DE2542157A1 - Verfahren zur herstellung eines halogenhaltigen kupferphthalocyaninpigments - Google Patents
Verfahren zur herstellung eines halogenhaltigen kupferphthalocyaninpigmentsInfo
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- Nitrogen Condensed Heterocyclic Rings (AREA)
Description
PATENTANWÄLTE
Dipl-lng. P. WIRTH · Dr. V. SCHMIED-KOWARZIK
D!pl.-Ing. G. DANNENBERG · Dr. P. WEINHOLD · Dr. D. GUDEL
281134 6 FRANKFURT/M.
Wd/Sch/ki
Case SWEET PG-1811 19. September 1975
E. I. DuPont de Nemours and Company-Wilmington / Delaware / USA
Verfahren zur Herstellung eines halogenhaltigen Kupferphthalocyaninpigments
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von halogenhaltigen Kupferphthalocyaninpigmenten.
Kupferphthalocyaninpigmente sind bekannt und sind bereits
nach verschiedenen Verfahren hergestellt worden. In den U.S.-Patentschriften 2 365 464, 2 799 594, 2 805 957 und
3 717 493 werden beispielsweise Verfahren zur Herstellung von halogenhaltigen Kupf erphthato cyaninpigmente beschrieben.
Bei der Mehrzahl der bekannten Herstellungsverfahren werden Phthalsäureanhydrid, Harnstoff, eine Kupferquelle, z.B.
Kupferchlorid, Kupferbromid, Kupfersulfat oder elementares
Kupfer, und ein Katalysator, z.B. molybdänhaltige Verbindungen, wie Molybdän-VI-oxyd und Ammoniummolybdat, Antimonoxyd,
Zirkoniunrtetrachlorid und Titantetrachlorid, miteinander
umgesetzt. Bei dem bekanntesten und am häufigsten angewendeten Verfahren wird Phthalsäureanhydrid mit wasserfreiem
Kupfer-II-chlorid und Harnstoff unter Verwendung eines Katalysators , wie Ammoniummolybdat, in einem Medium aus
gesättigtem Kohlenwasserstoff umgesetzt. Es ist bekannt, daß Kupf erphinalo cyaninp i gment e dazu neigen, in vielen Kohlenwasser
stoff lösungsmitteln, besonders in aromatischen Lösungsmitteln, Kristalle zu bilden, womit ein Verlust an Färbekraft
verbunden ist. Um diesen Nachteil zu vermeiden, werden dem Pigment kleine Mengen Chlor, gewöhnlich etwa 3 bis 6 Gew.-%,
d.h. etwa 1/2 bis 1 Chloratom pro Srthalocyaninmolekül, zugegeben.
Bei der hauptsächlichen Herstellung von Phthalocyaninpigmenten, die kleine Chlormengen enthalten, wird so vorgegangen, daß
der Reaktionsmischung ein Mono alkalimetall salz von 4-Chlorphthalsäure
oder, seltener, die freie Säure selbst zugegeben wird, Das Alkalisalz von 4-Chlorphthalsäure wird herkömmlicherweise
hergestellt, indem Phthalsäureanhydrid in einer basisch» wässrigen Lösung chloriert wird. Das erhaltene
ausgefällte Alkalisalz von 4-Chlorphthalsäure wird durch
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Filtrieren abgetrennt und wird danach dem Reaktionsmedium für die Phthalocyaninherstellung zugegeben.
