DE2543364A1 - Verfahren zur herstellung von ruebenzucker - Google Patents
Verfahren zur herstellung von ruebenzuckerInfo
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Description
MÜLLER-BORE · GROENING · DEUFEL · SCHÖN · HERTEL
DR. WOLFQANS MÖLLER-BORS
HANS W. SROENINO, DIPU-INQ.
OR. PAUL, DEUFSL, DIPU-CHEM.
DR. ALFRED SCHÖN, DIPt—CHEM.
WERNER HERTEL. DIPL.-PHYS.
29. SEP. WS
S/Gl - H 1290 Hokkaido Sugar Co., Ltd., Tokio/Japan
Verfahren zur Herstellung von Rübenzucker
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Rübenzucker.
In einer Rübenzuckerfabrik, in der das Kalziumsaccharat-Verfahren durchgeführt wird, wird der Rohrzucker, der indem Rübensaft
enthalten ist, als Produkt durch Reinigen des Rübensaftes in einer Reinigungsstufe, Konzentrierung des gereinigten Rübensaftes,
Behandlung des konzentrierten Rübensaftes in einer Vielzahl von Stufen des Kochens und Zentrifugierens zum Kristallisieren
von Rohrzucker sowie abschliessendes Gewinnen der Rohrzuckerkristalle, die auf diese Weise anfallen, erhalten. Die
Melassen, welche bei der Abtrennung von Rohrzucker von der Füllmasse anfallen, werden verdünnt und dann mit ungelöschtem Kalk
vermischt, damit sich restlicher Rohrzucker in den Melassen mit dem ungelöschten Kalk unter Erzeugung eines Saccharates vereinigt.
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8 MOSCHES 80 · SIEBiHTSIH. 1 · POB 880720 · KABSI.: SITTEBOPAT · TSIi. (088) 4710 78 · TELEX Ο-£2β0β
Das auf diese Weise gebildete Saccharat wird in Form eines Kuchens
von der Mutterlauge abgetrennt. Der abgetrennte Saccharatkuchen wird erneut einer Reinigungsstufe zugeführt, in welcher
er zusammen mit frischem Rübensaft behandelt wird, wobei anschliessend
beim Kochen und bei der Zentrifugierabscheidung Rohrzucker gewonnen wird.
Im allgemeinen wird das KaIziumsaccharat-Verfahren chargenweise
durchgeführt und besteht darin, die Melassen auf eine Zuckerkonzentrierung (Polarisierung) von 6 % zu verdünnen, die verdünnten
Melassen auf eine Temperatur unterhalb 15°C abzukühlen, die Melassen zu rühren und gleichzeitig ungelöschten Kalk zur. Ausfällung
von Saccharat zuzusetzen und das gebildete Saccharat von der Mutterlauge abzutrennen.
In jüngerer Zeit wurde ein kontinuierliches Kalziumsaccharat—Verfahren
bekannt (Raffinerie Tirlemontoise S.A., Belgien), welches das vorstehend beschriebene chargenweise durchgeführte Kalziumsaccharat-Verfahren
ersetzen soll. Dieses kontinuierliche Verfahren besteht darin, Melassen, die auf einen Zuckergehalt (Polarisierung)
von 6 bis 20 % verdünnt worden sind, und ungelöschten Kalk einem Reaktor, der mit einem Rührer versehen ist, zuzuführen
und darin zu rühren, um Kalziumsaccharat zu erzeugen, die Saccharat-enthaltende
Lösung einer nachfolgenden Stufe zuzuführen und gleichzeitig von dem Reaktor die Saccharat-enthaltende Lösung in
einem Volumen abzuziehen, das dem 3- bis 10-fachen des Volumens der Melassen entspricht, die dem Reaktor zugeführt werden, die
abgezogene Lösung abzukühlen und anschliessend die abgekühlte Lösung zusammen mit frischen Melassen und ungelöschtem Kalk erneut
dem Reaktor zuzuführen. Als charakteristische Merkmale dieses kontinuierlichen Verfahrens seien beispielsweise die Tatsache er
wähnt, dass Melassen in einer Konzentration behandelt werden kön nen, die höher ist als im Falle des chargqtnweise durchgeführten
Verfahrens sowie die Tatsache, dass der ungelöschte Kalk, der nicht-
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! reagiert zurückbleibt, wieder verwendet werden kann, sowie die
Tatsache, dass die Behandlung der Melassen kontinuierlich ausgeführt werden kann. Das erzeugte Saccharat fällt in merklich gewachsenen
Teilchen an, deren Grosse zwischen 30 und 40 μ liegt,
und zwar im Vergleich zu nur 1 bis 2 μ im Falle des chargenweise durchgeführten Verfahrens. Folglich ist eine verbesserte Filtrierfähigkeit
gegeben. Daher hat der Saccharatkuchen, der nach dem Filtrieren und dem Waschen erhalten wird, eine erhöhte echte Rohrzuckerreinheit,
so dass die Verunreinigungen, die in Verbindung mit dem Saccharatkuchen der Reinigungsstufe zugeführt werden,
proportional vermindert sind, was zur Folge hat, dass die Menge, mit welcher Rohrzucker beim Kochen und der Zentrifugenabscheidung
gewonnen wird, wesentlich im Vergleich zu der Durchführung des Chargenverfahrens verbessert ist.
Der Rübensaft enthält jedoch Raffinose, welche eine Rohrzuckerkristallisation
beeinträchtigt. Die Raffinose liegt immer während des ganzen Verfahrens der Rohrzuckerherstellung vor. Während der
Stufe der Saccharatbildung bei der Durchführung des Chargenverfahrens sowie in ähnlicher Weise bei der Durchführung des kontinuierlichen
Verfahrens wird die Raffinose mit ungelöschtem Kalk vereinigt und ausgefällt und gelangt in den Saccharatkuchen, wenn
dieser abgetrennt'und erneut in Umlauf gebracht wird. Daher nimmt
die Raffinose in den Melassen allmählich zu und erreicht eventuell einen Gehalt, bei welchem eine Gewinnung von Rohrzucker während
der Koch- und Zentrifugenabscheidungsstufe aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr vertretbar ist. Es war daher bisher
unvermeidlich, die Melassen als Abfallmelassen aus dem System abzuziehen und zu verwerfen, nachdem der Raffinosegehalt der Melassen
angestiegen war unä einen bestimmten Gehalt erreicht hat.
Als Zuckerherstellungsmethoden, die darauf abzielen, die Raffinosemenge,
die sich in den Melassen anreichert und in dem System umläuft, zu vermindern, ist bisher ein Verfahren bekannt geworden,
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bei dessen Durchführung Strontium eingesetzt wird, sowie ein Verfahren,
das beispielsweise Barium verwendet. Diese Methoden lassen sich jedoch kaum in die Praxis umsetzen, da sie wirtschaftlich
nachteilig sind.
Was die Zugabe'von ungelöschtem Kalk zu Melassen betrifft, um
den Rohrzucker mit dem Kalk zu verbinden und in Form von Kalziumsaccharat auszufällen, ist ein Verfahren bekannt, bei dessen Durchführung
ungelöschter Kalk allmählich zugesetzt wird, wobei der Niederschlag, der durch die Zugabe des ersten Teils des ungelöschten
Kalks erzeugt wird und daher die grösste Raffinosekonzentration aufweist,
abgetrennt und aus dem System abgezogen wird. Nach' diesem Verfahren ist es jedoch schwierig aus praktischen Gesichtspunkten,
eine vollständige Abtrennung und Entfernung der Raffinose allein durchzuführen, da Rohrzucker gleichzeitig in Form von Saccharat
ausgefällt wird, wenn sich die Raffinose mit dem ungelöschten Kalk verbindet und folglich ausfällt.
