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DE2415068A1 - Verfahren zur kompostierung von muell und anderen abfaellen - Google Patents

Verfahren zur kompostierung von muell und anderen abfaellen

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DE2415068A1
DE2415068A1 DE2415068A DE2415068A DE2415068A1 DE 2415068 A1 DE2415068 A1 DE 2415068A1 DE 2415068 A DE2415068 A DE 2415068A DE 2415068 A DE2415068 A DE 2415068A DE 2415068 A1 DE2415068 A1 DE 2415068A1
Authority
DE
Germany
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rotting
mill
rent
waste
composting
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE2415068A
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English (en)
Inventor
Eberhard Dr Ing Spohn
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Renova Abfallhygiene & Co GmbH
Original Assignee
Renova Abfallhygiene & Co GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
Application filed by Renova Abfallhygiene & Co GmbH filed Critical Renova Abfallhygiene & Co GmbH
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Publication of DE2415068A1 publication Critical patent/DE2415068A1/de
Pending legal-status Critical Current

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    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
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    • C05F17/00Preparation of fertilisers characterised by biological or biochemical treatment steps, e.g. composting or fermentation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • C05FORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C, e.g. FERTILISERS FROM WASTE OR REFUSE
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    • Y02P20/141Feedstock
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Description

  • Verfahren zur Kompostierung von Müll und anderen Abfällen Die übliche Aufbereitung von Müll und anderen Abfällen, beispielsweise von vorentwässertem Elärschlamm, zwecks Ablagern oder Kompostieren erfolgt in an sich bekannter Weise auf Prallmühlen, Hammermühlen oder Raspeln. Zur Kompostierung führt man ferner eine Absiebung auf eine Teilchengröße von 30 - 50 mm durch. Eisenteile werden durch Magnetscheider ausgesondert.
  • Die Siebrückstände verwirft man als unkompostierbar. Der Siebdurchgang wird, gegebenenfalls nach Anfeuchtung, in an sich bekannter Weise auf Mieten oder in Rottezellen verrottet.
  • Danach wird der fertige Kompost j je nach Qualitätsansprüchen hinsichtlich der Korngröße mit Sieben von 6 - 20 mm Größe abgesiebt. Der dabei entstehende Siebrückstand wird zumeist ebenfalls verworfen.
  • Das Ziel einer 100 %igen Müllbeseitigung wird durch die bisherige Art der Kompostierung also nicht erreicht. Dieprheblichen Mengen der zu verwerfenden Rückstände, wie sie sowohl vor als nach der Rotte anfallen, müssen abgelagert werden.
  • Ähnlich ist es bei der Müllverbrennung. Auch dort entsteht unverwertbare Schlacke, die abgelagert werden muß.
  • Es ist vereits vorgeschlagen worden, die Siebrückstände der Vorsiebung zu veraschen und die Asche dem Kompost zuzusetzen.
  • Die Rückstände der Nachsiebung müssen gemahlen, und können ebenfalls dem Kompost zugesetzt werden. Die Veraschung ist aber sehr teuer; ferner erfordert das Nachmahlen der Rückstände auf Hammermühlen einen außergewöhnlich hohen Aufwand an Kraft und Verschleiß. Diese Kombinationen, die zu einer 100 %igen Müllbeseitigung führen könnten, konnten sich daher schon aus Kostengründen nicht recht einführen.
  • Die verworfenen Anteile bestehen zum Teil aus Scherben und Kunststoffen. Sie stören im Grunde weniger dadurch, daß sie nicht zu Humus geworden sind, als durch ihr äußeres Aussehen und ihre allzu grobe Körnung. Feinere Kunststoff-Flocken sind sogar vielfach zur Bodenlockerung im Handel. Auch bei Glas verschwinden Bedenken wegen einer Verletzungsgefahr, wenn die Scherben auf Sandkorngröße zerkleinert sind. Solcher Glassand wirkt im Kompost strukturverbessernd. Im übrigen werden sowohl Glas wie Kunststoff im Boden von Mikroben ebenfalls abgebaut und ihre Bestandteile von Pflanzen verwertet, insbesondere wenn sie bereits fein zerkleinert sind. Allerdings erfolgt ihr Abbau nur langsam und kann Jahre dauern. Vom Standpunkt einer rückstandsfreien Müllverwertung wäre also eine Feinzerkleinerung der Siebrückstände und ihre Einbeziehung in den Kompost erwünscht. Mit den bisherigen Methoden ließ sich das anfallende Gemisch von spröden Hart stoffen und elastischen Kunststoffen jedoch nicht rationell zerkleinern.
