DE2423591B2 - l-N-Isoserylkanamycine, Verfahren zu ihrer Herstellung und solche Verbindungen enthaltende Arzneimittel - Google Patents
l-N-Isoserylkanamycine, Verfahren zu ihrer Herstellung und solche Verbindungen enthaltende ArzneimittelInfo
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Description
3. Arzneimittel, gekennzeichnet durch wenigstens eine Verbindung gemäß Anspruch 1 neben üblichen
Träger- und/oder Hilfsstoffen.
Die Erfindung betrifft l-N-Isoserylkanamycin A, 1-N-Isoserylkanamycin B und 1-N-Isoseryl-3',4'-didesoxy-kanamycin
B sowie deren nichttoxische Salze, ein Verfahren zu ihrer Herstellung und solche Verbindungen
enthaltende Arzneimittel.
Die genannten Verbindungen sind gegen gramnegative und grampositive Bakterien überraschend wirksame
Substanzen. Sie zeigen sogar gegen resistente Stämme dieser Bakterien unverminderte Wirksamkeit.
Kanamycin A (im folgenden kurz »Kanamycin«) und Kanamycin B sind bekannte Aminoglykosid-Antibiotika,
die verbreitet als Chemotherapeutika eingesetzt werden. In jüngerer Zeit sind jedoch eine Reihe von
Stämmen dieser Bakterien aufgetreten, die gegen die bekannten Aminoglykosid-Antibiotika resistent sind.
Der Resistenzmechanismus dieser Stämme gegenüber den Aminoglykosid-Antibiotika ist uniersucht worden.
H. Umezawa et al. haben gezeigt, daß einige gramnegative Stämme von Staphylococcus aureus und
Pseudomonas aeruginosa, die den R-Faktor tragen und von Patienten isoliert wurden, die auf Kanamycine nicht
ansprechen, einen Resistenzmechanismus aufweisen, der darauf beruht, daß sie ein Enzym erzeugen, das die
3'-Hydroxylgruppe der Kanamycine phosphoryliert. Durch Einwirkung der Phosphotransferase werden
solche Kanamycine inaktiviert (Science Bd. 157, S. 1559 [1967]).
Als Ergebnis der Untersuchungen des Resistenzmechanismus wurden 3'-Desoxykanamycin und 3',4'-Didesoxykcnamycin
B beschrieben und hergestellt, die der Einwirkung der Phosphotransferase widerstehen (Journal
of Antibiotics, Serie A, Bd. 24, S. 274/275 [19711 und
Bd. 24, S. 485-487 [1971]). 3'-Desoxykanamycin und 3',4'-Didesoxykanamycin B sind zwar gegen die
genannten kanamycinresistenten Stämme effektiv, sind jedoch inaktiv gegenüber anderen kanamycinresistenten
Stämmen, beispielsweise Escherichia coli JR66/
W677, auf die aus klinisch isolierten Klebsiella der R-Faktor übertragen wurde. H. Umezawa et al. konnten
den Resistenzmechanismus gegenüber den Kanamycinen für diese Stämme aufklären. Die Stämme erzeugen
ein Enzym, das die 2'-Hydroxylgruppe des Kanamycins oder 3',4'-Didesoxykanamycin B mit Adenosintriphosphat
adenyliert. Durch diese Nukleotidyltransferase werden Kanamycin und 3',4'-Didesoxykanamycin B
inaktiviert (Journal of Antibiotics, Bd. 24, S. 911-913 [ 1971J und Journal of Antibiotics, Bd. 25, S. 492 [1972]).
Andererseits ist bekannt, daß Butirosin B, ein von einer Bacillus-Art erzeugtes Aminoglykosid-Antibiotikum,
gegenüber einigen kanamycin- und ribostamycinresistenten Bakterien aktiv ist. Das Butirosin B ist als
JO l-N-((S)-4-Amino-2-hydroxy-n-butyryl)-ribostamycin
identifiziert worden (Tetrahedron Letters, S. 2125 und S. 2617-2630[1971]sowie DE-OS 19 14 527).
identifiziert worden (Tetrahedron Letters, S. 2125 und S. 2617-2630[1971]sowie DE-OS 19 14 527).
Vergleichende Untersuchungen der antibakteriellen Aktivität des Ribostamycins mit der des Butirosin B
haben gezeigt, daß der (S)-4-Amino-2-hydroxybutyryl-Substituent an d 1-Aminogruppe des Butirosin B für
die Aktivität des Ribostamycins sowohl gegenüber ribostamycinresistenten als auch gegenüber ribostamycinempfindlichen
Stämmen eine wichtige Rolle spielt.
Die Gegenwart des (S)-4-Amino-2-hydroxybutyryl-Substituenten an der 1-Aminogruppe des Butirosin B
inhibiert die Wirkung der von den kanamycinresistenten Stämmen erzeugten Nukleotidyltransferase.
Für das Kanamycin konnten dagegen bisher noch keine auch gegen resistente Stämme wirksamen
Derivate gefunden werden.
Der Erfindung liegt dementsprechend die Aufgabe zugrunde, Kanamycinderivate zu schaffen, die auch
gegenüber kanamycinresistenten jakterienstämmen aktiv sind. Weiterhin liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung solcher Derivate zu schaffen, das einfach, wirtschaftlich und in
guter Ausbeute durchgeführt werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden 1-N-lsoserylkanamycin
A. l-N-Isoserylkanamycin B und 1-Isoseryl-3',4'-didesoxykanamycin
B sowie deren nichttoxische Salze vorgeschlagen.
Das erfindungsgemäß zur Lösung dieser Aufgabe vorgeschlagene Verfahren ist weiter unten ausführlich
beschrieben.
Den Verbindungen der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, daB man in die 1-Aminogruppe der
Kanamycine einen sperrigen Substituenten einführt und dadurch die 2'-Hydroxylgruppe des Kanamycinmole-
ft5 küls sterisch behindert. Das Kanamycin wird dadurch
dem Angriff der inaktivierenden Enzyme der kanamycinresistenten Bakterien entzogen. Durch Einführung
der Isoserylgruppe gemäß der Erfindung werden dabei
überraschenderweise nicht nur gegen gramnegative und
grampositive Bakterien aktive Substanzen, sondern auch Substanzen erhalten, die gegen die unterschiedlichsten Arzneimittel resistent sind.
Ein weiterer überraschender Vorteil der Verbindungen der Erfindung liegt darin, daß sie sowohl in
racemischer Form als auch als reines L-Isomer oder als
reines D-Isomer außerordentlich aktiv sind.
Zur Herstellung der Verbindungen der Erfindung werden Kanamycin, Kanamycin B bzw. 3',4'-Didesoxykanamycin B an der 1-Aminogruppe mit Isoserin
acyliert Für diese Reaktion werden alle übrigen Aminogruppen partiell oder vollständig durch bekannte
Aminoschutzgruppen blockiert. Von den so erhaltenen Acylierungsprodukten werden dann die Schutzgruppen
abgespalten. Das freie Endprodukt wird chromatographisch getrennt und aufgearbeitet
Weiterhin weisen die so hergestellten 1-N-Isoserylkanamycine, wie bereits angedeutet, eine außerordentlich
und unerwartet hohe antibakterielle Aktivität gegenüber kanamycinempfindlichen Bakterien auf, vor allem
gegenüber Bakterien, die empfindlich sind gegen
Kanamycin A, Kanamycin B und 3\4'-Didesoxyka.,jainycin B. Schließlich ist die außerordentlich hohe Aktivität
gegenüber kanamycinresistenten Bakterienstämmen von Pseudomonas aeruginosa auffällig. Die Verbindungen der Erfindung, also das 1-N-Isoserylkanamycin A,
l-N-Isoserylkanamycin B und das l-N-Isoseryl-3',4'-didesoxykanamycin B können durch die folgende
allgemeine Formel wiedergegeben werden:
^CH2NH2
in der R Wasserstoff oder Hydroxyl und R' Amino oder Hydroxyl sind, und zwar mit der Maßgabe, daß, wenn R
Wasserstoff ist, R' eine Aminogruppe ist Auch die nichttoxischen, durch Addition von Säuren gebildeten
Salze dieser Verbindungen sind aufgrund ihrer hohen bakteriziden Aktivität wertvolle Pharmazeutika. Bezüglich der Isoserylgruppe des Moleküls der allgemeinen
Formel (I) können die Verbindungen entweder in der DL-Form oder in der L-Form oder in der D-Forrn
hergestellt und mit voller Wirksamkeit verwendet werden. Dementsprechend umfaßt der im Rahmen
dieser Beschreibung verwendete Ausdruck »1-N-Isose··
rylkanamycin« die folgenden drei Verbindungen: l-N-DL-Isoserylkanamycin A, 1-N-L-Isoserylkanamyein A und 1-N-D-lsoserylkanamycin A. Entsprechend
bedeutet der Ausdruck »1-N-Isoserylkanamycin B« das
I-N-DL-Isoserylkanamycip B, 1-N-L-lsoserylkanamycin B und I-N-D-Isoseryll.anamycin B. Gleicherweis«
schließt der Terminus »l-N-Isoseryl-S'^'-didesOxykana.·■
mycin B« die Verbindungen I-N-DL-Isoseryl-3',4'-didesoxykanamycin B, l-N-L-Isoseryl-3',4'-didesoxykanamycin B und l-N-D-lsoserylO'/t'-didesoxykanamycin B
ein.
Das I-N-Isoserylkanamycin erhält man, wenn in der
vorstehenden allgemeinen Formel (I) R und R' je eine Hydroxylgruppe bedeuten. Das 1-N-lsoserylkanamyciiri
B entspricht derjenigen Verbindung der allgemeinen
Formel (I), die erhalten wird, wenn R Hydroxyl und R'
die Aminogruppe ist.
spricht einer Verbindung der allgemeinen Formel (I), in
der R Wasserstoff und R' die Aminogruppe ist.
