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Infusionseinrichtung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Infusionseinrichtung
mit einem Tropfglied, einer Zählvorrichtung fUr die im Tropfglied erzeugten Flüssigkeitstropfen
und einer mit dieser zusamtnenwirkenden Steuereinriohtung RUr die aus dem Tropfglied
abfilessende Infus'ionsflüsäigkeitßmenge, an welcher Steuervorrichtung die Dosierung
der letzteren einstellbar ist und die den Abfluss der Infus ions fllissigkeit so
regelt, dass die Anzahl der im Tropfglied pro Zeiteinheit erzeugten Tropfen konstant
bleibt.
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Bei Infusionen ist es bekanntlich von Wichtigkeit, dass die vom Arzt
angeordnete Dosierung der Infusionsflüssigkeit exakt eingehalten wird. Man bedient
sich dazu eines sogenannten Tropfglieds, in welches die Infusionsflüssigkeit aus
einem Zuleitungsrohr
einfliesst und dort abtropft. Die Tropfen sammeln
sich im unteren Teil des Tropfgliedes und fliessen von dort weiter zum Patienten.
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Auf die zum Patienten führende Abflussleitung wirkt nun irgendein
Stellglied oder etwa eine in ihrer Förderleistung variable Pumpe, welche die Menge
der ab fliessenden Infusionsflfissigkeit so steuert, dass die Tropfenanzahl pro
Zeiteinheit im Tropfglied den gewünschten, konstanten Wert beibehält. Die Steuerung
des Stellgliedes oder der Pumpe kann von Hand erfolgen, wobei die Kontrolle der
Tropfrate meistens mit einer Stoppuhr erfolgt.
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Es sind aber auch schon elektronische Steuereinrichtungen bekannt,
an welchen sich die geforderte Tropfenzahl pro Zeiteinheit einstellen lässt und
die dann selbsttätig dafür sorgt, dass die Tropfrate#immer konstant auf demeingestellten
Wert bleibt.
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Nun ist es aber Ublich, dass die behandelnden Ärzte die Infusionsdosierung
im Massystem Volumen pro -Zeiteinheit, meist Milliliter pro Minute, angeben, während
das Pflegepersonal praxisnahe in Tropfen pro Zeiteinheit denkt. Theoretisch ergeben
sich daraus natürlich keine Schwierigkeiten, da eine bestimmte Tropfenzahl Ja immer
einer bestimmten FlUssigkeitsmenge entspricht und sich die beiden Masssysteme also
leicht und eindeutig gegenseitig umrechnen lassen. In der Praxis hat sich Jedoch
herausgestellt, dass gerade dieses Umrechnen vom Pflegepersonal nur wenig geschätzt
und folglich meistens zu wenig sorgfältig durchgeführt wird. So hat sich beisplelsweive
bei Testen ergeben, dass die effektiven D081erungen bei solchen Infusionseinrichtungen
bis zu 300 % von den ursprUnglich vom Arzt angeordheten Dosierungen abwichen.
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Wenn man annisst, dass man immer mit der selben Type von Tropfgliedern
arbeitet, dann hängt die Tropfenzahl mit der Flüssigkeitsmsnge nur über einen Faktor
zusammen, der abgesehen von einer an sich vernachlässigbaren Temperaturabhängigkeit
fü r Jede Infusionsflüssigkeit einen bestimmte, konstanten Wert aufweist.
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Es hat sich herausgestellt, dass auch die Verwendung von mechanischen
Rechenhilfsmitteln beim Pflegepersonal nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat.
Offenbar ist es einfach zu umständlich oder beschwerlich, zunächst auf einem Rechengerät
die Volumen-Dosierung in die Tropfen-Dosierung umzurechnen und diese dann mit der
Hand einzustellen oder einer automatischen Steuerung e#inzugeben. Es nützt auch
nichts, wenn man eine automatische Steuervorrichtung konstruieren würde, an der
die gewünschte Dosierung einfach in Millilitern pro Minute einstellbar wäre, da
dann dem Pflegepersonal wiederum Jede Vergleichsmöglichkeit mit der durch direkte
Beobachtung der Tropfen kontrollierten Dosierung fehlen würde.
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Um nun dem klinischen Pflegepersonal die Arbeit mit Infusionen zu
erleichtern, wurde eine Infusionseinrichtung der eingangs erwähnten Art geschaffen,
welche sich dadurch von den bisher bekannten Einrichtungen dieser Aft unterscheldet,
dass die Steuervorrichtung Mittel umfasst, welche die Einstellung der Dosierung
im Massystem Volumen pro Zeiteinheit beziehungsweise Tropfen pro Zeiteinheit gestattet
und gleichzeitig ~die tatsächliche Ist-Dosierung im Jeweils anderen Massystem anzeigen,
und dass Mittel vorgesehen sind, um den Zusammenhang zwischen.den beiden Massystemen
auf die Jeweils verwendete Infusionsflüssigkeit einzustellen.
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Zweckmässigerweise können die Anzeigemittel einen Umschalter umfassen,
der die wahlweise Anzeige der tatsächlichen Ist-Dosierung und der eingestellten
Soll-Dosierung gestattet. Am vorteilhaftesten ist es natürlich, wenn die Dosierung
im Massystem Volumen pro Zeiteinheit einstellbar undsim Massystem Tropfen pro Zeiteinheit
ablesbar ist. Die Einstellmittel können zweckm#issig als Dekadenschalter ausgebildet
sein.
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Mit einer solchen erfindungsgemässen Einrichtung kann die Dosierung
beispielsweise an drei Dekadenschaltern in Millilitern pro Minute eingestellt werden
und dabei gleichzeitig der entsprechende Wert in Tropfen pro Minute abgelesen werden.