Es ist bekannt, dass Raffinose durch #r-Galaktosidase zu Rohrzucker
und Galaktose hydrolysiert wird. Ein Verfahren zur technischen Herstellung von -X-Galaktosidase durch Mikroorganismen, insbesondere
Fungi (vgl. die US-PS 3 647 625, 3 832 284 und 3 867 256), ist bereits bekannt und findet Anwendung in der Rübenzuckerindustrie.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines verbesserten Verfahrens
zur Herstellung von Rübenzucker, bei dessen Durchführung eine
kontinuierliche Hydrolyse von Raffinose durch oG-Galaktosidase
durchgeführt wird, wobei Abfallmelassen nicht verworfen werden müssen und Rohrzucker mit einer hohen Qualität gewonnen werden kann.
Durch die Erfindung wird ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Rübenzucker zur Verfügung gestellt, bei dessen Durchführung die Mengen an Melassen, die durch das System einer Rübenzuckeranlage
mit einer bestimmten Produktionskapazität -umlaufen gelassen werden, kleiner ist als in einer entsprechenden Anlage, die nach
dem herkömmlichen Verfahren betrieben wird, so dass die Menge an
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Rüben, die pro Tag behandelt wird, gesteigert werden kann, wobei
gleichzeitig die Rübenmenge, die pro Tag zerschnitzelt wird, im wesentlichen auf einen konstanten Wert während einer'Kampagne
eingestellt werden kann, so dass eine Gewinnung von Rohrzucker mit hohem Wirkungsgrad möglich ist.
Durch die Erfindung wird ein verbessertes Verfahren zur Herstellung
von Rübenzucker zur Verfügung gestellt, und zwar durch Reinigen des Rübensafts in einer Reinigungsstufe, Konzentrieren des
gereinigten Rübensafts, Gewinnung von Rohrzucker aus dem konzentrierten Rübensaft durch Kochen und Zentrifugenabscheidung, Behandlung
der Melassen, die nach der Zentrifugenabscheidung des Rohrzuckers von der Filmmasse bei der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe
zurückbleiben und erneute Zurückführung des erhaltenen Saccharatkuchens in die Reinigungsstufe. Dieses Verfahren ist dadurch
gekennzeichnet, dass cO-Galaktosidase den Melassen zugesetzt
wird, die bei der Zentrifugenabscheidung von Rohrzucker anfallen, wodurch die Raffinose hydrolysiert wird, die in den
Melassen vorliegt, kontinuierlich ungelöschter Kalk während der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe dem erhaltenen Raffinosehydrolysat
unter Bildung von Saccharat zugesetzt wird, kontinuierlich von der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe eine solche Menge einer
Saccharat-enthaltenden Lösung abgezogen wird, die im wesentlichen gleich der Raffinosehydrolysatbeschickung zu der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe
ist, die abgezogene Lösung filtriert und gewaschen wird und der erhaltene Saccharatkuchen der Reinigungsstufe
von Rübenzucker zugeführt wird, wobei gleichzeitig kontinuierlich die . Saccharat-enthaltende Lösung in einem Volumen
abgezogen wird, das dem 3- bis 10-fachen des Raffinosehydrolysats
entspricht, das der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe zugeführt wird, die abgezogene Lösung gekühlt wird und die abgekühlte
Flüssigkeit erneut der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe zugeführt wird.
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Durch. Vereinigung der Stufe der Hydrolyse der Raffinose und
der Stufe der kontinuierlichen Kalziumsaccharat-Bildung und Behandlung
der Melassen, die bei der Zentrifugenabscheidung von Rohrzucker anfallen, in den vereinigten Stufen wird die Raffinose,
die in den Melassen im Umlauf vorliegt, konstant zersetzt, so dass ein Rohrzucker mit einer ausgezeichneten Qualität in einer
Menge erhalten werden kann, die grosser als erwartet ist und eine
Steigerung der Rohrzuckerausbeute bedeutet. Daher nimmt die Menge an Melassen, die durch die verschiedenen Stufen umlaufen gelassen
wird, bis zu einem solchen Ausmaß ab, dass die einzelnen Stufen nicht mehr mit voller Kapazität gefahren werden müssen,, woraus
hervorgeht, dass die zu zerschnitzelnde Rübenmenge proportional gesteigert werden kann. Dies bedeutet, dass dann, wenn die Gesamtmenge
an zu behandelnden Rüben festliegt, die Anzahl der Tage, die für die Behandlung erforderlich ist, herabgesetzt werden kann.
Eine derartige Verminderung der Anzahl der Tage, die für die Rübenbehandlung
erforderlich ist, hat eine geringere Qualitätsverschlechterung der rohen Rüben während ihrer Lagerung und eine
erhöhte Einsparung an Personalkosten, Energiekosten etc. zur Folge,
Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung näher erläutert.
Die Zeichnung ist ein Fliessbild, das eine bevorzugte Ausführungsform
des Verfahrens zur Herstellung von Rübenzucker gemäss vorliegender
Erfindung zeigt.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, werden die Rüben gewaschen und ζ er schnitzelt und in heissem Wasser eingetaucht, um den Rohr—
Zuckergehalt zu extrahieren. Der auf diese Weise erhaltene Rübensaft
wird mit dem Saccharatkuchen vermischt, der nachfolgend näher beschrieben wird. Die erhaltene Mischung wird einer Reinigungsstufe zugeführt, in welcher sie zuerst mit Kohlendioxydgas
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gesättigt wird. Die Folge ist, dass der Kalk in Kaliumcarbonat
umgewandelt und ausgefällt wird, während der Rohrzucker, der mit dem Kalk verbunden war, freigesetzt wird. Zu diesem Zeitpunkt werden
unlösliche Proteine, kolloidale Materialien sowie andere.ähnliche Verunreinigungen an dem Kaliumcarbonat adsorbiert, das
ausgefällt wird. Durch Entfernung des auf diese Weise gebildeten Niederschlags durch Filtration wird der Saft zu einem klaren Zustand
gereinigt. Erforderlichenfalls wird der klare Saft mit Schwefeldioxydgas und einem Ionenaustauscherharz zur Durchführung einer
Entkalkung behandelt. Der klare Saft wird dann in einer Eindampfungsstufe konzentriert. Die konzentrierte Zuckerlösung wird
dann in einer Kochstufe gekocht, um den Rohrzucker zu kristallisieren. Während der Zentrifugierungsstufe wird der kristallisierte
Rohrzucker von der Füllmasse als Produkt abgetrennt. Bei dem herkömmlichen Verfahren der.Zuckerherstellung werden das Kochen sowie
die Zentrifugenabscheidung in insgesamt 3 bis 5 Stufen durchgeführt.
Wenn auch die Melassen, die nach der Abtrennung des Rohrzuckers in der letzten Stufe zurückbleiben, etwa 50 % des Rohrzuckers
enthalten, so ist dennoch die Reinheit des Rohrzuckers zu gering, um eine wirtschaftlich vorteilhafte Gewinnung der Rohrzuckerkristalle
zu ermöglichen.
Aus diesem Grunde wurden diese Abfallmelassen bisher dem chargenweise
durchgeführten KaIziumsaccharat-Verfahren unterzogen, bei
dessen Ausführung sie verdünnt, dann auf eine Temperatur unterhalb 150C abgekühlt, mit zugesetztem ungelöschten Kalk behandelt wurden,
damit der restliche Rohrzucker als Saccharat ausgefällt wird, worauf das gebildete Saccharat von der Mutterlauge durch Filtration
abgetrennt t gewaschen und erneut der Reinigungsstufe zugeführt
wird.
Da die Durchführung des chargenweise ausgeführten Kalziumsaccharafc-.