Als bevorzugte nichttoxische pharmazeutisch wertvolle Additionssalze der Verbindungen der allgemeinen
Formel (I) seien folgende Salze genannt: Hydrochloride,
Sulfate, Phosphate, Acetate, Maleinate, Fumarate,
Succinate, Tartrate, Oxalate, Citrate, Methansulfonate, Äthansulfonate u. a.
l-N-DL-Isoserylkanamycin hat die folgenden physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften:
Die Substanz liegt bei Zimmertemperatur als farbloses Kristallpulver vor. Der Zersetzungspunkt liegt bei
174-177°C. Die spezifische Drehung beträgt [α]" +89° (cO,65 in Wasser). Bei der Dünnschichtchromatographie auf Kieselgel wird ein einziger Wande-
rungsfleek erhalten, der eine positive Ninhydrinreaktion
zeigt. Für ein Laufmittelsystem aus Methanol, Chloroform, 28%igem wäßrigen Ammoniak und Wasser im
Verhältnis 4:1:2:1 liegt der Rr-Wert bei 0,27, während er für Kanamycin unter den gleichen Bedingungen bei
039 liegt. Das INDL-Isoserylkanamycin zeigt auf dem
gleichen Kieselgel in der Dünnschichtchromatographie bei Entwicklung mit einem System aus Butanol, Äthanol,
Chloroform und 17%igem wäßrigen Ammoniak im
Verhältnis 4 :5 ; 2 :5 einen Rf-Wert von 0,08 und einen
einzigen ausgeprägten Wanderungsfleek, während das Kanamycin unter den gleichen Bedingungen einen
Rf-Wert von 0,11 zeigt Im UV-Absorptionsspektrum dieser Substanz in Wasser ist lediglich das jenseits der
Absorptionskante liegende Kontinuum zu erkennen. Das IR-Absorptionsspektrum der Substanz zeigt in
Kaliumbromidtabletten Hauptabsorptionsbanden bei 3400, 2950, 1650, 1560, 1490, 1390, 1340, 1150 und
1030cm-'. Das Absorptionsspektrum zeigt also deutlich das Vorliegen einer Amidgruppe, also der Gruppe
—CONH-, im Molekül. Die Verbindung zeigt nicht nur
eine hohe antibakterielle Aktivität gegenüber den verschiedensten gramnegativen und grampositiven
Bakterien, die auch gegenüber Kanamycin empfindlich sind, sondern zeigt auch eine hohe antibakterielle
Aktivität gegenüber arzneimittelresistenten Stämmen von Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa- Die
Verbindung weist eine nur sehr geringe Tier- und Humantoxizität auf. Für Mäuse beträgt die LD» bei
intravenöser Injektion über 200 mg/kg.
Auch 1-N-L-Isoserylkanamycin liegt als farbloses
kristallines Pulver vor. Der Zersetzungspunkt beträgt 184-187° C, [oc]i' + 74° (c 0,85 in Wasser).
1-N-D-Isoserylkanamycin ist ebenfalls ein farbloses
kristallines Pulver. Die Zersetzungstemperatur beträgt 184- 188° C. [αψ +82° (c 033 in Wasser). Die übrigen
Eigenschaften einschließlich der antibakteriellen Aktivität und derToxizität entsprechen für 1-N-L-Isoserylkanamycin
und l-N-D-lsoserylkanamycin den für das
1-N-DL-Isoserylkanamycin beobachteten Werten.
l-N-DL-Isoserylkanamycin B hat die folgenden
physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften: Die als farbloses kristallines Pulver vorliegende
Substanz hat einen Zersetzungspunkt von I79_184°C. [α]? +86° (c 0,72 in Wasser). Bei der
dünnschichtchromatographischen Entwicklung auf Kieselgel wird ein einziger Laufpunkt erhalten, der eine
positive Ninhydrinreaktion liefert. Bei Entwicklung mit einem Laufmittelsystem aus Butanol, Äthanol. Chloroform
und 17%igem wäßrigen Ammoniak im Verhältnis 4:5:2:5 beträgt der Rf-Wert 0.09. Unter gleichen
Bedingungen beträgt der Rf-Wert von Kanamycin B 0,16. Im UV-Absorptionsspektrum der Substanz in
Wasser zeigt sich lediglich das jenseits der Absorptionskante iiegende Kontinuum. Das IR-Absorptionsspektrum
der Substanz in Kaliumbromidtabletten enthält Absorptionsbanden, die das Vorliegen von Amidbindungen
im Molekül bestätigen. Das NMR-Spektrum läßt deutlich das molaie Bindungsverhältnis 1 : I vor
Kanamycin B und DL-Isoserin erkennen. Die Substanz weist i«icht nur gegenüber gramnegativen und grampositiven
Bakterien, die auch auf Kanamycin ansprechen, eine hohe Aktivität auf, sondern auch gegenüber
ansonsten arzneimittelresistenten Stämmen von Escheίο
15
20
25
30
35
richia coli und Pseudomonas aeruginosa. Die Verbindung
weist eine nur sehr geringe Tier- und Humartoxizität
auf. Bei intravenöser Injektion an Mäusen beträgt die LD50 Ober 100 mg/kg.
1-N-DL-Isoseryl-3',4'-Didesoxykanamycin B weist folgende physikalische, chemische und biologische
Eigenschaften auf: Die Substanz liegt ebenfalls in Form eines farblosen kristallinen Pulvers vor. Der Zersetzungspunkt
liegt bei 174-175°C [«]?+82° (c 0 32 in
Wasser). Bei der dünnschichtchromatographischen Entwicklung auf Kieselgel liefert die Substanz e nen
einzigen Lauffleck. Der entwickelte Fleck zeigt eine positive Ninhydrinreaktion. Bei der Entwicklung mit
einem Laufmittelsystem aus Butanol, Äthanoi, Chloroform und 17%igem wäßrigen Ammoniak im Verhältnis
4:5:2:5 beträgt der Rf-Wert 0,17. Unter den gleichen
Bedingungen beträgt der Rf-Wert von 3',4'-Didesoxykanamycin
B 0,26. Das UV-Absorptionsspektrum dieser Substanz in Wasser zeigt lediglich die jenseits der
Absorptionskante liegende kon'-mierliche Absorption,
im iR-Absorptionsspektrum der S' bstanz in Kaiiumbromidtabletten
werden alle Banden beobachtet, die die im Molekül vorliegende Amidbindung bestätigen. Das
NMR-Spektrum zeigt ein molares Bindungsverhältnis von 1 :1 zwischen Kanamycin B und DL-lsoserin. Die
Substanz zeigt eine hohe antibakterielle Aktivität gegenüber kanamycinempfindlichen gramnegativen
und grampositiven Bakterien. Außerdem zeigt sie eine überraschend hohe Aktivität gef,en arzneimittelresistente
Stämme von Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa. Die Substanz zeigt eine sehr geringe Tier-
und Humantoxizität- Bei der intravenösen Injektion bei
Mäusen liegt die LDs0 über 100 mg/kg.
Die für eine inhibitorische Aktivität erforderliche Mindestkonzentration (in μg/ml) von l-N-DL-lsoserylkanamycin,
1-N-DL-Isoserylkanamycin B und 1-N-DL-lsoseryI-3',4'-didesoxykanamycin
B gegenüber den verschiedensten Mikroorganismen wird ;;ach dem Verfahren der seriellen Verdünnung unter Verwendung
eines Nähragars bei 37°C bestimmt. Die Bewertung wird nach 18stündiger Inkubation vorgenommen. Zum
Vergleich werden die zur inhibitorischen Wirkung erforderlichen Mindestkonzentraüonen von Kanamycin,
Kanamycin B und 3',4'-Didesoxykanamycin B in gleicher Wc:sc unter gleichen Bedingungen, wie
vorstehend beschrieben, bestimmt.
Die so erhaltenen antibakteriellen Spektren von 1-N-DL-lsoseryl-kanamycin (in der Tabelle 1-IS-KM).
1-N-DL-lsoseryl-kanamycin B (in der Tabelle 1 -IS-KMB)
und l-N-DL-lsoseryl-3',4'-didesoxykanamycin B (in der Tabelle 1-IS-DKB) sind in der Tabelle I
zusammen mit den Spektren von Kanamycin (in der T-.bellc KM). Kanamycin B (in der Tabelle KMB) und
3',4'-Didesoxykanamycin B (in der Tabelle DKB) gezeigt.
