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DE2543639A1 - Verfahren zur herstellung von mercaptanen - Google Patents

Verfahren zur herstellung von mercaptanen

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DE2543639A1
DE2543639A1 DE19752543639 DE2543639A DE2543639A1 DE 2543639 A1 DE2543639 A1 DE 2543639A1 DE 19752543639 DE19752543639 DE 19752543639 DE 2543639 A DE2543639 A DE 2543639A DE 2543639 A1 DE2543639 A1 DE 2543639A1
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radical
free
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aliphatic
hydrogen sulfide
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DE19752543639
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John Leopold Speier
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Dow Silicones Corp
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Dow Corning Corp
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07FACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
    • C07F7/00Compounds containing elements of Groups 4 or 14 of the Periodic Table
    • C07F7/02Silicon compounds
    • C07F7/08Compounds having one or more C—Si linkages
    • C07F7/18Compounds having one or more C—Si linkages as well as one or more C—O—Si linkages
    • C07F7/1804Compounds having Si-O-C linkages
    • C07F7/1872Preparation; Treatments not provided for in C07F7/20
    • C07F7/1892Preparation; Treatments not provided for in C07F7/20 by reactions not provided for in C07F7/1876 - C07F7/1888
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
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    • C07C319/02Preparation of thiols, sulfides, hydropolysulfides or polysulfides of thiols
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    • C07C319/00Preparation of thiols, sulfides, hydropolysulfides or polysulfides
    • C07C319/14Preparation of thiols, sulfides, hydropolysulfides or polysulfides of sulfides

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

fUNQ - Ma^s . ;.f ,π INIO IEiV-KE ■ . ■ 800n Mi" ι Jk . ; ..·-..
DC 2037/2050
Dow Coming Corporation, Midland, Michigan, V.St.A. Verfahren zur Herstellung von Mercaptanen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Mercaptanen der Formel R(SH) , worin
R für von aliphatischer üngesättigtheit freie aliphatische, cycloaliphatische oder aralkylische Kohlenwasserstoffreste steht, die durch Alkoxy, Keto, Carboxyl, Hydroxyl, -COOR oder -OOCR substituiert sind,
wobei
R ein von aliphatischer üngesättigtheit freier einwertiger Kohlenwasserstoffrest oder ein silylierter Kohlenwasserstoffrest der Formel (R11O) R"' SiR4-
oder 0-, ,R1 ' ' SiR4- ist, j—α α
worin
R1' Alkyl oder Alkoxyalkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen bedeutet,
R"1 für einen von aliphatischer Ungesättigtheit
freien einwertigen Kohlenwasserstoffrest, einen Halogenarylrest oder einen Rest der Formel
609825/0995
R-CH2CH2- steht, wobei R- ein Perfluoralkylrest ist,
4
R einen von aliphatischer Ungesättigtheit freien
zweiwertigen, dreiwertigen oder vierwertigen aliphatischen, cycloaliphatischen oder aralkylischen Rest darstellt,
y für 1 bis 3 steht, d 0 bis 2 bedeutet und a 1 bis 3 ist.
Eines der Probleme bei der Herstellung von Mercaptanen nach den meisten der bekannten technischen Verfahren ist die Bildung von Sulfiden als Nebenprodukte. Hierzu kommt es sowohl bei Zusatz von Schwefelwasserstoff zu ungesättigten Verbindungen als auch bei der Umsetzung der bis jetzt verwendeten Alkalihydrogensulfide mit Chloriden oder Bromiden. Der Grund der Bildung von Sulfiden ist darin zu sehen, daß sich das Mercaptan rascher an eine Doppelbindung addiert als der Schwefelwasserstoff. Zu der Umsetzung mit Hydrogensulfid ist zu sagen, daß alle Alkalihydrogensulfide Alkalisulfide enthalten. Hierdurch kommt es zur Bildung des organischen Sulfids als Nebenprodukt. Ein anderes Verfahren zur Herstellung von Mercaptanen ist in US-PS 3 590 065 beschrieben. Hiernach wird ein organisches Halogenid in Gegenwart von Ammoniak mit Thioharnstoff umgesetzt. Als Produkte erhält man das Mercaptan und auch Guanidinhydrochlorid, das ziemlich voluminös ist und ein ernsthaftes Problem bei seiner Beseitigung bildet.
