-
Vergaser mit automatisch betätigter Starterklappe für Brennkraftmaschinen
Die Erfindung bezieht sich auf einen Vergaser mit automatisch betätigter Starterklappe
für Brennkraftmaschinen, insbesondere in Kraftfahrzeugen, bei dem eine Starterklappe
durch ein temperaturezfindliches Stellglied bei kalter Brennkraftmaschine über einen
Mitnehmerhebel in die Schließstellung bewegt wird, wobei der Mitnehmerhebel über
eine Stufenscheibe und einen mit der Betätigung einer Drosselklappe zusammenwirkenden
Anschlaghebel die Drosselklappe geringfügig öffnet, und ein zweites unterdruckbetätigtes
Stellglied nach dem Anspringen der Brennkraftmaschine die Starterklappe entgegen
der Schließkraft des temperaturempfindlichen Stellgliedes einen Spalt öffnet, indem
dessen Membrane entgegen der Kraft einer im Membrandeckel angeordneten Feder vom
Unterdruck stromab der Drosselklappe beaufschlagt ueber eine Membranstange den Mitnehmerhebel
schwenkt.
-
Bei derartigen Vergasern ist es erforderlich, um ein zuverlässiges
Anspringen der Brennkraftmaschine im kalten Zustand zu erreichen, daß das temperaturempfindliche
Stellglied mit
einer relatlv großen Schließkraft auf die Starterklappe
einwirkt, um über das Hauptdüsensystem eine genügende Kraftstoffanreicherung der
Ansaugluft zu gewährleisten. Der durch das unterdruckbetätigte Stellglied bewirkte
Starterklappenspalt darf ein vorbestimmtes Maß jedoch nicht überschreiten, da sonst
während des Hochlaufens durch die zu starke Abmagerung des Kraftstoff-LuStgemisches
die Brennkraftmaschine wieder aussetzen könnte. Nach dem Hochlaufen bewirkt jedoch
diese relativ große Schließkraft des temperaturempfindlichen Stellgliedes eine in
den ersten Betriebsminuten unerwünscht starke fiberfettung des P;raftstoff-Luftgemiscbe
s, Bei einem bekannten Vergaser mit Startautomatik (DT-OS 2220 988) versucht man
eine optimale Anpassung an die jeweiligen Betriebsbedingungen unmittelbar nach dem
Anspringen der Brennkraftmaschine dadurch zu erreichen,daß der vom llnterdruckbetätigten
Stellglied bewirkte Starterklappenspalt vorbestimmter Größe eine vorbestimmte Zeitspanne
angehalten ist und dann eine zweite verlangsamte Öffnungsbewegung erfährt. Dazu
ist die Membrane des unterdruckbetätigten Stellgtiedes über einen Kanal größeren
Querschnitts mit dem Saugrohr stromab der Drosselklappe verbunden.
-
Belm Hochlaufen der Brennkraftmaschine bewirkt der sich aufbauende
Unterdruck eine erste schnelle Hubbewegung der Membrane.
-
Ein an der Membrane angeordnetes Ventil verschließt an Ende des
Schnellhubes
diesen Kanal und der Unterdruck kann nur noch über einen mit Drosselstellen versehenen
By-pass-Kanal und über einen als Luftspeicher dienenden Behälter auf die Membrane
wirken. Erst wenn im Behälter Druckgleichheit mit dem vorherrschenden Unterdruck
im By-pass-Kanal eingetreten ist, kann die Membrane eine weitere, verlangsamte Hubbewegung
durchführen Dieser bekannte Vergaser mit Startautomatik hält den einer ersten Stufe
entsprechenden Starterklappenspalt eine vorbestimmte Zeitspanne aufrecht, ehe eine
zweite verlangsamte Öffnungsbewegung der Starterklappe einsetzt, Diese Zeitspanne
kann jedoch nicht optimal die unterschiedlichen Anforderungen im Kaltfahrbereich
der Brennkraftmaschine, beispielsweise sofortiges Beschleunigen oder kurzer Warmlauf,
berücksichtigen.