Testorganismus
.Mindesthemm konzentration (μβ/πιΐ)
KM 1 -IS-KM KMB
1-IS-KMB DKR
1-IS-DKB
Staphylococcus aureus FDA 209P
Staphylococcus &ureus Smith
Staphylococcus auiets Terajima
Sarcina lutea PCI 1001
Staphylococcus &ureus Smith
Staphylococcus auiets Terajima
Sarcina lutea PCI 1001
| 0,78 | 0,78 | 0,39 | 1,56 · | < 0,20 | 0,78 |
| 0,20 | 0,20 · | < 0,20 · | < 0,20 · | < 0,20 | < 0 20 |
| 0,20 | < 0,20 - | < 0,20 · | < 0,20 · | < 0,20 | < 0,20 |
| 6.25 | 3.12 | 1.56 | 625 | I Sri |
Fortsetzung
Testorganismus
Mindest hemm konzentration |;ig/ml)
KM 1-IS-KM KMB
KM 1-IS-KM KMB
I-IS-KMB DKB
-IS-DKB
Bacillus anthracis
Bacillus subtilis PCI 219
Bacillus subtilis NRRL B-55R
Bacillus ccreus ATCC 10702
Corynebacterium bovis 1810
Mycobacterium smegmatis ATCC 607 Shigella dysenteriae JS I 1910
Shigella flexncri 4b JS 11811
Shigella sonnei JS 11746
Salmonella typhosa T-63
Salmonella enteritidis 1891
Proteus vulgaris OX 19
Klebsiella pneumoniae PCI 602
KJebsiella pneumoniae 22 ·'-' 30.18 Escherichia coli NIIIJ
Escherichia coli K-12
Escherichia coli K-12 ML 1629
Escherichia coli K-12 ML 1630
Escherichia coli K-12 ML 1410
Escherichia coli K-12 ML 1410 R81 Escherichia coli LA290 R55
Escherichia coli LA290 R56
Escherichia coli LA290 R64
Escherichia coli W677
Escherichia coli JR66/W677
Pseudomonas aeruginosa A3
Pseudomonas aeruginosa No. 12 Pseudomonas aeruginosa TI-13
Pseudomonas aeruginosa GN315 Pseudomonas aeruginosa 99
Bacillus subtilis PCI 219
Bacillus subtilis NRRL B-55R
Bacillus ccreus ATCC 10702
Corynebacterium bovis 1810
Mycobacterium smegmatis ATCC 607 Shigella dysenteriae JS I 1910
Shigella flexncri 4b JS 11811
Shigella sonnei JS 11746
Salmonella typhosa T-63
Salmonella enteritidis 1891
Proteus vulgaris OX 19
Klebsiella pneumoniae PCI 602
KJebsiella pneumoniae 22 ·'-' 30.18 Escherichia coli NIIIJ
Escherichia coli K-12
Escherichia coli K-12 ML 1629
Escherichia coli K-12 ML 1630
Escherichia coli K-12 ML 1410
Escherichia coli K-12 ML 1410 R81 Escherichia coli LA290 R55
Escherichia coli LA290 R56
Escherichia coli LA290 R64
Escherichia coli W677
Escherichia coli JR66/W677
Pseudomonas aeruginosa A3
Pseudomonas aeruginosa No. 12 Pseudomonas aeruginosa TI-13
Pseudomonas aeruginosa GN315 Pseudomonas aeruginosa 99
| 0,20 | < 0,20 | < 0,20 | < 0,20 | < 0,20 | < ( |
| 0,20 | < 0,20 | < 0,20 | < 0,20 | < 0,20 | 3,20 |
| 0.20 | < 0.20 | < 0.20 | < 0,20 | < 0.20 | < 0,20 |
| 1,56 | 0,78 | 0,78 | 1,56 | 0,78 | < 0,20 |
| 3.13 | 1,56 | 1.56 | i,56 | 3.13 | 1,56 |
| 0.78 | 0.39 | 0,78 | 0.78 | 0,39 | 0,78 |
| 6.25 | 3,13 | 3,13 | 6.25 | 1,56 | < 0,20 |
| 6.25 | 3,13 | 3.13 | 3,13 | 1.56 | 3,13 |
| 3,13 | 1,56 | 1,56 | 6,25 | 0.78 | 3,13 |
| 0.39 | 0.78 | 0.20 | 0,78 | < 0,20 | 3,13 |
| 0.78 | 0.78 | 1,56 | 0,78 | 1,56 | 0,78 |
| (1.78 | 0,39 | 0.78 | 0.78 | < 0,20 | 0,39 |
| 0.78 | 0,39 | 0.78 | 0,78 | 0,39 | 0,20 |
| 00 | 1.56 | ^ 100 | 6.25 | 100 | 0,39 |
| 1.56 | 1,56 | 0,78 | 3,13 | 0,39 | |
| 1.56 | 0.78 | 0,78 | 1,56 | 0,78 | |
| 100 | 1.56 | >100 | 3,13 | 0,78 | |
| 00 | 1.56 | > 100 | 3,13 | 0,78 | |
| 1.56 | 1.56 | 0,78 | 1,56 | 1,56 | |
| 00 | 1,56 | >100 | 3,13 | 1,56 | |
| 100 | 1.56 | 12,5 | 1,56 | 50 | |
| 12.5 | 0.78 | 3.13 | 0,78 | 12,5 | |
| 12.5 | 0.78 | 3.13 | 0.78 | 6,25 | 1,56 |
| 1.56 | 0.78 | 0.39 | 0.78 | 0,20 | 1,56 |
| 00 | 3.13 | >100 | 12.5 | 50 | 1,56 |
| 50 | 3.13 | 50 | 6,25 | 1.56 | 1,56 |
| 25 | 0.78 | 12,5 | 6.25 | 0.78 | ,56 |
| 100 | 3.13 | 100 | 6,25 | 1.56 | ,56 |
| 100 | > 100 | >100 | 50 | >100 | ,56 |
| 100 | 6.25 | > 100 | 6,25 | 3,13 | ,56 |
| 0,39 | |||||
| 0,39 | |||||
| 0,78 | |||||
| 3,13 | |||||
| 3,13 | |||||
| 1.56 | |||||
| 3.13 | |||||
| 12.5 | |||||
| 3,13 |
Das I-N-DL- (oder -L- oder D-)lsosery!kanamycin.
I-N-DL- (oder -L- oder -D-)lsoserylkanamycin B und
1-N-DL- (oder-L- oiJer-D-)lsoseryl-3',4'-didesoxykanamycin
B. also die neuen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) der Erfindung sind alle nur außerordentlich
gering toxisch gegenüber Tieren und Menschen. Die LD50 beträgt bei intravenöser Injektion für Mäuse in
jedem Fall über 100 mg/kg. Außerdem weisen die Verbindungen der Erfindung gegenüber gramnegativen
und grampositiven Bakterien der verschiedensten Art. auch gegen kanamycinresistente Stämme, eine hohe
antibakterielle Aktivität auf, so daß diese Verbindungen als wirksames Arzneimitte! für Behandlung von
Infektionen durch grampositive und gramnegative Bakterien eingesetzt werden kann. Die Verbindungen
der Erfindung können oral, intraperitoneal, intravenös, subkutan oder intermuskulär verabreicht werden. Alle
pharmazeutisch an sich bekannten und zur Verabreichung von Kanamycin verwendeten Darreichungsformen
können auch für die Verbindungen der Erfindung eingesetzt werden. Bei oraler Verabreichung der
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Verbindungen der allgemeinen Formel (I) der Erfindung kann jede an sich zur oralen Verabreichung bekannte
pharmazeutische Darreichungsform verwendet werden. Beispiele für orale Darreichungsformen sind Pulver,
Kapseln, Tabletten oder Sirup. Bei oraler Verabreichung beträgt die geeignete Dosis zur Behandlung
bakterieller Infektionen etwa 0,25 bis 2 g je Tag und Person. Diese Tagesdosis sollte auf 3 oder 4 gleiche
Teile aufgeteilt werden, die über den Tag verteilt verabreicht werden.
Bei intramuskulärer Injektion beträgt die Dosis vorzugsweise 50—200 mg pro Person in 2 bis 4
Portionen je Tag.
Weiterhin können die Verbindungen der Erfindung als Salbe zur äußerlichen Anwendung formuliert
werden. Die Wirkstoffkonzentration solcher Salben beträgt vorzugsweise 0,5-5 Gew.-%. Als Salbenbasis
kann jede an sich bekannte Basis, vorzugsweise Polyäthylenglykol, verwendet werden.
Die Verbindungen der Erfindung der allgemeinen Formel (I) können aus Kanamycin, Kanamycin B bzw.
3',4'-Didesoxykanamyein B hergestellt werden, die der allgemeinen Formel
HO
W OH
\ N ■■ ■
HN
R R'-f 1
^-R
O ί-Π1,ΝΗ,
,-■■■()
Y- NH,
entsprechen, in der R Wasserstoff oder Hydroxyl und R' Amino oder Hydroxyl sind, und zwar mit der Maßgabe,
daß, wenn R Wasserstoff ist, R' die Aminogruppe ist. Die unter die vorstehend genannte allgemeine Formel
(II) fallende Ausgangsverbindung wird selektiv an der 1 Aminogruppe mit Isoserin der Formel
HOOC CH(OH)-CH2NH2
(HI)
acyliert, und zwar in einer Weise, die für die Acylierung von Aminogruppen an sich bekannt ist. Das als
Ausgangsmaterial benutzte Kanamycin enthält vier Aminogruppen je Molekül, während das Kanamycin B
und 3',4'-Didesoxykanamycin B fünf Aminogruppen je Molekül enthalten. Bei der Acylierung zur Herstellung
der Verbindungen der allgemeinen Formel (I) darf jedoch nur die !-Aminogruppe der Ausgangsverbin
dung der allgemeinen Formel (II) selektiv mit dem Isoserin umgesetzt werden. Zu diesem Zweck werden
die 6'-, 3- und 3"-Aminogruppen des Kanamycins bzw. die 6'-, T-, 3- und 3"-Aminogruppen des Kanamycins B
und des 3',4'-Didesoxykanamycins B in an sich bekannter Weise durch Schutzgruppen maskiert.
Lediglich die 1-Aminogruppe bleibt unmaskiert. Die präparative Herstellung eines solchen selektiv an den
Aminogruppen maskierten Derivats der allgemeinen Formel (II) ist prinzipiell zwar möglich, erfordert jedoch
eine Reihe aufwendiger Verfahrensschritte. Statt dessen ist es daher vorzuziehen, lediglich die primäre
6'-Aminogruppe der Ausgangsverbindung der allgemeinen Formel (II) mit einer Schutzgruppe zu maskieren.