Schwierigkeiten ergeben sich bei der Abtrennung und anschliessenden
Verwendung der Alkalisalze von 4-Chlorphthalsäure, da sie in Wasser recht löslich sind, und zwar so stark,
daß eine gesättigte wässrige Lösung des Mononatriumsalzes von 4-Chlorphthalsäure etwa 9 1/2 Gew.-% und eine Lösung des
Monokaliumsalzes 5 Gew.-% enthält. Wegen der hohen Löslichkeit
dieser Salze war es bisher üblich, die Alkalimetallsalze von 4-Chlorphthalsäure vor dem Filtrieren "auszusalzen",
indem große Mengen anorganischer Salze, wie Natriumchlorid und Kaliumchlorid, zugegeben wurden. Nach dem Filtrieren kann
das 4-Chlorphthalsalz dann mit Salzwasser gewaschen werden,
um die Verunreinigungen zu entfernen, oder es kann ohne Waschen abgezogen werden, wonach dann der Filterkuchen
getrocknet werden kann. Während des Filtrierens, ob mit oder ohne Waschstufe, gehen größere Mengen des 4-Chlorphthalsalzes
in dem Filtrat verloren. Außerdem enthält der Filterkuchen große Mengen, z.B. bis zu etwa 40 Gew.-% (Trockenbasis),
an Natrium- oder Kaliumchlorid, die anschließend zusammen mit dem Alkalisalz von 4-Chlorphthalsäure in die Phthal
cyaninherStellungsmischung gelangen.
Wenn das Phihalocyaninpigment in einem organischen Lösungsmittel,
z.B. gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffen oder Halogen-substituierten aromatischen Kohlenwasserstoffen,
hergestellt wird, besteht ein übliches Verfahren zum Abtrennen des Pigments nach der Herstellung darin, die Pigmentauf
schlämmung mit einer konzentrierten Säure, meistens Schwefelsäure, in Kontakt zu bringen, wobei das Pigment von
dem organischen Lösungsmittel in die Säure überwechselt· Die Lösungsmittelphase kann dann durch Abdekantieren abgetrennt
werden,und die Säurephase kann in Wasser gegeben (gewässert)* werden, damit das Phthalocyanin ausfällt. Wenn bei dem Abtrennverfahren
eine Säuremenge verwendet wird, die nicht ausreicht, um das Phthalocyanin vollständig zu lösen, erhält man bei dem
* ("drowned")
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anschließenden Wässern ein rohes Phthalocyanin, das noch weiter behandelt werden muß, z.B. durch Mahlen oder Kugelmahlen,
um ein Produkt mit optimalen Pigmentqualitäten, d.h. mit kleiner Teilchengröße, zu erhalten. Um eine weitere Behandlung
unnötig zu machen, wird meistens ein Überschuß an Schwefelsäure verwendet, um eine vollständige Lösung des Phthal
cyanins und die Bildung eines geeigneten Pigmentprodukts beim Wässern der sauren Lösung sicherzustellen.
Bei beiden Verfahrensarten reagieren die anorganischen Halogenidsalze, die von der Abtrennung des Monoalkalisalzes
von 4-Chlorphthalsäure herrühren, mit der Säure und setzen
Halogenwasserstoffgas frei , das vor dem Verwerfen neutralisiert
werden muß. Bei Verfahren, welche mit großen Säuremengen arbeiten, ist die Haigenwasserstoffmenge recht hoch,
was zum Verbrauch von großen Säuremengen und zu einem ernsthaften Schaumproblem führt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Schaffung eines Verfahrens zur Herstellung von halogenhaltigen Phthalocyaninpigmenten,
bei dem der Verlust von halogenhaltigen Phthalsäuresalzen während des Abtrennens und die Bildung von Chlorwasserstoffgas
während des Wässerns der Säure-Pigment-Aufschlämmung praktisch ausgeschaltet werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein verbessertes Verfahren zur Herstellung eines halogenhaltigen Kupferphthalocyaninpigments,
das die folgenden Stufen umfaßt:
I) Umsetzen einer Mischung von Phthalsäureanhydrid, Harnstoff, einer anorganischen Kupferquelle, einem Katalysator
und einer Quelle von halogenhaltiger Phthalsäure in einem organischen Lösungsmittel, um ein halogenhaltiges Kupferphthalocyaninpigment
zu bilden,
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II) In-Kontakt-Bringen der Reaktionsmischung der Stufe I)
mit einer konzentrierten Säure,
III) Abtrennen des organischen Lösungsmittels von der konzentrierten
Säure der Stufe II), und
IV) Wässern der Säure der Stufe III), um das halogenhaltige Kupferphthalocyaninpigment auszufällen,
und das dadurch gekennzeichnet ist, daß als Quelle für die halogenhaltige Phthalsäure ein wasserlösliches Kupfer-II-SaIz
der halogenhaltigen Phthalsäure verwendet wird.