-
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, bei einem Vergaser mit automatisch
betätigter Starterklappe bei kalter Brennkraftmaschine eine übermäßige Uberfettung
des Kraftstoff-Luftgemisches insbesondere beim Beschleunigungsvorgang zu vermeiden.
-
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß am Membrangehäuse
mittels eines Zwischenflansches eine zweite Membrane angeordnet ist, die einen Anschlag
für die erste
Membrane aufweist, daß sich zwischen den beiden Membranen
eine Feder abstützt und die zweite Membrane von einer weiteren im Nembrandeckel
angeordneten Feder gegen einen Anschlag des Zwischenflansches beaufschlagt ist und
daß der von der zweiten Membrane und dem Membrandeckel gebildete Unterdruckraum
über einen Kanal mit dem Saugrohr stromauf der Drosselklappe im Bereich des bei
Deillaststellung der Drosselklappe vorherrschenden Unterdruckes verbunden ist, während
der von den beiden Membranen gebildete Unterdruckraum in für sich bekannter Weise
mit dem Saugrohr stromab der Drosselklappe verbunden ist.
-
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß in
an sich bekannter Weise eine Anschlagschraube den Membrandeckel durchdringt, die
die Hubbewegung der zweiten Membrane einstellbar begrenzt.
-
Dies hat den Vorteil, daß auf einfache Weise Herstellungstoleranzen
berücksichtigt werden können. Während der der Hubbewegung der ersten Membrane entsprechende
Starterklappenspalt beispielsweise durch verbiegen des Membranhebels genau eingestellt
werden kann, wird die Hubbewegung der zweiten Membrane bzw. der größere Starterklappenspalt
mit der Anschlagschraube eingestellt.
-
Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
-
Es zeigt: Fig. 1 einen Vergaser mit automatisch betätigter Starterklappe
gemäß der Erfindung, teilweise geschnitten, Fig. 2 die schematische Darstellung
des unterdruckbetätigten Stellgliedes bei laufender Brennkraftmaschine und kleiner
Drosselklappenanstellung, Fig. 3 die schematische Darstellung des unterdruckbetätigten
Stellgliedes bei laufender Brennkraftmaschine und größerer Drosselklappenanstellung.
-
Der in Fig. 1 gezeigte Vergaser 1, von dem nur die für die Erfindung
wesentlichen Teile dargestellt sind, enthält stromab des Lufttrichters 2 eine Drosselklappe
3, welche über ein mit einem Drosselklappengestänge (nicht dargestellt) zusammenwirkendes
Betätigungsglied 4 willkürlich steuerbar ist.
-
Stromauf des Lufttrichters 2 ist eine exzentrisch auf einer Achse
5 gelagerte Starterklappe 6 angeordnet. Die Achse 5 erstreckt sich drehbeweglich
in das am Vergaser 1 befestigte Startergehäuse 7. Fest verbunden mit der Achse 5
ist der Mitnehmerhebel 8. Die Stufenscheibe 9 ist auf der Achse 5 drehbeweglich
gelagert und mit dem Eltnehmerhebel 8 nur in Schließrichtung der Starterklappe 6
zwangsgeführt. Der Anschlaghebel 10
ist über den Hebel 11 und die
Stange 12 mit dem Betätigungsglied 4 verbunden.
-
Das temperaturempfindliche Stellglied (nicht dargestellt) besteht
aus einer spiralförmig gewundenen Bimetallfeder, welche sich zentrisch am Deckel
(ebenfalls nicht dargestellt) des Startergehäuses 7 abstützt und mit ihrem anderen
Ende auf den Mitnehmerhebel 8 im kalten Zustand in Richtung des Pfeiles 13 einwirkt.
-
Das unterdruckbetätigte Stellglied setzt sich erfindungsgemäß aus
dem Membrangehäuse 14, einer ersten Membrane 15, einer mit der ersten Membrane 15
verbundenen Membranstange 16, dem Zwischenflansch 17, der zweiten Membrane 18 und
dem M=mbrandeckel 19 zusammen.