Verfahrens, welches vorstehend beschrieben worden ist, schwierig ist, ist ein kontinuierlich arbeitendes Kaiζiumsaccharat-Verfahren
als Verbesserung bekannt geworden. Bei der Durchführung des konti-
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nuierlichen KaIziumsaccharat-Verfahrens werden verdünnte Abfallmelassen
kontinuierlich einem mit einem Rührer versehenen Reaktionsgefäss zugeführt, in welchem sie in Kontakt mit ungelöschtem
Kalk unter Rühren gebracht werden, um das Saccharat zu
bilden. Die erhaltene Saccharat-enthaltende Lösung wird filtriert und gewaschen, worauf der Saccharatkuchen, der erhalten wird, erneut
der Reinigungsstufe zugeführt wird. Gleichzeitig wird die Saccharat-enthaltende Lösung aus dem Reaktionsgefäss in einer
Menge abgezogen, die der 3- bis 10-fachen Menge der Melassen entspricht, die dem Reaktionsgefäss zugeleitet werden. Die abgezogene
Lösung wird abgekühlt und anschliessend erneut dem Reaktionsgefäss
zugeführt.
Bei der Durchführung der beiden vorstehend beschriebenen Verfahren
vereinigt sich jedoch die in den Melassen enthaltene Raffinose mit dem Kalk in ähnlicher Weise wie der Rohrzucker. Das erhaltene
Raffinosat wird erneut der Reinigungsstufe zusammen mit dem Saccharatkuchen zugeführt und durchläuft wiederholt alle Stufen.
Auf diese Weise reichert sich die Raffinose in den Melassen an. Nachdem die Raffxnosekonzentration in den Melassen eine bestimmte
Menge überstiegen hat, müssen die Melassen aus dem Reaktionssystem abgezogen werden, um die Raffxnosekonzentration in
dem erforderlichen Ausmaß zu vermindern. Müssen die Melassen jedesmal abgezogen werden, wenn die Raffxnosekonzentration in ihnen
einen bestimmten Wert überschritten hat, dann kann der Rohrzucker, der in dem abgezogenen Melassenanteil enthalten ist, natürlich
nicht mehr gewonnen werden. Darüber hinaus tritt noch die Schwierigkeit auf, dass die zu zerschnitzelnde Rübenmenge in einer
Abhängigkeit zu der Melassenmenge, die in dem Verfahren verarbeitet wird, steht, da die Menge an Melassen, welche in jeder Stufe
bearbeitet werden kann, weitgehend festgelegt ist. Dies bedeutet in anderen Worten, dass die Menge an Rüben, die zerschnitzelt
werden kann, sofort nach dem Abziehen der Melassen aufgrund des erhöhten Raffinosegehaltes erhöht werden muss. Befinden sich je-
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doch die Melassen bei jeder Stufe in einem gesättigten Zustand,
dann muss die zu zerschnitzelnde Rübenmenge proportional zu der
gewonnenen Rohrzuckermenge vermindert werden.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dessen Durchführung
keine Abfallmelassen abgezogen werden müssen, wobei die Menge
der zu zerschnitzelnden Rüben praktisch konstant gehalten wird, und wobei der Rohrzucker in den zerschnitzelten Rüben in wirksamer Weise praktisch vollständig gewonnen werden kann. Dieses
Verfahren bedingt, dass die Melassen, die nach der Abtrennung
des Rohrzuckers zurückbleiben, einer Raffxnosehydrolyse vor
der Behandlung nach dem kontinuierlich arbeitenden Kalziumsaccharat-Verfahren unterzogen werden.
keine Abfallmelassen abgezogen werden müssen, wobei die Menge
der zu zerschnitzelnden Rüben praktisch konstant gehalten wird, und wobei der Rohrzucker in den zerschnitzelten Rüben in wirksamer Weise praktisch vollständig gewonnen werden kann. Dieses
Verfahren bedingt, dass die Melassen, die nach der Abtrennung
des Rohrzuckers zurückbleiben, einer Raffxnosehydrolyse vor
der Behandlung nach dem kontinuierlich arbeitenden Kalziumsaccharat-Verfahren unterzogen werden.
Die Melassen werden auf 20 bis 50° Brix (entsprechend einem etwa
12- bis 36 %igen Rohrzuckergehalt) eingestellt. Bei der Durchführung der Raffxnosehydrolyse werden mikroorganische Zellen,
die o6-Galaktosidase enthalten, zur Hydrolyse der Raffinose in
den Melassen zugesetzt. Die vorstehend beschriebene Reaktion wird unter den gleichen Bedingungen wie die Reaktion gemäss der bekannten Methode durchgeführt. Der pH-Wert wird zwischen 4,5 und 7 gehalten. Die Reaktionstemperatur wird zwischen normaler Zimmertemperatur und 55°C gewählt, während die Menge an zugesetzter o6-Galactosidase zwischen 1 Million und 16 Millionen Einheiten pro Gramm Raffinose beträgt. Wird die Reaktion unter diesen Bedingungen während einer Zeitspanne von 1 bis 6 Stunden durchgeführt, dann werden 40 bis 80 % der in den Melassen vorliegenden Raffinose zu Rohrzucker und Galaktose hydrolysiert.
die o6-Galaktosidase enthalten, zur Hydrolyse der Raffinose in
den Melassen zugesetzt. Die vorstehend beschriebene Reaktion wird unter den gleichen Bedingungen wie die Reaktion gemäss der bekannten Methode durchgeführt. Der pH-Wert wird zwischen 4,5 und 7 gehalten. Die Reaktionstemperatur wird zwischen normaler Zimmertemperatur und 55°C gewählt, während die Menge an zugesetzter o6-Galactosidase zwischen 1 Million und 16 Millionen Einheiten pro Gramm Raffinose beträgt. Wird die Reaktion unter diesen Bedingungen während einer Zeitspanne von 1 bis 6 Stunden durchgeführt, dann werden 40 bis 80 % der in den Melassen vorliegenden Raffinose zu Rohrzucker und Galaktose hydrolysiert.
Mikroorganische Zellen, welche (£-Galaktosidase enthalten, werden
dann erhalten, wenn ein Pilz (Schimmelpilz), der beispielsweise zu dem Genus Mortierella, Absidia oder Circinella gehört,
in einem Medium gezüchtet wird, das spezifische induzierende
Substanzen enthält, um o6-Galaktosidase in den mikroorganischen
Substanzen enthält, um o6-Galaktosidase in den mikroorganischen
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Zellen zu bilden. Konkrete Beispiele für Mikroorganismen, die
für diesen Zweck geeignet sind, sind Mortierella vinacea var. Raffinoseutilizer (ATCC 20034), Circinella muscae (Berlese et de
Toni) nova typica coreanus (ATCC 20394) sowie Absidia reflexa van Tighera (IFO 5874) .
Als Reaktionsgefäss, das für die Hydrolyse der Raffinose verwendet
wird, ist es zweckmässig, ein kontinuierlich arbeitendes Reaktionsgefäss einzusetzen, beispielsweise ein vertikal angeordnetes
kontinuierlich arbeitendes Reaktionsgefäss, in dessen
Säule die mikroorganischen Zellen, die οό-Galaktosidase enthalten,
eingepackt sind, wobei ein derartiges Reaktionsgefäss eine kontinuierliche Zuführung von Melassen von oben gestattet und
ein Abziehen der Reaktionslösung am Boden ermöglicht. Ferner ist ein kontinuierlich arbeitendes horizontal angeordnetes Reaktionsgefäss
möglich, welches die Mikroorganismen mit c^-Galaktosidase
enthält und einen kontinuierlichen Durchsatz der Melassen gestattet (vgl. beispielsweise die US-PS 3 664 927).
Die Raffinose-enthaltende Lösung, welche der vorstehend beschriebenen
Hydrolyse unterzogen worden ist, wird je nach Bedarf abgekühlt, worauf die Zuckerkonz.entration auf 6 bis 20 % eingestellt
wird. Dann· wird sie der Stufe zugeführt, in der kontinuierlich Kalziumsaccharat gebildet wird. Es ist technisch vorteilhaft, das
Raffinosehydrolysat mit einer höheren Polarisierung der vorstehend beschriebenen Stufe zuzuführen, da ein grosses Volumen des
Hydrolysats behandelt werden kann.
