-
Einrichtung zum Schleifen der Oberfläche von Spanplatten Die Erfindung
betrifft eine Einrichtung zum Schleifen der Oberfläche von Spanplatten, mit einer
Transporteinrichtung, die die Spanpiatten kontinuierlich durch die Einrichtung bewegt.
-
Aus einer Presse zur Fertigung von Spanplatten kommende Spanplatten
haben eine Oberfläche, die höheren Qualitätsansprüchen meistens nicht genügt. Aus
der Oberfläche stehen kleine buckel vor, die durch zurückfedernde einzelne Späne
oder Beimansammlungen oder dergl. hervorgerufen sein können.
-
In der Oberfläche können sich auch sehr harte glatte Stellen befinden,
die sich aufgrund von ieimansammlungen ergeben können. Die Buckel oder Vorsprünge
sind insbesondere bei einer späteren Beschichtung mit Folien nachteilig, weil sich
die Vorsprünge in der aufgebrachten Folie abzeichnen. Die glatten Stellen bei den
leimansammlungen beeinträchtigen darüber hinaus die Haftung der Folien an der Spanplatte.
-
Es ist daher üblich, zur Erzielung hoher Oberflächengüten
die
Oberfläche von Spanplatten zu schleifen.
-
Es ist eine Einrichtung zum Schleifeq der Oberflächen von Spanplatten
bekannt, die eine mit Schmirgelpapier besetzte Schleifwalze aufweist. Diese Schleifwalze
dreht sich schnell und ist mit einer bestimmten Kraft an die-Oberfläche der sich
bewegenden Spanplatte angepreßt, wobei die Rückseite der Spanplatte auf einem Gegenlager
aufliegt. Diese Einrichtung hat den Nachteil, daß Buckel und Vorsprünge auf der
der Schleifwalze abgewandten Seite der Spanplatte diese je nach Höhe der Buckel
und Vorsprünge von dem flächigen Gegenlager abheben. Dadurch nähert sich die Spanplatte
in Abhängigkeit von der Höhe dieser Buckel verschieden weit der Schleifwalze, so
daß diese in nicht gleichmäßiger Weise die ihr zugewandte Oberfläche beschleift.
-
Bin weiterer Nachteil dieser bekannten Schleifeinrichtung besteht
darin, daß die Auflage der Schleifwalze linienförmig ist. Aus diesem Grunde muß
das Schleifen sehr schnell erfolgen, die Schleifwalze also eine hohe Geschwindigkeit
haben. Ändert sich die Vorschubgeschwindigkeit der Spanplatte, so greift die Schleifwalze
auch unterschiedlich stark an, bei kurzzeitiger Unterbrechung der Transportbewegung
entstehen sogar sehr tiefe Rillen.
-
Eine geringe Schleifgeschwindigkeit der Schleifwalze, wie sie an sich
zum-Aufrauhen von ieimflächen erwünscht wäre, ist nicht möglich, weil dadurch die
Schleifwirkung für die Vorsprünge und Buckel beeinträchtigt sein würde.
-
Ein weiterer Nachteil der bekannten Schleifeinrichtung besteht darin,
daß die Oberfläche der Schleifwalze und damit auch die Menge des aufzubringenden
Schmirgelpapiersbeschränkt ist. Das Schleifpapier muß daher schon nach verhältnismäßig
kurzer Zeit erneuert werden, wozu die gesamte Schleifeinrichtung außer Betrieb gesetzt
werden muß. Diese bekannte bchleifeinrich tung eignet sich daher nicht zum Schleifen
einer kontinuierlich gefertigten Spanplattenbahn, die ein Stillsetzen des Abtransports
der kontinuierlich aus der Presse austretenden Spanplatten dann nicht gestattet.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zum Schleifen
der Oberfläche von Spanplatten zu schaffen, deren Schleifwirkung weitgehend unabhängig
von der Höhe der Buckel und Vorsprünge auf den beiden gegenüberliegenden Flächen
der Spanplatte ist, die ein gleichzeitiges Schleifen beider gegenüberliegender Oberflächen
der Spanplatte ermöglicht, Rillenbildungen vermeidet, Ileimstellen wirksam aufrauht
und lange Betriebszeiten vorzugsweise ohne Stillsetzen der Einrichtung ermöglicht.