609825/0995
Aus US-PS 3 849 471 ist bekannt, daß sich Mercaptoalkylsiliciumverbindungen durch Umsetzen chloralkylsubstituierter Siliciumverbindungen mit Schwefelwasserstoff in Gegenwart von Ethylendiamin herstellen lassen. Die in Spalte 9 bei Beispiel 13 dieser Patentschrift angegebenen Versuche 22 und 25 zeigen, daß man mit Aminen, wie Tributylamin, Pyridin oder Diäthylentriamin, keine besonders gute Umsetzung erhält. Es ist daher als äußerst überraschend anzusehen, wenn man unter Verwendung von Ammoniak und den anderen angegebenen Aminen erfindungsgemäß eine Umsetzung erhält, die zu ausgezeichneten Ausbeuten führt.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines neuen Verfahrens zur Herstellung von Mercaptahen, bei dem es unter den richtigen Verfahrensbedingungen nicht zur Bildung signifikanter Mengen an Sulfid kommt und bei dem gleichzeitig wohlfeile Ausgangsprodukte eingesetzt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren stellt somit einen technischen Fortschritt bei der Herstellung von Mercaptanen dar und ist wirtschaftlicher als die hierzu bekannten Verfahren.
Das erfindungsgemäße Verfahren der eingangs erwähnten Art besteht nun darin, daß man (A) ein Halogenid der Formel
RX , worin R und a die oben angegebenen a
Bedeutungen haben und X für Brom oder Chlor steht, mit einem Gemisch aus (B) Ammoniak oder einem Hydrocarbylamin, das ein Stickstoffatom enthält, nicht mehr als 6 Kohlenstoffatome aufweist, von aliphatischer Ungesättigtheit frei ist und in wässriger Lösung einen K -Wert von
-9 weniger als 1 χ 10 besitzt, und Schwefelwasserstoff
unter einem Molverhältnis von wenigstens einem Mol Schwefelwasserstoff und einem Mol (B) pro Mol Halogen im Halogenid (A) bei einer Temperatur von 0 bis 175 0C unter autogenem Druck umsetzt.
609825/099E
Das Halogenid (Λ) kann, wie ersichtlich, 1, 2 oder 3 Halogenatome aufweisen, bei denen es sich um Chlor, Brom oder Kombinationen hieraus handeln kann. Das Halogenatom ist an ein aliphatisches oder cycloaliphatisches Kohlenstoffatom gebunden, und der Substituent R ist frei von aliphatischer Ungesättigtheit. Der Substituent R kann irgendein Alkylrest, wie Methyl, Äthyl, Propyl, Isopropyl, Hexyl oder Octadecyl, irgendein cycloaliphatischer Kohlenwasserstoffrest, wie Cyclopentyl, Cyclobutyl, Cyclohexyl oder Methylcyclohexyl, oder irgendein Aralkylkohlenwasserstoffrest, wie Benzyl, ß-Phenyläthyl, 2-Phenylpropyl, ß-Xenyläthyl oder ^""-Naphthylpropyl sein. Typische derartige Halogenide sind demzufolge Äthylchlorid, 1,3-Propylendibromid-i,2,3-trichlorpropan oder 1-Chlor-3-bromcyclohexan.
Das Halogenid (A) kann ferner einen oder mehrere definierte Substituenten enthalten. Verbindungen dieser Art sind Halogenäther, wie Chlormethylmethyläther, Chloräthyläthyläther, Bischlormethyläther, Chlorbutylmethyläther, Chlormethylphenyläther oder Chlormethylbenzyläther, Halogenketone, wie Brommethylmethylketon, Chlormethyläthylketon, Chlormethylphenylketon, Chloräthylbenzylketon oder Bischloräthylketon, oder Halogencarbonsäuren, wie Chloressigsäure, alpha-Chlorpropionsäure, ß-Brompropionsäure, ^"-Chlorbuttersäure oder Chlorcyclohexylcarbonsäure. Bei der Umsetzung einer halogenierten Säure erhält man selbstverständlich als Produkte das entsprechende Ammoniumoder Aminsalz. Die freie Säure läßt sich hieraus durch Umsetzen des Salzes mit einer starken Säure, wie Chlorwasserstoff säure oder Salpetersäure, gewinnen. Beim Halogenid (A) kann es sich ferner auch um einen Halogenalkohol handeln, wie ß-Chloräthanol, ß-Chlorpropanol oder Bromhexanol. Das Halogenid (A) kann darüber hinaus auch ein Ester einer halogenierten Carbonsäure sein, der den Rest -COOR enthält, bei dem R ein einwertiger Kohlenwasserstoffrest ist, wie Methyl, Äthyl, Isopropyl, Butyl, Phenyl, Cyclohexyl oder Benzyl.