Werden die Melassen, die der Raffinosehydrolysestufe zugeführt
werden, zuvor auf den angegebenen Zuckergehalt (6 bis 20 %), innerhalb
dessen das kontinuierliche Kaiζiumsaccharat-Verfahren durchgeführt
wird, eingestellt, dann kann das Raffinosehydrolysat in
nicht-modifizierter Form der Stufe der kontinuierlichen Kalziumsaccharat-Bildung
zugeführt werden, so dass das Verfahren in wirt-
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schaftlich sehr vorteilhafter Weise durchgeführt werden kann.
Die Stufe der kontinuierlichen Kalziumsaccharat-Bildung umfasst
hauptsächlich ein Reaktionsgefäss und ein System zum Umlauf
enlassen der Reaktionslösung. In dem Reaktionsgefäss wird das Raffinosehydrolysat, das kontinuierlich zugeführt wird, mit
ungelöschtem Kalk unter Rühren vermischt, so dass Rohrzucker und Kalziumoxyd unter Bildung von Kalziumsaccharat reagieren. Die
Saccharat-enthaltende Lösung wird kontinuierlich aus dem Reaktionsgefäss abgezogen, wobei ein Teil der Lösung der Stufe der
Filtration sowie des Waschens in einer Menge zugeführt wird, die im wesentlichen gleich der Menge des Raffinosehydrolysats ist,
welche dem Reaktionsgefäss zugeleitet wird. Der restliche Teil der Saccharat-enthaltenden Lösung wird durch das Umlaufsystem,
das aus Umlaufrohren, Kühleinheiten sowie Pumpen besteht, dem Reaktionsgefäss zugeleitet, wobei die Temperatur der Saccharat—
enthaltenden Lösung in dem Reaktor auf weniger als 200C abgesenkt
wird. Falls es möglich ist, die Temperatur der Saccharatenthaltenden Lösung unterhalb dieser Temperatur zu halten, braucht
nicht die ganze Saccharat-enthaltende Lösung, die im Umlauf gehalten wird, abgekühlt werden, vielmehr kann ein Teil davon in
nicht-gekühltem Zustand dem Reaktionsgefäss zugeführt werden, während der restliche Teil auf dem Weg zu dem Reaktionsgefäss abgekühlt
wird. Soll die Saccharat-enthaltende Lösung erneut dem Reaktionsgefäss zugeführt werden, dann kann sie mit einer frischen
Raffxnosehydrolysatzufuhr auf ihrem Weg zu dem Reaktionsgefäss vermischt oder getrennt dem Reaktionsgefäss zugeleitet werden.
Ungelöschter Kalk kann der Mischung aus umlaufender Lösung und Raffinosehydrolysat vor der Zuleitung zu dem Reaktor zugesetzt
oder direkt getrennt von der Mischung dem Reaktionsgefäss zugeleitet werden.
Die Saccharatteilchen, die in der Saccharat-enthaltenden Lösung vorliegen, nehmen proportional zu dem Volumenzuwachs der Lösung,
die dem Reaktionsgefäss zugeleitet wird, an Durchmesser zu. Die
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Menge der abgezogenen und erneut dem Reaktionsgefäss im Umlauf
zugeführten Lösung reicht aus, wenn sie das 3- bis 10-fache der Menge des Raffinosehydrolysats beträgt, das dem Reaktiansgefäss
zugeleitet wird. Aufgrund einer derartig grossen Menge an Saccharat-enthaltender Lösung, die im Umlauf dem Reaktionsgefäss
zugeleitet wird, können die Saccharatteilchen allmählich wachsen, wobei sich der nicht veränderte Rohrzucker in der umlaufenden
Lösung selbst mit dem Kalk unter Bildung von Saccharat verbindet. Auf diese Weise wird der unveränderte Kalk für die
Vereinigung mit Rohrzucker ausgenützt. Dies bedeutet, dass das Ausmaß der Rohrzuckergewinnung durch eine wirksame Ausnützung des
Kalks gesteigert werden kann.
Wird die Saccharat-enthaltende Lösung, wie vorstehend beschrieben,
in einem grossen Volumen umlaufen gelassen, dann besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Sulfationen mit dem
ungelöschten Kalk reagieren und diese Reaktion- eine Anreicherung von Ablagerungen (Mischung aus Saccharat, Kalziumsulfat etc.)
in dem Reaktionssystem bedingt, da der pH-Wert der Lösung durch Zugabe von Schwefelsäure während der Stufe der Raffinosehydrolyse
eingestellt worden ist, so dass die Lösung Sulfationen enthält. Insbesondere dann, wenn diese Anreicherung von Ablagerungen
auf dem perforierten Gitter (wobei die Perforationen einen Durchmesser von ungefähr 3 mm besitzen) erfolgen, das an dem Auslassrohr
des Reaktionsgefässes in die umlaufende Lösung eingeschaltet ist oder sich innerhalb der Kühleinheit befindet, wird ein
glatter Umlauf der Lösung beeinträchtigt, wodurch der Wirkungsgrad der Kühleinheit verschlechtert wird. Erfindungsgemäss wird
dieser Nachteil infolge einer Anreicherung von Ablagerungen dadurch
vermieden, dass ein Gittersieb mit einem Abstand von ungefähr 5 χ 125 mm anstelle des perforierten Siebes verwendet wird
und es ausserdem ermöglicht wird, dass sich die Kühleinheit in bestimmten Intervallen mit saurem und nicht-gekühltera Raffinosehydrolysat
rückwäscht, wie aus der gestrichelten Linie in der Zeichnung hervorgeht. Die bei diesem Rückwaschen erhaltenen
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Waschlösungen werden zusammen mit dem Raffinosehydrolsat dem
Reaktionsgefäss zugeleitet.
Reaktionsgefäss zugeleitet.
Die Menge des ungelöschten Kalks darf nicht unterhalb 95 Gewichts-%
liegen. Im allgemeinen wird der Kalk in einer Menge von etwa 120 Gewichts-% eingesetzt, und zwar als wirksames (aktives)
Kalziumoxyd, bezogen auf das Gesamtgewicht an Rohrzucker und Raffinose
in dem Raffinosehydrolysat. Liegt die Reaktionstemperatur zu hoch, dann verläuft die Reaktion nicht gleichmässig. Aus diesem
Grunde wird die Saccharat-enthaltende Lösung, die in einem
grossen Volumen erfindungsgemäss umläuft, auf dem Weg zu dem
Reaktionsgefäss abgekühlt, wodurch das zugeführte Raffinosehydrolysat abgekühlt und die bei der Reaktion entstehende Wärme absorbiert wird. Die Reaktion lässt sich leicht unter geeigneten Temperaturbedingungen durchführen, und zwar bei einer Temperatur unterhalb 200C. Aufgrund dieses Abkühlens ist es möglich, eine Lösung mit einem höheren Zuckergehalt als bei der Durchführung des Chargenverfahrens erfindungsgemäss zu behandeln.
grossen Volumen erfindungsgemäss umläuft, auf dem Weg zu dem
Reaktionsgefäss abgekühlt, wodurch das zugeführte Raffinosehydrolysat abgekühlt und die bei der Reaktion entstehende Wärme absorbiert wird. Die Reaktion lässt sich leicht unter geeigneten Temperaturbedingungen durchführen, und zwar bei einer Temperatur unterhalb 200C. Aufgrund dieses Abkühlens ist es möglich, eine Lösung mit einem höheren Zuckergehalt als bei der Durchführung des Chargenverfahrens erfindungsgemäss zu behandeln.