  • Während für Glas in jedem Fall eine Zerkleinerung auf weniger als 1 mm erwünscht ist, ist eine solch starke Zerkleinerung von organischen Stoffen,auch von Kunststoff, nicht angebracht.
  • Zu feines Material läßt nicht mehr genügend Luft durch und neigt zum Verschlämmen bzw. zur Erosion (Vergießfestigkeit).
  • Für Anwendungszwecke, bei denen das äußere Aussehen im Vordergrund steht, ist bei der organischen Substanz eine Korngröße zwischen 6 und 10 mm erwünscht. Wo es sich vorwiegend um Erosionsschutz handelt, wird man eine Materialgröße bis zu 20 mm vorziehen. In beiden Fällen soll jedoch, wie oben erwahnt, die Korngröße des Glasanteils unter 1 mm liegen. Ein solcher Kornaufbau war mit den bisherigen Methoden der Absiebung nicht zu erreichen. Auch die Windsichtung des feuchten oder angetrockneten Kompostes hat sich nicht bewährt. Es gelangen zu viele unaufgelöste Klumpen in den Abfall.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt nun die überraschende Feststellung'zugrunde, daß die gewünschte Zerkleinerung der Abfallstoffe, und zwar sowohl des Glases als auch der Kunststoffe und anderer Anteile des Mülls möglich ist, sofern gewisse Bedingungen eingehalten werden. So muß der Wassergehalt unter 30 Gew.% und / oder die Mahlguttemperatur hoch genug, d.h.
  • oberhalb 650 C gehalten werden, wobei gleichzeitig eine Entseuchung eintritt. Dies wird, soweit die entstehende Mahlwärme bei feuchterem Müll nicht ausreicht, durch einen heißen Luftstrom erreicht, der in an sich bekannter Weise durch die Mühle geführt wird. Ferner wird die Mühle mit einem Windsichter kombiniert, der im Kreislauf die ausgeschiedenen Grobanteile in die Mühle zurückführt. Der Windsichter wird so eingestellt, daß das Glas wunschgemäß auf unter 1 mm zerkleinert wird. Wendet man eine solche bei einheitlichen Hartstoffen an sich bekannte Kreislaufmahlung mit Windsichter nun auf den heterogenen Müll an, so gelangen zu grobe Eunststoff-Betzen, da sie spezifisch leichter sind, in das Fertiggut. Es hat sich deshalb als notwendig erwiesen, das vom Sichter kommende Feingut zusätzlich einer Siebung zu unterziehen und auch den Siebrückstand wieder der Mühle zuzuführen. Es ist im Grunde gleichgültig, ob zuerst gesichtet und dann gesiebt wird oder umgekehrt. Auch kann die Siebung gegebenenfalls direkt in der Mühle erfolgen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren löst dabei auch die Aufgabe, eine Endfeinheit des Rottegutes zu erreichen und dabei dafür zu sorgen, daß die übrigen Müllanteile einerseits nicht zu fein für eine aerobe Rotte werden und andererseits der Kompost nach der Rotte nicht einer nochmaligen Absiebung unterworfen werden muß.
  • Als geeignete Mühlenart für den genannten Zweck hat sich die bekannte Kugelmühle oder Rohrmühle erwiesen. Sie besteht aus einem waagrechten, sich drehenden Zylinder, der mit Stahlkugeln oder anderen Mahlkörpern gefüllt ist. Die Mahlkörper werden am Austragsende durch eine Schlitzwand am Austrag gehindert. Durch die Mühle wird gegebenenfalls ein geheizter Luftstrom geführt.
