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Steuervorrichtung für eine Gummi- oder
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Kunststoffspritzmaschine Die Erfindung betrifft eine Steuervorrichtung
für eine ein Öffnen und Schließen einer Form einer Gummi- oder Kunststoffspritzmaschine,
insbes. einer Schuhsohlenanspritzmaschine, bewirkenden Zylinderkolbenanordnung mit
einem in seinen beiden Schaltstellungen jeweils deren eine Zylinderkammer mit einer
Druckluftquelle und deren andere Zylinderkammer mit der freien Atmosphäre verbindenden
Umsteuerventil.
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Bei einer aus der Praxis bekannten Steuervorrichtung der genannten
Gattung ist das Umsteuerventil in beiden Schaltrichtungen unmittelbar handbetätigt.
Nachteilig ist hierbei, daß ein Bedienender von der sich schließenden Form leicht
verletzen kann - beim Anspritzen von Schuhsolen bei Hausschuhen muß er beispielsweise
den Schaft halten -, weil die Umsteuerung der Formschließbewegung in eine Öffnungsbewegung
stets einen zusätzlichen zeitaufwendigen Handgriff erfordert.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Steuervorrichtung der
genannten Gattung so weiterzuentwickeln, daß beim Schließen der Form Verletzungen
praktisch nicht auftreten können. In einer weiteren Ausgestaltung soll auch die
Möglichkeit für ein automatische Steuerung gegeben sein.
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Die Erfindung besteht darin, daß das Umsteuerventil mit seiner einen
Betätigungsseite über eine Steuerluftleitung an eine Steuerluftquelle und über eine
Schaltleitung an seine andere Betätigungsseite angeschlossen ist und daß in der
Schaltleitung ein handbetätigtes Schaltventil mit Rückstellfeder angeordnet ist,
welches in seiner Ausgangsstellung die beiden Zweige der Schaltleitung miteinander
verbindet und in seiner handbetätigten Schaltstellung den mit der Steuerluftquelle
verbundenen Schaltleitungszweig verschließt sowie den anderen Schaltleitungszweig
entlüftet.
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Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind darin zu sehen, daß
durch den Einsatz der Steuerluftquelle eis wenig kraftaufwendige Betätigung des
Umsteuerventils ermöglicht wird und Verletzungen des Bedienenden praktisch ausgeschlossen
sind, weil bei der beschriebenen Schaltung des Schaltventils die Schließbewegung
der Form nur so lange andauert, wie das Schaltventil betätigt wird; wird das Schaltventil
losgelassen, geht die Schließbewegung ohne Zeitverzögerung in die öffnungsbewegung
über.
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Für die weitere Ausgestaltung bestehen im Rahmen der Erfindung mehrere
Möglichkeiten. So ist das Umsteuerventil vorzugsweise als Membranventil ausgeführt,
während die Steuerluftquelle aus der mit einem Druckminderventil versehenen Druckluftquelle
besteht. Um die Schließbewegung der Form auf dem Restschließweg sowie im geschlossenen
Zustand unabhängig von der Stellung des Schaltventils zu machen, ist dem mit der
Steuerluftquelle verbundenen Schaltleitungszweig ein Rollenventil zwischengeschaltet,
welches von einer mit dem Kolben der Zylinderkolbenanordnung gekoppelten Steuerkurve
angesteuert ist und auf dem Restschließweg der Form den mit der Steuerluftquelle
verbundenen Teil des Schaltleitungszweiges verschließt sowie den anderen, zum Schaltventil
führenden Teil des Schaltleitungszweiges entlüftet. Die öffnungsbewegung der Form
kann dann auf einfache Weise dadurch ermöglicht werden, daß die mit einem Rückschlagventil
versehene Steuerluftleitung
sowie eine mit der anderen Betätigungsseite
des Umsteuerventils verbundene, mit einem Drosselrückschlagventil versehene Hilfssteuerleitung
vermittels eines Steuerventils alternativ mit der Steuerluftquelle bzw. der freien
Atmosphäre verbindbar sind. Bei dieser Ausbildung ist dann unschwer eine automatische
Steuerung der Zylinderkolbenanordnung bzw. der Spritzmaschinenform möglich, wenn
das Drosselrückschlagventil einstellbar ausgebildet ist und der zugeordnete Schaltleitungszweig
vermittels eines zwischengeschalteten Schlüsselventils unter Verschluß der Leitungsenden
unterbrechbar ist.
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Im folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher erläutert.
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Die einzige Figur zeigt schematisch eine Steuervorrichtung für eine
ein öffnen und Schließen einer Form einer Gummi-oder Kunststoffspritzmaschine, insbes.
einer Schuhsohlenanspritzmaschine, bewirkenden Zylinderkolbenanordnung 1.