Diese Maskierung wird so durchgeführt, daß die 1 -Aminogruppe unmaskiert bleibt Eine solche Maskierung ist relativ einfach und unkompliziert durchzuführen, da die 6'-Aminogruppe die chemisch aktivste aller
Aminogruppen der Verbindung der allgemeinen Formel (II) ist Diese Gruppe wird daher auch bevorzugt mit der
Schutzgruppe umgesetzt Bei geeigneter Verfahrensführung bleiben die übrigen Aminogruppen frei, während
lediglich die 6'-Aminogruppe mit der Schutzgruppe maskiert wird. In Kanamycin B und 3',4'-Didesoxykanamycin B wird auch die 2'-Aminogruppe des Moleküls bei
dieser Reaktion mit einer Schutzgruppe maskiert Die 2'-Aminogruppe des Kanamycin B und des 3',4'-Didesr
> oxykanamycins B ist zwar weniger reaktiv als die 6'-Aminogruppe. jedoch reaktiver als die anderen
Aminogruppen, also auch reaktiver als die I-Aminogruppe. Entsprechend empfiehlt es sich für di^se
Verbindungen statt aller Aminogruppen außer der
jo 1-Aminogruppe lediglich die 6'-Aminogruppe oder
sowohl die 6'-Aminogruppe und die 2'-Aminogruppe durch Schutzgruppen für die Acylierung mit dem
Isoserin zu maskieren.
Für die Umsetzung der in der beschriebenen Weise an
)i den Aminogruppen mit Schutzgruppen versehenen
Ausgangsverbindung der allgemeinen Forme! (II), insbesondere für die Umsetzung des an der 6'-Aminogruppe
bzw. gegebenenfalls auch an der 2'-Aminogruppe substituierten Kanamycins B und 3',4'-Didesoxyka-
4« namycins B, wird vorzugsweise ein Isoserin der For.nel
/Tll\ o!nnarot7t Poeten &πιίηη(τπιηηΡ AK#»nfallc mit pinpr
Schutzgruppe versehen ist. Bei der Acylierung kann ein Gemisch verschiedener Acylierungsprodukte entstehen,
das das gewünschte 1-N-Mono-isoseryI-Produkt enthält,
bei dem ausschließlich die 1-Aminogruppe mit dem Isoserin acyliert worden ist. Als Nebenprodukte können
unerwünschte Mono- oder Multiisoserylprodukte anfallen, bei denen andere Aminogruppen als die 1-Aminogruppe
bzw. als die blockierte 6'-Aminogruppe und
so gegebenenfalls die bevorzugte ebenfalls blockierte 2'-Aminogruppe mit Isoserin acyliert sind. Bei der
Entfernung der Aminoschutzgruppen entsteht aus diesem Reaktionsgemisch ein Gemisch von Isoserylderivaten der Ausgangsverbindung (II), das neben dem
gewünschten 1-N-Mono-isoseryl-Produkt der allgemeinen Formel (I) als unerwünschte Nebenprodukte Mono-
oder Multiisoserylprodukte mit bereits abgenommenen Aminoschutzgruppen enthält Das gewünschte
1-N-Mono-isoseryl-Produkt (I) kann aus dem Gemisch der Isoserylderivate chromatographisch getrennt und
isoliert werden. Die als Nebenprodukte anfallenden Isoserylderivate weisen eine deutlich geringere antibakterielle Aktivität sowohl gegenüber resistenten als
auch gegenüber empfindlichen Bakterien auf als das
Zur Lösung der Aufgabe, ein Verfahren zur Herstellung der Verbindungen der Erfindung der
allgemeinen Formel (I) zu schaffen, wird erfindungsge-
maß vorgeschlagen, daß man jeweils in an sich bekannter Weise
A. ein jeweils an der 6'-Aminogruppe eine übliche Schutzgruppe tragendes Kanamycin A, Kanamycin
B oder 3',4'-Didesoxykanamycin B oder ein jeweils an den 6'- und 2'-Aminogruppen übliche Schutzgruppen
tragendes Kanamycin B oder 3',4'-Did«soxy-kanamycin B mit einer an der Aminogruppe
eine übliche Schutzgruppe tragenden und an der Carboxylgruppe aktivierten 2-Hydroxy-3-aminopropionsäure
acyliert,
B. die Schutzgruppen aus den erhaltenen Gemischen N-acylierter Kanamycine abspaltet und
C. die Verbindungen gemäß Anspruch I isoliert und gegebenenfalls in ihre nichttoxischen Salze überführt.
Zur Herstellung der im engeren Sinne als Ausganfjsverbindung
verwendeten Substanz mit den Aminoschutzgruppen werden Kanamycin, Kanamycin B bzw.
3',4'-Didesoxykanamycin B, also die Verbindungen der allgemeinen Formel (II), mit einem Reagenz umgesetzt,
das zur Einführung von Aminoschutzgruppen beispielsweise aus der herkömmlichen Peptidsynthese bekannt
ist. Die im Rahmen der Erfindung verwendeten Aminoschutzgruppen können also prinzipiell beliebige
Schutzgruppen, vorzugsweise jene Schutzgruppen sein, die bei der herkömmlichen Peptidsynthese eingesetzt
werden. Voraussetzung für die Brauchbarkeit der Schutzgruppe ist lediglich, daß sie aus den nach der
Acylierung erhaltenen gemischten Acylierungsprodukten leicht wieder abgetrennt werden kann, insbesondere
ohne dabei die Amidbindungen der Acylierungsprodukte zwischen dem 1-N-Isoserylrest und dem Kanamycinrest
zu beeinträchtigen.
Als Aminoschutzgruppen werden insbesondere tert.-Butoxy
und Benzyloxy bevorzugt Diese Schutzgruppen können mit der 6'-Aminogruppe und gegebenenfalls
auch mit der 2'-Aminogruppe der Verbindung der allgemeinen Formel (!1) reagieren und lassen sich
miRornrrlantli^h lair*lit nnnln r4n» AmiKnmH« ..*..«
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Acylierungsprodukt abspalten.
Zur Herstellung einer Verbindung mit geschützten Aminogruppen, in der die 6'-Aminogruppe alHn oder
zusammen mit der 2'-Aminogruppe durch ein'.· Aminoschutzgruppe blockiert ist wird die antibiotische
Verbindung der allgemeinen Formel (II) mit im wesentlichen der äquimolaren Menge beispielsweise
und bevorzugt eines Säurechlorids oder mit einem N-Hydroxybernsteinsäureester umgesetzt Die Umsetzung
erfolgt in einem geeigneten Lösungsmittel, vorzugsweise in Wasser, Äthanol, Aceton oder einem
Gemisch dieser Lösungsmittel unter neutralen oder basischen Bedingungen in der aus der Peptidsynthese
bekannten Weise. Bei dieser Umsetzung wird ein Gemisch verschiedener Derivate der Verbindung der
allgemeinen Formel (II) mit geschützten Aminogruppen erhalten. Der Hauptanteil dieses Gemischs ist eine
Verbindung, bei der Ieciglich die 6'-Aminogruppe
blockiert ist Ein wesentlich geringerer Anteil fällt auf eine Verbindung, die neben der 6'-Aminogruppe
mindestens noch eine der anderen Aminogruppen durch die Schutzgruppe blockiert enthält Produkte, bei denen
neben der 6'-Aminogruppe noch mindestens zwei weitere Aminogruppen mir. der Schutzgruppe versehen
sind, treten bereits kaum noch auf. Das erhaltene Reaktionsgemisch wird chromatographisch getrennt
Dazu dient ein Ionenaustauscherharz mit Carboxylfunktionen,
beispielsweise ein Copolymerisat von Methacrylsäure mit Divinylbenzol. Die Austauscherharze
liegen als Ammoniumsalze vor. Aus dem Gemisch kann auf diese Weise die gewünschte Verbindung isoliert
werden, die lediglich die 6'-Aminogruppe allein oder gegebenenfalls auch die 2'-Aminogruppe durch die
Schutzgruppe blockiert aufweist.
6'-N-tert.-Butoxycarbonylkanamycin kann in hoher Ausbeute durch Umsetzen von Kanamycin in einem
Lösungsmittelgemisch aus Pyridin, Wasser und Triäthylamin mit der ein- bis dreimolaren Menge tert.-Butoxycarbonylazid
hergestellt werden. Das Azid wird unter Rühren tropfenweise der Kanamycinlösung zugesetzt
werden. Anschließend wird über Nacht bei Zimmertem-
ΙΊ peratur gerührt. Danach wird das Reaktionsgemisch im
Vakuum zur Trockne eingedampft. Der Rückstand wird auf einer Kationenaustauschersäule Chromatographien.
Als Austauscherharz dient vorzugsweise ein solches in der Ammoniumform. Bei dieser Reinigung wird das
nicht umgesetzte Kanamycin zurückgewonnen. In gleicher Weise können 2',6'-Di-N-tert.-butoxycarbonylkanamycin
B oder -3',4'-didesoxykanamycin B in hoher Ausbeute hergestellt werden. Dazu werden Kanamycin
B bzw. 3',4'-Didesoxykanamycin B in einem Lösungs-
>·> mittelgemisch aus Pyridin, Wasser und Triäthylamin mit
der zwei- bis dreifachen molaren Menge von tert.-Butoxycarbonylazid umgesetzt. Das Azid wird tropfenweise
unter Rühren zugegeben. Das Gemisch wird anschließend über Nacht bei Zimmertemperatur ge-
jo rührt und anschließend im Vakuum zur Trockne eingedampft. Die Reinigung des festen Rückstandes
erfolgt chromatographisch auf einer Kationenaustauschersäule, vorzugsweise auf einer solchen mit einem
Harz in der Ammoniumform. Wenn die beschriebene
J5 Umsetzung mit der zweifachen molaren Menge oder weniger tert.-Butoxycarbonylazid durchgeführt wird,
können das ö'-N-tert.-Butoxycarbonyl-kanamycin B bzw. das entsprechende 3',4'-Didesoxykanamycin B in
hoher Ausbeute erhalten werden. Die auf diese Weise isolierten Verbindungen können durch weitere Umset-
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£.UIIg IUIL 1 L/13 A ITIUI IVl t. uuiuftj«.ui uvii;(ui.im in
gleicher Weise in die entsprechenden 2',6'-Di-N-tertbutoxycarbonylderivate überführt werden. Die auf diese
Weise hergestellten Verbindungen mit Aminoschutzgruppe(n) können ohne weitere Reinigung als Ausgangsverbindungen
für das Verfahren der Erfindung verwendet werden.