Das Nicht-Schäumen bei dem beschriebenen Verfahren wird hauptsächlich auf die Verwendung des Kupfer-II-Salzes einer
halogenhaltigen Phthalsäure, das in wässrigen Medien praktisch nicht löslich ist, zurückgeführt. Infolge der
Unlöslichkeit dieser Salze entfällt die Notwendigkeit, dem wässrigen Herstellungsmedium anorganische Halogenidsalze
zuzugeben, um das Phthalatsalz auszufällen, wie es bei dem herkömmlichen Verfahren unter Verwendung von Alkalimetallsalzen
von halogenhaltigen Phthalsäuren notwendig ist. Die Anwesenheit von anorganischen Halogenidsalzen, welche die
Alkalimetallsalze von halogenhaltigen Phthalsäuren verunreinigen
und mit der Säure reagieren können, um Halogenwasser stoff gas zu bilden, entfällt also bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren.
Ein wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß das Kupferion des Kupfer-II-Salzes einer halogenhaltigen
Phthalsäure bei der Herstellung des halogenhaltigen Kupferphiäialocyaninpigments als Teil- oder Gesamtkupferquelle
verwendet wird. Die Menge der anorganischen Kupferquelle kann daher im stöchiometrischen Verhältnis zu der
Menge des verwendeten Kupfer-II-Salzes der halogenhaltigen Phthalsäure entsprechend gesenkt werden oder ganz entfallen.
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Das Kupfer-II-Salz wird auch als Quelle des Phthalatanteils
bei der Phthallocyaninher stellung verwendet und kann als solche das Phthalsäureanhydrid ganz oder teilweise ersetzen. Die
Menge an Kupfer-II-Salz der halogenhaltigen Phthalsäure, die bei der Herstellung des Erthalocyaninpigments verwendet wird,
hängt in erster Linie davon ab, welche Halogenmenge in dem endgültigen Pigment gewünscht wird. Im allgemeinen beträgt
das Molverhältnis von Kupfersalz der halogenhaltigen Phthalsäure zu Phthalsäureanhydrid von etwa 1 : 3» wobei
man ein Monohalogenkupferphthalocyanin erhält, bis etwa 1:7» wobei man ein Kupferphrthalocyaninpigment erhält, das
im Durchschnitt 1/2 Halogenatom pro Pigmentmolekül enthält. Auf jeden Fall kann das geeignete Verhältnis von Kupfer-II-Salz
der halogenhaltigen Phthalsäure zu Phthalsäureanhydrid aufgrund des gewünschten Halogengehalts des hergestellten
Kupferphthalocyaninpigments stöchiometrisch berechnet werden,
einschließlich der Fälle, wo das Kupfer-II-Salz von halogenhaltiger Phthalsäure ausschließlich, d.h. ohne Phthalsäureanhydrid,
verwendet wird, um das entsprechende halogenhaltige KupferphthaLocyaninpigment herzustellen. Wenn beispielsweise
das Kupfer-II-Salz von 4-Chlorphthalsäure ausschließlich verwendet
wird, erhält man Tetrachlorkupferphthalocyanin.
Das bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendete organische Lösungsmittel, das anorganische Kupfersalz, der Katalysator
und die konzentrierte Säure sind bekannt. Als organische Lösungsmittel werden am häufigsten gesättigte Kohlenwasserstofflösungsmittel
und Halogen-substituierte aromatische Lösungsmittel verwendet.
Bei der anorganischen Kupferquelle, die bei der Kupferphthalocyaninherstellung
das Kupferion liefert, kann es sich um ein anorganisches Kupfersalz, z.B. Kupfersulfat und Kupferhalogenid,
oder um elementares Kupfer oder Mischungen von diesen handeln.
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Für das erfindungsgemäße Verfahren sind viele verschiedene Katalysatoren geeignet. Am häufigsten werden anorganische
molybdänhaltige Verbindungen, wie Molybdänoxyde, Ammoniummolybdat, Molybdänsäure und Phospho-molybdänsäure verwendet; weniger
häufig werden Antimonoxyd, Zirkoniumtetrachlorid und Titantetrachlorid verwendet.