Da die Menge der Saccharat-enthaltenden Lösung,die der Stufe der
Filtration und des Waschens zugeführt wird, im wesentlichen gleich der Menge des Raffinosehydrolysats ist, die dem Reaktionsgefäss
zugeleitet wird, ist die Menge der Saccharat-enthaltenden Lösung in dem Reaktionsgefäss konstant. Die Menge des zugeführten Raffinosehydrolysats
beträgt 1/3 bis 1/10 der Menge, die in dem Reaktionsgef äss umlaufen gelassen wird. Da die Saccharat-enthaltende
Lösung im allgemeinen 3 bis 10 mal durch den Reaktor läuft, nehmen
die Saccharatteilchen in der Lösung allmählich an Grosse zu
und erreichen schliesslich einen Grossenbereich von 30 bis 40 μ.
und erreichen schliesslich einen Grossenbereich von 30 bis 40 μ.
Die Saccharat-enthaltende Lösung, die der Stufe der Filtration
und des Waschens zugeführt wird, wird zuerst in den Saccharatkuchen und die Mutterlauge aufgetrennt, worauf gewaschen wird.
Da die Saccharatteilchen gross sind, gestaltet sich ihre■Abtrennung
und des Waschens zugeführt wird, wird zuerst in den Saccharatkuchen und die Mutterlauge aufgetrennt, worauf gewaschen wird.
Da die Saccharatteilchen gross sind, gestaltet sich ihre■Abtrennung
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durch Filtration leicht. Da beim Waschen die gesamte Oberfläche der Saccharatteilchen klein ist, ist die Wassermenge, die zum
Waschen einer Einheitsoberfläche verfügbar ist; gross im Vergleich
zum Waschen einer äquivalenten Menge kleiner Teilchen mit einer grossen Gesamtoberfläche. Daher lässt sich das Waschen in wirksamer
Weise durchführen. Ein typisches Beispiel für eine für diese Filtration einzusetzende Vorrichtung sowie zur Durchführung
des Waschens ist ein aus einem horizontal angeordneten Band mit einer Saugvorrichtung bestehendes Filtrationswaschsystem, welches
eine kontinuierliche Filtration sowie ein kontinuierliches Waschen mit hohem Wirkungsgrad ermöglicht. Da dieses System insbesondere
zur Durchführung eines gleichmässigen Waschens ausgelegt ist, ermöglicht es einen Saccharatkuchen mit gleichmässiger Qualität und
hoher Reinheit zu erhalten. Der bei der Filtration und bei dem Waschen erhaltene Saccharatkuchen wird mit frisch zugeführtem
Rübensaft vermischt und dann einer Reinigung in der Reinigungsstufe unterzogen, worauf sich die vorstehend erwähnte Behandlungsreihe
anschliesst.
Die Mutterlauge, die von dem Saccharatkuchen in der Filtrationsstufe
abgetrennt worden ist, wird weiter erhitzt, damit sich der darin enthaltene Rohrzucker mit dem Kalk der Mutterlauge vereinigt.
Das erhaltene Saccharat wird filtriert und gewaschen und zusammen mit dem vorstehend erwähnten Saccharatkuchen mit frischem
Rübensaft vermischt. Bevor die Saccharat-enthaltende Lösung der Stufe der Filtration und des Waschens zugeführt wird* kann sie
einem Äbsitztank zugeführt werden, in welchem sich der nicht-umge—
setzte Kalk auf dem Boden absetzt. Der abgesetzte Kalk kann dem Raf f inosehydrolysat zugesetzt werden, das dem Reaktionsgefäss zugeführt
wird. Diese Zugabe dient dazu, die Kalkkonzentration in dem Hydrolysat zu erhöhen und gestattet eine wirksamere Behandlung
des Raffinosehydrolysats mit einer hohen Zuckerkonzentration in
dem Reaktionsgefäss als dies dann der Fall ist, wenn der abgesetzte
Kalk nicht zugesetzt wird.
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Auf die vorstehend beschriebene Weise wird der Raffinosegehalt
der fertigen Melassen in der Stufe des Kochens (Melassen, welche in die Stufe für die Raffinosehydrolyse eintreten) auf einen Wert
unterhalb 5 %, bezogen auf Trockenbasis, einreguliert, wobei das Ausmaß der Gewinnung des Rohrzuckers in der Stufe der Behandlung
nach dem KaIziumsaccharat-Verfahren erhöht und das Ausmaß der
Entfernung der Nichtzuckersubstanzen gesteigert wird. Folglich verläuft die Gewinnung von Rohrzucker in wirksamer Weise in
der Stufe des Kochens sowie der Zentrifugenabscheidung. Das Ergebnis ist, dass die Menge der Melassen nach der Zentrifugenabscheidung
abnimmt. Die Menge der zu zerschnitzelnden Zuckerrüben
pro Tag kann daher gesteigert werden. Die Tatsache, dass die Menge
der Zuckerlösung, die durch das System umläuft, etwa fixiert ist, bedeutet, dass die Menge an zu zerschnitzelnden Rüben auf einem
bestimmten Wert gehalten werden kann. Hält man den Rohrzuckergehalt der Melassen, die der Behandlung zur Durchführung der Raffinosehydrolyse
unterzogen werden, zwischen 12 und 20 %, dann ist ein sehr wirtschaftliches Verfahren möglich, da das erhaltene
Hydrolysat kontinuierlich der Stufe der Kalziumsaccharat-Umwandlung
ohne Verdünnung zugeführt werden kann.
Werden beispielsweise die Melassen, die aus der dritten Stufe des Kochens sowie der Zentrifugenabscheidung abgezogen werden und
die in der Tabelle I angegebene Zusammensetzung besitzen, nach dem erfindungsgemässen Verfahren, dem herkömmlichen Kalziumsaccharat-Chargenverfahren,
dem kontinuierlichen Kalziumsaccharat-Verfahren
bzw. der Behandlung für die Raffinosehydrolyse anschliessend an das herkömmliche Kaiζiumsaccharat-Chargenverfahren
unterzogen, dann erhält man die in der Tabelle II zusammengefassten Ergebnisse. Das Ausmaß der Raffinosehydrolyse in der Stufe
der Raffinosehydrolyse beträgt 52,4 %. Das Hydrolysat, das bei der Behandlung zur Durchführung der Raffinosehydrolyse anfällt,
besitzt eine Viskosität (bestimmt mittels eines Ostwald-Viskosimeters),
die ungefähr 10 % niedriger ist als die Viskosität de,r nicht-behandelten Melassen.
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Br ix
Zuckergehalt (Polarisation)
Scheinbare Rohrzuckerreinheit
Raffinose (Brix)
RohrZuckergehalt
Echte Rohrzuckerreinheit 83,5°
54,61 % 65,40 % 5,04 % 46,81 % 56,06 %
54,61 % 65,40 % 5,04 % 46,81 % 56,06 %
Art der Reaktion
Zuckergehalt der Rübenmelassen, %
Menge an wirksamem zugesetztem Kalk,Gew.-%, bezogen auf Rohrzucker und
Raffinose
Reaktionstemperatur,0C
Echte Rohrzuckerreinheit des Saccharatkuchens,%
Scheinbare Rohrzuckerreinheit des Saccharatkuchens, %
Gewinnungsgrad des Rohrzuckers, der in· dem Saccharatkuchen gewonnen
wird, %
Gewinnungsgrad des kristallinen Rohrzuckers,
der aus dem Saccharatkuchen gewonnen wird, %
Gewinnungsgrad des kristallinen Rohrzuckers aus den Melassen, % Filtriergeschwindigkeit 1704
Erfin-^- Kalzium-'
dungs- sacchagem.Ver- ratfahren Chargenverfahren
12
87,38
97,1
69,1
67,1 128
Kontinuier liches Kalziumsaccharatverfahren
128
Raffinosehydrolyse + Kalziumsaccharat-Chargenverfahren
88,93
93,0
56,7
52,7
234
Grad der Filtriergeschwindigkeit, bez.auf die FiI- η /3
triergeschwindigkeit bei der Durchführung.des Chargenverfahrens,
die als 1
gewählt wird 6 0 9 816/0759
90,72 94,2
61,3
57,7 1217
5,2
128
| 14 | ,47 | 14 | ,60 | 14 | 69 | 14 | ,70 |
| 80 | 74 | 76, | 76 | ||||
85,13
93,5
57,3 296
1,3
— j 7 —
In der vorstehenden Tabelle wird der Gewinnungsgrad der Rohrzuckerkristalle
aus dem Saccharatkuchen auf der Annahme berechnet, dass die echte Rohrzuckerreinheit der dritten Melassen 56,0 %
erreicht hat. Die Filtriergeschwindigkeit wird als die Menge der Saccharatkuchen-Feststoffe
(kg) ausgedrückt, welche pro Filtrierflächeneinheit (m2) pro Zeiteinheit (Stunde) filtriert wird.