  • Mühlendurchmesser und Mahlkörpergröße richten sich nach der Größe des Aufgabegutes. Damit nicht allzu viel Feinstanteile entstehen, wählt man eine verhältnismäßig kurze Mühlenlänge.
  • Eisenteile, die im Müll enthalten sind, wirken als zusätzliche Mahlkörper. Wenn die Eisenteile soweit abgemahlen sind, daß sie die Austragswand passieren, werden sie durch einen Magnetscheider ausgeschieden, ehe die Sichtung und Siebung durch führt wird. Diese Eisenteile können als Schrott verwertet werden. Alle übrigen Müllbestandteile werden der Kompostierung zugeführt.
  • Die Beheizung der Mahltrocknung, d.h. der Mühle mit Öl, ist naturgemäß mit Brennstoffkosten verbunden. Es ist jedoch möglich, eine Feuerung mit einem Teil des gemahlenen Mülls zu betreiben.
  • Bei einem angenommenen Wassergehalt des Mülls von 30 Gew.% und einem Heizwert von 2 000 kcal/kg würde man dazu ca. 17 Ges.% des Mülls verheizen. Der Heizwert liegt jedoch durchschnittlich ganz wesentlich höher, sodaß der Substanzverlust nicht besonders ins Gewicht fällt. Im Gegensatz zu sonstigen Müllverbrennungsanlagen entfällt die zusätzliche Kühlung der Verbrennungsgase für die Filterung und das Filter, denn dies ist für die Abluft der Mühle ohnehin vorhanden. Die Verbrennungsrückstände werden restlos mit dem Mahlgut zu Kompost verarbeitet.
  • Dem Aufgabegut der Mühle kann gegebenenfalls Klärschlamm, vorzugsweise in vorentwässerter Form zugesetzt werden.
  • Der Klärschlamm kann aber auch nach der Mühle, wo ohnehin zur Kompostierung eine Befeuchtung erfolgen muß, zugesetzt werden.
  • Sollte das aus der Mühle kommende Gut durch die Mühlentemperatur steril geworden sein, so ist es mit Rotteorganismen zu beimpfen.
  • Die gesonderte Mühlenheizung kann entfallen, wenn das Mahlgut im Anlieferungszustand weniger als 30 % Wassergehalt aufweist oder wenn es durch mikrobielle Vorrotte nach einem der an sich bekannten Verfahren bereits entsprechend vorgetrocknet ist. Im letzteren Fall ist auch eine Entseuchung unter Umständen bereits erfolgt und braucht nicht mehr durch eine hohe Mühlentempera tur bewirkt werden.
  • Überraschenderweise wurde gefunden, daß im letzteren Fall, in dem in der Regel bereits eine Vorserkleinerung erfolgt ist, auch andere Sichtermühlen, bzw. Walzenschüsselmühlen, das erstrebte Ergebnis liefern.
  • Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird also der überraschende und sprunghafte Fortschritt erzielt, daß erstmals überhaupt keinerlei unverwertbare Rückstände entstehen. Die Nachsiebung nach der Rotte entfällt. Das Mahlgut hat bereits den idealen Kornaufbau.
  • Die früher übliche Kompostierung im Freiland auf Mieten von dreiecksförmigem Querschnitt hatte drei wesentliche Nachteile: Am Ende der Rotte war der Kompost häufig bei entsprechender Witterung so naß, daß er nicht mehr gesiebt werden konnte, weil die Siebe verklebten. Dieser Nachteil wird nach der vorliegenden Erfindung überwunden, da das Gut schon vor der Kompostierung auf die gewünschte Endfeinheit gebracht und eine Nachsiebung nicht mehr erforderlich ist.
  • Weiterhin entstanden im Innern der Mieten, die üblicherweise auf eine Höhe von 1,30 m oder gar mehr aufgesetzt wurden, durch Sauerstoffmangel anaerobe Kernzonen. Diese sind höchst unerwünscht, führen zu Verlusten und verbreiten beim Umsetzen der Mieten einen unerträglichen Gestank. Lediglich die Außenschicht einer solchen Miete hat genügend Sauerstoffzufuhr, sodaß die aerobe Verrottung dort ordnungsgemäß unter Erwärmung einsetzt.