Die Hauptanforderung an die konzentrierte Säure, die zum Extrahieren des halogenhaltigen Kupferphthalocyaninpigments
aus dem organischen Lösungsmittel, das bei der Herstellung als Reaktionsmedium dient, verwendet wird, besteht darin, daß die
konzentrierte Säure mit dem organischen Lösungsmittel im wesentlichen nicht mischbar ist und daß sie das halogenhaltige KupferphthaUocyaninpigment
ausreichend gut löst, damit der größte Teil des Pigments aus dem organischen Lösungsmittel extrahiert
wird. Da halogenhaltige Kupferphthalocyaninpigmente im besonderen und PhthäLocyaninpigmente allgemein nur in
relativ wenigen Säuren - abgesehen von Schwefelsäure löslich sind, wird aus Gründen der Verfügbarkeit und der
Wirtschaftlichkeit in kommerziellen Verfahren praktisch ausschließlich Schwefelsäure verwendet und auch bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren bevorzugt.
Zu den für das erfindungsgemäße Verfahren geeigneten Kupfer-II-Salzen
von halogenhaltigen Phthalsäuren zählen die Kupfersalze der chlorhaltigen Phthalsäuren mit einer relativ
schlechten Wasserlöslichkeit, z.B. das Kupfer-II-Salz von
4-Chlorphthalsäure, und die entsprechenden Kupfersalze von
bromierten und fluorierten Phthalsäuren.
Die Kupfer-II-Salze von halogenhaltigen Phthalsäuren können
durch Umsetzen einer halogenhaltigen Phthalsäure oder eines Monoalkalimetallsalzes von dieser mit einer Kupfer-II-Ionenquelle
in einer wässrigen Lösung hergestellt werden. Die freien Säuren oder deren Alkalimetallsalze, aus welchen die
entsprechenden Kupfersalze hergestellt werden, sollten in wässrigen Medien ausreichend löslich sein, um eine vollständige
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Umsetzung der Kupferionenquelle sicherzustellen. Um eine vollständige Ausfällung des Produkts ohne Verunreinigung durch
anorganische Salze zu gewährleisten, sollten die erhaltenen Kupfer-II-Salze von halogenhaltigen Phthalsäuren vorzugsweise
praktisch unlöslich in Wasser sein.
Als Quelle für die Kupfer-II-Ionen kann jedes anorganische
Kupfersalz, z.B. Kupfersulfat, Kupfer-II-halogenid, Kupfer-II-acetat
und Kupfer-II-nitrat oder Mischungen von diesen,
das in einem wässrigen Medium löslich ist und die Herstellung oder Abtrennung des Kupfersalzes der halogenhaltigen Phthalsäure
nicht beeinträchtigt, verwendet werden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird ein chlorhaltiges Kupferphthalοcyaninpigraent
hergestellt, indem das Kupfer-II-Salz von 4-Chlorphthalsäure
mit einer Mischung von Phthalsäureanhydrid, Harnstoff, Kupfer-I-ciilorid und einer katalytisch wirksamen Menge von
Molybdänoxyd in einem gesättigten Kohlenwasserstofflösungsmittel, z.B. Kerosin, umgesetzt wird. Die bei der Herstellung
des Salzes verwendete 4-Chlorphthalsäure kann nach jedem der bekannten Verfahren hergestellt werden. Das Kupfer-II-Salz
von 4-Chlorphthalsäure wird hergestellt, indem 4-Chlorphthalsäure
in einem wässrigen Medium bei einem pH-Wert zwischen etwa 3,3 und 4,3 mit einer Kupfer-II-Ionenquelle, wie
CuSO^.5H2O, umgesetzt wird. Der bevorzugte pH-Bereich bei
der Reaktion beträgt etwa 3»4 bis 3,5, um die höchste Ausbeute
an Kupfer-II-Salz zu erhalten. Eine größere Abweichung von diesem pH-Bereich bewirkt eine wesentliche Verringerung
der Ausbeute an Kupfer-II-Salz. Im Fall eines pH-Werts von mehr als etwa 4,3 findet eine Ausfällung von Kupferhydroxyd
statt, wodurch das Kupfer-II-Salz von 4-Chlorphthalsäure, das bei diesem pH-Wert gebildet worden ist, verunreinigt wird
und wodurch die Ausbeute an Kupfer-II-Salz wesentlich verringert wird.