609825/0996
Schließlich kann es sich beim Halogenid (A) auch um einen Carbonsäureester eines Halogenalkohols handeln, der den Rest
ο 3
-OOCR enthält, bei dem der Substituent R die oben angegebene
Bedeutung hat.
Darüber hinaus kann das Halogenid (A) auch ein Silan der Formel
4
(R11O) R111O- SiR - oder ein Siloxan der Formel
0,.-dR1 ' 'SiR4-j α
sein, worin der Substituent R'' für irgendeinen Alkylrest, wie Methyl, Äthyl, Isopropyl, Butyl oder Hexyl, oder irgendeinen Alkoxyalkylrest, wie -OCH2CH2OCH3 oder 0(CH2CH2O)2C2H5 steht, und der Substituent R1'' irgendeinen von aliphatischer Ungesättigtheit freien einwertigen Kohlenwasserstoffrest, wie Methyl, Äthyl, Isopropyl, Butyl, Phenyl, Xenyl, Naphthyl, Benzyl, ß-Phenyläthyl, 2-Phenylpropyl oder Cyclohexyl, irgendeinen Halogenarylrest, wie Chlorphenyl, Dichlorphenyl, Chlorxenyl oder Chloranthracyl, oder irgendeinen Fluorkohlenwasserstoff rest der Formel R^CH2CH2-, worin R-für irgendeinen Perfluoralkylrest, wie Perfluormethyl, Perfluoräthyl, Perfluorbutyl, Perfluorisobutyl oder Perfluor-
4 octyl, steht, bedeutet. Bei dem zweiwertigen Rest R
zwischen dem Halogen und dem Silicium kann es sich um irgendeinen zweiwertigen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest, wie Methylen, Dimethylen, Trimethylen, Isobutylen oder Octadecamethylen, irgendeinen Cycloalkylenrest, wie Cyclohexylen, Methylcyclohexylen, Cyclopentylen oder Cyclobutylen, oder irgendeinen Aralkylenrest, bei dem das Silicium an
den aromatischen Ring gebunden ist, wie Benzylen, -C^H4CH9CH9-CH3 <° * ζ ζ
CcH^CHCH0- oder -CH0CH0CcH-CH--, handeln. Der Substituent R 0 4 Z Z Z d 4 Z
kann ferner ein trivalenter oder tetravalenter Rest der obigen Art sein, und in diesem Fall hat der Index a einen Wert von 2 oder 3.
Die als Ausgangsprodukte eingesetzten Siloxane können Homopoly mere oder Copolymere sein, wobei das Siliciumatom entweder durch einen, zwei oder drei organische Reste substituiert
60982B/0995
sein kann. Diese Siloxane können ferner auch einige siliciumgebundene Hydroxylgruppen sowie einige copolymerisierte Organosiloxan-Einheiten, die keine halogenhaltigen reaktionsfähigen Stellen der Formel
worin R1'' die oben angegebene Bedeutung hat und ζ für 0 bis 3 steht, enthalten; Beispiele hierfür sind Diinethylsiloxan-Einheiten, Phenylmethylsiloxan-Einheiten, Trimethylsiloxan-Einheiten, Trifluorpropylmethylsiloxan-Einheiten, Diphenylsiloxan-Einheiten, Monophenylsiloxan-Einheiten, Monomethylsiloxan-Einheiten oder SiO2-Einheiten. Natürlich sollten diese Copolymeren über wenigstens eine Siloxan-Einheit mit den definierten Substituenten
-R11X verfügen. Derartige Copolymere werden ebenfalls beim a
erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt.