  • Andererseits entsteht aber die Gefahr einer zu raschen Buskühlung dieser Schicht.
  • Sowohl der anaerobe Kern als auch die zu rasche Auskühlung der Außenschicht werden nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dadurch vermieden, daß die Miete nicht auf einmal auf ihre volle Höhe aufgesetzt wird, sondern in mehreren Stufen, wobei eine neue Schicht erst aufgebracht wird, wenn die vorhergehende sich erhitzt und ihr Sauerstoffbedarf sich verringert hat. Die Gefahr der Bildung anaerober Zonen ist damit augeschaltet. Hat die Miete ihre volle Höhe von beispielsweise-1,30 m erreicht, so werden die neuen Schichten seitlich angesetzt, sodaß die Miete in der Breite wächst und schließlich einen trapezförmigen Querschnitt annimmt.
  • Der dritte Nachteil bei der bekannten Mietenkompostierung war die lange Rottedauer und damit verbunden der große und kostspielige Platzbedarf für die Mieten.
  • Das erfindungsgemäß bereits auf Endfeinheit gebrachte Material rottet demgegenüber erheblich schneller.
  • Je nach Witterung kann sich eine ungleiche Feuchtigkeitsverteilung in der Miete einstellen,was zu ungleichem Rottefortschritt führt. Bei trockenem Wetter ist die Miete oben zu trocken, unten zu naß. Bei Regen bildet sich oben eine nasse Schicht,die nicht bis zur Mitte durchdringt. Es ist dann zweckmäßig, auf der älteren Mietenseite mit einem geeigneten Gerät einen Streifen abzunehmen, dadurch gleichzeitig zu mischen und neu aufzusetzen, gegebenenfalls unter Zugabe von Wasser. Dazu, wie auch zum Aufladen äuf Fahrzeuge, hat sich eine handelsübliche Schneeschleuder bewahrt. Ihr Einsatz ist erst durch das erfindungsgemäße Verfahren möglich geworden, da die Mieten nun keine schleißenden Glassplitter mehr enthalten.
  • Eine zusätzliche Beschleunigung der Rotte kann nach einer weiteren'bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dadurch erreicht werden, daß man vor die Mietenrotte eine Vorrotte in künstlich belüfteten Rottezellen einschaltet. Solche Rottezellen der verschiedensten Bauart sind an sich bekannt, und zwar unter anderem in Form von Vorrichtungen, die das Material bei der Belüftung umwälzen, oder solchen, bei denen eine künstliche Belüftung ohne Umwälzung erfolgt.
  • Die Struktur des windgesichteten Materials erlaubt erstmals die Behandlung in einem Wirbelschichtreaktor, ohne daß störende Entmischungen durch Teile mit unterschiedlicher Sinkgeschwindigkeit zu befürchten sind. Der Wirbelschichtreaktor ist in der Technik üblich für mancherlei Zwecke. Er wird weiter unten eingehend beschrieben.
  • Der poröse Boden des Wirbelschichtreaktors und seine Buftzufuhr kann in mehrere Sektionen aufgeteilt sein, die reihum verschieden stark belüftet oder abgeschaltet wurden können. Um ein Übermaß an Belüftung zu vermeiden, wird der Reaktor mit periodischen Luft stößen betrieben. Die Ruhepausen richten sich nach den laufend gemessenen und registrierten 02 oder C02-Gehalten im Bett. Der O2-Gehalt darf während der Ruheperiode nicht so weit absinken, daß CH4 entsteht. Dies ist erfahrungsgemäß der Fall, wenn °2 unter 10 Vol.% absinkt bzw. C02 auf den betreffenden Betrag ansteigt. (Für die Volumenprozente im Gas gilt in erster Annäherung die Gleichung: O2 + 002 = 21 Vol.%). Die Temperaturen in den verschiedenen Teilen des Reaktors lassen sich ebenfalls leicht durch Registriergeräte überwachen und zur optimalen Luftdosierung heranziehen. Im hier vorliegenden Falle kann man den Reaktor satzweise oder kontinuierlich betreiben.