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Das Kupfer-II-Salz, das aus dem Reaktionsmedium ausgefällt wird, kann durch Filtrieren abgetrennt und mit Wasser von
Verunreinigungen freigewaschen werden, ohne daß dabei ein wesentlicher Verlust an Produkt auftritt, da das Kupfer-II-Salz
von 4-Chlorphthalsäure in einer gesättigten wässrigen
Lösung bei 25°C lediglich bis zu einem Umfang von etwa 0,095 Gew.-56 löslich ist. Der erhaltene Filterkuchen kann getrocknet
oder gegebenenfalls entwässert werden, indem aus dem für die anschließende Herstellung des Kupferphthal ocyanins
verwendeten Lösungsmittelmedium Wasser als Überkopffraktion
entfernt wird. Da es nicht notwendig ist, anorganische Salze, z.B. Kalium- oder Natriumchlorid, zuzugeben, um das Kupfer-II-Salz
von 4-Chlorphthalsäure auszufällen, enthält das abgetrennte Produkt kein zusätzliches anorganisches Salz, das
bei Umsetzung mit der Säure, die in den anschließenden Stufen der Kupferphthalocyaninherstellung verwendet wird, Chlorwasserstoffgas
bilden kann. Das Kupfer-II-Ion des Kupfer-II-Salzes
wird im übrigen anschließend auch als Kupferquelle bei der Kupferphthalocyaninherstellung verwendet.
Das Kupfer-II-Salz von 4-Chlorphthalsäure kann entweder allein oder zusammen mit einer Säure in das Reaktionsmedium für die
Herstellung von Kupf erphthalocyanin gegeben werden. Um eine gleichmäßige Verteilung der 4-Chlorphthalsäure in der
Aufschlämmung und eine glatt verlaufende Reaktion zu erreichen, wird es im allgemeinen vorgezogen, der Reaktionsaufschlämmung
eine Säure zuzugeben. Zu diesem Zweck kann jede starke Mineralsäure, z.B. HCl, Jede starke organische Säure, z.B.
p-Toluolsulfonsäure, oder jedes sauer reagierende Salz,
z.B. Ammoniumchlorid, oder ein saures Salz einer starken zwei- oder dreibasischen Säure, wie Natriumhydrogensulfat und
Natriumdihydrogenphosphat, verwendet werden.
Die folgenden Beispiele dienen zur näheren Erläuterung der vorliegenden Erfindung. Wenn nicht anders angegeben, sind die
darin genannten Teile und Prozente auf das Gewicht bezogen.
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Das 4-Chlorphthalsäureanhydrid wird nach dem bekannten, von
T.S. Moore et al. in J.Chem.Soc., IJjJ 1786-91 (1921) beschriebenen
Verfahren hergestellt. Das Anhydrid wird durch Destillation gemäß dem von Bansho et al., Tokyo Kogyo Sh.
Kensk. Hokoku 5J5 (4), 158-64 (1961), Chemical Abstracts
62:16O9 j beschriebenen Verjähren isoliert, wonach es dann
zu der Säure hydrolysiert wird. Die erhaltene 4-Chlorphthalsäure
hat einen Schmelzpunkt von 148°C, und durch Analyse wird ein Chlorgehalt von 18,0 %, verglichen mit dem berechneten
Wert von 17,7 %, ermittelt.
Zu einer Lösung von 4,01 Teilen der oben zubereiteten 4-Chlorphthalsäure in 50 Teilen Wasser werden 6,0 Teile
CuSO^* 5H,,0 in 50 Teilen Wasser gegeben. Der pH-Wert der erhaltenen
Lösung wird durch Zugabe von NaOH auf 3,45 eingestellt. Das ausgefällte Produkt wird 4 Stunden lang bei 50°C gerührt.