Zur Acylierung der aminogeschützten Verbindung mit dem Isoserin gemäß der Erfindung werden die
beiden Verbindungen in an sich bekannter und für die Acylierung im Rahmen herkömmlicher Amidsynthesen
üblicher Weise umgesetzt. So können beide Verbindungen vorzugsweise mit dem Isoserin in einer Lösung in
Dimethylformamid, Aceton oder Tetrahydrofuran unter
Eiskühlung in Gegenwart eines Dehydrationsmittels, wie beispielsweise Dicyclohexylcarbodiimid, kondensiert
werden. Das eingesetzte Isoserin kann entweder racemisch oder in einer der optisch aktiven Formen
vorliegen. Bei Verwendung einer der optisch aktiven
Isoserine, also entweder des L-Isoserins oder des D-Isoserins, weist das Reaktionsprodukt die gleiche
biologische Aktivität wie das racemische Produkt auf. Das Isoserin kann selbstverständlich auch in Form eines
chemisch aktiven Derivats verwendet werden, beispiels-
b5 weise in Form des Säurechlorids, des gemischten
Anhydrids, in Form eines aktiven Esters oder eines Azids. So wird vorzugsweise das Isoserin zunächst mit
N-Hydroxybernsteinsäureamid in Gegenwart von Dicy-
clohexylcarbodiimid zum aktiven Ester umgesetzt, der dann ^ur N-Acylierung der aminogeschützten Verbindung
umgesetzt wird. Vorzugsweise wird dabei mit der 0,5- bis 3fachen molaren Menge des aktiven Esters des
Isoserins umgesetzt. Als Reaktionsmedium dienen Wasser und ein organisches Lösungsmittel, vorzugsweise
Dimethoxyäthan.
Vorzugsweise werden bei der Acylierung der aminogeschützten Verbindung Isoserinderivate eingesetzt,
deren Aminosehutzgruppen den Aminnschut/-gruppen der Ausgangsverbindung entsprechen.
Bei der Acylierung der aminogeschützten Verbindung
mit dem Isoserin(derivat) wird ein gemischtes Acylierungsprouukt
erhalten, das in der Regel ein Gemisch des gewünschten 1-N-Monoisoserylprodukts und anderer
unerwünschter Mono-N-isoserylprodukte sowie ebenfalls unerwünschter Multi-N-isoserylprodiikte ist.
Aus dem so erhaltenen Acylierungsreaktionsgemisch können dann die noch anhaftenden Aminosehutzgruppen
eni'^rnt werden. Die Aminoschut;.gruppen werden also wieder durch Wasserstoffatome ersetzt. Alternativ
dazu können die gemischten Acylierungsprodukte jedoch vor dem Entfernen der Aminosehutzgruppen
chromatographisch getrennt werden. Die Trennung erfolgt vorzugsweise über Kieselgel. Auf diese Weise
wird auch die nicht umgesetzte geschützte Verbindung bereits vor der Abspaltung der Schutzgruppen entfernt.
Die Entfernung der restlichen Aminosehutzgruppen vom gemischten Acylierungsprodukt kann in an sich
bekannter Weise durchgeführt werden. Dazu stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Wenn als
Schutzgruppe beispielsweise tert.-Butoxycarbonyl dient, kann die Entfernung der Aminoschutzgruppe in der
Weise erfolgen, daß man die Acylierungsprodukte einer Hydrolyse unter mäßig scharfen Bedingungen in Säure,
beispielsweise in wäßriger Trifluoressigsäure, wäßriger Essigsäure oder verdünnter Salzsäure, unterzieht. Wenn
die Aminoschutzgruppe beispielsweise eine Benzyloxycarbonylgruppe ist, wird sie vorzugsweise in der Weise
abgespalten, daß man die Acylierungsprodukte einer ι ijOncrung LiZV/. ι tyurogcnoiysc in vjcgcnwart eines
Palladium-Kohlenstoff-Katalysators oder einer Behandlung mit Bromwasserstoff in Essigsäure unterwirft.
Wenn die Acylierungsprodukte beispielsweise sowohl die tert.-Butoxycarbonylgruppe als auch die Benzyloxycarbonylgruppe
als Aminoschutzgruppe enthalten, so können diese Schutzgruppen gleichzeitig durch saure
katalytische Hydrierung der Acylierungsprodukte mit 5% Palladium auf Kohlenstoff in 90%iger Trifluoressigsäure
und Methanol abgespalten werden.
Nach Entfernung der Aminoschutzgruppe aus den Acylierungsprodukten werden die gemischten Acylierungsprodukte
m:i den freien Aminogruppen chromatographisch getrennt. Dabei werden nicht umgesetzte
Ausgangsprodukte und Nebenprodukte vom Hauptreaktionsprodukt der allgemeinen Formel (I) abgetrennt
Diese Trennung und Reinigung wird vorzugsweise säulenchromatographisch mit Kieselgel durchgeführt
Die Isolierung der gewünschten Verbindung der allgemeinen Formel (I) aus dem gemischten Acylierungsprodukt
kann wirksam in der Weise durchgeführt werden, daß man die Acylierungsprodukte einer
Ionenaustauschchromatographie unterzieht. Als Kationenaustauscherharz mit Carboxylgruppen kann vorteilhafterweise
ein schwacher Kationenaustauscher, z. B. CM-Cellulose, verwendet werden. Das Eluat dieser
chromatographischen Trennung wird in Fraktionen gesammelt. Die antibakterielle Aktivität der aufgefangenen
Fraktionen wird unter Verwendung resistenter und empfindlicher Bakterien als Testmikroorganismen
geprüft. Durch diese Prüfung der antibakteriellen Aktivität jeder aufgefangenen Fraktion können in
einfacher Weise diejenigen Fraktionen bestimmt werden, die die gewünschte Verbindung der Formel (I)
enthalten. Aus den so bestimmten aktiven Fraktionen wird dann in an sich bekannter Weise in der füi die
Herstellung von Aminoglykosid-Antibiotika üb'.chen
H) Technik der Wirkstoff der Erfindung aufgearbeitet.
Als außerordentlich wirksames Verfahren zur Isolierung
und Reinigung der gewünschten Verbindung der Formel (I) aus dem gemischten Acylierungsprodukt hpt
sich die l.igandenaustauschchromatographie erwiesen.
i) Dazu wird ein Anionenaustauscherharz verwendet.
Dieses Harz ist zunächst mit einem Metallsalz beladen, beispielsweise mit Kupfer(il)-chlotid, Kobalt(ll)-chlorid,
Nickelnitrat. F.isen(III)-chlorid. Zinkchlorid. Carimiumchlorid
oder ähnlichen Salzen, und wird anschließend
2i) mit Ammoniak oder einem Amin, beispielsweise mit
Methylamin, behandelt.
Die Erfindung ist nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Das dabei verwendete
Kationenaustauscherharz besteht im wesentlichen
2> aus einem Copolymerisat von Methacrylsäure und
Divinylbenzol in der Ammoniumform.
Synthese von 1-N-DL-Isoserylkanamycin
(a) Herstellung von 6'-N-tert.-Butoxycarbonyl-
kanamycin
20 g, entsprechend 45,3 mMol Kanamycinbase wer-
3j den in 1600 ml eines Gemisches aus Pyridin, Wasser und
Triethylamin im Volumenverhältnis 10:10:1 gelöst. Zu der Lösung werden dann 5,9 g, entsprechend 41,3 mMol,
tert.-Butoxycarbonylazid gegeben. Das Gemisch wird bei Zimmertemperatur 20 h lang gerührt Dabei tritt die
ίο tert.-Butoxycarbonylierung ein. Das Reaktionsgemisch
wird unter vermindertem Druck zur Trockne eingedampft. Der erhaltene feste Rückstand wird in Wasser
gelöst. Die wäßrige Lösung wird auf eine ΙΰϋΟ-ml-Säule
gegeben, die mit Kationenaustauscherharz beschickt ist.
4> Dabei werden die Butoxycarbonylierungsprodukte am
Harz adsorbiert Die Säule wird dann mit 5000 ml Wasser und anschließend mit 5000 ml 0,05 η wäßrigem
Ammoniak gewaschen. Anschließend wird mix 0,1 η wäßrigem Ammoniak eluiert. Diejenigen Eluatfraktio
nen, die eine positive Ninhydrinreaktion und eine positive Rydon-Smith-Reaktion zeigen, und außerdem
bei einer Hochspannungs-Papierelektrophorese nur einen einzigen Wanderungsfleck zeigen, werden miteinander
kombiniert und zurTrockne eingeengt. Es werden 103 g eines weißen Pulvers entsprechend einer
Ausbeute von 453% e'-N-tert-Butoxycarbonylkanamycin
erhalten. Zersetzungspunkt 202-203°C. Bei weiterem Eluieren der Säule mit 0,3 η wäßrigem Ammoniak
wird das nicht umgesetzte Kanamycin in einer Ausbeute von 7,3 g, entsprechend 36,6%, zurückgewonnen.