Der beim erfindungsgemäßen Verfahren ferner verwendete Reaktionspartner (B) kann, wie bereits erwähnt, Ammoniak oder irgendein Kohlenwasserstoffamin sein, das ein Stickstoffatom enthält, nicht mehr als 6 Kohlenstoffatome aufweist, von aliphatischer Ungesättigtheit frei ist und einen K -Wert von weniger
-9 a
als 1 χ 1O hat. Bei diesen Aminen ist der Stickstoff daher an aliphatische oder cycloaliphatische Kohlenstoffatome gebunden. Typische Beispiele solcher Amine sind die primären Amine, wie Methylamin, Butylamin, Isopropylamin, Cyclohexylamin oder Cyclopentylamin, die sekundären Amine, wie Dimethylamin, Dipropylamin oder Methylbutylamin, sowie die tertiären Amine, wie Trimethylamin, Triäthylamin oder Ä'thyldimethylamin. Die Gesamtzahl der Kohlenstoffatome sollte bei diesen Aminen nicht größer sein als 6.
Das Molverhältnis aus dem Reaktionspartner (B) zu dem Schwefelwasserstoff ist nicht kritisch, da jeder der beiden Reaktionspartner gegenüber dem anderen in großem Überschuß vorhanden
609825/0995
" 7 " 2 b 4 3 6 3
sein kann. Beste Ergebnisse erhält man jedoch dann, wenn man mit wenigstens einem Mol Schwefelwasserstoff und einem Mol des Reaktionspartners (B) pro Mol Halogen im Reaktionspartner (A) arbeitet.
Die erfindungsgemäße Umsetzung wird am besten bei Temperaturen zwischen 0 und 175 0C unter autogenem Druck durchgeführt. Die jeweils anzuwendende optimale Temperatur hängt von den jeweiligen Reaktionspartnern ab, wobei im allgemeinen jedoch um so weniger Sulfid gebildet wird, je höher die Umsetzungstemperatur ist. Der Arbeitsdruck schwankt selbstverständlich in Abhängigkeit von der Temperatur und der Flüchtigkeit der Reaktionspartner. Gewünschtenfalls kann man auch unter Anlegen eines äußeren Druckes arbeiten, was jedoch nicht erforderlich ist, da man auch mit dem autogenen Druck hervorragende Ausbeuten erhält.
Es emphiehlt sich in manchen Fällen für die Umsetzung ein polares Lösungsmittel zu verwenden. Beispiele geeigneter polarer Lösungsmittel sind Wasser, Alkohole, wie Methanol, Äthanol, Isopropanol oder Butanol, Äther, wie Dioxan, der Dimethyläther von Äthylenglycol oder der Monomethyläther von Äthylenglycol, Nitrile, wie Acetonitril oder Propionitril, Ν,Ν-disubstituierte Amide, wie Dimethylacetamid oder Diäthylformamid, und Schwefelverbindungen, wie Dimethylsulfoxid. Das verwendete polare Lösungsmittel sollte selbstverständlich nicht sauer sein.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele weiter erläutert. In diesen Beispielen werden folgende Abkürzungen verwendet:
Me = Methyl, Et = Äthyl, Pr = Propyl und Ph = Phenyl.
609825/099S
~8~ 2 b Λ 3 6 3
Beispieli
Trimethylamin (37 g, 0,637 Mol), Schwefelwasserstoff (14,1 g, 0,415 Mol) und (MeO)3Si(CH2)3C1 (72 g, 0,36 Mol) werden in einem 300 ml fassenden Autoklaven aus rostfreiem Stahl auf 100 0C erhitzt. Nach einer Umsetzungszeit von 17 Stunden wird ein Materialprobe entnommen und durch Gasflüssigchromatographie analysiert. Hierbei läßt sich kein Chlorpropyltrimethoxysilan feststellen. Das vorwiegende Produkt ist (MeO)3Si(CH2)3SH (97 % der Fläche des Gasflüssigchromatogramms) mit geringen Mengen /(MeO)3Si(CH2)3_/2 S2 und /(MeO)3Si(CH2)3_/2S.