Nach dem Abkühlen der Produktaufschlämmung auf Zimmertemperatur wird das Produkt durch Filtrieren abgetrennt, mit Wasser bis
zu einem spezifischen Widerstand von 6OOO 0hm gewaschen und darin getrocknet. Man erhält 5,02 Teile (Ausbeute 97 %) des Kupfer-II-Salzes
von 4-Chlorphthalsäure.
Das Kupfer-II-Salz wird analysiert, und es wird gefunden,
daß es 22,0 % Cu und 13,5 % Cl (berechnet: 24,2 % Cu und 13,53 %
Cl) enthält. Das Röntgenstrahlen-Diffraktionsmuster zeigt hauptsächliche Interplsnarabstände von 14,5 Ä und sehr viel
kleinere InterpTaiarabstände von 7,0, 4,8, 4,6, 3,9, 3,8 und
2,7 S.
Zu 53 Teilen Wasser werden 11,8 Teile einer 50#igen wässrigen
Lösung von Natriumhydroxyd,gegeben, wonach dann 5,5 Teile Phthalsäureanhydrid dazugegeben werden. Die Lösung wird
Minuten lang gerührt und anschließend auf etwa 6 bis 100C
abgekühlt.
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Im Verlauf von 4 Stunden werden 7 Teile Chlorgas zu der Lösung gegeben. Die erhaltene Lösung wird dann 30 Minuten lang gerührt,
wonach der pH-Wert etwa 4,4 bis 4,7 beträgt. Nun werden im Verlauf von 1 Stunde 3,6 Teile 98%iger Schwefelsäure
zugegeben, und die Lösung wird weitere 3 Stunden gerührt. Nach Ablauf dieser Zeit hat die Lösung einen pH-Wert von etwa
2.0.
Zu der obigen Mischung des Natriumsalzes von 4-Chlorphthalsäure
werden 6,5 Teile Kupfersulfat-pentahydrat (CuSO.·5HpO)
gegeben. Die Lösung wird dann 60*Minuten lang gerührt, umeine
vollständige Lösung des CuSO^*5H^O sicherzustellen. Der
pH-Wert der erhaltenen Lösung wird mit einer Natriumhydroxydlösung auf etwa 3,40 bis 3,45 eingestellt, und die Lösung
wird 30 Minuten lang gerührt. Das Kupfer-II-Salz von 4-Chlorphthalsäure,
das aus der obigen Lösung ausgefällt wird, wird durch Filtrieren abgetrennt und mit Wasser bis zu einem
spezifischen Widerstand von 600 Ohm gewaschen.
Das Kupfer-II-Salz wird dann analysiert, und es wird gefunden,
daß es praktisch das gleiche Röntgenstrahlen-Diffraktionsmuster
wie das Kupfer-II-Salz des Beispiels 1 aufweist.
Das im Beispiel 2 hergestellte Kupfer-II-Salz von 4-Chlorphthalsäure
wird in Form eines nassen Preßkuchens zu 45,5 Teilen desodoriertem Kerosin gegeben. Die erhaltene
Aufschlämmung wird entwässert, indem das Wasser bei einer Temperatur von 1100C über Kopf entfernt wird. Der erhaltenen
entwässerten Aufschlämmung werden 110 Teile desodoriertes Kerosin, 0,05 Teile Dibutyl-p-cresol, 40 Teile Harnstoff,
2,13 Teile Kupfer-I-chlorid, 0,18 Teile Molybdänoxyd (MoO3),
21 Teile Phthalsäureanhydrid und 1,25 Teile Ammoniumchlorid zugegeben. Die Aufschlämmung wird dann im Verlauf von 4 1/2
Stunden auf 2000C erhitzt und 2 Stunden lang auf dieser
Temperatur gehalten. Danach wird sie auf 30°C abgekühlt, ' ■
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und dann wird das darin gebildete rohe, halogenhaltige Kupferphthalcyaninpigment
aus dem Reaktionsmedium in 223 Teile 98%ige Schwefelsäure gespült. Die erhaltene Phthalocyaninpigmentlösung
in Schwefelsäure wird dann unter starker Turbulenz in Wasser gegeben,um das halogenhaltige Kupferphthalcyaninpigment
in Pigmentform auszufällen; praktisch der Gesamtteil davon wird in der a-I-Phase gewonnen.