(b) Herstellung von 1-N-DL-Isoserylkanamycin
Das in der Verfahrensstufe (a) erhaltene 6'N-tert-Butoxycarbonylkanamycin
wird in einer Menge von 633 mg entsprechend 1,0 mMoi in einem Gemisch von
10 ml Wasser und 5 ml Dimethoxyäthan gelöst. Die Lösung wird anschließend mit 303 mg, entsprechend
1,OmMoI, N-Hydroxybernsteinsäureimidester des tert-
Butoxycarbonyl-DL-isoserins in 5 ml Dimethoxyäthan
versetzt. Das Gemisch wird bei Zimmertemperatur zur Durchführung der Acylierung 21 h lang gerührt. Das
Reaktionsgemisch wird unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt Die dabei erhaltenen festen
Acylierungsprodukte werden ohne weitere Reinigung in 5 ml 90%iger wäßriger Trifluoressigsäure gelöst. Die
Lösung bleibt 45 min lang bei Zimmertemperatur stehen. Dabei tritt eine Entfernung der tert-Butoxycarbonylschutzgruppen
ein. Anschließend wird unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt. Dabei wird ein Feststoff erhalten, der mit 40 ml Äthyläther
gewaschen wird. Nach dem Waschen werden 1367 mg Feststoff erhalten. Das erhaltene Material wird in
Wasser gelöst. Die wäßrige Lösung wird auf eine 25-ml-Kationenaustauscriersäule gegeben. Die Acylierungsprodukte
werden am Harz adsorbiert. Die Säule wird anschließend mit 125 ml Wasser gewaschen. Dann
wird mit 0,25 η wäßrigen Ammoniak eluiert Das Eluat wird in 5-r.nl-Fraktiontn gesammelt. Jede der Fraktionen
wird in üblicher Weise auf der Tüpfelplatte auf ihre ariiiu'clKicnciic /"iKiiViiHi UntCrSUCut. l/uZu uiCnt £, Γ!
kanamycinempfindlicher Stamm von Bacillus subtilis PCI 219 und kanamycinresistenter Stamm von Escherichia
coli JR66/W677 als Tes'organismus. Diejenigen
Fraktionen, die gegenüber beiden Stämmen eine hohe antibakterielie Aktivität zeigen, werden miteinander
vereinigt und unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt. Dabei werden 190 mg eines weißen Pulvers
erhallen. Bei der Dünnschichtchromatographie auf Kieselgel zeigt dieses Produkt noch immer Verunreinigungen.
Als Laufmittelsystem für die Dür.nschichtchromatographie
dient ein Gemisch aus Methanol, Chloroform. 28%igem wäßrigen Ammoniak und Wasser im Verhältnis
4:1 :2 : I. Das erhaltene weiße Pulver wird daher erneut in einem Gemisch aus Methanol, Chloroform und
17%igem wäßrigen Ammoniak im Volumenverhältnis 4:1:2 gelöst. Die Lösung wird säulenchromatographisch
über 12 g Kieselsäure gereinigt. Die Kieselsäuresäule wird mit dem gleichen Lösungsmittelgemisch
eluiert, in dem das Pulver aufgenommen wurde. Das Eluat wird in 4-ml-Fraktionen aufgefangen. Jede der
Fraktionen wird dünnschichtchromatographisch auf Kieselgel getestet. Fraktionen, die dabei nur einen
einzigen Lauffleck zeigen, werden vereinigt und zur Trockne unter vermindertem Druck eingeengt. Es
werden 97 mg 1-N-DL-Isoserylkanamycin A in Form
eines farblosen kristallinen Pulvers erhalten. Die Ausbeute ist 17.0%. Der Zersetzungspunkt liegt bei
174-l77°C.[*jT + 89C (tO.65 in Wasser).
Elementaranalyse:
Gefunden:
C 43,90%; H 7,56%; N 11.89%.
Berechnet für CjiH-iiNiO· ι:
C 44.13%: H 7.23%: N 12.25%.
Berechnet für CjiH-iiNiO· ι:
C 44.13%: H 7.23%: N 12.25%.
Synthese von 1-N-DL-lsoseryl-3'.4'-didesoxykanamycin
B
(a) Herstellung von 6'-N-tert.-Butoxycarbonyl-3',4'-didesoxykanamycin
B
5 g, entsprechend 11 mMol. 3',4'-Didesoxykanamycin·
B-Base werden in 555 ml eines Gemisches von Pyridin. Wasser und Triäthylamin im Volumenverhältnis
10:10:1 gelöst Zur Lösung werden 138 g, entsprechend
11 mMol, tert-Butoxycarbonylazid gegeben. Zur
Durchführung der tert-Butoxycarbonylierung wird das Gemisch bei Zimmertemperatur 18 h lang gerührt Das
Reaktionsgemisch wird unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt Der erhaltene Feststoff wird in
Wasser gelöst Die wäßrige Lösung wird auf eine 300-ml-Kationenaustauscherharzsäule gegeben.
Dabei werden die Butoxycarbonylierungsprodukte
ίο am Harz adsorbiert Die Säule wird mit (500 ml Wasser
gewaschen und anschließend mit 0,2%igem wäßrigen Ammoniak eluiert Das Eluat wird in Fraktionen
aufgefangen. Diejenigen Fraktionen, die eine positive Ninhydrinreaktion und eine positive Rydon-Smith-Re-
aktion zeigen und bei der Hochspannungs-Papierelektrophorese
nur einen einzigen WanderungSDunkt zeigen, werden miteinander vereinigt und zur Trockne
eingeengt Dabei werden 2,8 g ß'-N-tert-Butoxycarbonyl-3',4'-didesoxykanamycin
B in Form eines weißen Pulvers erhalten. Der Zersetzungspunkt des Produktes
liegt bei 136- 1400C. Die Ausbeute beträgt 49%. Beim weiteren Eluieren der Harzsäuic mit 1 %igem wäßrigen
Ammoniak wird das nicht umgesetzte 3',4'-Didesoxykanamyein
B in einer Ausbeute von 1,8 g, entsprechend
2% 36%, zurückgewonnen.
(b) Herstellung von 1-N-DL-Isoseryl-3\4'-didesoxykanamycin
B
553 mg. entsprechend I1OmMoI, des in der Verfahrensstufe
(a) erhaltenen 6'-N-tert.-Butoxycarbonyl-3',4'-didesoxykanamycins B werden in 21 ml eines Gemisches
aus Pyridin, Wasser und Triäthylamin im Volumen verhältnis 10:10:1 gelöst Die Lösung wird
mit 160 mg, entsprechend 1,1 mMol, tert.-Butoxycarbonylazid versetzt. Das Gemisch wird bei Zimmertemperatur
23 h lang gerührt. Das dabei erhaltene Reaktionsgemisch wird unter vermindertem Druck eingeengt. Es
werden 757 mg eines blaßgelben Pulvers erhalten, das ein Gemisch aus e'-N-tert.-Butoxycarbonyl-S'^'-didesoxykanamycin
B und 2',6'-Di-N-tert-butoxycarbonyl-3',4'-didesoxykanamycin B sowie von Spuren der
entsprechenden Stellungsisomeren ist. Das erhaltene Pulver wird ohne weitere Reinigung in einem Gemisch
aus 10 ml Wasser und 10 ml Dimethoxyäthan gelöst. Die Lösung wird dann mit einer Lösung von 330 mg,
entsprechend 1,1 mMol, N-Hydroxybernsteinsäureimidester
von tert.-Butoxycarbonyl-DL-isoserin in 5 ml Dimethoxyäthan versetzt. Das Gemisch wird bei
Zimmertemperatur 24 h lang zur Durchführung der Acylierung gerührt. Das erhaltene Reaktionsgemisch
wird dann unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt. Die Acylierungsprodukte werden als Feststoff
erhalten. Das feste Reaktionsprodukt wird in 5 ml 90%iger wäßriger Trifluoressigsäure aufgenommen.
Die dabei erhaltene Lösung wird bei Zimmertemperatur 30 min lang stehengelassen. Dabei werden die tert.-Buioxycarbonylschutzgruppen
abgetrennt. Die Rcaktionslösung wird unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt. Das dabei erhaltene feste Produkt wird mit
einem geringen Volumen Äthylälher gewaschen. Es werden 1,66 g eines sch waehgelbliehen Pulverserhallen.
Das erhaltene Pulver wird in Wasser gelöst. Die Lösung wird auf eine 25-ml-Kalionenaustauschcrharzsäulc
gegeben.
Die Acylierungsprodukte werden am Harz adsorbiert. Die Harzsäuic wird dann mit 125 ml Wasser
gewaschen und mit 0.5 η wäßrigem Ammoniak eluiert.
909 647/193
Das Eluat wird in 5-ml-Fraktionen gesammelt Jede der
Fraktionen wird nach dem üblichen Verfahren auf der Platte auf ihre antibakterielle Aktivität geprüft Dazu
dient ein kanamycinempfindlicher Stamm von Bacillus subtilis PCI 219 und ein kanamycinresistenter Stamm
von Escherichia coli JR66/W677 als Testmikroorganismus.