  • Beim satzweisen Betrieb verbleibt das Gut nach der Füllung bis zum Ende der gewünschten Behandlungsdauer im Reaktor und wird danach in üblicher Weise durch ein Bodenventil abgelassen. Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem gewünschten Rottegrad.
  • Ist für eine Nachrctte im Freiland reichlich Platz vorhanden, so genügt eine kürzere Behandlungsdauer, andernfalls muß sie länger ausgedehnt werden. Wird als Behandlungsdauer beispielsweise eine Woche angenommen, sind 6 Reaktoren erforderlich.
  • Während jedem der 5 Arbeitstage wird je ein Reaktor gefüllt und ein neuer entleert. Der entleerte Reaktor wird am nächstfolgenden Arbeitstag wieder befüllt. Samstag und Sonntag bleibt also jeweils ein Reaktor leer, während die übrigen belüftet werden.
  • Während für satzweisen Betrieb sich eher ein kreisförmiger Behältergrundriß anbietet, wird man bei kontinuierlichem Betrieb eine langgestreckte Form vorziehen mit dem Einlauf am einen und dem Auslauf am anderen Ende, um eine stärkere Vermischung jungen und älteren Materials am Auslaufende zu vermeiden.
  • Zur optimalen Rotte ist eine exakte Einhaltung der Materialfeuchtigkeit notwendig. Sie wird durch Feineindüsung von Wasser erreicht und in der Wirbelschicht gleichmäßig verteilt.
  • Die Wirbelschichtbehandlung ist flächensparend, voll automatisch und benötigt außer den automatisch gesteuerten Belüftungsventilen keinerlei Mechanik. Sie ist darin den bisher bekannten Rottezellen überlegen.
  • Der Kornaufbau des fein gemahlenen und zur Verrottung angefeuchteten Gutes ist unter Umständen derart, daß eine Belüftung mangels ausreichender Hohlräume erschwert ist. In diesem Fall ist eine Pelletisierung angebracht. Sie kann beispielsweise in den bekannten Pelletisiertellern oder -trommeln erfolgen oder Extrudern, bei denen aus einer Lochplatte dünne Stränge austreten, die dann abbrechen oder abgeschnitten werden. Das entstehende Haufwerk hat eine weitgehend einheitliche Korngröße von wenigen Millimetern und gleichmäßige Hohlraumverteilung, die die Belüftung begünstigt.
  • Soweit keine Verwendung des Kompostes für landwirtschaftliche Zwecke vorgesehen ist, kann der erfindungsgemäß fein aufbereitete Rohkompost auch direkt auf einer Rottedeponie abgelagert werden. Der überraschende Vorteil gegenüber a deren Deponie -verfahren besteht darin, daß keine ungenügend zerkleinerten Kunststoff-Fetzen durch den Wind verweht werden, daß Vögel und Ratten nicht durch erkennbare Nahrungsreste angelockt werden, und daß sich daher die kostspielige Überdeckung mit Erde erübrigt.
  • Sofern die Mühle beheizt wird, sind pathogene Keime nach der Vermahlung abgetötet. Das so hygienisierte Mahlgut kann gefahrlos gehandhabt werden. Es ist ferner wegen seiner Trockenheit gut lagerfähig. Dieser Rohkompost oder Frischkompost kann direkt aufs Land gebracht werden, auf dessen Oberfläche er verrottet. Man nennt dieses Verfahren Mulchen oder Flächenkompostierung. Da Frischkompost erst nach seiner völligen Verrottung wurzelverträglich wird, wird die Flächenkompostierung in der vegetationslosen Zeit durchgeführt und muß bei der Bestellung abgeschlossen sein. Bei tief wurzelnden, ausdauernden Gewächsen, beispielsweise bei Wein, ist die Anwendung dagegen zeitlich nicht begrenzt.