-
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird dadurch gelöst,
daß zwei Platten, die in einem Abstand, der der Dicke der zu beschleifenden Spanplatte
entspricht, parallel zueinander und einander gegenüberliegend zu beiden Seiten des
Transportweges der Spanplatte quer zur Transportrichtung der Spanplatte hin und
her bewegbar angeordnet und durch eine Antriebseinrichtung gegensinnig
schwingend
angetrieben und jeweils auf ihrer der Spanplatte zugewandten Fläche mit Schmirgelpapier
besetzt und an die Spanplatte angedrückt sind.
-
Die erfindungsgemäße Einrichtung hat den Vorteil, daß die Spanplatte
auf beiden Seiten gleichzeitig geschliffen wird, so daß auch Buckel und Vorsprünge
auf beiden Seiten gleichzeitig weggenommen werden und so mit fortschreitender Bewegung
der Spanplatte zwischen den schleifenden Platten hindurch eine zunehmend egalisierte
ebene Anlagefläche geschaffen wird, wobei die Anlagefläche jeweils gleichzeitig
auch Schleiffläche ist. Dadurch wird mit geringstmöglicher Schleifwirkung eine größtmögliche
Ebenheit beider Flächen der Spanplatte erzielt. Da die Schleifwirkung nicht wie
bei den bekannten Schleifwalzen auf einer Linie, sondern auf einer Fläche erfolgt,
findet auch die Egalisierung über diese große Fläche statt. Wegen der großflächigen
Schleifwirkung kann die Schleifgeschwindigkeit der Platten also verhältnismäßig
gering sein, was für die Aufrauhung von Leimstellen der Oberfläche der Spanplatten
günstig ist. Das Schmirgelpapier auf den sich hin und her bewegenden Platten kann
ohne Schwierigkeit während des Betriebes ausgewechselt werden, so daß ein kontinuierlicher
Betrieb in Verbindung mit einer kontinuierlich arbeitenden Presse zur Fertigung
einer Spanpiattenbahn möglich ist.
-
Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Platten vertikal
angeordnet und an Gelenkstangen hin und her schwingbar aufgehängt sind, wobei die
Transporteinrichtung so angeordnet ist, daß sie die Spanplatte in vertikaler Richtung
bewegt.
-
Diese Ausführungsform ist konstruktiv besonders einfach, weil zur
Aufnahme des Gewichts der Platten lediglich Drehgelenke und keine Gleitführungen
oder dergl. erforderlich sind. Die Spanplatte oder Spanplattenbahn im Falle einer
kontinuierlichen Fertigung der Spanplatte kann ganz einfach von oben nach unten
zwischen den Platten durchgezogen werden, wobei gleichzeitig der Schleifstaub mit
nach unten durchfällt.
-
Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Antriebseinrichtung
aus einem Kurbeltrieb besteht, deren Pleuelstangen einmal mit den Platten und einmal
mit um 1800 zueinander versetzten Kurbelzapfen einer Kurbelwelle verbunden sind,
die durch einen Motor angetrieben ist. Dabei ist es zweckmäßig, daß die Antriebseinrichtung
die Platten mit ihrer Eigenfrequenz antreibt. Dadurch wird der Vorteil erzielt,
daß zur Bewegung des Gewichts der Platten keine Energie erforderlich ist; von der
Antriebseinrichtung muß lediglich der Energieverlust ersetzt werden, der sich durch
die Schleifwirkung ergibt. Die Antriebseinrichtung kann daher verhältnismäßig schwach
bemessen sein. Statt des Kurbelantriebs kann auch ein elektro-dynamischer Antrieb
ohne
mechanische Teile erfolgen, indem der Anker eines Elektromagneten jeweils mit einer
Platte verbunden und der Elektromagnet mit einer Wechselspannung erregt wird, deren
Frequenz der Eigenfrequenz der schwingenden Platten entspricht.