Aus der Tabelle II geht hervor, dass die wahre Rohrζuckerreinheit
des Saccharatkuchens 74,60 % im Falle des herkömmlichen Kalziumsaccharat-Chargenverfahrens
beträgt und leicht auf 76,69 % im Falle des kontinuierlichen Kalziumsaccharat-Verfahrens ansteigt
und zu 76,70 % im Falle der Behandlung der Raffinosehydrolyse sowie des anschliessenden herkömmlichen Chargenverfahrens ermittelt wird
und merklich auf 80,47 % im Falle des erfindungsgemässen Verfahrens
ansteigt. Der Rohrzuckergewinnungsgrad in Form des Saccharatkuchens beträgt 93,0 %, 94,20 % bzw. 93,5 % im Falle des herkömmlichen
Chargenverfahrens, des kontinuierlichen Kalziumsaccharat-Verfahrens bzw. der Behandlung der Raffinosehydrolyse sowie des anschliessenden
kontinuierlichen Chargenverfahrens, wobei ein leichter Anstieg im Falle des kontinuierlichen Kalziumsaccharat-Verfahrens
festzustellen ist. Bei der Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens wird ein merklicher Ansteig auf 97,1 % festgestellt.
Bei der Durchführung des erfindungsgemässen ,Verfahrens ist die
wahre Rohrzuckerreinheit des Saccharatkuchens sehr hoch. Der Gewinnungsgrad
des Rohrzuckers in Form des Saccharatkuchens ist, wie vorstehend dargelegt wurde, ebenfalls bemerkenswert hoch. Ein möglicher
Grund für die auf diese Weise erzielten erheblichen Verbesserungen kann darin zu sehen sein, dass bei der Durchführung des
erfindungsgemässen Verfahrens die Filtriergeschwindigkeit wesentlich
höher ist als die Filtriergeschwindigkeit, die im Falle eines der anderen Verfahren erzielt wird. Da die Melassen, die einer Behandlung
für die Raffinosehydrolyse unterzogen worden sind, mit
einer merklich erhöhten Geschwindigkeit infolge ihrer verminderten
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Viskosität filtriert werden können, wobei eine derartige merkliche
Erhöhung der Filtriergeschwindigkeit eine verbesserte Abtrennung der Mutterlauge bedingt (oder eine erhöhte Menge der
Mutterlauge unter festgelegten Bedingungen pro Zeiteinheit abgetrennt wird), wird die wahre Rohrzuckerreinheit des Saccharatkuchens
erhöht und der Flächenbedarf für das Filtertuch in der Filtriervorrichtung proportional vermindert.
Infolge der Kürze der Zeit, die für das Filtrieren und Waschen benötigt wird, ist die Menge an Rohrzucker, die in das Filtrat
und in die Waschlösungen gelangt, gering. Dies mag möglicherweise
erklären, weshalb der Grad, mit welchem Rohrzucker in Form des Saccharatkuchens gewonnen wird, sehr hoch ist.
Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist das Ausmaß, in dem Rohrzucker in dem Saccharatkuchen als kristalliner
Rohrzucker bei der Stufe des Kochens sowie des Zentrifugierens gewonnen wird, sehr hoch, da die wahre Rohrzuckerreinheit in dem
Saccharatkuchen hoch ist, während das Ausmaß, in weichem kristalliner
Rohrzucker aus den Melassen erhalten wird, deutlich erhöht ist, da das Ausmaß, in welchem Rohrzucker in Form des Saccharatkuchens
gewonnen wird, hoch ist.
Der Gewinnungsgrad von Rohrzucker aus Melassen beträgt 52,7 % im Falle des herkömmlichen Chargenverfahrens. Er steigt auf 57,7 %
im Falle des kontinuierlichen KaIziumsaccharat-Verfahrens und
auf 57,3 % im Falle der Behandlung zur Durchführung der Raffinosehydrolyse
in Kombination mit dem KaIziumsaccharat-Chargenverfahren
an. Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens wird der Gewinnungsgrad auf 67,1 % erhöht. Diese Erhöhung übersteigt
weit die Summe der Verbesserungen, welche durch das kontinuierliche KaIziumsaccharat-Verfahren gegenüber dem.chargenweisen Verfahren
sowie durch die.Zuordnung der Raffinosehydrolyse zu dem Chargenverfahren
erzielt werden.
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Werden 10Ot Melasse mit der in der Tabelle I angegebenen Zusammensetzung
nach jeweils einem der vier in der Tabelle II beschriebenen Verfahren behandelt, dann werden die in der Tabelle III
angegebenen Rohrzuckermengen erhalten.
Reaktionstyp Rohrzuckerausbeute (f)
Erfindungsgemässes Verfahren 32,39
Kalziumsaccharat-Chargenverfahren 24,67
Kontinuierliches Kalziumsaccharat-Verfahren 27,01
Raffinosehydrolyse + Chargenverfahren 27,66
Aus der Tabelle III geht hervor, dass die bei der Durchführung des
kontinuierlichen KaIziumsaccharat-Verfahrens erzielte Rohrzuckermenge
eine Verbesserung von 2,34 t. bedeutet, während die Raffinosehydrolyse + das Chargenverfahren eine Verbesserung von 2,99 t
gegenüber dem Chargenverfahren darstellt. Die durch das erfindungsgemässe
Verfahren erzielte Verbesserung beträgt 7,49 t . Dies ist ein Wert, der grosser ist als die Summe der zwei vorstehend
beschriebenen Verbesserungen.
Die vorstehenden Darlegungen beziehen sich auf die Behandlung von Melassen in einer Rübenzucker-Herstellungsanlage. Natürlich kann
das erfindungsgemässe Verfahren unter Erzielung ähnlicher Wirkungsgrade
auf die Behandlung von Mischungen von Melassen angewendet werden, die bei verschiedenen Rübenzucker-Herstellungsanlagen anfallen.
Aus den vorstehenden Ausführungen t. geht hervor, dass durch die
vorliegende Erfindung die Stufe der Hydrolyse von Raffinose durch c£-Galaktosidase dem kontinuierlichen Kalziumsaccharat-rVerfahren
zugeordnet wird, wodurch es möglich ist, die Menge an zu zerschnitzelnden Rüben zu erhöhen und einen Rohrzuckergewinnungsgrad
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zu erzielen, der merklich den Grad übersteigt, der im Falle einer einfachen Kombination der zwei genannten Verfahren erzielt
wird. Da ferner alle in Frage kommenden Arbeitsstufen kontinuierlich durchgeführt werden können und Melassen mit höherem Zuckergehalt
als bei der Durchführung des Chargenverfahrens behandelt werden können, ist die Menge an Melassen, die in wirksamer Weise
in einer Anlage mit festliegender Kapazität verarbeitet werden
kann grosser, wobei die Behandlung einfacher ist (wodurch der
menschliche Arbeitsaufwand vermindert wird und eine vollständige Automatisierung des Verfahrens oder eine Verfahrensweise ohne
Beaufsichtigung möglich wird), und zwar im Vergleich zu anderen herkömmlichen Verfahren. Darüber hinaus ist die Menge an Abwasser,
das bei der Filtration und dem Waschen des Saccharatkuchens anfällt, wesentlich geringer, wobei die Möglichkeit einer Umweltverschmutzung
durch Abwasser herabgesetzt wird. Daher lässt sich das erfindungsgemässe Verfahren technisch in sehr vorteilhafter
Weise durchführen.