Fraktionen, die eine hohe antibakterielle Aktivität gegenüber beiden Stämmen aufweisen, werden miteinander
vereinigt und unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt. Es werden 322 mg eines weißen
Pulvers erhalten. Die Dünnschichtchromatographie auf Kieselgel zeigt, daß dieses Pulver noch immer
Verunreinigungen enthält Die Reinigung wird auf einer Chromatographiesäule über 12 g Kieselsäure durchgeführt
Die das adsorbierte Acylierungsprodukt enthaltende Kieselgelsäule wird mit einem Gemisch aus
Methanol, Chloroform und 17%igem wäßrigen Ammoniak im Volumenverhältnis 4:1:2 eluiert Die Eluate
werden in 4-ml-Fraktionen gesammelt Jede der Fraktionen wird dünnschichtchromatographisch auf
Kieselgel geprüft Eluatfraktionen, die bei dieser Prüfung nur einen einzigen Lauffleck zeigen, werden
miteinander vereinigt. Die vereinigten Fraktionen werden unter vermindertem Druck zur Trockne
eingeengt. Es werden 91 mg l-N-DL-lsoseryl-3',4'-di- :5
desoxykanamycin B in Form eines farblosen kristallinen Pulvers erhalten. Die Ausbeute beträgt 17%. Der
Zersetzungspunkt liegt bei 174-175°C. [λ]? + 82° (tO32 in Wasser).
Elementaranalyse
Gefunden:
C 46,00%; H 7,97O/o; N 15,70%.
Berechnet für CJiH42N6OiO:
C 46,83%; H 7,86%; N 15,61 %.
C 46,83%; H 7,86%; N 15,61 %.
30
4(1
Synthese von I-N-DL-Isoserylkanamycin B
(a) Herstellung von ö'-N-tert-Butoxycarbonylkanamycin
B
4,83 g, entsprechend 10 mMol, Kanamycin-B-Base 4>
werden in 100 ml Wasser gelöst. Zur Lösung werden 2,40 g, entsprechend 10 mMol, tert.-Butyl-4,6-dimethylpyrimidyl-2-thiol-carbonat
in 100 ml Dioxan gegeben. Das Gemisch wird bei Zimmertemperatur zur Durchführung
der tert.-Butoxycarbonylierung 18 h gerührt. Das Reaktionsgemisch wird unter vermindertem Druck
zur Trockne eingeengt. Der dabei erhaltene Feststoff wird in Wasser gelöst. Die erhaltene wäßrige Lösung
wird auf eine 350-ml-Kationenaustauscherharzsäule
gegeben. ü
Das Harz wird mit den Produkten der Butoxycarbonylierung beladen. Anschließend wird mit 1400 ml
Wasser gewaschen und mit 0,2%igem wäßrigen Ammoniak eluiert. Diejenigen Fraktionen des Eluats.
die eine positive Ninhydrinreaktion und eine positive μ
Rydon-Smith-Reaktion zeigen und außerdem bei der Hochspannungs-Papierelektrophorese nur einen einzigen
Lauffleck zeigen, werden miteinander vereinigt und zur Trockne eingedampft. Dabei werden 2,35 g 6'-N-tert.-Butoxycarbonylkanamycin
B in Form eines weißen f>-> Pulvers mit dem Zersetzungspunkt 168- 172° C erhalten.
Die Ausbeute entspricht 40%. Bei weiterem F.luieren der Austauschersäule mit 0.6%igem wäßrigen
Ammoniak wird das nicht umgesetzte Kanamycin B in einer Ausbeute von 1,0 g, entsprechend 21%, zurückgewonnen.
(b) Herstellung von l-N-DL-Isoserylkanamycin B
584 mg, entsprechend 1,0 mMol, des in der vorstehend
beschriebenen Verfahrensstufe (a) erhaltenen 6'-N-tert-ButoxycarbonyIkanamycins B werden in
21 ml eines Gemisches von Pyridin, Wasser und Triäthylamin im Volumenverhältnis 10:10:1 gelöst Zu
der Lösung werden 160 mg, entsprechend 1,ImMoI, tert-Butoxycarbonylazid gegeben. Das Gemisch wird
bei Zimmertemperatur 23 h lang gerührt. Das erhaltene Reaktionsgemisch wird unter vermindertem Druck zur
Trockne eingeengt Es werden 715 mg eines blaßgelben Pulvers erhalten. Dieses Pulver ist ein Gemisch aus
o'-N-tert-Butoxycarbonylkanamycin B und 2',6'-Di-N-tert-butoxycarbonylkanamycin
B sowie von Spuren von Stellungsisomeren dieser Substanzen. Das. erhaltene
Pulver wird ohne weitere Reinigung in einem Gemisch aus 10 ml Wasser und 5 ml Dimethoxyäthan gelöst Die
Lösung wird dann mit einer Lösung von 330 mg, entsprechend 1,1 mMol, des H-Hydroxybernsteinsäureimidesters
von tert-Butoxycarbonyl-DL-isoserin in 6 ml Dimethoxyäthan versetzt. Das Gemisch wird bei
Zimmertemperatur zur Durchführung der Acylierung 24 h lang gerührt.
Das Reaktionsgemisch wird unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt. Die dabei erhaltenen
festen Acylierungsprodukte werden in 5 ml 90%iger wäßriger Trifluoressigsäure aufgenommen. Die Lösung
wird bei Zimmertemperatur 30 min lang stehengelassen. Dabei werden die tert-Butoxycarbonylgruppen vollständig
entfernt. Die Reaktionslösung wird unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt. Der
erhaltene Feststoff wird mit einem geringen Volumen Äthyläther gewaschen. Nach dem Waschen werden
1,75 g eines blaß elben Pulvers erhalten, Das Pulver
wird in Wasser gelöst. Die wäßrige Lösung wird auf eine 30-ml-Kationenaustauscherharzsäule gegeben. Dabei
werden die Acylierungsprodukte am Harz adsorbiert. Die Harzsäule wird mit 150 ml Wasser gewaschen und
mit 0,25 η wäßrigem Ammoniak eluiert. Das Eluat wird in 6-ml-Fraktionen aufgefangen. Jede der Fraktionen
wird in üblicher Weise auf der Platte auf ihre antibakterielle Aktivität untersucht. Als Prüfmikroorganismen
dienen dabei ein kanamycinempfindlicher Stamm von Bacillus subtilis PCI 219 und ein
kanamycinresistenter Stamm von Escherichia coli JR66/W677. Diejenigen Fraktionen, die eine hohe
antibakterielle Aktivität sowohl gegenüber dem empfindlichen als auch gegenüber dem resistenten Stamm
zeigen, werden miteinander vereinigt und unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt. Es werden
248 mg eines weißen Pulvers erhalten. Bei der Dünnschichtchromatographie auf Kieselgel zeigt sich,
daß dieses Pulver noch Verunreinigungen enthält. Zur Reinigung wird es auf eine mit llg Kieselsäure
beschickte Chromatographiesäule gegeben. Die die adsorbierten Acylierungsprodukte enthaltende Kieselgelsäure
wird mit einem Gemisch aus Methanol, Chloroform und 17%igem wäßrigen Ammoniak im
Volumenverhältnis 4:1:2 eluiert. Das Eluat wird in 4-ml-Fraktionen aufgefangen. |ede der Fraktionen wird
dünnschichtchromatographisch auf Kieselgel geprüft. Diejenigen Fraktionen, die dabei nur einen einzigen
Lauffleck zeigen, werden miteinander vereinigt und unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt.
Dabei werden 69 mg 1-N-DL-Isoserylkanamycin B in
Form eines farblosen kristallinen Pulvers erhalten. Die Ausbeute entspricht 12%. Der Zersetzungspunkt des
Produktes liegt bei 179-184°C [λ]ϊ+86° (c 0,72 in
Wasser).
Elementaranalyse:
Gefunden:
C44,52%;H 7,18%;N 1432%.
io
15
20
C44,20%;H7.4l%;N 14,73%
Synthese von l-N-DL-Isoseryl-3',4'-didi»oxykanamycin
B
(a) Herstellung von e'-N-Benzyloxycarbonyl-3',4;-didesoxykanamycin
B
13,53 g, entsprechend 3OmMoI, 3',4'-Didesoxykana·
mycin (im folgenden DKB) werden in Form der Base in 135 ml Wasser gelöst Zur Lösung werden tropfenweise
5,61 g, entsprechend 33 mMol, Benzyloxycarbonylchlorid
im Verlauf 1 h unter Rühren und Eiskühlunj; zugesetzt Die Lösung wird dabei auf einer Temperatur
im Bereich von vorzugsweise 0—5° C gehalten. Nach Abschluß der Zugabe wird das Gemisch noch 1 h lang;
bei Zimmertemperatur gerührt Anschließend wird zur Abtrennung des Niederschlages filtriert Das Filtrat
wird mit 135 ml Äthyläther gewaschen. Die wäßrige Phase wird durch Zusatz von wäßrigem Ammoniak:
neutralisiert und anschließend unter vermindertem Druck eingeengt. Die eingeengte Lösung wird auf eine
480-ml-Kationenaustauscherl.aresäuIe gegeben. Dabei
wird das benzyloxycarbonylierte 3KB am Hans
adsorbiert Die Säule wird mit 1920 ml Wasseir gewaschen und dann mit 0,1 η wäßrigem Ammoniak
eluiert. Die ersten 960 ml des Eluats werden verworfen. Die folgende 780-ml-Fraktion wird aufgefangen, eingeengt
und gefriergetrocknet Dabei werden 5,43 g 6'-N-BenzyloxycarbonyI-DKB in Form eines farblosen
Pulvers erhalten. Der Schmelzpunkt dieser Substanz liegt bei 113-115°C, wobei beim Schmebsn eine
Zersetzung unter Aufschäumen einhergeht Die Auübeute beträgt 31%.