Dann regelt die Steuervorrichtung die Zahl der pro Zeiteinheit im Tropfglied erzeugten
Tropfen auf diesen konstanten Wert ein. Die Anzeigemittel
können
dabei so ausgebildet sein, dass sie entweder den eingestell ten Soll-Wert oder den
tatsächlichen Ist-Wert oder wahlweise durch einen Umschalter den einen oder den
anderen anzeigen. Dadurch besteht eine Kontrollmöglichkeit, ob der Steuervorgang
auch tatsächlich funktioniert. Da die Dosierung Jederzeit in Tropfen pro Minute
ablesbar ist, fällt es dem Pflegepersonal auch sehr leicht, die Dosierung auch mit
der Stoppuhr zu überprüfen.
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Nachfolgend wird anhand der beiliegenden Zeichnung ein Ausführungsbeispiel
e#iner erfindungsgemässen Infusionseinrichtung näher erläutert. Die einzige Figur
der Zeichnung zeigt eine schematische Darstellung der Einrichtung.
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Mit 1 ist in der Zeichnung ein Tropfglied bezeichnet, in welches eine
Zufuhrleitung 2 mündet, an die ein nicht dargestellter Infusionsflüssigkeitsvorratsbehälter
angeschlossen ist. Eine Abflussleitung 3 führt vom unteren Ende des Tropfgliedes
1 zum Patienten.
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Die Zahl der im Tropfglied erzeugten Flüssigkeitstropfen wird von
einer eine Lampe 4 und einen Photodetektor 5 umfassenden Lichtschranke erfasst und
einer Steuereinrichtung 6 zugeleitet.
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Die Abflussleitung 3 ist zwischen einer feststehenden Backe 7 und
einer quer zur Leitung verschiebbaren Backe 8 hindurchgeführt.
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Durch die Verschiebung der Backe 8 wird der Querschnitt der elastischen
Leitung 3 verändert und damit die Menge der aus dem Tropfglied ab fliessenden Flüssigkeit
und dadurch wiederum die Tropfrate geregelt. Die Backe 8 ist mit einer Gewindemutter
9 fest verbunden, welche auf einer durch einen Motor 10 angetriebenen Gewindespindel
11 sitzt und durch Verdrehen der letzteren die Backe 8 verschiebt. Der Motor wird
von der Steuereinrichtung 6 gesteuert.
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Die Steuereinrichtung 6 ist mit drei Dekadenschaltern 12 ausgestattet,
mittels welcher die Dosierung der Infusionsflüssigkeit
in Millilitern
pro Minute einstellbar ist. Sie weist des weitern ein Anzeigeinstrument 13 auf,
an welchem die Dosierung in Tropf pro Minute ablesbar ist. Ein Wählschalter 14 gestattet
die Einstellung des Zusammenhangs zwischen den beiden Massystemen in Abhängigkeit
von der Jeweils verwendeten Infusionsflüssigkeit.
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Ein Umschalter 15 ermöglicht, dass am Anzeigeinstrument 13 wahlweise
die an den Dekadenschaltern eingestellte oder die von der Lichtschraube tatsächlich
erfasste Dosierung ablesbar ist. Im Inneren der Steuervorrichtung sind natürlich
elektrische und elektronische Schaltungsmittel vorgesehen, um alle diese Verknüpfungen
durchführen zu können. Die Steuervorrichtung steuert den Motor so, dass die von
der Lichtschraube erfasste Tropfrate auf dem eingestellten Wert konstant bleibt.
Zweckmässigerweise ist natürlich die Steuervorrichtung mit dem aus den Teilen 7
- 11 bestehenden Stellglied zu einer baulichen Einheit zusammengefasst. Anstelle
des Stellgliedes kann natürlich auch eine regelbare Pumpe, etwa eine sogenannte
Fingerpumpe eingesetzt werden.
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Die Bedienung der vorstehend beschriebenen Infusionseinrichtung ist
nun äusserst einfach. Die Krankenpflegerin stellt die ange ordnete Dosierung in
Millilitern an den Dekadenschaltern ein, liest den die beiden Massysteme verbindenden
Faktor von der Etikette des Medikamentes ab und stellt den Wählschalter auf die
entsprechende Position. War dabei der Ist-SoIl-Umschalter in seiner Soll-Position,
so kann dann am Anzeigeinstrument die eingestellte Dosierung abgelesen werden. Durch
Umschalten in die Ist-Stellung wird dann der tatsächliche, von der Lichtschranke
erfasste Wert angezeigt.
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Die Regelung der Tropfenzahl erfolgt vollkommen automatisch, sodass
keine weitere Kontrolle erforderlich ist. Sollte aus irgendwelchen Gründen doch
eine Stichprobe erwünscht sein, so kann diese auf zwei Arten durchgeführt werden.
Zunächst kann man nämlich den Umschalter von seiner während des Betriebs auf
Ist
stehenden Stellung in die Soll-Stellung umschalten. Zeit dann das Instrument einen
anderen Wert an, so liest irgendein Fehler vor Man kann aber auch nur auf Soll umschalten
und den Ist-Wert mittels einer Stoppuhr direkt feststeller und mit dem Soll-Wert
vergleichen.
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Selbstverständlich wäre es auch möglich eine erfindungsgemässe Infusionseinrichtung
anders auszugestalten, etwa dahin;ehend, dass man die Dekadenschalter zur Einstellung
der Dosierung in Tropfen pro Minute konstruierte. Dann würde man beispiels:;eize
die Dekadenschalter so lange verstellen, bis das Anzeigeinstrument die angeordnete
Dosierung in Millilitern pro Minute anzeigt. Die Tropfenzahl k~nnte dann an den
Dekadenschaltern atgelesen werden. In dieser Hinsicht bestehen zahlreiche Variationsmöglichkeiten.