-
Zwischen den beiden Membranen 15 und 18 stützt sich eine Feder 20
ab. Weiter weist die zweite Membrane 18 einen Anschlag 21 auf und wird von einer
weiteren im Membrandeckel 19 angeordneten Feder 22 gegen einen ringförmigen Anschlag
23 des Zwischenflansches 17 beaufschlagt. Im ringförmigen Anschlag 23 ist eine Verbindungsbohrung
23a angeordnet. Die Anschlagschraube 24 durchdringt den Membrandeckel 19 und begrenzt
einstellbar die Hubbewegung der zweiten Membrane 18. Der von der zweiten Membrane
18 und dem Nembrandeckel 19 gebildete Unterdruckraum 25
ist über
den Kanal 26 mit dem Saugrohr 1a stromauf der Drosselklappe 3 im Bereich des brei
Teillaststellung der Drosselklappe 3 vorherrschenden Unterdruckes verbunden. Der
zwischen den beiden.
-
Membranen 15 und 18 vorliegende Unterdruckraum 27 ist über den Kanal
28 mit dem Saugrohr 1a stromab der Drosselklappe 3 verbunden.
-
Die Wirkungsweise gemäß den Figuren 1 bis 3 ist wie folgt: Bei Stillstand
der Brennkraftmaschine (Fig. 1) liegt kein Unterdruck im Saugrohr labzw. in den
Unterdruckräumen 25 und 27 vor.
-
Die zweite Membrane 18 wird von der Feder 22 gegen den ringförmigen
Anschlag 23 beaufschlagt, der Membranteller 18a kommt daher zum Anliegen. Die zwischen
den beiden Membranen 15 und 18 sich abstützende Feder 20 drückt den Membranteller
15a der ersten Membrane 15 gegen das Membrangehäuse 14. Die mit der Membrane 15
verbundene Membranstange 16 läßt ein vollständiges Schließen der Starterklappe 6
bei kalter Brennkraftmaschine durch das temperaturempfindliche Stellglied zu.
-
Bei laufender Brennkraftmaschine und kleiner Drosselklappenanstellung
(Fig. 2), entsprechend dem Hochlaufen der Brennkraftmaschine nach dem Anlassen,
liegt stromab der Drosselklappe 3 ein stärkerer Unterdruck als stromauf der Drosselklappe
3 vor.
-
Der im Unterdruckraum 27 vorherrschende stärkere Unterdruck zieht
die erste Membrane 13 gegen den Anschlag 21 der zweiten
Membrane
18 und öffnet dadurch über die Membranstange 16 und den Mitnehmerhebel 8 die Starterklappe
6 um ein vorbestimmtes Maß. Die zweite Membrane 18 verbleibt durch die Kraft der
Feder 22 und durch den im Unterdruckraum 27 vorherrschenden stärkeren Unterdruck
am ringförmigen Anschlag 23 des Zwischenflansches 17.
-
Bei laufender Brennkraftmaschine und größerer Drosselklappenanstellung
(Fig. 3), z.B. beim Beschleunigen, gerät der in das Saugrohr 1a stromauf der Drosselklappe
3 mündende Kanal 26 in den Bereich des bei Teillaststellung der Drosselklappe 3
vorherrschenden Unterdruckes. Der im Unterdruckraum 25 ansteigende Unterdruck wird
dem im Unterdruckraum 27 herrschenden Unterdruck gleich, wodurch die Stellkraft
der Membrane 18 in Richtung des Anschlages 23 bis auf die Kraft der Feder 22 abgebaut
wird.
-
Durch den im Unterdruckraum 27 herrschenden Unterdruck bewegt nun
die Membrane 15 über den Anschlag 21 die nun kraftlos gewordene Membrane 18 bis
zum Anschlag an die Anschlagschraube 24.
-
Über die Membranstange 16 und den Mitnehmerhebel 8 wird somit die
Starterklappe 6 um ein weiteres vorbestimmtes Maß geöffnet, bzw. der Starterklappenspalt
vergrößert.