Das Pigment wird dann durch Erhitzen in Perchloräthylen in Anwesenheit eines oberflächenaktiven Mittels mit quartärer Ammoniumgruppe(n)
gemäß dem in der U.S.-Patentschrift 3 717 493 beschriebenen
Verfahren behandelt. Nachdem das Perchloräthylenlösungsmittel entfernt worden ist, wird das Pigment durch
Filtrieren und Waschen gewonnen. Das gereinigte Pigment wird analysiert, und es wird gefunden, daß es 3,9 % Chlor enthält.
In ein Reaktionsgefäß, das mit einem Rückflußkühler und
einer äußeren Erhitzungsvorrichtung ausgestattet ist, werden unter starkem Rühren die folgenden Bestandteile gegeben:
Teile
| Kupfer-II-Salz von 4-Chlorphthalsäure | 7,49 |
| Phthaisäureanhydrid | 22,00 |
| Harnstoff | 40,00 |
| Kupfer-I-chlorid | 2,04 |
| Molybdänoxyd | 0,12 |
| Ammoniumchlorid | 1,19 |
| Desodoriertes Kerosin | 156,00 |
Die Mischung wird im Verlauf von 3 Stunden unter Stickstoff auf 1950C erhitzt und unter starkem Rühren 2 Stunden lang
auf dieser Temperatur gehalten. Nachdem die Mischung auf 900C
abgekühlt worden ist, werden langsam 77 Teile 98%iger H
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zugegeben. Die Mischung wird dann 5 Minuten lang gerührt, und man läßt sie 30 Minuten stehen, damit sie sich setzt.
Durch Abdekantieren wird dann die Kerosinschicht von der hoch-viskosen HpSO^-Schicht getrennt, wonach die HpSO^-Schicht
zu 1000 g Eis gegeben und mit Wasser auf 2000 ecm verdünnt wird. Die erhaltene wässrige Aufschlämmung wird auf 95 C
erhitzt und 15 Minuten lang auf dieser Temperatur gehalten. Durch Zugabe von NaOH wird der pH-Wert der Aufschlämmung auf
10,5 - 11»5 eingestellt, und die Aufschlämmung wird dann unter Rühren 2 Stunden lang auf 90 - 95°C erhitzt. Das erhaltene
Produkt wird durch Filtrieren abgetrennt, mit Wasser frei von löslichen Salzen gewaschen und unter Vakuum bei
120 - 1300C getrocknet. Die Ausbeute an chlorhaltigem Kupferphthaloeyaninrohprodukt
beträgb 22,6 Teile. Das rohe Produkt wird nach herkömmlichen Verfahren gereinigt, und bei dem
gereinigten Produkt wird durch Analyse ein Chlorgehalt von 3,64 % ermittelt.
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Claims (1)
1. Verbessertes Verfahren zur Herstellung eines halogenhaltigen
Kupferphthalocyaninpigments, das die folgenden Stufen umfaßt:
I) Umsetzen einer Mischung von Phthalsäureanhydrid, Harnstoff, einer anorganischen Kupferquelle, einem Katalysator
und einer Quelle von halogenhaltiger Phthalsäure in einem organischen Lösungsmittel, um ein halogenhaltiges
Kupferphthalocyaninpigment in Lösung zu bilden,
II) In-Kontakt-Bringen der Reaktionsmischung der Stufe I)
mit einer konzentrierten Säure,
III)Abtrennen des organischen Lösungsmittels von der
konzentrierten Säure der Stufe II), und
IV) Wässern der Säure der Stufe III), um das halogenhaltige Kupferphthalocyaninpigment auszufällen,
dadurch gekennzeichnet, daß als Quelle für die halogenhaltige Phthalsäure ein wasserlösliches Kupfer-II-Salz
der halogenhaltigen Phthalsäure verwendet wird.
6098U/1 1 10
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