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Dazu ist der Zylinderkolbenanordnung 1 zunächst ein Umsteuerventil
2 in Form eines Membranventils zugeordnet, welches in seinen beiden Schaltstellungen
jeweils deren eine Zylinderkammer 3 bzw. 4 mit einer Druckluftquelle 5 und deren
andere Zylinderkammer 4 bzw. 3 mit der freien Atmosphäre verbindet. Das Umsteuerventil
ist nun mit seiner einen Betätigungsseite 6 über eine Steuerluftleitung 7 an eine
Steuerluftquelle 8 und über eine Schaltleitung 9,10
an seine andere
Betätigungsseite 11 angeschlossen, wobei in der Schaltleitung 9, 10 ein handbetätigtes
Schaltventil 12 mit Rückstellfeder angeordnet ist, welches in seiner Ausgangsstellung
die beiden Zweige 9 und 10 der Schaltleitung miteinander verbindet und in seiner
handbetätigten Schaltstellung den mit der Steuerluftquelle 8 verbundenen Schaltleitungszweig
9 verschließt sowie den anderen Schaltleitungszweig 10 entlüftet. Die Steuerluftquelle
8 besteht im Ausführungsbeispiel aus der mit einem Druckminderventil 13 versehenen
Druckluftquelle 5. Dem mit der Steuerluftquelle 8 verbundenen Schaltleitungszweig
9 ist ein Rollenventil 14 zwischengeschaltet, welches von einer mit dem Kolben 15
der Zylinderkolbenanordnung 1 gekoppelten Steuerkurve 16 gesteuert ist und auf dem
Restschließweg der Form den mit der Steuerluftquelle 8 verbundenen Teil 9a des Schaltleitungszweiges
9 verschließt sowie den anderen, zum Schaltventil 12 führenden Teil 9b des Schaltleitungszweiges
9 entlüftet. Die Steuerluftleitung 7, welche mit einem Rückschlagventil 17 versehen
ist, sowie eine mit der anderen Betätigungsseite 11 des Umsteuerventils 2 verbundene
Hilfssteuerleitung 18, welche mit einem einstellbaren Drosselrückschlagventil 19
versehen sind, sind vermittels eines Steuerventils 20 alternativ mit der Steuerluftquelle
8 bzw. der freien Atmosphäre verbindbar. Fernerhin ist der der Betätigungsseite
11 des Umsteuerventils 2 zugeordnete Schaltleitungszweig 10 vermittels eines zwischengeschalteten
Schlüsselventils 21
unter Verschluß der beiden Leitungsenden unterbrechbar.
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Die Funktion der beschriebenen Steuervorrichtung ergibt sich unschwer
aus der Figur, welche den Ausgangspunkt für eine manuelle Steuerung zeigt. Der Zylinder
15 der Zylinderkolbenanordnung 1 befindet sich in der oberen Stellung, d. h. die
Form ist geöffnet, weil die Zylinderkammer 4 über das Umsteuerventil 2 von der Druckluftquelle
5 beauf schlagt ist. Das Umsteuerventil 2 ist über die Steuerluftleitung 7 auf seiner
Betätigungsseite 6 und über die Schaltleitung 9, 10 mit den auf Durchgang stehenden
Ventilen 14, 12 und 21 auch auf seiner anderen Betätigungsseite 11 mit dem Druck
der Steuerluftquelle 8 beaufschlagt. Durch Handbetätigung des Schaltventils 12 wird
die Schaltleitung 9, 10 unterbrochen, das Ende des Schaltleitungszweiges 9 verschlossen
und der Schaltleitungszweig 10 entlüftet; das Umsteuerventil 2 bewegt sich in seine
andere Schaltstellung, in welcher die Zylinderkammer 3 mit der Druckluft der Druckluftquelle
5 versorgt und die Zylinderkammer 4 entlüftet wird, so daß sich der Kolben 15 nach
unten bewegt und die Form geschlossen wird. Wird das Schaltventil 12 losgelassen,
bewegt es sich infolge der zugeordneten Rückstellfeder wieder in die in der Figur
gezeigte Schaltstellung, in welcher beide Betätigungsseiten 6, 11 des Umsteuerventils
2 vom gleichen Steuerdruck beaufschlagt sind, wobei der Kolben 15 und die Form sofort
in die öffnungsbewegung übergehen. Wird der
Restschließweg der
Form erreicht, wird das Rollenventil 14 von der Steuerkurve 16 in seine zweite Schaltstellung
gebracht, in welcher der Teil 9a des Schaltleitungszweiges 9 an seinem Ende verschlossen
und der Teil 9b entlüftet ist, so daß das Schaltventil 12 funktionslos ist.
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Die Form bleibt daher geschlossen. Zum öffnen der Form nach erfolgtem
Spritzvorgang wird das Steuerventil 20 in seine andere Schaltstellung gebracht,
in welcher die Betätigungsseite 11 über das Drosselrückschlagventil 19 und die Hilfssteuerleitung
18 vom Steuerdruck der Steuerluftquelle 8 beaufschlagt wird, so daß Umsteuerventil
2 umgeschaltet und die Form geöffnet wird; danach wird das Steuerventil 20 wieder
in seine Ausgangslage zurückgestellt. Für eine selbsttätige Steuerung der Zylinderkolbenanordnung
beispielsweise bei einer Rundtischspritzmaschine wird das Schlüsselventil 21 in
die Schaltstellung mit verschlossenen Enden des Schaltleitungszweiges 10 gebracht,
so daß das Rollenventil 14 und das Schaltventil 12 funktionslos sind, und die Drossel
des Drosselrückschlagventils 19 geöffnet. Alsdann kann durch Betätigen des Steuerventils
20 der Kolben 15 der Zylinderkolbenanordnung 1 hin- und herbewegt, d. h. die Form
geschlossen und geöffnet werden; dabei erfolgt eine Verstellung des Umsteuerventils
2 in Richtung Öffnen der Form, weil zwischen der Betätigungsseite 11 und der Betätigungsseite
6 des Umsteuerventils 2 eine Druckübersetzung besteht, welche bei abgeschlossenem
Leitungssystem 7, 9 zum Tragen kommt.
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