-
Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß jede Platte jeweils
auf der Zuführungsseite für die Spanplatte eine Einrichtung zur Halterung eines
Wickels von Schmirgelpapierbahnen und zum vorzugsweise einstellbaren Abbremsen dieses
Wickels und auf der Austrittsseite der Spanplatte eine Wickelvorrichtung zum Aufwickeln
der Schmirgelpapierbahnen aufweist, die über die der Spanplatte zugewandten Flächen
der Platten geführt ist. Bei dieser sehr vorteilhaften !usführungsform wird fortwährend
langsam neues Schmirgelpapier zugeführt, so daß ein äußerst langer Betrieb ohne
Einbringung eines neuen Wickels mit Schmirgelpapier möglich ist. Die Betriebsdauer
kann z.B. eine Woche und mehr betragen. Da das neue und noch unverbrauchte Schmirgelpapier
auf der Seite der Backen zugeführt wird, auf der die noch ungeschliffene Spanplattenbahn
einläuft, ist auch dort in der gewünschten Weise die Schleifwirkung verhältnismäßig
groß. Sie nimmt dann zunehmend ab, weil auch das Schmirgelpapier zur Austrittsseite
hin zunehmend stumpfer ist. Gerade diese geringere Schleifwirkung am Ende des Schleifvorganges
ist zur Erzielung einer ebenen Fläche besonders günstig.
-
Anhand der Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert werden.
-
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Einrichtung gemäß der
Erfindung von der Seite, Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die Einrichtung gem. Fig.
1.
-
In Fig. 1 sind an einem Rahmen 1 Laschen 2 und 3 angebracht, die
über Zapfen 4 und 5 mit Gelenkstangen 6 und 7 drehbar verbunden sind. Die Gelenkstangen
6 und 7 sind über Zapfen 8 und 9 mit Laschen 1o und 11 gelenkig verbunden, die seitlich
an Platten 12 und 13 befestigt sind. Die Platten 12 und 13 sind nur mit ihren Seitenkanten
sichtbar, ihre hinteren Flächen 14 und 15 sowie ihre vorderen Flächen 16 und 17
sind ungefähr quadratisch.
-
An den den sichtbaren Seitenkanten abgewandten Seitenkanten befinden
sich nicht sichtbare weitere Gelenkstangen entsprechend den Gelenkstangen 6 und
7 zur Aufhängung der Platten 12 und 13, so daß diese jeweils im Bereich der Seitenkanten
durch Gelenkstangen zur Darstellungsebene der Fig. 1 schwingbar aufgehängt sind.
-
Im Bereich der Oberkanten der Platten 12 und 13 sind an diesen Böcke
18 und 19 befestigt, die abbremsbar Wickel von Schmirgelpapierbahnen 22 und 23 halten.
-
Die Schmirgelpapierbahnen 22 und 23 sind über die vorderen Flächen
16 und 17 der Platten 12 und 13 geführt und werden auf Wickeln 24 und 25 aufgewickelt,
die in Richtung von Pfeilen 26 und 27 langsam und stetig durch eine Antriebseinrichtung
angetrieben sind, so daß fortwährend von den Wickeln 20 und 21 neues unverbrauchtes
Schmirgelpapier auf die vorderen Flächen 16 und 17 der Platten 12 und 13 gelangt
und nach Abnutzung auf den Wickeln 24 und 25 aufgewickelt wird. Die Antriebseinrichtung
für die Wickel 24 und 25 kann z.B. aus einem nicht dargestellten kleinen Elektromotor
mit Getriebe bestehen, der entweder fortwährend läuft und über eine entsprechend
starke Untersetzung die Wickel antreibt oder auch intermittierend gespeist sein
kann. Es ist auch ein Antrieb über eine Klinkenvorrichtung möglich.
-
Zwischen den Platten 12 und 13 bewegt sich eine Spanplattenbahn 28
kontinuierlich in Richtung von Pfeilen 29 und 30 nach unten, angetrieben durch zwei
Antriebswalzen 31 und 32, die sich in Richtung von Pfeilen 33 und 34 drehen und
reibschlüssig an der Spanplattenbahn anliegen.
-
Die hintere Fläche 14 der Platte 12 stützt sich auf Rollen 35 und
36 ab, die von Böcken 37 und 38 gehalten sind, die an dem Rahmen 1 befestigt sind.
In Blickrichtung auf die Fig. 1 sind hinter den Rollen 35 und 36 weitere Rollen
angebracht, von denen eine Rolle 39 in Fig. 2 erkennbar ist, die von einem Bock
40 gehalten ist.