Beispiel 2
Eine Lösung aus gleichen Volumina Triäthylamin und Methanol wird bei Raumtemperatur und atmosphärischem Druck mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Der Schwefelwasserstoff ist in einem Überschuß von einem Mol Schwefelwasserstoff pro Mol Amin vorhanden. 15 ml der obigen Lösung werden mit 3,49 g n-Hexylchlorid versetzt, worauf man das Gemisch in einem geschlossenen Gefäß bei 75 C erhitzt. Das nach 6-stündiger Umsetzung erhaltene Produkt besteht aus 99,1 % n-Hexylmercaptan und 0,9 % n-Hexylsulfid.
Beispiel 3
Ein 3 Liter fassender Autoklav aus rostfreiem Stahl wird mit 78,4 g Ammoniak und 171 g Schwefelwasserstoff versetzt. Anschließend werden in das Reaktionsgefäß 100 ml Methanol und dann 819 g n-Dodecylchlorid gepumpt. Die Pumpe wird mit 20 ml Methanol nachgespült. Das verschlossene Reaktionsgefäß wird 22 Stunden auf 125 0C erhitzt. Die Gasflüssigchromatographie des dabei erhaltenen Produkts ergibt 98,7 %
609825/099B
n-Dodecylmercaptan und 0,9 % nicht umgesetztes Dodecylchlorid.
Beispiel 4
3,3 g Ammoniak werden zu 31,7 ml Methanol gegeben, und die so erhaltene Lösung wird dann mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Unter weiterer Zugabe des Schwefelwasserstoffs werden 19 ml Benzylchlorid zugesetzt, und das Reaktionsgemisch wird auf 0 C gehalten. Das nach einstündiger Umsetzung erhaltene Produkt ergibt bei der Gasflüssiqchromatographie einen Gehalt von 92 % Benzylmercaptan und 8 % Benzylsulfid.
Beispiel 5
Ein Gemisch aus einer mit Schwefelwasserstoff gesättigten Lösung von 12,6 g Benzylchlorid, 8,4 g n-Butylamin und 20 ml Isopropanol wird bei Raumtemperatur umgesetzt. Eine Analyse durch Gasflüssigchromatographie nach 15 ois 30 Minuten zeigt, daß die Reaktion zu 90 % beendet ist. Das erhaltene P.eaktionsprodukt besteht aus 10 % nicht umgesetztem Benzylchlorid, 82 % Benzylmercaptan und 6 % Benzylsulfid.
Beispiel 6
Eine Lösung von 10,9 g 1,2-Dibromäthan, 13,5 g Dipropylamin und 10 ml Methanol wird mit Schwefelwasserstoff behandelt und bei Raumtemperatur umgesetzt. Das dabei erhaltene Produkt ist aufgrund der Gasflüssigchromatographie 1,2-Äthandithiol. Es können keine Nebenprodukte gefunden werden.
609825/099S
2 b 4 3 L; 3
Beispiel 7
98 g Ammoniak, 211 g Schwefelwasserstoff und 990 g 3-Chlorpropyltrimethoxysilan werden in einem geschlossenen Reaktionsgefäß auf 1OO C erhitzt. Nach einer Umsetzungszeit von 5,7 Stunden ist die Reaktion zu 81 % beendet, wobei man als Produkt 3-Mercaptopropyltrimethoxysilan erhält.
Beispiel 8
Ein Gemisch aus 95,9 g Ammoniak, 192,2 g Schwefelwasserstoff, 970 g 3-Chlorpropyltrimethoxysilan und 150 ml Methanol wird in einem geschlossenen Reaktionsgefäß 18,5 Stunden auf 100 C erhitzt. Der Anfangsdruck beträgt 15,7 kg/cm .