  • Frischkompost läßt sich demnach nicht so universell verwenden wie der im Kompostwerk unter kontrollierten Bedingungen verrottete, wurzelverträgliche Reifkompost. Ein Kompostwerk wird in der Regel beide Sorten führen müssen.
  • Das Wesen vorliegender Erfindung-wird nun anhand der beiliegenden Figuren 1 bis 5 weiterhin erläutert. Es zeigen: Fig.1 ein Beispiel eines Fließschemas für das erfindungsgemäße Kompo stierverfahren, Fig.2 das Ansetzen bzw. Aufsetzen der einzelnen Schichten einer sogenannten Trapezmiete, Fig.3 das Umsetzen einzelner Mietenstreifen, Fig.4 einen Wirbelschichtreakter durch Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, Fig.5 eine andere Ausführungsform des Wirbelschichtreaktors in langgestreckter Form.
  • In Figur 1 ist mit dem Bezugszeichen 1 die gegebenenfalls beheizte Mühle bezeichnet, aus der mittels eines Förderers 2 das gemahlene Gut einem Magnetscheider 3 zugeführt wird, der die Eisenteile (Schrott) abführt, was durch den Pfeil 4 gekennzeichnet@ist. Das übrige Gut gelangt in den Windsichter 5 mit Sieb 6.
  • Die Abführung des Fertigguts ist durch den Pfeil 7 symbolisiert.
  • Das übrige Gut gelangt über die Leitung 8 zusammen mit neuem Mühleaufgabegut 9 und mit dem aus dem Windsichter direkt durch die Leitung 10 abgeführten Teilgut in der Sammelleitung 11 im Zyklus wieder in die Mühle 1.
  • In Figur 2 ist das Aufsetzen der einzelnen Schichten 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17 und 18 durch ein Transportband 19, das als Ausleger an einem Fahrzeug angebracht sein kann, dargestellt. Auf der älteren Mietenseite wird sodann später der fertig verrottete Kompost ebenfalls streifenweise abgenommen. Die Besiedelung der frischen Schichten mit Rotteorganismen erfolgt von selbst von den älteren Schichten her.
  • Der Vorgang des Umsetzens ist aus Figur 3 zu ersehen, wobei die an sich bekannte Schneeschleuder 20 die Schichten der Urapezmiete, die rechts von der Schneeschleuder angeordnet sind, nach dem bekannten Schneeschleuderprinzip zu den einzelnen Schichten der links von der Schneeschleuder angeordneten Trapezmiete umsetzt. Mit dem Bezugszeichen 19 ist wieder das Transportband, das die Trapezmiete erstmalig aufgesetzt hat, bezeichnet. Mit dem Bezugszeichen 21 ist schließlich ein Abstreifer bezeichnet.
  • Der in Figur 4 gezeigte Wirbelschichtreaktor besteht aus einem Behälter 22 mit beliebigem Grundriß und porösem oder gelochtem Zwischenboden 23, unter den durch ein Gebläse 24 Preßluft eingeblasen werden kann. Die senkrechten Wände erweitern sich manchmal oberhlab der Füllhöhe zu einer Beruhigungskammer 25, wenn periodisch stärker geblasen werden soll. Die Beruhigungskammer ist an ein Staubfilter 26 angeschlossen. Entleert wird der Reaktor, indem sich die Luft-Feststoffemulsion wie eine Flüssigkeit verhält - man spricht deshalb auch von Fluidisierung oder Fließbettdurch ein Bodenventil 27. Wird der Reaktor kontinuierlich betrieben, so wird sein Füllbestand durch ein Überlaufwehr mit Zellenradschleuse 28 konstant gehalten. Die Materialzufuhr 29 kann beliebig über oder unter dem Materialspiegel erfolgen.
  • Die Figur 5 zeigt die Ausführungsform des Wirbelschichtreaktors in langgestreckter Form. Nit dem Bezugszeichen 30 ist ein Förderer bezeichnet, durch den das in der Kaskademühle aufbereitete Gut in die langgestreckte Behälterform eingebracht wird.