Für eine derartig bemerkenswerte Erhöhung der Rohrzuckerausbeute kommen möglicherweise folgende Gründe in Frage: Die Rohrzuckerreinheit
des Saccharatkuchens wird verbessert, weil die Saccharatenthaltende Lösung in einer derartig grossen Menge umlaufen gelassen wird, dass die Grosse der gebildeten Saccharatteilchen
derartig ansteigt, dass die Filtrierbarkeit dieser Teilchen verbessert wird, wodurch sich das Waschen in vorteilhafterer Weise
durchführen lässt. Die Rohrzuckerreinheit des Saccharatkuchens wird in unerwarteter Weise zusätzlich erhöht, weil während der
Hydrolyse der Raffinose durch die zusätzliche Stufe der Raffinosehydrolyse Pektinsubstanzen sowie andere viskose Substanzen in
den Melassen gleichzeitig durch die Wirkung der Enzyme in den mikroorganischen Zellen zersetzt werden, so dass als Folge der
Verminderung der viskosen Substanzen in den Melassen die Filtrierbarkeit der Saccharatteilchen verbessert wird, wobei gleichzeitig
das Waschen so gründlich durchgeführt werden kann, dass eine voll-
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ständige Entfernung der Mutterlauge möglich ist. Man nimmt an, dass es diese zwei Gründe sind, die zu einer merklichen Ausbeutenerhöhung
beitragen.
Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beschrieben.
Eine Melasse mit der in der Tabelle IV angegebenen Zusammensetzung,
die bei der Zentrifugierabscheidung von Rohrzucker in der dritten
Stufe des Kochens und des Zentrifugierens anfällt, wird mit heissem
Wasser auf 30° Brix verdünnt und mit Schwefelsäure auf einen pH-Wert von 5,0 eingestellte
| Tabelle IV | Brix | 83,5° |
| Zuckergehalt (Polarisation) | 54,61 | |
| Scheinbare Rohrzucker | ||
| reinheit | 65,40 | |
| Raffinose (Brix) | 5,04 | |
| RohrZuckergehalt | 46,81 | |
| Wahre Rohrzuckerreinheit | 56,06 | |
Die verdünnten Melassen werden mit einer Geschwindigkeit von 10 1/
Stunde einem kontinuierlich arbeitenden horizontalen Reaktionsgefäss mit einem Innenvolumen von 20 1 zugeführt, das pelletförmige
06-Galactosidase-enthaltende Zellen (mit einer Aktivität
von 650 000 Einheiten/g) enthält. Die Zellen werden durch Züchten von Mortierella vinacea var. Raffinoseutilizer (ATCC 20034) in
einem Medium erhalten, das Laktose und Glukose als Kohlenstoffquelle
enthält. Die /tf-Galactosidase wird in einer Menge von
4 500 000 Einheiten pro Gramm Raffinose eingesetzt. Der Inhalt des
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Reaktors wird bei ungefähr 500C gerührt. Die Verweilzeit der
verdünnten Melasse in dem Reaktor beträgt ungefähr 2 Stunden. Der Raffinosegehalt des kontinuierlich aus dem Reaktionsgefäss
abgezogenen Hydrolysats beträgt ungefähr 2,40 % (Brix), woraus hervorgeht, dass der Raffinosehydrolysegrad 52,4 % beträgt.
Dann wird das Hydrolysat auf einen Zuckergehalt von 12 % verdünnt und mit einer Geschwindigkeit von 16 l/Stunde in einen
Mischtank eingeführt, in welchem es kontinuierlich mit ungelöschtem Kalk vermischt wird, der in einer Menge von 2,8 kg/
Stunde zugeführt wird. Die erhaltene Mischung wird einem kontinuierlich arbeitenden Saccharat-Reaktionsgefäss zugeführt.
Aus dem kontinuierlich arbeitenden Reaktionsgefäss wird die
Saccharat-enthaltende Lösung durch einen oberen und einen unteren Auslass jeweils mit einer Geschwindigkeit von 80 l/Stunde
ausgepumpt. Die Saccharat-enthaltende Lösung, die aus dem unteren
Auslass allein abgezogen wird, wird in einer Kühleinheit auf ungefähr 100C abgekühlt. Die zwei Lösungen werden dann erneut
dem Mischtank zugeführt und mit frisch zugeführter verdünnter Melasse sowie ungelöschtem Kalk vermischt und dem kontinuierlich
arbeitenden Reaktionsgefäss zugeleitet. Die Drehgeschwindigkeit
des Rührers in dem Reaktor beträgt ungefähr 20 Upm und die Temperatur der Lösung in dem Reaktionsgefäss ungefähr Ί40C.
Die Saccharat-enthaltende Lösung wird an dem oberen Ende des Reaktionsgefässes mit einer Geschwindigkeit von 16 l/Stunde
überlaufen gelassen. Um das gebildete Saccharat auf seine Filtrierfähigkeit sowie auf die wahre Rohrzuckerreinheit zu
testen, werden 393 g der überlaufenden Lösung einer Filtrationsvorrichtung zugeführt, in der ein Filtertuch eingesetzt wird
(Nylon 9B). Die wirksame Fläche beträgt 0,01 m2. Es wird eine
Saugwirkung mittels eines Vakuums von -450 mm Hg mittels einer Vakuumpumpe erzielt. Der auf dem Filtertuch gebildete Kuchen
wird gewaschen und mit 63 g zugesetztem Waschwasser filtriert. Die für die Filtration und das Waschen erforderliche Zeit be-
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trägt 12,3 Sekunden. Es werden 109 g eines Saccharatkuchens gewonnen,
wobei die Gesamtmenge des Filtrats 138 g beträgt. Eine
Untersuchung des erhaltenen Saccharatkuchens liefert die in der Tabelle V zusammengefassten Ergebnisse, Eine Berechnung zeigt,
dass der Gewinnungsgrad des Rohrzuckers aus der Melasse 97,1 % beträgt.
Wahre Rohrzuckerreinheit 80,47 %
Feststoffgehalt 45,7 %
Scheinbare Rohrzuckerreinheit 87,38 %
Raffinose (Brix) 3,73 %
Aus der Tabelle V geht hervor, dass der Gewinnungsgrad des kristallinen Rohrzuckers bei der Durchführung der Koch- und Zentrifugierstufe
über die Stufe der Saccharatkuchenbxldung aus den Melassen 67,1 % unter der Annahme beträgt, dass der Zucker
entfernt wird, so dass die Rohrzuckerreinheit der dritten Melasse 56,0 % beträgt.
Eine Rübenernte wird während einer Saison (125 Tage) in einer
Menge von 2065 t (enthaltend 310,81 t Rohrzucker und 3,24 t
Raffinose) nach dem Verfahren (I) gemäss vorliegender Erfindung behandelt. Die Stufen der' Reinigung und Konzentration sowie die
Stufen des Kochens und der Zentrxfugierabscheidung werden nach bekannten Methoden durchgeführt, während die Stufe der Raffinosehydrolyse,
die Stufe der kontinuierlichen Saccharatbildung sowie die Stufe der Filtration und des Waschens nach der in Beispiel 1
beschriebenen Methode ausgeführt werden. Die Ergebnisse gehen aus der Tabelle VI im Vergleich zu den entsprechenden Werten hervor,
die aus bekannten Daten gewonnen werden, wobei angenommen
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wird, dass die gleiche Rübenmenge nach dem herkömmlichen Kalzium-.
saccharat-Chargenverfahren, dem kontinuierlichen Kalziumsaccharat-Verfahren
sowie dem Kalziumsaccharat-Chargenverfahreri in Kombinationmit der Behandlung für die Raffxnosehydrolyse behandelt
wird.