Nach 18,5 Stunden langer Umsetzung liegt der Druck bei
5,95 kg/cm . Das Gemisch wird dann abgekühlt und vom entstandenen Ammoniumchlorid abfiltriert. Das Ammoniumchlorid wird zweimal mit je 200 ml Hexan gewaschen. Das ursprüngliche Filtrat und das Hexan werden vereinigt und destilliert. Das Produkt enthält der Analyse durch Gasflüssigchromatographie zufolge 96,2 % 3-Mercaptopropyltrimethoxysilan, 3,2 % nicht umgesetztes Chlorpropyltrimethoxysilan und 0,5 % einer nicht identifizierten Verunreinigung, die bereits zu Anfang im Chlorpropyltrimethoxysilan vorhanden ist. Es läßt sich somit kein Sulfid feststellen.
Beispiel 9
Ein evakuierter Autoklav wird mit 99 g Ammoniak und 198 g Schwefelwasserstoff beschickt und dann auf 100 0C erhitzt, Anschließend werden in den Autoklaven 924 g 3-Chlorpropylmethyldimethoxysilan und 100 ml Methanol gepumpt, und es wird weitere 26,75 Stunden erhitzt. Nach Abkühlen wird der Autoklav entleert, worauf man vom Reaktionsgemisch
609825/0996
"Λ 4 3 6
das Ammoniumchlorid abfiltriert. Die Analyse des Produkts durch Gasflüssigchromatographie ergibt eine Ausbeute von 97 % und eine 94,2-prozentige Umwandlung des Chlorids in das Mercaptan.
Beispiel 10
682,5 g eines Siloxans mit der Einheitsformel Cl(CH2J3SiMeO, das 1,41 Gewichtsprozent siliciumgebundene Hydroxylgruppen enthält, 100 ml Methanol, 97,5 g Ammoniak und 195,5 g Schwefelwasserstoff werden miteinander vermischt und 24 Stunden bei 125 0C umgesetzt. Der Anfangsdruck im Autoklaven beträgt bei einer Temperatur von 125 0C etwa 35,15 kg/cm . Nach
2 24-stündiger Umsetzung liegt der Druck bei 13,6 kg/cm . Das nach 24 Stunden langer Umsetzung bei 125 0C erhaltene Produkt wird abgekühlt, mit Äther verdünnt und durch Filtrieren von Ammoniumchlorid befreit. Das Produkt wird bei einem Druck von 2 Torr bei 60 0C über eine Zeitspanne von 4 Stunden von flüchtigen Bestandteilen befreit. Das dabei erhaltene Produkt ist 3-Mercaptopropylmethylpolysiloxan mit folgenden Eigenschaften:
n^| β 1,5038,
^25 Λ _c
&—$ = 1,115,
Rd = 0,2655,
Rd berechnet = 0,2666. Die Ausbeute beträgt 95 %.
Beispiel 11
Entsprechende Ergebnisse erhält man, wenn man nach Beispiel 2 arbeitet und anstelle des Triäthylamins Cyclohexylamin verwendet,
609825/099S
Beispiel 12
Durch Umsetzen der aus der folgenden Tabelle hervorgehenden Halogenide mit einem Gemisch aus Ammoniak und Schwefelwasserstoff unter einem Molverhältnis von 1 : 1 bei einer Temperatur von 100 0C unter autogenem Druck erhält man die aus der folgenden Tabelle hervorgehenden Mercaptane.