-
An der Rückseite der Platte 13 ist eine Lasche 41 befestigt, die
über einen Drehzapfen 42 mit einem Buftzylinder 43 verbunden ist, der wiederum über
einen Drehzapfen 44 mit einer Lasche 45 drehbar verbunden ist, die an dem Rahmen
1 angebracht ist. Die Luft in dem Buftzylinder 43 steht unter vorzugsweise einstellbarem
Druck, so daß dadurch die Platte 13 mit einstellbarem Druck gegen die Spanplattenbahn
28 gedrückt wird, die sich dadurch gleichzeitig mit gleichem Druck auf der mit der
Schmirgelpapierbahn 22 belegten Fläche 16 der Platte 12 abstützt.
-
Die Draufsicht der Fig. 2 auf die Einrichtung gem.
-
Fig. 1 verdeutlicht durch Pfeile 46 und 47 die gegensinnige Schwingbewegung
der Platten 12 und 13. Der Antrieb für diese Schwingbewegung erfolgt über seitlich
an den Platten 12 und 13 über Zapfen 48 und 49 angelenkte Pleuelstangen 50 und 51,
die auf Kurbelzapfen 52 und 53 einer Kurbelwelle 54 gelagert sind, die wiederum
durch Lagerböcke 55 und 56 gelagert ist. Der Drehantrieb der Kurbelwelle 54 erfolgt
über ein Getriebe 57 durch einen Elektromotor 58.
-
Bei Betrieb werden die nach Art eines Pendels aufgehängten Platten
12 und 13 über die Pleuelstangen So und 51 durch den Motor 58 mit ihrer Eigenfrequenz
angetrieben, so daß sie in Richtung der Pfeile 46 und 47 quer zur Transportbewegung
der Spanplattenbahn 28 schwingen. Die Schmirgelpapierbahnen 22 und 23 bewegen
sich
dadurch aufgrund der Anpressung durch den Buftzylinder 43 schleifend quer über die
Oberfläche der Spanplattenbahn 28 in Richtung der Pfeile 46 und 47 gegensinnig hin
und her, so daß beide Oberflächen der Spanplattenbahn 28 geschliffen werden. Wegen
der Gegensinnigkeit der Schwingbewegung heben sich die Schleifkräfte auf die Spanplattenbahn
auf, so daß diese keiner oder nur einer geringfügigen seitlichen Führung bedarf.
Während der schwingenden Schleifbewegung der Platten 12 und 13 wird-die Spanplattenbahn
28 in Richtung der Pfeile 29 und 30 kontinuierlich durch die Antriebswalzen 31 und
32 nach unten gezogen, so daß sich ein insgesamt kontinuierlicher Schleifvorgang
ergibt. Das anfallende Schleifmehl fällt nach unten aus dem Schleifspalt zwischen
den Platten 12 und 13 heraus.
-
Während des Betriebs der Einrichtung wird das Schmirgelpapier fortwährend
erneuert, indem der verbrauchte Deil der Schmirgelpapierbahnen 22 und 23 auf die
Wickel 24 und 25 aufgewickelt wird. Geht einer der Wickel 20 oder 21 zu Ende, so
wird z.B. das Ende der Schmirgelpapierbahn 22 schnell auf den Wickel 24 aufgewickelt,
in den Bock 18 ein neuer Wickel eingesetzt, der Anfang der Schmirgelpapierbahn abgezogen
und in den Spalt zwischen der Spanplattenbahn 28 und der vorderen Fläche 16 der
Platte 12 geführt. Sofort beginnt wieder der Schleifvorgang, und durch lockeres
Einstellen
der Abbremsung für den neuen Wickel 20 wird die neue Schmirgelpapierbahn 22 durch
die Vorschubbewegung der Spanplattenbahn 28 von dieser mitgenommen.
-
Nach Austritt an der unteren Kante der Platte 12 wird das vordere
Ende der Schmirgelpapierbahn 22 auf einen neuen leeren Wickel 24 aufgebracht. Danach
folgt das automatische, sehr langsame Aufwickeln der Schmirgelpapierbahn 22 bei
wieder vergrößerter Einstellung der Bremse für den Wickel 20.