  • Das kann jedoch auch durch andere bekannte Mechanismen erfolgen, Das Material liegt auf einem perforierten bzw. porösen Boden 31, Dieser wird von den darunter liegenden Kammern A - 11 sektionsweise über Ventile durch das Gebläse 32 belüftet. Während der Belüftung nimmt das Volumen der belüfteten Partie zu, Der Materialspiegel gleicht sich dann mit den daneben liegenden Sektionen aus, wodurch schliesslich ein Transport von A nach H eintritt, Bei der Belüftung von H läuft das Material Uber ein Wehr über, wobei die Zellenradschleuse 33 für den Luftabschluss sorgt; 34 ist die Beruhigungskammer, 35 die Leitung zum Staubfilter,

Claims (13)

  1. Patentansprüche 1. Verfahren zur Aufbereitung und Kompostierung von Müll und anderen Abfällen, dadurch gekennzeichnet, daß der Müll bzw.
    die Abfälle auS einer Mühle mit Windsichter an sich bekannter Bauart auf Endfeinheit zerkleinert werden, d.h£daß der Glasanteil im Müll auf weniger als 1 mm zerkleinert wird, wobei der Wassergehalt des Mahlgutes auf unter 30 Gew.% und / oder seine Temperatur auf mindestens 650 o gehalten wird und das Mahlgut einem Magnetscheider und einem Sieb aufgegeben wird, das die gesamten Mahigutbestandteile auf 20 mm oder weniger begrenzt, wobei die von Sieb und Sichter zu rückgehaltenen Teile erneut der Mahlung zugeführt werden und das schließließlich gewonnene Produkt in an sich bekannter Weise der aeroben Verrottung unterworfen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mahltemperatur von mindestens 650 C durch Beheizung der Muhle und / oder des Sichters in an sich bekannter Weise erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizgase in einer Feuerung erzeugt werden, die mit einem Teil des Mahlgutes selbst beheizt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Asche aus der Feuerung dem Mahlgut zugesetzt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknung und Temperaturerhöhung nicht in der Mühle selbst, sondern vorher, und zwar durch Selbsterhitzung infolge aerober Rottevorgänge, vorgenommen wird.
  6. 6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,daß man das aus der Mühle kommende Gut mit Rotteorganismen beimpft ,
  7. 7. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der durch die Mahlung auf Endfeinheit gebrachte Rohkompost, gegebenenfalls nach Anfeuchten, derart auf Mieten gesetzt wird, daß nacheinander Schichten von höchstens 30 cm Dicke aufgebracht werden, wobei eine neue Schicht jeweils erst dann folgt, wenn sich die vorhergehende Schicht erwärmt und ihr Sauerstoffbedarf sich verringert hat, und daß insgesamt Mieten mit einem annähernd trapezförmigen Querschnitt gebildet werden.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils die ältere Längsseite einer Miete durch ein Umsetzgerät, z.B. eine Schneeschleuder an sich bekannter Bauart, streifenweise abgenommen und auf ein Fahrzeug aufgeladen oder daneben erneut zu einer rapezmiete schichtweise aufgesetzt oder an eine bereits vorhandene Miete seitlich angesetzt wird.
  9. 9. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das aufbereitete Gut in bekannter Weise einer Vorrotte in einer Rottezelle unterworfen wird, ehe man es gegebenenfalls zu einer Trapezmiete aufschichtet.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Rottezelle ein in Intervallen belüftetes Wirbelschichtbett verwendet wird, wobei die Dauer der einzelnen Intervalle so gesteuert wird, daß der laufend im Rottegut enthaltene 02-Gehalt einen Wert nicht unterschreitet, unterhalb dessen eine Methanbildung feststellbar ist.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Dauer der einzelnen IntervcrLle so gesteuert wird, daß der Sauerstoffgehalt der Abluft nicht unter 10 Vol.% absinkt.
  12. 12. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,daß man das aufbereitete Gut auf einer Rottedeponie ablagert.
  13. 13. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis ii, dadurch gekennzeichnet, daß das gemahlene Gut vor der Verrottung gegebenenfalls unter Anfeuchtung pelletisiert wird.
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