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Verfahren und Schaltungsanordnung zur Verminderung
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der Störanfälligkeit von selektiven Zeichenempfängern für Fernmelde-,
insbesondere Fernsprechanlagen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verminderung
der Störanfälligkeit von selektiven Zeichenempfängern, in denen die zeitlichen Abstände
von Nulldurchgängen derart gemessen werden, daß bei jedem Zeichenerkennungsvorgang
zunächst Halbperioden- oder Periodenprüfungen mit großer Bandbreite stattfinden
und daß bei einem positiven Ergebnis einer solchen Prüfung eine sich huber die Dauer
einer Vielzahl von Perioden der Eingangsspannung erstreckende HauptprüSung mit kleiner
Bandbreite eingeleitet wird1 und in denen beim Auftreten eines negativen Ergebnisses
einer Halbperioden- oder Periodenprüfung während der Hauptprüfung deren vorzeitige
Beendigung bewirkt wird, -.und eine Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens
, für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen.
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Derartige selektive Zeichenempfänger sind durch die deutsche Offenlegungsschrift
23 41 224 bekannt. Sie sind für einen breiten Anwendungsbereich in den verschiedenen
Typen von Vermittlungsstellen der Amts-- und Nebenstellentechnik entwickelt worden
. In der Amtstechnik
werden normalerweise die vomCCITT empfohlenen
Werte für Störungsgeräusche auf den Leitungen nicht überschritten, so daß die digitalen
Zeichenempfänger störsicher arbeiten können, da sie für diese Störgeräuscheaisgelegt
sind. Es gibt aber noch manche Fernsprechnetze, z.B. bestehende ältere Netze, die
auf Tastwahl umgerüstet werden sollen, vor allem Mebenstellennetzetin denen nicht
armer der gefor derte Geräuschabstand eingehalten werden kann. Diese Geräusche bestehen
dabei im wesentlichen aus Schaltknacken.
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Damit ein digitaler Zeichenempfänger nach der Nulldurchgangszählmethode
dennoch die Wählzeichen sicher erkennt, muß er solche Knacke und andere Störimpulse
mit zu hohen Amplituden unterdrücken können.
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Normalerweise ist die Empfindlichkeit eines Tastwahlempfängers gegen
Störgeräusche durch seinen Sprachschutzfaktor bestimmt. Demnach kann durch die Verringerung
des Sprachschutzfaktors auch eine höhere Störsicherheiterreicht werden. Um aber
Störungen durch Knacke und andere Störamplitudenspitzen wirksam zu verhindern, müßte
der Sprachschutzfaktor so stark gesenkt werden, daß dann der Sprachschutz des Zeichenempfängers
nicht mehr ausreicht.
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digitalen wird In dem bekanntenZeichenempfängerdurch Ausmessen jedes
einzellen Nulldurchgangsabstandes bestimmt, ob es sich bei den Signalen am Empfängereingang
um ein Wählzeichen handeln kann oder nicht. Wenn dies nicht der Fall ist; dann wird
dies als Kriterium dafür benutzt, nicht eine Hauptprüfung einzuleiten, da das Signal
bis dahin demnach kein echtes Zeichen gewesen ist. Eine Hauptprüfung ist deshalb
erforderlich, um eine dem zuzulassenden Geräuschabstand entsprechende
möglichst
kleine Bandbreite zu erreichen.
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Bei dieser Meßmethode genügt aber ein einziger "falscher" 2-.ulldurchgangsabstand
in einem echten Zeichens dieses als falsches Zeichen zu werten.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Schalt~;ngsanordnung
der eingangs genannten Art anzugeben, mit der die Auswertung eines Empfangssignals
als falsches Zeichen aufgrund eines gelegentlich auftretenden Schaltknacks oder
anderen kurzen Störimpulses in einem echten Zeichen vermieden wird.
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Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß diese Wirkung erst
dann zugelassen wird3 wenn eine bestimmte, von der Häufigkeit des Auftretens von
Schaltknacken auf der Üb ertragungs leitung abhängige Anzahl von negativen Halbperioden-
oder Periodenprüfungen während der Hauptprüfung festgestellt ist. Der Sprachschutzfaktor
und damit der Sprachschutz verringern sich beieinem derartigen Verfahren nur geringfügig,
während die Störanfälligkeit der Zeichenempfänger erheblich abnim.S.t, wie durch
praktische Tests nachgewiesen ist.
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Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist diese Anzahl an
Zeichenempfänger von Hand einstellbar. Dadurch kann der Zeichenempfänger individuell
an die jeweiligen Bedingungen des Fernmelde- bzw. Fernsprechnetzes angepaßt werden.