609825/099$
Tabelle
Halogen Mercaptan
co to cn
ο co to*
MeCOOCH2CH2Cl
MeCOCH2Cl
EtOC2H4Cl
Br (CH2)3C00H
ClCH2CH2OH
ClCH2COOEt
ClCH3Si(OPr)3 MeCOOCH2CH2SH MeCOCH2SH EtOC3H4SH
HS(CH2J3COONH4 + HSCH2CH2OH HSCH2COOEt HSCH2CH2Si(OEt)3'
HSCH2Si(OPr)
CH2CICHCICh2CI HSCH2Ch(SH)CH2SH
Cl- S -Si(OMe) HS- S -Si(OMe)
ClCH2CHClCH2CH2Si(OMe) HSCH2CH(SH)CH2CH2Si(OMe)3
Tabelle (Fortsetzung)
Halogen Mercaptan
Cl (CH2)3Si(Ph) (OMe)2 HS(CH2)3Si(Ph)(OMe)2
ο CO ü> «η
(ClCH2- 0 /-
Cl. _
Cl ( S)\-si(OMe) Cl-
Cl (CH2) 3(Cl-( 0 ί-Si
(HSCH2 -( I -CH2C Me2
SH
SH / s
SH
-S Si(O 1 lti ) ^
HS(CH (Cl- 0 fSiO
Cl (CH2)3(CF3CH2CH2)Si(OCH2CH2OMe) HS (CH2)3(CF3CH2CH2)Si(OCH2CH2OMe)
Me2
Me2 ;
HS (CH2)3Si0 Si
Durch Umsetzen mit HCl gewonnene Säure Versuch bei 0 0C durchgeführt
- Ιό
Beispiel
Das in Beispiel 9 beschriebene Verfahren wird unter Verwendung von NH3 (100 g, 5,88 Mol), H3S (127,5 g, 3,75 Mol) und Methanol (100 ml) bei einer Temperatur von 1OO C wiederholt. In den Autoklaven werden zuerst (MeO)2MeSi(CH2J3Cl (593 g, 3,25 Mol) und dann 1OO ml Methanol eingepumpt. Durch periodische Analysen erhält man folgende Daten:
Stunden Prozent an Prozent an entstandenem
,5 (MeO)2MeSi(CH2)3C1 (MeO) 2MeSiι
Zeit in ,5 zu Beginn 85
O ,5 13,1 92,
1 5,8 94,
2 2,6
r1
r7
Die Umsetzung verläuft demzufolge wesentlich schneller als bei Beispiel 9.
82 5/0995

Claims (2)

Patentansprüche
1. I Verfahren zur Herstellung von Mercaptanen der Formel
worin
R für von aliphatischer Ungesättigtheit freie aliphatischen cycloaliphatische oder aralkylische Kohlenwasserstoffreste steht, die durch Alkoxy, Keto, Carboxyl, Hydroxyl, -COOR oder -OOCR substituiert sind,
wobei
R ein von aliphatischer Ungesättigtheit freier einwertiger Kohlenwasserstoffrest oder ein silylierter Kohlenwasserstoffrest der Formel (R'1O) R1''3 SiR4- oder 03_dR'''dSiR4- ist,
worin
R11 Alkyl oder Alkoxyalkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen bedeutet,
R111 für einen von aliphatischer Ungesättigtheit
freien einwertigen Kohlenwasserstoffrest, einen Halogenarylrest oder einen Rest der Formel R-CH2CH2- steht, wobei R- ein Perfluoralkylrest ist,
609825/0dd&
4
R einen von aliphatischer üngesättigtheit freien
zweiwertigen, dreiwertigen oder vierwertigen aliphatischen, cycloaliphatischen oder aralkylischen Rest darstellt,
y für 1 bis 3 steht, d 0 bis 2 bedeutet und a 1 bis 3 ist,
dadurch gekennzeichnet, daß man A ein Halogenid der Formel RX , worin R und a die oben angegebenen Bedeutungen haben und X für Brom oder Chlor steht, mit einem Gemisch aus (B) Ammoniak oder einem Hydrocarbylamin, das ein Stickstoffatom enthält, nicht mehr als 6 Kohlenstoffatome aufweist, von aliphatischer Ungesättigtheit frei ist und in wässriger
-9 Lösung einen K -Wert von weniger als 1 χ 10 besitzt,
Cl
und Schwefelwasserstoff unter einem Molverhältnis von wenigstens einem Mol Schwefelwasserstoff und einem Mol (B) pro Mol Halogen im Halogenid (A) bei einer Temperatur von 0 bis 175 0C unter autogenem Druck umsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart eines nicht sauren polaren Lösungsmittels arbeitet. .
§09825/099$
DE2543639A 1974-12-11 1975-09-30 Verfahren zur Herstellung von Mercaptanen Expired DE2543639C3 (de)

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DE2543639B2 DE2543639B2 (de) 1978-03-09
DE2543639C3 DE2543639C3 (de) 1978-11-09

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DE2543639A Expired DE2543639C3 (de) 1974-12-11 1975-09-30 Verfahren zur Herstellung von Mercaptanen

Country Status (9)

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JP (1) JPS602312B2 (de)
BR (1) BR7508009A (de)
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