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| 36 359 | 33 914 | 34 223 | 35 813 |
| 93,58 | 87,29 | 88,09 | 92,18 |
| 18 503 | 20 709 | 20 000 | 19 243 |
| 14 728 | 16 484 | 15 920 | 15 318 |
| 55,50 | 58,60 | 58,60 | 56,70 |
| 4,49 | 6,86 | 7,94 | 4,13 |
| 74 698 (12) |
157 354 (6) |
76 729 (12) |
157 334 (6) |
Erf in- Kalzium- Kontinuier- Raffinose-
dungs- saccharat- liches hydrolyse +
gemäs- Chargen- Saccharat- Kalziumsaccha-
ses Ver- verfahren verfahren rat-Chargen- ,
fahren verfahren
Bohrzuckerausbeute, t Rohrzuckergewinnungsgrad,%
Melassemenge nach der Gewinnung von Rohrzucker, t
Feststoffgehalt der Malassen, t
Wahre Eohrzuckerreinheit der Ifelassen, %
Raffinosegehalt in den Melassen, %
Mange der dem Kalziumsaccharat-Verfahren
zugeführten Melassen, t (Polarisation)
Feststoffgehalt der dem KaI-ziumsaccharat-Verfahren zugeführten Melassen, t 14 728 13 415 12 700 15 318
Wahre.Rohrzuckerreinheit der Malassen, die dem Kalziumsaccharat-Verf
ahren zugeführt werden, %
Raffinosegehalt der Melassen, die dem Kalziumsaccharat-Verf ahren zugeführt werden,% 2,00
Feststoffmenge (mit Ausnahme von Kalzium) in dem Saccharatkuchen,
der der Reinigungsstufe zugeführt wird, t
Wahre Rohrzuckerreinheit des Saccharatkuchens, %
Raffinosegehalt des Saccharatkuchens, %
Menge der verworfenen Melasse, t.
Feststoffgehalt der abgezogenen Melasse, t
Wahre Rohrzuckerreinheit der verworfenen Melasse, %
Raffinosegehalt der verworfenen Melasäe, %
| 57,16 | - | 58,75 | 58,75 | 58,22 |
| 2,00 | - | 6,28 | 7,42 | 1,84 |
| 9 931 | 60981 | 9 245 | 8 990 | 9 975 |
| 80,10 | 75,70 | 77,60 | 79,40 | |
| 2,81 | 8,10 | 9,80 | 2,51 | |
| keine | 3 855 | 4 045 | keine | |
| - | 3 069 | 3 220 | - | |
| 57,98 | 58,00 | - | ||
| 9,39 | 9,98 | - | ||
| 6/0759 |
Bemerkungen: Sowohl die wahre Rohrzuckerreinheit als auch der
Raffinosegehalt werden auf der Basis des Feststoffgehaltes
berechnet.
Aus der Tabelle VI geht hervor, dass die Melassenraenge, die nach
der Rohrzuckergewinnung zurückbleibt, kleiner ist und die Rohrzuckerreinheit
der Melasse im Falle des erfindungsgemässen Verfahrens gegenüber einem der anderen drei Verfahren geringer ist, wobei
jedoch die Rohrzuckerreinheit des Saccharats höher ist und die Rohrzuckermenge , die in Form des Saccharatkuchens gewonnen
wird, grosser ist im Falle des erfindungsgemässen Verfahrens als
im Falle der anderen Verfahren. Daher wird die Rohrzuckerreinheit
des .Saccharatkuchens merklich bei der Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens erhöht. Ein möglicher Grund für diese Erscheinung ist darin zu sehen, dass, weil der erhaltene Saccharatkuchen
einen geringen Raffinosegehalt und Teilchen mit einem grossen Teilchendurchmesser
aufweist und die Saccharat-enthaltende Lösung eine geringere Viskosität besitzt, die Lösung mit einer erhöhten Geschwindigkeit
filtriert und gewaschen werden kann, wobei die Nichtzuckersubstanzen
in einem hohen Ausmaße entfernt werden können.
Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht daher die Gewinnung von
36 359 t Rohrzucker pro Saison. Ferner ist die tatsächliche Melassenmenge,
die der Stufe für die Kalziumsaccharat-Behandlung zugeführt
wird, geringer im Falle des erfindungsgemässen Verfahrens als im Falle des kontinuierlichen Kalziumsaccharat-Verfahrens. Bei
einer festliegenden Kapazität des Reaktionsgefässes ist bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens eine grössere Rübenmenge
verarbeitbar. Das erfindungsgemässe Verfahren bedingt ferner :
im Gegensatz zu dem Kaiζiumsaccharat-Chargenverfahren oder dem kontinuierlichen
Kalziumsaccharat-Verfahren kein Abziehen von Abfallmelasse,
so dass diese Behandlung der gleichen Rübenmenge jeden Tag erfolgen kann.
609816/0759
Claims (6)
- - 27 PatentansprücheVerfahren zur Herstellung von Rübenzucker durch Reinigen von Rübensaft in einer Reinigungsstufe, anschliessende Konzentrierung des gereinigten Rübensaftes, Gewinnung von Rohrzucker aus dem konzentrierten Rübensaft in einer Stufe des Kochens sowie der Zentrifugierabscheidung, Behandeln der Melassen, die nach der Zentrifugenabscheidung von Rohrzucker von der Füllmasse zu-' rückbleiben, in einer Kalziumsaccharat-Bildungsstufe und Zuführen des erhaltenen Saccharatkuchens zu der Reinigungsstufe, dadurch gekennzeichnet, dassa) cc/-Galaktosidase den Melassen, die bei der Zentrifugenabscheidung von Rohrzucker erhalten werden, zur Hydrolyse der in den Melassen vorliegenden Raffinose in Rohrzucker und Galaktose zugesetzt wird,b) kontinuierlich ungelöschter Kalk dem erhaltenen Raffinosehydrolysat zur Erzeugung von Kälziumsaccharat in der Stufe der Kalziumsaccharat-Bildung zugesetzt wird,c) kontinuierlich von der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe eine solche Menge an Saccharat-enthaltender Lösung abgezogen wird, die im wesentlichen der Menge des Raffinosehydrolats entspricht, die der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe zugeführt wird, und der durch Filtrieren und Waschen der Kalziumsaccharat-enthaltenden Lösung erhaltene Filterkuchen der Stufe für die Reinigung des Zuckerrübensaftes zugeführt wird, undd) gleichzeitig kontinuierlich von der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe die Saccharat-enthaltende Lösung in einem Volumen abgezogen wird, das dem 3- bis 10-fachen des Raffinosehydrolysats entspricht, das der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe zugeführt wird, die abgezogene Lösung abgekühlt und die abgekühlte Lösung erneut der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe zugeführt wird.B09816/0759
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Melassen, die nach der Zentrifugenabscheidung von Rohrzucker zurückbleiben, auf 20 bis 50° Brix eingestellt werden und die OC-Galaktosidase bei einem pH-Wert von 4,5 bis 7 und einer Reaktiohstemperatur von 20 bis 550C zugesetzt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die 06-Galaktosidase den Melassen in einer Menge von 1 000 0OQ bis16 000 000 000 Einheiten pro Gramm Raffinose in den Melassen zugesetzt wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Raffinosehydrolysat von der oO-Galaktosidase befreit und dann bei unveränderter Konzentration der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe zugeführt wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Melassen, die der Behandlung für die Raffinosehydrolyse unterzogen werden, eine Polarisation von 12 bis 20 % aufweisen und das erhaltene Raffinosehydrolysat bei unveränderter Konzentration der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe zugeführt wird.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Saccharat-enthaltende Lösung, die in einem 3- bis 10-fachen Volumen von der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe abgezogen wird, auf eine solche Temperatur abgekühlt wird, dass die Reaktionslösung in der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe auf unter 200C abfällt, worauf die abgekühlte Lösung erneut der Kalziumsaccharat-Bildungsstufe zugeführt wird.809816/0759
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