1,78 mMol, N-Hydroxybernsteinsäureimidester von
Benzyloxycarbonyl-DL-isoserin in 20 ml Dimethoxyäthan
gegeben. Das Gemisch wird bei Zimmertemperatur 24 h lang gerührt Das Reaktionsgemisch wird unter
vermindertem Druck zur Trockne eingeengt Die dabei erhaltenen festen Acylierungsprodukte werden in einem
Gemisch von 13 ml 90%iger wäßriger Trifluoressigsäure, 9 ml Methanol und 1 Mol Wasser gelöst und in
Gegenwart von 640 mg 5% Palladium auf Kohlenstoff als Katalysator bei Atmosphärendruck 5 h lang hydriert
Dabei werden gleichzeitig beide Arten der Aminoschutzgruppen entfernt Nach Abtrennen des Katalysators
durch Filtrieren und Abziehen der flüchtigen Bestandteile wird ein farbloses Pulver erhalten. Dieses
Pulver wird der im Beispiel 2(b) beschriebenen Weise gereinigt. Dabei wird das l-N-DL-Isoseryl-3',4'-didesoxykanamycin
B in 18%iger Ausbeute erhalten.
Beispiel 5
Synthese von 1-N-L-Isoserylkanamycin
Synthese von 1-N-L-Isoserylkanamycin
316 mg, entsprechend 0,5 mMol, 6'-N-tert-Butoxycarbonylkanamycin
werden in einem Gemisch aus 5 ml Wasser und 2,5 ml Dimethoxyäthan gelöst. Die Lösung
wird mit 225 mg, entsprechend 0,7 mMol, N-Hydroxybernsteinsäureimidester
von tert-Butoxycarbonyl-L-isoserin in 2,5 ml Dimethoxyäthan versetzt Das
Gemisch wird dann in der im Beispiel l(b) beschriebenen Weise weiterverarbeitet. Dabei werden 48 mg
l-N-L-lsosery'.kanamycin in einer Ausbeute von 17%
erhalten.
Beispiel 6
Synthese von 1-N-D-lsoserylkanamycin
Synthese von 1-N-D-lsoserylkanamycin
10,5 mg, entsprechend 0,18 mMol, 6'-N-tert.-Butoxycarbonylkanamycin
werden in einem Gemisch von 2,5 ml Wasser und 1,25 ml Dimethoxyäthan gelöst Die Lösung wird mit einer Lösung von 55 mg, entsprechend
0,18 mMol, N-Hydroxybernsteinsäureimidester von tert.-Butoxycarbonyl-D-isoserin in 1,25 ml Dimethoxyäihan
versetzt. Das Gemisch wird in der im Beispiel l(b) beschriebenen Weise weiterverarbeitet. Dabei werden
19 mg 1-N-D-Isoserylkanamycin, entsprechend einer
Ausbeute von 18%, erhalten.
(b) Herstellung von 1-N-DL-Isoseryl-3',4'-didesoxykanamycin
B
I g, entsprechend 1,62 mMol, 6'-N-Benzyloxycarbonyl-3',4'-didesoxykanamycin
B werden in 85 ml eines Gemisches aus Pyridin, Wasser und Triethylamin im Volumenverhältnis 10:10:1 gelöst Die Lösung wird
mit 256 mg, entsprechend 1,78 mMol, tert-Butoxycarbonylaz;d
versetzt Das Gemisch wird 21 h lang bei Zimmertemperatur gerühr'.. Das dabei erhaltene Reaktionsgemisch
wird unter vermindertem Druck eingeengt. Es werden 1,27 g eines gelblichen Pulvers
erhalten. Dieses Pulver ist ein Gemisch von 6'-N-Benzyloxyearbonyl-3',4'-didesoxykanamyein B und
2'-N-tert-Butoxycarbonyl-6'-N-benzyloxycarbonyl-3',4'-didesoxykanamycin
B und enthält Spuren von Stellungsisomeren. Ohne weitere Reinigung wird das erhaltene Pulver in einem Gemisch von 5 ml Wasser
und 5 ml Dimethoxyäthan gelöst. Zu der so hergestellten Lösung wird eine Lösung von 623 mg, entsprechend
50 Beispiel 7
Synthese von 1-N-L-Isoserylkanamycin B
Synthese von 1-N-L-Isoserylkanamycin B
117 mg, entsprechend 0,2 mMol, 6'-N-tert.-Butoxycarbonylkanamycin
B werden in 4 ml eines Gemisches von Pyridin, Wasser und Triethylamin im Volumenverhältnis
10:10:1 gelöst. Die Lösung wird mit 32 mg, entsprechend 0,22 mMol, tert.-Butoxycarbonylazid versetzt.
Das Gemisch wird 23 h bei Zimmertemperatur gerührt. Das dabei erhaltene Reaktionsgemisch wird
unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt Ohne weitere Reinigung wird der Rückstand in einem
Gemisch von 2 ml Wasser und 2 ml Dimethoxyäthan gelöst. Die Lösung wird mit 66 mg, entsprechend
0,22 mMol, des N-Hydroxybernsteinsäureimidesters von tert.-Butoxycarbonyl-L-isoserin in 1 ml Dimethoxy-
6Ί äthan versetzt. Das Gemisch wird in der im Beispiel 3(b)
beschriebenen Weise weiterverarbeitet. Dabei wird das 1-N-L-lsoserylkanamycin B in einer Ausbeute von 16%
erhalten. Der Zersetzungspunkl liegt bei 189- 194'C.
Beispiel 8
Synthese von 1-N-D-Isoserylkanamycin B
Synthese von 1-N-D-Isoserylkanamycin B
58 mg, entsprechend 0,1 mMol, o'-N-tert-Butoxycarbonylkanamycin
werden in 2 ml eines Gemisches von Pyridin, Wasser und Triäthylamin im Volumenverhältnis
10:10:1 gelöst Dem Lösungsmittelgemisch werden 16 mg, entsprechend 0,11 mMol, tert-Butoxycarbonylazid
zugesetzt. Es wird 23 h lang gerührt. Das Reaktionsgemisch wird unter vermindertem Druck zur
Trockne eingeengt Ohne Reinigung wird der Rückstand in einem Gemisch aus 1 ml Wasser und 1 ml
Dimethoxyäthan gelöst. Die Lösung wird mit 33 mg, entsprechend 0,11 mMol, des N-Hydroxybernsteinsäureimidesters
von tert-Butoxycarbonyl-D-isoserin in 0,5 ml Dimethoxyäthan versetzt. Das Gemisch wird
anschließend in der im Beispiel 3(b) beschriebenen Weise weiterverarbeitet. Dabei wird das 1-N-D-Isoserylkanamycin
B in einer Ausbeute von 15% erhalten. Der Zersetzungspunkt liegt bei 188 -194° C.
Beispie! 9
Synthese von l-N-L-Isoseryl-3',4'-didesoxykanamycin
B
111mg, entsprechend 0,2 mMol, ö-N-tert.-Butoxycarbonyl-3',4'-didesoxykanamycin
B werden in 4 ml eines Gemisches von Pyridin, Wasser und Triäthylamin im Volumenverhältnis 10:10:1 gelöst. Zur Lösung
werden 32 mg, entsprechend 0,22 mMol, tert-Butoxycarbonylazid
gegeben. Es wird 23 h lang gerührt. Das Reaktionsgemisch wird unter vermindertem Druck zur
Trockne eingeengt Ohne Reinigung wird der Rückstand in einem Gemisch aus 2 ml Wasser und 2 ml
Dimethoxyäthan gelöst Die Lösung wird mit 66 mg, entsprechend 0,22 mMol, des N-Hydroxybernsteinsäureimidesters
von tert-Butoxycarbonyl-L-isoserin in 1 ml Dimethoxyäthan versetzt Das Gemisch wird anschließend
in der im Beispiel 2(b) beschriebenen Weise weiterverarbeitet Dabei wird das 1-N-L-Isoseryl- ",4'-didesoxykanamycin
B in 19%iger Ausbeute erhalten. Der Zersetzungspunkt des Produkts liegt bei
184-186°C.
Beispiel 10
Synthese von l-N-D-Isoseryl-3',4'-didesoxykanamycin
B
In der im Beispiel 2(b) beschriebenen Weise wird e'-N-terL-Butoxycarbonyl-aVl'-didesoxykanamycin 3
mit tert-Butoxycarbonyiazid b; ;oxycarbonyliert. Anschließend
wird mit dem N-Hj jroxybernsteinsäure
imidester des tert-Butoxycarbonyl-D-isoserins acyliert
und werden die tert-Butoxycarbonylschutzgruppen entfernt Dann wird in der ebenfalls im Beispiel 2(b)
beschriebenen Weise säulenchromatographiert. Dabei wird das l-N-D-lsoseryl-3',4'-didesoxykanamycin B in
einer Ausbeute von 18% erhalten. Der Zersetzungspunkt des Produktes liegt bei 184-187°C.
Claims (2)
1. 1-N-Isoserylkanamycin A, 1-N-Isoserylkanamycin
B und l-N-Isoseryl-S'^'-didesoxy-kanamycin B
sowie deren nichttoxische Salze.
2. Verfahren zur Herstellung der Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man jeweils in an sich bekannter Weise
IO
A) ein jeweils an der 6'-Aminogruppe eine übliche Schutzgruppe tragendes Kanamycin A, Kanamycin
B oder 3',4'-Didesoxykanamycir. B oder ein jeweils an den 6'· und 2'-Aminogruppen
übliche Schutzgruppen tragendes Kanamycin B oder 3',4'-Didesoxy-kanamycin B mit einer an
der Aminogruppe eine übliche Schutzgruppe tragenden und an der Carboxylgruppe aktivierten
2-Hydroxy-3-amino-propionsäure acyliert,
B) die Schutzgruppen aus den erhaltenen Gemischen N-acyüerter Kanamycine abspaltet und
C) die Verbindungen gemäß Anspruch 1 isoliert und gegebenenfalls in ihre Salze überführt.
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