn das Ventil geöffnetTsird, Entsprechend kann
durch Zuordnung der Ausnehmung und des Vorsprunges erreicht werden, dass ein Geräusch
bei Erreichen
der geschlossenen Stellung erzeugt wird. Weiterhin
kann die Ausnehmung bzw. der Vorsprung an einer sichtbaren Stelle am Ventilteil
bzw. Ventilgehäuse angeordnet sein, so dass zusätzlich zur akustischen Anzeige auch
sichtbar zu erkennen ist, in welcher Stellung sich das Ventil befindet.
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Die Erfindung wird nachstehend anhand der zeichnung beispielsweise
erloutert.
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Fig. 1 zeigt ein Ventil flr einen Kolostomie-Behälter in geschlossener
Lage, wobei der Kolostomie-Behalter selbst nicht gezeigt ist.
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Fig. 2 zeigt ein Ventil fr einen Kolostomie-behälter in r-eöffneter
Stellur--, wobei der Kolostomie-Behalter selbst nicht gezeifrt ist.
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Fig. 3 ist eine Draufsicht auf das Ventil und einen Teil des Kolostomie-Behälters.
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Es wird darauf hingewiesen, dass die Figuren die tatsächliche Form
des Ventils rein schematisch wiedergeben, wobei eine vergrösserte Darstellung gewillt
worden ist, um das Wesen der erfindung klarer zum Ausdruck zu bringen. Ein Ventil
fiir einen Kolostomie-Behälter gemäss der vorliegenden Erfindung hat eine Längsabmessung
von etwas unterhalb 1 cm und seitliche Abmessungen in der Grössenordnun, von einigen
Millimetern.
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In den Pinuren 1 und 2 i#tt. derKolostomie-Behälter bzw.
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die Folien, au enen der Kolostomie-Behälter gebildet ist, nicht gezeigt.
ie Höhe des Ventils entsnricht jedoch etwa der Breite der Schweissstelle bzw. Itlebeverhintlur
zwischen den Folien, die den Kolostomie-Behälter bilden. Als Ort für das Ventil
am Kolostomie-Behälter wird eine Stelle im oberen Bereich des Kolostomie-Behälters
gewählt, wenn dieser an den Körner des Patienten angelegt ist.
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In den Figuren 1 und 2 ist ein Gehäuse 1 des Ventils
gezeigt,
in dessen Mitte sich eine Bohrung 3 befindet, welche im unteren Bereich des Gehäuse
1 in Form eines Ansatzes 5 ausläuft. Der Ansatz hat im wesentlichen zylindrische
Form und weist unten eine öffnung ll auf, die leicht grösser als die Bohrung 3 ausgewählt
ist. In de Ansatz 5 befindet sich eine quer verlaufende Bohrung 6.
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In die Bohrung 3 ist ein Ventilteil 2 eingesetzt. Der Ventilteil
2 ist in seinem mittleren Bereich dichtpassend in der Bohrung 3 angeordnet und weist
unten einen etwas vergrösserten Vorsprung 10 auf, welcher innerhalb der öffnung
4 des Gehäuse 1 angeordnet ist. Am oberen Teil des Ventilteils 2 befindet sich ein
Rdndelrad. In Lengsrichtung des Ventilsteils 2 befindet sich eine Längsbohrung 8,
die vom oberen Teil des Ventilteiles bis in den unteren Bereich des Ventilteils
verläuft, jedoch am unteren Teil keinen Durchgang nach unten aufweist. Die Lfinesbohrung
8 ist jedoch mit einer Querbohrung 11 in Verbindung. In der in Fig. 1 gezeigten
Stellung des Ventilteils ist eine Verbindung zwischen der Querbohrung 11 und der
Bohrung 6 vorhanden, während in der in Fig. 2 gezeigten Stellung des Ventilsteils
die Querbohrung 11 mit der Bohrung 6 in Verbindung ist.
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Um den Ventilteil 2 in die Bohrung 3 einzubringen, muss der vorstehende
Teil 10 des Ventilteiles 2 leicht verformbar sein können und in seinen Abmessungen
nur wenig grösser als die Bohrung 3 sein. Das Gehäuse 1 und der Ventilteil 2 sind
aus- Kunststoff hergestellt, so dass ohne Schwierigkeiten der etwas grössere gebil
10 des Ventilteils 2 durch die Bohrung 3 hindurchgeführt werden kann.
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Im oberen Bereich des Ventilteils 2 befindet sich eine in radialer
Richtung vom Ventilteil 2 vorstehende Nase 9, welche in eine entsprechend ausgebildeteAusnehmung
7 im Gehäuse 1 (Fig. 1) eingeführt werden kann. In Fig. 2 ist der
Vorsprung
9 ausserhalb der Ausnehmung 7 dargestellt. In Fig. 3 ist zu erkennen, dass sich
im Gehäuse nicht nur eine Ausnehmung 7 sondern eine weitere Ausnehmung 17 befindet,
wobei zwischen den beiden Ausnehmungen 7 und 17 ein Winkel von 900 vorhanden ist.
Die Ausnehmung 7 und der Vorsprung 9 sind so einander zugeordnet, dass in Eingriffslage
keine Verbindung zwischen der Bohrung 6 und der Querbohrung 11 vorhanden ist, während
bei Eingriff des Vorsprungs 9 in die Ausnehmung 17 eine direkte Verbindung zwischen
der Bohrung 6 und der Querbohrung 11 vorhanden ist. Der Vorsprung 9 ist in seinem
unteren Bereich abgerundet, um dadurch das Herausnehmen des Vorsprungs 9 aus einer
der Ausnehmungen 17 oder 7 zu erleichtern. Diese Herausnahmee ist deshalb möglich,
weil als Material für den Ventilteil 2 und das Gehause 1 Kunststoff verwendet wird,
welcher in bestimmten Grenzen elastisch verformbar ist.
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In Fig. 3 ist in Draufsicht das Gehäuse 1 des Ventils zwischen zwei
Folien 20 und 21 zu erkennen, welche den Kolostomie-Behälter bilden. Zwischen den
Folien 20 und 21 ist die Trennungs- bzw. Verbindungsstelle 22 gezeigt. Das Gehäuse
1 wird bei der Herstellung des Kolostomie-Behälters zwischen die Folien 20 und 21
gelegt und mit diesen verklebt oder verschweisst.
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Um eine Öffnung vom Kolostomie-Behälter nach aussen zu öffnen, muss
der Patient das Rändelrad des Ventilteils erfassen und aus der in Fig. 1 gezeisten
Lage in die in Fig. 2 gezeigte Lage um 900 drehen. Dadurch wird der Vorsprung 9
aus der Ausnehmung 7 herausgehoben und bewegt sich über die obere Fläche des Gehäuses
1 des Ventilteiles und gelangt schliesslich in die Ausnehmung 17 hinein. Dabei entsteht
ein klickartiges Geräusch, das dem Patienten anzeigt, dass die Entlüftungsöffnung
offen ist. Entsprechend
muss beim Schliessvorgang der Ventilteil
um 900 zurückgedreht werden, wobei durch den Eintritt des Vorsprungs 9 in die Ausnehmung
7 ein entsprechendes Geräusch erzeugt wird.
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Die Ausführung mit nur einer Ausnehmung 7, in welcher sich der Vorsprung
9 in Schliessstellung befindet, hat den Vorteil, dass nur bei Erreichen der Schliessstellung
des Ventils ein akustisches Geräusch erzeugt wird, so dass ein Irrtum darüber ausgeschlossen
ist, ob sich das Ventil nach der akustischen Anzeige in geschlossener oder offener
Stellung befindet.