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Gemaß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist diese Anzahl abhängig
von der Höhe der Eingangs spannung in der Weise automatisch oder von Rand beeinflußbar,
daß bei niedriger Eingangsspannung diese Anzahl zunir.=..t und bei hoher Eingangsspannung
diese Anzahl abnimmt. Die größte Störwahrscheinlichkeit infolge von Schaltknacken
liegt nämlich bei niedrigen Eingangsspannungen, während die meisten Imitationen
durch Sprache bei hohen Eingangsspannungen liegen. Dadurch ist es r.c£1ich, den
Zeichenempfänger an die Lange der Übertragungsleitung anzupassen.
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In der erwähnten deutschen Offenlegungsschrift ist auch ein Zeichenempfänger
beschrieben, bei dem zur frühzeiteigen Erkennung eines systemeigenen Zeichens der
Hauptprüfung eine oder mehrere Vorprü.fungen mit größerer Bandbreite als bei den
Falbperioden- oder Feriodenprüfungen und kleinerer Bandbreite als bei der Hauptprüfung
vorausgehen, wobei diese Vorprüfungen jeweils eine Dauer von wenigen Perioden der
Eingangsspannung umfassen. Um. die frühzeitige Erkennung eines systemeigenen Zeichens
nicht durch Schaltknacke zu verhindern, ist eine weitere Ausgestaltung des erlindungsger.aßen
Verfahrens dadurch gekennzeichnet, daß der Zeitabschnitt, in der die Feststellung
der bestimmten Anzahl versucht wird, sich nicht nur auf die Eauptprüfung, sondern
auch auf die Vorprüfung erstreckt.
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Ferner ist in der erwähnten deutschen Offenlegungsschrift ein Zeichenempfänger
beschrieben, der für den Empfang von Zeichen aus jeweils zwei von mehreren Zeichenfrequenzen
ausgebildet sind, mit einer Einteilung der Zeichenfrequenzen in eine obere und eine
untere Zeichenfrequenzgruppe
arbeitet- und bei denen die Frequenzerkennungsprüfungen
in jeder Zeichenfrequenzgruppe für sich vorgenoIrJr'.en werden. Gemaß weiteren Ausbildungen
der Erfindung kann die Feststellung der bestimmten Anzahl in jeder Zeichenfrequenzgruppe
für sich oder nur in der oberen Zeiche-nfrequenzgruppe versucht werden. Im ersten
Fall werden absolut sicher alle Schaltknacke erfaßt; dafür muß aber auch ein entpsrechender
Aufwand in Kauf genommen werden. Im zweiten Fall ist der Aufwand geringer; es werden
zwar nicht alle Schaltknacke erfaßte äber bei Verwendung von Gruppenfiltern, die
aus einem Filter mit Tießpaßverhalten für die untere Zeichenfrequenzgruppe und aus
einem Filter mit hochpaßverhalten für die obere Zeichenfrequenzgruppe gebildet sind,
machen sich Schaltknacke im wesentlichen in der oberen Zeichenfrequenzgruppe bererkbar.
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Die Erfindung befaßt sich ferner mit einer einfachen Schaltungsanordnung
zur Durchführung des Verfahrens Gemä der Erfindung.
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Das Verfahren und die Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens
wird anhand eines Ausführungsbeispiels der Schaltungsanordnung näher erläutert.
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In der Figur ist mit P eine Prüfeinrichtung bezeichnet, die eine Halbperioden-
oder Periodenprüfung vornimmt wie sie in der genannten deutschen Offenlegungsschrift
erwähnt ist. Es sei angenommen, daß als Zeichenempfänger ein Tastwahlempfänger vorliegt,
der für den Empfang von Zeichen aus jeweils zwei von mehreren Zeichenfrequenzen
ausgebildet ist, der mit einer Einteilung der Zeichenfrequenzen
in
eine obere und eine untere Zeichenfrequenzgruppe arbeitet, bei dem die Frequenzerkennungsprüfungen
in jeder Zeichenfrequenzgruppe für sich vorgenommen werden und bei dem zur frühzeitigen
Erkennung eines systemeigenen Zeichens der Hauptprüfung eine oder mehrere Vorprüfungen
mit größerer Bandbreite als bei dem Halbperioden- oder Periodenprüfungen und kleinerer
Bandbreite als bei der Hauptprüfung vorausgehen, wobei diese Vorprüfungen jeweils
eine Dauer von wenigen Perioden der Empfangs spannung umfassen. In einem derartigen
Tastwahlempfänger sei die Prüfeinrichtung P der einen Zeichenfrequenzgruppe zugeordnet.
Nach jedem negativ verlaufenden Ergebnis einer Halbperioden- oder Periodenprüfung
bei allen Frequenzen dieser Zeichenfreouenzgruppe wird am Ausgang r der Prtfeinrichtung
P ein kurzer Impuls als 1-Signal abgegeben.
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Der Ausgang N ist einerseits mit dem Zähleingang eines Zählers Z und
andererseits mit dem einen Eingang einer UNTD-Schaltung U verbunden. Der Zahler
Z weist mehrere Ausgänge Z1 bis Zn, die Zählstellungen entsprechen, und einen Rückstelleingang
R auf. Die Ausgänge Z1 bis Zn sind mittels eines Umschalters S mit einem Eingang
Rl einer ODER-Schaltung 0 verbindbar. Der Umschalter S ist von Hand betätigbar.
Nit im kann die Anzahl der zuzulassenden negativ verlaufenden Halbperioden- oder
Periodenprüfungen eingestellt werden.
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Der Ausgang der UND-Schaltung U ist an einen Eingang RO der ODER-Schaltung
0 angeschlossen. Dem anderen Eingang V der UND-Schaltung U wird normalerweise ein
1-Signal
zugeführt, und zwar dann, wenn die Vorprüfungen ein negatives
Ergebnis haten. Ein Wechsel vom 1-Signal zum O-Sinal tritt am Eingang V erst auf,
wenn eine hat .
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Vorprüfung ein positives Ergebnis,beim nächsten negativen Ergebnis
erscheint jedoch wieder ein 1.-Signal.
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Ferner ist noch ein Eingang R2 der ODER-Schaltung O vorhanden. ueber
ihr wird ein Rückstellsignal geleitet, das bei einer negativ verlaufenden Vorprüfung
erzeugt wird. über einen weiteren Eingang R3 der ODER-Schaltung 0 wird ein Rückstellsignalgeleitet,
das bei einer negativ verlaufenden Hauptprüfung erzeugt wird.
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Der Ausgang R der ODER-Schaltung 0 ist mit dem Rü.ckstelleingang R
des Zählers Z verbunden. Das vom Ausgang R abgehende Signal wird ferner der für
die Frequenzerkennung benutzten Zähleinrichtung zugeleitet, wo es zur Rückstellung
der Zähler für die Halbperioden- oder Periodenprüfung, die Vorprüfung und die Hauptprüfung
dient.
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Beim. Einsatz einer Einrichtung gemäß der beschrieben Schalt ungsanordnung
in Verbindung mit einem Tastwahlempfänger in einem Fernsprechsystem wird mittels
des Schalters S ein Zählerausgang Z1 ... gewählt, der einer zuzulassenden Anzahl
von negativ verlaufenden Halbperioden- oder Periodenprüfungen entspricht. Diese
Anzahl kann beispielsweise dadurch ermittelt werden, daß die Häufigkeit des Auftretens
von Schaltknacken auf der Ubertragungsleitung beobachtet wird.
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Trifft nun ein Eingangssignal ar Erpf2ngereingang ein, so beginnen
die Halbperioden- oder Periodenprüfungen.
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Verlaufen diese negativ, so werden am Ausgang N kurze 1-Si£nale abgegeben.
Diese 1-Signale durchlaufen die UND-Schaltung U und die ODER-Schaltung O, so daß
sie die für die Frequenzerkennung benutzten Zähler, also auch den für die Halbperioden-
oder Periodenprüfung benutzten Zähler, laufend zurückstellen. Verlaufen die Halbperioden-
oder Periodenprüfungen positiv, so wird die parallellaufende Vorprüfung nicht unterbrochen.
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Verläuft auch diese Vorprüfung positiv, so wird die Hauptprüfung eingeleitet
und dem Eingang V ein O-Signal zugeführt. Wenn nun während der Hauptprdfung ein
Schaltknack auftritt und derzufolge eine Halbperioden- oder Periodenprüfung ein
negatives Ergebnis hat, so wird das entsprechende Signal am Ausgang U nicht mehr
ueber die Ul*D-Schaltung U geleitet, sondern nur in den Zähler Z eingeben. Verlaufen
mehrere Halbperioden- oder Periodenprüfungen während der Hauptprüfung negativ, so
wird der Zahler Z entsprechend weitergeschaltet. Bleibt der Zähler dabei unterhalb
der bestimsten, mit dem Schalter S eingestellten Anzahl, so werden die negativen
Ealbperioden- oder Periodenprüfungen Schaltknacken zugerechnet. Die Hauptprüfung
wird in diesem Fall weitergeührt, weil offenbar ein systemeigenes Zeichen vorliek
Ereicht der Zähler Z dagegen die bestimmte, eingestellte Anzahl, so wird über dem
betreffenden Ausgang des Zählers Z, den Schalter und die ODER-Schaltung O ein Rückstellsignal
abgegeben,so daß der Empfänger erneut wieder einen Fequenzerkennungsvorgang beginnt.
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In diesem Fall wird also die Hauptprüfung unterbrochen, weil höchstwahrscheinlich
ein systemeigenes Zeichen nicht vorliegt.
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8 Ansprüche 1 B1. Zeichnung mit 1 Figur
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